Frankfurter Rundschau: Trans*Diskriminierung an der Goethe-Uni: „Ich fühle mich als existiere ich nicht“
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Anne-Mette
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Frankfurter Rundschau: Trans*Diskriminierung an der Goethe-Uni: „Ich fühle mich als existiere ich nicht“

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 9. Okt 2019, 11:07

Moin,

ob es wirklich eine Diskriminierung ist, kann hier nachgelesen werden:

https://www.fr.de/frankfurt/transdiskri ... xwdkOW3c9s

Jaddy
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Re: Frankfurter Rundschau: Trans*Diskriminierung an der Goethe-Uni: „Ich fühle mich als existiere ich nicht“

Post 2 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 9. Okt 2019, 12:55

Nunja, zum einen berücksichtigt die Uni - ausser in der Anmeldung - im Alltag nicht mal eventuell auftauchende Menschen mit "divers"-Personenstand. Das ist klar Uni-Problem.

Zum anderen ist der systemische Fehler immer noch, dass laut offizieller Stellungnahme des Innenministeriums bis zur gerichtlichen Klärung, die dritte Option "divers" nur Menschen mit bestimmten körperlichen Merkmalen vorbehalten sein soll - was ziemlich sicher verfassungswidrig ist.

Anders gesagt: Das Innenminsterium verweigert nicht-binären trans Personen die rechtliche Anerkennung im Personenstandsrecht.

Also doppelte Diskriminierung. In der leidigen Toilettenfrage werden ja die Beschränkungen durch verschiedene Verordnungen angesprochen. Die geltenden Regelungen sind nicht nur bei den Toiletten noch lange nicht auf dem Stand des Personenstandsrechts angekommen, obwohl es schon vor "divers" die Möglichkeit der Streichung gab. Aber das hat ja quasi nichts bewirkt, weshalb die Einführung einer definierten, "positiven" dritten bzw. vierten Option ja auch so wichtig war.

Svetlana L
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Re: Frankfurter Rundschau: Trans*Diskriminierung an der Goethe-Uni: „Ich fühle mich als existiere ich nicht“

Post 3 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mi 9. Okt 2019, 13:17

Die Diskriminierung wiegt umso schwerer, als dass es ja bereits - wie in dem Artikel auch erwähnt - Hochschulen gibt, für die ein wertschätzender und offener Umgang mit trans*Studierenden kein Problem zu sein scheint. Darüber hinaus gibt es auch die rechtliche Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes zur "Verwendung des gewählten Vornamens von trans*Studierenden an Hochschulen unabhängig von einer amtlichen Namensänderung", die eigentlich alle Bedenken ausräumen sollte. Im Fazit wird festgehalten, "dass für die Hochschule grundsätzlich keine rechtlichen Bedenken dagegen bestehen, bei trans*Studierenden vollumfänglich deren selbst gewählten, (noch) nicht amtlich geänderten Vornamen zu verwenden".
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

Ralf-Marlene
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Re: Frankfurter Rundschau: Trans*Diskriminierung an der Goethe-Uni: „Ich fühle mich als existiere ich nicht“

Post 4 im Thema

Beitrag von Ralf-Marlene » Mi 9. Okt 2019, 15:23

Eigentlich ein Thema, dass beim jetztigen Stand der Debatte und der Wissenschaft und Rechtsprechung für jede Univertsität kein Thema mehr sein dürfte. Was gibt es da zu prüfen?

Im Grunde müssten nach der heutigen Rechtsprechung vom Verfassungsgericht alle öffentlichen Gebäude mindestens eine geschlechtsneutrale Toilette anbieten.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.

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