Valeries Welt
Valeries Welt - # 51

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Maria T
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Re: Valeries Welt

Post 751 im Thema

Beitrag von Maria T »

Hallo Valerie,
Das ging schnell.
Danke für die Zusammenfassung.
Dunkel kann ich mich noch an den Skandal erinnern.
Das happy end war dann von relativ kurzer Dauer aber so ist es manchmal im Leben.
Freu mich auf mehr.
Schönes entspanntes Wochenende wünsche ich.
LG Maria
Einfach ist am schwersten.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 752 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Hallo Mädels,

Das WE steht an, aber bei uns ist Besuch angesagt. Also denke ich, ich werde erst am Montag dazu kommen, das zweite Kapitel zu schreiben. Bitte also nicht ungeduldig werden, unsere kleine Protagonistin Valerie erholt sich immer noch von ihrer zweiten OP, gebt ihr Zeit und lasst die Wunden vernarben.

Liebe Grüße, Valerie :()b
Jeanne
schau
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Re: Valeries Welt

Post 753 im Thema

Beitrag von Jeanne »

Hi Val,
hab mich ma bissjen reingelesen und muss sagen, lest sich ganz gut. Ist auch gut geschrieben.
Was ich aber doch sehr ... Interessant finde ist wie sehr man sich da zum Teil selbst erkennt.
Bin ma gespannt wie es weiter geht, hab ja noch einiges aufzuholen.
MFG
Jeanne
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 754 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Liebe Jeanne, liebe Leserinnen,
ich freue mich über euer Interesse an einer Fortsetzung von Valeries Welt. Dass sich der/die eine in der Figur der Valerie ein Stückchen selbst erkennt, ehrt mich als Schreiber. Zu den Kapiteln, die noch kommen werden: Ich habe mir vorgenommen, so cirka im Wochenturnus ein neues Kapitel zu schreiben, das voraussichtlich um das Wochenende herum online gehen wird. Jedes Kapitel liest sich in cirka 10 bis 15 Minuten. Thematisch stelle ich mir vor, dass Stück für Stück immer mehr die heutige Valerie ins Zentrum des Geschehens rücken wird, das heißt, die Geschichte rückt weg von der Fiktion und immer mehr in Richtung der Realität, d.h. wir beschäftigen uns mehr mit ihrem heutigen Leben als crossdresser in der realen Welt, mit ihren Problemen und Beziehungskisten, mit ihren Gedanken, mit ihren Sehnsüchten und Wünschen, aber auch den Kompromissen, die sie schließen muss, wie wir alle es tun.

Kapitel 2 folgt morgen, Montag

Lieben Gruß, Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 755 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 2: Ein Bruch und ein neuer Anfang.

Valeries Entscheidung, gleich nach Bekanntwerden des Skandals mit den minderwertigen Silikonkissen, sich ihre Implantate, die ihr damals in Böblingen in dieser Schönheitsklinik eingesetzt worden waren, wieder entfernen zu lassen, war ziemlich schnell getroffen worden, vielleicht sogar zu schnell und überhastet. Möglicherweise war sie auch einer spontanen Kurzschluss-Reaktion auf den Leim gegangen, dieser Gedanke schlich sich irgendwann in ihr Gehirn und setzte sich dort fest. So spontan Valerie oft auch war: Jetzt begann sie nachzudenken.

Valerie bedauerte ihre Entscheidung also recht bald. Nicht etwa deshalb, weil es bei der Entfernung der Kissen Komplikationen gegeben hätte, nein, der Arzt hatte gut gearbeitet und sie konnte das Krankenhaus in Perpignan nach der OP recht schnell wieder verlassen. Auch die Narben waren recht schnell wieder verheilt. Nicht aber die unsichtbaren Narben, die psychischen Verletzungen die daraus entstanden waren, die verheilten nicht, sondern blieben ihr erhalten und setzten ihr zu. Sie bemerkte es an Thierrys Verhalten ihr gegenüber. Nicht dass er etwas gesagt hätte, nein, aber sie spürte doch deutlich, wie sein sexuelles Verlangen nach ihr mit der Zeit weniger wurde, und zwar keineswegs deshalb weil er müde und überarbeitet war, und da gab es auch keine andere Frau, das meinte sie mit Sicherheit zu wissen.

