Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition
Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition - # 3

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Joe95
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 31 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ich weiß nicht was ich hier schon gelesen und geschrieben habe, ich möchte da jetzt auch garnicht nach schauen, denn ich habe da ganz aktuell Gedanken zu.

Mirjam, vielleicht hast du es gelesen, ich bin ja überzeugt davon das Natürlichkeit den größten Teil des Passings ausmacht.
Wenn ich jetzt den Titel des Themas lese denke ich folgendes:
Sozialisierung bedeutet für mich - jetzt und hier - das Einfügen in das soziale Umfeld, den eigenen Platz in der Gesellschaft einnehmen.
Transition bedeutet für mich in diesem Fall die Phase der Umwandlung von dem, was zu sein schien, in das, was tatsächlich ist.
Meine aktuelle Situation bringt mich dazu über genau das nachzudenken.
Bisher hatte ich so eine wage Vorstellungen das die Transition damit beginnt, das ich meinen Weg erkenne und damit endet, das ich alles getan habe was für mich zu tun ist. Dann kommt die Sozialisierung, nämlich das ich mich irgendwie plötzlich an einem Platz in (hoffentlich nicht außerhalb) der Gesellschaft wiederfinde.
Jetzt bin ich irgendwie verwirrt. Meine Transition ist noch nicht annähernd so weit wie ich kommen möchte und ich dachte immer Sozialisierung kommt später.
Ich habe mir nie Gedanken darum gemacht warum ich in meinem Umfeld akzeptiert bin, ich hab es immer nur freudig angenommen.
Jetzt sitze ich hier und werd von allen mit "Frau..." angesprochen, obwohl sich doch absolut nix verändert hat zu dem Menschen, der ich noch vor einer Woche war, den jeder als "Mann" angesehen hat. Ich kann es mir nur so erklären :
Transition ist Sozialisierung.
Bestimmt nicht nur, aber auch.
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 32 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Joe,
Joe95 hat geschrieben:
Mo 10. Feb 2020, 17:08
Meine Transition ist noch nicht annähernd so weit wie ich kommen möchte und ich dachte immer Sozialisierung kommt später.
Ich habe mir nie Gedanken darum gemacht warum ich in meinem Umfeld akzeptiert bin, ich hab es immer nur freudig angenommen.
Vielleicht kommt diese Akzeptanz ja einfach davon, dass du jetzt wirklich du bist, und dazu nichts "spielen" musst? Und genau wie du finde ich auch Natürlichkeit ganz wichtig. Ich weiß jetzt zwar nicht ob ich es von dir bewusst gelesen habe, aber es kommt einfach so rüber, wenn du im Forum was schreibst.
Joe95 hat geschrieben:
Mo 10. Feb 2020, 17:08
Jetzt sitze ich hier und werd von allen mit "Frau..." angesprochen, obwohl sich doch absolut nix verändert hat zu dem Menschen, der ich noch vor einer Woche war, den jeder als "Mann" angesehen hat. Ich kann es mir nur so erklären :
Transition ist Sozialisierung.
Bestimmt nicht nur, aber auch.
Bist du dir wirklich sicher, dass sich absolut nix verändert hat? Könnte es nicht auch sein, dass es dir im Moment nur nicht bewusst ist? Wenn ich deine letzten beiden Sätze lese, dann denke ich da was anderes.

