Valeries Welt
Valeries Welt - # 30

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Valerie Bellegarde
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Post 436 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 21. Okt 2018, 11:20

Teil 2 Kap. 13: "It Takes 2 To Tango"

'It takes two to tango' ist ein amerikanischer Schlager aus den 50er Jahren, geschrieben von Al Hoffman im Jahr 1952. Dass man zum Tangotanzen zu zweit sein muss, ist einfach zu verstehen und hat auch eine übertragene Bedeutung, die dann auch schnell in den Volksmund überging, sozusagen als Sprichwort. Populäre Politiker haben diesen Spruch oft benutzt, z. B. Ronald Reagan hat das gesagt, als er in den 80er Jahren die Bereitschaft der Russen und besonders Gorbatschows anmahnte, nun auch wirklich richtig mitzumachen bei der weltweiten Abrüstung von Atomwaffen. Inzwischen findet man das Sprichwort sogar schon in Wikipedia. Was es sagen will? Nun im Grunde eine simple Wahrheit, dass es eben ein paar Dinge im Leben gibt, die nur zu zweit richtig Spaß machen, oder andersrum, die man nur zu zweien richtig hinkriegt.

Stimmt ja auch: Tango allein sieht irgendwie komisch aus.

Valerie war als Tänzerin bisher eher eine Solonummer gewesen, also hatte sie den Tango nicht so sehr gut drauf. Sie tanzte zwar ausgesprochen gerne (ich erinnere an ihre Frankfurter Abenteuer damals mit ihrem Karl-Heinz dort in diesem Tanzschuppen namens TRAVOLTA). Jedoch hatte sie die weiblichen Schritte bei den Standardtänzen nicht so gut drauf, dass sie jetzt, seit sie praktisch permanent en femme war, bei jeder Tanzerei sofort mitgemacht hätte.

Gut, sie ließ sich bei Gelegenheit auch mal von einem Mann auffordern, wenn der ein guter Tänzer war. Besonders, wenn sie bei einem Mann dann das Gefühl hatte: Der kann mich gut führen, dann fiel ihr der weibliche Part beim Paartanz leicht, sie ließ sich dann sozusagen "fallen", gab sich dem Takt und Rhythmus hin und folgte nur den Bewegungen ihres Partners. Am liebsten aber war ihr nach wie vor das Solotanzen, dann konnte sie wirklich alles um sich herum ausblenden und bewegte sich nur noch mit und "in" der Musik

Seit ein paar Wochen war sie nun schon in Narbonne. Sie lebte in der ganzen Zeit noch im Hotel und quasi aus dem Koffer. Kleider hatte sie eigentlich wenig dabei. Deshalb war sie auch nicht sofort hundert Prozent glücklich, als Delphine mit der Idee auf sie zukam, die beiden abends mal zum Tanzen zu begleiten. Es gab da dieses angesagte Szenelokal in der Narbonner Altstadt direkt an den Kais des Canal du Midi, die hatten Freitag abends gelegentlich Tanz, und speziell an diesem Abend stand eben Tango auf dem Programm.

"Soirée dansante, Tango argentine" war auf einem Schild vor dem Lokal zu lesen.

Natürlich kam bei Valerie sofort die Überlegung auf, was sie anziehen sollte, sie überlegte hin und her, und wollte den Gedanken dann schon wieder fallenlassen, denn eigentlich hatte sie ja "nichts". Aber klar, das waren nur kleine Ausflüchte, und sie kamen eher aus einer gewissen Bequemlichkeit heraus. Denn schließlich siegte die Neugier und die Lust auf ein Abenteuer und sie sagte zu. Ja, sie ginge mit und sie würde sich auch freuen.

Alain und Delphine holten sie um neun Uhr abends mit ihrem Auto am Hoteleingang ab. Valerie hatte sich richtig hübsch gemacht, gemessen an den etwas begrenzten Möglichkeiten ihres Kleiderschranks sah sie mit dem engen schwarzen Rock und der taillierten Bluse sogar ganz knackig aus. Dazu trug sie nach einiger zeit auch mal wieder "Abendschuhe" mit hohen Absätzen und auch Lippenstift, und zwar einen tief dunkelroten, burgunderroten. Ein Rot, das tagsüber zu knallig war, aber im gedämpften Schummerlicht eines Tanzlokals gerade richtig. Die drei nahmen an einem der reservierten Tische Platz, im Restaurant war schon reichlich Betrieb, aber die Tanzfläche, die eigentlich eine Terrasse war, die zum Kanalufer hinausführte, war zwar schön beleuchtet, aber noch leer, sozusagen tote Hose. Auch die Kapelle war noch nicht am Platz, es gab nur leise Hintergrunds-Musik aus der Musicbox, ansonsten rannten nur die Kellner durchs Lokal.

An dem Abend lief ihr Thierry zum ersten mal über den Weg. Oder Maitre Elouard, wie sein richtiger Name war. Der Ausdruck "über den Weg laufen" ist eigentlich nicht richtig gewählt, denn Thierry kam schnurstracks auf ihren Tisch zu, nachdem er ihre Freunde erkannt und ihren zugewinkt hatte. Offenbar kannte er Alain und Delphine gut.

"Salut les amis. Quelle belle surprise de vous voir ici" (seid gegrüßt Freunde, welch schöne Überraschung, euch hier zu sehen)

sagte er zu den beiden, aber dabei waren seine Augen nur an Valerie dran.

Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich zu den Dreien, ganz locker, einfach so.

"Darf ich mich zu euch setzen? Ich bin alleine hier, ich wollte eigentlich nur ein wenig zuschauen, weil heute abend Tango getanzt wird", sagte er deutete mit einer Hand auf das Tanzparkett.

