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nicole.f
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Re: Frage

Post 16 im Thema

Beitrag von nicole.f » Di 7. Jan 2014, 00:14

triona hat geschrieben:Die privaten KK haben mit den MDK nichts zu tun.
Oh, echt? Gar nichts? Oder können die PKV, wenn sie wollen, ihn dennoch anrufen?

Na das wird ja dann spannend - wie sich das gestaltet werde ich dann wohl bald herausfinden, ich bin nämlich privat versichert...
triona hat geschrieben: Da die MDK gesetzlich sanktioniert sind durch SGB, handelt es sich praktisch um eine Art "Amtsärzte" für die gesetzlich Versicherten. (in Westdeutschl organisiert als Anstalten öffentlichen Rechts, in Ostdeutschl + Berlin als e.V.)

Zu den Hauptaufgaben der MDK gehören die Überprüfungen von angezweifelten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen ("Krankschreibungen") und Begutachtungen zu Leistungen der Pflegeversicherungen, wie z.B Einstufung der Patienten in Pflegestufen oder Überwachung der Leistungen von Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Begutachtungen zu Operationen oder anderen teuren Behandlungen sind nur eine Aufgabe unter vielen, die nicht mal einen so großen Anteil an der Tätigkeit der MDK haben.
Ja, so stellt sich das wohl dar.
Wie gesagt würde mich mal interessieren, wofür eine GKV den MDK einschalten *muss* und wo es optional ist. Der WikiPedia Artikel deutet ja schonmal an, dass eine gewisse Willkür über "Stichproben" möglich ist. Und dann ist da noch die geschützte Behandlungsfreiheit der Ärzte - in einige Dinge dürfen die KK wohl nicht reinreden?

Schlussendlich interessiert mich eigentlich die Frage, was müssen sich Betroffene gefallen lassen und wo werden Grenzen eindeutig überschritten?
triona hat geschrieben: Insgesamt erscheint es mir, daß sich die Tätigkeit der MDK stark an Kostendämpfung im Gesundheitswesen orientiert.

liebe grüße
triona
Der Eindruck drängt sich mir bei einige Berichten allerdings auch auf...

Vielen Dank & liebe Grüße
nicole
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Re: Frage

Post 17 im Thema

Beitrag von triona » Di 7. Jan 2014, 11:50

Da die PKV nichts zu der Finanzierung der MDK beitragen (= gesetzlich geregelte Umlage durch die GKV, auf die Zahl der Mitglieder bezogen und fallunabhängig), können sie auch nicht auf deren Gutachterdienste zurückgreifen. Ob sie bei Bedarf eigens bezahlte Gutachten durch die MDK in Anspruch nehmen können, weiß ich nicht. Die werden da wohl aber für den Fall der Fälle ihre eigenen Gutachter haben. Bei Schadensgutachten für Sachversicherungen machen sie das ja auch so.

Meine PKV hat einmal eine Ablichtung des psychologischen Gutachtens von der Namensänderung angefordert. Da haben sie auf jeden Fall eigenen Aufwand gespart, da ich diese ja (gezwungenermaßen) selber schon bezahlt hatte. Ob das rechtens war, weiß ich nicht. Ich habe aber keinen Sinn in einer Verweigerung gesehen, was ich mir auch überlegt hatte. Ich habe ihnen vorsichtshalber aber nur die erweiterte Fassung von dem einen davon geschickt, in dem auch die Indikation für eine OP drin enthalten war. (smili)

Was du in Zukunft mit deiner PKV erleben wirst, würde mich aber auch interessieren.


liebe grüße
triona

ChristinaF
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Re: Frage

Post 18 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 7. Jan 2014, 12:03

Erstmal vielen Dank für die Erläuterungen. Man sieht, dass ihr richtige "Fachfrauen" in diesem Punkt seid.
Letztendlich komme ich zum Schluss, dass das eine mit dem anderen also nichts zu tun hat. Sprich. Die Behörden wollen ihre eigenen Gutachter und die wollen demnach auch bezahlt werden.
LG
Chrissie

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Re: Frage

Post 19 im Thema

Beitrag von Bianca D. » Di 7. Jan 2014, 19:32

nicole.b hat geschrieben: Ich hatte bisher den Eindruck, selbst erfahren habe ich das ja (noch) nicht, dass der MDK auch durchaus schon früher ins Spiel kommen kann, wenn bspw. Dinge wie Epilation oder HET bewilligt werden müssen. Das hat bei Dir, schliesse ich jetzt mal daraus, die KK ohne eine Nachfrage beim MDK bewilligt / zugestimmt?
Moin Nicole,

