Doku Soap
Doku Soap - # 6

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Patricia.
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Re: Doku Soap

Post 76 im Thema

Beitrag von Patricia. » So 27. Sep 2015, 10:47

Ich würde sagen, der bleibt dran.
Bei den OPs wurde ja damit geworben, dass diese reversibel wären, also wieder rückgängig gemacht werden könnten. Bei der GeschlechtsanpassungsOP wäre das nicht drin.

Anyway, tolle Geschichte ich kann mich da richtig reinfühlen. (ap)

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 77 im Thema

Beitrag von sandra93 » So 27. Sep 2015, 12:13

Was dann folgt hat ein wenig Dejavue Charakter. Ich werde wieder auf diesen gynäkologischen Stuhl gesetzt und das Ding zwischen den Beinen wird fachgerecht plattgedrückt und mit einem kleinen Latexkunstwerk abgedeckt. Schnell ziehe ich hinterher meinen Slip wieder an. Dann folgt ein gründliches Waxing und anschließend wird meine restliche Gesichtsbehaarung erneut weggelasert. Dann werde ich einen Raum mit Unmengen von Kleiderständern geführt. Aber diesmal muss ich mit selber mein Outfit zusammensuchen. Zwar habe ich die letzten zwei Wochen Unmengen von Modemagazinen gelesen und Kataloge gewälzt und Hannah hat mir sehr, sehr viel erklärt. Aber jetzt stehe ich doch reichlich verunsichert vor dieser Riesenauswahl. Vorsichtig frage ich für welchen Anlass ich mir Sachen aussuchen soll. Lisa, die mich auch diesmal begleitet lächelt. „so als wenn du gleich mit Hannah eine Runde Schoppen gehen würdest.“ Ich habe anscheinend die richtige Frage gestellt, aber ich bin der Lösung keinen Schritt näher. Ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne scheint, aber es ist für Frühsommer recht frisch. Eine Strumpfhose ist in jedem Fall nicht falsch. In einer Ecke erkenne ich ein kleines Regal mit einer beträchtlichen Auswahl. Ich wähle die schwarze, aber recht dünne. Das Anziehen klappt diesmal erstaunlich gut. Dann gehe ich zu den Röcken und wähle einen recht kurzen aber doch elegant geschnittenen dunkel grauen heraus. Dann schaue ich mich nach einem Spiegel um, finde aber keinen. Laura lächelt mich verschmitzt an: „Mit Spiegel wäre es etwas zu einfach. Die Suche nach einem geeigneten Top ist deutlich schwieriger. Auf der Kleiderstange sehen sie alle recht ähnlich aus und der Spiegel zum Vorhalten fehlt mir nun doch. Dann entscheide ich mich für eine ockergelbe Bluse mit langen Ärmeln, die ein wenig im Hippielook geschnitten ist.
Gerade als ich zu den Schuhen weitergehen möchte, zögere ich. Was ist, wenn wir hinterher wirklich Schoppen gehen müssen? Ich überlege, wie sehr ich die Blicke der Männer auf mich ziehen werde und an meine Gedanken, wenn ich einer Frau im kurzen Rock hinterherschaue. Und wenn ich mir dann noch die Kamera dabei vorstelle.. . bis auf die Strumpfhose ziehe ich alles wieder aus. Diesmal entscheide ich mich für eine dunkelbraune Leggings . Der Schnitt der Bluse gefiel mir sehr gut, aber ich wähle diesmal die weiße Variante. Die Schuhe sind schnell gefunden. Zwei dunkelbraune Stiefeletten mit nicht allzu hohen Absätzen springen mir sofort ins Auge. Aber ich brauche noch eine Jacke. Die schwarze Lederjacke ist zu sehr Rockerbraut. Die Wildledervariante mit sehr viel Zierkram ist einfach zu viel Hippie und die rote Stoffbolerojacke passt gar nicht zu der Bluse. Am Ende lege ich die Bluse wieder weg und nehme eine weiße mit einem einfachen Schnitt. Dazu passt dann eine kurze Jeansjacke. Dann nehem ich noch ein Halstuch und Lisa hilft mir noch ein wenig beim Schmuck. Dann geht es weiter in den Salon. Der Spiegel wird zugehängt und diesmal genieße ich wir mit die Haare und das Makeup gemacht werden. Dann darf ich aufstehen und werde zu einem großen Spiegel geführt.
Zum ersten Mal sehe ich mein Gesicht. Das Makeup ist sehr dezent, aber das Gesicht im Spiegel ist mir völlig fremd. Was ich sehe ist ein absolutes Engelsgesicht. Die Nase ist zu einem Stubsnäschen verkleinert, meine Lippen wirken voller und die Gesichtskonturen erscheinen sehr stark verändert. Aber nichts wirkt übertrieben. Es ist einfach nur ein perfektes Gesicht, wie die Frauen im Modemagazin. Da helfen auch die eher unauffälligen Klamotten nichts. Das Mädchen im Spiegel hat auch eine perfekte Figur. Die Leggings bringen meine neuen Hüften perfekt zur Geltung. Und auch das Halstuch lenkt nicht von meiner neuen Oberweite ab. Jetzt verstehe ich was man über manche Frauen sagt: die können anziehen, was sie wollen, sie sehen immer gut aus. Aber irgendwie scheint mein vermeintlich unauffälliges Outfit, zusammen mit meinen langen blonden Haaren, mich zu einem ziemlichen „Hingucker“ zu machen. Ich hatte mich zwar schon beim Casting als Frau gesehen und war auf einiges gefasst. Aber diese völlige Veränderung hatte ich nicht erwartet.

