Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?
Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang? - # 6

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Ronda_PTL
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 76 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Mo 2. Apr 2018, 05:33

Guten Morgen, Svenja:

Es tut mir so leid, Deine traurigen Zeilen zu lesen. Aber ich kann mich dennoch nur Michi's Worten oben anschließen, dem gibt's wenig hinzuzufügen.
Tatsächlich war es ein großer Liebes- und Vertrauensbeweis, den du ihr erbracht hast. Vielleicht kannst du ihr das mal sagen, dass du so offen wart, weil du sie liebst.

Fühle dich mal in den Arm genommen und ganz lieb gedrückt. (dr)
Von mir auch! (dr)

Kopf hoch, Du wirst am Ende gestärkt aus diesem Outing hervorgehen. (yes)

LG Ronda.
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

"Don't dream it. Be it!" (Rocky Horror Picture Show)

betty
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 77 im Thema

Beitrag von betty » Mo 2. Apr 2018, 12:37

Gestärkt, oder alleine????
Für euch wird es ab jetzt nie wieder so sein, wie es mal war. Grüße an deine Frau, das ist erst der Anfang. Da kann sie das gesamte Ausmaß noch gar nicht begreifen. Ab jetzt steckt sie in einem Alptraum, aus dem sie nicht erwachen wird.

Anne-Mette
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 78 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 2. Apr 2018, 12:59

Guten Tag,
Ihre Angst, es bleibt nicht bei nur Damenkleidung tragen, und die Angst ich werde erkannt und wir müssen von hier weg ziehen, weil sich das ganze Dorf über uns lustig macht, diese beiden Ängste sind so stark, dass ich nicht dagegen ankam.
Ich denke: das sind zwei verschiedene Themen.
Es wird sich zeigen, ob es sich als "mehr als Damenkleidung tragen" entwickelt.

Ich glaube nicht, dass "sich das ganze Dorf lustig macht". Es ist auch kaum zu erwarten, dass der Gegenwind so stark wird, dass ein Umzug notwendig wird.

Nun ist es raus; versucht, das Beste draus zu machen )))(:

Auf solche Äußerungen
Ab jetzt steckt sie in einem Alptraum, aus dem sie nicht erwachen wird.
würde ich nicht viel geben; denn sie sind einfach nur destruktiv, helfen weder Dir noch Deiner Frau, sondern sollen Dir Schuldgefühle vermitteln.

Gruß
Anne-Mette

MichiWell
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 79 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 2. Apr 2018, 13:04

betty hat geschrieben:
Mo 2. Apr 2018, 12:37
Gestärkt, oder alleine????
Für euch wird es ab jetzt nie wieder so sein, wie es mal war. Grüße an deine Frau, das ist erst der Anfang. Da kann sie das gesamte Ausmaß noch gar nicht begreifen. Ab jetzt steckt sie in einem Alptraum, aus dem sie nicht erwachen wird.
Es war so erwartbar, dass du hier aufs Trapez springst.

In einem Punkt hast du sogar Recht. Es war erst der Anfang. - Aber es liegt an jedem Menschen ganz allein, was er/sie daraus macht.

Und dass du in einem Albtraum steckst, dafür bist du ganz allein verantwortlich.

Wenn es dein Wille ist, zu leiden und dich in deinem Leid zu suhlen, dann ist das eben so bei dir. Das bedeutet nicht notwendigerweise, dass es anderen Menschen ebenso ergehen muss.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 80 im Thema

Beitrag von betty » Mo 2. Apr 2018, 13:07

Abwarten michi.
Bist du in einer Beziehung?

betty
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 81 im Thema

Beitrag von betty » Mo 2. Apr 2018, 13:08

Und natürlich springe ich hier an, es ist ein Thema aus dem wahren Leben.

Jaddy
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 82 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mo 2. Apr 2018, 13:12

