Doku Soap
Doku Soap - # 20

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Lea Michele
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Re: Doku Soap

Post 286 im Thema

Beitrag von Lea Michele » Di 31. Okt 2017, 23:41

Hallo liebe Sandra,

einen ❤ Danke und weiter so!

LG Lea Michelle (he) (ki) (he)
Das Leben ist perfekt, wenn man sich wie eine Frau fühlen und leben kann!

Lea92
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Re: Doku Soap

Post 287 im Thema

Beitrag von Lea92 » Do 23. Nov 2017, 19:30

Kommt diesen Monat noch was?
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 288 im Thema

Beitrag von sandra93 » Sa 25. Nov 2017, 22:36

ich denke ja,

hatte nicht viel zeit und war dann oft zu müde.

Lea92
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Re: Doku Soap

Post 289 im Thema

Beitrag von Lea92 » Di 12. Dez 2017, 12:03

Ich kann die nächste Folge kaum erwarten
Körper ganz Mann, Kopf halb Mann, halb Frau, doch auch eine halbe Frau braucht auch Freiheiten und will sich gelegentlich mal zeigen.

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 290 im Thema

Beitrag von sandra93 » Sa 16. Dez 2017, 22:11

Etwas durchfroren erreiche ich den Bahnsteig; Die nächste Bahn Richtung Hauptbahnhof geht in 10 Minuten. Alles ist etwas gespenstisch; zunächst denke ich, ich bin allein aber anderen Ende des Bahnsteigs steht ein Typ mit Lederjacke etwas untersetzt, mehr kann ich nicht erkennen. Als ich mich umdrehe kann ich den beleuchteten Glasturm deutlich sehen. Von außen ist ein großes blaues G zu erkennen. Noch 8 Minuten bis die Bahn kommt. Die Kälte kriecht meine Beine hoch; Im hebst wärmen die Strumpfhosen nur noch eingeschränkt. „Na meine Kleine, is dir kalt höre ich da eine Stimme im Hintergrund.“ Es ist der Typ mit der Lederjacke, die Jacke ist voller Abzeichen; „Ghost Bikers“ steht auf einem Abzeichen. Er scheint recht stark tätowiert und so richtig viele Haare hat er auch nicht mehr auf dem Kopf; damit jeder die Glatze sieht hat der die vorhandenen Haare zum Pferdeschwanz gebunden.
Ich lächle kurz und dünn und schaue dann stur Richtung Anzeige. Hoffentlich kapiert er es und hält seinen Munde und geht am besten weiter. „Du erinnert mich an jemanden“ „Oh, Gott der dümmste Spruch den es gibt“, aber er unterbietet sich noch: „ Die arbeitet im Köln im Pascha, das ist eine ganz seriöse Sache, die zahlt sogar Steuern und so.“ Ich schaue zum im rüber. Das feiste Grinsen in seinem von Schlägereien vernarbten Gesicht ist nur widerlich und es macht mir außerdem Angst. Ich will mir meine Unsicherheit auf keinen Fall anmerken lassen. „So siehst du auch aus; Jemand mit Klasse kannst du dir eh nicht leisten. Klebst dir einen Button von irgend einer kleinen Motorradgang auf die Jacke und meinst du wärst der Boss der Hells Angels.“
Plötzlich spüre ich einen eisernen Griff um mein Handgelenk. Erzieht mich ganz nah zu sich rüber; Sei Atem stinkt nach Rauch. „Wir Ghost Biker kontrollieren die gesamte Türsteherszene am Niederrhein und bezahlen kann ich jemanden wie dich locker. Mit der einen Hand hält der mich fest; ich habe keine Chance dem Griff zu entkommen. Das heißt es also zum schwachen Geschlecht zu gehören. Er steckt sich eine Zigarre in den Mund und mit einem dann zündet er sie mit einem 500 EUR Schein an.
„Ich kann mir eine ganze Menge leisten, aber ich weiß nicht, ob ich dich bezahlen will. Er bläst mir den Rauch ins Gesicht.“ Jetzt spüre ich nur noch Angst. 4 Minuten steht auf der Anzeige. Er zieht mich weg vom Licht, vor Angst schaffe ich es nicht zu schreien. Er presst seinen Körper gegen meinen. Dann fasst er mir mit der Hand brutal an meine Brust, sodass ich vor Schmerz aufschreie. Er ist kurz erschreckt und ich kann mich losreißen und laufe direkt los.
Nach zehn Schritten werde ich abrupt gestoppt. Ich bin in eine Gruppe Nachtschwärmer gelaufen. 4 Jungs und zwei Mädels. „Kann ich dir helfen?“ „Der Typ..“ ich drehe meinen Kopf zu dem Typen in der Lederjacke. „Jungs lasst die Finger von meinem Mädel, das ist unsere Privatsache..“ Etwas fragend schaut er mich an. Sehr sportlich er erinnert mich an Dimitiri. „Bitte, helft mir, ich kenne den Typen gar nicht.“
Zum Glück haben sich die anderen drei Jungs direkt zwischen uns gestellt. Dann fährt der Zug ein. Die drei halten den Typen fest, der noch etwas von Freiheitsberaubung ruft, währen die Mädchen und mein Retter mit mir in die Bahn steigen. Eine der beiden setzt sich neben mich. „Geschafft“ sagt sie, aber ich kann nicht mehr und breche in Tränen aus. Sie hält mich einfach. Ich habe keine Ahnung wieviel Zeit vergangen ist. „Wo musst du eigentlich hin?“
Als ich nach draußen schaue sehe ich das Schild „Düsseldorf-Bilk“. „Noch eine Station. Dort wohnt direkt um die Ecke mein Freund.“ „Ist er da?“ fragt sie mich. Schnell schicke ich eine Nachricht an Dimitri. „Bist du zu Hause? Darf ich vorbeikommen? Ich brauch dich.“ Sofort kommt die Antwort:“ Heiße Schokolade oder heißer Tee? Und ein großes Herz.
Als ich an der nächsten Station aussteige bestehen die drei darauf, mich noch bis zur Tür zu bringen. Erst will ich es nicht, dann bin ich aber doch froh. Denn überall sehe ich Typen mit Pferdeschwanz und Lederjacken.
An der Tür verabschieden Sie mich. Aber außer „Danke“ fällt mir nichts ein. Dann laufe ich das Treppenhaus hoch und Dimitri steht an der Tür. Ich falle in seine Arme: „Halt mich, ganz fest…Bitte“ Ich spüre wir er mir sanft durchs Haar streicht. Jetzt endlich fühle ich mich sicher.