Melli_
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Re: Doku Soap

Post 78 im Thema

Beitrag von Melli_ » So 27. Sep 2015, 21:00

Super Geschichte
Jetzt kommt der Schritt in die große weite Welt.
Was ist wohl aus Miss Frozen Joghurt geworden? Ob sie wohl auch ein ganz anderes Gesicht bekommen hat? Erkennt man sie wieder?
Was ist mit den Jungs, die nach Köln gegangen sind?

Weiter so, Melanie

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 79 im Thema

Beitrag von sandra93 » So 4. Okt 2015, 13:59

Im Nebenraum wartet Hannah auf mich. Zunächst muss ich ein zweites Mal hinsehen. Ihre Haare sind nun dunkel und sie trägt eine Kurzhaarfrisur ähnlich einem Bobhaarschnitt. Aber zusammen mit ihrem neuen Gesicht sieht sie einfach nur umwerfend aus. Die einzig sofort erkennbare Veränderung ist ihre Nase. Sie ist nicht ganz so „stubsig“ wie meine, aber trotzdem sehr, sehr feminin. Ihr Outfit ist ganz anders, als ich es erwartet habe. Einfach enganliegende Jeans und ein ockerfarbenes Langarmshirt. Dadurch kommen ihre recht hochhackigen Schuhe aber besonders zur Geltung. Als Ohrringe hat sie kleine Federn und der dünne Gürtel ist auch eher verspielt, genauso wie die ‚Uhr und das Armband.
„Toll siehst du aus“, sagt sie als sie auf mich zukommt und mich umarmt. Der flüchtige Kuss auf die Wangen hat etwas sehr liebevolles, aber nichts erotisches. Gleichzeitig spüre ich mit meinen jetzt viel sensibleren Brustwarzen ihre und meine Brüste. Als ich sie wieder loslasse, fällt mir auf, wie schlank sie geworden ist. Dann betrachte ich meine Arme und mir fällt auf, dass auch ich deutlich abgenommen habe.
Bevor wir aber noch viel reden können, werden wir zum Auto gebracht. Wir sollen tatsächlich Shoppen und dabei gefilmt werden. Damit alles möglichst natürlich rüberkommt, wird und die Kamera draußen im Abstand folgen und im Laden sollen wir dann kurz warten. Lisa wird den Verkäuferinnen kurz alles erklären und wir können schon mal stöbern. Während der Fahrt nach Konstanz bin ich sehr abwesend. Hannah redet zwar die ganze Zeit und scheint sich offensichtlich zu freuen. Zunächst denke ich noch darüber nach, ob man uns als „falsche“ Mädchen erkennt. Aber schnell wird mir klar, dass die letzten beiden Wochen Logopädie und Gestik zusammen mit dem geradezu unheimlichen OP-Ergebnis und unserem eher unauffälligen Outfit für ein perfektes Passing sorgen werden. Zudem ist Hannah als „echte“ Transsexuelle eine große Hilfe. Sie scheint sich offensichtlich nicht zum ersten Mal als Mädchen in der Öffentlichkeit zu bewegen. Das alles sollte mich eigentlich beruhigen. Ich streiche mir die Haare aus dem Gesicht und sehe, wie wir uns langsam der Innenstadt nähern.
Irgendwie ist es eine Art Lampenfieber. Ich habe auf einmal Angst meine Rolle nicht richtig zu spielen, obwohl ich nun wirklich nicht wenig geübt habe. Zudem ist ja alles was ich tun muss nicht aufzufallen. Dann hält der Wagen und Lisa drückt jedem 500 € in die Hand. „Ich will kein Restgeld sehen.“ Ich bin etwas verwirrt aber Hannah strahlt nur und fasst mich am Arm und führt mich Richtung Fußgängerzone. An nahezu jedem Schaufenster bleibt sie stehen und redet fast ununterbrochen. Irgendwie fange ich langsam an, mich etwas zu entspannen. Dann gehen wir in einen kleinen Laden mit Modeschmuck. Hannah sieht ein Paar große goldene Kreolen und hält sie sich vor die Ohren: „Und, wie findest du sie?“. Sie sind sehr schick, aber sie passen irgendwie nicht zu ihrem neuen kurzen Haarschnitt. Wie soll ich ihr das vorsichtig sagen? Ich merke, dass ich von weiblicher Kommunikation noch nicht viel Ahnung habe. Ich zögere mit der Antwort: „ Na, ja..“
Sie geht zum Spiegel: „Stimmt, du hast recht. Sie passen nicht zu meiner Frisur.“ Dann zieht sie mich zum Spiegel und hält mir die Creole an mein Ohr. „Stimmt, mit langen Haaren sieht es bessser aus“, erwidere ich. Gleichzeitig verwirrt mich der Anblick dieser jungen Frau im Spiegel enorm. Sie macht die selben Bewegungen wie ich und die Ohringe stehen ihr wirklich, aber das unmöglich ich sein. Eher eine Marionette, die ich versuche zu steuern. Ich wende mich plötzlich von dem Spiegelbild ab. Hannah hat, recht. Sie stehen mir wirklich gut. Ich gehe zur Kasse uns kaufe sie. Dann schlendern wir weiter die Straße entlang. Manchmal erkenne ich mein Spiegelbild im Schaufenster. Es verwirrt mich etwas und ich kann dieses Spiegelbild irgendwie nicht mit mir in Verbindung bringen. Umso mehr konzentriere ich mich auf die Auslagen.
An einem Brunnen sitzt eine Gruppe von Jungs; etwa so alt wie wir. Ich bemerke wie einer herüberschaut und eine Bemerkung zu den anderen macht. Dann scheinen alle vermeintlich unauffällig herüberzuschauen. Mir wird klar, sie meinen uns.

