SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung
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Anne-Mette
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SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 21. Sep 2015, 11:11

Moin,

hier zum Artikel:


http://www.spiegel.de/schulspiegel/tran ... 48506.html


Gruß
Anne-Mette

Ulrike-Marisa
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Re: SPON: Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 2 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 21. Sep 2015, 11:24

Moin,

...da gibt es noch eine Menge Aufklärungsbedarf in der Lehreraus- und -Fortbildung. In meiner Schulzeit gab es das Thema noch nicht in der Öffentlichkeit und zu Hause gab es eine geklatscht, als ich den Wunsch meinen Eltern mitteile, dass ich einen Mädchennamen haben wollte - so in der 7. klasse war das damals Mitte der 60-ziger Jahre. In Studium habe ich auch noch nichts zu dem Thema gehört, bzw. eigentlich auch nichts darüber gewusst - woher auch; andere Betroffene kannte ich nicht.
Heute sollte das Thema möglich sein, auch wenn immer nur unter Schwierigkeiten - der Beton in Köpfen der Nicht-Betroffenen ist recht stark und den aufzubröseln, wird lange steten Tropfen an Präsenz und Information bedeuten.

Gruß, Ulrike-Marisa

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Re: SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 3 im Thema

Beitrag von Marielle » Mo 21. Sep 2015, 12:15

Guten Tag zusammen, Hallo Ulrike,

wenn es um Verbesserungen, z.B. in der Schule, geht, sollte man meiner Meinung nach nicht nur die Köpfe der Nicht-Betroffenen im Blick haben. Unter den 'Betroffenen', also in der Community, gibt es bestimmt das meiste Wissen zu diesem Thema. Bei uns hat sich, durch unendlich viele Gespräche und Diskussionen und durch unser eigenes Erleben, ein riesiger Berg an Kenntnissen und Erfahrungen angesammelt, den man nutzen kann.

Auch wenn es für uns selbst jeweils zu spät ist, aus der Schule sind die allermeisten von uns ja lange raus, sollten wir uns dafür einsetzen, dass ein offener Umgang mit dem Thema möglich wird; ohne Vorbedingungen. Das kann man durch Sichtbarkeit machen, durch Mitarbeit in Gruppen und Vereinen und durch viele andere Aktivitäten. Es muss niemand zur Aktivist_in werden, jede_r bringt seinen Beitrag ein. Sehr wichtig scheint mir aber der Aspekt zu sein, der im folgenden Abschnitt des SPON-Artikels deutlich wird:
Aber auch für andere Kinder sei es ein Problem, dass Männer und Frauen im Unterricht häufig klischeehaft dargestellt würden - ohne Raum für Zwischentöne. Wer sich einfach nicht als typischer Junge oder typisches Mädchen verstehen könne, leide oft darunter. "Diese Kinder und Jugendlichen versuchen dann lange, sich anzupassen, und verzweifeln zum Teil beim Versuch", erklärt Möller. Das könne zu sozialem Rückzug führen, Traurigkeit, sogar Depression
Man kann sich als Mann, Frau oder keines von beidem identifizieren: Eine falsche äussere Zuweisung wirkt in jedem Fall gleich schlimm. Auf Kinder (Menschen im Allgemeinen), die sich nicht als Junge oder Mädchen identifizieren, wirkt eine äussere Zuweisung immer weiter, weil es bisher keine Schublade* für sie gibt. Aber auch bei denen, die sich abweichend vom zugewiesenen Geschlecht, als Junge oder Mädchen identifizieren, wirkt sie sehr negativ. Der Unterschied ist nur, dass sich das Problem in diesen Fällen durch Anerkennung als Junge oder Mädchen, Mann oder Frau relativ gut lösen lässt. So oder so sind es aber die Zuschreibungen, die das Problem verursachen.

Ich fände es daher wichtig und richtig, dass diese Erfahrung, die wir alle hier gemacht haben, ohne neuerliche Verengungen und Zuweisungen in den Diskurs eingebracht wird. Das wird niemandem seine eigene Identifikation wegnehmen, aber es würde vielen Kindern und Jugendlichen helfen, sich selbst zu finden und glücklicher zu sein.

Habt es gut

Marielle

*) wobei das eigentliche Problem nicht ist, dass es keine eigene Schublade für 'weder-noch' gibt, sondern das die Schubladen 'Mann' und 'Frau' als die einzig richtigen und möglichen Schubladen betrachtet werden
As we go marching, marching, we bring the greater days
For the rising of the women, means the rising of the race
No more the drudge and idler ten that toil where one reposes
But the sharing of life's glories, Bread and Roses, Bread and Roses.

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Re: SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 4 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 21. Sep 2015, 12:42

Moin,

wenn wir gegen solche Meinungen ankommen wollen, ist Engagement gefragt
Die Geschlechterrollen im Unterricht zu hinterfragen - das ist jedoch aus Sicht von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, nur "Gender-Ideologie". "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht die geschlechtliche Identität, die bei weit über 90 Prozent eindeutig ist, unterminieren", sagt er.
Transidentität sei laut Kraus ein "Minderheitenanliegen",
Auf der Sitzung bei ver.di (http://www.crossdresser-forum.de/phpBB3 ... 28&t=10883) wurde bemängelt, dass Sexualkunde (auch ganz allgemein) in der LehrerInnenausbildung kaum eine Rolle spielt.
Deshalb muss es von "Ehrenamtlichen" Fortbildung von LehrerInnen und SchülerInnen geben!
Wir hatten in Flensburg Überlegungen angestellt, "uns" an Schulprojekten zu beteiligen oder selbst Projekte anzuregen. Das wäre EINE Möglichkeit...

Gruß
Anne-Mette

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Re: SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 5 im Thema

Beitrag von Marielle » Mo 21. Sep 2015, 13:05

Moin Moin,

na dann los. )):m

Wir haben grad heute Abend Besuch bei uns, darunter auch eine stellvertr. Schulleiterin. Ich werde sie mal nach Möglichkeiten und Ansätzen befragen. Wir können morgen? beginnen, ein Konzept zu machen.

see you

Marielle
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Re: SPON Transsexuelle Jugendliche: Verstecken bis zur Verzweiflung

Post 6 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa » Mo 21. Sep 2015, 13:27

Hallo Marielle,

...mir geht es darum, dass heute das Thema insgesamt mit allen Facetten möglichst ohne Schubladendenken Eingang in die hiesige Unterrichtswirklichkeit finden kann. Ansprechpartner sind da bestimmt auch Lehrkräfte, die vielleicht auf Dauer etwas bewirken können -auch gegen den Dienstherren, besser mit. Ob das Thema heute schon in der Lehrerausbildung/Fortbildung angemessen angekommen ist, weiß ich leider nicht. Meine Kinder haben in den letzten zehn Jahren praktisch nichts davon in der Schule gehört. Als ich damit zu Hause ankam, war das Neuland für sie. Konzepte können ein Teil der Lösung sein - das Thema gehört endlich in den Lehrplan; aber wer entscheidet darüber??? Kommissionen von Schulexperten, Parteipolitiker??? In Baden-Württemberg hat es ja schon Krach und Aufregung deswegen gegeben.

Gruß, Ulrike-Marisa

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