Zum Thema ob und warum und wann man zu sich stehen sollte habe ich heute einen Beitrag gefunden.
Some tips from a 58 years old, dying trans woman
My insane "work ethic" led me and my family to gain much respect in our comunity. We were considered people who "lived by example"...oh my God, such a hirony.
That's it, my whole life was marked by this two things: work and family.
And, of course, lots of little distractions.
Through the years, I "came to terms" with the fact that I would have never get the chance to be a woman.
6 months ago, after a lifetime of horse - like health, I had a seizure. It came out of nowhere.
I was rushed into the ER, and was told I have brain cancer, the most malignant.
My situation is not great, I could live anywhere from 1 day to 8 months, stats say.
When my oncologist told me about the prognosis, my first though was " I don't want to die as Steve".
I'll never get to have a woman body. I'm on a low dose of E, meds told me it is not safe to stress the body.
I'm here to tell you something: TIME PASSES, LIFE WILL TOO.
I never transitioned for one thing and one thing only: fear.
"I might be too big" "I might end up regretting the whole thing" "I might hurt my family" "I might lose my job"
Holy shit.
I regret every single time I kept myself from going to a psy and talk about my situation. And that's hard to live with, because it was my choice.
I allowed fear to run my life, I lived in the little spot it left me and now I'm a nearly 60 years old sick trans who just came out and could be dead 3 days from now.
I see there are lots of post about people who are scared about transitioning.
Listen to me, you will die. Maybe not today, but sooner or later you'll be left with more "yesterdays" than "tomorrows". And you might already be there without even knowing.
Life can be hard. Life as a trans can be harder.
But there is no way to change that, you can't change the hand you've been dealt. It's up to you to get everything you can out of it!
I know there lots of "but..."s, which are great to postpone what is inevitable, but at the end of your life you will most likely regret every single one of them.
Time passes my friends, time passes. If you think you are young, keep in mind that your 50s will come in an heartbeat.
There are tons of "valid" reasons not to transition, but at the end of your life none of them will help you find peace. That's for sure.
Be aware of this, as you chose to live as someone you are not. You might end up regretting it with no enough time to fix the situation.
Don't you hide yourself behind the "I don't care about dying", in the last months I've met dozens of people who used to think the very same thing and now are scared to death.
I've decided to share my story to give you a different point of wiev. This is real. Regretting is real, aging is real, death is real.
Be aware of this.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 83 im Thema

Beitrag von betty » Mo 2. Apr 2018, 13:16

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

betty
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 84 im Thema

Beitrag von betty » Mo 2. Apr 2018, 13:24

Schuldgefühle, nein. Aber das ihr hier immer wieder schreibt, das ihr nicht wahrgenommen werdet. Nehmt eure rosa Brille ab. Über euch wird gelacht und getuschelt. Es wird über euch und somit auch über eure Familie geredet. Hier im forum seid ihr alle gut aufgehoben, da zeigt keiner mit dem Finger auf euch. Im Gegenteil, ihr Sülzt euch zu mit Komplimenten. Aber die richtige Welt da draußen ist eine andere.

ExuserIn-2018-07-15

Re: Das Outing ging gründlich in die Hose

Post 85 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-07-15 » Mo 2. Apr 2018, 13:26

Hallo Svenja,

obgleich es bei mir nie um Crossdressen, sondern von der ersten Minute an gleich um Transidentität (wenn schon Schublade, dann passt diese möglicherweise noch am besten) ging, kommt mir vieles von dem, was du schreibst, sehr bekannt vor. Nur bin ich schon etwas weiter und meine Frau und ich stehen unmittelbar vor der Trennung, nachdem die gesamte Familie - salopp ausgedrückt - über den Jordan gegangen ist, weil ich nach deren Ansicht nicht leben darf, wie ich bin.
Dass ich seit über einem halben Jahr nur noch als äußere Frau im Alltag und Beruf (vorher war es ausschließlich in der Freizeit) unterwegs bin und dabei auf keinerlei Probleme (abgesehen von den falschen Papieren) stoße, interessiert in der Familie niemanden. Sie erklären alle anderen und mich kurzerhand für total verrückt und das war's. So einfach kann die Welt solcher Menschen sein ...
sbsr hat geschrieben:
So 1. Apr 2018, 23:30
Außerdem hat sie alles, wirklich alles was momentan bei uns nicht so läuft, wie sie das gerne hätte, darauf zurück geführt, dass ich kein richtiger Mann bin. Bis hin, dass ich ihr nie Komplimente mache, ich sie also scheinbar nur als Alibi geheiratet habe. Auch darauf war ich vorbereitet, wusste eine Antwort, aber sie hat sich selbst alles schlecht geredet.
Das kann ich in der Tat unterschreiben! Irgendwie scheint diese Unlogik bei Partnerinnen, die mit CD,TV, TG ... konfrontiert werden, fest verdrahtet zu sein.
Es tut wirklich sehr, sehr weh, wenn einfach alles nachträglich in den Dreck gezogen wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um das Kennenlernen, Urlaub, gemeinsame Projekte, Kindererziehung oder den neun Monate währenden erfolgreichen (!!) Versuch, meine Transidentität im Familienleben zu integrieren, handelt.
Ich kann dich "trösten", dass wenigstens ev. Vorwürfe wegen deines jahrelangen Versteckspiels nachvollziehbar sind. Denn hättest du das nicht getan, würdest du höchstwahrscheinlich trotzdem damit konfrontiert: Ich höre die gleichen Vorwürfe, obwohl ich nie was versteckt habe, weil ich gar nichts von meiner wahren Identität wusste und bzgl. Damenkleidung eine Art Schranke im Kopf hatte. Ich hätte die Frau in mir arglisitg verschwiegen (obwohl seit Kleinkindalter traumatisch verdrängt gem. Psychologen) und sogar das Umkippen meines Hormonhaushalts absichtlich gesteuert (HET begann ich erst danach). Mit so etwas könnte ich in einer "Langzeit-Zaubershow" auftreten.
Nur so viel dazu, mit welchen "Argumenten" derart verletzte und enttäuschte Partnerinnen um sich werfen.

