Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?
Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang? - # 10

Crossdressing und selbst Erlebtes... Erdachtes
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Drachenfrau
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 136 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

sbsr hat geschrieben: Do 12. Apr 2018, 16:31
Drachenfrau hat geschrieben: Do 12. Apr 2018, 09:38 Denn dadurch, dass du es deiner Frau verschwiegen hast, war ein bestimmtes Bedürfnis größer, was du gebraucht hattest, als das, es ihr zu sagen und den Konsequenzen ins Auge zu sehen - auch hier kann wieder Angst etwas damit zu tun gehabt haben.
Hallo Ulla,

für mich eine plausible Erklärung, ich habe auch keine Notwendigkeit, das vor mir selbst zu rechtfertigen.
Hallo Svenja,

ich sehe das nicht als eine Rechtfertigung, sondern mehr einen Weg sich selbst zu verstehen, sich besser kennen zu lernen und seine "Fehler" in einem neuen Licht zu betrachten, was langfristig dazu führen kann, dass das Leben etwas einfacher wird - besonders in der Kommunikation anderer Menschen gegenüber.
Meine früheren "Fehler" unter dem Gesichtspunkt von Bedürfnissen zu betrachten, warum ich diese beging, hat mich eine ganze Menge selbstehrlicher werden lassen, authentischer und ich kenne mich nun wirklich ein Stück weit anders - neuer.
Es ist etwas, das Marshall Rosenberg mit zugrunde legte in der Gewaltfreien Kommunikation.
Hieraus habe ich diesen Gedanken gezogen.

Deswegen schrieb ich ja auch, dass immer wieder, wenn es sich ergibt, das Gespräch zu suchen.
Denn ein anderer Gesichtspunkt ist, wie kannst du dich selbst sehen wie du bist, aber nicht deine Frau?
Vielleicht ist das eine Chance, deine Frau noch einmal neu kennen zu lernen, ihre Ängste mit zu erforschen, wo sie her kommen und was ihr tun könnt, um zusammen mutig durchs Leben zu gehen. (Das gilt umgekehrt auch für dich)

In Bezug auf eure Nachbarn musste ich an früher denken.
Vor über 20 Jahren war ich selbständig irgendwo im Süden in einem Dorf. Ich saß regelrecht auf dem Präsentierteller 24/7.
Was ich trug, was ich nicht trug, was ich im Restaurant aß oder nicht, wann ich dort war oder nicht, was ich einkaufte, mit wem ich redete, etc.
Ich habe nicht - bis heute nicht - verstanden, weshalb dies für andere so wichtig war.

Die allerwichtigste Lektion meines Lebens daraus war: man kann es den anderen nicht zu 100 % recht machen - es wird immer welche geben, die einen für irgendetwas kritisieren UND niemand hat sich darum gerissen, mal 1000 Meilen in meinen Schuhen zu gehen oder in meiner Haut stecken zu wollen.

Wie ich schon weiter vor in einem Beitrag schrieb, braucht deine Frau auch für sich und die neue Erkenntnis über dich Raum (Zeit für sich, die Möglichkeit sich auf ihre Weise wieder neu zu finden, zur Ruhe zu kommen und mit dem neuen Wissen umgehen zu können, es wirken zu lassen).
Ich habe extra geschrieben Raum, nicht Zeit allein, denn ohne dass man diese Zeit nutzt Neues auszuprobieren, verändert sich nichts.

Viktoria brachte es ja auch noch einmal auf den Punkt. Du hast jetzt keinen Grund mehr zu lügen und es ist ein Prozess, der machbar ist, dass ihr euch wieder zusammen findet.

Liebe Grüße,
Ulla
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 137 im Thema

Beitrag von sbsr »

Nachdem meine Frau und ich gestern im Auto nochmal ein kurzes Gespräch hatten, möchte ich Euch einen kleinen Statusbericht geben.

Es bleibt wohl dabei, dass sie sich mit dem Gedanken nicht wirklich anfreunden kann. Deshalb belasse ich es im Moment bei unserer Einigung einmal im Monat, ich möchte sie nicht überfordern. Sie möchte weiterhin nichts damit zu tun haben, niemanden der anderen Frauen am Stammtisch (egal welchen biologischen Ursprungs) treffen, und nichts davon sehen. Also weder meine Kleidung noch mich abseits MM.

