Silke auf dem Weg
Silke auf dem Weg - # 4

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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ChristinaF
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Re: Silke auf dem Weg

Post 46 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mi 30. Mai 2018, 16:26

Ist doch schön, wie du dich entwickelst. Nur irgendwann müsste auch die Nachbarschaft über deinen Weg informiert werden. Meistens genügt ja schon ein kleines Aufklärungsgespräch und evtl. Gerüchte über dich verpuffen dann von vornherein.
LG Christina

Silke61
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Re: Silke auf dem Weg

Post 47 im Thema

Beitrag von Silke61 » Mi 30. Mai 2018, 21:46

Hallo Christina,

mit den Nachbarn sehe ich die Sache eigentlich ganz entspannt. Ich sehe mich da nicht in einem Erklärungs- oder gar Rechtfertigungszwang. Wer Fragen hat, soll fragen. Ich werde dann hoffentlich gute Worte finden.
Ich wünsche mir eigentlich eine Normalität, in der ich einen Rock nicht mehr erklären muß als sonst ein Kleidungsstück. Ich kann bisher nicht wirklich beurteilen, wie normal ich im Rock oder erst einmal in der sehr dezent-eindeutigen Kleidung wirke. Genau das möchte ich ja (unter anderem) herausbekommen.
Sollten doch reihenweise Kinnladen runterfallen, werde ich vermutlich ein paar Worte der Erklärung sagen, hoffe aber, daß das nicht nötig ist und ich einfach so akzeptiert werde.

Leider ist es heute mit dem Ausgehen nichts geworden. Wir sind aber fest entschlossen, das an einem der nächsten Tage nachzuholen. Ich war bisher noch nie in Rock oder Kleid vor der Tür, bin wirklich gespannt, wie das wird und freue mich schon sehr darauf.

Grüße
Silke

Silke61
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Re: Silke auf dem Weg

Post 48 im Thema

Beitrag von Silke61 » Fr 1. Jun 2018, 16:55

Gestern war ich dann tatsächlich das erste mal so richig eindeutig als Frau unterwegs. Nicht mehr nur T-Shirt, Hose oder Jacke, sondern das volle Programm: Kleid, Perücke, etwas Schminke (so gut ich es denn hinbekomme), Sandalen mit deutlichem Absatz (aber keine High Heels), einen kompletten Satz Schmuck (Kette, Armband, Ring, Ohrringe) und Handtasche.

Meine Frau meinte nur: "Hübsch"

Die ersten Momente waren durchaus noch etwas nervös, aber nur weil wir (meine Frau hat da mehr Bedenken als ich) nicht unbedingt Nachbarn begegnen wollten. So habe ich zusätzlich auf den ersten Metern, bis wir in sicherer Entfernung waren, eine Sonnenbrille aufgesetzt. Erst an der U-Bahn dann auf meine normale Brille gewechselt. Jetzt konnte ich auch selbst die Gesichter der Leute gut genug erkennen, um eine evtl. Reaktion auszumachen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: es gab praktisch keine wahrnehmbaren Reationen. Entweder ich ging wirklich als Frau durch oder sie waren Schlimmeres gewohnt .
So ging es in einen Biergarten, der gut besucht war. Wir fanden einen freien Tisch. Die Bedienung nahm ganz selbstverständlich unsere Bestellung auf. Erst wollte meine Frau für uns beide bestellen wegen meiner tiefen Stimme aber das wollte ich dann auch selbst machen. Immehin hob ich die Stimmlage etwas an, ohne aber wirklich eine Frauenstimme hinzubekommen. Einziges (schwaches) Zeichen, daß die Bedienung wußte, mit wem sie es zu tu hatte war, daß sie uns duzte. In unserem fortgeschrittenen Alter passiert das nicht so häufig.

