Spiegel-Online stößt ins Horn...
Spiegel-Online stößt ins Horn... - # 2

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Anne-Mette
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 16 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Do 30. Okt 2014, 08:35

Moin,

wir sollten auch nicht die direkt Beteiligten vergessen: KINDER, LehrerInnen (und deren VertreterInnen), Eltern (und deren VertreterInnen)...

... mit ihren Gremien: päd. Konferenzen, Elternversammlungen, Schulversammlungen usw.

Was in den Schulen abläuft, unterliegt einer stetigen mehrfachen Kontrolle.

Gruß
Anne-Mette (lange Jahre in einigen dieser Gremien engagiert vertreten)

ab08
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 17 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 30. Okt 2014, 08:54

Ein ganz herzliches Danke, liebe Anne-Mette, für diese Erinnerung / Klarstellung!

Selbstverständlich sind diese wichtigen Gremien (und andere) genauso beteiligt. Zur Gruppe Lehrkräfte zähle ich ja, denn ich unterrichte/unterrichtete stets Vollzeit. Das Urteil meiner Schüler besonders der ehemaligen Schüler ist mir extrem wichtig. Das Urteil der Eltern nehme ich ernst, aber das Urteil der Schüler war mir stets ein wenig wichtiger...

Dies ist auch der eigentliche (meist späte) Lohn für Lehrkräfte, die ihre Arbeit lange Jahre gewissenhaft erledigen. Heute, wenn ich ein Problem habe, z.B. einen Handwerker oder Arzt brauche, sind es häufig ehemalige Schüler. (Genau wie bei Bank, Versicherung, Polizei ...) Es sind selten fremde Menschen, sondern Personen, mit denen ich mich verstehe und von denen ich weiß, was sie können... (Bei einer Lehrerin sind das überdurchschnittlich viele) Das ist bei vielen, besonders den kompetenten, Kolleginnen und Kollegen ähnlich. :wink:

Deswegen verspürte ich nie den Wunsch, in die Verwaltung zu wechseln. Verwaltungstätigkeiten und alles andere mache ich nebenher (häufig in den sogenannten 'Ferien'), denn das Wichtigste ist der Kontakt zur Basis. Das Wichtigste sind Schüler und ein guter Unterricht, der übrigens allen (Schülern und Lehrer!) Freude machen sollte. Von meiner Seite aus der Fall, egal ob braves Klima oder Unruhe, beides freut mich. Nur langweilig wäre schlimm, aber langweilig waren meine Schüler noch nie. Sie sind immer für Überraschungen gut. => Genau das macht Freude!

Liebe Grüße
Andrea(ab)
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 18 im Thema

Beitrag von Carat » Do 30. Okt 2014, 19:59

ab08 hat geschrieben:
Carat hat geschrieben:Wenn jedoch versucht wird, im frühkindlichen Stadium Kinder, ... sexuell zu manipulieren
Hallo,
das stimmt nicht! Das wird nirgends versucht! - Ich weiß das! - Ich komm aus der Praxis!!
Liebe Andrea,
ich glaube Du kommst eher aus dem Taka Tuka Land, so naiv kannst Du doch nicht sein!
Allein die Existenz der zahlreichen Publikationen über frühkindliche Sexualerziehung widerlegen den Einwand. Kinder in diesem Alter brauchen keine übergriffige Sexualindoktrination. Sie brauchen Liebe, Geborgenheit und geistiges Futter.
Siegmund Freud schrieb dazu:: “Der Verlust des Schamgefühls ist das erste Zeichen von Schwachsinn. … Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig … Die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit des Mitmenschen”. (Sigmund Freud (1905) Ges. Werke VII, S. 149)
Belege für meine Behauptungen findest Du z.B. hier:

Dokumentation zur Fachtagung „Frühkindliche Sexualerziehung in der Kita“
Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)

Sexuelle Bildung von Anfang an!
Sexualität und Sexualerziehung im Bildungsauftrag von Kindertagesstätten
Prof. Dr. Uwe Sielert

Sexualpädagogik der Vielfalt
Tuider / Müller u.a. Belz Verlag

Alle ernstzunehmenden Tageszeitungen in Deutschland warten mit kritischen Berichten auf. Der Vorsitzende des Lehrerverbandes, Josef Kraus, distanziert sich von der sexualpädagogischen Vielfalt: "Sexuelle Orientierungen müssen in der Schule altersgerecht besprochen und dafür muss Toleranz vermittelt werden. Aber alternative sexuelle Orientierungen dürfen nicht zum Leitprinzip werden.“