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 80 im Thema

Beitrag von sandra93 » Mi 7. Okt 2015, 23:10

Dann kommen zwei von ihnen auf uns zu. Beide sind dunkelhaarig und sehen eher südländisch aus. Der größer von beiden schaut mich direkt an: „Hi, ich bin der Roberto und das ist Sandro..“, dann lächelt er nur noch. Offensichtlich ist er etwas verlegen. „Ach, wie süß. Die sind ja schüchtern die beiden,“ flüstert Hannah mir zu. Das Tuscheln macht die beiden noch nervöser. Roberto macht auch schon erste Versuche sich zurückzuziehen. „Also mein Kumpel der Roberto der findet dich total süß, aber er ist halt schüchtern. Deshalb bin ich mitgekommen. An die hübschesten Mädchen traut sich keiner ran, hab ich gesagt. Die sind viel lockerer als du denkst. Ihr seid doch locker oder ??“
Ich werde rot und hoffe, dass man das unter der Schminke nicht sieht. Etwas verlegen lächle ich. Mir wird klar ich bin nun eine von den Frauen, die ich mich als Mann nie würde trauen anzusprechen. Dann rettet mich Hannah: „Wenn ihr weiter so dummes Zeug quatscht, dann gehen wir rüber zu euren Kumpels und erzählen denen, wie peinlich ihr seid.“ Zwei so verdatterte Typen habe ich noch nicht gesehen. Beide werden knallrot. Dann nimmt mich Roberto zur Seite: „Du ich musst mir helfen. Wenn du mich jetzt abblitzen lässt, dann machen sich meine Kumpels mindestens eine Woche über mich lustig. Und…und außerdem ich würde dich …also als ich dich aus dem Laden habe rauskommen sehen. Wie du dich bewegst und wie du lachst. Also dein Lachen. Du weißt gar nicht was du damit angerichtet hast bei mir. So total locker und natürlich und dann bist du auch noch unglaublich hübsch; trotzdem wirst du noch ein bisschen rot. Dein Freund sollte echt besser aufpassen auf dich. Du hast doch einen Freund. So jemand wie du geht doch garantiert nicht allein durch die Welt.“
Wieder werde ich etwas rot. Gleichzeitig muss ich aber auch lächeln. Er schaut mich an: „Du bist nicht vergeben? Das heißt es gibt eine unendlich kleine Chance, dass ich dich wiedersehe? Also ich mache dir einen Vorschlag. Ich habe mich total blöd benommen, aber ich würde dich gerne wiedersehen.“ Dann schreibt er auf einen kleinen Zettel seine Nr. und drückt sie mir in die Hand. Dann verschwinden die beiden wieder zurück zu ihren Kumpels. Hannah und ich gehen zügig weiter. Als wir um die Ecke sind fängt Hannah an zu lachen. Zuerst bin ich etwas verwundert; dann muss ich auch Lachen. Die Typen waren einfach zu peinlich. Dann wird mir klar. So etwas wird mir nun häufiger passieren. Für meine Umgebung bin ich nichts anderes als eine junge, hübsche Frau und eigentlich habe ich keine Ahnung, wie ich solche Typen loswerden soll. Mir wird klar dass wir beide echte „Hingucker“ sind. Wahrscheinlich würden wir sogar in unseren Trainingsanzügen aus der Klinik die Blicke auf uns ziehen. Eigentlich wollte ich ein gutes Passing, um möglichst unauffällig das kommende Jahr zu überstehen. Aber gerade wegen dieses Passings wird das nichts mit dem unauffällig. Und dann ist da noch etwas anderes. Es ist schwer zu beschreiben. So peinlich der Typ auch war. Ein ganz klein wenig hat es mir auch gefallen, wenn mir jemand Komplimente macht.
Bevor ich weiter nachdenken kann, sind wir an einem H & M Laden angekommen. Hannah zieht mich direkt hinein und dann stehen wir vor den Kleiderständern. Zunächst schaue ich Hannah einfach zu. Sie scheint so etwas alles nicht zum ersten Mal zu machen. Sie nimmt einen Rock und ein Paar Shorts mit zu Umkleide. Kurz darauf kommt sie mit dem Rock und fragt mich ob er mir gefällt. Es ist ein dunkelgrauer Glockenrock und er sieht einfach nur gut aus. Während sie sich wieder umzieht sehe ich an der Wand ein Plakat. Das Model trägt ein ärmelloses dunkelgraues fast schwarzes Kleid mit einigen hellen Stellen. Ich gehe rüber zu den Kleidern und finde es auch recht schnell. „Das ist dir garantiert zu groß“ höre ich da Hannah in meinem Rücken. Dann greift sie eines in meiner vermuteten Größe und führt mich zur Kabine. Dass wir bei der ganzen Aktion gefilmt werden bemerke ich kaum. Trotzdem ziehe ich den Kabinenvorhang sorgfältig zu. Die Kabine hat eine große Spiegelwand und das Mädchen im Spiegel verwirrt mich total. Sie macht zwar die gleichen Bewegungen wie ich, aber sie sieht mir überhaupt nicht ähnlich. Als ich dann meine Leggings und die Bluse ausgezogen habe und in Strumpfhose und BH vor dem Spiegel stehe, da bin ich so verwirrt, das der kleine Kerl zwischen meinen Beinen versucht sich zu melden. Es tut zwar etwas weh, aber ich bin froh, dass er gut wegesperrt ist. Gleichzeitig ist es mir total peinlich, von meinem eigenen Spiegelbild erregt zu sein. Dann ziehe ich das Kleid an. Es steht mir wirklich gut, nur der BH passt nicht. Gleichzeitig habe ich keine Ahnung, wann ich es anziehen soll. Aber Hannah gefällt es auch und schließlich kaufe ich es.