Valerie wurde vorgestellt, als eine liebe Kollegin aus dem deutschen Partnerbüro, die gerade hier sei, um unser Geschäft aufzumischen, sagte Delphine im Scherz. Alles lachte, aber Valerie korrigierte sie sofort, nein, sie käme mit dem Auftrag, das wunderschöne Languedoc noch populärer zu machen, als es eh' schon sei, gerade für deutsche Feriengäste.

"Alors on travaille dans la meme Branche" (also arbeiten wir in derselben Branche) , sagte Thierry.

Und in dem Blick, mit dem er Valerie musterte, nahm sie so etwas wahr wie Akzeptanz und Anerkennung, aber auch noch etwas anderes, das nicht sofort zuordnen konnte.

Valerie nickte, trotzdem hatte sie ihn nicht ganz verstanden.

Ja, das sei so, sagte Thierry: Er sei ebenfalls im Immobiliengeschäft, obwohl er eigentlich ein Notar sei, gleichzeitig aber auch Immobilienmakler, in Frankreich sei das so geregelt, da makeln die Notare auch mit. Im Übrigen liege sein Büro gleich hier in der rue Gambetta, gar nicht weit von hier, quasi um die Ecke. Kein Wunder, dass man sich über den Weg läuft. Nabonne ist klein, man trifft sich oft. Aber Konkurrenz? nein, Konkurrenz sei man nicht.

"Wir arbeiten doch schließlich alle im gleichen Business, claro?"

"Alors, je m'appelle maitre Thierry Elouard, et mon étude se trouve 6 rue Gambetta, ici à Narbonne"

Ohoo, ein Notar, ein maitre, ein Jurist, ein hohes Tier also, dachte Valerie bei sich im Stillen. Aber so jung und bereits ein eigenes Notariat, kann das sein?

Und während man seinen Aperitif nahm und Smalltalk plauderte, nahm sie ihn näher in Blick. Ein wirklich gutaussehender Mann, Schlank, nicht groß, aber drahtig, sportlich. Teurer dunkler Anzug, feinstes Tuch, teure Lederschuhe. Nein, einen Notar hatte sie sich immer älter vorgestellt. Hier auf dem Stuhl ihr gegenüber saß ein gutaussehender Mittdreißiger. Dann korrigierte sie sich: 35 reichte nicht aus, vielleicht wäre er doch schon ein wenig über vierzig, der maitre, das könnte schon sein, ja, das würde besser passen.

Valerie zupfte unwillkürlich an ihrer Bluse herum und auch am Rocksaum. Zeigte sie vielleicht zu viel Bein? Und ob sie vielleicht draußen ihr Makeup nochmals kontrollieren sollte? Solche Gedanken halt.

Die vier bestellten ihre Essen, das heute Abend nur ein kleines Menü war. Dann erhob sich Delphine, entschuldigte sich kurz bei den Männern und wollte zur Toilette, dabei zupfte sie Valerie im Vorbeigehen am Ärmel und bedeutete ihr unmerklich, mitzukommen. Draußen, bei den "Damen", hielt sie sie an beiden Armen und musste ihr sofort alles über den Maitre erzählen. Wow, welch nette Überraschung, DEN hier zu sehen. Ja, der Maitre sei eine Art Geschäftsfreund, aber natürlich ist dieses Büro, das der da hat, eine andere Klasse als unser Büro, gegen den seien sie und Alain nur kleine Fische.

Ja, und die Elouards gehörten zu den "alten Familien" hier in Narbonne, und ahhhmm, außerdem...

außerdem ist er auch noch unverheiratet, der Maitre. Delphine schaute Valerie genau in die Augen, als sie das sagte:

"Il est célibataire, le maitre".



Soviel für heute, Fortsetzung in einer Woche, hier in diesem Theater .


Lieben Gruß,

Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 437 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » So 21. Okt 2018, 12:02

Liebe Leserinnen und Leser,

ich habe heute vormittag dieses 13. Kapitel erst mal zu früh abgeschickt, dann aber nochmals ergänzt. Es ist nun vollständig. Viel Spass beim lesen und träumen.

LG, Valerie :()b

Christiane04
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Re: Valeries Welt

Post 438 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Mo 22. Okt 2018, 13:45

Sehr schöner neuer Teil,
Danke schön, mach bitte weiter so!
Entwicklungspotential gibt es ja genug.....

Christiane
"Ein Mann kann anziehen, was er will, er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau. " Coco Chanel

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 439 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 22. Okt 2018, 16:30

Besten Dank, Christane, für deine Ermunterung. Gerne mache ich weiter.

Reisen bildet, man weiß das schon seit Goethes Tagen. Sie reist jetzt viel zwischen den beiden Ländern hin und her, eine europäische Nomadin gewissermaßen, sie erlebt eine neue Freizügigkeit und man wird sehen, sie lernt viel Neues. Auch Beziehungen ändern sich, weil sich die Umgebung wandelt. Klar, dass es noch Potential gibt... On verra.