Aber das sind ja alle nur rechte homophobe Krakeler.
ab08 hat geschrieben:Wenn das weiter um sich greift, ist es ein extremer Rückschritt für die Entwicklungsmöglichkeiten künftiger Generationen und macht Jahrzehnte guter pädagogischer Arbeit kaputt.
Muhaha, gute pädagogische Arbeit? Nimm doch einfach mal Dein Unterrichtsfach Mathematik. Die Schüler gehen mit dem Abitur nach Hause und sofern sie ein MINT Studium beginnen möchten, geht es schnurstracks in die neuerdings von den Universitäten angebotenen Vorkurse in Mathe, damit sie wenigstens über die nächsten zwei Semester kommen. Das war vor zwanzig Jahren noch nicht notwendig, damals hatten sie's drauf.
Lass doch mal eine Mathearbeit aus den Achzigern schreiben, aber Achtung, ohne Alkohol erträgst Du das Ergebnis nicht!
Marielle hat geschrieben: Die Sexualpädagogik will das traditionelle Familienbild ersetzen? Ist mir neu. Alles was ich dazu an reflektierten Diskussionsbeiträgen kenne will es ergänzen. Aber was juckt dieser kleine Unterschied schon? Bleibt man auf dem Niveau der Vertreter des simplen Weltbildes, ist Applaus aus der Ecke schon mal sicher.
Prof. Dr H. J. Gramm, der Mentor und geistige Vater von Prof. Dr. Uwe Sielert, verantwortlich für die Sexualkunde-Richtlinien im seinerzeit SPD-regierten Hessen, schrieb dazu: „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.“
Lesenswert in diesem Zusammenhang ist auch:
Uwe Sielert: Gender Mainstreaming im Kontext einer Sexualpädagogik der Vielfalt
BzgA Forum Sexualaufklärung Bd. 6/7 (2001/2002), 4, S. 18-24

Hast' wohl die Ideologie der Du anhängst noch nicht ganz verstanden?

Liebe Grüße
Carat

Carat
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 19 im Thema

Beitrag von Carat » Do 30. Okt 2014, 20:34

Anne-Mette hat geschrieben:Moin,
wir sollten auch nicht die direkt Beteiligten vergessen: KINDER, LehrerInnen (und deren VertreterInnen), Eltern (und deren VertreterInnen)...
... mit ihren Gremien: päd. Konferenzen, Elternversammlungen, Schulversammlungen usw.
Was in den Schulen abläuft, unterliegt einer stetigen mehrfachen Kontrolle.
Realsatire:
Hallo Anne-Mette,
stimmt alles was Du schreibst. Noch!
Früher, als die Bundesrepublik noch eine Demokratie war, also bevor wir uns der Ostzone angeschlossen hatten, war das tatsächlich so.
Aber in der nächsten Zeit werden sich die Schulgesetze dahingehend verändern, dass alle Deine genannten Gremien aus der Wertefindung ausgeschlossen werden. Als erstes Bundesland hat Bremen seine Schulgesetzgebung dahingehend verändert. Allein die Bildungsbehörde hat die Richtlinienkompetenz. Die Eltern müssen nur noch über Bildungsstandards informiert werden. Der restlichen Bundesländer werden folgen.

Liebe Grüße
Carat

Marielle
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 20 im Thema

Beitrag von Marielle » Do 30. Okt 2014, 21:34

Guten Abend zusammen,

die Fragestellung, ob die von Carat zitierten Personen "die Sexualpädagogik" repräsentieren, mag jede Leser_in dieses Forums selbst beantworten. Hilfreich ist dabei das Einfügen des Teil-Zitates "Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler" in das Eingabefeld einer Suchmaschine. Wenn man anschliessend mal schaut, auf was für Seiten dieser Schwachsinn! konzentriert auftaucht .... Himmel hilf, wirf Hirn herunter ..... sprach hier jemand über Ideologien und die Verständnisfähigkeit ihrer Anhänger?

