taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)
taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview) - # 2

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Diva
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 16 im Thema

Beitrag von Diva » Sa 4. Mai 2019, 11:54

Cybill hat geschrieben:
Fr 3. Mai 2019, 22:45
Nach meiner Erfahrung ist die Akzeptanz durch andere als Transfrau weitgehend davon abhängig, wie man als Person vor und während der Transition auftritt, bzw aufgetreten ist.
Dazu kommt sicherlich auch die Art der Persönlichkeit. Offenere Menschen haben es sicher leichter. Größere Resilienz ist sicherlich hilfreich um "Geschwätz" zu ertragen.

Cybill
Toni Smith hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 09:44
Dabei ist dann das eigene Auftreten besonders wichtig. Beispiel an zwei trans Freundinnen. Während die eine schon etwas tuntig auftrat (mitlerweile hat es sich gelegt und es wirkt natürlicher), trat die andere etwas angespannt auf. Auch wenn die letztere ein besseres Passing hatte vom Aussehen her. Hat die erstere von ihrer Art her überzeugt.

Bei der angespannten habe ich selbst langsam den Mann gesehen, obwohl ich die alte Person gar nicht kannte.
Leider scheinen die obigen KommentatorInnen nicht zum Kern meines Beitrags vorgedrungen zu sein. Es ist immer leicht, die üblichen standardisierten Pauschalerklärungen anzubieten. Aber ich nehme die Schuld auf mich; hab ich offenbar wieder mal zu schwammig geschrieben.

Mir ging es nur darum, denen Verständnis entgegen zu bringen, die Angst vor dem Coming Out am bisherigen Arbeitsplatz haben und auf ein Phänomen hinzuweisen, das vielleicht keine Betreiberinnen von Bauchläden, Heimarbeiterinnen oder andere betrifft, aber vielleicht jene, die mit ein paar hundert Kolleginnen und Kolleginnen in einer Firma / Verwaltung zusammenarbeiten, in der es - z.B. im Gegensatz zur Berliner Polizei - null Bewusstsein und keinerlei Strukturen für Diversity gibt.

Dann kann die Transition am alten Ort zu dem beschriebenen Phänomen führen, das ich niemand wünsche, es selbst durchstehen zu müssen. Darum waren andere in ähnlichem Umfeld von vornherein so schlau, die Sache sofort mit einem Neuanfang am anderen Ort zu verbinden. Diesen Hinweis wollte ich gerne weiterreichen, insoweit er überhaupt herausgelesen wird, da ich mich offenbar unverständlich ausdrücke.

Die Formel vom eigenen Auftreten geht komplett am Thema vorbei, denn das Auftreten ist innerhalb und außerhalb des Jobs gleich. Der Effekt ist nur grundverschieden, weil die EmpfängerInnen andere Voraussetzungen haben.
Oder wer legt sich, nachdem endlich in der eigenen Identität gelebt werden kann, erneut verschiedene Masken und gespielte Rollen zu? Ich nicht.

Ich will mich bessern, versuche das Kernproblem und die avisierten Lösungen in Kurzform zu formulieren (hätte ich doch nur ein virtuelles Whiteboard!):

Trans*Person grüßt freundlich:
  • überwiegend normale Gegenreaktion im Alltag, da unvoreingenommes Entgegenkommen, weil das Geburtsgeschlecht entweder nicht erkannt wird oder keine Rolle spielt
  • überwiegend negative Gegenreaktion auf Arbeit, da Vorurteile/Komplexe/Wut vorhanden sind, die sich auf das Geburtsgeschlecht beziehen

Ich hab das Beispiel mit dem Grüßen gewählt, um der Diskussion um die Art und Weise des unterstellten Auftretens den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Gruß ist innerhalb und außerhalb der Arbeit eine Konstante. Es ändern sich nur die EmpfängerInnen und das Ergebnis ist komplett entgegengesetzt. Das Klima auf Arbeit verzerrt die Realität, denn diese besteht - an der Anzahl der Menschen gemessen - ganz überwiegend aus unvoreingenommenen, nicht gebrieften Leuten.