Sie macht sich inzwischen praktische Gedanken. Wir sind also so weit, das finde ich schon einen riesen Schritt, dass wir uns über das "wie" unterhalten können. Große Bedenken hat sie ja immer noch wegen der Nachbarn, allerdings ist sie offensichtlich dazu bereit, dass ich mich im Haus umziehen darf. Sie hat von sich aus vorgeschlagen, auf dem Heimweg kann ich unterwegs die Perücke abnehmen und eine Jacke drüber ziehen, in der Dunkelheit bemerkt den Rest dann im Vorbeifahren niemand mehr. Meinen Gegenvorschlag, dass das auch hin zu funktionieren wird, hat sie wenigstens nicht mehr kategorisch abgelehnt, sie meinte nur es sieht halt bei sommerlichen Temperaturen komisch aus, wenn ich mit Jacke im Auto sitze. Außerdem macht sie sich tatsächlich Sorgen um meine Gesundheit (oder ums Auto?), ich darf nicht mit Absatzschuhen Auto fahren.

Unlängst beim Hausputz fand sie im Keller ein Paar meiner Damenschuhe, schwarze Hochfront Keil Pumps, die ich auch im MM gerne mal anziehe. Die standen unter meinem zur Werkbank umfunktionierten Schreibtisch, nicht sonderlich versteckt, sondern einfach drunter gestellt. Ihr Kommentar als ich nach Hause kam war lediglich, wüsste sie nun nicht, was los ist, hätte ich jetzt Erklärungsschwierigkeiten gehabt. Da stünden nämlich "irgendwelche hohen Schuhe" im Keller, näher angeschaut hat sie sie also scheinbar nicht.

Was mir ein wenig die Hoffnung nimmt, dass sie irgendwann einmal halbwegs damit klar kommen könnte ist, sie redet sich immer noch ein, dass ich ihr 15 Jahre lang etwas vorgespielt habe. Ich habe versucht ihr zu erklären, dass sie mich trotzdem kennt wie ich bin, nur kannte sie eben einen kleinen Teil von mir bislang noch nicht. Sie sieht das aber immer noch so, als wäre ich innerlich ein komplett anderer Mensch und alles was sie bislang kannte sei nur Fassade. Zumindest hat sie das gestern so gesagt, unseren Alltag verleben wir im Moment wieder wie bisher, da merkt man ihr diese Einschätzung nicht an.
LG, Svenja

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 138 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Svenja,

schön, dass du ein Update schreibst.
Wir hatten gestern mit zwei Freundinnen (eine TS und ihre Partnerin) ein interessantes Gespräch gehabt. Die beiden haben wir auf den Selbsthilfetreffen kennengelernt und darüber hinaus entwickelt sich eine schöne Freundschaft.
Mit der begleitenden Partnerin kam genau das Thema auf: die Vergangenheitsbewältigung, lange nicht gewusst zu haben, dass der Partner CD/TS ist.
Sie brachte einen Punkt auf über den ich finde, es sich lohnt nachzudenken.
Dieser ist: dass viele ja sehr lange gar nicht wissen, was mit ihnen los ist und sie Zeit brauchten, um das für sich heraus zu finden, damit sie sich erklären können/konnten.
Bleibt natürlich immer die Frage, ob die betroffene Partnerin bereit ist darüber nachzudenken, ob das für sie ein Aspekt sein kann.

Es ist gut möglich, dass deine Frau auch Sicherheit sucht. Sicherheit wie ihr Leben weiter geht, Sicherheit in Bezug auf eure Beziehung, Sicherheit in Bezug auf das Umfeld.
Niemand kann irgendjemandem Sicherheit geben.
Sicherheit ist per se eine Illusion.

Etwas Hilfestellung hätten da wirklich Gespräche mit anderen betroffenen Partnerinnen sein können, die bereits den offenen Umgang damit vorleben und echte Erfahrungen aufzeigen, dass die Ängste unbegründet sind.

Ich wünsche euch weiterhin viel Glück.

Liebe Grüße,
Ulla
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 139 im Thema

Beitrag von Michi »

Hallo Svenja,

es freut mich zu lesen, dass die Situation bei euch wohl doch nicht so schlimm ist, wie du zuerst befürchtet hast.

Dass sich deine Frau schwer tut, ist schon nachvollziehbar, und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich die Verhältnisse wieder so weit normalisiert haben, dass ihr grundsätzliches Misstrauen vergeht. Sie muss wohl erst bereit sein, dich ein Stück weit neu zu entdecken, um zu bemerken, dass du immer noch der Mensch bist, den sie kennen und lieben gelernt hat, und ebenso, dass diese verborgenen Anteile schon immer da waren und dich zu dem gemacht hat, was sie kennen und lieben gelernt hat. Da musst du wohl viel Liebe und Geduld aufbringen.