Das ganze Gezeter ändert nichts: Wer aus dem Versuch mehr Information und Toleranz in die Schulen zu bringen böswillig den Vorwurf der Kinderschänderei macht, hat die Grundlagen einer demokratischen, menschlichen Gesellschaft nicht verstanden; oder lehnt diese ab. So sieht es aus.


einen angenehmen Abend wünscht

Marielle


PS: Wie wäre es denn eigentlich, wenn jemand aus den Reihen der Bildungsplan-Gegner (darum geht es nämlich im Kern) mal einen KONSTRUKTIVEN eigenen Vorschlag macht, anstatt nur der 'guten alten Zeit' und dem Erziehungshelfer 'Kollege Rohrstock' nachzujammern? Konservative fordern Wiedereinführung der Prügelstrafe; Striemen und Blutergüsse steigern nach ihrer Ansicht den Lernerfolg der deutschen Jugend' Nett, oder?
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 21 im Thema

Beitrag von Anke » Do 30. Okt 2014, 21:57

Carat hat geschrieben:
Früher, als die Bundesrepublik noch eine Demokratie war, also bevor wir uns der Ostzone angeschlossen hatten, war das tatsächlich so.
Aber in der nächsten Zeit werden sich die Schulgesetze dahingehend verändern, dass alle Deine genannten Gremien aus der Wertefindung ausgeschlossen werden. Als erstes Bundesland hat Bremen seine Schulgesetzgebung dahingehend verändert. Allein die Bildungsbehörde hat die Richtlinienkompetenz. Die Eltern müssen nur noch über Bildungsstandards informiert werden. Der restlichen Bundesländer werden folgen.

Liebe Grüße
Carat
Hallo Carat,

das mit der Widervereinigung habe ich anders erlebt und anders in Erinnerung. Die Bundesländer im Osten haben sich der Bundesrepublik angeschlossen. Und das in unserem Land die Demokratie abgeschafft worden sein soll, wäre mir auch recht neu. Nicht dass hier alles optimal und wunderbar wäre, aber die Bewohner vieler anderer Staaten beneiden uns um unsere demokratischen Standards. Bei aller Kritik, die auch ich gerne äußere, ich bin froh in einem Land mit einer derartigen Verfassung und Demokratie leben zu dürfen.

Dass die Richtlinienkompetenz bei den obersten Bildungsbehörden liegt, ist übrigens auch nicht gerade neu. Das war schon seit der Gründung der Bundesrepublik so und hängt mit unserem demokratischen Modell zusammen.

Ganz neu wäre mir, dass Bremen in der KMK Trendsetter sein soll. Nach meiner Erfahrung (ich war dort früher mal in verschiedenen Gremien tätig) sind es andere Bundesländer, die die Trends setzen. Im übrigen sind die meisten Bundesländer im Thema Bildung sehr auf ihre Eigenständigkeit bedacht.

Spannend finde ich, wie Du davon ausgehst, dass bestimmte Publikationen automatisch Eingang in das Bildungssystem finden. So einfach ist das keineswegs und das ist auch gut so. Ich vermute mal, dass Andrea Dir sicher kompetent Auskunft geben kann, wie so etwas vonstatten geht.

Auch deiner These, dass die Abiturienten vor 20 Jahren die Mathematik draufhatten, während das heute ganz anders ist, kann ich nicht zustimmen. Ich weiß, dass in meinem Studiengang die Studierenden zur damaligen Zeit reihenweise durch den Matheschein gefallen sind. Und wenn ich mich mit Kolleginnen und Kollegen über ihre Studienzeit unterhalte, berichten sie ähnliches. Im übrigen konnten die Schülerinnen und Schüler zur damaligen Zeit mit einem einfach gestrickten Grundkurs Mathematik ihr Abitur bekommen. Mittlerweile haben einige Bundesländer genau dies revidiert und Mathematik zu einem verpflichtenden Prüfungsfach gemacht.

Wenn ich mir allein diese Punkte ansehen, dann überzeugen mich deine Beiträge in keinster Weise. Wie ich gezeigt habe halten Deine Argumente einer Überprüfung nicht stand und vielleicht solltest Du deine Position nochmal überdenken.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 22 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 30. Okt 2014, 21:59

Hallo Carat,

wie bereits im anderen Thread angedeutet, weigere ich mich auf dem Niveau diskutieren. Von Uwe Sielert *) halte ich, wie viele andere in meinem Verband, wenig. Und es gibt andere, deren Meinung ich nicht schätze. Aber erstens landet nicht alles, was geschrieben wird, automatisch im Lehrplan **), und zweitens nehme ich nicht zu allem Stellung und möchte mit Dir auch nicht über Pädagogik diskutieren. Es ist übrigens ein typischer Trick der Demagogie solche Forderungen zu stellen. :wink:
Typisch und entlarvend, denn so zeigt man im Grunde, dass man nicht an einem echten ergebnisbezogenen Dialog interessiert ist.

