Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit
Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit - # 4

Informationen, Termine und Artikel zu Transsexualität und Transidentität
Forum-Diskussionen transsexueller Menschen; Peerberatung
Unterstützung der Forderung: Verzicht auf die Zwangsgutachten!
Antworten
Alex_Sabine
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 146
Registriert: Mi 12. Sep 2018, 12:06
Geschlecht: mtf
Pronomen: er/sie
Wohnort (Name): potsdam
Membersuche/Plz: z.Zt. ------
Hat sich bedankt: 39 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 99 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 46 im Thema

Beitrag von Alex_Sabine »

Mein aktueller Tipp:
Mari Günther, Kirsten Teren, Gisela Wolf
Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen
Das Buch und die Peer-Beratung hat/haben mir bis jetzt wesentlich mehr geholfen, als alle therapeutischen Sitzungen zusammen.
Bei schlecht geschulten Behandler_innen ist die Gefahr einer Übertragung der eigenen (Vor-)Urteile ziemlich groß und das Verhaftetsein an den klassischen Geschlechterstereotypen oft ein Problem. Auch wenn das Bemühen zu spüren ist, eben diese Fehler nicht zu machen, sind sie bei vielen cis Behandeler_innen oft nicht zu vermeiden und das binäre Bild von Geschlechtlichkeit schwebt über dem ganzen Prozess.
Unabhängig davon wäre ein verstärkte Beratungstätigkeit von Betroffenen zusammen mit psychologisch, soziologisch und pädagogisch geschulten Menschen wünschenswert und in vielem besser als die aktuelle Praxis. Wenn die finanziellen Mittel, die momentan für den Erhalt des alten Systems ausgegeben werden, frei würden und in eine wie oben beschriebene Struktur investiert würden, wäre sicher vielen geholfen und der scheinbare Widerspruch zwischen der Verweigerung von Therapie und Cybills Hinweis auf die Notwendigkeit vieler trans* Menschen, einer Begleitung durch den ganzen Prozess, aufgehoben.

ExuserIn-2019-12-18
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1324
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Pronomen:
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 998 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1517 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 47 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Cybill hat geschrieben:
Fr 22. Nov 2019, 08:34
Wenn ich dann immer wieder davon lese, dass die psychologische Begutachtung und Begleitung als "Gatekeeping" verunglimpft wird, dann kriege ich ob solcher Ignoranz und Arroganz Schnappatmung, denn diese Leute haben nichts, aber auch gar nichts davon verstanden, ,worum es dabei geht, nämlich Menschen vom Schaden durch sich und andere zu bewahren.
Liebe Cybill,

ich hoffe Du bist mittlerweile nicht erstickt bei so viel Schnappatmung.
Vielleicht solltest Du einmal erklären, was für Dich eigentlich ein Gutachten, eine psychologische Begutachtung ist und was Du darunter verstehst.
Ich versteh darunter nämlich die Gerichtsgutachten und die sind tatsächlich "Quark" und völlig unnötig in unserem Prozess.
Was wir brauchen ist auch schon deutlich von vielen Seiten gesagt worden .... Begleitung und keine punktuelle Feststellung eines Zustandes. Fachlich versiert und in ausreichender Form. Ich bin durchaus der Meinung, dass der Gang zu einem Psychologen nicht nur sinnvoll ist, sondern auch notwendig. Für mich war er das zumindest. Aber ich bin da auch nicht hingerannt, um "nur" eine Indikation zu bekommen, sondern um herauszufinden, was denn da eigentlich mit mir los ist.
Ein Gutachten mag sinnvoll sein, ein Symptom zu erkennen, ist aber nicht geeignet, Ursachen zu bekämpfen und ich schließe mich da anderen gerne an, die genau das kritisieren. Wenn jemand suizidal veranlagt ist, wird das kein Gutachten der Welt ändern und insbesondere kein Gerichtsgutachten zur Namens- und Personenstandsänderung. Diese Begutachtungen lösen auch schwerlich die Suizidrate vor dem Outing und sind auch keine Hilfe für Menschen, die nach 2-3 Jahren in das "Loch" fallen. Ich gehe sehr konform, dass psychologische Begutachtung/"Beleuchtung" im Rahmen der Begleitung für mich sinnvoll ist. Das sollte dann aber auch alle mal für die eine Indikation ausreichen und auch als Grundlage für eine Namens- und Personenstandsänderung sein, die nichts bei einem Amtsgericht zu suchen hat (Privatmeinung).