Bevor wir vom Biergarten aufstanden, um noch etwas spazieren zu gehen, erst noch auf die Toilette, kar, die mit dem "D". Auch dort alles entspannt. Es war ziemlich eng und auch voll. Bei ein paar Jugendlichen meinte ich ein leichtes Stutzen zu spüren, aber keinerlei Aufgeregtheiten. Einzig als ich an der Toilettenfrau vorbei mußte, war es mir unangenehm, daß ich kein Geld dabei hatte (keine Hosentasche, Handtasche bei meiner Frau gelassen) aber auch das war kein Problem.
Was mir bei diesem meinem ersten Besuch einer Damentoilette besonders aufgefallen ist, war das ständige Geschnattere. Frauen scheinen den Toilettengang wirklich mehr als "sozialen Event" zu erleben als Männer.

Wie schon erwähnt haben wir anschließend bei sonnigem Wetter noch einen kleinen Spaziergang gemacht und dann ging es auch schon wieder ab nach Hause. Alles wieder ohne besondere Vorkommnisse bis wir kurz vor unserer Haustür waren. Da kam es wie es kommen mußte: Ein Nachbars-Ehepaar verließ gerade das Haus, als wir ankamen. Meine Frau begrüßte sie flüchtig, ich habe mich etwas zur Seite gewandt und da es doch etwas Einfernung zwischen uns gab, könnten Sie mich einfach für eine fremde Frau gehalten haben. Vielleicht auch nicht, ich weiß noch nicht, wie egal mir das im Moment ist.

Grundgefühl bei dem ganzen Ausflug war komischerweise eine fast schon unwirkliche Normalität. Bis auf die kurzen Irritationen vor der Haustür habe ich mich weder aufgeregt noch unsicher gefühlt. Aber auch die starke Ausschüttung an Glückshormonen blieb aus. Es war einfach ein netter Nachmittag/Abend, nichts Besonderes. Dabei war es natürlich schon besonders. Ich war erstmals wirklich als Frau aus dem Haus. Jedenfalls hat mich dieser Mangel an großen Emotionen -- welcher Richtung auch immer -- erstaunt. Nicht daß ich enttäuscht wäre, warum soll es nicht vollkommen normal sein, im Kleid in einen Biergarten zu gehen?

Meine Frau hat auch ein paar Fotos gemacht, vielleicht lade ich davon noch welche hoch, wenn ich sie auf den Rechner übertragen habe.

LG
Silke

p.s.: Eine negative Sache will ich doch noch loswerden. Bei dem warmen Wetter war es mir unter der Perücke wahnsinnig warm. Mir liefen die Schweißperlen nur so vom Rand der Perücke runter in die Stirn und auf die Wangen. Dabei hatte ich schon extra eine Kurzhaarperücke auf. Gibt es dazu irgenwelche Tips, wie man die sommertauglich hin bekommt? Gibt es womöglich spezielle Sommerperücken?

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Re: Silke auf dem Weg

Post 49 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-08-05 » Fr 1. Jun 2018, 18:44

Silke61 hat geschrieben:
Fr 1. Jun 2018, 16:55
Eine negative Sache will ich doch noch loswerden. Bei dem warmen Wetter war es mir unter der Perücke wahnsinnig warm. Mir liefen die Schweißperlen nur so vom Rand der Perücke runter in die Stirn und auf die Wangen. Dabei hatte ich schon extra eine Kurzhaarperücke auf. Gibt es dazu irgenwelche Tips, wie man die sommertauglich hin bekommt? Gibt es womöglich spezielle Sommerperücken?
Ich fürchte bei dem Wetter bleibt einem nichts anderes übrig, als zu schwitzen, ganz gleich was man unternimmt. Noch dazu die Aufregung, die ihr übriges dazutut. Mit ein Grund warum ich meine ersten Ausflüge auf kühlere Tage verlegen werde. Aber sehr mutig von Dir das zu tun, macht mir Mut. (ap)
Ich trage niemals Make-up, alles an mir ist natürlich!