Nein, der Punkt war, er fand sie ohne Brüste unattraktiv, er schaute sie nicht mehr an. Er schaute nicht mehr hin, wenn sie sich abends beim gemeinsamen Zubettgehen auszog, und was noch schlimmer war, er schaute dann weg. Deutlich nahm sie wahr, wie da etwas am Wachsen war, was nach Abneigung aussah oder sogar mehr, sie wollte nicht an des Wort denken. Ekelte sie ihn an? War ihr neuer narbiger Körper so schlimm für ihn zu ertragen, dass er sich vor ihr ekelte?
Sei es, wie es sei, auf jeden Fall wurde sein Verlangen nach Sex mit seiner Frau geringer, und schließlich schlief ihr Eheleben ganz ein. Eine ungute Situation, und vor allem hatte Valerie keinerlei Idee und auch keine Handhabe für einen Ausweg oder eine Lösung.

War er eben doch wie alle Männer? Fixiert auf den idealen Frauenkörper mit großen Brüsten und auf schnellen Sex? Nächtelanges Wachliegen und hektisches Nachdenken im Ehebett neben ihm, während er ruhig schlief, brachte sie der Lösung nicht näher, sie wusste nicht, was zu tun war. Sie versuchte ein Gespräch mit ihm in Gang zu bringen, aber er verschloss sich, er antwortete nicht. Ihr Zusammenleben, das so romantisch begonnen hatte, nahm dann recht schnell ein Ende, er verlangte die Scheidung und sie willigte ein, denn die finanziellen Konditionen, die er ihr angeboten hatte, waren großzügig.

Die Scheidung machte Valerie - man muss es so cool und nüchtern sagen - plötzlich zu einer reichen Frau. Man einigte sich ohne Scheidungsrichter, jedoch wurde die Sache notariell genau aufgeschrieben und beglaubigt, demnach war sie jetzt Besitzerin etlicher Grundstücke, die wohl bald zu Bauland umgewidmet würden, das war ihr schon klar, denn wie der aufmerksame Leser weiß, kannte sie ja das regionale Immobiliengeschäft dort unten in der Region Occitanie recht gut. Das Schloss Seriège verblieb in seinem Besitz, aber eigentlich wollte sie dort auch nicht mehr wohnen bleiben, zu sehr erinnerte sie das Gebäude und seine Anlagen an ihren Exmann. Valerie bewohnte für eine Übergangszeit eine kleine Mietwohnung in Narbonne, tagsüber beschäftigte sie sich meistens mit dem lokalen Immobilienmarkt, aber abends ging sie auch aus, ins Kino, ins Theater, aber auch alleine zum Essen ins Restaurant. Man könnte auch sagen, sie weinte Thierry keine Träne nach.

So viel für diese Woche, demnächst weiter hier in diesem Theater

Lieben Gruß, Valerie :()b
Engelchen
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Re: Valeries Welt

Post 756 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Ach wie schön - es geht weiter.
Ganz lieben Dank Valerie - ich werde es wieder genießen es zu lesen.
Liebe Grüße

Lisa
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Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 757 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Für neue Leserinnen und Leser:

Der dritte Teil von Valeries Welt wurde jetzt neu gestartet. es handelt sich um die fiktionale Geschichte eines crossdressers, der das Leben als Frau kennenlernen will und dieses dann später zum Teil auch auskostet. Zum besseren Verständnis der Geschichte ist der eine oder andere Rückblick auf Teil 1 und 2 eventuell sinnvoll. Leserkommentare sind immer willkommen und werden von mir beantwortet.

Lieben Gruß, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 758 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 3: Es ist gar nicht so einfach, in Frankreich Grund zu erwerben, selbst wenn er geschenkt wird.

Valerie war nach Ihrer Trennung, die ja keine Scheidung war, weil sie, wir erinnern uns, juristisch vorher ja keine standesamtliche Ehe mit Thierry eingegangen war, nun also wieder solo. Die Trennung im gegenseitigen Einvernehmen war ihr außerordentlich versüßt worden durch Thierrys wirklich generöse Haltung ihr gegenüber, denn er hatte ihr einige Hundert Quadratmeter seines Landes als Schenkung überlassen. Genauer betrachtet handelte es sich um ein langes aber ungünstig geschnittenes Weinfeld, denn es schlängelte sich entlang des Kanals und reichte bis fast zu den ersten Häusern des Dorfs. Ein Zipfel Landes, der den Schlosswinzern von Seriège seit Alters her immer wieder Kopfzerbrechen gemacht hatte, und auch für den modernen Weinbau war das Gebiet wegen seiner Lage im Grunde ungünstig, denn das Land war dort für die großen Traktoren und Erntemaschinen nur schwer zu bearbeiten.