Dafür könnte ich sogar noch eine Art Verständnis haben, weil ich nicht wüsste, inwieweit mein Verstand noch funktionieren würde, falls ich bei ihr mit Trans* überrascht worden wäre. Doch als Nächstes kommt das lapidare Verbot, so zu leben, wie man ist. Und da endet dann bei mir jegliches Verständnis. Erst recht, wenn diese aberwitzige Forderung auch ganz selbstverständlich von den "lieben Verwandten" aufgestellt wird, als gäbe es nichts Natürlicheres, einem Menschen sein Recht auf Selbstbestimmung abzusprechen.
sbsr hat geschrieben:
So 1. Apr 2018, 23:30
Trotzdem muss ich meine Sachen weiterhin verstecken, muss mich trotzdem im Auto Schminken und umziehen, weil sie absolut nichts davon wissen will. Es wird nicht einfacher, sondern nur noch schwieriger, weil ab sofort die ganze Woche vorher und das ganze Wochenende nach einem Stammtischbesuch ein Spießrutenlauf werden wird.
Nö, musst du nicht. Ich behaupte ganz kess das Gegenteil. Ehrlichkeit und Vertrauen sind wichtige Eckpfeiler in jeder Beziehung. Beides hast du durch dein Coming Out bewiesen. Wenn das Ergebnis der Ehrlichkeit deiner Partnerin nicht passt, ist das in erster Linie ihr Problem. Schon hier beginnt der Machtkampf, das Kräftemessen, inwieweit du bereit bist, dich ihren Anordnungen zu fügen. Wie du dich dabei fühlst, weiter zu verheimlichen und unehrlich zu sein, dich obendrein selbst zu verleugnen, spielt - wie so oft in solchen Fällen - keine Rolle.
Ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, wie sehr es die Partnerin nervt, ständig mit der "neuen" Frau konfrontiert zu sein, sei es nun der bloße Anblick der Person, die Schubladen voller Kosmetik und Schminkzeug im Bad, die zurechtgelegten Sachen (besonders BH und Rock) für den nächsten Arbeitstag usw.
Es mag zynisch klingen, aber falls wie bei mir die Trennung bevorsteht, dann können diese Dinge das Vorhaben sehr motivieren und beschleunigen. Denn gerade dann, wenn die Frau keinerlei Eigentum an der Ehewohnung hat, droht das Vorhaben Auszug ein wenig zu schleifen. Bei einem gemeinsamen Hausbau (wie bei euch?) mag das freilich anders aussehen und du solltest dich schon jetzt gründlich mit dem Scheidungsrecht in Bezug auf Nutzungsvergütung, Wohnungszuweisung und Kinder beschäftigen, insoweit ihr verheiratet seid ...
sbsr hat geschrieben:
So 1. Apr 2018, 23:30
Ihre Angst, es bleibt nicht bei nur Damenkleidung tragen, und die Angst ich werde erkannt und wir müssen von hier weg ziehen, weil sich das ganze Dorf über uns lustig macht, diese beiden Ängste sind so stark, dass ich nicht dagegen ankam.
Das "Fremdschämen" ist ein sehr komplexes Thema, das im Forum schon anderswo ausführlich diskutiert wurde.
Trauriger Fakt bei der Sache ist, dass es deiner Partnerin, die dich immerhin liebt (?), ausschließlich wichtig ist, dass andere - namentlich die gar gottesfürchtige, allwissende Dorfbevölkerung mit ihren stinkenden Leichen im Keller - zufrieden gestellt werden, egal, wie es dir dabei geht. Dass man als Familie, die sich liebt, auch zusammenstehen und schwierige Situationen gemeinsam lösen kann, wird noch nicht mal als Option gesehen!
Werden vielleicht irgendwann deine Überreste von den Gleisen gekratzt, kommt die abgedroschene, von scheinheiligem Kopfschütteln begleitete Frage: "Wie konnte das nur passieren?"
sbsr hat geschrieben:
So 1. Apr 2018, 23:30
Am liebsten würde ich alles in die Tonne werfen und sagen, sieh her, Du bist mir wichtiger als die Klamotten. Aber dann gehe ich kaputt, zu viel hat die Frau in mir begonnen zu leben. So weit hätte es nie kommen dürfen.
Dieses Mal scheint es ganz anders zu sein als mit Latex und Gummi - oder?
Damit dürfte das Vorhaben Mülltonne nicht in Betracht kommen. Du kannst dich schließlich schlecht selbst hineinwerfen.

