FAZ: Das gute Recht der Eltern
FAZ: Das gute Recht der Eltern - # 4

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Marielle
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Re: FAZ: Das gute Recht der Eltern

Post 46 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 21. Nov 2014, 20:22

Guten Abend zusammen, Guten Abend Silvia,

den Knoten werden wir (leider) alle nicht durchschlagen können. Schon deswegen nicht, weil weder die Landesregierung in B-W noch die Gruppe besorgniserregender Eltern auf uns hören werden :wink:

Darüber, dass die Debatte in weiten Teilen überhitzt ist, müssen wir wirklich nicht streiten; das ist sie. Immerhin stimmt aber die Schmollsche' Behauptung nicht, dass es unmöglich ist, über das Thema zu diskutieren.

Deinen Ansatz, das ganze in Form einer 'allgemeinen Toleranzlehre' in die Schule zu bringen, finde ich vollkommen in Ordnung, allerdings tatsächlich auch etwas konservativ. Konservativ im Sinne von 'zurückhaltend', ein wenig zu zurückhaltend... Warte; lass mich bitte erstmal erklären :wink:


Ich bin relativ sicher, dass es für Lehrer_innen schwieriger ist, eine 'allgemeine Lehre' zu vermitteln, als die Vermittlung an konkreten Fragestellungen festzumachen. In etwa so wie es leichter ist, die Zusammenhänge um den Tangens eines Winkels anhand der Kirchturmhöhe zu erklären, als nur über Einheitskreise zu reden (in so weit ist es meine Erfahrung).

Toleranz gegenüber Anderen ist ja auch erstmal eine 'theoretische Grösse', die in die Lebenspraxis übertragen werden will. Deswegen bin ich der Meinung, dass man in den Schulen durchaus auch explizit* über LGBTTQI-Aspekte reden sollte. Natürlich ohne diese gegenüber anderen Menschen und Themen (Ausländer, Behinderte, Andersgläubige usw.) hervorzuheben, aber auch ohne auf 'Ereignisse' wie Conchita zu warten.

Zum einen würde der Unterricht durch das Warten auf Anlässe / Ereignisse in eine Art Zufälligkeit geraten; gibt's grade mal keinen Anlass, keine Conchita, dann gibt's auch keine Anleitung, keinen Unterricht dazu. Zum anderen nehme ich an, dass in den meisten Schulen und von vielen Lehrer_innen auch jetzt schon einiges zum Thema Toleranz vermittelt wird. Aber, du hast es auch angesprochen, die stehen damit zum Teil in Konkurenz zum Einfluß von Elternhäusern und 'sozialen Umfeldern', in denen ein anderes Weltbild gepflegt wird. Ohne es beweisen zu können behaupte ich, dass dieses 'ausserschulische Umfeld' einen ziemlich starken Einfluß auf die Kids hat, gegen den die Schule sie mittels expliziter Denkanstösse sozial 'aufrüsten' sollte.**

Unsere Geschichte zeigt, dass es umso einfacher ist Menschen bzw. Gruppen auszugrenzen oder schlimmeres zu tun, je weiter man sie aus der Gemeinschaft herausdefiniert, je größer man den sozialen Abstand zwischen 'denen da' und 'uns hier' macht. Das bedeutet im Umkehrschluss, der m.E. zulässig ist, dass es die Aufgabe sein sollte, Minderheitenthemen bzw. die Toleranz gegenüber Minderheiten nach Möglichkeit erlebbar zu machen, mit 'echten Menschen' zu verbinden, oder sie gar direkt zu personalisieren. Da das überwiegend nicht möglich sein wird (es sei denn, wir und ein paar andere Gruppen bilden einen 'Schulbesuchsausschuss' o.ä.), sollte man doch die Themen wenigstens so explizit erlebbar darstellen, dass es keines langen Denkprozesses mehr bedarf, um zu erkennen, dass eine andere Person, trotz gegenteiliger Ansichten im eigenen Umfeld, tolerabel ist, weil es einen sozialen Bezug zu ihr gibt oder geben könnte.

Was dann im Einzelnen für die Unterrichtsinhalte als 'tolerabel' und was als 'intolerabel' gilt, muss ohnehin im gesellschaftlichen Diskurs herausgefunden werden. Darüber, dass Päderasten intolerabel sind, muss man nicht streiten, das darf man als Konsens ansehen. Das Trans-Menschen tolerabel sind, ist m.E. hingegen 'nur' überwiegend Konsens, genauso betr. Homosexuelle. Wegen dieses 'nur überwiegend' und der angeführten Zusammenhänge bin ich der Meinung, dass es richtig ist, in geeigneter Form und Dosis (darüber sollen sich die Pädagogen einigen) die entsprechenden Themen darzustellen und zu diskutieren.


Ich finde uns gut; verschiedene Standpunkte, respektvolle Diskussion

Marielle



*) wer 'explizit' in diesem Text als 'schamverletzend' liesst, hat mich nicht verstanden

**) sehe schon die Schlagzeile: Transen fordern: Kinder sollen sich gegen ihre Eltern aufrüsten! ; Schule soll sie dazu anleiten :mrgreen:
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

Anne-Mette
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Re: FAZ: Das gute Recht der Eltern

Post 47 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Sa 29. Nov 2014, 12:07

Moin,


"Mich empört die Angstmacherei, dass
Bildungspläne zur Homosexualität
verführen”

Kai Gehring spricht über moderne Jugendarbeit und die Vergiftung
des gesellschaftlichen Klimas.

Da hat er wohl Recht!

http://fresh-magazin.de/

Gruß
Anne-Mette

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