Mögliche Lösungen adäquat zum Mobbing:

Bestehender Zustand

Arbeit 100% schlecht + Alltag 90% okay = Lebensqualität max. zur Hälfte gut, bei negativen Erlebnissen stark absturzgefährdet

Lösung 1: Ortswechsel der Arbeitsstätte

Arbeit 50% okay + Alltag 90% okay = Lebensqualität überwiegend gut

Lösung 2: Aufbau eines positiven Gegengewichts mit vielen neuen sozialen Kontakten

Arbeit 100% schlecht + Alltag 200% okay = Lebensqualität überwiegend gut, neue Kräfte, um den Mobbenden Gleichgültigkeit zu schenken

Sorry, mit einer Whiteboard-Skizze hätte ich das viel besser erklären können. Mach ich auf all meinen Projektsitzungen ständig und niemand verlässt den Raum, bis sie / er es nicht verstanden hat - lach. Aber ich hoffe, es jetzt dennoch in dieser Form auch verständlicher rübergebracht zu haben. Das ist ja kein Selbstzweck, sondern diejenigen, die ein Outing am Arbeitsplatz planen, sollten bestenfalls daraus etwas für sich mitnehmen; aus meinem Reinfall lernen, bevor der Schaden auch für sie eintritt.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 10:21
Diva hat geschrieben:
Fr 3. Mai 2019, 19:47
Im besten Fall verstummen die hörbaren Stimmen. Das Gerede hinter vorgehaltener Hand geht unvermindert weiter.
Ich denke, das ist menschlich und nicht auf Trans beschränkt. Insofern ist es vielleicht unschön, aber nicht zu ändern. Irgendjemand schwätzt oder lästert immer. Was kümmert es die Eiche, welcher Köter daran pinkelt ...
Ach, Vicky, deine dieses Mal recht ordinär (puh) geratene Philosophie in Ehren, aber hättest du meine Zeilen gelesen, wäre dir kaum entgangen, dass ich ständig den Vergleich zu Mobbingfällen hergestellt habe. Insofern führt deine Erkenntnis, dass sich das nicht auf Trans beschränkt, leider zu rein gar nichts. Schade, hätte ich sowohl richtiges Lesen als auch eine gehaltvollere Antwort erwartet.

So, jetzt muss ich aber los und weiter an meinem positiven Gegengewicht arbeiten ))):s

-Diva
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heike65
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 17 im Thema

Beitrag von heike65 » Sa 4. Mai 2019, 15:04

Ich kann deine Argumentation nicht nachvollziehen.
Ich betreibe zusammen mit meiner Frau und 2 Mitarbeitern einen kleinen Baumarkt/Werkzeughandel in einer Kleinstadt , wir sind also direkt von den Kunden abhängig die mich zum Teil von Geburt an als Junge/Mann kannten,negatives oder Ablehnung habe ich nicht erfahren, manche Kundin hat mich in den Arm genommen und gesagt: endlich stehst du zu Dir, passt viel besser, und selbst meine Frau wurde schon auf der Strasse angesprochen das wir als lesbisches Paar deutlich besser rüberkommen.

Also keine Probleme, weder beruflich noch privat (ausser ein paar Konserativen in der Verwandschaft, aber egal) für die Kunden bin ich Heike , für meine Frau sowieso und Tochter redet mich auch als Heike an.

Also null Grund den Ort zu wechseln (Version 1)
auch null Grund den Bekanntenkreis zu wechseln, klar kommt es zu Änderungen da sich ein paar Leute aus dem Bekanntenkreis verabschieden, aber es kommen halt neue hinzu, meist dann auch aus dem Regenbogenkreis, zumal seitdem wir (meine Frau und ich) einen Regenbogenstammtisch gegründet haben der regen Zulauf hat, ergo neuen Bekanntenkreis als Gegengewicht unnötig, aber es kommen halt neue Bekannte hinzu

