Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit
Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit - # 2

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Laila-Sarah
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 16 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Hallo,

ich habe die persönliche Beobachtung gemacht, dass die emotionale Instabilität mit Beginn der Einnahme von Hormonen beachtlich steigt. Das ist bestimmt auch Medizinern aufgefallen. Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?

Obwohl es so zu machen eine grobe Holzfäller Methode ist könnte es dennoch so sein. Nur so als Denkansatz.

VlG
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!EmmiMarie!
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 17 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Hmm,

versteht mich bitte nicht falsch, wenn ich jetzt vergeallgemeinere und auch relativ
emotionslos an die Sache rangehe.

Vielleicht wurde ich auch falsch erzogen und habe mein ganzes Leben lang etwas falsch
gemacht...wenn das so ist, darf mir gerne jemand helfen.

Also warum gehe ich zu einer Fachperson?
Ich habe einen Wunsch, ein Problem oder einfach einen Ansatz zu dem ich Beratung suche.
Oder ich möchte etwas haben oder fachgerecht loswerden.

Bevor ich jetzt eine Fachperson kontakte und dann aufsuche muss ich mich notwendigerweise
erst einmal selber mit dem Thema auseinandersetzen, damit ich es der Fachperson halbwegs
brauchbar erklären kann und nicht sagen muss "des isch hi".
Das heisst, in dem Moment muss ich mich selbst auf den Expertenweg begeben, damit ich auch
bewerten kann, was mir die Fachperson im Umkehrschluss mitteilt.

Innerhalb der Parameter in denen die Fachperson arbeiten kann/darf muss ich also in dem
Gespräch meinen Weg finden und/oder in Absprache mit der Fachperson gestalten.
Dazu gehört eben auch, das ich klar sage was ich möchte und was ich nicht möchte.
Auch wann und wie es umgesetzt werden kann...
Kann mir dann die Fachperson nicht helfen oder möchte es nicht, suche ich mir eine andere
Fachperson, die mit mir übereinstimmt oder das annähernd tut.

Es wäre mir auch recht, wenn die Fachperson auf dem neusten Stand ist..weil wenn ich schon
selbst neue Vorgehensweisen recherchiert habe von denen die "Fachperson" nichts weiss,
ist es keine Fachperson....zumindest keine auf dem aktuellen Stand.
Das gebe ich dann auch weiter-ich wünsche mir ja das eine Fachperson aktuelle Wege geht.

Naja...

Alles Liebe Marie (flo)
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ExuserIn-2019-12-22
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 18 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

!EmmiMarie! hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:41
Kann mir dann die Fachperson nicht helfen oder möchte es nicht, suche ich mir eine andere
Fachperson, die mit mir übereinstimmt oder das annähernd tut.
Und dann steht man am Ende da wie ich. Fast 10 Monate Therapie und außer der Festigung der eigenen Annahme trans zu sein ist noch nichts passiert.
Viele sind doch froh überhaupt eine Fachperson zu finden, welche ansatzweise mit dem Thema etwas anfangen kann.
Ich fühle mich dem System ausgeliefert, weil ich machen muss was sie von mir verlangen, um das zu kriegen was ich haben möchte.
Schlechte Erfahrungen noch gegen Anfang des Alltagstest führten bei mir nicht zu einer Festigung der Persönlichkeit, sondern führten dazu, dass ich obwohl geoutet ich in Situationen in denen ich nicht einfach ausweichen kann häufig wenig feminin unterwegs bin. Im Job z.B., wo ich nicht einfach weg gehen kann wenn mir jemand blöd kommt. In meiner Freizeit habe ich idR keinerlei Probleme mehr.
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?
Und was wenn sie der psychologischen Überbeanspruchung nicht gewachsen sind? War der Leidensdruck dann etwa nicht groß genug? Oder vermutlich eher zu groß, was dann schwerwiegende Folgen haben könnte.