Christiane04
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Re: Doku Soap

Post 81 im Thema

Beitrag von Christiane04 » Do 8. Okt 2015, 12:48

Hallo Sandra,

Vielen Dank für die schöne neue Folge! Ich mag sehr die Wendungen der Geschichte und vor allem die dezent realistische Art in der du die Vorkommnisse beschreibst. Dezent ist absolut positiv gemeint und bezieht sich auf das Vermeiden von allzu plumper Darstellung von männlich/weiblicher Gefühlswelt! Aber das haben all deine Geschichten so an sich und lässt viel Raum für die Phantasie oder auch Identifikation......
Lg Christiane

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 82 im Thema

Beitrag von sandra93 » Fr 9. Okt 2015, 20:50

Von Kati, unserer Kamerafrau werden wir unauffällig in den einen oder anderen Markenladen geschleust. Irgendwie scheinen die Verkäuferinnen bereits Bescheid zu wissen und es wird kaum Aufheben um die Kamera gemacht. Hannah und ich sind so im Kaufrausch, dass wir das kaum merken. Als wir unsere Taschen kaum noch schleppen können nimmt Kati sie uns ab. Wir verabreden uns im Schuhladen gegenüber. Schnell finde ich ein paar Stiefeletten, die ich unbedingt haben muss. Ich wusste gar nicht wie viel Spaß Schuhe kaufen machen kann. Dann bemerke wie Hannah mich etwas traurig anschaut. „Kann ich dir helfen?“ frage ich. „Das glaube ich kaum. Schuhgröße 43, das ist mein Problem. Solche Kundinnen wollen die hier anscheinend nicht.“ Dann bemerke ich es auch. Mit meinen kleinen Füßen zwischen 40 und 41 habe ich hier kaum Probleme, aber für Hannah ist die Auswahl echt begrenzt. „Na ja, es gibt ja noch das Internet, aber bestellen macht nur halb so viel Spaß. Wir schicken Kati eine Nachricht und setzen uns in ein Eiskaffee.
Nach zehn Minuten kommt Kati zu uns. Eine zeitlang unterhalten wir uns über alles Mögliche. Dann erzählt sie uns, dass sie wie die meisten Freiberuflerin ist und hofft das ganze Jahr über immer wieder engagiert zu werden. Sie habe aber keine Ahnung, was sie eigentlich festhalten soll. Dass Ganze sei sehr vertraulich und nur wenn sie für das Ganze Jahr gebucht würde - das wären dann über 100 Drehtage – würde sie genauer eingewiesen. Sie möchte den Auftrag natürlich unbedingt haben. Bislang sei das Material eher enttäuschend. Zwei Mädels beim Einkaufen. Das einizig gute waren die beiden Jungs; die hat sie auch direkt gefragt, ob sie im Fernsehen gezeigt werden wollen. Erst haben sie etwas gezögert, aber dann habe ich sie gekriegt.“ „Wie hast du das denn geschafft. Die waren doch eher peinlich.“ „So etwas bringt immer Quote. Also habe ich gesagt, dass sie auf mich total süß gewirkt haben mit ihrer etwas schüchternen Art. Und ob sie Interesse hätten mal in einer Talkshow mitzumachen. Sie sähen echt gut aus und für so einen Nachmittag gäbe es ein schönes Taschengeld. Das hat dann überzeugt.“ „Aber ich kann mir die beiden überhaupt nicht in einer Talkshow vorstellen,“ erwidert Hannah. „Doch ich schon,“ werfe ich ein, „Wenn sie erfahren, warum du uns filmst“ Hannah muss sofort loslachen und ich kann kaum an mich halten bei dem Gedanken, wie die beiden vor Millionenpublikum dunkelrot werden, wenn sie erfahren wen sie da angebaggert haben.
„Also jetzt macht ihr beiden mich doch echt neugierig? Also Transen seid ihr schon mal nicht. Dafür kleidet ihr euch zu normal und ihr seht auch nicht aus als hätte euch ein durchgeknallter Schönheitschirurg in Barbiepuppen verwandelt. Ich hab mal so eine Sendung mitgemacht und die waren alle total schräg die Typen; egal ob operiert oder nicht. War echt schwer wenigstens eine halbwegs glaubhaft rüber zu bringen. Aber auch die hatte eine merkwürdige Stimme.“
Als wir schließlich noch mehr lachen fällt bei Kati der Groschen. Ihre Augen weiten sich um ca. 200% und dann hört sie mit dem Fragen gar nicht mehr auf. Wir müssen ihr alles haarklein erzählen. Zwischendurch macht sie uns immer wieder Komplimente, wie natürlich wir rüberkommen. Dann wird Kati auf einmal sehr nachdenklich. „Da hast gerade gesagt, beim ersten Casting seien die echten Transsexuellen aussortiert worden. Aber wenn ich dich so beobachte Hannah, dann kann ich das irgendwie nicht glauben. Du bist zu perfekt in deiner Rolle. Ich würde zwar auch bei Laura überhaupt nicht darauf kommen dass sie eigentlich ein Junge ist und zudem noch ganz normal. Aber da gibt es wenigstens so kleine Hinweise. Als du so verunsichert warst, als die beiden Kerle dich angequatscht haben. Eine Frau mit deinem Aussehen hat so eine Situation schon tausend mal erlebt und lässt solche Typen routiniert abblitzen. Aber Hannah macht einfach überhaupt keine Fehler. Und das könnte ein Problem für dich und für meinen Job werden.“
Jetzt erkennen wir den Ernst der Lage. Wir werden gnadenlos rausgekickt, wenn rauskommt, dass Hannah sich „eingeschlichen“ hat. Aber dann hat Kati eine Idee: „Wir drehen einfach ein paar Szenen nach. Die Privaten nehmen es eh nicht so ganz genau mit der Wahrheit. Dann entwerfen wir zusammen ein paar Szenen haben sehr viel Spaß.