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Re: Silke auf dem Weg

Post 50 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Sa 2. Jun 2018, 17:02

Kati hats ja schon geschrieben. Da gibts leider nichts anderes ausser freu setzt eine Kurzhaarper. auf. Aber mit der Zeit gewöhnst du dich auch daran. Mir gehts ja selbst so. Und spätestens wenn du mehrere Haartrachten hast, kannst du ja wechseln und die getragenen waschen.
LG
Christina

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Re: Silke auf dem Weg

Post 51 im Thema

Beitrag von Silke61 » Sa 2. Jun 2018, 18:10

Euch erst einmal herzlichen Dank für die Rückmeldung zur Perücke. Da kann frau halt nichts machen...

Mittlerweile habe ich auch die Fotos gesichtet, sind leider nicht so toll geworden. Immerhin habe ich aus einem endlich mal einen Avatar gebastelt.

Hier ist es noch einmal in etwas besserer Auflösung:
1339

Und hier noch eins im Biergarten:
1336

chriss
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Re: Silke auf dem Weg

Post 52 im Thema

Beitrag von chriss » Sa 2. Jun 2018, 18:28

Du schreibst sehr authentisch. Es ist sehr gut zu lesen. Berichte ruhig weiter.
Danke dafür
LG Christiane

ChristinaF
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Re: Silke auf dem Weg

Post 53 im Thema

Beitrag von ChristinaF » So 3. Jun 2018, 12:27

Also Silke, verstecken musst du dich bei deinem Aussehen echt nicht. Also raus mit dir, zeig dich der Öffentlichkeit und du wirst staunen, welche Komplimente du deiner Ausstrahlung bekommen wirst.
Ich finde, du schaust klasse aus.
Lg
Christina

Lorelai74
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Re: Silke auf dem Weg

Post 54 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » So 3. Jun 2018, 14:25

Hallo Silke,

Du siehst doch toll aus. Deine Beine .. Hammer
Ich denke die meisten „lesen“ dich als Frau- nur auf den 2ten Oder dritten Blick merken die dann was. Tipp: Adamsapfel kann man versuchen abzuschminken, dann wirkt er weniger..

Toll das deine Frau auch Spaß an Silke hat.
VLG
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

Silke61
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Re: Silke auf dem Weg

Post 55 im Thema

Beitrag von Silke61 » So 3. Jun 2018, 15:00

Herzlichen Dank für Euer Lob! Ja, es waren wirklich nur sehr wenige Leute, die nochmal hingesehen haben. Ich denke allerdings schon, daß mein Gesicht ziemlich eindeutig als männlich zu erkennen ist. Liegt natürlich an meinen kaum vorhandenen Schminkkünsten.
Ich bin in dem Punkt allerdings auch kein Perfektionist, solange ich kein größeres Aufsehen errege, ist es o.k. für mich Ich bin ein eher schüchterner Typ und stehe nicht so gern im Mittelpunkt des Interesses. Alles, was ich möchte ist ja nur mein Eis essen in Klamotten, die ich bei dem Wetter gern anhabe -- und dabei nicht ständig angegafft werden.

Was die Bedeutung des Passing für mich angeht, arbeitet es nach der Erfahrung der letzten Tage gerade mächtig in mir. Ich will sehen, daß ich dazu auch nochmal etwas schreibe, sobald ich für mich selbst mehr Klarheit habe.

Ganz liebe Grüße und nochmals Dank fürs "Mit-gehen"
Silke

Silke61
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Re: Silke auf dem Weg

Post 56 im Thema

Beitrag von Silke61 » Do 25. Okt 2018, 21:01

Nach längerer Zeit will ich Euch mal wieder auf den aktuellen Stand bringen.