Nun,ich bin da nicht ganz der Maßstab,habe da wohl mehr Glück als Verstand gehabt. Ich bin zum Hausarzt gegangen,die hat mir eine Bescheinigung ausgestellt,daß ich seit Jahren unter der Vorstellung leben würde,eine Frau sein zu wollen und was ich nun auch ausleben wolle.Es bestünde bei ihr der begründete Verdacht der TS und würde mich an einen Psychologen überweisen.Mit diesem Schriftstück sowie einer Bescheinigung von einer psychologischen Beratungsstelle bin ich zum Endokrinologen und hab um ein Rezept zur gegengeschlechtlichen Hormontherapie gebeten. Hat geklappt,nach einer halben Stunde war ich wieder draußen und um ein Rezept reicher.
Nun,da muß wohl großes Vertrauen in die Bescheinigungen der Hausärztin gesteckt haben,weil üblicher Weise mußt du ein Jahr Alltagserprobung mit psychotherapeutischer Begleitung nachweisen,bevor du eine Hormonthrapie starten kannst. Über die Sinnhaftigkeit läßt sich ja trefflich streiten,deswegen sag ich mal nix dazu. Ich hab eben Glück gehabt,daß da nie was nachgeprüft wurde.
Epilation ist auch so ein Klassiker. Die einen kriegen es bei der Kasse durch,die anderen nicht,was eher die Regel ist.Ich bezahle die Laserepi selbst.
Nun,da du privat versichert bist,kann das natürlich noch wieder anders aussehen. Also am besten mit deinem Sachbearbeiter zusammensetzen,was in welcher Höhe übernommen wird und was nicht.

LG Bianca
Ick wees nüscht,kann nüscht,hab aba jede Menge Potenzial

triona
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Re: Frage

Post 20 im Thema

Beitrag von triona » Di 7. Jan 2014, 20:42

Bianca D. hat geschrieben: ... Ich bin zum Hausarzt gegangen,die hat mir eine Bescheinigung ausgestellt,daß ich seit Jahren unter der Vorstellung leben würde,eine Frau sein zu wollen und was ich nun auch ausleben wolle.Es bestünde bei ihr der begründete Verdacht der TS und würde mich an einen Psychologen überweisen.Mit diesem Schriftstück sowie einer Bescheinigung von einer psychologischen Beratungsstelle bin ich zum Endokrinologen und hab um ein Rezept zur gegengeschlechtlichen Hormontherapie gebeten. Hat geklappt,nach einer halben Stunde war ich wieder draußen und um ein Rezept reicher.
Nun,da muß wohl großes Vertrauen in die Bescheinigungen der Hausärztin gesteckt haben,weil üblicher Weise mußt du ein Jahr Alltagserprobung mit psychotherapeutischer Begleitung nachweisen,bevor du eine Hormonthrapie starten kannst...

Nö, muß nicht.
Die Hausärztin hätte dir das Rezept auch gleich selber ausstellen können, wenn sie sich da so sicher gewesen wäre.
Bei mir war das 2x eine Frauenärztin. (Zu der zweiten bin ich gegangen, weil ich mit der ersten nicht zufrieden war. Die hatte vergessen, mich auf erhöhte Thrombosegefahr zu untersuchen bzw dies zu veranlassen oder dringend anzuraten.) Ich habe dafür aber auch nicht die PKV in Anspruch genommen weil Selbstbeteiligung das eh weit übersteigt. Aber auch bei gesetzlich Versicherten dürfen z.b. Hausärzte oder Frauenärzte Hormontherapien verschreiben. Und das geht wohl in den seltensten Fälllen zum MDK. Es steht auch nirgends geschrieben, daß das immer und ausschließlich so sein muß. Auch nicht in den SOC, die ja auch kein bindendes Gesetz sind.

Geklärt haben wir allerdings bis jetzt noch nicht, ab wann bei gesetzl Versicherten der MDK eingeschaltet werden muß, kann oder darf bzw nicht darf (nach SGB oder anderen bindenden Vorschriften). Praktisch gehandhabt wirds anscheinent von Fall zu Fall höchst unterschiedlich - mal so, mal so, mal wieder ganz anders.


liebe grüße
triona

ChristinaF
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Re: Frage

Post 21 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Do 30. Jan 2014, 13:39

Eine Frage an die, die die VÄ/PÄ schon hinter sich haben.
Müssen eigentlich alle persönlichen Papiere, bzw. Dokumente auf den weiblichen Namen umgeschrieben werden. Also auch Zeugnisse?
Ich finde, dass es mir ja nicht so viel bringt, wenn ich dann die Papiere umschreiben lassen muss, die schon jahrelang "veraltet" herumliegen?
Danke im voraus!
LG
Chrissie

ExuserIn-2014-06-30

Re: Frage

Post 22 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2014-06-30 » Do 30. Jan 2014, 14:36

Wenn es dich nicht stört und du die Sachen voraussichtlich auch nicht mehr benötigst, musst du da nichts ändern lassen.
Aber falls du mal für eine Bewerbung oder so ein altes Zeugnis vorlegen musst, wäre es schon besser, wenn auch der passende Name darunter steht.
Wobei Änderungen an alten Zeugnissen auch beliebig schwierig werden können...

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Re: Frage

Post 23 im Thema

Beitrag von paule » Do 30. Jan 2014, 14:50

Guten Tag,

inzwischen haben sich etliche Schulformen geändert und einige Schulen wurden sogar aufgelöst. In manchen Fällen dürfte es schwierig sein, Verantwortliche zu erreichen.
Ich habe selten erlebt, dass alte Zeugnisse noch gebraucht wurden.

Paule

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