Magdalena
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Re: Doku Soap

Post 83 im Thema

Beitrag von Magdalena » Fr 9. Okt 2015, 22:59

Hallo Sandra,

wieder eine spannende Fortsetzung. Alles liest sich so, als ob Frau selber dabei ist. In meinenm Kopf kann ich Hanna und Laura beim Shoppen sehen.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

MichelleMarie
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Re: Doku Soap

Post 84 im Thema

Beitrag von MichelleMarie » Sa 10. Okt 2015, 09:42

Tolle Geschichte wie aus einem Guss. ....bin sehr gespannt wie es weitergeht und vor allem wie sie irgendwann....endet. Gibt es ein zurück oder wird der Weg dauerhaft....

Vielen Dank Sandra für diese Geschichte

LG Marie
"Durch die Leidenschaft lebt der Mensch; durch die Vernunft existiert er bloß."
– Nicolas-Sebastien Chamfort

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 85 im Thema

Beitrag von sandra93 » Sa 10. Okt 2015, 23:29

Hannah hat Probleme weil die Blusenknöpfe auf der falschen Seite sind; ich setzte mich breitbeinig auf eine Parkbank. Und natürlich muss ich Hannah davon abhalten auf das Herrenklo zu gehen. Sie übertreibt es ein wenig und geht wirklich herein. Die Typen dort starren uns dermaßen blöd an. Schade, dass das nicht gefilmt wird. Anschließend müssen wir so lachen, dass wir es noch mehrmals drehen müssen; diesmal aber ohne Reingehen. Schließlich schlägt Kati vor, die Jungs von vorhin anzurufen und noch ein paar peinliche Flirtszenen zu drehen. „Die sind einfach Naturtalente“, meint sie, aber ich habe dann doch zu viel Angst die beiden nicht mehr loszuwerden. Alternativ sollen versuchen „versehentlich“ unsere männlichen Stimmen zu benutzen. Aber das klappt gar nicht. Wir hören uns beide an wie Mädchen, die ungeschickt versuchen Jungenstimmen nachzuäffen. Zunächst komme ich aus dem Lachen kaum heraus, aber dann wird es mir etwas unheimlich; was ist wenn die RückOP nicht so toll klappt und ich ein Leben lang mit einer Mädchenstimme sprechen muss. Aber dann verdränge ich den Gedanken sofort wieder. So hervorragend wie die ersten OPs gelaufen sind, da werden die das Ganze ebenso elegant wieder rückgängig machen. Als wir wieder zurück sind wird uns mitgeteilt, dass morgen unser Abreisetag ist. Leider müsse ich mich nun für einige Tage von Laura trennen, aber wir werden hinterher beide nach Düsseldorf zu unseren jeweiligen Gastfamilien kommen. Aber vorher müssen wir noch einen Tag mit jemandem verbringen, den wir schon sehr lange kennen. Mir rutscht das Herz in die Hose; ich habe noch niemandem zu erzählt, was ich das nächste Jahr machen werde. Und wenn ich mir vorstelle morgen so wie ich bin meiner Mutter oder meinem kleinen Bruder gegen über zu stehen. Das geht einfach überhaupt nicht. „Das ist total unfair“, schimpfe ich; „das könnt ihr mit uns nicht machen. Ich will nicht, dass das gezeigt wird.“ Dann kommt Lisa hinzu und nimmt mich bei Seite: „Natürlich kannst du jederzeit aussteigen, aber dann must du halt auf sehr viel Geld verzichten. Ich bin davon ausgegangen, dass du den Vertrag genau durchgelesen hast.“ „Ich seid gemeine Betrüger“, sage ich mit erstickender Stimme. Dann laufe ich hoch auf unser Zimmer und falle weinend auf mein Bett. Die machen mit mir, was sie wollen und ich bin völlig hilflos dabei. Auf einmal spüre ich, wie mir Hannah sanft durch das Haar streicht. „ich kann schon verstehen, dass das für dich sehr schwer wird, aber du kannst ja gut erklären warum du das tust.“ „Gar nichts kannst du verstehen! Deine Familie weiß ja bestimmt Bescheid und ihr müsst nur ein kleines Laienschauspiel aufführen.“ Dann werfe ich wieder mein Gesicht ins Kissen und heule hemmungslos. Irgendwann beruhige ich mich dann wieder. Hannah sitzt immer noch an meiner Bettkante. Jetzt erst bemerke ich wie verheult das Kissen ist und ziemlich verschmiert mit Makeup. „Ich hab herausgefunden, wen du morgen triffst: deine Schwester. Ich glaube so wie du sie mir beschrieben hast, wird sie dich bestimmt verstehen. Wenn du willst, kann ich vorher mit ihr reden, ich hab ja schon ein wenig Erfahrung mit überraschten Verwandten; aber nur wenn du willst“
„Meinst du, du kannst sie überzeugen mich nicht auszulachen und dem Rest meiner Familie erst mal nichts zu erzählen?“ Recht hilflos schaue ich sie an. „Sie kennt dich doch gar nicht“ „Kati hat schon mit ihr gesprochen. Sie dürfte natürlich nicht sagen, was mit dir los ist. Nur dass du dich etwas verändert hast. Wenn jetzt noch jemand anruft, dann macht das auch nichts. Aber wenn ich es nicht gut mache, dann darfst du nicht sauer auf mich sein.“ „Versprochen“, flüstere ich. Dann geht Hannah raus. Eine Ewigkeit später scheint sie wieder zu kommen. Dann lächelt sie verschmitzt. Also es war nicht ganz einfach, aber jetzt ist sie unheimlich gespannt, Laura kennen zu lernen. Natürlich hat sie versprochen überrascht zu tun, wenn sie dich als Mädchen sieht. Aber wir hatten aber dann ein paar tolle Ideen, wie ihr euren Tag gestalten könnt.“ Natürlich will ich wissen, was die beiden sich ausgedacht haben, aber Hannah schweigt und lächelt.