Wir, d.h. meine Frau, meine Tochter und ich waren in den Herbstferien im sonnigen Süden (Kanaren) und da sollte sich Silke nicht verstecken müssen.
Problem dabei war, daß ich immer noch nicht mit meiner Tochter gesprochen hatte. Am Tag vor unserer Abreise (der Koffer war schon gepackt) faßte ich mir dann ein Herz.
Ich sprach mit ihr und bereitete sie darauf vor, daß ich vorhatte, im Urlaub mehr als nur die nahezu unisex Kleidungsstücke anzuziehen, die sie schon kannte und fragte, ob das für sie o.k. sei.
Die Reaktion in diesem Gespräch und auch wie ich es im Urlaub selbst erlebt habe, möchte ich hier nicht im Detail wiedergeben, weil das zu sehr ihre Persönlichkeit in die Öffentlichkeit bringen würde, was mir meiner Meinung nach nicht zusteht.
Immerhin kann ich soviel sagen, daß ich sie als sehr vielschichtig erlebt habe, doch mit einem positiven Grundton, der sich für mich sehr gut in ihrem Satz (gegen Ende des Urlaubs) "Ich sehe, daß es Dir gut tut" zeigt. Mir war jedenfalls wichtig, daß der Urlaub ihr auch gut tun sollte, deshalb habe ich sie mehrfach gebeten, mir zu sagen, wenn sie sich mit meiner Erscheinung unwohl fühlt. Ich war entschlossen, mich dann auch zu bremsen.

Allerdings habe ich mich aus den verschiedensten Gründen schon selbst gebremst: keine Perücke, keine Brüste, keine Schminke, nur Kleidung und Schmuck. Ein Grund war schon, meine Tochter nicht gleich zu sehr zu schocken, da ich den Eindruck habe, daß eine allmähliche Gewöhnung an den Papa als Frau ihr leichter fällt. Daneben gab es aber ganz praktische Gründe: die zu erwartende Hitze und die ziemlich knappen Gewichtsvorgaben der Fluggesellschaft für das Gepäck (Silikon wiegt doch einiges und ich wollte noch sooo viel mitnehmen).

Angekommen wurde ich dann doch etwas nervös, als ich mich zur ersten Mahlzeit fertig machte. Ich wollte es langsam angehen lassen und trug ein ziemlich neutrales Oberteil, einen Rock, der bei flüchtiger Betrachtung als Shorts durchgehen konnte und eher dezenten Schmuck (Halskette und Armband) und Sandalen ohne Absatz und Glitzer. Bevor wir losgingen präsentierte ich mich meiner Tochter und fragte: "Nimmst Du mich so mit?" Sie schaute mich schon etwas befremdet an, gab mir aber ihr O.k.
Bei den Leuten, denen wir begegneten, gab es ein paar verwunderte Blicke, aber keine besonderen Reaktionen.

So gingen die schönen Urlaubstage dahin zwischen Strand, Promenade, Bummeln/Shopping und (Straßen-)Restaurantbesuchen. Ich zog mindestens jeden Tag etwas anderes an und hatte meine Freude daran. Meine Frau entschuldigte sich sogar, daß sie es mit der Kleidung etwas lässiger nahm und meine Tochter gewöhnte sich immer mehr an meinen Anblick in Frauen-Kleidung. Gegen Ende des Urlaubs schaute sie sogar gezielt auch danach, was mir wohl stehen würde, wenn wir in Schmuck- oder Kleidungsgeschäften unterwegs waren und empfahl mir das ein oder andere Teil. Klar, daß ich bei so einer Tochter auch nicht Nein sagen konnte, wenn sie für sich selbst eine schöne Bluse o.ä. sah :wink:

Am letzten Tag wollte ich dann unbedingt noch ausprobieren, wovon ich schon lange geträumt habe: in Bikinihose statt Badehose zu baden. Ich habe es genossen, obwohl ich es nicht ganz leicht fand, immer alles bedeckt zu halten, was gemeinhin bedeckt zu halten ist. Es rutschte immer wieder etwas seitlich heraus. Alles nicht wild, aber die Aufmerksamkeit, die die Knappheit des Stoffes an entscheidender Stelle erforderte, fand ich doch störend.