Wenn Du aber jemand zitierst und interpretierst, den ich seit vielen Jahren kenne, dessen Ansichten ich schätze (Josef Kraus) und in der Regel teile, möchte ich doch anmerken:
Es ist ein Riesenunterschied, ob man einzelne Zitate rausgreift und sich damit ein Meinungsbild einer Person zusammenbastelt oder mit dieser Person ab und zu spricht.
Was hier über Bremen und Hessen behauptet wird, kann ich nicht beurteilen, nehme also auch keine Stellung dazu! Trotz der mehr oder weniger geschickten Versuche zu provozieren, möchte ich nicht den Fehler begehen, mich zu Inhalten zu äußern, wo ich wenig weiß oder wo dieses Forum nicht der richtige Ort ist. Das war nämlich der entscheidende Fehler in Baden-Württemberg. Hier wurden, um aufzustacheln & sich in den Vordergrund zu schieben, Bruchstücke interner, noch lange nicht abgeschlossener Gespräche öffentlich gemacht. Sinnvolle, ergebnisorientierte, ruhíge Gespräche über wichtige Inhalte wurden so nahezu verhindert. Wie bei der sogenannten "Demo" in Köln. Lautstarke Störer verhindern jedweden Ausgleich.

Liebe Grüße
Andrea(ab)

*) In dem Zusammenhang ein kleiner Hinweis: Gymnasien sind keine Kindertagesstätten! - Schüler am Gymnasium sind meist etwas älter... :lol:
**) Das gilt in ganz besonderem Maße für Bayern! Denn hier hatte und hat Qualität gymnasialer Bildung nämlich einen hohen Stellenwert...

Nachtrag:
Deine Aussagen bzgl. Mathematik scheinen nur plausibel, weil Du entsprechend manipulierst. Tipp: Schau mal nach, was rauskommt, wenn Du das Land Bayern einzeln betrachtest.
Zitat "Hast' wohl die Ideologie der Du anhängst noch nicht ganz verstanden?" + "..." + "..." Du bewegst Dich mit Deinen zahlreichen persönlichen Beleidigungen auf sehr dünnem Eis.
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 23 im Thema

Beitrag von ab08 » Do 30. Okt 2014, 23:36

Liebe Anke,

ganz herzlichen Dank für Deine Frage ==> Also der Versuch(!) einer Antwort zu "Wie landet was im Lehrplan?"

Vorbemerkung und Klartext:

Manches kann, darf und sollte hier nicht öffentlich diskutiert werden. (Ich war auch nie direkt beteiligt). Gesetze und Regeln halte ich für sehr wichtig. Schon aus Überzeugung beachte ich sie gern, besonders dann, wenn ich sie für gut und sinnvoll halte. Mir ist dabei sehr wohl bewußt, dass aktuelle Erscheinungen in eine andere Richtung weisen. Heute wird es Mode, sich nicht an Regeln zu halten und staatliche Institutionen zu verunglimpfen. (Religiöse Fanatiker, die ihrer Kinder für ihre Ideologie missbrauchen, Schulpflicht und anderes verweigern, "Demonstranten"in Köln, Bildungsplangegner; AfD usw. oder auch z.B. Carat, die hier, meiner Meinung nach, angemessene Umgangsformen missachtete und die Grenze zur persönlichen Beleidigung überschritt.)

Also zur Frage.

Zunächst der Begriff:
"Neuer Lehrplan" ist eigentlich falsch, denn viel ändert sich meist nicht. Oft wird in erster Linie nur der Ablauf, also die Reihenfolge, geändert. Der wichtige Kern, der sich über Jahrzehnte (in Mathematik sind es oft Jahrhunderte) bewährt hat, bleibt und muss natürlich bleiben! -- Aber... was sich überlebt hat, fällt weg und neue Ergebnisse werden eingebaut.

Bevor es im Lehrplan steht, dauert es!