Alles Liebe, ich denke wir stehen auf der gleichen Seite.
Vanessa
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn ExuserIn-2019-12-18 für den Beitrag:
Ralf-Marlene (Sa 23. Nov 2019, 10:18)
Bewertung: 1.61%

Christiane.LE
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 142
Registriert: Di 25. Sep 2018, 16:05
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Leipzig
Membersuche/Plz: 04229
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 44 Mal
Gender:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 48 im Thema

Beitrag von Christiane.LE »

Ich habe erst im und nach dem wechseln meines euseren Geschlechts eine Persönlichkeit gefunden und dann auch gefästigt. Viele kennen mich und mein Weg und wie ich früher war. Ich hatte eine Borderline Persönlichkeit und war nicht zu knapp. War Neurotich und Narzistich. Es sollten hier nicht einzelne auf alle schließen und damit schließe ich mich Vanessa und Anne an.
Grüße Christiane
Nach 50 Jahren stehe ich nun meinen Mann als Frau.
Das Leben ist eine Baustelle .
Reißt Mauern ein und baut Brücken.
Weil ich im Vorigen Leben nicht auf meinen Mann gehört habe wurde ich als Mann geboren .

Cybill
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2318
Registriert: Sa 20. Jun 2009, 18:29
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Falkensee
Membersuche/Plz: Berlin
Hat sich bedankt: 623 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1995 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 49 im Thema

Beitrag von Cybill »

@VanessaL
Bei VäPä nach TSG, da geb ich dir recht. Das habe ich aber nicht gemeint. Der ganze Quatsch in diesem Bereich gehört sowieso abgeschafft.

Cybill
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Cybill für den Beitrag:
ExuserIn-2019-12-18 (Sa 23. Nov 2019, 08:31) • Ralf-Marlene (Sa 23. Nov 2019, 10:18)
Bewertung: 3.23%
Scio quid nolo! - Ich weiß was ich nicht will!

Sahara65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 184
Registriert: Di 19. Feb 2019, 08:03
Pronomen:
Membersuche/Plz: z.Zt.77652
Hat sich bedankt: 37 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 78 Mal
Gender:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 50 im Thema

Beitrag von Sahara65 »

Aus meinen therapeutischen Sitzungen gehe ich manchmal heraus und sage mir "hat die das eben gerade wirklich gesagt"
Kann nicht zuordnen wie ich damit umgehen soll, ich bin zwar eine Befühworterin, aber auch psychologen sollten oftmals keine Weiterbildung schwenzen, ihre Hausaufgaben richtig machen.
Denn auch diese begehen Fehler und sind nicht ganz Astrein, immerhin, was man nicht vergessen darf vertreten sie auch die Interessen des Staates uns gegenüber.

Freundinnen, Bekannte sind mir ein wesentlich wichtigere Pfeiler in meinem Leben geworden als diese Zwangsgänge die ich zZ tunlichst vermeide.


Wir brauchen Sie aber die nicht uns, leider müssen wir vorweisen wer und was wir sind .....
Mir graut schon heute davor zu einem zweiten Gutachter gehen zu müssen.

PS

Der Zuspruch, auch Komplimente von Biofrauen haben mich gefestigt, aber nicht meine Psychologin.
Einer anderen Psychologin wollte ich mal anraten selbst eine Kollegin aufzusuchen.

Ralf-Marlene
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1252
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: Mensch
Pronomen: sie bevorzugt
Wohnort (Name): Berlin
Membersuche/Plz: 12555
Hat sich bedankt: 1248 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 840 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 51 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene »

Ich nehme wahr, dass hier von zwei verschiedenen Ebenen geredet wird.

Niemand spricht dafür, dass eine Psycholog*In oder wer auch immer festlegen darf, wer wir sind. Zwangsbegutachtung gehört abgeschafft und verliert ja auch jetzt schon an Bedeutung.

Das ändert nichts an der Tatsache, dass queere Menschen in einer immer vielfältigeren aber immer noch strikt binär patriarchalisch strukturierten Welt ihren Weg ohne viele Vorbilder selber finden müssen. Wenige unserer Eltern erziehen uns wirklich als eigenständige Wesen mit allen Möglichkeiten. Das führt, nicht nur bei unseren Problemfeldern, zu Brüchen in der seelischen Entwicklung, zu Verletzungen.