Liebe Grüße,

Valerie

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 440 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 22. Okt 2018, 19:43

Liebe Leserinnen und Leser,

Geschichten wie diese, die das komplexe Beziehungsgeflecht von Menschen zum Thema haben, landen irgendwann immer bei einem Punkt, der gemeinhin als "Sex" bezeichnet wird. Besonders kompliziert wird's dann, wenn die Person um die es geht eine Cross- oder Transperson ist, egal wie man den Weg beschreiben will, den Valerie geht, wenigstens zu einem kleinen Teil geht.
Ich beschäftige mich nun schon etwa ein Jahr lang mit dieser Person der Valerie und habe beschlossen, dass sie keine geschlechtsangleichende OP machen wird, also keine Total-OP. Dagegen hat sie sich zu dieser Brust-Implantation entschieden, quasi als kleine Lösung. Begleitend dazu wird sie Hormone nehmen. Keine komplette Hormon-Ersatztherapie, (Keine HET), sondern auch hier nur eine kleine Lösung, schrittweise, versuchsweise.

Ich würde gerne folgendes mit euch besprechen bzw. fragen:

Wer hat Erfahrungen (praktische oder auch nur theoretische Erfahrungen) mit der Einnahme von Hormonen und will diese Erfahrungen hier schildern?? Ich würde mir erlauben, eure Beiträge im Rahmen der zukünftig weiter entstehenden Story zu verarbeiten.

Ganz liebe Grüße

Valerie :()b

Valerie Bellegarde
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Post 441 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 26. Okt 2018, 15:10

Teil 2 Kap. 14: Schmetterlinge im Bauch

Nach dem Tangoabend fand Valerie nur schwer in Schlaf, obwohl es fast halb zwei in der Nacht war. Ihre Freunde Alain und Delphine hatten sie noch ins Hotel gebracht, jetzt war sie zwar müde vom Tanzen, gleichzeitig aber noch völlig überreizt von den Eindrücken des vergangenen Abends und immer noch aufgekratzt, ihre Beine waren schwer und die Füße schmerzten von den engen Schuhen. Noch während sie sich auf ihr Bett warf, streifte sie die High Heels achtlos ab, diese polterten zu Boden, und sie selbst lag eine ganze Weile bäuchlings auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen, und sofort erschien ihr Thierry, der Maitre Elouard wieder vor dem inneren Auge, seine feingezeichneten Gesichtszüge, vom Typ her lateinisch oder spanisch oder römisch, oder wie sollte sie das nennen, sie fand im Moment keinen passenden Begriff dafür. Aber sein Gesicht ging ihr nicht aus dem Kopf.

"Ohhh.. mein Gott ich verschmiere wieder das ganze Kopfkissen"

fiel ihr plötzlich ein, sie hob den Kopf aus dem Kissen und sprang hastig aus dem Bett, um ins Bad zu gehen und sich dort abzuschminken. Ihr war ziemlich schummrig im Kopf, so etwas wie ein leichter Schwindel. Vielleicht zu viel Alkohol, vielleicht hatte sie auch zu viel getanzt. Ihre Bluse aufzuknöpfen fiel ihr jetzt auch schwer, alles war ihr zu viel, also setzte sie sich auf den Bettrand und nestelte nur die oberen zwei oder drei Knöpfe auf, hob die Bluse über den Kopf und hängte sie schnell über einen Kleiderbügel. Der Rock rutschte zu Boden, nachdem sie den Reißverschluss hinten am Rücken geöffnet hatte und wurde dann achtlos über eine Stuhllehne geworfen, ebenso achtlos verfuhr sie mit ihren Nylons, die sie ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit schnell und lieblos abstreifte und dann zusammengeknüllt auf dem Boden liegen ließ, ohne sie wie sonst mit einer Hand glattzustreichen und ordentlich über eine Stuhllehne zu legen. Höschen und BH folgten, alles fiel zu Boden, darum kümmere ich mich morgen früh, dachte sie. Wenig später lag sie unter der Decke und versuchte in Schlaf zu finden. Das selbstgebastelte Gaff oder cache-sex, in dem sie ihren zwar kleinen, aber immer noch vorhandenen Penis so gut verschwinden lassen konnte, vergaß sie abzulegen, aber bis auf dieses winzige Nylonteil war sie ganz nackt unter ihrem Deckbett.

Waren das, was dann folgte, eigentlich schon Träume oder waren es Erinnerungen an den vergangenen Tanzabend? Monsieur, nein Maitre Elouard ging ihr nicht aus dem Kopf oder auch Thierry, wie er mit Vornamen hieß und wie er noch ein paar mal im Verlauf des Abends versucht hatte, sie zu korrigieren:

"Ich heiße Thierry... du kannst mich so nennen... c'est mon prénom" (mein Vorname)

Aus irgendeinem Grund zögerte sie aber zunächst, auf sein Angebot einzugehen. Nicht zu schnell, nicht zu viel Vertrautheit, so dachte sie spontan, vielleicht instinkthaft, diese Reaktion, vielleicht war es auch der Altersunterschied oder die Dominanz, die von dem Mann ausging. War er als Jurist und Notar zu sehr "Respektsperson" für sie? Sie konnte sich ihr Zögern selbst nicht erklären. Das ging ihr irgendwie alles viel zu schnell. Auch als er sie dann zum Tango aufgeforderte, hatte sie zunächst gezögert und mit Zurückhaltung reagiert. Es war so etwas wie eine Mischung von Faszination auf der einen Seite aber Ängstlichkeit auf der anderen, die sie zögern ließ. Aber schließlich gab sie nach, ging mit ihm auf die Tanzfläche, der Mann faszinierte sie zu sehr, aber sie tat es auch weil ihre beiden Freunde begannen, im Takt der Musik rhythmisch in die Hände zu klatschen:

"Allez Valerie ! Montre-nous le Tango" rief Alain, und Delphine rief mehrmals laut:

"Argentina! Argentina!"