Wann? Z.B. weil von "politischer Seite" die Notwendigkeit erkannt wird z.B. Wahlkampfthema - Auslöser können aber auch Wissenschaft, Eltern, Wirtschaft etc. sein

Lehrpläne werden regelmäßig auch in einem bestimmten Turnus überprüft / überarbeitet. Schule sollte, bis zu einen gewissen Grad, aktuell sein. In Mathematik geht es z.B. momentan um die Einführung von Computeralgebrasystemen und um das CAS-Abitur. Übrigens im Gegensatz zu Vermutungen, speziell in Mathematik wird heute in Bayern im Vergleich zu früher eher mehr verlangt. Junge Kolleginnen und Kollegen sind fachlich sehr kompetent. Gymnasiallehrer wechseln hier recht häufig an die Uni, aber auch der umgekehrte Weg kommt vor. Geplante Änderungen und neue Ideen, kommen meist aus Bildungsinstituten, aber auch in den regelmäßigen Fachkonferenzen (schulübergreifend / getrennt nach Fächern) und anderswo wird diskutiert. Lehrerverbände, Elternverbände usw. beteiligen sich beim Thema Lehrplaninhalte meist auch ==> Entwürfe kommen, werden in obigen Gremien, aber sicher nicht nur dort, besprochen, gehen zurück, werden überarbeitet, gehen zurück und sind irgendwann fertig. Aber auch bei fertigen Lehrplänen kommt es zu Nachjustierungen.

Zwei Vergleiche, denn ich bin ja Lehrerin:
- Eigentlich ist es wie beim Backen: Verschiedenste Zutaten, Zeit und Geduld. - Experimentieren und bisweilen neue Wege versuchen. ==> Dann gelingt es!
- "Fertiger" Lehrplan - Wie bei uns Menschen: Den perfekten Menschen gibt es nicht! Jeder und jede hat irgendwo kleine Fehler, kann noch was verbessern, kann sich steigern...

Natürlich gibt es Regeln, die den Ablauf bestimmen, aber zu schematisches Vorgehen und stures Verfolgen von Ideologien wäre kontraproduktiv und geschieht auch im Grunde, meiner Erfahrung nach, nie bzw. nur sehr selten in leider bisweilen zu beklagenden Ausnahmefällen. (überstürzte Einführung des G8 u.ä. ) .
Deshalb heißt das Tests in Modellklassen, lange Sitzungen, etc. Wesentlich ist diskutieren, zuhören, beobachten, das Ganze sehen und sich eben nicht wie "Bildungsplangegner" oder andere Fanatiker nur an Details festbeißen. Übrigens... Bildungstheoretiker spielen bei Lehrplänen selten eine Rolle. - Allerdings gibt es Ausnahmen: Piaget erwähnte ich, aktuell fällt mir hier auch Professor Nida-Rümelin ein. - Andererseits geht es aber allen Beteiligten um die Qualität der Bildung ==> Folge: Versuche, irgendeinen ideologischen Unsinn in Lehrplänen zu verankern, werden meist zum Glück von Schülern/Eltern/Lehrkräften, solidarisch handelnd, verhindert. Das ordne ich eher unter "Theaterdonner für die Öffentlichkeit" ein!

Liebe Grüße
Andrea(ab)

Nachtrag:
Und wir sollten uns nicht täuschen. Richtlinien, und sogar Lehrpläne schön und gut. - Aber das Wichtigste ist die kompetente, authentisch auftretende, Lehrerpersönlichkeit, denn unsere Schüler sind intelligent und merken schnell, was der Mensch, der vor ihnen steht, kann und was nicht. Und nur wenn der Charakter dieser Person in Ordnung ist, zeigen sie Anerkennung und Respekt. Ich lerne heute noch mindestens genauso viel von meinen Schülern, wie sie von mir. (Neue Ideen bei Mathematik, aber auch Umgangsformen - Verständnis - Empathie...)
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 24 im Thema

Beitrag von Carat » Fr 31. Okt 2014, 21:24

ab08 hat geschrieben:......Du bewegst Dich mit Deinen zahlreichen persönlichen Beleidigungen auf sehr dünnem Eis.
Liebe Andrea,
ich schreibe so wie ich es in dem Moment empfinde. Deine Diffamierungen sind nur von subtilerer Art. Deine Antworten sind meist vage und nichtssagend in der Sache, Meinungen, welche Deinem Weltbild widersprechen, stellst Du grundsätzlich in die rechte homophobe Ecke. Übrigens- möchtest Du als Transsexuelle nicht mal hier über Deinen ersten Analverkehr berichten, oder Du könntest zusammen mit einem geilen Kollegen auch ein Video machen, indem ihr als Theaterstück euren Geschlechtsverkehr nachstellt? Du könntest auch über die Vorzüge von Gangbang, Saugpumpen und Vaginalkugeln referieren?