Franka
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 18 im Thema

Beitrag von Franka » Sa 4. Mai 2019, 15:38

Also ich kann Heike nur zustimmen.
Ich lebe selbst in einem 820 Seelen Dorf, habe mich anfangs meiner Transition ziemlich aus dem Dorfleben zurückgezogen. Inzwischen bin ich aber innerlich angekommen. Ich kann mich selbst als Frau empfinden, auch wenn ich äußerlich nicht ganz so aussehe. Im April habe ich ja auch den Personenstand gewechselt und meinen Vornamen. Bis dahin war mir die Anrede ja immer egal und damit es keine Verwirrungen gibt, haben mich alle meistens mit meinem alten Namen angesprochen. Jetzt war ich auf dem Osterfeuer und beim Maibaumaufstellen und habe alle, mit denen ich da zu tun hatte, auf meinen neuen Namen hingewiesen und ich muss sagen, ich bin echt angenehm überrascht, wie schnell das hier im Dorf geklappt hat. Ob nun hinter meinem Rücken noch getuschelt wird bezweifle ich auch, war ja die letzten Jahre auch schon immer mal in der Dorfkneipe zum Essen und was trinken und das ganze Getratsche ist wahrscheinlich schon längst vorrüber.
Ich fühle mich nach wie vor hier auf dem Land echt wohl und gut aufgehoben.
In der Arbeit war es noch einfacher, eine Mail an die Kollegen und es hat von Anfang an mit dem neuen Namen und Pronomen sehr gut geklappt, natürlich versprechen sich die Kolleginnen, die ich schon 25 Jahre kenne, auch mal, aber die korrigieren sich auch schnell selbst. Es gibt also auch keinen Grund die Arbeitsstelle zu wechseln.
Ich kann nur raten offen mit der Situation umzugehen und mit Selbstbewusstsein und Freundlichkeit klappt es bisher ganz prima.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

Vicky_Rose
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 19 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Sa 4. Mai 2019, 15:48

Hi Diva,

ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Arbeiten am Gegengewicht ... (ki)

Na ja, vielleicht ist meine Antwort ordinär. Aber immerhin hast Du darauf reagiert...

Mir geht es um Relativierung. Ich empfinde Transmenschen sehr häufig als extrem sensibel. Damit ist keine Wertung verbunden. Ich meine das in neutralem Sinn. Aber diese Sensibilität führt mMn dazu, dass sich viele das Leben schwer machen. Bildlich gesprochen, kommen sie mir vor wie Charlie Brown. Es ist nicht die Frage, wie die Umwelt reagiert, sondern wie man damit umgeht. Wenn ich in der Öffentlichkeit als "Mann in Frauenkleidern" wahr genommen werde, zieht das natürlich Blicke auf mich. Ich kann natürlich fordern und verlangen, das das die Menschen nicht tun sollen. Aber tun das die Menschen ? Ich bin ungewöhnlich und das Ungewöhnliche zieht die Blicke auf sich. Das kann ich persönlich nehmen, muss es aber nicht. Und mit Letzterem kann ich viel leichter leben.

Dein Grußbeispiel kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das ist mir viel zu verkopft. Auf der Arbeit gibt es immer Menschen, die mich nicht mögen und deshalb kurz angebunden sind. Was ist daran schlimm ? Die Menschen müssen mich nicht toll finden. Auf der Straße ist es das gleiche. Für manche ist es ok, für andere nicht. Und ich rede noch nicht einmal von mir als Transmensch.

Ich denke, man muss sich das Leben nicht schwerer machen als nötig. Also lautet meine erste Frage, was von meinen Wahrnehmungen für mich wirklich bedeutsam ist und vor allem warum. Die Menschen müssen mich nicht mögen. Es reicht mir, wenn es einige wenige tun. Bei allen anderen bemühe ich mich, darüber zu stehen, eben die Eiche ... Mein Leben wird dadurch viel leichter. Was interessieren mich Menschen, die mich nicht mögen ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.