Meine Frau beschäftigte sich anfangs sehr intensiv mit dem Thema Transidentität, las im Internet, sah Reportagen und sprach mit ihren engsten Freundinnen. Es gab eine Zeit, in der sie zugab, dass solche Menschen tatsächlich keine Wahl haben, dass sie sich diese Sache keinesfalls ausgesucht hätten und schlichtweg ihr Überleben davon abhing. Aber all das ist Vergangenheit. Sie blockt jede Info ab. Wenn die Freundinnen damals meinten, "was denn nun so schlimm daran wäre", kotzt es sie nur noch maßlos an. Jede halbwegs neutrale oder gar fürsprechende Information wird komplett ignoriert.
Ich schreibe das nur, um dir die minimalen Erfolgsaussichten darzustellen, falls du vorhaben solltest, deine Partnerin umfangreicher an das Thema Trans* heranzuführen. Aber so wie du es schilderst, wird sie es sich vermutlich ebenso verbitten, wie überhaupt künftig jemals mit deiner "Sache" konfrontiert zu werden.

Die Entscheidung musst du selbst und nicht deine Partnerin treffen.
Insoweit hatte ich Glück, denn mich hat es quasi überrollt, ohne die Chance, jemals in der Lage gewesen zu sein, eine Wahl zu haben. Der (Über-)Lebenswille hatte sich innerhalb kürzester Zeit durchgesetzt.

LG
Semele (na)
Zuletzt geändert von ExuserIn-2018-07-15 am Mo 2. Apr 2018, 13:36, insgesamt 1-mal geändert.

MichiWell
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 86 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 2. Apr 2018, 13:27

betty hat geschrieben:
Mo 2. Apr 2018, 13:07
Abwarten michi.
Bist du in einer Beziehung?
Ich hatte 2 Beziehungen, bei denen ich von Anfang an gesagt habe was Sache ist. Und es war immer akzeptiert, sonst wäre ich diese nicht eingegangen. Und ich werde das auch immer wieder so machen.

Dass es Menschen wie dich gibt, die ein so fremdbestimmtes Leben mit so wenig Selbstwertgefühl leben, dass sie dies auch noch kompromisslos ihrem Partner aufzwingen müssen, ist zwar sehr bedauerlich. Aber daran kann ich nichts ändern.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 87 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 2. Apr 2018, 13:35

betty hat geschrieben:
Mo 2. Apr 2018, 13:16
Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)
Prima, dass du den Spruch in meiner Signatur zur Kenntnis genommen hast. Ich lege gerne den Finger in Wunde, bei vollem Bewusstsein, dass es auch die meine sein könnte.

Mal sehen, wann dir dein Hass endlich bewusst wird. :wink:

Bis dahin solltest du besser davon Abstand nehmen, andere Threads für dessen Kultivierung zu okkupieren. :idea:
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 88 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 2. Apr 2018, 14:15

betty hat geschrieben:
Mo 2. Apr 2018, 12:37
Gestärkt, oder alleine????
Für euch wird es ab jetzt nie wieder so sein, wie es mal war. Grüße an deine Frau, das ist erst der Anfang. Da kann sie das gesamte Ausmaß noch gar nicht begreifen. Ab jetzt steckt sie in einem Alptraum, aus dem sie nicht erwachen wird.
Betty, ich verstehe Deinen Kummer und Deine Wut, das habe ich Dir schon an anderer Stelle geschrieben. Dennoch möchte ich Dich bitten, Deine Situation nicht auf uns zu projezieren. Ob es ein Alptraum wird und welches Ausmaß es annehmen wird, kannst Du nicht beurteilen, Du kennst mich nicht, Du kennst mein Lebensumfeld nicht, und Du kennst meine Frau nicht.

Was ich Dir auch schon einmal geschrieben habe, ich rechne Dir hoch an, dass Du Dich überhaupt mit dem Thema Trans beschäftigst. Das zeigt, dass Dir auf irgendeine Art doch etwas an Deinem Partner liegt. Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.

