DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht
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Anne-Mette
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DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

ein ausführlicher Artikel: https://www.deutschlandfunk.de/geschlec ... _id=497852

Gruß
Anne-Mette
Magdalena
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 2 im Thema

Beitrag von Magdalena »

Hallo,

liebe Anne-Mette erst einmal Danke für den Link. Traurig stimmt mich, dass durch parteipolitische Zwänge in dieser Legislaturperiode es zu keiner annehmbaren Entscheidung zu Gunsten von Transgendern kommt. Und wann es nach der Wahl im September wieder aufgenommen wird ist fraglich. So wird weiterhin den Betroffenen nur der Weg über Gerichte und kostspielige Gutachten bleiben.

Viele liebe Grüße von Magdalena
Lebe jeden Tag.
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 3 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

Moin,

...mit den jetzigen PolikerInnen der GroKo ist vermutlich kein Staat mehr zu machen, die haben andere Probleme, als sich um Transsexuelle zu kümmern. Das kann wenn überhaupt nur eine Regierung mit anderer politischer Zusammensetzung wieder in Angriff nehmen; das wird dann aber auch wieder dauern mit dem gefühlt endlosen Abstimmungs- und Meinungsfindungsprozess im Parlament und in den einzelnen Parteien. Die Hoffnung bleibt, das wars dann aber auch erst mal...

Grüße, Ulrike-Marisa
Svetlana L
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 4 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Magdalena hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 09:46 Und wann es nach der Wahl im September wieder aufgenommen wird ist fraglich.
Wie immer... Kurz vor Ende der Legislaturperiode!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana
Ulrike-Marisa
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 5 im Thema

Beitrag von Ulrike-Marisa »

...scheinbar ein regelrechter politischer Grundsatz für handeln: gut verschoben ist gut aufgehoben; bloß nix machen, was jemanden verprellen könnte etc. ...

Gruß, Ulrike-Marisa
Anne-Mette
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 6 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

nun muss ich doch noch etwas schreiben; es ist der vierte Versuch. Eigentlich wollte ich mich raushalten aus einer Diskussion auf der Basis von "Allgemeinplätzen" (für die gab es am PFH meistens eine 4- )))(: und die aufmunternden Worte der Dozenten: "das kansst du besser!")

Die "allgemeine Kritik" finde ich ZU ALLGEMEIN - und auch nicht gerade zielführend.
Wir sollten uns auch fragen, ob "die Community" alles getan hat, um ihr Anliegen "mit einer Stimme" so vorzubringen, dass es verstanden wird.
Bisher agieren überwiegend Einzelpersonen, die sich aufreiben in ihren Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern und Vereine, die sich untereinander nicht in allen Punkten einig sind (fast hätte ich geschrieben, "sich nicht grün sind").
Was diese Menschen im Einzelnen verhandeln, bleibt in vielen Fällen ein Geheimnis, obwohl sogar BILD manchmal einen Artikel darüber bringt.

Eine wichtige Frage ist sicherlich, wie die Konsequenzen einer Abschaffung des TSG und die mögliche Einführung eines Selbstbestimmungsgesetzes einer breiten Öffentlichkeit so verkauft werden, dass es eher Unterstützung als Ablehnung gibt.
Es bestehen Ängste und Vorbehalte, wenn der "juristische Geschlechterwechsel" so einfach vorgenommen werden kann wie die Erlangung eines dgti-Ergänzungsausweises.
Wie können wir diese Vorbehalte und Ängste ausräumen? Wie gewinnen wir Mitstreiterinnen und Mitstreiter, die uns dabei helfen, die gewollte Panikmache einiger Einzelpersonen und Gruppen verebben zu lasssen und die Unredlichkeit des Handelns dieser Personen zu entlarven?

Leider haben Gegnerinnen und Gegner von Reformen Insgtrumente mit großer medialer Reichweite - und Unterstützung aus allen Parteien.