Kerstin
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Re: Doku Soap

Post 291 im Thema

Beitrag von Kerstin » Sa 16. Dez 2017, 22:51

Hallo Sandra jetzt wird es aber echt heftig und doch wieder eine tolle Story.

Vielen Dank


Kerstin

Diana.65
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Re: Doku Soap

Post 292 im Thema

Beitrag von Diana.65 » So 17. Dez 2017, 01:24

Hallo Sandra.

Schön, dass du uns nach soooo langer Zeit wieder eine tolle Fortsetzung präsentierst. Ich hoffe, dass wir auf die nächste nicht so lange warten müssen.

Einen schönen 3. Advent.

Liebe Grüße,
Diana.
Ich bin ich. Und was die Anderen von mir denken wird mir immer mehr egal.

larissa22tv
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Re: Doku Soap

Post 293 im Thema

Beitrag von larissa22tv » Mo 15. Jan 2018, 23:00

Sandra schreib doch bitte weiter, wir sind alle total gespannt auf die nächsten Folgen

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 294 im Thema

Beitrag von sandra93 » Di 16. Jan 2018, 08:14

hab demnächst wieder ein wenig mehr Zeit.

Ich bring die Geschichte auf jeden Fall zu Ende,
wie auch meine erste hier.

Etwas Geduld bitte.