Thierry war wirklich ein sehr guter Tänzer, sie bemerkte es sofort, und als er sie in den Arm nahm spürte sie seine Kraft und fühlte sich sicher, und so konnte sie sich wirklich ganz fallenlassen in seinen Armen. Sie gab sich dem Takt des Tangos und den Bewegungen des Mannes hin, er führte sie und sie folgte ihm, er hielt sie, leitete sie, schob sie von sich, zog sie wieder zu sich her, er drehte sie, klatschte sie ab und sie machte die Pirouette, stampfte mit dem Bein auf, kam mit kleinen Schritten zurück zu ihm und ließ sich wieder in seine Arme fallen. Sie hatte vorher noch selten Tango getanzt, aber zusammen mit ihm fiel ihr das alles sehr leicht, und wie wir wissen, war sie ja auch ein tänzerisches Naturtalent, unsere kleine Protagonistin.

Später, als die Kapelle auch mal eine kleine Pause machte, saßen die vier noch lange zusammen und Valerie ertappte sich dabei, wie sie die Augen nicht von dem geheimnisvollen Thierry lassen konnte, er sah aber auch wirklich "verboten gut" aus mit seiner schlanken mittelgroßen Figur und diesem lateinischen oder römischen Profil, scharfgeschnittene Züge und eine prägnante Nase, ein richtiger Südländer.

"Hast du eigentlich gewusst dass Narbonne vor 2000 Jahren schon eine richtige kleine Stadt war? Eine römische Gründung war das damals, eine Garnison, ein Feldlager der alten Römer"

erklärte er ihr. Nein, das hatte sie vorher noch nicht gewusst, aber ja, man könnte es sich fast vorstellen, dass dieser Mann römische Vorfahren hatte, vielleicht einen Zenturio, einen Feldhauptmann, oder irgendein römischer Militär...

Wie man sieht, war Valerie, obwohl im stressigen beruflichen Auslandseinsatz, doch keineswegs zum geschlechtslosen Wesen geworden. Nein, um es klar auszudrücken, sie war wieder einmal hin und weg von einem neuen Mann, was ja auch kein Wunder ist, denn ihr Gunnar ist ja weit, weit weg in Deutschland geblieben, er ist im Moment schwer erreichbar für sie, und die Hormone spielen mal wieder verrückt. Seit sie nach ihrer Brust-OP auf Anraten des behandelnden Arztes diese begleitende Hormontherapie angefangen hatte, meldeten sich bei ihr ein paar neue und ungewohnte Bedürfnisse hinsichtlich einer männlichen Partnerschaft. Das war bisher weitgehend im Verborgenen, und längere Zeit unerfüllt geblieben, aber jetzt kam es heraus und war da. Mit anderen Worten, Valerie war, wie es die Amerikaner so lakonisch ausdrücken

"the Lady was clearly undersexed and overworked"

Zu deutsch: Seit sie sich im Außeneinsatz in Frankreich aufhielt, arbeitete sie nur noch pausenlos und hatte zu wenig Ablenkung und kaum Entspannung. Und Sex hatte sie schon gar keinen mehr. Wie lange war das her, als sie das letzte Mal mit Gunnar Sex hatte? Bestimmt zwei Monate.

Sie lag auf dem Rücken, hatte die Augen weit offen und hatte plötzlich richtig Sehnsucht nach einem Mann. Unwillkürlich waren ihre Hände dann auf dem Busen um diesen zu kneten und zu massieren, was sie noch weiter erregte. Mit beiden Daumen und dem Zeigefinger strich sie dann ganz leicht über ihre Brustwarzen, die sofort reagierten und sich aufstellten. Es war soooo schön, dieses Gefühl... Gunnars Gesicht erschien vor ihrem inneren Auge. Nein, es war nicht Gunnar, es war Thierry, der Maitre, der Römer.

Sie wollte jetzt mehr, sie brauchte jetzt einen Dildo. Sie glitt aus dem Bett, fand ihren kleinen Freund unter den Wäschesachen und Strümpfen versteckt, da war er, ihr kleiner Reisepartner, der sie auf Geschäftsreisen begleiten durfte. Sie war so erregt, dass sie es fast nicht schaffte, ihren Anus ausreichend mit Vaseline einzucremen, aber schließlich konnte sie den Dildo doch ohne Schmerz einführen, so lag sie schließlich auf der Seite, hatte den Vibrator eingeschaltet und genoss das Gefühl, penetriert und ausgefüllt zu sein, genommen von einem fremden Mann, und sie träumte und bildete sich ein, es sei der Maitre, der sie so a tergo vögelte, der ihr so guttat, der in ihr war, der sie besaß, der sie fickte...und sie hatte es zugelassen, es war ihr freier Wille gewesen und sie bereute es nicht.

Wie man sieht, waren die Hormongaben bei Valerie nicht folgenlos geblieben.

Gerne mehr dazu und voraussichtlich wieder am kommenden WE in 6 oder 7 Tagen, wie immer hier in diesem Theater.

Liebe Grüße

Valerie :()b

Svenja80
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Re: Valeries Welt

Post 442 im Thema

Beitrag von Svenja80 » Fr 26. Okt 2018, 19:02

Wieder eine schöne Folge :)

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 443 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Fr 26. Okt 2018, 22:26

Dankeschön Svenja80.

Für alle Leserinnen und Leser mache ich noch einmal den Ausrufer: (888)

Das für's Wochenende versprochene neue Kapitel ist da: es heißt "Schmetterlinge im Bauch" (Post 441). Viel Spass beim Lesen und schöne Träume an alle.

Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 444 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 29. Okt 2018, 16:40

Hallo,
ich war am WE fleißig und habe zwei neue Episoden geschrieben: 15 und 16. Kap. 15 wurde gerade überarbeitet und geht noch heute Abend raus. Viel Spass damit.
Liebe Grüße,
Valerie

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Post 445 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 29. Okt 2018, 18:01

Teil 2 Kap. 15: Gefühle beim Joggen

Die folgende Woche in Narbonne verging ereignislos, was ihr Liebesleben anging, und ihre Tage waren ausgefüllt mit Arbeit. Sie hielt sich täglich acht Stunden im Narbonner Büro von Alain und Delphine auf. Valerie hängte sich richtig rein in ihre aktuellen Projekte, vergrub sich völlig darin, und das wohl auch um den Kopf freizukriegen von diesen "falschen Gedanken" an diesen neuen Mann, mit dem eigentlich nichts anderes gewesen war als ein paar Tänze, ein gemeinsames Essen und ein wenig Geplauder an diesem Abend. Keine Affäre, nur ein paar Berührungen, seine Blicke, ein paar Andeutungen. Hatte sie ihn überhaupt richtig verstanden? Vielleicht waren das, was ihr gerade durch den Kopf ging, auch nur Träume, Wünsche und Projektionen, oder vielleicht auch nur ihre Sehnsüchte. Valerie war ja groß in solchen Sachen, in dieses Träumereien.

Träume sind aber Schäume, sogar der Volksmund weiß das ziemlich genau. Denn: Volkes Mund tut Wahrheit kund.

Der Notar und Maitre Thierry Elouard hat sie in dieser Woche dann auch nicht wiedergesehen und auch nichts mehr von ihm gehört. Was aber nicht heißt, dass sie abends, wenn sie allein Im Hotel war, nicht an ihn dachte.

Nein, die Stille ihres Hotelzimmers, ihre Einsamkeit im Plüschsessel der Hotellobby, wenn sie dort ganz allein den Abend verbrachte, vor sich ein Glas Weißwein und mit ein paar alten und zerlesenen französischen Illustrierten vor sich auf dem Couchtisch (Paris Match und so), in der Ecke des Raumes hinter seinem Tresen vielleicht noch ein verschlafener Nachtportier (aber auch der hatte um 22.00 Uhr Dienstschluss und war auch sonst meistens schweigsam) all dieses Alleinsein machte sie traurig und nachdenklich und die Situation wirkte wie ein Trigger, um die Bilder dieses Tangoabends in ihr Gedächtnis zurückzuholen, fast wie Fotografien.

Sie in seinen Armen, beim Tango. Thierrys Gesicht ging ihr nicht mehr aus dem Sinn. Seltsame, wirre Gedanken oder Gefühle waren das. Irgendetwas meinte sie gespürt zu haben, eine Kraft oder ein Begehren, das von ihm ausging, aber sie war sich überhaupt nicht sicher darüber. Es hatte etwas mit der Art und Weise zu tun, wie dieser Mann mit ihr getanzt hatte, wie er sie gehalten und umfasst hatte, zwei oder drei Tänze hatten ausgereicht um sie in Fahrt zu bringen und sie meinte gespürt zu haben, der Mann wollte etwas von ihr, er begehrte sie, so meinte sie jedenfalls. Und es war ihr nicht unrecht gewesen.

Lag Valerie richtig mit ihren Gefühlen? Mit ihren seltsamen Gedanken?

Der aufmerksame Leser wird sich fragen, was eigentlich mit Gunnar geschehen ist in dieser Zeit. Es kann ja wohl nicht sein, dass Gunnar so mir nichts, dir nichts verschwindet aus ihrem Kopf, ihrem Gedächtnis, bloß weil sie sich mal ein paar Wochen im Ausland aufhält? Oder? Bloß weil sie mal mit einem anderen Kerl tanzt?
Nun ja, ein Kerl war er ja eigentlich nicht, der maitre, so dachte sie bei sich, nein, der Ausdruck passt nicht. Also was? Ein Herr? Nein, ein Herr wäre älter.
Ein Mann?.... Ja ein richtiger Mann, das würde passen. Ihre Gedanken bewegten sich wieder mal im Kreis, wir kennen das bei ihr.

Es gibt im deutschen Volksmund dieses nüchtern-lakonische Sprichwort:

"Aus den Augen... Aus dem Sinn"

Was ihren augenblicklichen Gemütszustand in Bezug auf Gunnar recht genau beschreibt. Wenn man sie jetzt fragte, wie sie eigentlich zu ihrem Partner steht (denn Gunnar ist ja ihr Partner) so fiele ihr die Antwort nicht leicht. Eigentlich, so würde sie wahrscheinlich sagen, gibt es nichts Aufregendes zu berichten über Gunnar. Gut, da waren seine gelegentlichen Anrufe, so alle paar Tage, alles lief rund in seiner Schule. Er berichtete eigentlich nichts, das ihr wesentlich schien. Oder was sie länger beschäftigt hätte. Aber vielleicht war es gerade das, was die aktuelle Beziehung der beiden prägte: Gewohnheit, Langeweile, alles beim Alten...

Sie war ein wenig verwirrt. Ertappte sich bei dem Gedanken, ob da vielleicht schon so etwas Hässliches entstanden sei wie eine gewisse Distanz zu ihrem Partner. Was war eigentlich geworden aus ihrer Beziehung zu Gunnar? Abends lag sie oft eine Weile im Hotelbett, die Augen offen, starrte sie an die Decke und versuchte ihre Gedanken zu ordnen, erfolglos.

