Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"
Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers" - # 2

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nicole.f
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 16 im Thema

Beitrag von nicole.f » Do 16. Aug 2018, 09:55

"Wir Grüne werden im parlamentarischen Verfahren auf deutliche Korrekturen drängen." - aha... nur leider können sie gegen die Mehrheit von CDS/CSU & SPD nichts ausrichten und die haben das Ding gerade im Kabinett beschlossen, der Fraktionszwang wird zur Zustimmung führen und das war's dann. Alles heiße Luft, es wird exakt gar nichts mehr verändern.

Wie sieht eigentlich aktuell die Mehrheitsverteilung im Bundesrat aus?
Vielleicht könnte man da noch etwas retten in dem der Bundesrat das Gesetz ablehnt. Aber ich fürchte, noch haben CDU, CSU und SPD dort auch die Mehrheit.

Ach, einfach zum Heulen...
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Jaddy
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 17 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 16. Aug 2018, 13:43


MichiWell
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 18 im Thema

Beitrag von MichiWell » Do 16. Aug 2018, 19:53

Inga hat geschrieben:
Do 16. Aug 2018, 09:26
Doch selbst wenn künftig auf jedwede Geschlechtsangabe verzichtet würde - daran, dass es Männer und Frauen gibt, dass diese unterschiedlich sind und nur so neues Leben hervorbringen können, kommt kein Gesetzgeber und kein Verfassungsgericht vorbei", stellt die FAZ fest.
Hallo Inga,

danke für die Infos. Und zu obigem Zitat: Mir war gar nicht bewusst, dass die FAZ sooo katholisch ist.

Liebe Grüße
Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 19 im Thema

Beitrag von Inga » Do 16. Aug 2018, 20:28

nicole.f hat geschrieben:
Do 16. Aug 2018, 09:55
"Wir Grüne werden im parlamentarischen Verfahren auf deutliche Korrekturen drängen." - aha... nur leider können sie gegen die Mehrheit von CDS/CSU & SPD nichts ausrichten und die haben das Ding gerade im Kabinett beschlossen, der Fraktionszwang wird zur Zustimmung führen und das war's dann. Alles heiße Luft, es wird exakt gar nichts mehr verändern.

Wie sieht eigentlich aktuell die Mehrheitsverteilung im Bundesrat aus?
Vielleicht könnte man da noch etwas retten in dem der Bundesrat das Gesetz ablehnt. Aber ich fürchte, noch haben CDU, CSU und SPD dort auch die Mehrheit.

Ach, einfach zum Heulen...
Hallo, Nicole,

Mit der aktuellen Mehrheit ist es etwas komplizierter.Zudem kann es sich im Herbst nach den beiden Landtagswahlen in Bayern und Hessen ändern.

Zur Stimmenverteilung im Bundsrat schau doch mal auf ...
https://www.bundesrat.de/DE/bundesrat/v ... -node.html

M.W. enthält sich ein Bundesland, wenn die Koaltionspartner eines Bundeslandes unterschiedliche Meiunung zu einem vorgelegten Gesetz haben. Es kann aber auch spekakuläre Ausnahmen geben, um doch noch ein Gesetzesvorhaben durchzubekommen.

Doch vorher zum Bundestag: Es kann doch auch sein, dass wie schon bisher gelegentlich in ethischen Angelegenheiten der Franktionszwang aufgehoben wird - oder noch andere politische Zufälligkeiten sich ergeben (wie bei der Ehe für alle)

Kurz: Um die Flinte schon jetzt ins Kornfeld zu schmeißen, ist es wohl doch noch etwas früh.

Liebe Grüße
Inga

nicole.f
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 20 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 17. Aug 2018, 11:29

Danke, Inga, für den Optimismus :)

Leider bin ich was den Gesetzgebungsprozess in Deutschland angeht eher pessimistisch. Aus anderen aktivistischen Bereichen (eher IT) konnte ich das aus der Ferne schon ein paar mal miterleben, wie das tatsächlich hinter den Türen und in den Kommissionen abläuft. Das ist nicht lustig, sehr abgekartet und technokratisch. Der Bundestag ist meist nur eine Fassade, Debatten darin allenfalls PR und Marketing Versuche. In den aller seltensten Fällen wird ein Gesetz tatsächlich nach Lesung im Bundestag noch einmal signifikant verändert. Sobald es aus dem Kabinett abgestimmt kommt, ist die Show meist vorbei. Lesungen können im Übrigen auch zu Protokoll gegeben werden, was erschreckend oft passiert. Abends um 23:00Uhr in einem Nebenzimmer, da erscheint natürlich keiner und dann findet alles nur auf Papier statt. Na super. So werden übrigens auch sehr gerne kritische Dinge an der Öffentlichkeit vorbei in Zeiten von anderen großen Themen, wie eine Fußballweltmeisterschaft, Nachts beschlossen, sogenannte "burying", man vergräbt das toxische Zeug einfach nur tief genug, damit keiner etwas mitbekommt.