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 295 im Thema

Beitrag von sandra93 » Fr 19. Jan 2018, 22:28

Immer wieder breche ich in Tränen aus, als ich ihm erzähle was passiert ist. Er ist sehr verständnisvoll und hört einfach nur zu. Ab und an tupft er mir die Tränen aus dem Gesicht oder streicht mir sanft die Haare aus dem Gesicht. Es tut mir gut, alles zu erzählen. Wenn ich mich an seine Schulter lehne fühle ich Geborgenheit und Sicherheit; heute ist mir sehr brutal klargeworden, wie verletzlich ich als Frau doch bin, aber in seiner Nähe fühle ich mich sehr, sehr sicher.
Als er einmal kurz aufstehen will, um mir einen Tee zu machen, fehle ich ihn an: “Bitte, lass mich nicht allein“ Dimititri lächelt mich verständnisvoll an und bleibt sitzen. Nach einigen Minuten geht es mir etwas besser und jetzt verspüre ich einen starken Wunsch nach einem heißen Weihnachtstee. Das Klappern der Tassen und das Brodeln des Kochers beruhigen mich. Als ich meinen Blick auf den Boden schweifen lassen ist dieser übersät mit Taschentüchern, die bunt verfärbt von Schminkresten sind. "Oh mein Gott, wie muss ich aussehen?“, geht mir durch den Kopf und wie automatisch hüpfe ich ins Bad. Der Blick in den Spiegel lässt mich etwas erschaudern, so verschmiert und verheult wie ich aussehe. Reflexartig beseitige ich das alte Makeup und bringe mich notdürftig wieder in Ordnung. Als ich aus dem Bad zurückkomme wartet er schon mit zwei großen Tassen. Ich wärme mich an meinem Tee und er legt seinen Arm um mich sodass ich seinen kräftigen Körper spüren kann.
Als ich wieder aufwache liege ich angezogen in seinem Bett und er sitzt auf der Bettkante und streicht mir sanft durch mein Haar. „Soll ich dich nach Hause fahren?“ fragt es leise als ich wieder etwas wach bin. Verschreckt und flehend sehe ich ihn an:“ Bitte lass mich heute Nacht bei dir bleiben. Ich möchte auf keinen Fall allein sein. Kurz darauf liege ich nur in Unterwäsche in seinem Bett. Erst hält er Vorsicht etwas Abstand, aber ich fasse seinen Arm und eng umschlungen schlafen wir gemeinsam ein.
Am nächsten Morgen; es ist Samstag; werden ich von der Sonne geweckt. Dimitri schläft noch, aber sein Arm hält mich immer noch. Dann spüre ich, dass es nicht nur die Sonne ist, die mich geweckt hat. Zwischen meinen Pobacken spüre ich eine vertraute Härte. Kurz darauf wird er auch wach; es scheint ihm etwas peinlich zu sein, als er es auch spürt. Als er versucht sich wegzudrehen, halt ich ihn fest und drehe mich zu ihm. „Bitte nimm mich..bitte“ Und dann beginnen wir zunächst ganz zärtlich uns zu lieben. Am Ende liegen wir völlig erschöpft nebeneinander und er hat einen recht verkratzten Rücken und ich bin wie benebelt von Orgasmen, wie sie nur Frauen erleben können.
Beim Frühstück in seiner winzigen Küche erhalte ich eine Nachricht von Hannah: „ Die Tickets nach Thailand sind da :) :) :) :) :) !!! Wir sollen heute Nachmittag nach Köln kommen.“

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Re: Doku Soap

Post 296 im Thema

Beitrag von Leni » Di 23. Jan 2018, 19:11

Wow 😍, so schön Sandra, danke!

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 297 im Thema

Beitrag von sandra93 » Mi 24. Jan 2018, 22:06

Dimitri bringt mich noch bis zur S-Bahn Station. Er kommt hoch bis zum Bahnsteig und will anscheinend ganz sicher gehen, dass mir niemand etwas tut. Obwohl Sa. ist, ist wenig los; aus der Ferne nähert sich die S-Bahn. Fest hält er mich zum Abschied in seinen Armen und dann küsst er mich zum Abschied, als wäre ich für viele Wochen weg und nicht schon am Abend wieder da. Dann schaut er mir sehr lange und nachdenklich in die Augen. „Woran denkst du?“, frage ich ihn lächelnd. „Verbotene Gedanken..“ antwortet er verträumt. Bevor ich fragen kann hält auch schon der Zug.
Ich ahne was er nicht sagen will; unser Jahr wird nicht ewig dauern und dann wird Laura nur noch eine Erinnerung sein. Ich glaube er wünscht sich insgeheim, dass ich den gleichen Weg wie Hannah gehe. Aber er liegt mich viel zu sehr, um mich in irgendeiner Weise unter Druck zu setzten. Er würde es sich nie verzeihen, wenn ich wegen ihm etwas tun würde, was ich hinterher bereue. Auch ich werde ihn vermissen und ja „er ist meine erste große Liebe“ und das wird er immer bleiben. Aber ich bin nicht wie Hannah. Sie leidet schrecklich darunter, keine „richtige“ Frau zu sein und wartet sehnlich auf den Flug nach Thailand. Seit ich sie kenne verstehe ich soweit das möglich ist, was es heißt Transgender zu sein. Für sie ist diese Operation das Ende eines langen Leidenswegs und hin zu einem ganz normalen Leben.
Ich hingegen war nie unglücklich als Mann. Trotzdem staune ich manchmal wie gut ich jetzt als Frau klarkomme und wie wohl ich mich in meiner Haut fühle, obwohl ich dieses Leben nie so geplant hatte. Aber den Rest meines Lebens als Laura zu verbringen; der Gedanke macht mir doch Angst. Aber in den letzten Monaten habe ich gelernt, Frauen zu verstehen und ich bin mir sicher, als Basti werde ich meine nächste Freundin besser verstehen und Dimitri werde ich nie vergessen.
Dann werde ich von einem lauten „Hallo“ aufgeschreckt. Hannah ist zugestiegen.

