Theaterstück: Die Brautschminkerin
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Anne-Mette
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Theaterstück: Die Brautschminkerin

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 21. Mär 2011, 17:41

Vor einem historischen Hintergrund erzählt Mei Hong Lin von dem Schicksal einer Frau, die nach der Ermordung ihres Mannes ganz auf sich alleine gestellt ist. Nachdem ihr Mann noch in der gemeinsamen Hochzeitsnacht verschleppt wurde, entdeckt sie, dass sie schwanger ist. Als Angehörige bekommt sie die Wirkung der systematischen Verfolgung direkt zu spüren. Strenge Überwachung, Demütigung und ein überwältigendes Gefühl der Ohnmacht bestimmen ihren Alltag. Um für sich und ihren Sohn sorgen zu können, schminkt sie junge Bräute für deren Hochzeit. Sie sieht ihren Sohn heranwachsen und schöpft trotz des großen Leids und der Trauer um ihren Gatten daraus die Hoffnung, dass ihr Mann im einzigen Sohn weiterleben kann.
Doch der Sohn ist transsexuell - fühlt sich als Frau.
Seine Mutter führt ein Dasein in Erinnerung. Die maskengleiche Schminke, mit denen sie die Frauen für ihre Hochzeit zurechtmacht, ist dabei Sinn bild ihres eigenen Seins, in dem sie die eigentliche Wahrheit über ihren Sohn aus enttäuschter Mutterliebe stetig, wie hinter einer Maske, zu überdecken sucht. Als der Sohn plötzlich und für sie völlig unerwartet stirbt, wird sie damit konfrontiert, dass sie dem Andenken ihres Mannes zuliebe ihren Sohn und seine Wünsche zu Lebzeiten nicht respektiert hat. Sein Tod lässt die Masken fallen und die ungeschminkte Wahrheit zu Tage treten.
Sie schminkt ihn und zieht ihm ein Brautkleid an, obwohl sie zu seinen Lebzeiten seine Transsexualität ablehnte.

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