ChristinaF
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 20 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Sa 4. Mai 2019, 16:04

Heike65, Franka und Vicky_Rose sprechen mir aus der Seele. Genauso sehe ich es aus. Liegts vielleicht auch daran, dass diese drei und dazu zähle ich mich auch, das verinnerlicht haben, was wir sind. Ganz normale Frauen, die ihren Beruf ausüben und natürlich leben. Damit meine ich, dass es m.M. nach immer noch viele "Genossinnen" gibt, die innerlich offenbar noch nicht zu dem stehen, was sie sein wollen; und teilweise noch im Hinterkopf das TS haben. Mit all seinen inneren Zerrissenheiten, Unsicherheiten usw. Dass sich das auch aufs soziale Umfeld auswirkt, ob mit Gestik, Mimik, Sprache, Haltung usw. ist doch verständlich; ebenso dann die Reaktion des Gegenüber.
LG Christina

Nicole Doll
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 21 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Sa 4. Mai 2019, 17:11

Hallo,

dann melde ich mich hier mal aus der Enby-Ecke.

Ich wäre vor 40 Jahren niemals auf die Idee gekommen mich irgendwie als trans* oder Enby zu outen. Ich spürte zwar schon als Kind, dass da etwas nicht passt, aber statt auch nur zu versuchen mit irgend jemanden darüber zu reden, passte ich mich verzweifelt und schließlich erfolglos an meine Rolle als Mann an.

Für mich gibt es da einen fließenden Übergang bei der Wahrnehmung seiner Identität von cis über non-binär nach trans. Wer darin deutlich bei trans steht, wird sich relativ früh outen, weil das Leben durch den Leidensdruck unerträglich wird. Wenn man sich jedoch wie ich eher irgendwo dazwischen befindet, zeigt man oft erst einmal ganz andere Symptome wie Depressionen, Autismus, Borderline, ADS oder Burnout (trifft auf mich alles in gutes Stück zu), und man glaubt vielleicht einen sexuell bedingten Frauenkleider-Fetisch zu haben. Von einer Zuordnung zu Trans distanziert man sich aber vehement.

Wer dann mit Beruf, Familie und sozialem Umfeld noch irgendwie klar kommt, wird sich nur schwer zu einem Outing durch ringen können, und wenn, dann vielleicht erst einmal als Teilzeitfrau. Sich wie ich als non-binär oder Enby zu präsentieren ist dann eine ganz andere Klasse. Da braucht es schon eine ausgeprägte Abneigung gegen das engstirnige und festgefahrene Rollendenken in unserer Gesellschaft. Sonst funktioniert es vielleicht auch irgendwie genderfluid in beiden Rollen, wie ich es anfangs nach meinem Outing versuchte. Da sich aber bei mir alle sozialen Bindungen bereits aufgelöst hatten, konnte ich mich auch gleich komplett von der Rolle als Mann abwenden.

Und wie viel körperliche Anpassung brauche ich nun? Ich habe erst einmal das gemacht, was am einfachsten geht: Frauenkleider anziehen und Haare wachsen lassen. Bei allem anderen überwiegen immer noch die Bedenken wegen Komplikationen und Nebenwirkungen. Zudem schreckt mich der Stress ab, den der Weg einer Transition für mich bedeutet. Und ohne ein damit verbundenes Ziel (was bei einer starken körperlichen Dysphorie vorhanden wäre) macht es für mich auch keinen Sinn.

In diesem Sinne erscheint es für mich eindeutig als falsch, wenn man den Trans-Weg zu einem guten Teil nur deshalb geht, weil man endlich mit der Rolle des anderen Geschlechts in die Gesellschaft hinein passen will. Wie viel körperliche Dysphorie entsteht da aber aus diesem Wunsch heraus?

Ich zitiere:
Bis zum Ende des zwanzigsten Jahrhunderts war in der Wissenschaft die Frage vorherrschend, wer ist wirklich transsexuell und wer nicht? Dieser Blick hat sich – zum Glück – sehr verändert, da diese Frage ohnehin die betreffenden Menschen nur selbst beantworten können. Was nicht mehr passieren soll ist, dass Ärzt_innen und Psychotherapeut_innen entscheiden, wer trans ist und wer nicht. Der Blick richtet sich heute mehr darauf, wie Trans-Menschen geholfen werden kann, ihr individuelles Geschlecht so leben zu können, dass sie sich damit identifizieren und dass der Leidensdruck geringer wird sowie die Lebensqualität sich bestenfalls erhöht.
Je weiter sich die Gesellschaft öffnet für geschlechtliche Formen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind, ohne dass daran sofort ein Makel festgemacht wird, desto eher wird es auch Trans-Menschen geben, die mit weniger Behandlungen gut leben können.
Das passt gut mit meiner Einschätzung zusammen. Also habe ich beschlossen dabei mitzuwirken, dass sich in der Gesellschaft etwas ändert, damit mir und anderen solche Behandlungen möglichst erspart bleiben. Und dazu gehört es, als Trans*-Person oder Enby öffentlich in Erscheinung zu treten und nicht mit einem möglichst guten Passing in der Masse unterzutauchen.