Anja
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 19 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Keks-Marie hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 12:20
Ich fühle mich dem System ausgeliefert, weil ich machen muss was sie von mir verlangen, um das zu kriegen was ich haben möchte.
Mir gings ja bei der Psychotherapie primär nur um die Indikation für die Hormone. Da ich einen superlieben Hausarzt habe, hab ich die Hormone vorher schon von ihm verschrieben bekommen.
So war es mir dann eigentlich Banane, wie lange die Psychologin sich Zeit lässt, bis sie mir die Indikation ausstellt. Da ich ihr aber erzählt habe, das ich schon Hormone nehme, aber nicht unter Kontrolle eines Endos bin, hat sie die dann ziemlich schnell ausgestellt.
Ich weiß ja, das macht längst nicht jeder Hausarzt mit, da gehört auch eine Portion Glück dazu. Aber wenn ich mit einem Arzt nicht zufrieden bin, wechsle ich so lange, bin derjenige mir dann zusagt.
So kam ich zu meinem jetzigen Hausarzt.
Mit der Laserepilation fing ich schon zu CD-Zeiten an. Ich bin nie Bartträger gewesen, hab mich fast täglich rasiert, von daher fehlte mir da auch nix. Und € 89,- alle 8 Wochen sind durchaus stemmbare Kosten. So begann ich dann mein Leben als Frau bereits mit deutlich reduzierter Gesichtsbehaarung, Östrogenüberschuss im Blut und meine Haare ließ ich zu diesem Zeitpunkt schon seit 6 Monaten wachsen.
So blieb mir der Spießrutenlauf, auch Alltagstest genannt, komplett erspart.
Das hat den Geschlechtswechsel doch wesentlich erleichtert.

Es gibt also auch Wege, "das System" zu umgehen...

Grüße
die Anja
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Laila-Sarah
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 20 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Keks-Marie hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 12:20
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?
Und was wenn sie der psychologischen Überbeanspruchung nicht gewachsen sind? War der Leidensdruck dann etwa nicht groß genug? Oder vermutlich eher zu groß, was dann schwerwiegende Folgen haben könnte.
Da bin ich schier überfragt. Ich würde jetzt auf Verlängerung und gezielte Hilfeleistung tippen. Aber es gibt sicherlich Menschen, hier die die Frage akkurat beantworten können.
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ExuserIn-2019-12-22
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 21 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-22 »

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 13:15
Keks-Marie hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 12:20
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?
Und was wenn sie der psychologischen Überbeanspruchung nicht gewachsen sind? War der Leidensdruck dann etwa nicht groß genug? Oder vermutlich eher zu groß, was dann schwerwiegende Folgen haben könnte.
Da bin ich schier überfragt. Ich würde jetzt auf Verlängerung und gezielte Hilfeleistung tippen. Aber es gibt sicherlich Menschen, hier die die Frage akkurat beantworten können.
Womit würdest du eine Verlängerung begründen?

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 22 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Keks-Marie hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 14:15
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 13:15
Keks-Marie hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 12:20

Und was wenn sie der psychologischen Überbeanspruchung nicht gewachsen sind? War der Leidensdruck dann etwa nicht groß genug? Oder vermutlich eher zu groß, was dann schwerwiegende Folgen haben könnte.
Da bin ich schier überfragt. Ich würde jetzt auf Verlängerung und gezielte Hilfeleistung tippen. Aber es gibt sicherlich Menschen, hier die die Frage akkurat beantworten können.
Womit würdest du eine Verlängerung begründen?
Ich betone ja auch jedesmal, dass es meine laienhaften Gedanken sind und ich kein Fachmensch bin aber ich würde so etwas sagen:

Sehr geehrte Frau Musterfrau, der Alltagstest hat gezeigt dass sie noch nicht vollständig bereit sind die Strapazen und Probleme, die auf Sie zukommen werden psychologisch unbeschadet zu überstehen. Deshalb wollen wir den Alltagstest ein wenig verlängern um Sie auf Ihr kommendes Leben weiterhin gezielt vorbereiten und festigen zu können.
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 23 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 15:10
Ich betone ja auch jedesmal, dass es meine laienhaften Gedanken sind und ich kein Fachmensch bin aber ich würde so etwas sagen:

Sehr geehrte Frau Musterfrau, der Alltagstest hat gezeigt dass sie noch nicht vollständig bereit sind die Strapazen und Probleme, die auf Sie zukommen werden psychologisch unbeschadet zu überstehen. Deshalb wollen wir den Alltagstest ein wenig verlängern um Sie auf Ihr kommendes Leben weiterhin gezielt vorbereiten und festigen zu können.
Hi Laila,

ich habe dir einen Daumen hoch gerade für den laienhaften Gedanken gegeben.

Hmm, aaaaber...

du wirst mir sicher zustimmen, das normales Leben doch schon der Alltag ist.
Wieso bitte schön, sollte ich einen Alltag testen den ich schon lebe?

Dann kann ich doch gar nichts kommendes vorbereiten, ich bin ja mittendrin.
Wo ist dann der Sinn einer Verlängerung-ich möchte doch so leben oder lebe so.

Also lebe ich das Frausein-Test obsolet.
Lebe ich das Mannsein-Test obsolet
Lebe ich etwas dazwischen-Test auch obsolet.
Oder anders gesagt, Person lebt wie Person leben möchte, möchte sie anders leben
würde sies tun..