Gruß
Anne-Mette
Engelchen
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 7 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Anne-Mette hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 11:48 Bisher agieren überwiegend Einzelpersonen, die sich aufreiben in ihren Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern und Vereine, die sich untereinander nicht in allen Punkten einig sind (fast hätte ich geschrieben, "sich nicht grün sind").
Genau so sehe ich das - und solange sich da nichts ändert und ein*e Gruppe*chen sich endlich mal vernünftig zusammensetzen und an einem Strang ziehen erstmal die Grundprobleme zu lösen - solange sehe ich schwarz.
ich hab es aufgegeben und halte mich raus, ich mag mich nicht zerfleischen lassen nur weil ich eine andere Meinung habe.

Liebe Grüße

Lisa
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 8 im Thema

Beitrag von ChristinaF »

So ists mal hier in DE. Leider.
Und so gehts woanders. U.a. auf den Kanarischen Inseln.
https://infos-grancanaria.com/2021/kana ... hgestellt/

Liebe Grüße
Christina
Anke
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 9 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Anne-Mette hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 11:48 Wir sollten uns auch fragen, ob "die Community" alles getan hat, um ihr Anliegen "mit einer Stimme" so vorzubringen, dass es verstanden wird.
Bisher agieren überwiegend Einzelpersonen, die sich aufreiben in ihren Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern und Vereine, die sich untereinander nicht in allen Punkten einig sind (fast hätte ich geschrieben, "sich nicht grün sind").
Was diese Menschen im Einzelnen verhandeln, bleibt in vielen Fällen ein Geheimnis, obwohl sogar BILD manchmal einen Artikel darüber bringt.
das sind genau die richtigen Fragen. Es ist sehr leicht die Parteien zu kritisieren und die politische Situation zu beklagen. Viel schwieriger ist es daran etwas zu ändern.

Vor ein paar Jahren war ich an der Gründung des Bundesverbandes beteiligt. Meine Hoffnung war, dass wir endlich eine Stimme bekommen, die gehört wird. Dieser Hoffnung ist Ernüchterung gefolgt. Schon bei der Wahl des Vorstandes zeichnete sich ab, dass sich wenig ändern würde. Einzelne Gruppen hievten möglichst viele Personen aus ihren Reihen in den Vorstand. Personen, die sowieso schon zeitlich stark belastet waren und kaum Zeit für die Arbeit im Bundesverband hatten.

Dazu kam das Selbstverständnis dieser Personen. Viele dachten, dass es sich um die selben Aufgaben handele, wie in den Gruppen vor Ort. Dabei sind die Aufgaben eines Bundesverbandes ganz anders gelagert. Es geht darum Kontakte in die Politik herzustellen, sich in der Politik und in den Medien zu platzieren. Es geht darum eine gesellschaftliche Stimmung zu erzeugen, die zur Erreichung unserer Ziele notwendig ist.

Da ich es aus oben beschriebenen Gründen nicht in den Vorstand geschafft habe, wollte ich mich in einer Arbeitsgruppe "Presse" engagieren. Doch hier wurden wir monatelang ausgebremst und konnten nicht aktiv werden. Irgendwann hatte ich die Nase voll und habe mich zurückgezogen. Anderen ging es ähnlich.

Daher dürfen wir uns nicht wundern, dass es nicht voran geht. Wir brauchen eine Organisation mit Personen, die verstehen, was zu tun ist und die auch in der Lage ist, dies anzugehen. Neben der jeweiligen persönlichen Kompetenz geht es auch darum, dass diese Personen dies auch zeitlich darstellen können. Statt dessen herrscht Proporzdenken!

Bis jetzt habe ich mich in der letzten Zeit bei diesem Thema stark zurückgehalten. Doch ich erlebe den selben Zustand wie vor einigen Jahren. Wir jammern und beklagen die Politik, sind aber nicht in der Lage etwas auf die Beine zu stellen. Bei aller berechtigter Kritik an der derzeitigen Regierungskoalition, zum Teil ist es selbstverschuldetes Elend!

Liebe Grüße

Anke
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 10 im Thema

Beitrag von Hotte »

Die Szene ist einfach zu divers.
post trans*
Svetlana L
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 11 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Ich glaube wir brauchen beides, sowohl engagierte Einzelpersonen als auch eine Stimme der Community, die in den Etagen der Politik Gehör findet. Erstere machen sichtbar, wie viele Menschen von einer TSG-Abschaffung überhaupt betroffen wären und letztere müsste eben die gebündelte Macht und Kompetenz der T*-Community in die Waagschale werfen. Aus meiner Sicht ist beides wichtig.