Liebe Grüße
Michi
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Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 140 im Thema

Beitrag von sbsr »

Drachenfrau hat geschrieben: Mo 23. Apr 2018, 21:34 Es ist gut möglich, dass deine Frau auch Sicherheit sucht.
Hallo Ulla,

ja das ist gut möglich. Meine Frau ist seit je her ein sehr fremdbestimmter Typ, das ist vermutlich bedingt durch ihre Eltern, der Vater stets recht dominant, die Mutter zwar oberflächlich höflich, sagt aber unterschwellig klar wo's lang geht. Jedenfalls braucht meine Frau immer jemanden, der für sie entscheidet, das hat schon etliche Male zu nervenaufreibenden Endlosdiskussionen geführt.

Sie sucht sich zum Beispiel Kleidungsstücke raus, kauft sich aber kein einziges, bevor sie nicht mindestens eine externe Meinung oder besser gesagt Bestätigung hat, dass ihr das betreffende Stück steht und passt. Richtig gehört, selbst ob es ihr passt fragt sie mindestens mich, am besten alle Anwesenden.

Da steckt so viel Minderwertigkeitsgefühl (kann man das so nennen?) und Unsicherheit in ihr, dass sie wirklich für alles jemanden sucht und braucht, der ihr sagt, ja das ist OK was Du machst. Dazu oder dadurch kommt eine extreme Angst vor Neuem. Ein Beispiel dazu, sie traut sich nicht selbst bei FB anmelden, weil das hat sie ja noch nie gemacht. Anstatt es einfach auszuprobieren, verwendet sie lieber meinen bestehenden (Mann-) Account. Alternativ müsste ich ihr "zeigen" wie es geht, heißt in der Praxis ich mache es und sie schaut zu.

Sowohl dieses "Wie findest Du das?" oder "Was meinst Du soll ich machen?", als auch das ständige "Ich habe das noch nie gemacht, mach mal Du!" stehen für mich für ein Sicherheitsbedürfnis im Sinne von: Andere fragen, dann kann man selbst nichts falsch machen. Früher waren es ihre Eltern, jetzt bin ich dafür da. Dass ich jetzt plötzlich als starker Mann und Beschützer weg fallen könnte, mag schon eine gewisse Verlustangst auslösen.

Ein weiterer Punkt, der mir unabhängig davon vorgestern auch mal wieder überdeutlich aufgefallen ist, meine Frau ist durchaus der Typ "Ich bin traurig, weil ich weine". Soll heißen, sie redet sich einmal ein, dass etwas oder eine Situation ganz furchtbar ist, und steigert sich dann derart rein, bis sie schließlich nicht mehr akzeptieren kann, dass sie es selbst eigentlich gar nicht so schlimm findet. Ich hoffe Ihr versteht was ich damit meine.

Ihre erste Emotion war OMG, mein ganzes Leben ist eine Lüge, ich bin kein Mann sondern eine verkappte Frau und nichts von dem was sie kennt ist echt. Obwohl ich ihr genau das Gegenteil vorgelebt habe, nämlich weiter unseren normalen Alltag, keine aufgesetzte Rücksicht oder sonst was, sondern unverändert ich wie immer, hält sie stur daran fest. Wahrscheinlich bräuchte es auch in diesem Fall jemanden von Außen, der ihr sagt wie sie darüber denken soll, aber es ist ihr so peinlich, dass sie nicht einmal mit ihrer langjährigen besten Freundin darüber reden mag.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 141 im Thema

Beitrag von Drachenfrau »

Hallo Svenja,

das ist schon ziemlich ein Teufelskreis und der hat leider auch noch für 15 Jahre relativ für sie funktioniert.
Ganz klar, dass eine solche Veränderung euch beide deutlich aus der Komfortzone heraus geschleudert hat, denn ein solches Konstrukt ist ein sehr empfindliches Gebilde, das eher zerbricht als es sich angleicht.
Leider kann man hier nur im Trüben spekulieren, da deine Frau sich für ihre Freundin und niemanden öffnen mag.
Die Frage wäre, was sie an Möglichkeiten/Umständen bräuchte, um sich anzuschauen, was sie für sich tun kann.
Denn, wie du erkannt hast, solange sie die Meinung anderer Menschen braucht, weil sie selbst nicht sicher ist, kann es gut sein, dass da Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl fehlen und das würde sie brauchen bzw. ihr helfen zu lernen, souverän mit einem Mann umzugehen, der hin und wieder Frauenkleider trägt.
Weiterhin wäre die Frage, wie sie sich selbst als als Frau gefallen würde, die selbstbewusst ist und weiß, was sie will. Wie könnte man ihr dahin helfen, dass sie sich das vorstellen könnte?