Unser Thema, also geschlechtliche Identität, ist für die meisten Parlamentarier_innen toxisch. Damit können sie keine Wähler_innen gewinnen, sondern nur verlieren. Daher will das schlicht keine_r anfassen, es kann ihnen nur um die Ohren fliegen und schaden. Was SPD und Grüne da betreiben ist nichts anderes als Schönfärberei, nach außen tun sie mal so, als würden sie etwas tun. Die SPD hätte im Kabinett die Chance gehabt, das Seehofer Gesetz aufzuhalten. Hätten sie können. Was ist passiert? Nichts. Nur hinterher kommen Giffey und Barley an, mit großen Worten und Versprechungen. Alles Schmu. Die Grünen versuchen es seit Jahren halbwegs redlich, doch komischerweise immer nur kurz vor Wahlen, danach passiert dann stets nichts mehr. Da liegt es nahe zu vermuten, dass auch dies nur wieder heiße Luft ist, um vor den Wahlen Stimmen zu fangen.

Die Homosexuellen haben eine drastisch größere Lobby, sind sehr professionell seit Jahren unterwegs und habe Jahrzehnte gebraucht, bis die Ehe für alle kam - und selbst das war ein historischer Lapsus der Kanzlerin, die in einem Moment von Schwäche und weil sonst gerade andere Konflikte ihr Regierung gefährdet hätten, ausnahmsweise ihrem Gefolge etwas Freiheit erlaubte. Wir haben diese Lobby (noch) nicht, wir haben noch keine Jahrzehnte Arbeit damit verbracht, wir stehen noch recht am Anfang.

Was ich damit sagen möchte ist, es ist nicht aussichtslos! Aber an eine kurzfristige Lösung glaube ich nicht. Das wird mit dieser Regierung nicht passieren und vermutlich auch nicht mit der nächsten, es sei denn, wir können sie dazu irgendwie zwingen. Mein Versuch mit der Verfassungsbeschwerde ist ja leider gescheitert. Viele andere Mittel haben wir leider nicht, außer kontinuierlich Lobby Arbeit zu machen, Öffentlichkeit zu schaffen und so weiter politischen Druck aufzubauen.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 21 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 17. Aug 2018, 13:59

Hier nun das Dokument:

Gesetzentwurf der
Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes zur Änderung der in das Geburtenregister einzutragenden Angaben

Interessant finde ich u.a. die Angaben des "Erfüllungsaufwandes für Bürgerinnen und Bürger".


https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/down ... onFile&v=1

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 17. Aug 2018, 17:33

Moin,

das wird eine "hohe Hürde" sein, wenn es bestehen bleibt:

Nach der aktuellen medizinischen Terminologie, die auf der bei
der Konsensuskonferenz 2005 in Chicago vorgeschlagenen Klassifikation beruht, werden
unter Varianten der Geschlechtsentwicklung Diagnosen zusammengefasst, bei denen die
Geschlechtschromosomen, das Genitale oder die Gonaden inkongruent sind (Lee PA, Houk CP, Ahmed SF, Hughes IA: Consensus Statement on Management of Intersex Disorders. International Consensus Conference of Intersex. Pediatrics 2006; 118:E488 - E500)


Gruß
Anne-Mette

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 23 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 17. Aug 2018, 17:49

Genau das Dilemma haben wir ja bereits - seit März 2013 kann das Geschlecht bei "Varianten der Geschlechtsentwicklung" in der Geburtsurkunde ausgelassen werden. Welche Diagnosen dies alle genau sind, ist nirgends aufgeführt. Die Standesämter haben eine interne Liste, die anfänglich länger war und inzwischen geschrumpft ist. Mir hat das mal eine aktive Inter* Person geschildert, wie sich das bei ein und demselben Standesamt über die Zeit verändert hat. Was in einem Jahr noch ging, war im nächsten Jahr auf einmal nicht mehr möglich und das Standesamt selbst verwies auf die Liste, verweigerte aber Einblick.