SusiS
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Re: Doku Soap

Post 86 im Thema

Beitrag von SusiS » So 11. Okt 2015, 13:07

sandra93 am Mittwoch 19. August 2015, 23:45 hat geschrieben: Ich beschließe kurz mit meiner Schwester Julia zu telefonieren und versuche ihr die Geschichte mit dem Work and Travel zu verkaufen. Sie ist total begeistert und stellt zig Fragen wie das alles im einzelnen abläuft. Ich versuche zu antworten, aber sie wird schnell stutzig. Schließlich gebe ich auf und erzähle ihr die Wahrheit. „Wow, so viel Mut hätte ich dir gar nicht zugetraut. Das ist bestimmt total spannend und schauspielerisches Talent hast du ja. Und hinterher bist du der perfekte „Frauenversteher“. Wie heißt du jetzt eigentlich?“ Ihre Fragen und Neugierde hauen mich irgendwie um und es macht mir Mut, dass sie es zumindest gut findet, wo ich mir selber doch nicht mal sicher bin. „Du musst mich unbedingt mal besuchen, wenn du mit den OPs durch bist. Ich habe keine Ahnung wie du als Mädchen aussiehst und ich bin total neugierig. Wenn du jetzt schon sagst, du hast dich kaum im Spiegel erkannt, da müssen die Filmleute ja tolle Arbeit geleistet haben. Also dann Viel Erfolg, Laura.“
sandra93 am Samstag 10. Oktober 2015, 23:29 hat geschrieben:Aber vorher müssen wir noch einen Tag mit jemandem verbringen, den wir schon sehr lange kennen. Mir rutscht das Herz in die Hose; ich habe noch niemandem zu erzählt, was ich das nächste Jahr machen werde. Und wenn ich mir vorstelle morgen so wie ich bin meiner Mutter oder meinem kleinen Bruder gegen über zu stehen. Das geht einfach überhaupt nicht.
...
„Ich hab herausgefunden, wen du morgen triffst: deine Schwester. Ich glaube so wie du sie mir beschrieben hast, wird sie dich bestimmt verstehen. Wenn du willst, kann ich vorher mit ihr reden, ich hab ja schon ein wenig Erfahrung mit überraschten Verwandten; aber nur wenn du willst“
„Meinst du, du kannst sie überzeugen mich nicht auszulachen und dem Rest meiner Familie erst mal nichts zu erzählen?“ Recht hilflos schaue ich sie an. „Sie kennt dich doch gar nicht“ „Kati hat schon mit ihr gesprochen. Sie dürfte natürlich nicht sagen, was mit dir los ist. Nur dass du dich etwas verändert hast. Wenn jetzt noch jemand anruft, dann macht das auch nichts. Aber wenn ich es nicht gut mache, dann darfst du nicht sauer auf mich sein.“ „Versprochen“, flüstere ich. Dann geht Hannah raus. Eine Ewigkeit später scheint sie wieder zu kommen. Dann lächelt sie verschmitzt. Also es war nicht ganz einfach, aber jetzt ist sie unheimlich gespannt, Laura kennen zu lernen. Natürlich hat sie versprochen überrascht zu tun, wenn sie dich als Mädchen sieht.
Hat Laura vergessen, das sie ihre Schwester Julia schon die Wahrheit gesagt hatte? (Julia das Gespräch auch?)