Liebe Grüße
Nicole

PS: Was das Dorfleben angeht, sehe ich es ähnlich wie Franka. Da ist nicht wirklich eine Ablehnung zu spüren, obwohl ich mich bereits lange vor meinem Outing von allen Aktivitäten distanziert hatte. Es kommt nur immer mal wieder die Frage, wann es denn mit der OP so weit ist.
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 22 im Thema

Beitrag von Diva » Sa 4. Mai 2019, 21:41

Wenn ich bei meiner beruflichen Tätigkeit offenbar genauso schlecht erklären würde, bekäme ich wohl noch ganz andere Probleme.
Die Schilderungen von kameradschaftlichen Dorfgemeinschaften sind ja wunderbar, gehen jedoch am Thema Job vorbei. Viele Zeilen umsonst ... genau wie meine, weil niemand verstehen will oder kann. Das ist genauso wie mit dem ausgehebelten §5 Abs. 1 TSG. Bin ich auch die Einzige, die das zu stören scheint. Egal, ich mag keine Zeit mehr vergeuden, von Problemen zu schreiben, die ohnehin außer mir kein Mensch zu haben scheint.
Sicher spielt das eigene Auftreten eine Rolle, nicht jedoch bei dem Phänomen, das ich versuchte zu beschreiben. Dort ist das Auftreten im Alltag und im Job konstant, führt jedoch aufgrund unterschiedlicher Zielgruppen zu komplett entgegengesetzten Reaktionen.
Aber egal, Schluss damit - ich kann es nicht mehr besser in Worte fassen. Ich brauch meine Stifte und mein Board - die besten Verbündeten gegen Missverständnisse, die ich kenne ... aber virtuell nicht zur Hand habe - seufz.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Hi Diva,

ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deinen Arbeiten am Gegengewicht ... (ki)
Hi Vicky,
danke - aber den Schmatzer returniere ich nicht, da bin ich viel zu schamhaft.
Ich bin ziemlich geschafft und hatte viel Freude an frischer Luft unter "normalen" Menschen - unvoreingenommen, da sie mich weder von damals kennen noch von meinen lieben KollegInnen gebrieft wurden - lach. Da gibt es keine zweifelnden, prüfenden Blicke, komischen Kommentare o.ä. Das ist genau die Umgebung, in der ich atmen und leben kann. Das andere zerquetscht mich - was freilich keine(r) nachzuvollziehen vermag. Bei mir kommt außerdem das Phänomen dazu, dass mich jede(r) Unbekannte auf einem Bahnhof besser behandelt als meine eigene Familie. Kann garantiert auch niemand begreifen. Ehrlich gesagt - ich auch nicht.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Na ja, vielleicht ist meine Antwort ordinär. Aber immerhin hast Du darauf reagiert...
Ja, ich musste einfach das verbesserungswürdige Niveau deiner Antwort bemängeln. Deine aktuelle Reaktion sieht doch schon viel anständiger aus.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Mir geht es um Relativierung. Ich empfinde Transmenschen sehr häufig als extrem sensibel. Damit ist keine Wertung verbunden. Ich meine das in neutralem Sinn. Aber diese Sensibilität führt mMn dazu, dass sich viele das Leben schwer machen. Bildlich gesprochen, kommen sie mir vor wie Charlie Brown. Es ist nicht die Frage, wie die Umwelt reagiert, sondern wie man damit umgeht.
Da gebe ich dir Recht. Das ist nun mal der besonderen Situation geschuldet. So ein äußerlicher Geschlechtswechsel in allen Lebensbereichen ist auch eine enorme psychische Leistung, bei der eine gewisse Sensibilität noch die geringste Nebenwirkung darstellt. Nur damit stehen Trans* nicht alleine da. Unterhalte dich mal mit einigen schwergewichtigen geborenen Frauen und du kannst Parallelen ziehen ohne Ende ...