Genaugenommen eine Frechheit.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 24 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 17. Aug 2018, 18:07

Moin,

aber das kann doch nicht angehen!!!

"Ich habe gehört, es gibt Standesämter, bei denen ist es kein Problem", musste ich mir auch anhören. Allerdings ist das keine verwertbare Information; denn als ich "Butter bei die Fische" forderte, hörte ich nur: "nun ja, versuch Dein Glück bei Deinem Geburts-Standesamt - meine guten Wünsche werden Dich begleiten! Mehr kann ich dazu nicht sagen, aber ich freue mich, wenn Du mich auf dem Laufen halten würdest!"
Dann kam noch der eine oder andere Hinweis es "so oder so zu versuchen".

Es gibt unheimlich viele interessante Aufsätze über Intersexualität, es gibt Filme über Workshops und diverse Erklärungen, aber wenn ich die Fachleute ganz konkret nach einer "bescheinigten Intersexualität frage, dann bekomme ich die Aussage: "...eine Chromosomen-Analyse durchführen lassen, dann klappt das schon!"
Dann ist auf einmal keine Rede von den vielen anderen veröffentlichten "Hinweisen auf eine vorliegende Intersexualität".

Gruß
Anne-Mette

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 17. Aug 2018, 18:21

Hier ein Beitrag der BERLINER ZEITUNG. Von einem "bitteren Beigeschmack" wird geschrieben/gesprochen:

https://www.berliner-zeitung.de/politik ... k-31121520

Di eSÜDDEUTSCHE spricht/schreibt von "kleinmütig": https://www.sueddeutsche.de/politik/dri ... -1.4094459

Gruß
Anne-Mette

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 26 im Thema

Beitrag von nicole.f » Fr 17. Aug 2018, 18:24

Das ist genau das Problem, richtig.
Die Leute, auch "Fachleute", akzeptieren die Biologie an der Stelle auch einfach nicht. Das predige ich doch auch schon seit nunmehr Jahren, Chromosome und sekundäre Merkmale sind nur einige wenige von Hunderten! Welche diese Hunderte sind wohl mehr ausschlaggebend als andere? Und warum? Das ist doch alles völliger Mumpitz. Hinterfragt man das noch ein wenig weiter, dann landet man ganz schnell wieder bei heteronormativem Gedankengut, Fortpflanzung, und das ja eigentlich alles von den Genitalien abhängt. Eine genitale "Normabweichung" wird schnell anerkannt. Auch eine Diskrepanz zwischen Chromosomen und vermeintlich dazugehörigem Genital. Alles andere wird aber geflissentlich ignoriert. Manchmal habe ich den Eindruck, weil es einfach nicht ins Weltbild passt.

Und um mal ein paar der interessanteren Syndrome zu nennen: Phänotypisch männlich (aber so richtig), Karyotyp (genetisch) XX - wie das geht? Nebennieren Hyperplasie. Phänotypisch weiblich, Karyotyp XY - wie? Z.B. AIS (Androgen Insensitivity Syndrom) oder fehlende TDF (Testicle Determining Factor) auf dem Y Chromosom. Und das sind die noch recht einfachen.

Politik und Biologie, das geht nicht gut zusammen. Biologie liebt die Vielfalt, Politik eher die simplen Lösungen. Die Politik kann die Biologie nicht regulieren - und darf das auch nie versuchen. Das hatten wir schon ein paar mal in der Menschheitsgeschichte und das ging nie gut aus.

Liebe Grüße
nicole
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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 27 im Thema

Beitrag von heike65 » Fr 17. Aug 2018, 18:30

Guter Kommentar in der Berliner Zeitung.

Noch eine kleinigkeit zu Standesämtern: Bei neuen Eheurkunden die durch ein Verfahren des TSG nötig/gewünscht sind ist es auch vom Standesamt abhängig ob der alte Vorname erscheint oder nicht.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 28 im Thema

Beitrag von Marielle » Sa 18. Aug 2018, 00:23

Guten Abend zusammen, Nabend Nicole,
Wie sieht eigentlich aktuell die Mehrheitsverteilung im Bundesrat aus?
Mit den Fragen zum Bundesrat (es gibt dort auch versch. Initiativen) habe ich mich nicht sooo intensiv befasst. Aber der Bundesrat scheint, nach allem was ich von Menschen, die sich damit befasst haben, höre, zur Zeit kein besonders scharfes Schwert in dieser Sache zu sein. Ein großes Land mit einem uns potenziell zugeneigten Minister und Vize-Premier ist zur Zeit wohl zu sehr mit anderem beschäftigt; mit üblem Mist, in den man sich selbst reinmanövriert hat, um als Macher der Nation(alisten) dazustehen, und aus dem man jetzt nicht mehr sauber rauskommt.