Mit freundlichen Grüßen SusiS

sandra93
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Re: Doku Soap

Post 87 im Thema

Beitrag von sandra93 » Mo 12. Okt 2015, 07:28

Abwarten.. lasst euch überraschen ;)

Cybill
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Re: Doku Soap

Post 88 im Thema

Beitrag von Cybill » Mo 12. Okt 2015, 16:47

Ganz einfach: KLASSE!
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

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Re: Doku Soap

Post 89 im Thema

Beitrag von sandra93 » Di 13. Okt 2015, 00:31

Am nächsten Morgen gebe ich mir besonders viel Mühe. Irgendwie will ich meine Schwester nicht enttäuschen. Ich will auf gar keinen Fall nuttig oder wie eine Drag Queen rüberkommen. Ich suche mir ein dünnes ockerfarbenes Top mit langen Ärmeln aus. Es ist recht tief ausgeschnitten sodass man meinen Busen durchaus erahnen kann. Strumpfhosen brauche ich einfach. Damit fällt es mir mittlerweile viel einfacher, mich als Frau zu fühlen. Dann probiere ich eine eng anliegende Jeans an. Mit gefällt es aber Laura, mit der ich ja immer noch das Zimmer teile, meint: „Das geht gar nicht. Du hast so sexy Beine, die darfst du nicht verstecken.“ „Aber ich will nicht, dass mir alle hinterherstarren“. „Das wird sich ab jetzt eh kaum noch vermeiden lassen. Denk mal an gestern.“
Dach einigem Hin und her lasse ich mich dann doch von Hannah überzeugen. Am Ende wird es blauer Sommerrock unten mit einigen rosa und weiß abgesetzten Stellen. Dazu ein passender dünner rosa Gürtel. Sogar meine Strumpfhose muss ich wieder ausziehen. „Dafür ist es heute definitiv zu warm,“ meint Hannah. Dazu eine Sonnenbrille und bequeme Sandalen im Hippielook. Dann noch die Kreolen, die ich gestern eingekauft habe. Ich verabschiede mich von Hannah und nehme meine große Umhängtasche. Draußen vor der gekiesten Einfahrt wartet bereits ein Taxi. Kati, die Kamerafrau begleitet mich diesmal nicht. Sie ist bereits gestern nach Frankfurt vorgefahren, wo meine Schwester studiert. Als ich aus dem Haus trete schlägt mir eine ziemliche Hitze entgegen. Es war absolut richtig keine Strumpfhosen anzuziehen. Es ist ein angenehmes Gefühl, wenn der dünne Stoff meine glatten Beine streift. Aber gleichzeitig fühle ich mich untenherum irgendwie nackt. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen habe ich einen Stringtanga angezogen; einfach weil er gut zu meinem BH passt. Ich steige hinten ein. Dabei vergesse ich das Kleid glattzustreichen. Zum Glück merke ich es sofort. Der Taxifahrer versucht mich trotzdem in ein Gespräch zu verwickeln. Zum Glück gibt er nach kurzer Zeit auf. Als wir am Bahnhof in Konstanz ankommen, habe ich ein wenig Angst auszusteigen. Ich fürchte sämtlich Männerblicke auf mich zu ziehen, obwohl das Kleid gar nicht übertrieben kurz ist. Auch sehe ich viele andere Frauen, die wegen des schönen Wetters ebenfalls Röcke oder Kleider tragen. Ich bilde mir ein, dass mich meine Sonnenbrille vor den männlichen Blicken schützt. Zumindest sehen die Kerle dann nicht, wie unsicher ich bin. Trotzdem erfordert es mein gesamtes Schauspielerisches Talent, entspannt und selbstbewusst durch die Bahnhofshalle zu gehen. Jetzt zahlt sich das Training der letzten Wochen aus. Den ganz dezenten weiblichen Hüftschwung beherrsche ich mittlerweile ganz gut. Trotzdem bemerke ich, den einen oder anderen männlichen Blick, der mir folgt. Aber es ist nicht so schlimm, wie ich gedacht habe. Der Sender hat mir einen Platz 1. Klasse im Großraumwagen reserviert. Es ist schön klimatisiert und der Wagen ist nicht allzu überfüllt. Nur das Handygequatsche der Anzugträger nervt etwas. Ich nehme mir meine Modezeitschrift und blättere entspannt darin herum. Dann stoße ich wie zufällig auf einen Artikel:
„Schwestern, die besten Freundinnen“, ich fange interessier an zu lesen aber dann wird mir klar, dass ich einen Riesenfehler gemacht habe. Ich habe Hannah gar nicht gesagt, dass Julia, meine Schwester schon von meinem Abenteuer wusste. Irgendwie ging das alles so schnell. Ich wollte nicht, dass Hannah weiß, dass ich mit meiner Schwester darüber gesprochen habe. Irgendwie habe ich in dem Moment gedacht, das schmälert meine Freundschaft mit Hannah, wenn jemand anderes auch so viel weiß. Das ist natürlich völliger Quatsch, aber in dem Moment war ich einfach so bescheuert. Was ich nur nicht verstehe: „Warum ist Hannah nach dem Gespräch mit Julia so entspannt zurückgekommen? Kann eigentlich nur sein, dass Julia so getan hat, als würde sie die Geschichte zum ersten Mal hören. Aber dann wird es gleich in Frankfurt bestimmt eine kleine Gardinenpredigt geben. Julia mag es gar nicht, wenn man nicht ehrlich ist. Das kann ein ungemütlicher Nachmittag werden.