@Marie

Du müsstest nicht an dem Punkt stehen wo du stehst...ich habe dir angeboten dir
meine Freiburger Kontakte zu vermitteln und ich lege meine Hand dafür ins Feuer,
du wärst weiter wenn du weiter sein wollen würdest.
Es ist möglich das System wie es da ist zu nutzen oder sich zu beklagen.
Das das System seine Tücken hat wissen wir alle, die kann man aber wie Anja sagt
auch "umgehen"...

Ich weiss aber auch, das du bestimmte Ziele erreicht haben möchtest, bevor du
"weiter" gehst. Frage: Macht dich das jetzt weniger, in diesem Moment weniger, zur Frau?
Nimm deinen Mut zusammen, sag deinem Thera das du jetzt und das meint jetzt
die Indikation willst, weil du eh schon Hormone nimmst und aus der "Grauzone"
raus und auf den offiziellen Weg möchtest.

Sorry das ich jetzt etwas unwirsch geworden bin..

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 24 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

!EmmiMarie! hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 17:15
ich habe dir einen Daumen hoch gerade für den laienhaften Gedanken gegeben.

Hmm, aaaaber...

du wirst mir sicher zustimmen, das normales Leben doch schon der Alltag ist.
Wieso bitte schön, sollte ich einen Alltag testen den ich schon lebe?
Hi EmmiMarie,

ich habe ja am Anfang lediglich einen Verdacht geäußert. Darauf hin kamen zwei fragen, die ich versucht habe mit logischen Schlussfolgerungen zu beantworten. Daher will ich jetzt nicht als diejenige dastehen, die den Alltagstest gerechtfertigt und sich dafür stark macht.

M.M.n.: Du und Marie seit emotional sehr stabil und belastbar. Ein guter Psychologe sollte dies feststellen können und euch freie Fahrt gewähren. Warum es nicht geschieht ist mir ein Rätsel.

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Sahara65
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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 25 im Thema

Beitrag von Sahara65 »

Anja hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 13:04
So blieb mir der Spießrutenlauf, auch Alltagstest genannt, komplett erspart.
Von mir wurde in 3 Jahren nicht einmal erwartet als Frau zu erscheinen, weder Kleidung, Haare oder Makup als Grundvoraussetzung für die Indikation.
Es ging meiner Gutachterin mehr um mich als Person, nicht was ich durch Außerlichkeiten zum Ausdruck bringen wollte.
Ich war einfach ich, habe nicht versucht Frau oder Mann zu sein.

Scheinbar hat sie die weibliche Seite in mir überzeugt, mit Männerstimme und teilweise unrasiert.

Ein Spießrutenlauf ist etwas ganz ganz anderes.

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 26 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 21:14
Daher will ich jetzt nicht als diejenige dastehen, die den Alltagstest gerechtfertigt und sich dafür stark macht.

M.M.n.: Du und Marie seit emotional sehr stabil und belastbar. Ein guter Psychologe sollte dies feststellen können und euch freie Fahrt gewähren. Warum es nicht geschieht ist mir ein Rätsel.
Hi Laila,

nein, nein, ich hatte es nicht so verstanden, das du dich für den Alltagstest stark machst..

bei mir ist auch alles schön soweit-ich hatte schon vor einer Weile meinen ersten Hormongeburtstag und alles
was mir wichtig ist läuft auch..nur das Epilationsthema hat mich nun viel Kraft und Nerv gekostet.

Aber genau, ich verstehe es in Maries Fall auch nicht warum sie auf der Stelle tritt.

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 27 im Thema

Beitrag von Sahara65 »

!EmmiMarie! hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 22:18
nur das Epilationsthema hat mich nun viel Kraft und Nerv gekostet
Klingt für mich nach reinsteigern, unbdingt haben wollen.
wer kennt's nicht ;)
unabhängig um was es geht.

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 28 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! »

Sahara65 hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 22:21
Klingt für mich nach reinsteigern, unbedingt haben wollen.
wer kennt's nicht
Hi Kay-Sara,

na klar hab ich mich da reingesteigert und klar will ich haben-da steh ich ja offen dazu.
Und zum Teil hab ich auch ums Prinzip gerungen-warum muss hierbei der Arztvorbehalt gelten,
warum wird meine Kosmetikerin nicht abgerechnet.