Valerie war jetzt also ab jetzt eine Grundbesitzerin, das heißt, ihr Name sollte im Grundbuch der Präfektur eingetragen werden, denn auch dort unten in Südfrankreich gibt es Liegenschaftsämter, und wenn ein Stückchen Land den Besitzer wechselt, dann ist das eine sehr genaue und umständliche Prozedur, es werden alle verfügbaren Dokumente und Papiere überprüft, und zwar die des Schenkers und auch die des Beschenkten, und auch in Frankreich nimmt man solche Sachen sehr genau und kann es lange dauern, bis so eine Besitzumschreibung sozusagen amtlich wird. Die Sache wird noch komplexer, wenn der Schenkende Franzose und der/die Beschenkte Deutscher/Deutsche ist. Völlige Verwirrung aber trat ein, als Valeries Personaldokumente auf den Tisch gelegt wurden.

In Valeries Fall waren es ihre Ausweisdokumente, die im Liegenschaftsamt Stirnrunzeln erzeugten, denn diese lauteten noch auf ihren alten Vornamen, und der war männlich, wie wir alle wissen (aus dem ersten Teil der Geschichte).

"Ich entnehme den Papieren, dass es sich um eine Schenkung an ihre Person handelt", sagte der Beamte.

"Oui bien sur, il s'agit d'une donation en faveur de moi-meme"
(Ja, es handelt sich um eine Schenkung für mich selbst") antwortete Valerie.

"Für meine Person", setzte sie noch hinzu, wusste aber gleich, dass damit die Sache noch nicht beendet war. Da würde noch mehr kommen, Noch mehr Fragen. Eigentlich war die große Verwirrung bereits eingetreten. Wer war der Mensch, dem dort ein Stückchen Weinberg geschenkt wurde?

"Mais dites-donc... Est-ce-que c'est vous... Monsieur,,, Madame..." (aber sagen Sie mal... sind das Sie selbst? Sind Sie der Herr... oder die Frau...") fuhr der Beamte fort, und war offensichtlich total irritiert, denn er machte große Augen und buchstabierte langsam den Vornamen, der in ihrem Pass eingetragen war. Offenbar stand dort kein Frauenname drin. Aber vor ihm stand eine gepflegte, elegant gekleidete junge Frau, brünettes Haar, dezenter Lippenstift, gekleidet mit einem dunkelblauen Blazer, engen grauen Rock und dazu high Heels, mit mindestens 10 cm hohen Absätzen. Alles, bloß nicht alltäglich. Männer tragen normalerweise keinen Lippenstift und auch nicht solche Schuhe. Also bitte, für wen sollte er die Schenkung in sein Register eintragen?

Valerie atmete zweimal, dreimal tief durch, und suchte nach Worten, fand diese aber nicht, was eigentlich nicht oft vorkommt bei ihr. Es war wieder einmal so weit, ihre Identität stand zur Frage, und weil es so unerwartet kam, fühlte sie sich, als sei sie gegen die Wand gelaufen. Wieder die alter Leier, wieder das alte ungelöste Problem. Wer war sie? Wirre Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Was sollte sie antworten? Dass die elegante Frau, die dort im Büro der Präfektur stand, "eigentlich" ein Mann war?

War sie ein Mann? Alles in ihr sträubte sich gegen die Frage. Eine Zumutung, so etwas in Frage zu stellen. Sie fühlte sich wie eine Frau, sie besaß ein weibliches Lebensgefühl und eine weibliche Identität, aber leider keinen weiblichen Identitätsausweis. Und damit war leider die Sache nicht amtlich. Sie verdrehte die Augen. Wie lange lebte sie jetzt eigentlich schon als Frau?

Wer den ersten und zweiten Teil der Geschichte gelesen hat, weiß, dass Valerie seit mindestens 7 bis 8 Jahren dauerhaft in Frauenkleidern steckte, sie hatte in Deutschland und in Frankreich als Frau gelebt und gearbeitet, sie hatte sich künstliche Brüste aus Silikon implantieren lassen, diese mehrere Jahre getragen und sie erst wieder entfernen lassen, als der Skandal mit den schadhaften Silikon-Implantaten aufgeflogen war... all das und noch viel mehr schoss ihr durch den Kopf. Sie war völlig verwirrt, mindestens so verwirrt wie der Beamte, der vor ihr saß.

