„Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall
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Anne-Mette
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„Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 30. Apr 2019, 12:37

Moin,

das meint jedenfalls Michael Kämpfer in einem Essay bei https://www.pro-medienmagazin.de/gesell ... ormalfall/

Gruß
Anne-Mette

Ronda_PTL
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 2 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Di 30. Apr 2019, 15:25

Anne-Mette hat geschrieben:
Di 30. Apr 2019, 12:37
Moin,

das meint jedenfalls Michael Kämpfer in einem Essay bei https://www.pro-medienmagazin.de/gesell ... ormalfall/

Gruß
Anne-Mette
Hi Anne-Mette!

Diesem vermutlich Arbeitgeber bedingten (?) IGNORANTEN, kann ich nur dringendsten empfehlen, sich mal über den AKTUELLEN WISSENSSTAND der FORSCHUNG schlau zu machen, bevor er solche kruden Thesen aus der Steinzeit in die Welt prustet ... 😳😰🥵

https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinf ... s-102.html

Folgende Aussagen sind ja schon richtig verleumderisch, ideologisch sehr bedenklich, wenn nicht sogar gewollt bösartig, Herr Kämpfer für die Reaktion, für die Rolle rückwärts ins letzte Jahrtausend! 👿
Medien ignorieren Fakten

Angesichts der Faktenlage ist es geradezu erschreckend, wenn diese Zusammenhänge falsch dargestellt werden. Unter dem Titel „Junge oder Mädchen? Warum es mehr als zwei Geschlechter gibt“ hat sich im April 2018 das WDR-Wissenschaftsmagazin Quarks dem Thema Intersexualität gewidmet. Dort wurde aber der biologische Normalfall geleugnet. Entgegen biologischen Tatsachen wurde gesagt, dass alle Embryonen bereits intersexuell seien und sich aus der Kombination XX nur „vermutlich“ ein Mädchen und aus der Kombination XY nur „vermutlich“ ein Junge entwickeln würde. In Wirklichkeit gebe es ein Kontinuum an Geschlechtern. Der Einspieler mit den nicht korrekten biologisch-medizinischen Aussagen hat der WDR im Februar 2019 erneut verwendet. Diesmal in der Themensendung zur Intersexualität in der Reihe „Planet-Wissen“.
Und weiter in seinem Essay heißt es:
Wir müssen davon ausgehen, dass der Allgemeinheit geradezu systematisch unzureichende, irreführende und sogar falsche Informationen vermittelt werden. Der wissenschaftlich nicht geschulte Bürger kann das natürlich nicht erkennen. Ihm wird auf diese Weise eine eigenständige Meinungsbildung unmöglich gemacht. Er wird also manipuliert. Das ist eine erschütternde Erkenntnis.
Das ist gegen jedes journalistische ETHOS der Neutralität und Objektivität, es ist pure Agitation / eben DIE Manipulation, die er anderen harsch vorwirft, sorry, das geht gar nicht. Naja, bei der BLÖD vielleicht schon. 🙀


Verstörte Grüße
Ronda 👩🏻🙏🏼
Zuletzt geändert von Ronda_PTL am Di 30. Apr 2019, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 3 im Thema

Beitrag von Anja » Di 30. Apr 2019, 15:49

Moinsen (moin)

Aha
Mann, Frau, Ehe und Familie sind keine Konstanten mehr, sondern beginnen sich in individualistisch gedachten Konzepten aufzulösen.
Dabei handelt es sich um eine Um- oder Abwertung traditioneller Positionen durch postmodernes Denken.
Bekommt jemand gleiche Rechte oder Zugeständnisse (wie man selbst), dann fehlt mir was?
Das ist doch kein Kuchen!
Aber diese Wortakrobatik begegnet einem seit der "Ehe für Alle" immer wieder. Nur weil Schule und Lesben nun ebenfalls eine Ehe eingehen können, haben manche Hetero-Eheleute nun das Gefühl, ihnen wurde etwas weggenommen. Absurd!
Weil Homos nun (auch) heiraten dürfen, löst sich die Ehe auf... Ja nee, is klar.