Es ist schon schwierig Hautarztpraxen zu finden die Epilation auf Gesundheitskarte abrechnen und nicht
eine Rechnung stellen wo die Kassen auch wieder blockieren.
Oder die KV blockiert, weil die Ärzte ja nicht mit der Kasse sondern den KV'en abrechnen..

das geht aber nun Richtung off-topic

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 29 im Thema

Beitrag von heike65 »

Aria hat geschrieben:
Di 12. Nov 2019, 20:24
Diese Aussage ist absolut richtig und wichtig! Denn wer das nicht ist, wird von der Transition-Achterbahn über den Haufen gefahren. Man sollte mit sich schon sehr im Reinen sein, was die seelische Verfassung ausserhalb des Identitätsproblems betrifft. Es sollte einem gut gehen, bis auf diese eine, doofe Sache mit dem falschen Geschlecht. Dass dieses Problem Ursache für andere Baustellen sein kann, ist mir durchaus bewusst. Aber dann sollte man zuerst mal jene fertig stellen, bevor man sich dieser Großbaustelle widmet. Doch das scheinen sehr viele nicht zu berücksichtigen. Da herrscht wohl vielfach der Glaube, dass die Fertigstellung dieser, die anderen schon mit erledigen wird.

Was mir auch noch aufgefallen ist, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre Transition bereits begonnen haben, sprich, sich in der HET befinden, da aber erst anfangen, mit ihrer männlichen Vergangenheit abzuschliessen. Da wird gegrübelt und überlegt, getrauert und gelitten. Dabei sollte das doch der Beginn eines glücklichen Lebens sein. Und wenn dann noch die Nebenwirkungen von Androcur dazu kommen, ist es ganz schnell aus. Dann befinden die sich gar nicht so weit entfernt - was die psychische Verfassung angeht - von denen im ersten Absatz.
Ich hab heut nicht mehr unendlich Zeit, aber es gibt nun deutlich grössere Probleme wie eine Transition, da können andere Baustellen doch durchaus wichtiger und exestenzieller sein. Soviel dazu

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Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 30 im Thema

Beitrag von Aria »

heike65 hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 23:31
Aria hat geschrieben:
Di 12. Nov 2019, 20:24
Diese Aussage ist absolut richtig und wichtig! Denn wer das nicht ist, wird von der Transition-Achterbahn über den Haufen gefahren. Man sollte mit sich schon sehr im Reinen sein, was die seelische Verfassung ausserhalb des Identitätsproblems betrifft. Es sollte einem gut gehen, bis auf diese eine, doofe Sache mit dem falschen Geschlecht. Dass dieses Problem Ursache für andere Baustellen sein kann, ist mir durchaus bewusst. Aber dann sollte man zuerst mal jene fertig stellen, bevor man sich dieser Großbaustelle widmet. Doch das scheinen sehr viele nicht zu berücksichtigen. Da herrscht wohl vielfach der Glaube, dass die Fertigstellung dieser, die anderen schon mit erledigen wird.

Was mir auch noch aufgefallen ist, dass es immer wieder Menschen gibt, die ihre Transition bereits begonnen haben, sprich, sich in der HET befinden, da aber erst anfangen, mit ihrer männlichen Vergangenheit abzuschliessen. Da wird gegrübelt und überlegt, getrauert und gelitten. Dabei sollte das doch der Beginn eines glücklichen Lebens sein. Und wenn dann noch die Nebenwirkungen von Androcur dazu kommen, ist es ganz schnell aus. Dann befinden die sich gar nicht so weit entfernt - was die psychische Verfassung angeht - von denen im ersten Absatz.
Ich hab heut nicht mehr unendlich Zeit, aber es gibt nun deutlich grössere Probleme wie eine Transition, da können andere Baustellen doch durchaus wichtiger und exestenzieller sein. Soviel dazu
Mir sagte mal meine Thera, als ich sie fragte, warum ich gerade das Gefühl habe, dass mein Transidentität im Moment in den Hintergrund rückt und ich wieder am Grübeln bin, ob oder nicht, dass das völlig normal sei. Es gibt (seelische/körperliche) Probleme, die zeitweise präsenter sind als andere, ohne dabei eine Ungleichheit in der Gewichtung vorzunehmen. Das wa bei mir der Fall, als ein Familienmitglied gestorben ist und ich ausserdem noch mehr Verantwortung für die Dagebliebenen übernehmen musste. War alles wieder einigermassen in der Spur - was ca. 1/2 Jahr gedauert hat, schlug das alte "Problem" wieder ein, wie eine Bombe.

Das war jetzt aber ein offensichtliches "anderes Problem". Es gibt Leute, die tragen welche mit sich rum, ohne überhaupt zu wissen, dass sie eines haben oder es sehr gründlich verdrängen. Wenn die dann die HET beginnen, kann das plötzlich extrem in den Vordergrund rücken und alles über den Haufen werfen.
¡no lamento nada!

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