Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"
Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

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Anne-Mette
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Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 13. Feb 2019, 07:50

Antwort auf eine "kleine Anfrage":

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/075/1907586.pdf

Ralf-Marlene
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Re: Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

Post 2 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 13. Feb 2019, 08:55

Es ist ein bisschen wie im Film "...und ewig grüßt das Murmeltier".
Ich bin gespannt, ob auf diese eigentlich eindeutigen Aussagen endlich konkrete Schritte erfolgen oder es wieder nur Fachtagungen und Untersuchungen über die psychischen Belastungen durch abweichende Geschlechtsmerkmale, die ja bisher als Begründung für sonst nicht notwendige Operationen herhalten, gibt.

Meine Anmerkung hierzu ist, dass nicht die abweichenden Geschlechtsmerkmale die psychische Belastung darstellen sondern die rein binäre Weltsicht der Gesellschaft, die auch durch formulierte Gesetze und Äußerungen der sogenannten Eliten beeinflusst wird.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

Svetlana L
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Re: Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

Post 3 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mi 13. Feb 2019, 09:02

Ich war gestern auf einer der zahlreichen Fachrunden zu unserer Berliner "Initiative geschlechtliche und sexuelle Vielfalt" (IGSV), wo es um Trans* und Inter* ging. Die IGSV läuft bis Ende 2021 und wir sollten in die Zukunft blicken, was bis dahin erreicht wurde. Auf jeden Fall wurde das Thema OP-Verbot an intergeschlechtlichen Kindern sehr häufig genannt, zumal dieses ja auch im Koa-Vertrag niedergeschrieben ist. Bleibt zu hoffen, dass "die" nicht erst wieder kurz vor Ende der Legislaturperiode anfangen tätig zu werden und das dann alles dem Diskontinuitätsprinzip zum Opfer fällt.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Svetlana L
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Re: Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

Post 4 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mi 13. Feb 2019, 16:09

Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Anne-Mette
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Re: Die Bundesregierung zu "aufschiebbarer geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern"

Post 5 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 13. Feb 2019, 19:06

Moin,

hier direkt vom Bundestag-Service:

Geschlechtsangleichende OPs bei Kindern
Recht und Verbraucherschutz/Antwort

Die Bundesregierung plant, baldmöglichst den Entwurf eines Gesetzes einzubringen, der geschlechtsangleichende medizinische Eingriffe an Kindern verbietet. Das geht aus der Antwort (19/7586) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/7299) hervor. In dem Entwurf sollen die Erkenntnisse eines interdisziplinären Fachtags mit Sachverständigen und Betroffenen im Oktober 2018 im Bundesjustizministerium, auf die sich die Fragesteller bezogen, angemessen einbezogen werden. Der Fachtag habe bestätigt, heißt es in der Antwort, dass ein Verbot geschlechtsangleichender medizinischer Eingriffe an Kindern überwiegend befürwortet wird. Wie die Bundesregierung erläutert, werden die Geburten von Kindern mit uneindeutigem Genitale in Deutschland nicht statistisch erfasst. Als einziges Land führe Sachsen-Anhalt ein Fehlbildungsmonitoring durch, das für den Zeitraum 2005 bis 2016 eine Basisprävalenz eines indifferenten Geschlechts von im Durchschnitt 0,7 pro 10.000 Geborenen ergebe.

Ferner wird auf eine 2016 vorgelegte Studie (Ulrike Klöppel, Zur Aktualität kosmetischer Operationen "uneindeutiger" Genitalien im Kindesalter), in der erstmals für Deutschland eine Vollerhebung zur Häufigkeit von Genitalplastiken im Kindesalter bei Vorliegen einer Diagnose aus dem Spektrum sogenannter Disorders (Differences) of Sex Development untersucht wird, sowie auf eine Follow-Up-Studie der Universität Bochum aus dem Jahr 2018 verwiesen. Das Bundesfamilienministerium habe letztere in Form einer Zuwendung unterstützt. Die Ergebnisse der Studie würden gegenwärtig ausgewertet und in Kürze veröffentlicht. Weiter heißt es in der Antwort, die Bundesregierung habe keine Kenntnis darüber, wie hoch die Anzahl an aufschiebbaren Operationen, die nicht zur Abwendung einer Lebensgefahr notwendig waren, gewesen ist.

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