Nächster Tag, ein Wochenende: Sie musste den Kopf frei kriegen. Draußen schien die Sonne. Also raus, eine Stunde laufen joggen an der frischen Luft, unter den Platanenreihen am Kanal entlang, das würde ihr guttun. Gesagt, getan. Sie suchte schnell ein älteres T Shirt aus dem Kleiderschrank und zog es über, dann band sie mit einem Haargummi ihr inzwischen schon recht langes Haar zu einem Pferdeschwanz, schlüpfte in ihren Trainingsanzug, holte ihre pinkfarbenen Rennschuhe aus dem Schrank und schnürte sie zu. Sie würde das Handy mitnehmen und versuchen, Gunnar anzurufen, heute früh, samstags, war ja wohl unterrichtsfrei.

Wenig später sehen wir sie im gemächlichen Joggingtempo am Uferweg des Canal du Midi entlanglaufen, der Pferdeschwanz wippt lustig im Rhythmus ihrer Laufschritte, sie hat Kopfhörer in den Ohren und hört Pink Floyd. Dann schaltet sie die Musik aus und versucht, Gunnar in Deutschland anzurufen.

Tuut... tuut... Das Rufzeichen im deutschen Festnetz ist zu hören, dann ist er dran.

"Hey Gunnar... ich bin's "

"Hey Val ! Wie geht es dir? Was machst du? Wie läuft dein Projekt in Frankreich?" Seine Stimme verrät Freude.

"Ich bin gerade am Joggen am Kanalufer entlang... Und ja es geht mir gut..."

Sie läuft langsamer, bis sie in einem Lauftempo ist, bei dem sie noch genug Atem zum Sprechen hat. Er erzählt von seiner Schule, von seinem Unterricht, sie hört hauptsächlich zu und wirft von zeit zu Zeit einen kurzen Satz ein, eine Frage, eine Bemerkung, Sie plaudern eine ganze Weile, lauter unverfängliches Zeug, Smalltalk,
'sweet little lies" sozusagen. Denn es ist nicht das, was sie sagen wollte. Oder fragen wollte. Ob er sie noch liebe. Fragt man so etwas überhaupt? Stellt man jemand so eine Frage?

Tell me lies tell me sweet little lies...

Aber dann bemerkt sie, es wird ihr unvermittelt klar, sie kann sich ihm nicht offenbaren, nicht jetzt, nicht am Telefon. Sie wird es ihm nicht sagen können, dass sie einen anderen getroffen hat, dass ihr da jemand über den Weg lief, dass ihr ein anderer Mann gerade den Kopf verdreht, also verschweigt sie es und beschließt, es auch weiterhin bei sich zu behalten. Wenigstens im Moment wird sie nichts sagen, aber was soll's, eigentlich gibt es auch nichts richtiges zu berichten.

Wo nichts war, muss auch nichts gebeichtet werden. Oder etwa doch? Die Gedanken sind frei, so suggeriert sie sich selbst. Versucht, sich zu beruhigen. Es sind ihre Gedanken, und die gehen niemanden etwas an. Ein klassischer Verdrängungsmechanismus.

Sie beenden das Gespräch auch bald darauf, und nach ein wenig weiterem Smalltalk legt sie auf. Schließlich ist sie ganz froh, dass sie Gunnar nichts von dem anderen Mann gesagt hat. War das jetzt eine Lüge oder keine? Sie weiß die Antwort nicht, aber sie spürt: Die Wahrheit war es nicht. Sie beschleunigt ihr Lauftempo und rennt jetzt richtig schnell, fünf, acht Minuten in hohem Tempo, bis sie richtig außer Puste ist, danach fällt sie wieder in lockeren Trab und kehrt um, joggt zurück zum Hotel.

Auf dem Rückweg bemerkt sie eine leichte Reizung ihrer Brüste, genauer der Brustwarzen. Sie hat unter dem T Shirt immer noch den BH von heute morgen an, der kein elastischer und eng sitzender Sport-BH ist, sondern ein normaler BH mit Bügeln und vorgeformten Halbschalen. Man sollte diese Alltags-BHs nicht beim Joggen tragen, denn der Busen wird nicht fest gehalten, nein er springt und reibt, er bewegt sich auf und ab in den Körbchen. Was natürlich dummerweise oft den Nebeneffekt hat, dass die Brüste oder besser gesagt die Brustwarzen der Trägerin, die ja beim Joggen permanent in Bewegung sind, dass diese Brüste sich röten, gereizt werden, und oft sich die Warzen auch aufstellen. Heute jedoch bemerkt sie, diese Reizung, dieses Gefühl an den Brüsten ist ihr eigentlich gar nicht mal unangenehm, nein, sie mag es, es ist ein gutes Gefühl, man könnte es fast für eine Art Vorspiel für Sex halten. So ist sie nach einiger Zeit sogar ein wenig erregt und beginnt, wieder an den neuen fremden Mann zu denken. Valerie und ihre Fantasien.

Ist sie nicht ein richtiges Luder, unsere kleine Protagonistin? Kaum richtig angekommen in Frankreich und schon einen fremden Mann im Kopf.

Wir werden das weiter beobachten und sehen vielleicht bald, ob und wie es weitergeht. Sagen wir mal, so etwa in einer Woche?