Dein Blutdruck ist jetzt gerade deutlich angestiegen und Du denkst: "Diese Drecksau!"

Zurecht! Ich schäme mich dafür das geschrieben zu haben und ich entschuldige mich bei Dir für diesen Übergriff auf Deine Persönlichkeit. Diese Übergriffigkeit waren 3 Übungen von 70, für Schüler ab 12 Jahren, aus Elisabeth Tuiders Fachbuch »Sexualpädagogik der Vielfalt« welche künftig fächerübergreifend in die Lehrpläne einfliessen sollen.
Und jetzt stellst Du Dir bitte vor, wie sich das für einen 12 Jährigen Schüler anfühlt, der aus dieser Situation in seinem Klassenraum nicht entkommen kann.

Liebe Grüße
Carat

Anne-Mette
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 25 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 31. Okt 2014, 23:41

Moin,

ich finde den Beitrag dumm und geschmacklos. Außerdem wird mal wieder auf einer persönlichen Ebene diskutiert, die mit dem eigentlichen Thema nix zu tun hat. Es ist auch keine Auseinandersetzung, sondern mal wieder eine Art "Machtgehabe". Es geht darum, jemandem persönlich "eins reinzuwürgen", den/die manfrau als StellvertreterIn nimmt für irgendwelche vermutete Verschwörungen, die ausgedacht wurden, um Kinder und Jugendliche zu verderben.

Eigentlich wollte ich die Löschfunktion benutzen; aber dann wird wohl wieder der große Aufschrei kommen...

Anne-Mette

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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 26 im Thema

Beitrag von Marielle » Fr 31. Okt 2014, 23:55

Guten Abend zusammen,

gut das du ihn hast stehen lassen Anne-Mette; auch über diesen Beitrag sollte sich jede Leser_in ein etwas vollständigeres eigenes Bild machen können.

Man muss ja nicht mal mehr prüfen, welche Taktik jeweils zugrundeliegt, weil es immer die gleiche ist: Verkürzte Darstellungen und Halb-Zitate. Zur Ergänzung hier ein Interview mit E. Tuider, zum selbst beurteilen:

http://www.hna.de/lokales/kassel/prof-e ... 65092.html

-----------------

@ Vivian: Du schriebst "Ob dieses wachsende Klima des dumpfen Spießertums für uns bedrohlich wird, vermag ich nicht zu sagen.

Ich fürchte, dass wir uns darum zumindest Sorgen machen müssen. Eine wachsende Anzahl von Mitbürger_innen scheint mit der zunehmenden Komplexität der Welt überfordert zu sein und kompensiert die eigenen Existenzängste, betreffend u.a. Job, Rente und sozialen Status, durch radikale Vereinfachungen in ihrer Weltsicht. Das betrifft m.E. nicht mehr nur Randgruppen, sondern scheint auch in sogenannten bürgerlich-konservativen Kreisen so zu passieren. Die Gefahr die daraus erwächst ist hinlänglich bekannt. Wenn die Mitte der Gesellschaft anfängt sich von einer liberalen, gleichberechtigten Gesellschaft zu verabschieden, dann wird es schnell dunkel.

besorgte, aber nicht hoffnungslose Grüsse

Marielle
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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 27 im Thema

Beitrag von Vivian Cologne » Sa 1. Nov 2014, 09:26

Meine Bemerkung mit der Sorge war auch eher rhetorisch gemeint. Natürlich mache ich mir Sorgen, um diese freiheitliche Gesellschaft, um unser friedliches Zusammenleben in Europa - und auch um meine persönliche Sicherheit und mein Wohlergehen.

Ja, die Moderne ist schnelllebig, vieles gerät ins Wanken. Das kann ich als spannend, aufregend empfinden, aber auch als Bedrohung. Und dann such ich mir eben Schuldige, und es wird immer Rattenfänger geben, die aus unlauteren Motiven die Pfeife blasen.