Der bat sie schließlich um Entschuldigung und verließ das Zimmer, um kurz darauf mit seinem Chef wiederzukommen. Auch dieser betrachtete Valerie eindringlich, konnte aber nichts entdecken, was ihm weiterhalf. Schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss: Die Behörde würde die Schenkung auf den Namen eintragen, der in Valeries amtlichen Personaldokumenten drinstand, nicht mehr und nicht weniger.

"Alles andere erledigen Sie dann auf dem deutschen oder französischen Standesamt...oder wo auch immer"...setzte der Chef noch hinzu, womit für ihn die Sache erledigt war. Auf diese Weise wurde Valerie zur Grundbesitzerin, genauer zur Besitzerin eines Streifen Landes entlang einem kleinen Gewässer, mittendrin in den großen Weinfeldern der Occitanie, aber zur Zeit völlig ungenutzt und verwildert.

Soviel für heute.

Fortsetzung heute in einer Woche, hier in diesem Theater.

Lieben Gruß, Valerie :()b
uferlos
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Re: Valeries Welt

Post 759 im Thema

Beitrag von uferlos »

Liebe Valerie,

hab vielen Dank für die Fortsetzung, die Raum für Spekulationen lässt. Wird Valerie ihre Papiere mit allen Konsequenzen anpassen lassen?
So ein jahrelanges Leben als Frau mit männlichen Papieren erfordert entweder ein dickes Fell oder sehr wenig Kontakt mit amtlichen Stellen wie es wohl bis jetzt zumindest in deiner Geschichte möglich war.
In meinem praktischen Leben sah es anders aus.

LG, die Marit
Nichts ist für immer.
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 760 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

uferlos hat geschrieben: So 28. Nov 2021, 10:21
... wird Valerie ihre Papiere mit allen Konsequenzen anpassen lassen?
So ein jahrelanges Leben als Frau mit männlichen Papieren erfordert entweder ein dickes Fell oder sehr wenig Kontakt mit amtlichen Stellen...

LG, die Marit
Liebe Marit,
natürlich hast du Recht. Das Thema "Papiere" sind für jeden crossdresser ein neuralgischer Punkt, um nicht zu sagen, DER neuralgische Punkt, wo es wehtut und sozusagen die Karten auf den Tisch müssen.

Ich möchte dazu zweierlei sagen: Erstens ist Valeries Welt eine fiktionale Geschichte, kein Tatsachenreport, und deshalb können solche kritischen Punkte auch mal umschifft werden. Ich persönlich bin (ähnlich wie meine Protagonistin) mentalitätsmäßig nicht so gestrickt, dass ich solche realen Schwierigkeiten immer frontal angehe um sie in meinem Sinne zu lösen, ich bin also kein politisch aktiver Mensch, meine Valerie-Figur ist genauso .

Andererseits muss man auch sehen, dass Valerie im ersten Teil der Geschichte einen sehr toleranten und liberalen Chef hatte, der ihr die anfänglichen CD-Eskapaden nachsah, solange die Arbeitsleistung stimmte. An Papiere hat damals keiner gedacht. Als die dann im zweiten Teil nach Frankreich ging, bewegte sie sich eine Zeitlang als freelancer in einer Art "Subkultur", später wurde sie dann auch von mächtigen Freunden protegiert, wenn's mal kritisch wurde, so ähnlich läuft das im realen Leben auch recht oft.

Aber nochmals, du hast Recht, sie kam eigentlich noch nie in die Situation, einem Verkehrspolizisten ihren Führerschein zeigen zu müssen. Vielleicht bringst du mich damit auf eine Idee.

Lieben Gruß, Valerie
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 761 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Kapitel 4. Warum heißt es eigentlich Kleidergrößen?

Dumme Frage, die Antwort ist doch eindeutig: Weil sie im Lauf der Zeit größer werden.

Wir schreiten jetzt mal ein paar Jahre vorwärts in der Zeit. Und zwar mit sehr großen Schritten. Nichts bleibt, wie es ist. Nur Valerie fällt aus der Reihe, in ihrem Leben blieb sozusagen kein Stein auf dem anderen, und sie ist immer noch allein. Allerdings ist sie nicht geschieden, sie ist wieder alleinstehend, so nennt man das wohl, wenn man nach vielen Jahren des Zusammenlebens mit einem Mann plötzlich feststellt, er war doch nicht der Richtige, aber du dumme Kuh hast vergessen, ihn zu heiraten oder sonst irgendwie vorzusorgen für schlechtere Zeiten.