Svenja, es wird immer ein Balanceakt sein, der euch beiden Kraft abringt, wenn sie in ihrem Verhalten weiter erstarrt ist. Trotzdem eine Chance gibt es jederzeit.
Dass sie sich "belogen" fühlt, ist, wie du schon erkannt hast, tatsächlich eine Entscheidung, ob man sich das für eine Weile anschaut bis man feststellt: "nä, mit dem Gedanken fühle ich mich nicht wohl, was kann ich ändern" oder ob man darin verharrt.
Vielleicht ist das auch ein Mittel, um weiter Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.

Meine Eltern hielten mich auch lange naiv und ich war im Leben sehr unsicher, nicht wirklich eigenständig und bin natürlich so richtig in die Sch.... hinein gerasselt - doch sie war wertvoll. Sie gab mir die Lektionen, die ich brauchte, um zu lernen, was ich jetzt weiß. Ich kann deiner Frau sehr gut nachfühlen, dass sie eine Ahnung hat, es könnte erst einmal etwas ungemütlich werden, wenn man aus seinem schönen Cocon die Nase in die frische Luft hinausstreckt.

Das einzige, was du tun kannst, immer wieder mit ihr sprechen und ihr Fragen stellen, solche, die sie weder mit ja noch mit nein allein beantworten kann, z. B. wie meinst du das? oder wie würdest du gut beschreiben? oder was würdest du gerne mal im Leben machen, was du dich bisher noch nicht getraut hast? oder oder oder.
Sehr oft frage ich Denies wie es ihr geht - das kann momentan am Tag mehrfach sein, wenn ich bei ihr einen Umschwung in der Stimmung merke, z. B.
Oder ich frage sie (schon von Anfang an), was sie gerade gedanklich bewegt und versuche so lange mit eigenen Rückmeldungen von dem, was sie mir sagte und was ich fragte zu erforschen, was gerade ist, bis ich "auf ihrer Seite" angekommen bin (Verstehen/Mitgefühl).
Das kann Zeit brauchen - Übung, wie man da am besten fragt, ohne dass der Mensch gegenüber sich fühlt wie unter die Lupe genommen oder auf dem Prüfstand oder gar meint, es geht um Vorwürfe.
Ich glaube fast ein Jahr lang war es ein Tanz hin und her, seitwärts, vorwärts, rückwärts bis sie verstand, dass sie mir alles sagen konnte, was in ihr vorging, ohne dass ich in irgendeiner Weise so reagiere, dass es für sie in eine Form von (emotionalem) Stress führen könnte.

Auf keinen Fall ist es hilfreich, für euch beide nicht, wenn sie in ihrer Komfortzone bestärkt wird - immer wieder mit einem Mini-Pickel Löcher reinpicksen - mit Geduld und Verständnis.
Hast du dir überlegt, vielleicht selbst erst einmal in eine Beratung zu gehen?
Denn leider fehlt hier virtuell doch eine ganze Menge, um den echten Ansatzpunkt zu finden.

Ich wünsche dir weiterhin ganz viel Kraft.
Habe mal nachgeschaut wie weit du von München aus weg wohnst - leider nicht gerade um die Ecke - denn dann hätte ich gesagt, wir trinken mal einen Kaffee zusammen.

Viele Grüße,
Ulla
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 142 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

Hi Mädels, insbesondere
Svenja & Ulla:

Ihr beiden habt mit Euren letzten Beiträgen viel analytisches, ja Verhaltens-psychologisches Geschick bewiesen. Und des "Pudels Kern" sehr anschaulich freigelegt. Wenn Deine Frau auf diese Schiene zu bugsieren wäre, könnt ihr mit Sicherheit einen großen Schritt in Richtung Entspannung der Situation machen.🌈

Bei aller Bewunderung, die ich für Ulla's Fähigkeiten empfinde, sehe ich wie sie auch das Problem, dass wir hier noch so kluge und richtige Dinge schreiben können, wie wir wollen, OHNE den Impuls Deiner Frau an sich und den sie fesselnden Strukturen, in denen sie gefangen ist aktiv zu arbeiten, wird es nicht gehen.