Aber wir sind einfach nur zu blöd das zu verstehen, denn
Der wissenschaftlich nicht geschulte Bürger kann das natürlich nicht erkennen.
Grüße
die Anja
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 4 im Thema

Beitrag von Anja » Di 30. Apr 2019, 15:56

Moinsen (moin)

lief mir gerade erst bei Facebook über den Weg, das fiel mir bei dem Thema wieder ein:
Equal rights.jpg
Aber ein wissenschaftlich religiös geschulter Lehrer kann das natürlich nicht erkennen :lol:

Grüße
die Anja
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Ronda_PTL
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 5 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Di 30. Apr 2019, 16:02

Anja hat geschrieben:
Di 30. Apr 2019, 15:49
Moinsen (moin)

Aha
Mann, Frau, Ehe und Familie sind keine Konstanten mehr, sondern beginnen sich in individualistisch gedachten Konzepten aufzulösen.
Dabei handelt es sich um eine Um- oder Abwertung traditioneller Positionen durch postmodernes Denken.
Bekommt jemand gleiche Rechte oder Zugeständnisse (wie man selbst), dann fehlt mir was?
Das ist doch kein Kuchen!
Aber diese Wortakrobatik begegnet einem seit der "Ehe für Alle" immer wieder. Nur weil Schule und Lesben nun ebenfalls eine Ehe eingehen können, haben manche Hetero-Eheleute nun das Gefühl, ihnen wurde etwas weggenommen. Absurd!
Weil Homos nun (auch) heiraten dürfen, löst sich die Ehe auf... Ja nee, is klar.

Aber wir sind einfach nur zu blöd das zu verstehen, denn
Der wissenschaftlich nicht geschulte Bürger kann das natürlich nicht erkennen.
Grüße
die Anja
Oder ganz pragmatisch kurz auf den Punkt gebracht: die UNSERIÖSE Argumentationskette mit drastischen Verzerrungen, vermeintlich gesicherten wissenschaftlichen Fakten, garniert mit dem implizierten VORWURF der “Lügenmedien”, könnte den Autor auch zu einer Tätigkeit für die AfD qualifizieren. Die verbale Stoßrichtung ist erschreckend auf deren Linie. GRUSELIG! 💩🙀🤢

Entsetzt 😮
LG Ronda 👩🏻🙏🏼
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 6 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Di 30. Apr 2019, 16:15

Mhm,

Missbrauch zu vermeiden und Schutz zu gewähren ist das eine..

"Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten.
Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen."

Zensur und sich die Welt ideologisch zurecht biegen, das andere...

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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 7 im Thema

Beitrag von Daniela Nicola » Di 30. Apr 2019, 16:18

Hallo zusammen,

interessant immer wieder zu erfahren, wie sorglos manche Mitmenschen mit dem Wort "normal" umgehen. Ist eine Norm auf biologische Zusammenhänge überhaupt anwendbar? Wenn, dann überhaupt nur auf solche, die der Mensch selber eingeführt hat, z.B. um bestimmte Pflanzen oder Tiere durch gezielte Zucht oder genetische Veränderungen hervorzubringen.

Da zimmert der Herr Kämpfer aus wissenschaftlichen Schnipseln eine Beweiskette zusammen, um seine Theorie der Normalität binärer Geschlechtlichkeit zu untermauern, die mit Sicherheit keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten wird. Ohne Abweichungen vom Durchschnitt würde es weder uns noch den Herrn Kämpfer geben. Die Evolution hätte nicht stattgefunden.

Über den Autor am Ende des Artikels:
Michael Kämpfer, 53 Jahre, hat Biologie, Philosophie und Evangelische Religion studiert.

Was war da los? Hatte er in den Vorlesungen geschlafen?

Kämpfer schreibt von einer Idealisierung des Phänomens Intersexualität. Als Grund dafür sieht er die Ablehnung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die hat er zuvor rudimentär und etwas laienhaft beschrieben.

Am Ende bemüht er die christliche Ethik. Ich würde Herrn Kämpfer das Buch "Die Geschichte des Christentums" von Hans Küng empfehlen. Das ist ein wirklich wissenschaftliches Werk. Da in der Christlichen Kirche Wissenschaft noch nie wirklich gern gesehen war, hat man Prof. Hans Küng auch von oberster vatikanischer Seite aus die kirchliche Lehrbefugnis entzogen.Kardinal Lehmann, lange Jahre Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, kritisierte den Entzug der kirchlichen Lehrbefugnis Hans Küngs durch Johannes Paul II. und bezeichnete diese Entscheidung als „rabenschwarzen Tag für die Theologie“.