Aber immer noch ist es normal, bei einer körperlichen Verletzung den Arzt aufzusuchen. Bei seelischen Verletzungen gilt das noch lange nicht. ...und ich kenne wenige Leben, und noch weniger queere Leben, die sich ohne seelische Verletzungen durch Umwelt und Familie entfalten können.

Ich schließe meine Erfahrungen da mit ein.

Ich wünsche Euch allen und mir, dass wir unseren Weg finden und gehen

Marlene
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Ralf-Marlene für den Beitrag:
ExuserIn-2019-12-18 (Sa 23. Nov 2019, 11:06) • Cybill (Sa 23. Nov 2019, 11:38)
Bewertung: 3.23%
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

Mirjam
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 431
Registriert: Do 11. Mai 2017, 12:34
Geschlecht: Frau (nicht bio)
Pronomen:
Wohnort (Name): Unterfranken
Membersuche/Plz: 97***
Galerie: gallery/album/413
Hat sich bedankt: 1575 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 254 Mal
Gender:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 52 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Hallo,

ich habe die persönliche Beobachtung gemacht, dass die emotionale Instabilität mit Beginn der Einnahme von Hormonen beachtlich steigt. Das ist bestimmt auch Medizinern aufgefallen. Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?

Obwohl es so zu machen eine grobe Holzfäller Methode ist könnte es dennoch so sein. Nur so als Denkansatz.

VlG
... und dann gehen Menschen wie ich daran kaputt— willst du das damit erreichen? Nur mal so zum Nachdenken ...
heike65 hat geschrieben:
Di 12. Nov 2019, 22:11
Und wenn ihr auch mir jetzt alle den Kopf abreisst, aus genau diesem Grunde den Cybill aufschreibt, bin ich für den Alltagstest,
Wenn's psychisch schwierig wird gern verkürzt, aber ansonsten auch gern verlängert wenn seitens des Docs Zweifel bestehen
Ich bin zwar nicht im „Alltagstest“, musste den in der Form auch nicht machen. Trotzdem, genau weil es im Moment nicht „weitergeht“ geht es mir gerade nicht wirklich gut. Wenn ich mir jetzt vorstellen würde, das Ganze würde noch länger dauern — nein, ich will es mir garnicht vorstellen ...

Und mal ganz abgesehen davon, ist es Alltag als Frau, mit Bartschatten rumlaufen zu müssen? Ist es Alltag als Frau, überall da, wo es „offiziell“ wird männlich angesprochen zu werden? Nur mal so zum Nachdenken ...

LG, Mirjam
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Mirjam für den Beitrag:
JuLa67 (So 15. Dez 2019, 12:49)
Bewertung: 1.61%

Laila-Sarah
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2493
Registriert: Di 16. Jan 2018, 23:39
Geschlecht: Bigender
Pronomen: kontextuell bitte
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 1911 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2415 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 53 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

Mirjam hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 11:38
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Hallo,

ich habe die persönliche Beobachtung gemacht, dass die emotionale Instabilität mit Beginn der Einnahme von Hormonen beachtlich steigt. Das ist bestimmt auch Medizinern aufgefallen. Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?

Obwohl es so zu machen eine grobe Holzfäller Methode ist könnte es dennoch so sein. Nur so als Denkansatz.

VlG
... und dann gehen Menschen wie ich daran kaputt— willst du das damit erreichen? Nur mal so zum Nachdenken ...
Hallo Mirjam,

daran habe ich nicht gedacht. Der Test sollte natürlich so sein, dass geeignete Leute auch nicht unnötig belastet werden. Was ich meinte war doch die Vorsorge, dass niemand nach einer Transition z.B. suizidal wird, wenn es mit solchen Maßnahmen verhindert werden kann (Frage kann es?). Ich kenne mich da im Detail auch nicht so gut aus. Deshalb kann meine Sichtweise auch naiv sein.