Nur leider geht das neuerlich am Thema vorbei, denn
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Dein Grußbeispiel kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Das ist mir viel zu verkopft.
Jammerschade! Du bist doch verkopft - oder doch nicht? Ach, verflixt. Gerade deine Meinung hätte mich wirklich interessiert.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Auf der Arbeit gibt es immer Menschen, die mich nicht mögen und deshalb kurz angebunden sind. Was ist daran schlimm ?
Es geht hier nicht um Kurzangebundene, sondern Kerle, die richtig böse (besonders Schlipsmenschen) mit mir sind, weil ich sie derart hinterlistig 'getäuscht' habe. Das ist schon ein feiner Unterschied. Kam das Briefing über mein Geburtsgeschlecht nämlich erst nach ihrer Anbaggerei, wurden sie zum Gespött in ihrer Macho-Klicke - und ich war Schuld. So schaut's aus! Darum mein Vorschlag mit dem Schild um den Hals: 'Ich bin kein Mensch, habe mich nur als solcher verkleidet.' So, nun schreib mal was Schlaues dazu! Du hast doch jede Menge Psycho- und Philosophieschinken gelesen, die ich nicht kenne. Ich hatte mich nur mal durch die Klassiker gefressen, aber das ist ewig her und gab mir auch keine Antworten.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 15:48
Was interessieren mich Menschen, die mich nicht mögen ?
Wenn dir so einer Zeugnisse ausstellen muss, könnte dich das wohl doch mehr interessieren ... So ganz oben im Olymp scheinst auch du nicht zu sitzen.
Wenn du außerdem täglich mit denen zu tun hast, zusammenarbeiten musst und ihnen obendrein als Projektleiterin auch noch Termine setzt, könnte sogar dein Interesse steigen. Diese Typen verfallen in reinste Kindergarten-Manieren und kommen sich auch noch cool dabei vor. Das ist kein professionelles Arbeitsklima mehr, insoweit hat es mich in meiner Position schon zu interessieren. Private Aversionen gehören nicht ins IT-Projekt. Punkt.

- Diva
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 23 im Thema

Beitrag von Inga » Sa 4. Mai 2019, 22:25

Hallo, Diva,

ich halte es durchaus für eine gute Einstellung, sich am Arbeitsplatz nicht einem Mobbing von Kolleg*innen aussetzen zu wollen. Denn Mobbing macht dich zur Zielscheibe und irgendwann als Opfer auf die Dauer kaputt. Ich selber hatte vor Jahrzehnten mit Mobbing am Arbeitsplatz zu tun, dass ich zwar wahr nahm und erst mal auf die leichte Schulter nahm - einerseits und andererseits habe ich mich verschiedentlich informiert und mich beraten lassen. Mein Eindruck: Als Mobbing-Opfer kannst du dich dem Mobbingangriffen auf die Dauer nicht entziehen. Du musst dich damit auseinander setzen. Und überlegen, wie du dich dem Mobbing entziehst. Du magst überlegen, dagegen anzukämpfen (z.B. in größerem Betrieb mit Betriebsrat oder mit Versetzung) Du brauchst auf jeden Fall ein positives Gegengewicht, damit du über die Arbeit mit ihren Widrigkeiten nicht depressiv wirst. Dass du Mobbingangriffe ernsthaft stoppen kannst, solltest du nicht glauben. Entweder sie hören irgendwann auf oder sie gehen weiter. Sie mögen ihre Form ändern, die u. U. erträglicher ist. Aber trotzdem, es ist ein blödes Arbeiten, wenn jemand etwas gegen dich hat und dich nerven/entwürdigen möchte. Es mag zwar trösten, wenn sich Kolleg*innen mit dir solidarisieren. Doch dadurch hören Mobbingangriffe nicht unbedingt auf. Fühl dich nicht verantwortlich mit irgendetwas, wenn du gemobbt wirst. Wenn du Mobbing ausgesetzt bist, liegt es nicht an dir als Opfer. Mobber sind Täter, die es auch lassen können. Ach ja, führe Tagebuch übers gemobbt werden. Sie sind u. a. Beleg bei Arbeitsgerichtsprozessen usw. Gemobbt werden ist Dauerstress am Arbeitsplatz. Und wie auch immer, es geht um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden.