Die Jahre mit Thierry, dort unten auf dem Traumschloss im Süden, die waren so schnell verflogen.

Valerie drückte diese Gedanken weg.

Sie lebte jetzt zur Miete in Narbonne, das ist diese Kreisstadt in der Region Occitanie, wo sie vor der Zeit mit Thierry schon dieses Immobilien-Büro hatte, das sie dann aber aufgab, nachdem sie zu ihm nach Seriège gezogen war. Natürlich hat sie dort in Narbonne noch Freunde und viele alte Verbindungen.

Sie ist jetzt nicht mehr 35, nein sie ist eingetreten in den Club der 40er, und dieses Vierziger-Zahl betrifft nicht nur ihr Lebensalter, sondern auch ihre Kleidergröße. Wie schön war‘s doch noch, als sie noch 38 tragen konnte, obwohl… schon damals kannte sie das Gefühl, dass es bei Kleidern und eng geschnittenen Oberteilen knapp und eng wird unter dem Arm… Also achtunddreißig, das war einmal, vergangen, vergessen, vorbei.

Und auch bei 40 und 42 hat sie sich nicht sehr lange aufgehalten, und was soll man sagen, gerade ist sie dabei, die 44 hinter sich zu lassen und auf die 46 zuzugehen. Ist Valerie ein Frustfresser? Tröstet sie sich mit leckerem Essen über manche Enttäuschungen des Alltags hinweg? Jeder mag sich seinen Teil dazu denken, ich verurteile sie nicht.

Man muß auch wissen, dass es natürlich hervorragende Restaurants dort unten gibt, wo sie jetzt ihren Lebensmittelpunkt aufgeschlagen hat. Leben wie Gott in Frankreich… Von den berühmten Weinen, Likören, Apéritifs, und den Desserts der Region einmal ganz zu schweigen. Von daher war es fast vorhersehbar, dass ihre Wäschegröße, zum Beispiel für BHs, im gleichen Zeitraum von 85 schnell auf 90 und 95 stieg, und schwupps hatte sie die 100 überschritten fast ohne es zu merken, es ist ja auch schwierig, hier noch die Übersicht zu behalten, bei den ganzen modernen Synthetik-Wäscheteilen, die sind ja sooo elastisch heutzutage.…

Jedenfalls füllte sie obenrum schon recht schnell ein B-Körbchen aus, auch früher schon. Natürlich waren das damals inside-Silis gewesen, also implantierte Silikonkissen. (Ihr erinnert euch an die Schönheitsklinik in Böblingen?) Aber selbst nachdem sie diese Implantate später hatte wieder entfernen lassen (nach dem Skandal) und nach der Trennung von Thierry nahm sie oben herum ständig zu, Valeries Oberweite wuchs, logo dass sie dann irgendwann wieder auf den Gedanken kam, wieder auf Silikonbrüste zurückzugreifen, um ihre geliebte weibliche Silhouette zu erhalten. Das waren dann recht schnell wieder B- und C-Größen, die sie in ihre BHs einlegte. Bitte nicht erschrecken, wenn ich jetzt Valeries aktuelle BH-Größe nenne: 115 C (bei soften Körbchen) oder 115 B (bei festeren, also den gemoldeten Schalen, wie man sie z.B. unter dem T-shirt trägt). Nicht vergessen, in Deutschland wäre das 100b oder 100c, die französischen Hersteller rechnen da immer 15 zur Oberweite dazu.

Hundert, das ist ihr jetziges Ubru-Maß. Geht aber auch schon wieder auf 105 zu, nichts bleibt wie es war.

Das gute Leben hinterlässt Spuren, warum sollte es bei ihr anders sein? Nun ist es nicht so, dass sie sich und ihren Körper vernachlässigte, nein, sie hing nicht vor dem Fernseher herum, sie verkam nicht zur couch potato, sie betrieb dagegen immer noch Sport, sie joggte jeden Sonntagmorgen am Canal du Midi entlang, und ebenso klar ist, dass sie nach wie vor viel Geld für elegante Kleidung ausgab. Ebenso ihr Aufwand für Körperpflege und Kosmetik, der war nicht klein. Aber darüber zu schreiben, wäre ein eigenes Kapitel wert.