LG
The trick is to keep breathing

heike65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 361
Registriert: So 10. Feb 2019, 18:35
Pronomen: Du
Wohnort (Name): Kappeln
Membersuche/Plz: 24376
Hat sich bedankt: 146 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 142 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 54 im Thema

Beitrag von heike65 »

Mirjam hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 11:38
Laila-Sarah hat geschrieben:
Mi 13. Nov 2019, 11:02
Hallo,

ich habe die persönliche Beobachtung gemacht, dass die emotionale Instabilität mit Beginn der Einnahme von Hormonen beachtlich steigt. Das ist bestimmt auch Medizinern aufgefallen. Vielleicht liegt ja der eigentliche Augenmerk dieses Testes darin, Kandidaten psychologisch maximal zu überbeanspruchen um zu sehen ob sie den kommenden Herausforderungen gewachsen sind ?

Obwohl es so zu machen eine grobe Holzfäller Methode ist könnte es dennoch so sein. Nur so als Denkansatz.

VlG
... und dann gehen Menschen wie ich daran kaputt— willst du das damit erreichen? Nur mal so zum Nachdenken ...
heike65 hat geschrieben:
Di 12. Nov 2019, 22:11
Und wenn ihr auch mir jetzt alle den Kopf abreisst, aus genau diesem Grunde den Cybill aufschreibt, bin ich für den Alltagstest,
Wenn's psychisch schwierig wird gern verkürzt, aber ansonsten auch gern verlängert wenn seitens des Docs Zweifel bestehen
Ich bin zwar nicht im „Alltagstest“, musste den in der Form auch nicht machen. Trotzdem, genau weil es im Moment nicht „weitergeht“ geht es mir gerade nicht wirklich gut. Wenn ich mir jetzt vorstellen würde, das Ganze würde noch länger dauern — nein, ich will es mir garnicht vorstellen ...

Und mal ganz abgesehen davon, ist es Alltag als Frau, mit Bartschatten rumlaufen zu müssen? Ist es Alltag als Frau, überall da, wo es „offiziell“ wird männlich angesprochen zu werden? Nur mal so zum Nachdenken ...

LG, Mirjam
Ich denke genau das ist der Sinn des ganzen, jemanden klar zu machen zb. jemandem wie mir, der auf dem Dorf wohnt (8000 Einwohner, ein Geschäft hat, damals zum Outing ein richtig grosses),
hälst du das durch jeden Tag zig mal mit Heiko angesprochen zu werden, vielfach aus Gewohnheit weil die Kunden dich von Geburt kennen und Heike nicht in deren Kopf will, die sagen Heiko aus Gewohnheit, mitlerweile kommt es selten vor, aber zu beginn war es Standard, positive Ausnahmen gibt es(Stammkunden), aber bei den meisten Kunden hat es sich hingezogen. Die meisten Kunden sehen auch noch immer den Mann in mir, rein aus Gewohnheit, da musst du denn halt durch, oder wegziehen, jedenfalls ist mein Passing recht ok, aber er oder Heiko kommen immer mal wieder vor, und ich weiss auch das viele sich verbiegen um mir gerecht zu werden. Und ich denke genau dieses soll dir der Alltagstest bewusst machen,will sagen:ein Teil der Mitmenschen wird dich immer als Mann sehen und das entsprechend signalisieren! Kommst du damit dauerhaft klar ?

Und ganz ehrlich, so schlimm ist eine Transition unter den gegebenen Umständen (in Deutschland) nun wirklich nicht, da gibt es deutlich schlimmere und herausforderende Dinge oder Lebenssituationen
Liebe Grüße
Heike

heike65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 361
Registriert: So 10. Feb 2019, 18:35
Pronomen: Du
Wohnort (Name): Kappeln
Membersuche/Plz: 24376
Hat sich bedankt: 146 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 142 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 55 im Thema

Beitrag von heike65 »

ps: ich habe erst nach 2 Jahren mit der Bartepi und den Hormonen begonnen

ExuserIn-2019-12-18
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1324
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Pronomen:
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 998 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 1517 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 56 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Laila-Sarah hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 12:15
... daran habe ich nicht gedacht. Der Test sollte natürlich so sein, dass geeignete Leute auch nicht unnötig belastet werden. Was ich meinte war doch die Vorsorge, dass niemand nach einer Transition z.B. suizidal wird, wenn es mit solchen Maßnahmen verhindert werden kann (Frage kann es?). Ich kenne mich da im Detail auch nicht so gut aus. Deshalb kann meine Sichtweise auch naiv sein.
Hallo Sarah,

ich weiß, ich bin ein blöde Kuh, aber manchmal schüttet ich den Kopf, bei dem was Du so schreibst. Ich habe unser Gespräch in Berlin noch immer gut vor Augen und Ohren und meine Hochachtung ist nach wie vor da, aber hier muss ich einfach mal reingrätschen .... Was sind denn "geeignete Leute".... da tuen sich große Fragezeichen auf und mein Kamm schwillt an ...