Am letzten Abend saßen wir noch schön zusammen und ich habe beiden noch einmal gesagt, wie dankbar und froh ich bin, daß ich bei Ihnen so viel Akzeptanz dafür finde, ich selbst sein zu können, auch wenn das bedeutet, daß der Mann bzw. Papa plötzlich ganz anders aussieht und damit sicher auch zunächst fremd wird. Aus dem vertrauten Mann wird eine irgendwie fremde und zugleich vertraute Frau. Klar, daß das auch Verwirrung auslöst. Umso schöner, daß meine beiden Frauen sich darauf einlassen und mich in ihrem "Bund die dritte" sein lassen. (meine Worte waren etwas anders und ohne Schiller aber ich denke, ich habe die Stimmung in etwa getroffen).

Soweit erst einmal zu unserem schönen Urlaub. Jedenfalls bin ich wahnsinnig erleichtert, daß ich mich in der Familie nicht mehr verstecken muß. Ich bin allerdings schon gespannt, wie meine Tochter es aufnimmt, wenn sie mich erstmals komplett und klar als Frau sieht. Das ist schon noch ein Schritt mehr, als "nur" Kleidung und Schmuck. Da geht es ja an den Körper selbst, der sich (optisch) verändert. Nach den bisherigen Erfahrungen bin ich optimistisch, sehe aber auch, daß es ihr hilft, wenn ich auch dabei behutsam vorgehe.

LG
Silke

MichelleMarie
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Re: Silke auf dem Weg

Post 57 im Thema

Beitrag von MichelleMarie » Fr 26. Okt 2018, 05:43

Ganz toller Bericht Silke,

ich glaube du hst die besten Strartvoraussetzungen mit deinen Mädels!

Geh langsam aber bestimmt deinen Weg, Rückschläge werden kommen und überlege ruhig dich kosmetisch zu schulen um dein Passing noch mehr hinzubekommen...denke deine Tochter hat deswegen so geguckt weil sie nicht wusste was du nun darstellst. ...., oder?

Liebe Grüße Michelle
"Durch die Leidenschaft lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß."
– Nicolas-Sebastien Chamfort

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Re: Silke auf dem Weg

Post 58 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Fr 26. Okt 2018, 08:43

Hallo Silke,

erstmal Glückwunsch zu Deiner verständnisvollen Frau und zu Deiner Tochter!
Deinen Bericht hab auch ich toll gefunden.
Hab noch etwas zurück geblättert und will zu den Ohrlöchern noch anmerken: Ich hatte dieselben Bedenken, mittlerweile hab ich vier, hat aber ca. 15 Jahre gedauert. Vor besagten ca. 15 Jahren hat sich meine älteste Tochter ein drittes Ohrloch stechen lassen, ich bin mit und bekam bei der Gelegenheit mein erstes. Angesprochen bin ich nur von einem türkischen Kollegen geworden, ob ich jetzt schwul bin, wegen dem Ohrloch. Ich hab ihm geantwortet, genau dafür hab ich mir das wohl machen lassen, um schwul zu werden, damit wars auch erledigt. Im Karneval, natürlich in Köln (wo sonst) trug ich 2 Clips tagelang, und ein Ohr hat sich entzündet, also Zeit für 2. Mit meiner jüngsten Tochter teile ich mir mein zweites. Als meine mittlere Tochter auch nochmal Ohrlöcher wollte, war das die Gelegenheit für mein drittes. Zu meinem Namenstag sagte ich zu meiner Familie, ich lasse mir jetzt als Geschenk nochmals zwei stechen, alle waren dagegen, das ist zuviel für mich, wir einigten uns auf eines. Also hab ich jetzt vier. Bin ganz Stolz, 3 mit meinen Kindern zu "teilen", leider nicht mit meiner Liebsten, die hat zwei und mag nicht mehr.
Und interessiert hat es bis auf den einen Kollegen keinen mehr.
In der Arbeit kannst Du ja statt Ringen etwas unauffälligere Stecker tragen. Ich hatte häufig eine Creole und einen Stecker, als es noch zwei waren.
Wenn Deine Frau schon dahinter steht, ich kanns nur empfehlen, Ohrlöcher zu stechen.