LG und weiter gute Besserung,

Mirjam
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Joe95
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 33 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Hallo Mirjam,
nein, an mir hat sich nichts geändert. Den Hintergrund kannst du in dem Thema "Frauenzimmer" lesen (sorry, mit dem Tablet weiß ich nicht wie ich den link hier rein kriege).
ich liege hier im Krankenhaus und werde von allen - ausser von meiner Frau - als Frau behandelt.
Was mich auf den Gedanken bringt das ich, egal was ich mache, immer Sozialisierung und Transition synchron erlebe.
Ich kann jetzt und hier aufhören mit allem und so weiterleben, wie ich genau jetzt bin. Trotzdem werde ich einen Platz in der Gesellschaft haben. Aber auch wenn ich weiter mache, noch über Jahre, werde ich einen ähnlichen Platz einnehmen.
Noch eins:
Mein Platz oder besser gesagt meine Akzeptanz in der Gesellschaft ist garnicht so sehr davon abhängig ob oder wie weit ich mich verändere, sondern davon, wie weit ich die Gesellschaft akzeptiere.
Klingt vielleicht Paradox, ist es aber nicht.
Früher war ich vielleicht äußerlich unauffälliger in der Gesellschaft, aber ich fühlte mich auch nicht besonders akzeptiert. War mir aber egal, ich hatte mit der Gesellschaft ja auch nix am Hut. Ich war so einer, bei dem man froh war das er einem nicht im Weg stand und ich war froh das ich keinem im Weg stand.
Heute ist das anders. Ich bin jemand. Ich werde gegrüßt und beachtet, man ist freundlich zu mir und ich werde sogar von wildfremden Menschen um Rat gefragt.
Das Leben als Trans* wird nicht schlechter dadurch, daß man Trans* ist, sondern durch die Ängste und Barrieren in unserem Kopf. Ich lebe trans* und es ist ein schönes Leben.

Noch einen weiter gedacht:
Wo ist jetzt der Unterschied zwischen Trans* und Enby?
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Mirjam (Mo 10. Feb 2020, 20:43) • JuLa67 (Mo 10. Feb 2020, 20:56)
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 34 im Thema

Beitrag von Mirjam »

Hallo Joe,

ich hatte das "Frauenzimmer" schon gelesen, zumindest mal schnell durchgeguggt. Deswegen ja auch "gute Besserung" oben ;)

Und ja, Transition und Sozialisierung gleichzeitig trifft glaube ich recht gut das, was ich meine. Denn ich könnte mir vorstellen, dass du dich durch die immer "weiblichere" Sozialisierung veränderst oder verändert hast. Das kann mal ganz langsam und unmerklich gegangen sein, vielleicht aber auch mal etwas schneller. Zum Beispiel als du auf das Frauenzimmer gekommen bist? Es läuft ja ganz viel im Unterbewusstsein ab. Nur so ein Gedanke von mir ...

LG, Mirjam
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Joe95
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 35 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ja, und Danke, hätte ich eben schon sagen wollen.

Ob ich mich weiblich sozialisiere?
Ich hab keine Ahnung, denn ich kann nicht beurteilen ob, wann oder wo ich männlich oder weiblich wirke. Wenn ich darauf antworten muss kann ich nix besseres sagen als "ich sozialisiert/transistiere mich" Joe"
Da jetzt allgemein (also von mir und einigen studierten) angenommen wird das "Joe" weiblich ist folgere ich das ich mich weiblich sozialisiere.
Mein Problem ist das ich mir hin und wieder vorkomme wie ein Kerl, was mich ziemlich nervt.
Sagt aber auch nix aus, denn entweder benehmen ich mich so Macho das es sogar mir selber auffällt, was dann ja der weiblichen Sozialisierung widersprechen würde, oder ich sozialisiere mich weiblich und reagiere nur empfindlicher auf irgendwelche alten Verhaltensmuster.
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 36 im Thema

Beitrag von Toni Smith »

Also meine Erfahrung durch die Transition und die Detransition ist, das Sozialisation durch die Umwelt geschieht. Dabei ist es wichtig sich so vorzustellen also als Mann oder als Frau. Zusätzlich hilft natürlich noch Einordnungshilfen für fremde Dritte (Kleidung, Frisur, Duft, Verhalten), denn man stellt sich ja nicht jeden Passanten auf der Straße vor. Darum ist der Alltagstest eigentlich viel mehr eine Methode zur Sozialisation, als ein Vorführen der eigenen Person als das er gerne verschriehen ist.