Gleich danach sprichst Du von "Vorsorge", die Du dann selber hinterfragst. Da komme ich nicht mehr mit. Was magst Du uns eigentlich damit sagen. Ich glaube (an dieser Stelle wohlgemerkt) ist Deine Sichtweise nicht naiv, sondern irgendwie nicht existent.

Und zu dem Thema Vorsorge und Suizid nach einer Transition: Jeder Mensch kann jeder Zeit an seine Grenzen stoßen. Es bedarf nur eines kleinen Anlasses und uns fliegt unser gesamtes Leben um die Ohren. Die Vorstellung, dass Menschen im Transitionsprozess (der vielleicht nie wirklich enden wird, so lange wir leben) deutlich höher gefährdet sind ist wissenschaftlich begründet. Der Umkehrschluss, dass Suizid daher "nur" ein Thema für TransPersonen ist, halte ich jedoch für völlig falsch. Man sollte schon genau hinschauen, ob eine Person "gefährdet" ist und natürlich auch Hilfe anbieten ... aber erkennen wird man das nicht bei allen und verhindern eben auch nicht.

Darüber hinaus wird immer wieder von Menschen geschildert, wie stark der aktuellen Umgang mit dem Prozess der Transition das eigene Leben belasten kann. Da sage ich mal nur: Völker hört die Signale ... Menschen empfinden den Prozess und die Belastung doch völlig unterschiedlich (wie dieses Forum deutlichst zeigt). Ich versteh da manchmal nicht, warum man bei empfindsamen und verletzlichen Menschen immer wieder Daumenschrauben anlegt und sie psychisch quält, nur weil die sich mal grade nicht wehren können. Das ist völlig unnötig und menschenverachtend.
Was fehlt sind gute Anlaufstellen mit ausgebildeten und offenen Menschen. Aber das habe ich an anderer Stelle wohl schon mal geschrieben.

Ich habe gestern einen Brief mit einer Kopie eines anderen Briefes erhalten. In diesem Brief outet sich 2017 ein Junge als Mädchen bei seinen Eltern. Ich bin noch immer völlig berührt von der Klarheit und Zielstrebigkeit der Worte des so jungen Menschen. Mit großem Respekt habe ich die Kraft in den Worten gelesen .... wenn wir hier über diese ganzen "Formalitäten" und "Notwendigkeiten" schreiben und Gedanken austauschen, sollten wir bitte nicht vergessen, dass auch jedes Alter ganz unterschiedliche Ansätze für Unterstützung und Betreuung/Begleitung braucht - das betrifft in diesem Fall sicher auch die Eltern, Lehrer, Mitschüler und, und, und .... ich persönlich neige sehr oft dazu nur meine kleine Welt zu sehen und bin immer wieder dankbar, wenn mir Momente mit Weite für meinen Blick geschenkt werden.

Alles Liebe
Vanessa
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn ExuserIn-2019-12-18 für den Beitrag:
Mirjam (So 24. Nov 2019, 10:24) • Lisa-Weber (So 24. Nov 2019, 10:53) • JuLa67 (So 15. Dez 2019, 12:52)
Bewertung: 4.84%

Mirjam
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 431
Registriert: Do 11. Mai 2017, 12:34
Geschlecht: Frau (nicht bio)
Pronomen:
Wohnort (Name): Unterfranken
Membersuche/Plz: 97***
Galerie: gallery/album/413
Hat sich bedankt: 1575 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 254 Mal
Gender:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 57 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Danke Vanessa, du schreibst das so viel besser als ich es hinbekommen hätte. Mir fehlen manchmal einfach die richtigen Worte. Oder ich vergesse das Wichtigste.