Semele hat geschrieben:
Mo 2. Apr 2018, 13:26
du solltest dich schon jetzt gründlich mit dem Scheidungsrecht in Bezug auf Nutzungsvergütung, Wohnungszuweisung und Kinder beschäftigen, insoweit ihr verheiratet seid ...
...
Ich schreibe das nur, um dir die minimalen Erfolgsaussichten darzustellen, falls du vorhaben solltest, deine Partnerin umfangreicher an das Thema Trans* heranzuführen.
Beides habe ich nicht vor. Meine Frau hat mir heute Morgen offenbart, dass sie in der Nacht auch darüber nachgedacht hat, wem was gehört und wer nach einer Trennung was behalten würde. Falls es tatsächlich so weit kommen sollte, dann muss es wohl so sein. Ich könnte verstehen, wenn sie so nicht weiter mit mir zusammen leben will, trotzdem werde ich erst einmal nichts unversucht lassen. Ob ich letztlich alleine aus der Sache gehe, wird sich zeigen, gestärkt auf jeden Fall.

Letztlich war es denke ich trotzdem die richtige Entscheidung, es ihr zu sagen. Auch wenn ich mir das stets schön geredet habe, weil das Verstecken bislang so wunderbar funktioniert hat, irgendwann wäre der Schwindel aufgeflogen, und dann hätte ich keine Chance mehr gehabt, ihr Vertrauen zurück zu gewinnen.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 89 im Thema

Beitrag von Elizabeth » Mo 2. Apr 2018, 21:50

Hallo Svenja,
fühl Dich einfach mal auch von mir gedrückt!
Dein altes Profilbild hat mich immer an Miss Fame erinnert, die ich ziemlich bewundere! (daher die Bemerkung half-drag, sie hat auch solche Bilder im Netz)
Einen lieben Gruß an Deine Frau: Ob Sie will oder nicht, steckt sie jetzt mit in der Situation drin: Du machst das ja nicht um sie zu ärgern...
Ich wünsche Euch, daß sie noch ein paar Mal tief Luft holt und drüber schläft, sich dann aber realistisch mit der Situation auseinandersetzt-sie sollte sich dringend auch hier im Forum schlau machen:

Es gibt leider auch Fälle (wie z.B. bei Christiane L.E.), wo das Outing, insbes. auch im bertuflichem Umfeld, zu massiven Problemen geführt hat.

Andere, z.B. Anke,.. haben es im beruflichen und familiären Umfeld mit kleinen Kindern geschafft und Beziehung UND Job trotz Transition halten können.

Lilo Wanders, Olivia Jones, Wommy Wonder, Mary & Gordy - leider verstorben - verdienen so ihre Brötchen!!!
(ohne Transition!) (Vielleicht könntest Du so etwas zum Nebenjob ausbauen???)

Teilzeitmädels (wie z.B. ich) leben seit über 40 Jahren meist stealth - was der Psyche nicht immer gut tut.

Wir haben u.a eine Verfassungsrichterin, die Väterin ist, und Caitlyn Jenner auf dem Cover der Vanity Fair hat auch 'ne ziemlich gute Figur gemacht!

Ich wünsche Euch, Daß Deine Frau über diese Bandbreite nochmals gründlich nachdenkt, Ihr irgendwo dazwischen ohne Crash Eure Nische findet und sie nicht vorschnell hinschmeißt!!!

LG Elly

Simone 65
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 90 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Mo 2. Apr 2018, 22:17

Hallo Svenja. Ich hoffe es wird gut . Ich habe keine Partnerin Problem .
Ich war jetzt Ostern bei meiner Mutter in Rostock. Sie weiss bescheid. Sie hat ALLEN bescheid gesagt und Bilder gezeigt . Gut . Die Nachbarin Renate war gestern da mit ihren kleinen Hund . Sie achtet ein wenig auf meine Mutti . Wir haben lange erzählt und Likör getrunken. Normal. Ich bin doch Simone.
Ihre Freundin Tamara hat mich zum ersten mal als Simone gesehen . Meine Tante Olly hat mich gefragt , wie ich angesprochen werden will ? Sie möchte mich weiter als Ro... ansprechen. Sie kennt mich seit 40 Jahren nur so . Gut .
Svenja , ich habe nur schöne und gut Erfahrungen gemacht , auch in meiner Kleinstadt.
LG Simone


Ich muss , habe festgestellt. Partnerin , die sich darauf eingelassen haben . SIE HABEN EINE NEUE WELT ENTDECKT . Eine andere Welt . WIR , ICH .
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

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