Versuche dies geduldig und in der Form wie Ulla schon schrieb immer wieder anzustoßen. Eine Therapie ist dabei keine Schande, sondern immer eine Chance ein besseres Leben sich zu eröffnen. Weit jenseits der CD Problematik.

Hoffnungsvolle Grüße
Ronda.
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 143 im Thema

Beitrag von sbsr »

heike65 hat geschrieben: Sa 28. Apr 2018, 05:05
sbsr hat geschrieben: Di 24. Apr 2018, 10:48 Den größten Vorwurf macht meine Frau mir wegen der langen Zeit davor, die sie jetzt rückwirkend zur Lebenslüge erklärt.
Da hat deine Frau absolut recht, denn du hast sie 15 Jahre belogen und hintergangen, Sorry wenn das hart klingt, aber der Partner/die Partnerin sollte doch die Person sein mit der man alles teilt, oder nicht ?
Diesen Punkt möchte ich gerne hier noch einmal aufgreifen, weil mich das schon auch beschäftigt und belastet.

Wie ich ja schon geschrieben habe, kann ich die Reaktion meiner Frau ein gutes Stück weit nachvollziehen. Ich habe ihr, obwohl ich zumindest teilweise schon selbst davon wusste, diese Seite von mir komplett verschwiegen und ihr damit die Möglichkeit genommen, sich frühzeitig von mir zu trennen und ein besseres Leben zu führen.

Auch wenn das im Nachhinein nichts mehr hilft oder an der Situation ändert, so kann ich diese Entscheidung, nichts zu sagen, für mich selbst damit rechtfertigen, dass ich sehr sehr lange gebraucht habe, um mir überhaupt selbst klar zu werden, was diese andere Seite ist. Klar habe ich trotzdem ein schlechtes Gewissen und kann vom jetzigen Standpunkt nur sagen, hätte ich geahnt wo mich das hin führt, hätte ich (vermutlich) früher damit raus gerückt.

Hätte, hätte. Es ist nun mal so wie es ist, das kann ich nicht mehr ändern, ich kann nur noch versuchen von hier aus einen Weg zu finden.

Ich möchte noch einmal betonen, nicht die Tatsache, dass mir meine Frau diese Heimlichtuerei verübelt, stößt mir auf. Sondern die Art und Weise, wie sie mich das spüren lässt. Ohne jetzt prahlen zu wollen, sie hat mir mir bei weitem nicht den schwierigsten Mann gefunden. Ich mache alles, damit unser Leben möglichst ordentlich verläuft, ich helfe im Haushalt bzw. organisiere diesen alleine, wenn sie mal wieder das ganze Wochenende auf dem Sofa liegt, weil die Arbeitswoche so stressig war. Um Haus und Garten kümmere ich mich alleine, Behördenangelegenheiten regle ich, habe neben 40 Stunden Arbeit noch 20 Stunden Zweitjob gemacht damit das Geld reicht, während sie halbtags arbeitete. Sie wollte die Wände lila und orange, so habe ich sie halt gestrichen obwohl es mir nicht gefiel. Über all das beschwere ich mich nicht, ich hätte nein sagen können, aber ich habe es gemacht und kein Problem damit.

Für das alles jetzt nach 15 Jahren Beziehung behandelt zu werden wie ein Fußabtreter, das finde ich unfair. Vor dem Altar habe ich geschworen ihr treu zu bleiben und sie durch gute und schlechte Tage zu begleiten, daran halte ich mich bis heute. Es waren viele schlechte Tage dabei, nicht lange nach unserer Hochzeit wurde sie krank, seitdem habe ich auch nicht mehr die Frau, die ich geheiratet habe, trotzdem versuche ich so gut es geht damit klar zu kommen. Jetzt, wo ich an einem Punkt angekommen bin, wo ich etwas für mich vom Leben haben will, zählt nur noch die eine große Lüge, durch die plötzlich nichts mehr wahr ist. Diese eine Lüge ist es, die 15 Jahre Beziehung für null und nichtig erklärt.

Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht um Mitleid oder so. Aber seit diesem entscheidenden Wochenende vor fünf Wochen weiß ich eine Stelle an einer Landstraße, wo ich es gut nach einem Unfall aussehen lassen könnte, damit meine Frau wenigstens die Lebensversicherung ausbezahlt bekommt. Geld lag ihr sowieso schon immer mehr am Herzen als manch anderes, dann hat sie wenigstens das von mir, wenn schon der Rest nichts wert ist.

Ja ich habe gelogen, 15 Jahre lang, ich hatte meine Gründe dafür, ob diese gut oder schlecht waren muss jeder für sich entscheiden. Trotzdem hätte ich die Hoffnung gehabt, dass meine Frau unser gemeinsames Leben ein wenig mehr würdigt und irgendwie versucht, zu mir zu stehen. Dass sie das noch nicht einmal versucht, das ist es was mich traurig macht.
LG, Svenja

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FallenMycraft

Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 144 im Thema

Beitrag von FallenMycraft »

Hallo liebe Svenja,

eigentlich schreibe ich ja immer erst wenn ich eine komplette Geschichte verinnerlicht habe, aber in diesem Fall möchte ich so schnell wie möglich reagieren.
sbsr hat geschrieben: Mo 30. Apr 2018, 15:38 Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht um Mitleid oder so. Aber seit diesem entscheidenden Wochenende vor fünf Wochen weiß ich eine Stelle an einer Landstraße, wo ich es gut nach einem Unfall aussehen lassen könnte, damit meine Frau wenigstens die Lebensversicherung ausbezahlt bekommt. Geld lag ihr sowieso schon immer mehr am Herzen als manch anderes, dann hat sie wenigstens das von mir, wenn schon der Rest nichts wert ist.
Tu das bitte bitte nicht! Ich weiß solche Gedanken können immer mal auftauchen, wenn die Verzweiflung groß wird aber glaube mir egal wie dreckig es dir gerade geht, es wird auch wieder besser! Wenn du jemanden zu schreiben oder reden brauchst biete ich mich gerne an. Und ich denke viele andere hier auch. (Mich kennst du ja noch nicht so richtig).

Was Deine Frau an geht klingt das gerade mehr danach, dass du quasi die ganze Ehe lang genau das warst was sie wollte. Und jetzt ist da eben etwas was sie nicht will. Ich denke es hätte auch etwas völlig anderes sein können, die Reaktion wäre die selbe gewesen. Frei nach dem Motto: "Ich muss nur genug Druck ausüben, dann bringe ich ihn schon wieder auf Spur!"

Viele liebe Grüße

Daniela

PS.: Fühl dich mal gedrückt! (dr)
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 145 im Thema

Beitrag von Denies »

Hallo Svenja,

das was Daniela geschrieben hat sehe ich ähnlich.

So geht es aber nicht nur dir, es ist in den meisten Fällen nicht die Transition, das TV/CD was auch immer, sondern es geht um eine Veränderung in der Beziehung die aufkommt.

Menschen halten zum einen gerne am alten Fest und zum anderen sind es dann noch nicht mal die Partner selber die damit so ein persönliches Problem haben, oder es furchtbar finden.

Nein oft geht das Gedankliche Angst-Karussell in eine ganz andere Richtung, was sagen Nachbarn, Freunde, die Familie, die Partner möchten sich nicht damit konfrontiert sehen, das ist peinlich, unangenehm, das macht man doch nicht usw.

Ich denke, wenn wir nicht alle diese schon (Neurotisch) gewordenen Ängste, von Verlust oder Ablehnung noch im Unterbewusstsein hätten, was noch aus unseren Kindertagen stammt und damals zum Überleben auch real war.

Wir mussten um die Gunst und Zuneigung der Eltern zu bekommen, gewisse Verhaltensmustern anpassen, waren dazu gezwungen um zu überleben, wozu auch Lügen und Heimlichkeiten gehörten,
diese Muster sind aber so tief in uns verankert, dass wir sie immer noch für Existenzbedrohend halten.

Ich glaube nicht das ein Mensch gerne mit einer Lüge lebt, weil wir dann nicht frei und authentisch sein können, selber unser Leben damit begrenzen und armselig machen.

Hier helfen nur offene ehrliche Gespräche, sollte die Offenbarung vom anderen missbraucht oder ausgenutzt werden, sorry dann ist er kein Stück besser wie derjenige der gelogen hat, denn jeder hat eine Chance verdient und keiner ist perfekt in seinem verhalten.