Was Menschen wie Kämpfer scheinbar nicht kapieren wollen, es geht bei den Debatten um LSBTTQ doch nicht um eine Idealisierung dieser Phänomene, sondern lediglich um eine menschliche Gleichbehandlung.

Mich hätte die Scheißmoral der allgemeinen und der christlichen Moral beinahe in den Selbstmord getrieben. Was ist übrigens mit behinderten Menschen, Herr Kämpfer? Dürfen die sich denn als normal bezeichnen?

Im Dritten Reich hatte man so genaue Vorstellungen von Normalität, dass versucht wurde alles was nicht normal war auszumerzen. Damals gab es ebenfalls bereits "exakte wissenschaftliche" Erklärungen, welche die mörderischen Taten der Nazis zu erklären versuchten.

Was wollen wir LSBTTIQ denn so besonderes? Akzeptanz und Anerkennung! Aber scheinbar ist das in den Augen mancher einfach zu viel verlangt.

Liebe Grüße Eure Daniela

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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 8 im Thema

Beitrag von Anja » Di 30. Apr 2019, 16:34

Moinsen (moin)
Daniela Nicola hat geschrieben:
Di 30. Apr 2019, 16:18
Was wollen wir LSBTTIQ denn so besonderes?
Einfach nur gleiches Recht für Alle!
Aber das ist für manche schon zu viel...

Es gibt nun einfach mal diverse Normvarianten, wie z.B. ja auch behinderte Menschen.
Aber wenn man isch selbst zur Norm erklärt und alles andere (moralisch) abwertet, kann man dabei immer schon auf andere herunterschauen.
In der Regel wird anderen dabei die Anerkennung ja nicht gänzlich abgesprochen. Aber doch bitte nicht mit mir Hetero-Cis Menschen auf einer Stufe..!?

Bei einer Diskussion zum Thema Ehe für Alle sagte mir mal jemand "Die haben doch die Lebenspartnerschaft". So nach dem Motto, die haben doch ne Möglichkeit, warum sollen die die gleichen Rechte haben wie ich? Als ich dann die rechtlichen Unterschiede (Nachteile) aufgezeigt habe, ging die Kinnlade dann runter...
Vielen Hetero-Cis-Menschen ist glaube ich garnicht klar, wie andere Normvarianten im Alltag diskriminiert werden. Allein wie diskriminierend die obige Aussage schon ist, wird manchen erst klar, wenn man die Unterschiede mal aufzeigt.
Und wie sagte Volker Beck einst so treffend?
Unterscheidung ist Diskriminierung!

Grüße
die Anja
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Re: „Drittes Geschlecht“ ist kein Normalfall

Post 9 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 13. Mai 2019, 20:30

Wenn ich mir diese Web-Seite und die verschiedenen "Artikel" dort so anschaue, die da unter dem Label "christlich" dargeboten werden, dann sehe ich religiös motivierte Ablehnung von Minderheiten und Menschen die "anders normal" sind.

Da brabbelt beispielsweise der sich großspurig Vorsitzender der "Deutschen Evangelischen Allianz" nennende Ekkehart Vetter, einem eingetragenen Verein mit 60 Mitgliedern davon, dass Konversationstherapien für Homosexuelle, also die Umerziehung der sexuellen Orientierung, weiterhin erlaubt sein und ergebnisoffen angesehen werden müssten. :evil:

Weitere Widerlichkeiten auf der Plattform: "Schulbücher hetzen gegen Juden und Christen" :cry:

Da bleibt mir fast die Spucke weg .. hab es gar nicht erst angeklickt, um heute noch einigermaßen ruhig ins Bett zu kommen. :roll:


Nachdenklich
Michi

PS: Und übrigens steht diese "Deutsche Evangelische Allianz" auf der Lobbyliste des deutschen Bundestages, und treibt sich dort wohl auch ausgiebig herum.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

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