Ein regelmäßiges Einkommen aus fester Anstellung hatte sie nicht. Jahrelang hatte sie sich mit verschiedenen Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten, später machte sie dann wieder häufiger als Freelancer im Immobilien-Business mit, hier kannte sie sich aus und hier kannte sie auch einige Leute, also stellte sich der finanzielle Erfolg wieder ein. Obwohl… Erfolg ist als Begriff vielleicht zu hoch gegriffen. Mal konnte sie etwas verkaufen oder vermitteln, dann lebte sie wieder eine Zeitlang von ihrer 15-prozentigen Vermittlerprovision, dann aber folgten wieder längere Phasen, wo kaum etwas lief… Valerie lebte wieder, wie zu ihrer Anfangszeit in Narbonne, das Leben einer Freiberuflern, nennen wir sie freelancer, das klingt abenteuerlicher, und ein Abenteuer war ihr Leben dann auch geworden, da muss man sich keiner Illusion hingeben. Die Zeit nach Thierry war mindestens so abenteuerlich, wie es die Zeiten vorher gewesen waren.

Nun wissen wir, dass sie Grundbesitz besaß. Kann man Grundbesitzer sein, ohne irgendein Einkommen zu haben? Man kann. Valerie lebte ein seltsames Leben. Theoretisch war sie eigentlich eine Millionärin, denn sie besaß über tausend Ar an Land, das war alles auf ihren realen Namen im Bodenregister der Präfektur in Béziers eingetragen. Nur…Landbesitz allein bedeutet kein regelmäßiges Einkommen auf dem Konto. Praktisch hatte sie ihr Girokonto bei der Bank ständig überzogen. Was war zu tun? Totes Kapital muss man irgendwie aktivieren. Valerie entschloss sich, einen ihre Freunde nach dem Verkaufswert ihres Grundstücks zu befragen.

Soviel für heute.
Eure Kommentare, Gedanken, Ideen werden aus dem Forum werden gerne gelesen.
Das 5. Kapitel kommt bald in diesem Theater, voraussichtlich nach Nikolaus.

Liebe Grüße, Valerie :()b
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 762 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

upps, da ist was schiefgelaufen!
Das 4. Kapitel ist zu früh rausgegangen, es sollte erst zum 4. Dezember erscheinen.

Valerie
Elizabeth
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Re: Valeries Welt

Post 763 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Schiet! - mir kommt einiges leider bekannt vor:
mit 30 hat mir Größe 42 gepaßt, heute leider nicht mehr
Immobilie: wenn frau keine hat, kriegt sie problemlos ALG2..., "abschneiden" kann frau leider nix davon!

..(Früh)-Rente ist zum Glück jetzt durch, wenn auch unter Pfändungsgrenze: Jammern auf hohem Niveau - andern geht's schlechter!

LG Elly
Ein Leben ohne Möps(chen) ist möglich, aber sinnlos. (frei nach Loriot)
Valerie Bellegarde
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Re: Valeries Welt

Post 764 im Thema

Beitrag von Valerie Bellegarde »

Elizabeth hat geschrieben: Mo 29. Nov 2021, 21:11 Schiet! - mir kommt einiges leider bekannt vor:
mit 30 hat mir Größe 42 gepaßt, heute leider nicht mehr

LG Elly
Hi Elly, mach dir mal keine Gedanken, 42 passt mir auch nicht mehr.

Lieben Gruß, Valerie )))(:
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Re: Valeries Welt

Post 765 im Thema

Beitrag von uferlos »

Valerie Bellegarde hat geschrieben: Di 30. Nov 2021, 09:08 42 passt mir auch nicht mehr.
Hallo Valerie,

da hätte ich mir schon einen positiveren Fortgang der Geschichte gewünscht, denn ich habe zudem den Eindruck, dass die Modehersteller gleiche Größen sukzessive weiter machen.
Doch wenn das die Realität ist... Bei mir gab es heute statt Rotwein gleich nur noch Wasser, sicher ist sicher ;-)

Egal, ich freue mich schon auf den nächsten Teil, egal ob Montag oder Freitag :-) Immerhin lässt ja das Grundstück Raum für finanzielle Fantasien.

Danke und mach's gut!
Marit
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