Was sicherlich falsch aber verständlich war, dass du deine Frau den Popo nachgetragen hast, sie hat dich zu ihrer Marionette gemacht und jetzt willst du etwas anderes für dich selber tun, da kommt Wiederstand, auf, die Fäden können sich verheddern, die sie doch all die Jahre so gut in der Hand hatte.

Du kannst ihr noch nicht einmal dafür ein Vorwurf machen, oder dafür etwas erwarten, was du alles getan hast, denn sie hat nicht mit der Pistole neben dir gestanden und das gefordert, sie hat ein Muster bedient, das du ihr ermöglichst hast und dieses Muster ist mit den Jahren stark geworden.

Ich kann deine Gedanken des Suizides nachvollziehen, aber was denkt sie von dir, wenn du das machst? Bestimmt nicht er hat mich geliebt, toll er hat auch noch nach seinem Tode für mich gesorgt.

Nein, eher doch dieser Trottel, was sollte ich auch mit so einem Schwächling, da fehlt jede Empathie sie für dich entwickeln konnte.

Ich finde hier Kritik auszuüben wenig Sinnvoll, ja eher destruktiv, wem ist damit bitte schön geholfen, es haben nicht alle Menschen ein gewisses Maß an Selbstwertgefühl und genug Eigenliebe entwickeln können, also gerade hier wo doch Menschen sind, die sich falsch fühlen, voller Ängste sind, sollte doch anders miteinander umgegangen werden.

Wer hier den Richter oder Lehrmeister spielt, sollte sich mal hinterfragen, warum er so ein Verhalten an den Tag legt??

Lieben Gruß Denies



Was wir aber alle sind, wir sind Seelisch alle vollkommen und einzigartig, und jeder ist auf seine Weise in Ordnung so wie er ist.
Lebe dein wahres Leben, sonst lebst du das Leben, wie andere dich haben wollen.
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 146 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo Svenja,
sbsr hat geschrieben: Mo 30. Apr 2018, 15:38 Versteht mich nicht falsch, mir geht es nicht um Mitleid oder so. Aber seit diesem entscheidenden Wochenende vor fünf Wochen weiß ich eine Stelle an einer Landstraße, wo ich es gut nach einem Unfall aussehen lassen könnte, damit meine Frau wenigstens die Lebensversicherung ausbezahlt bekommt. Geld lag ihr sowieso schon immer mehr am Herzen als manch anderes, dann hat sie wenigstens das von mir, wenn schon der Rest nichts wert ist.
Was sollen jetzt diese Gedanken denn bitte?

Sterben müssen wir eh alle mal und es gibt nur sehr wenige vernünftige Gründe die Sache vorzuziehen. Zu denen gehören die Deinen aber nicht :((a

VlG
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 147 im Thema

Beitrag von sbsr »

Es tut mir Leid, ich wollte niemanden erschrecken. Von den Gedanken bin ich Gott sei Dank wieder abgekommen. Auch wenn ich das Brückengeländer jetzt im Vorbeifahren anders ansehe als vorher. Ein paar Tage lang, gerade nachdem ich die vollen Breitseiten abgekommen hatte, war ich zum ersten Mal in meinem Leben am Überlegen, ob es nicht der einfachere Weg wäre.

Also keine Sorge, das ist wieder gut soweit. Außerdem, wer sollte denn meine neuen Sandaletten und mein Dirndl ausführen, wenn ich nicht mehr wäre.
LG, Svenja

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FallenMycraft

Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 148 im Thema

Beitrag von FallenMycraft »

Hallo Svenja,

Schön von dir zu hören. Nichts desto trotz. Wenn du mal ein offenes Ohr zum "ausheulen" brauchst, mein Angebot steht.

LG Daniela
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

Post 149 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL »

sbsr hat geschrieben: Mo 30. Apr 2018, 20:15 Es tut mir Leid, ich wollte niemanden erschrecken. Von den Gedanken bin ich Gott sei Dank wieder abgekommen. Auch wenn ich das Brückengeländer jetzt im Vorbeifahren anders ansehe als vorher. Ein paar Tage lang, gerade nachdem ich die vollen Breitseiten abgekommen hatte, war ich zum ersten Mal in meinem Leben am Überlegen, ob es nicht der einfachere Weg wäre.

Also keine Sorge, das ist wieder gut soweit. Außerdem, wer sollte denn meine neuen Sandaletten und mein Dirndl ausführen, wenn ich nicht mehr wäre.
Liebe Svenja,

Ich / wir sind froh, dass die suizidalen Phantasien wohl nur eine nachvollziehbare Reaktion auf den enormen psychischen Druck waren, unter dem Du derzeit stehst.