Ich hatte mich damals dem Mobbing entzogen indem ich nach einer Bedenkzeit einer Kündigung mit einer guten Abfindung zugestimmt habe. Und es war gut so.

Was ich noch anfügen muss: Viele Gewerkschaften haben spezialisierte Beratung zum Mobbing am Arbeitsplatz. De würde ich an deiner stelle unbedingt aufsuchen oder wenigstens Kontakt aufnehmen.

Liebe Grüße
Inga

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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 24 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » So 5. Mai 2019, 07:54

Nur ganz kurz zum Thema berufliche Tätigkeit:

Wenn man jemandem in den A.. kriecht, den man nicht leiden kann, geht das Selbstwertgefühl davon kaputt. Und dann sind am Ende die vermeintlich guten Zeugnisse für das echte Selbst nichts mehr wert. Das Problem war bei mir in der falschen Rolle, dass da kein ausreichend starkes Selbst vorhanden war, das sich ständig angemessen wehrte. Und wenn kein Selbst da ist, bedeutet einem Gesundheit auch nichts. Statt zum Arzt zu gehen quält man sich mit Depressionen durch den Arbeitstag, was dann einen entsprechend "guten" Eindruck hinterlässt.

LG Nicole
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 25 im Thema

Beitrag von Diva » So 5. Mai 2019, 11:58

Inga hat geschrieben:
Sa 4. Mai 2019, 22:25
Mein Eindruck: Als Mobbing-Opfer kannst du dich dem Mobbingangriffen auf die Dauer nicht entziehen. Du musst dich damit auseinander setzen. Und überlegen, wie du dich dem Mobbing entziehst. Du magst überlegen, dagegen anzukämpfen (z.B. in größerem Betrieb mit Betriebsrat oder mit Versetzung) Du brauchst auf jeden Fall ein positives Gegengewicht, damit du über die Arbeit mit ihren Widrigkeiten nicht depressiv wirst. Dass du Mobbingangriffe ernsthaft stoppen kannst, solltest du nicht glauben.
...
Gemobbt werden ist Dauerstress am Arbeitsplatz. Und wie auch immer, es geht um deine Gesundheit und dein Wohlbefinden.
Hallo Inga,
wow - ich bin beinahe sprachlos. Du gewinnst den Preis, als Einzige mein Problem verstanden zu haben! Leider fällt mir keine passende Gratifikation ein - lach.
Also lag ich offenbar mit meinen Posts doch nicht 200% daneben.

LG
Diva
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ab08
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 26 im Thema

Beitrag von ab08 » So 5. Mai 2019, 13:10

Hallo Diva,

bin ja nur selten da. Daher schreibe ich kaum mehr. Du spricht entscheidende Punkte an.
Welche Konsequenzen je von uns zieht, bleibt natürlich jeder überlassen.

Bei mir -> Privates CO 2007 - dienstliches CO 2008 ist ja alle länger her. -> In den Jahren im Beruf klappte es aufgrund meiner dienstlichen Stellung ganz gut. Kolleginnen und Kollegen waren aus praktischen Gründen gezwungen, professionell damit umzugehen. Gespräche hinter dem Rücken wären da, aus dienstlicher Sicht, kontraproduktiv gewesen. Privat hing es von der Person ab. Natürlich gibt es da Menschen, die können damit umgehen und andere, die können es bis heute(!) nicht und brachen den Kontakt ganz ab.

Mobbing in anderen Bereichen kommt bis heute vor. Als Frau mit Transsexualität werden mir weiterhin von manchen (scheinbar mit mir "befreundeten") Menschen, von denen ich es gar nicht erwartete, übergriffige, intime Fragen gestellt und es fallen die Grenzen des Anstands. Gleichzeitig finde ich Zugang zu anderen Menschen, die sich in meiner Gegenwart wohl fühlen und sich freuen, dass es mich gibt. Es gibt also auch Positives und ich will mich wirklich nicht beklagen.