Liebe Grüße
Bea
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Silke61
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Re: Silke auf dem Weg

Post 59 im Thema

Beitrag von Silke61 » Fr 26. Okt 2018, 09:21

Liebe Michelle,
MichelleMarie hat geschrieben:
Fr 26. Okt 2018, 05:43
denke deine Tochter hat deswegen so geguckt weil sie nicht wusste was du nun darstellst. ...., oder?
Ich kann es nicht sicher sagen. Jedenfalls schien ihr die Verwandlung in dem Moment nicht wirklich zu gefallen. Aber wie gesagt, ich habe den Eindruck, sie kann immer besser damit umgehen, je mehr sie Silke erlebt. Daß ich im Kern noch der -- oder jetzt vielleicht auch die -- selbe Papa bin, den sie kennt, eher dezent als schrill. Und was mich besonders beeindruckt hat: Sie sieht, daß es mir gut damit geht und das hilft ihr, selbst damit klar zu kommen und es letztlich sogar positiv zu sehen. Eine sehr reife Art, ihre Gefühle zu verarbeiten.

Was Passing und Schminken angeht, so bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich gern möchte. Ist es einfach meine Ungeschicklichkeit bzw. Bequemlichkeit, daß ich es meist bei Kleidung und Schmuck belasse? Oder will ich gar nicht mehr?
Nur zur Erklärung. Ich habe mittlerweile drei Perücken und keine sitzt wirklich so, daß ich mich rundum damit wohl fühle. Insbesondere im heißen Sommer waren sie alle zu warm. Außerdem hängen mir immer irgendwelche Haare im Gesicht, wo sie sehr stören.
Meine Einlagen halten nicht richtig im BH, obwohl selbstklebend und wenn ich mich nach vorne beuge hängen sie auf halb acht, was nicht gerade ein Gefühl der Sicherheit gibt. Bei den BHs selbst rutschen mir immer noch die Träger, wenn ich sie nicht mit speziellen Quer-Haltern an ihrem Platz fixiere, was aber auch nicht mit jedem Oberteil geht.
Beim Schminken stelle ich mich besonders ungeschickt an, was sich durch Training sicher verbessern läßt. Allerdings liegen meine Augen-Lider (Schlupf-Lider?) so tief, daß ich an sie kaum mit Schminke herankomme. Auch beim Maskara landet mehr an Nase und Wange als auf den Wimpern.
Kurz: Irgendwie klappt das alles noch nicht. Und ich bin mir noch nicht ganz klar, ob das nur ein Zeichen dafür ist, daß es nicht meins ist, oder ob ich einfach besser lernen muß, mit den Widrigkeiten der Verwandlung umzugehen.
Wenn ich mir die Frage anders stelle, "Möchtest Du Deine Erscheinung so ändern, daß Du wirklich eine Frau im Spiegel siehst?", will ich das natürlich. Auch auf der Straße möchte ich natürlich unbemerkt und selbstverständlich als Frau durchgehen. Aber wenn es um die Realisierung geht, bin ich mir nicht mehr so sicher. Schon, weil ich mir gar nicht zutraue, es vor meinen eigenen strengen Augen wirklich gut hinzubekommen.

Wenn ich Dein Profilbild sehe Michelle (Du siehst wirklcih toll aus!), denke ich: Wow, wenn Du es so gut hinbekommen würdest, dann sofort, doch davon bin ich noch weit entfernt.

LG
Silke

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Re: Silke auf dem Weg

Post 60 im Thema

Beitrag von Silke61 » Fr 26. Okt 2018, 09:24

Hallo Bea,

ja, ich bin auch entschlossen, mir jetzt Löcher stechen zu lassen. Bei dem Punkt fragte meine Tochter übrigens auch ganz ungläubig, ob ich mir die stechen lassen wollte. Mein klares "Ja" hat sie aber akzeptiert. Mal schauen, vielleicht in den nächsten Tagen.

LG
Silke

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