Dennoch sollte es Dir eine Lektion sein: niemand, auch Deine Frau nicht, hat eine Legitimation, einen anderen Menschen in solche psychischen Extremsituationen zu bringen!

Nichts von dem was Du Dir selbst vorwirfst oder gar Deine Frau Dir als Bein bindet, wäre gerechtfertigt, um solche fatalen Schritte zu begründen! Du hast sie nicht 15 Jahre hintergangen und betrogen, schlag Dir das aus dem Kopf. So wie Du uns hier Dein Coming Out geschildert hast, war es für Dich ein langer, schwerer Weg diese Sicherheit zu erarbeiten, Dich selbst kennen zu lernen, bevor Du in dieser "feindlichen Umgebung" es gewagt hast, Dich ihr anzuvertrauen.

Im Gegenteil: es ist ein Beweis großen Vertrauens, sich der Partnerin vollständig zu öffnen, sich damit angreifbar und verletzlich zu machen, da Du ja wußtest, Dein Schritt würde nicht auf offene Herzen und Ohren stoßen.

Du bist kein "Verbrecher", kein Angeklagter, stehst nicht vor Gericht!

Deine Frau muss auch lernen, dass das Leben ständige Veränderung bedeutet, dass nichts in Stein gemeißelt ist, dass davon auch jede Beziehung und Ehe betroffen ist. Es ist ein naiver Mythos, dass alles so bliebe, wie es einst war! Es ist im Gegenteil der sichere Tod so mancher "glücklichen" Liebe, wenn das die Partner nicht wissen, lernen, die Herausforderungen aus Angst und Kleinmut bekämpfen.

Menschen wachsen nur durch Krisen, nicht durch stabile Gleichförmigkeit. Deshalb ist der einzige Weg vowärts, die unzähligen CHANCEN jetzt zu erblicken. Für Euch beide. Haltet Euch nicht mit Schulddebatten auf! Sie kosten nur Kraft und Zeit, bringen gar nichts.

Du bist bereits gewachsen, es wird Zeit, dass auch Deine Frau dies zulässt. Nur so kann sie wieder Glück finden!

GLG Ronda. 👩🏻🤗
"Life is what happens, while you're busy making other plans." [† John Lennon]

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Michi
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Re: Mini-/Micro-/Nano-Outing, ein Anfang?

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Beitrag von Michi »

Liebe Svenja,

das Wichtigste vorweg: Mach bloß keinen Scheiß! Hörst du? Das ist keine Frau der Welt wert, dass du dir wegen ihr das Leben nimmst.

Ich bin froh, grad noch deinen letzten Beitrag gelesen zu haben ... das beruhigt mich etwas.


Und nun zur Sache ... wie krass ist das denn?! Du hast gerade genau meine Ehe beschrieben. Ich hatte ein Deja Vu!

Genau so war es in meiner Ehe. Ich habe früh um 8, vor der Arbeit, mein Kind in den Kindergarten gebracht, und wenn ich abends nach 20:00 von der Arbeit heimgekommen bin, lag sie (schwer geplagt von Kaffekränzchen mit anderen erziehungsurlaubenden Müttern) auf dem Sofa und hat genölt, dass ich nichts im Haushalt mitmachen würde. Am WE war meine Hilfe beim Hausputz unabdingbar. Selbst wenn ich von Sonntag Abend bis Samstag früh auf Dienstreise unterwegs gewesen war, bin ich mit dem Staubsauger durch die Bude gerobbt. War die Woche über von ihr nicht zu schaffen. Der einzige Unterschied: Michi habe ich erst nach der Scheidung erforscht, und meine Frau ist auch noch gewalttätig geworden. Da war dann Schluss meiner Gutmütigkeit!

Also was ich damit sagen wollte:

1. Du bist nicht allein.
2. Das ist kein normales Verhältnis von gegenseitigem Geben und Nehmen.

Es gibt da draußen so viele wirklich liebenswerte Frauen. Eine davon durfte ich heute kennenlernen. Doch das ist ein Thema für einen neuen Thread.


Liebe Grüße und fühle dich ganz lieb gedrückt (dr)
Michi
Wenn dir jemand auf den Fuß tritt, schreist du "Aua" und erwartest eine Entschuldigung.
Mir treten andere dauernd auf die Füße und erwarten, dass ich mich dafür entschuldige, dass es mir weh tut.
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