So sieht mein Alltag aus und ich erwarte nicht, dass sich dies noch ändert.
Meinem Eindruck nach wurde das gesellschaftliche Klima in den letzten Jahren insgesamt deutlich rücksichtsloser und kälter, was sicher auch eine Rolle spielt. Die Menschen wurden meinem Eindruck nach, egoistischer. Aber auch damit muss ich halt umgehen. -- Seit dem CO geht es mir gesundheitlich gut. Die GAOP 2016 war bei mir genau die richtige Entscheidung, denn auch sie wirkte sich gesundheitlich positiv aus.
(Mein politisches Engagement überdenke ich momentan, denn statt Unterstützung wurde ich eher ausgebremst. Es gibt zwar Lippenbekenntnisse, aber keine echte Unterstützung. - Daher verlagert sich meine Aktivität auf die Untersuchung der Geschichte im Bereich Intersexualität und auf meine persönliche Geschichte)

Liebe Grüße, danke für Deine Beiträge, (yes) (gitli)
gib //auch wenn Gegenwind kommt //nicht auf.
Und entschuldige bitte, wenn ich nicht mitdiskutiere (zu wenig Zeit)

Andrea Bullmer
(näheres bei FB, Twitter, google)
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

Inga
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 27 im Thema

Beitrag von Inga » Mo 6. Mai 2019, 06:37

Diva hat geschrieben:
So 5. Mai 2019, 11:58

Hallo Inga,
wow - ich bin beinahe sprachlos. Du gewinnst den Preis, als Einzige mein Problem verstanden zu haben! Leider fällt mir keine passende Gratifikation ein - lach.
Also lag ich offenbar mit meinen Posts doch nicht 200% daneben.

LG
Diva
Hallo, Diva,

danke für die Blumen.

Naja, so viel drücken die Beiträge aus:

Mobbing ist nichts trans*typisches. Es kann auch andere Ursachen haben.

Beim Outing am Arbeitsplatz gibt es keine Garantie auf Mobbing-Opfer. Es gibt eben auch Arbeitsplätze, wo ein Oting kein Problem ist.

Liebe Grüße
Inga

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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 28 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 6. Mai 2019, 16:38

Inga hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 06:37
Mobbing ist nichts trans*typisches. Es kann auch andere Ursachen haben.
Liebe Inga,

das stimmt.
--
Aber Menschen mit Transsexualität, Menschen mit Besonderheiten, Menschen mit anderer Hautfarbe, Frauen werden eher gemobbt, als ältere Herren mit weißer Hautfarbe. -> Das sollte man jeweils immer auch berücksichtigen.

Liebe Grüße
Andrea
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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 6. Mai 2019, 17:33

Moin,
ab08 hat geschrieben:
Mo 6. Mai 2019, 16:38
als ältere Herren mit weißer Hautfarbe
Diese Menschen werden doch wohl nicht nur diese drei Eigenschaften haben: "älter, 'Herren', weiße Hautfarbe".

So eine karge Ausstattung wird kaum zum Überleben reichen (smili)

Gruß
Anne-Mette

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Re: taz: „Viele trans Menschen trauen sich nicht, sich zu outen“ (Interview)

Post 30 im Thema

Beitrag von lexes » Mo 6. Mai 2019, 18:17

Was muss sich in der Gesellschaft verändern, um Trans-Personen das Leben leichter zu machen?

Je weiter sich die Gesellschaft öffnet für geschlechtliche Formen, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind, ohne dass daran sofort ein Makel festgemacht wird, desto eher wird es auch Trans-Menschen geben, die mit weniger Behandlungen gut leben können. Schließlich geht jede Behandlung auch mit einem gewissen Komplikationsrisiko einher. Bei der aktuellen gesamtpolitischen Lage steht allerdings zu befürchten, dass wir den Zenit der Liberalität im Zusammenhang mit Geschlecht und Gender bereits überschritten haben.

schöne Zusammenfassung

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