Liebe Grüße,

Valerie :()b :()b
Zuletzt geändert von Valerie Bellegarde am Mo 29. Okt 2018, 22:09, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Valeries Welt

Post 446 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mo 29. Okt 2018, 18:17

hallo,

ich vergaß noch zu sagen: im nächsten Kapitel (16) geht es am kommenden WE wieder um Schuhe und Klamotten. Es heißt: "Sie hat nichts zum Anziehen"

L.G. Valerie

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 447 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Di 30. Okt 2018, 14:46

Liebe Leserinnen und Leser,
Wir stehen kurz vor November. Heute schon möchte ich ankündigen, dass ich ab Mitte November bis Mitte Januar zwei Monate in Asien und Australien sein werde, dann werde ich voraussichtlich nicht an der Story weiterschreiben können, es wird also eine kurze Pause geben. Bis zu meiner Abreise wird es voraussichtlich noch zwei oder drei neue Episoden in Valeries Welt geben, erst mal geht es um das, was Mädels in erster Linie interessiert, nämlich um hohe Schuhe und Klamotten. Dann denke ich, steht noch ein Besuch von Gunnar bei ihr in Narbonne an, sie sind dann gemeinsam im Hotel (!) und besuchen für ein gemeinsames weekend die Stadt Carcassonne. Wahrscheinlich wird sie ihm dann aber immer noch nichts von der Sache mit Thierry Elouard erzählen.

Mit Valerie und Thierry geht es danach im Januar/Februar weiter. Gunnar ist dann wieder in Tübingen, Valerie bleibt jedoch im Languedoc in Südfrankreich und lernt ihren neuen Lover besser kennen, aber auch ein paar Aspekte einer neuen Welt, die für sie bisher fremd war, die Welt Südfrankreichs, Stichworte sind romantische alte Dörfer mit Boule-Spielern im Schatten großer alter Platanen, mächtige Herrenhäuser hinter hohem Mauern, Olivenbäume, Oleander und Zypressen, flirrende Hitze und Zikadengesang im Juli, Häfen am Mittelmeer voller Hochseeyachten, romantische Bootsfahrten auf dem Canal du Midi, und es gibt in Thierrys Familie auch einen eigenen Weinberg, der zu bewirtschaften ist. Es ist zwar nicht ganz die Welt der Filmstars, der Schönen und Reichen, denn man ist nicht an der Cote d'Azur, aber das Leben ist leicht, man ist im Süden, im Herzen der südfranzösischen Provinz.

Lieben Gruß,

Valerie :()b

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Re: Valeries Welt

Post 448 im Thema

Beitrag von Svenja80 » Di 30. Okt 2018, 23:13

Die arme, muss sie sich zwischen zwei Kerlen entscheiden. Ich hoffe doch, dass sie mit ihrem Gunnar noch im Bett landet ;)

Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 449 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 31. Okt 2018, 12:20

Der eine ist jung und schön, der andere ist erfahren und hat Geld und Einfluss. Charmant sind beide. Sie ist mal wieder unentschieden. Aber das ist ja schon so was wie ihr Lieblingsplatz, da ist sie öfters, so zwischen den Stühlen.

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Re: Valeries Welt

Post 450 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde » Mi 31. Okt 2018, 17:50

Teil 2 Kap. 16: Sie hat nichts zum Anziehen

Um ihren damaligen Gemütszustand besser zu verstehen, muss man sich eines klar machen: Sie war allein und neu in einer fremden Stadt, in einem fremden Land. Das heißt: Eine Masse an ungewohnten Eindrücken stürzte auf Valerie ein. Nicht nur fremd war die Stadt, sonders in vieler Hinsicht auch anders, südlicher war sie, so kann man es vielleicht am besten ausdrücken, südlicher im Sinn von leichtlebiger schien sie zu sein als ihre Heimatstadt Stuttgart. Südlicher heißt aber auch konkret: Andere Häuser, eine andere Natur, eine andere Vegetation in den Parks und Gärten, ein anderer Menschentyp auf den Straßen. Der Begriff Menschentyp will sagen: Menschen nicht nur mit einem anderen Aussehen, sondern auch mit einer anderen Mentalität. Und noch etwas war ganz anders als zuhause: Das Klima, das war nämlich deutlich wärmer als zuhause im kalten Norden. Vor allem gegen Abend war das zu bemerken, wenn die Hitze des Tages einer angenehmen Wärme gewichen war, die Straßencafés waren dann noch voll und es war Leben in der Stadt.

Da kam bei ihr schon mal die Frage auf: Was ziehe ich an, wenn ich abends nochmal rausgehen will und ein wenig mir die Beine vertreten? Vielleicht kurz mal rein ins Städtchen? Es war nicht weit vom Hotel ins Zentrum, nur ein paar Minuten, ein angenehmer Spaziergang, vorausgesetzt sie hatte keine hohen Schuhe an.

Also was anziehen? Mit dem Business Outfit (Rock und High Heels) rausgehen am Abend? Nein das geht wohl nicht. Also flache Schuhe und Hosen zusammen mit einem Top oder ähnlich? Schon besser. Aber: Sie hatte außer Jeans eigentlich keine vernünftigen Freizeithosen dabei. Sie lebte ja quasi aus dem Koffer. Also logo, lass uns kurz mal Einkaufen gehen. Neue Freizeithosen mussten her.

Sie ist kurz entschlossen: Sie würde bei Delphine zuhause anrufen, vielleicht kommt sie ja mit:

"Hättest du Lust, heute Abend ein wenig mitzukommen zum shoppen? Ich brauche eine neue Hose. Eine Freizeithose."

Delphine brauchte nicht lange, um sich zu entscheiden.

"Ja klar, ich bin dabei. Hatte sowieso nicht Gescheites vor heute Abend"

"Prima, Sehen wir uns in einer halben Stunde bei mir?"

"Klar, ich hole dich ab. Fahren wir zum Croix Sud?"