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 298 im Thema

Beitrag von sandra93 » Di 30. Jan 2018, 22:23

Sie ist total aufgekratzt. „Die Thailändischen Ärzte sollen die besten sein. Die haben enorm viel Erfahrung, da geht praktisch nie etwas schief. Endlich ganz Frau sein und allen machen können, was Frauen können. Ohne Angst und weggedrückte Körperteile schwimmen gehen. Dessous tragen und spüren und natürlich…“, verträumt schaut sie mich an. „Sex! Ganz normalen Sex, wie ihn Millionen Paare jeden Tag haben. Ich kann mich einfach fallenlassen und ihn tief in mir spüren. Nichts wird mich mehr an mein altes Leben erinnern! Wenn ich zurückkomme werde ich nur noch und für immer Hannah sein.“ Wie glücklich Sie ist. Ich wage es nicht, ihr die gute Laune zu zerstören und es hilft mir die letzte Nacht zu vergessen. Wenn man aus dem Fenster sieht, ist in der Ferne der Dom zu erkennen. Hannah Haar glänzt seidig im Sonnenlicht. Mit ihrem Strahlen scheint sie den ganzen Zug auszuleuchten. Sogar über Kindern hat sie sich Gedanken gemacht. „Meine Schwester will für uns die Leihmutter werden! Ist das nicht toll? Sein Kind wäre dann zumindest meine Nichte und meins würde aus einer gespendeten Eizelle gezeugt. Wir wären dann eine ganz normale Familie, aber ich glaube ich würde ihnen sobald sie es verstehen erklären, dass sie besondere Kinder sind.“
„Hannah, du bist verrückt!“ dabei muss ich lachen. „Wie willst du jetzt schon ganz genau wissen, wie dein Leben in zehn Jahren aussieht?“ Sie lächelt zurück: „Das weiß ich auch nicht. Aber allein die Vorstellung, dass es vielleicht so kommen könnte, macht mich total glücklich.“

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Re: Doku Soap

Post 299 im Thema

Beitrag von monika-renate » Mi 31. Jan 2018, 16:52

Wieder eine tolle Fortsetzung und bin schon ganz gespannt wie es mit Laura weiter geht und ob sie sich nicht doch noch in Thailand operieren lässt?