Und zum Stichwort "allgemeine Kritik": Die Reform/Abschaffung des TSG ist mittlerweile in der dritten Legislaturperiode angekommen und wir haben gesehen, dass wieder nichts auf die Beine gestellt werden konnte bzw. die kläglichen Versuche der Regierungskoalition so grottig waren, dass gar keine andere Möglichkeit bestand als das abzulehnen. Einigermaßen konkret wurde es immer erst zum Ende der Legislatur bzw. wurde es immer bis dahin hinausgezögert. Bei der interministeriellen Arbeitsgruppe in der vergangenen Legislatur hieß es dann, dass das so lange gedauert hat, dass bis zum End enichts mehr erreicht werden kann. Demnächst sind wir, was das TSG betrifft, in der vierten Legislaturperiode und die Wahrscheinlichkeit, dass meine obige Aussage wieder zutrifft sind relativ hoch... Es sei denn, eine vollkommen andere Regierungskoalition links von schwarz kommt zustande - aber wie hoch sind dafür die Wahrscheinlichkeiten (zumindest für das "ohne schwarz")? Eine andere Möglichkeit wäre die Aufhebung des Fraktionszwangs - aber wie hoch ist dafür - bei einem solchen Nischenthema - die Wahrscheinlichkeit?
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana
Jaddy
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 12 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Hotte hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 14:45 Die Szene ist einfach zu divers.
Genau! Da muss mal richtig durchgegriffen werden, so mit _einem_ Mann an der Spitze, der ordentlich... äh.. Nope :)

Es geht genau darum, dass Diversität eigentlich besser für alle ist. Weil alle etwas beizutragen haben. Weil die Rücksicht, die ich auf andere nehme (mich nicht nach vorne zu boxen), letztlich durch mehr Vorteile für alle aufgewogen wird. Jede Diskriminierung weist immer in beide Richtungen. Die einen werden benachteiligt und die anderen fürchten, dass ihnen das gleiche passiert.

Die Lösung kann nicht sein, dass die weniger benachteiligten sich die Brosamen schnappen und damit ruhiggestellt werden. Auch wenn die Verlockung groß ist und sich schon einige Gruppen auf Kosten anderer ab- und durchgesetzt haben. Mal so als Einschub: Von den schwul-lesbischen Lobbygruppen hab ich persönlich jetzt nicht so viel gehört zum TSG. Nicht von den in den Parteien und auch nicht aussen.

Aber die Gegner sind andere und wir erreichen nichts, wenn nicht alle irgendwie mitgenommen werden. Gleichstellung und Diskriminierungsfreiheit sind kein Nullsummenspiel.

Dies ist ein fundamental anderer, inklusiver und solidarischer Ansatz. Ich weiss, dass er im Widerspruch zum klassischen Vorgehen von Interessenverbänden und Politikmechanismen steht. Ich hab auch meine Schwierigkeiten bei der Umsetzung. Das ist anstrengend und zeitraubend und erfordert ständige Achtsamkeit. Es ist aber aus meiner Sicht der bisher einzig erkennbar richtige. Die Alternative hiesse, ebenso wie die Gegenseite Benachteiligungen gegeneinander auszuspielen, nach unten zu treten, die herrschende Dominanzkultur zu unterstützen und willkürlich andere hinten raus fallen zu lassen.
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 13 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Svetlana L hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 14:54 Und zum Stichwort "allgemeine Kritik": Die Reform/Abschaffung des TSG ist mittlerweile in der dritten Legislaturperiode angekommen und wir haben gesehen, dass wieder nichts auf die Beine gestellt werden konnte bzw. die kläglichen Versuche der Regierungskoalition so grottig waren, dass gar keine andere Möglichkeit bestand als das abzulehnen. Einigermaßen konkret wurde es immer erst zum Ende der Legislatur bzw. wurde es immer bis dahin hinausgezögert. Bei der interministeriellen Arbeitsgruppe in der vergangenen Legislatur hieß es dann, dass das so lange gedauert hat, dass bis zum End enichts mehr erreicht werden kann. Demnächst sind wir, was das TSG betrifft, in der vierten Legislaturperiode und die Wahrscheinlichkeit, dass meine obige Aussage wieder zutrifft sind relativ hoch... Es sei denn, eine vollkommen andere Regierungskoalition links von schwarz kommt zustande - aber wie hoch sind dafür die Wahrscheinlichkeiten (zumindest für das "ohne schwarz")? Eine andere Möglichkeit wäre die Aufhebung des Fraktionszwangs - aber wie hoch ist dafür - bei einem solchen Nischenthema - die Wahrscheinlichkeit?
stimmt, ein echtes Trauerspiel, da gibt es nichts zu beschönigen.