Schließlich komme ich in Frankfurt an. Kati erwartet mich schon am Bahnsteig. Ich muss zweimal aussteigen, weil die Szene beim ersten Mal zu weit weg war. „Deine Schwester ist echt nett. Sie sitzt vorne im Cafe und wartet auf dich. Habe mich echt nett mit ihr unterhalten.“
Mit klopfendem Herzen nähere ich mich dem Tisch, an dem sie sitzt. Kati bleibt etwas im Hintergrund. „Hallo Julia,“ sage ich zaghaft. Sie schaut mich an, aber ist irgendwie verwirrt. Dann nehme ich die Sonnenbrille ab. Immer noch will der Groschen nicht wirklich fallen. Sie schaut zu Kati herüber. Die nickt uns zu. „Was soll das Ganze?“, fragt sie etwas ungehalten. „Ist das irgend so ein versteckter Kamera Mist. Ich schickt mir hier eine unbekannte Blondine hin, die behauptet, sie sei mein Bruder und ich soll euch den Quatsch abkaufen. Ich fange an noch nervöser zu werden. Damit hatte ich gar nicht gerechnet. „Julia, ich bin es wirklich dein Bruder Basti.“ „Du hörst dich aber sehr merkwürdig an. Was läuft hier?“ Ich fühle mich völlig hilflos, da flüstert mir Kati zu: „erzähl einfach etwas, was nur ihr beide wissen könnt.“ Dann erzähle ich von der Katze, die sie unbedingt aus unserem Urlaub in Korfu mit nach Hause nehmen wollte. Irgendwie will sie mir immer noch nicht so ganz glauben. Sie stellt mir noch einige Fragen und dann scheint die Info endlich bei ihr angekommen zu sein. „Deine Freundin Hannah hat mit zwar erzählt, dass die Visagisten und Chirurgen ganze Arbeit, oder besser gesagt fast ganze Arbeit geleistet haben. Aber das mir jetzt hier eine junge Frau mit Modelpotential gegenübersteht, die mein Bruder sein soll, also mit so etwas habe ich echt nicht gerechnet. Aber sag mal, was sollte dieser Anruf gestern von deiner Freundin? Hast du ihr nicht gesagt, dass ich bereits Bescheid weiß. War echt ziemlich peinlich für mich. Ich senke meinen Blick und dann versuche ich zu erklären. Am Ende nimmt sie meine Entschuldigung an. dann fahren wir zu ihrer Wohnung. Kati ist nicht mitgefahren. Sie meinte, die Begrüßungsszene war so gut, sie hat jetzt vorerst genug Material und lässt und jetzt mal etwas Privatsphäre.
Ihre Wohnung liegt im Erdgeschoß und hat eine kleine Terrasse, die zum Glück schön schattig liegt. Wir trinken einen Eiskaffee und wenn nicht alle fünf Minuten ein Flieger über und hinwegfliegen würde, wäre es echt nett. Aber als Studentin, kann sie sich die Wohnung aber wenigstens leisten. Sie will natürlich alles haarklein erzählt bekommen und weil ich ein schlechtes Gewissen habe, versuche ich so genau wie möglich zu antworten. Sie ist völlig fasziniert.
„Weiß du, was mich am meisten wundert, ist wie natürlich du dich bewegst und sprichst. Jede Geste und Bewegung alles 100% Frau und dabei noch total natürlich. Kannst du eigentlich noch auf männlich machen?“ Ich stehe auf und gehe mit einem leichten Hüftschwung einige Meter weg, dann drehe ich mich um und falle in den Gang eines schlaksigen männlichen Teenagers und setze mich breitbeinig wieder auf den Stuhl. Julia kriegt sich kaum noch ein, so komisch muss das ausgesehen haben. Mir fällt das Lachen etwas schwerer. Ich habe mich gerade sehr konzentrieren müssen, bei meinem „Rückfall“. Dann wird sie etwas ernster. „Also, Hannah hat gesagt, dass deine OPs geradezu phänomenal verlaufen sind, was das Ergebnis betrifft. Also.. ich weiß das ist ziemlich indiskret und ich bin ja deine Schwester, aber… also ich habe auch mal überlegt, meinen Busen machen zu lassen, aber ich habe Angst dass es hinterher irgendwie künstlich aussieht.“ „Und jetzt soll ich die meine zeigen? Sag das doch gleich, wir sind doch Geschwister!“ Dann stehe ich auf Öffne den Reißverschluss von meinem Kleid und lasse es fallen. Anschließend öffne ich meinen BH und lege ihn auf den Tisch. Julia ist ebenfalls aufgestanden und betrachtet mich lange. Merkwürdigerweise macht mich das nicht nervös. Im Gegenteil ich verspüre ein wenig Stolz auf meine Brüste, gerade weil sie sie so bewundernd betrachtet. „Darf ich sie mal anfassen? Also nur damit ich weiß, wie sich das bei mir hinterher anfühlt. „Die fühlen sich ja total normal an, man von außen nichts von den Implantaten fühlen. Fühlst du da einen Fremdkörper, Laura?“ „Mittlerweile nicht mehr. Aber am Anfang hatte ich das Gefühl, ich habe zwei Luftballons in meiner Brust. Aber nach wenigen Tagen hat sich das Gefühl gelegt.“ Während ich spreche befühlt Julia weiter sehr vorsichtig meine Brüste. Als sie dabei zufällig meine Brustwarzen berührt, geht ein kleiner Schauder durch meinen Körper. Julia bemerkt es und versucht ihr Staunen zu verbergen. Ich ziehe mich wieder an, und wir reden noch über dieses und jenes.

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Re: Doku Soap

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Beitrag von sandra93 » Di 13. Okt 2015, 12:22

An dieser Stelle noch mal vielen lieben dank für die netten Kommentare und zahlreichen Danksagungen.

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