Auf der anderen Seite, der mit Sicht auf den Bundestag, halte ich es für falsch auf B90-Grüne einzudreschen. Die sind, knapp vor der CSU, die zweitkleinste Partei im Bundestag; nur eben im Unterschied zu den Chronisch-Separatistisch-Unchristlichen nicht in der Regierungskoalition. Aber sie helfen wo sie können. Man schreibt eine Mail an deren Abgeordnetenbüros und kriegt ziemlich umgehend einen Rückruf, man trifft sich und redet miteinander und oft genug tun sie etwas, was wir uns gewünscht und worum wir sie gebeten haben. Demokratie at its best; muss ich sagen und sage ich gern. Ahnlich gilt das auch für die Linke und, begrenzt, auch für die FDP (Opposition macht Haltung vielleicht leichter).

Einen großen Teil der Prügel hat die SPD verdient. Die haben wirklich viel heisse Luft geredet und immer dann den Schwanz oder die Eierstöcke eingekniffen, wenn es ernst wurde. Das wird das wesentliche Thema bei den kommenden Gesprächen mit dem BMFSJS, dem BMJ und den Abgeordneten der SPD sein.

Das entscheidende Problem ist aber nach wie vor die CDU/CSU-Fraktion. Von dort kommen keine Argumente und auch erst jetzt vage Anzeichen von Gesprächsbereitschaft. Die Leitlinie dort heisst: (Cis-)Männer an die Arbeit, (Cis-)Frauen an den Herd, Trans* und Inter in die Besenkammer; Weiteres halt.


However: Das Ding muss durch den Bundestag.

Ach, einfach zum Heulen...
Stimmt. Heulen hilft aber nicht.

Mich bringt immer mehr auf Palme, wie groß die Diskrepanz zwischen Gejammer und Engagement ist (damit meine ich nicht dich!) Das finde ich wirklich zum Heulen. Das Wohl oder Wehe der ganzen Sache hängt an dem Einsatz von ein paar Dutzend Menschen, während hunderte, tausende, auf ihrer Couch hocken und die Zustände beklagen oder sich die Nägel feilen. Manche von denen brauchen wirklich eine_n Ärzt_in dringlicher als alles andere, aber viele haben irgendwelche Resourcen, die sie einbringen könnten; tun sie aber nicht. Das ist zum heulen.

Hab es gut

Marielle
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 29 im Thema

Beitrag von Christiane » Sa 18. Aug 2018, 07:25

Anne-Mette hat geschrieben:
Fr 17. Aug 2018, 13:59
Hier nun das Dokument:

Interessant finde ich u.a. die Angaben des "Erfüllungsaufwandes für Bürgerinnen und Bürger".
Das heißt in kurzen Worten, daß die Gemeinden und Städte ihre Kosten komplett auf den Antragsteller überwälzen dürfen.
Zumindest ziehe ich diese Aussage daraus.
Wenn ich mir so die zum Teil völlig überzogenen Gebühren ansehe, vermute ich hier schon fast eine "Kosten-Hürde" für den/die Antragsteller/in.(?)

LG
Christiane
Manchmal ist alles, was Du brauchst, eine dicke Umarmung - und neue Schuhe.

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Re: Kabinett beschließt dritte Geschlechtsoption: "divers"

Post 30 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 18. Aug 2018, 07:37

@Marielle: Da sprichst Du mir aus der Seele. Dieses Jammern und Klagen scheint mir eine typische deutsche Tugend zu sein....oder irre ich?
Ich schließe mich da nicht aus. Zwar engagiere ich mich innerhalb meiner Möglichkeiten für Trans-Themen (neben Job, Haushalt und Kindern...aber auch da wäre noch Luft nach oben), andererseits schimpfe ich teilweise über unsere Politiker....während ich mir die Nägel mache (smili)

Hab es besser
Michelle
bleib ich morgen früh liegen hab ich wenigstens das beste draus gemacht!

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