Aber ein ebenso großes Trauerspiel ist die Unfähigkeit unserer Interessenverbände. Und ich verstehe nicht, warum es nicht längst Gespräche mit den Schwarzen (ich meine die Parteien) gibt. Die C-Parteien werden als willkommenes Feindbild kultiviert. Auch wenn ich die niemals wählen würde, wieso gibt es keinen Dialog mit denen. Diese Parteien sind die meiste Zeit an der Regierung, daher ist es schwierig gegen sie etwas durchzusetzen. Daher ist es aus meiner Sicht allerhöchste Zeit andere Wege zu gehen.

Für mich macht es wenig Sinn immer wieder mit denen zu sprechen, die uns sowieso unterstützen. Viel wichtiger finde ich auf die zuzugehen, die anderer Meinung sind. Wir haben gute Argumente, die überzeugen können. Das ist natürlich das Bohren eines dicken Bretts. Doch ich finde das besser, als nur darauf zu hoffen, dass eine uns freundlich gesinnte Regierung gewählt wird.

Liebe Grüße

Anke
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Re: DLF: Geschlechteridentität | Der schwierige Weg zu einem neuen Transsexuellenrecht

Post 14 im Thema

Beitrag von Anke »

Hallo,
Jaddy hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 15:12

Die Lösung kann nicht sein, dass die weniger benachteiligten sich die Brosamen schnappen und damit ruhiggestellt werden. Auch wenn die Verlockung groß ist und sich schon einige Gruppen auf Kosten anderer ab- und durchgesetzt haben. Mal so als Einschub: Von den schwul-lesbischen Lobbygruppen hab ich persönlich jetzt nicht so viel gehört zum TSG. Nicht von den in den Parteien und auch nicht aussen.
Die Homosexuellen interessieren sich kaum für das TSG, warum auch. Nur weil wir gemeinsam beim CSD feiern heißt das noch lange nicht, dass es hier wirklich eine gemeinsame Community gibt, die für gemeinsame Ziele kämpft. Daher erwarte ich aus dieser Ecke auch nichts
Jaddy hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 15:12 Aber die Gegner sind andere und wir erreichen nichts, wenn nicht alle irgendwie mitgenommen werden. Gleichstellung und Diskriminierungsfreiheit sind kein Nullsummenspiel.
Für mich ist es höchste Zeit die "Gegnerdenke" über Bord zu werfen. Du schreibst darüber alle mitzunehmen. Ja, wir sollten dringend anfangen die C-Parteien mitzunehmen. Die haben bisher unseren Ansatz nicht verstanden. Wir können es uns bequem machen und es als Ignoranz abstempeln, was uns leider überhaupt nicht weiterhilft. Oder wir können in die konstruktive Auseinandersetzung gehen und sie dort abholen, wo sie stehen.

Liebe Grüße

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Post 15 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Anke hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 17:53
Jaddy hat geschrieben: Do 27. Mai 2021, 15:12 Aber die Gegner sind andere und wir erreichen nichts, wenn nicht alle irgendwie mitgenommen werden.
Für mich ist es höchste Zeit die "Gegnerdenke" über Bord zu werfen. Du schreibst darüber alle mitzunehmen. Ja, wir sollten dringend anfangen die C-Parteien mitzunehmen.
Touché ;)
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