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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 37 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Ich denke es ist eine Wechselwirkung.
Ich kann dominieren, sagen seht her, so bin ich und das will ich, was andere dazu sagen juckt mich nicht. Ich kann aber auch passiv sein und leise den Platz einnehmen, den man mir zubilligt.
Oder ich interagieren mit meiner Umwelt, zeige Flagge wo es mir wichtig ist, ordne mich ein wo ich es für sinnvoll halte. Dann bekomme ich den Platz in der Gesellschaft, der zu mir passt.
Einordnungshilfen ergeben sich aus meinem Lebensstil, dort wo ich "Flagge zeige" weil mir etwas wichtig ist.
Ich halte es für unnötig da irgendwie nachzuhelfen. Auch habe ich nicht den Druck entweder Mann oder Frau darstellen zu müssen. Ich geh auch schon mal unrasiert Brötchen holen.
Ja, schon mal bin ich neidisch auf die mit der tollen Figur, mit dem tollen Passing. Hilft aber nix. Es wäre unglaubhaft, man könnte mich hinter der Maske nicht mehr erkennen, nicht mehr einordnen.
Was ist ein Mensch den man nicht einordnen kann?
Richtig, ein Außenseiter.

Da kommt mir gerade ein Gedanke...
Sehr oft höre - oder lese - ich das jemand trotz guten Passings plötzlich als "Mann in Frauenkleidern" erkannt wird und Repressalien erdulden muss.
Kann es vielleicht sein das es die Leute in Wirklichkeit garnicht so sehr stört das da ein Mann Frauensachen trägt, sondern sie vielmehr ein Problem damit haben, das sich jemand maskiert?
Masken sind immer schon ein Zeichen de Bösen und wer sich maskiert führt böses im Schilde...
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Mirjam (Di 11. Feb 2020, 12:49) • JuLa67 (Mo 17. Feb 2020, 17:23)
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Anja
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 38 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Mirjam hat geschrieben:
Mo 10. Feb 2020, 15:26
Der Ausgangspunkt war wohl, dass ich mich auf Bildern oder auch im Spiegel nicht wirklich weiblich aussehend empfinde
Das liegt sicher daran, das wir uns selbst wesentlich kritischer "sehen" als andere.
Beim Lesen deines Beitrages fiel mir eine Begebenheit ein, ist schon ein paar Wochen her, da war ich mit meiner wöchentlichen Bart-Epi in Verzug und ich sah im Spiegel schon hier und da ein paar Härchen sprießen und dachte nur, heute abend musste aber dran denken! Hab natürlich auch den übrlichen Kaffee-Plausch mit meiner Lieblingskollegin gehalten, wobei mir auch immer besprechen, was wir in der Mittagspause machen wollen, die verbringen wir meist auch immer zusammen...
Naja, jedenfalls als ich mich abends mit dem Epilierer dranmachte, erschrak ich schon wieder, weils natürlich noch "schlimmer" aussah als morgens, in meinen Augen echt schon grenzwertig, so überhaupt unter die Leute zu gehen.
Am nächsten Tag sprach ich meine Kollegin drauf an, ob ihr das aufgefallen war, das ich gestern ja schon voll nen Damenbart hatte.
Überraschung, sie hat überhaupt nix gesehen.

Andere nehmen uns weniger kritisch wahr als wir selbst.

Wichtig ist der Gesamteindruck und wenn der stimmig zum erwarteten Geschlecht passt, ist es egal, ob man hier und da nen Makel hat.
Oder hast du schon mal ne Frau getroffen, die mit sich zufrieden war? :lol:
Mirjam hat geschrieben:
Mo 10. Feb 2020, 15:26
Aber es ist mir die Tage irgendwie nochmal klargeworden, dass Sozialisation eben keine "Nebenaufgabe" ist, sondern etwas ganz entscheidendes.
Das sehe ich ganz genausso!