LG, Mirjam

Laila-Sarah
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2493
Registriert: Di 16. Jan 2018, 23:39
Geschlecht: Bigender
Pronomen: kontextuell bitte
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 1911 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2415 Mal

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 58 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah »

VanessaL hat geschrieben:
So 24. Nov 2019, 08:05
Laila-Sarah hat geschrieben:
Sa 23. Nov 2019, 12:15
... daran habe ich nicht gedacht. Der Test sollte natürlich so sein, dass geeignete Leute auch nicht unnötig belastet werden. Was ich meinte war doch die Vorsorge, dass niemand nach einer Transition z.B. suizidal wird, wenn es mit solchen Maßnahmen verhindert werden kann (Frage kann es?). Ich kenne mich da im Detail auch nicht so gut aus. Deshalb kann meine Sichtweise auch naiv sein.
Hallo Sarah,

ich weiß, ich bin ein blöde Kuh, aber manchmal schüttet ich den Kopf, bei dem was Du so schreibst. Ich habe unser Gespräch in Berlin noch immer gut vor Augen und Ohren und meine Hochachtung ist nach wie vor da, aber hier muss ich einfach mal reingrätschen .... Was sind denn "geeignete Leute".... da tuen sich große Fragezeichen auf und mein Kamm schwillt an ...

Gleich danach sprichst Du von "Vorsorge", die Du dann selber hinterfragst. Da komme ich nicht mehr mit. Was magst Du uns eigentlich damit sagen. Ich glaube (an dieser Stelle wohlgemerkt) ist Deine Sichtweise nicht naiv, sondern irgendwie nicht existent.

Und zu dem Thema Vorsorge und Suizid nach einer Transition: Jeder Mensch kann jeder Zeit an seine Grenzen stoßen. Es bedarf nur eines kleinen Anlasses und uns fliegt unser gesamtes Leben um die Ohren. Die Vorstellung, dass Menschen im Transitionsprozess (der vielleicht nie wirklich enden wird, so lange wir leben) deutlich höher gefährdet sind ist wissenschaftlich begründet. Der Umkehrschluss, dass Suizid daher "nur" ein Thema für TransPersonen ist, halte ich jedoch für völlig falsch. Man sollte schon genau hinschauen, ob eine Person "gefährdet" ist und natürlich auch Hilfe anbieten ... aber erkennen wird man das nicht bei allen und verhindern eben auch nicht.

Darüber hinaus wird immer wieder von Menschen geschildert, wie stark der aktuellen Umgang mit dem Prozess der Transition das eigene Leben belasten kann. Da sage ich mal nur: Völker hört die Signale ... Menschen empfinden den Prozess und die Belastung doch völlig unterschiedlich (wie dieses Forum deutlichst zeigt). Ich versteh da manchmal nicht, warum man bei empfindsamen und verletzlichen Menschen immer wieder Daumenschrauben anlegt und sie psychisch quält, nur weil die sich mal grade nicht wehren können. Das ist völlig unnötig und menschenverachtend.
Was fehlt sind gute Anlaufstellen mit ausgebildeten und offenen Menschen. Aber das habe ich an anderer Stelle wohl schon mal geschrieben.

Ich habe gestern einen Brief mit einer Kopie eines anderen Briefes erhalten. In diesem Brief outet sich 2017 ein Junge als Mädchen bei seinen Eltern. Ich bin noch immer völlig berührt von der Klarheit und Zielstrebigkeit der Worte des so jungen Menschen. Mit großem Respekt habe ich die Kraft in den Worten gelesen .... wenn wir hier über diese ganzen "Formalitäten" und "Notwendigkeiten" schreiben und Gedanken austauschen, sollten wir bitte nicht vergessen, dass auch jedes Alter ganz unterschiedliche Ansätze für Unterstützung und Betreuung/Begleitung braucht - das betrifft in diesem Fall sicher auch die Eltern, Lehrer, Mitschüler und, und, und .... ich persönlich neige sehr oft dazu nur meine kleine Welt zu sehen und bin immer wieder dankbar, wenn mir Momente mit Weite für meinen Blick geschenkt werden.

Alles Liebe
Vanessa
Hallo,

Ich bin wirklich kein Mensch der Hochachtung verdient und nicht widersprochen werden darf.