Es ist nicht mein Stil, andere Forumsteilnehmer öffentlich zu kritisieren. Aber Carat hat zweifelsohne eine Grenze überschritten. Ich finde es gut, dass der Beitrag zu lesen ist. Die Autorin diskreditiert sich damit selbst genug, das braucht gar keine Nachrede. Und es ist auch nicht das erste Mal. Woher aber dieser Furor und anscheinend abgrundtiefe Hass kommt, würde mich schon mal interessieren. Ist das tiefenpsychologisch erklärbar oder aus direkter Betroffenheit entstanden?

Vivian, heute eher unheilig

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Re: Spiegel-Online stößt ins Horn...

Post 28 im Thema

Beitrag von ab08 » Sa 1. Nov 2014, 10:31

Danke Marielle, für die verlinkte Quelle!

Die Kasseler Soziologieprofessorin Elisabeth Tuider kannte ich bisher nicht. Das Interview vermittelt einen Eindruck. Beurteilen möchte ich die, für mich viel zu rudimentäre, Information aber nicht. Ein Problem ist, dass aus dem Zusammenhang gerissenen Zitate in die 'Diskussion' geworden werden. Dank an alle für die diesbezügliche Kritik!!

- Es gibt übrigens auch positive Aspekte der momentan aufgeheizte Stimmung. So wurde der Vorsitzende der Deutschen Philologenverbands Heinz-Peter Meidinger von der Taz interviewt. http://www.taz.de/Gymnasiallehrer-ueber ... e/!148496/ In dem ganzseitigen Interview werden wenigstens einige wesentliche Punkte erwähnt. *) Es geht dabei unter anderem auch um Überlegungen von Professor Nida-Rümelin, die sonst auch meist extrem verzerrt dargestellt werden. (Anmerkung: Wer ihn persönlich trifft + einige Bücher liest, der versteht... Nida-Rümelin beeindruckte mich. Unseren Vorsitzenden Heinz-Peter Meidinger kenn und schätze ich außerordentlich. Ergo: Diese Gedanken unterstütze ich voll!)
Es geht darum, dass Gymnasien heute neue Aufgaben haben. Wenn z.B. im Münchner Raum Übertrittsquoten weit über 50% liegen, kann es nicht nur um die Studierfähigkeit gehen.
Ein Teil der Absolventen wird & will studieren, manche aber wollen(!) Handwerksberufe oder andere Berufe ergreifen. Auch in Bereichen außerhalb der Universität ist eine gymnasiale Bildung wertvoll. Das Spektrum unserer Schüler ist heute also viel größer als früher. Genau wie die Mehrzahl (Bin ja bei bei demokratischen Abstimmungen dabei!) meiner Kollegen halte ich das für gut und einen Gewinn. Aber darauf müssen wir uns immer besser einstellen. Um die Verzahnung mit der Arbeitswelt geht es längst auch in Lehrplänen (z.B. P-Seminare)

- Nochmal, weil es oben Thema war: Die Beziehung Gymnasium-Universität war und ist in Bayern immer eng. - In den langen Jahren, wo ich beteiligt war, wurden mündliche Prüfungen im Staatexamen am Ende des Uni-Studiums vor dem Professor und einem kompetenten Gymnasiallehrer abgelegt und von beiden bewertet... - Bildungsimpulse für Gymnasien kommen/kamen oft von der Universität (z.B. Prof. Dr. Peter Baptist Uni. Bayreuth) - Kultusminister sind hier oft für Schule+Universität verantwortlich (Einst Professor Hans Maier, heute Dr. Ludwig Spaenle) - So ändert sich für staatliche Lehrkräfte, die zur Uni wechseln, oder beim umgekehrten Weg, nicht mal der Dienstherr! ==> Das erhöht die Flexibilität im Bildungsbereich...

Liebe Grüße
Andrea(ab)


*) Dass der Artikel unseren Oberstudiendirektor und Leiter des Robert-Koch-Gymnasiums in Deggendorf einfach als Lehrer und Oberstudienrat bezeichnet, ist allerdings wieder mal typisch.
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Danke, liebe Anne-Mette,
dass Du Dich nicht für eine Löschung entschieden hast. Jede/jeder von uns ist verantwortlich für das, was sie/er schreibt.
Leider brauchte ich selbst eine ganze Weile, bis ich das einigermaßen verstanden hatte. :oops: Danke in dem Zusammenhang für Deine wohlwollenden Ermahnungen.
Liebe Grüße
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