LG
Monika-Renate

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Re: Doku Soap

Post 300 im Thema

Beitrag von sandra93 » Do 1. Feb 2018, 22:47

Wir müssen noch zweimal umsteigen, bevor wir schließlich an einer Halle mit angeschlossenen Büros ankommen. Obwohl Samstag ist, herrscht ein geschäftiges Treiben. Am Eingang steht Kati. „Man erwartet euch schon sehnsüchtig. Ihr scheint eine echt wichtige Nummer zu sein; die Chefin persönlich ist dabei. Also verkauft euch nicht unter Wert“ zwinkert sie uns zu. Als ich sie etwas verständnislos anschaue meint sie: “Ihr seid wirklich noch jung. Wenn die Chefin dabei ist, dann hält sie das Projekt für wichtig und das heißt es darf etwas kosten, damit nichts schiefgeht.“
Im recht schlichten Foyer hängen Plakate von Serien und Talkshows die für ihr schlichtes Format bekannt sind oder die ich überhaupt nicht kenne, weil ich so einen Schrott gar nicht gucke. Langsam kann ich mir vorstellen dass unsere Doku im Vergleich dazu ein Flagschiff darstellen könnte.
Als wir aus dem Aufzug aussteigen befinden wir uns direkt in einem lichtdurchfluteten Besprechungszimmer mit einer tollen Aussicht. Eine Frau Mitte dreißig in einem ockergelben, sündhaft teuren Kostüm und Krokodillederpumps und sehr großflächigem auffälligem Goldschmuck kommt uns freudstrahlend entgegen. Sie hat die perfekte Dreiwettertaftfrisur und ist etwas zu braun gebrannt. Dann begrüßt sie uns mit Bussy. „Ich bin Sabrina. Ich hab euch bislang nur auf Katis Rohschnitten gesehen und war schon echt beindruckt. Aber jetzt muss wo ich euch so sehe… ihr seht echt umwerfend aus! Und gleichzeitig habt ihr eine so natürliche jugendliche Ausstrahlung. Es wäre echt ein Skandal und ein echter Verlust, wenn ihr wieder Jungs werden würdet.
Vom Tisch her höre ich ein leichtes Räuspern. Es ist ein grauhaariger etwas Älterer mit Rollkragenpulli und Tweedjacket. Frau sieht sofort, dass er normalerweise nur mit Krawatten rumläuft. Neben ihm sitzt ein Blondschopf um die vierzig, betont sportlich gekleidet eine Figur wie ein Surfer.
Sabrina stellt uns vor: „Das ist Heinz, unser Fachanwalt für Medienrecht und seit neuestem auch für alle Fragen des Transgenderrechts und neben ihm ist Jason, er ist Psychologe und forscht auf dem Gebiet Transgender. Wir alle sind von eurer Entwicklung begeistert und wollen euch so gut wie möglich bei eurem nächsten großen Schritt unterstützen. Ihr werdet in Thailand von einem der besten Chirurgen der Welt operiert werden, da werden wir keine Kosten und Mühen scheuen. Natürlich wird euch Kati begleiten und wir werden darüber in der Sendung berichten; sogar dieses Gespräch zeichnen wir auf“ Dabei schaut sie kurz zu Kati. „ Wie ihr aber wisst, steht in eurem aktuellen Vertrag, dass ihr nach einem Jahr wieder zu Jungs zurückoperiert werdet. Das ist nach der nun geplanten OP natürlich nicht mehr möglich, wie ihr natürlich wisst. Und weil dieser Schritt so unumkehrbar ist, sind wir heute hier. Wir wollen ganz sicher sein, dass ihr dieser Schritt eurem wirklichen eigenen Willen entspringt und dass euch niemand zu keiner Zeit unter Druck gesetzt hat, euch einer GAOP zu unterziehen. Das ganze dient in allererster Linie euch ein neues Leen zu ermöglichen, dass ihr aus freien Stücken gewählt habt.“ Dann schaut Sie zu Heinz, dem Anwalt herüber.
„Ihr seid heute hier, um uns dies nochmal schriftlich zu bestätigen. Gleichzeitig versichern wir euch, dass ihr eure Entscheidung jederzeit bis zur Stunde vor der OP wiederrufen könnt. Es entstehen euch keine finanziellen oder sonstige Nachteile, wenn ihr euch anders entscheidet. Der Sender möchte nur die Erlaubnis, über eure Reise, wie auch immer sie verläuft, berichten zu dürfen.“
Dann schiebt er ein zweiseitiges Papier zu uns rüber. Dort steht kurz und erstaunlich verständlich für einen Juristen, was uns gerade gesagt worden ist. Hannah will sofort unterschreiben, aber ich fasse kurz ihre Hand: „Und was haben wir davon?“ etwas fragend schaut mich Sabrina an: „Euer Lebenstraum geht in Erfüllung. Ist das nicht toll?“ „Das schon, aber unsere Thailandreise wird die Quoten enorm nach oben schießen lassen und es wäre schön, wenn wir von dem finanziellen Erfolg auch etwas abbekommen würden.“
Sabrina lächelt: „Du lernst sehr schnell, Laura. Wir erhoffen uns tatsächlich eine gute Quote durch eure Reise. Selbst, wenn ihr euch nicht operieren lassen solltet, können wir immer noch eine Art Krimi daraus machen a la tut „sie es oder tut sie es nicht“. Sind 20.000 € Zusatzhonorar o.k. ?
Stolz lächelnd schaue ich zu Hannah rüber. Sie ist ein wenig unkonzentriert. „Für jede von euch natürlich.“ Wir nicken. Sekunden später hören wir ein Surren und aus einem kleinen Schlitz in der Tischplatte kommt ein neuer Vertragsausdruck. Während wir unterschreiben fängt Jason an uns das weitere Procedere zu erklären. Er hat einen leichten englischen Akzent: „ Wie ihr wisst, wird in Deutschland ein zweites psychologisches Gutachten vor der OP gefordert und auch euer Alltagstest ist bislang eher kurz. Thailand wird zwar nicht genau überprüft, ob ein oder zwei Gutachten vorliegen, aber der Sender und auch eure Therapeutin möchte ganz sicher gehen, dass ihr das richtige tut und deshalb würde ich mich noch einmal gerne intensiv mit euch beiden unterhalten.
Vor allem mit dir, Laura, möchte ich mich etwas genauer beschäftigen. Dein Fall wird als spontane Identitätsadaption durch Sozialisationsdruck beschrieben. Es gibt bislang kaum vergleichbare Fälle und ich würde mich freuen, wenn du gleich etwas Zeit für mich hättest.

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