Jedoch, ... ich habe ja von Anfang an behauptet keine tiefe Kenntnis und keine fundierte Meinung zu haben und lediglich einen Verdacht zu äußern. Aber es ist natürlich ein Thema wie ein rotes Tuch. Deshalb will ich auch niemandem weiter auf den Fuss treten jedoch muss man vielleicht noch mal betonen was hier zumindest versucht wurde zu sagen:

Allgemein gesprochen ist mMn jeder Suizid nach einer Transition, wenn es vermieden werden kann, zu vermeiden. Und dann, da gab es mal eine User*in hier, die sogar mal behauptet hat, "Just for fun" ein Transition gemacht zu haben und später festgestellt "ach ich wäre dann doch lieber ein Mann geblieben". Zwischen den extremen Suizid und Detransition liegen vielleicht andere Fälle wo Beratung und Betreuung richtig wäre. Bedenkt bitte auch, dass es nun mal in dieser materialistischen Welt das Budget der KKs nicht unbegrenzt sind. Daher gibt es einen begrenzten Vorrat an Ressourcen und und eine Transition mit anschließender psychiatrischer Behandlung und Detransition bedeutet vielleicht sogar eine Behandlung was nicht genehmigt wird für dich z.B. Und wie soll man als Staat denn nun kontrollieren oder filtern?

Trotzdem wiederhole ich gerne noch einmal wieder: Ich weiß nicht ob und wie gut die Kontrolle und Betreuung funktioniert und/oder Sinn macht. Es gibt bestimmt Einzelfälle wo alles total unnötig oder gar eine unnötige und große Hürde ist. Vielleicht ist es im großen und ganzen totaler Humbug und muss völlig anders abgewickelt werden.

Wie gesagt wollte ich niemandem angreifen oder persönliche Leidenswege herunterreden oder verharmlosen.

Ich kann den Frust verstehen und auch warum es so triggert. Daher sehe ich auch ein, dass es u.U. für euch ein wenig gefühlsarm und unsensibel gegen eure persönliche Situationen aussieht. War aber nie die Absicht.

VlG
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Laila-Sarah für den Beitrag:
Cybill (Mo 25. Nov 2019, 07:10)
Bewertung: 1.61%
The trick is to keep breathing

Patricia_cgn
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 74
Registriert: So 13. Okt 2019, 21:55
Geschlecht: Frau
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Köln
Membersuche/Plz: z.Zt. 50
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 54 Mal
Gender:

Re: Transsexualität, "Geschlechterwechsel" und gefestigte Persönlichkeit

Post 59 im Thema

Beitrag von Patricia_cgn »

Ich denke jeder Mensch, der seinem Geburtsgeschlecht Ade sagt, sollte sehr gefestigt sein, für die Reise die auf ihn zukommt.
Ich weiß nicht ob ich das bin was ihr unter einer gefestigten Persönlichkeit versteht. Ich bin seit Jahren wegen Depressionen in Behandlung und werde sie nicht los. Am Anfang dachte ich, dass daran all die Probleme des Lebens schuld waren, also habe ich dort vieles geändert. Es wurde besser, dann wieder schlechter und so wechselte sich das Alles immer wieder ab mit der Tendenz zum Schlechtereren. Denn ich habe ein wichtiges Thema absichtlich ignoriert: meine Transidentität.
Früher habe ich mich dafür geschämt wie ich bin, was ich bin. Heute macht es mir kaum was aus. Ja, wenn ich könnte würde ich es mir aussuchen nicht transident zu sein. Aber das kann ich nicht, also akzeptiere ich es jetzt. Ich bin Pre-HRT, lebe jetzt 24/7 als Frau und begebe mich in psychologische Betreuung. Und was soll ich sagen? Es fühlt sich richtig an. Mir geht es seit dem um Längen besser. Meine Depressionen werden weniger, aber ich lerne erst jetzt wer ich wirklich bin. Denn der Kerl von früher, hat Vieles abgelehnt, was nicht in die Rolle passte und dann noch mehr weil er nicht glücklich war.
Sicherlich ist die Transition kein Heilmittel, aber in bestimmten Fällen, so denke ich zumindest, kann sie dabei helfen, andere Probleme zu lösen.
Folgende Benutzer bedankten sich bei AutorIn Patricia_cgn für den Beitrag:
Lisa-Weber (Di 14. Jan 2020, 09:46)
Bewertung: 1.61%

Antworten

Zurück zu „Transsexuelle Menschen: Transsexualität - Transidentität“