Grüße
die Anja
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 39 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben:
Mo 10. Feb 2020, 20:37
nein, an mir hat sich nichts geändert
Frag mal deine Frau, wie sie das sieht. Denn die Hormone wirken nicht nur körperlich sondern auch auf unsere Psyche.
Ich glaube die Sozialisation und die Transistion verlaufen parallel.
Unter Transistion verstehe ich die körperliche Anpassung an das "Zielgeschlecht" und die Sozialisation bedeutet für mich die soziale Anpassung.

Wobei wir dann wieder bei der sozialen Zugehörigkeit wären, die ein tief verankertes Bedürfnis von uns Menschen darstellt.
Ich spüre in mir ein Bedürfnis mich mit anderen Bio-Frauen auszutauschen und ich fühle mich in ihrer Gesellschaft äußerst wohl.
Ich glaube, wenn man mit geborenen Frauen zusammen ist, fängt man an, Verhalten, Denk- und Sprechweisen zu übernehmen. Das ist ja bekannt, das man unbewusst Menschen spiegelt, die einem sympathisch sind.
Ich vermute, das ist das, was mit Sozialisation gemeint ist. In Gesellschaft von anderen Frauen übernehmen wir unbewusst die weibliche "Software", zumindest habe ich das Gefühl, das es mir was "gibt" wenn ich mit anderen Frauen Zeit verbringe. Da ist auf jeden Fall etwas. Weil das Gefühl habe ich in Gegenwart von Männern nicht...
Es kommt, denke ich, auch darauf an, inwieweit man bereit ist sich darauf dann einzulassen. Es gibt ja durchaus auch Mitglieder hier, die der Sozialisation keine Bedeutung beimessen.
Aber wenn man offen dafür ist... bekommt man ein wunderbares Geschenk (he)

Grüße
die Anja
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 40 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-06-09 »

Anja hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 10:54
Denn die Hormone wirken nicht nur körperlich sondern auch auf unsere Psyche.
... Also letztlich doch nichts anderes als Drogen! (pl)

Da muss ich an das Sturm-Thema und meine Empfehlung denken Fliegenpilze zu konsumieren, wenn man als Hexe auf einem Besen durch die Luft reiten will. Ja und Alternativen zu den Pilzen gibt es ja genug: Alkohol, Tabak, Haschisch, Extasy, Speed, LSD, ... . :mrgreen:

Also wünsche ich mal allen hier einen richtig guten und unvergesslichen Trip. :)p (cow)

Liebe Grüße :()b )):m )))(:
Nicole

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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 41 im Thema

Beitrag von Anja »

Moinsen (moin)
Nicole Doll hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 12:49
... Also letztlich doch nichts anderes als Drogen!
Nur viel besser! (he)
Nicole Doll hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 12:49
Also wünsche ich mal allen hier einen richtig guten und unvergesslichen Trip.
Ein Trip, von dem man nicht mehr runter kommt (he)

Grüße
die Anja
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Joe95
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Re: Sozialisation als Nebenaufgabe der Transition

Post 42 im Thema

Beitrag von Joe95 »

Anja hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 10:54
Denn die Hormone wirken nicht nur körperlich sondern auch auf unsere Psyche.
Da hast du natürlich Recht, aber wir reden hier von einem Zeitraum von etwa 2 - 3 Tagen während einer bereits 16 Monate andauernden Behandlung. Ganz so schnell geht das mit den Veränderungen doch nicht.
Der wesentliche Unterschied ist das ich ja im Alltag nur selten angesprochen werde, zumindest nicht mit Namen und Pronomen, wogegen ich hier ständig mit beidem angesprochen werde. Auf der Straße bin ich es gewohnt als Mann "gelesen" zu werden, hier hat jeder die Vorgabe mich als Frau zu behandeln.
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Anja (Di 11. Feb 2020, 13:26)
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