"Prima, ciao, machen wir. Croix Sud ist gut. Also bis bald, à bientot"

Es gab da dieses Einkaufszentrum im Süden der Stade Narbonne mit dem Namen Croix Sud (Südkreuz), wo alles konzentriert auf einem Fleck zu finden war, all diese großflächigen Konsumtempel, Kaufhäuser wie Carrefour, Intermarché, C&A, GEMO. Dann all diese Schuhgeschäfte für SB und dazwischen eine Menge dieser kleinen Modeboutiquen. Dazu jede Menge an Restaurants, Burger King, Mc Donalds (die Franzosen sagten "Magge Donalde" dazu), Steakhäuser, so etwas in der Art, man kennt das ja.

Delphine fuhr zunächst in eine Tankstelle rein, sie musste noch kurz tanken. Ringsum alles voller Konsumtempel, Autohäuser, Elektromärkte, Möbelhäuser mit riesenhafter Neonreklame, Bricomarché, Autowaschstraßen, Baumärkte, dann bogen sie auf den Parkplatz von Carrefour ein, der um diese abendliche Stunde schon weitestgehend leer war. Es begann schon dunkel zu werden, aber die Läden haben hier im Süden bis 21.00 Uhr auf, also würden die Zwei schon noch etwas Zeit haben für ihr Shopping. Sie steuerten auf GEMO zu, der hatte unglaublich viele Schuhe und Textilien aber kaum Verkäufer, diese riesigen Selbstbedienungshallen gibt es hier in der Region überall. Personal findet man nur vorne an der Kasse, am Ausgang. Valerie blieb wieder gleich mal bei den Schuhen hängen, aber Delphine war das recht, auch sie hatte gleich ein Paar neue Treter an den Füßen. Reinschlüpfen und wohlfühlen, so sollte es sein.

Nein, der nicht, der drückt da vorne, kuck mal, ich habe einen etwas breiteren Fuß als du, der ist doch viel zu spitz, zu schmal. Nimm doch den da, oder vielleicht den offenen? Ach sind die alle schön... Hunderte von Schuhen waren da auf ihren Kartons präsentiert. Valerie suchte zielgerichtet nach Größe 40 oder 41. Bei geschlossenen Schuhen sollte es in der Regel schon eine 41er Größe sein, aber bei offenen Sandaletten begann sie immer bei 40, der kleineren Größe, die passte meistens besser. Und je nachdem, ob ihr ein Schuh vom Aussehen gefiel oder nicht, schlüpfte sie kurz rein und wusste sofort: Der ist es, oder der ist es nicht.

Reinschlüpfen und wohlfühlen, das war das Kriterium, nachdem alles andere sich zu richten hatte. Aber Priorität eins war natürlich immer: Wie sieht der aus? Auf diese Weise probierten die beiden praktisch das halbe Angebot durch. Was nicht ungewöhnlich ist, denn praktisch alle Frauen machen das dort so, in diesen SB-Schuhläden. Also sieht man dort die Frauen immer entweder mit Strümpfen herumgehen, die Handtasche umgehängt und in der linken Hand einen neuen Schuh, rechts einen anderen Schuh oder einen Schuhkarton. Und die eigenen Schuhe, mit denen man hereingekommen ist, stehen irgendwo im Eck herum. Oder Frau trägt links einen High Heel mit 10 cm Absatz, rechts ist sie gerade barfuß, das sieht dann so aus als hinke sie leicht.

Bald war vergessen, weshalb man hergekommen war, dass Valerie ja eigentlich eine Freizeithose kaufen wollte. Zu verführerisch waren all diese wunderschönen Schuhe, wirklich eine riesige und auch optisch schön präsentierte Auswahl. Oft waren die beiden Kolleginnen im Zwiespalt ob sie den praktischen Alltagsschuh anprobieren sollten oder diese todschicken und attraktiven High Heels, die so verlockend dort auf dem Regal präsentiert waren. So schön, so geil, so sündig, Zehn Zentimeter, zwölf Zentimeter Absatz, oft noch eine Plateausohle.

"Mon dieu... sind die schön. Aber wir sind doch keine 18 Jahre mehr"

"Ja, wie recht du hast" antwortete Valerie der Freundin und fügte insgeheim dazu:

"Und 55 Kilo wiegen wir auch nicht mehr"

Was für beide Frauen stimmte, den Valerie war mit ihren 33 Jahren und 1,73m Größe nicht eben klein, und genau wie Delphine waren für sie diese Modelmaße etwas, von dem sie vielleicht gedanklich noch manchmal träumte, aber in der Realität war an Modelmaße und Kleidergröße 36 natürlich nicht mehr zu denken.

Schuhe mit 12 cm Absätzen oder höher? Ja, vielleicht zum Sitzen. Und Konfektionsgröße Euro 36 oder 38? Gut, die 38er ginge vielleicht gerade noch am Po, aber obenherum hatte sie bei Gott inzwischen die 40er Größe erreicht also wäre 38 eindeutig zu eng. Vielleicht noch bei weiten Schnitten oder bei diesen elastischen Textilien, o.k. Aber was soll's. Valerie seufzte und schaute Delphine fragend an. Aber Delphine ging es genauso. Sie stellten die High Heels zurück ins Regal.

"Désolée mesdames mais on fermera dans cinq minutes"

rauschte eine Angestellte des Geschäfts an ihnen vorbei und verkündete damit, es sei bald Ladenschluss. Also wurde die Frage, ob es wohl besser schöne oder doch lieber tragbare Schuhe werden sollten, erst mal wieder zurückgestellt. Leider gehen beide Eigenschaften selten zusammen, gerade bei Schuhen. Träume müssen der Realität weichen, leider ist das so.



Soviel für heute.

Schöne Träume und liebe Grüße wünscht

Valerie :()b

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