Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?
Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie? - # 3

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Passiflora
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 31 im Thema

Beitrag von Passiflora » Fr 23. Nov 2018, 20:15

Ich bin sehr dankbar für die die positiven Gedanken und Meinungen. Auch die kritischen Antworten bringen mich zum Nachdenken. Allgemein ist der Ton hier sehr niveauvoll. Ich kann euch aber versichern, dass ich ein echter Mensch bin und meine Gefühle alle so sind wie ich versuche sie zu beschreiben.
Mein nächstes Treffen im LSVD speziell in der Transgendergruppe ist am 6 Dezember. Ich habe nun auch einen Termin bei einer Endokrinologin. Einfach mal zum reden, anfang Februar.
Bis dahin werde ich sicher auch noch genug Nachdenken können.
Gibt es eigentlich unterschiedliche Hormontherapien oder ist dass alles nur eine Frage der Dosierung bzw. wie der Körper damit zurecht kommt?

Tatjana_59
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 32 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Fr 23. Nov 2018, 20:39

Passiflora hat geschrieben:
Fr 23. Nov 2018, 20:15
Ich bin sehr dankbar für die die positiven Gedanken und Meinungen. Auch die kritischen Antworten bringen mich zum Nachdenken. Allgemein ist der Ton hier sehr niveauvoll. Ich kann euch aber versichern, dass ich ein echter Mensch bin und meine Gefühle alle so sind wie ich versuche sie zu beschreiben.
Mein nächstes Treffen im LSVD speziell in der Transgendergruppe ist am 6 Dezember. Ich habe nun auch einen Termin bei einer Endokrinologin. Einfach mal zum reden, anfang Februar.
Bis dahin werde ich sicher auch noch genug Nachdenken können.
Gibt es eigentlich unterschiedliche Hormontherapien oder ist dass alles nur eine Frage der Dosierung bzw. wie der Körper damit zurecht kommt?
Es gibt unterschiedliche Therapien Medikamente betreffend.
Ich glaube aber kaum daß du Hormone so einfach ohne Indikationen eines Therapeuten bekommen wirst von deiner Endokrinologin.

LG Tatjana

Passiflora
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 33 im Thema

Beitrag von Passiflora » Fr 23. Nov 2018, 20:53

Ja, es ging mir mehr um die Erfahrung mit verschiedenen Medikamenten und ob diese das selbe bewirken.
Wie ist es eigentlich mit dem Wachstum der Kopfbeharung? Wird das Haar wieder voller?
Ach ich habe gerade noch einen Artikel über Sex gelesen mit bzw. nach der Hormontherapie.
Hier der Linkhttps://broadly.vice.com/de/article/jpy ... endert-hat
Wie ernst zunehmend ist dieser Artikel?
Zuletzt geändert von Passiflora am Fr 23. Nov 2018, 22:44, insgesamt 1-mal geändert.

dunkles_sternchen
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 34 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 23. Nov 2018, 22:43

Sasha hat geschrieben:
Do 22. Nov 2018, 18:35
dunkles_sternchen hat geschrieben:
Do 22. Nov 2018, 00:47
Ich sage mal ganz klar und deutlich, dass eine Hormontherapie über 30 wenige bis keine Ergebnisse zeigen wird.
Aus Interesse: aus eigener Erfahrung? Wie definierst Du "Ergebnisse"? Danke
Wie ich (gute) Ergebnisse definiere? Wenn man stealth lebt, ist es gut.

Stealth heißt dabei deutlich, dass niemand ansatzweise merkt, dass man TS ist. Wer stealth lebt outet sich entweder selbst oder lässt es. Nur wenn andere dich zu 100% ohne jeden Zweifel als Frau wahrnehmen, wird man den entsprechend Platz in der Gesellschaft einnehmen. Und meine Erfahrung ist, da ich sehr, sehr viele TS mittlerweile kenne, dass viele durchaus mal mehr, mal weniger Veränderungen erfahren, aber insbesondere ab 30 immer ein Rest bleibt, die viele bei genauerer Betrachtung verrät. Kann dir auch mit 20 passieren und 25, gibt auch welche 50+ die sich gut entwickeln haben. Sind halt Ausnahmen. Und da reden wir noch nicht mal über "Schönheit" ...

Ich würde das nicht negativ bezeichnen, sondern realistisch.

Céline
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 35 im Thema

Beitrag von Céline » Fr 23. Nov 2018, 23:18

Hi Dunkles Sternchen,
Jetzt hört sich das ganze doch viel vernünftiger an.
Ich geb Dir vollkommen recht,vollkommen Stealth zu leben ist leider sehr schwer.Viele können es aber viele eben leider nicht.Aber Tatsache ist doch das man mit dem was noch möglich ist glücklich werden sollte. Leider gibt es keine Wunder.Und im Endeffekt ist ja auch nicht jede CIS Frau perfekt oder denkt es weil irgendein Vorbild als das Nonplusultra gilt.
Natürlich habe ich auch Bilder von einem perfekten Aussehen im Kopf muss aber leider so realistisch sein das ich das nie erreichen kann.Wenn ich meinen Weg mit 15 begonnen hätte sähe alles ganz anderst aus,aber dann hätte ich im Gegenzug so viele wunderbare Dinge nie erlebt und vorallem......nie meine Frau kennen und lieben gelernt.
Trotzdem habe ich erreicht das ich mich einfach größten Teils "Stealth "bewegen kann und von Männern öfters Komplimente bekomme.
Ich bin jetzt einfach nur noch Céline 😊

Jaddy
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 36 im Thema

Beitrag von Jaddy » Sa 24. Nov 2018, 00:14

Passiflora hat geschrieben:
Do 22. Nov 2018, 13:50
Danke für eure Anteilnahme.
Was mir gefällt ist halt wirklich der Abbau der Muskeln die feinere Haut und dass ausdünnen der Körperbehaarung.
Jedoch mache ich mir Sorgen um das Brustwachstum.
Wie ist den das eigentlich genau mit der Abnahme der Libido? Es werden weniger bis fast keine männlichen Hormone mehr gebildet aber eine Frau hat doch auch Lust auf Sex und Zärtlichkeiten.
Übrigens bin ich zurzeit ausser Haus und habe daher keinen Sex, dabei fällt mir auf, dass der männliche Geruch an mir mich sehr stört.
Die Wirkung von Hormonen ist ziemlich individuell. Auch die Profis können dir nicht perfekt voraussagen, was passieren wird. Sie testen, beobachten und passen gegebenenfalls an. Sie haben aber auch einen fachlich guten Überblick über Zusammenhänge und Möglichkeiten.

Allerdings gehört Brustwachstum bis zu einem gewissen Grad ebenso wie die feinporige Haut zu den ersten Effekten. Rückgang der Behaarung kommt später, und der Geruch noch viel später. Das eine ohne das andere wird sich nicht so einfach machen lassen. Jedenfalls nicht mit Hormonen. Testo wird übrigens auch bei Östrogeneinnahme weiter gebildet, sofern du keine Blocker zusätzlich nimmst. Aber wenn man es richtig startet, nämlich mit geringen Dosen, kann man den Körper (meistens, siehe oben) davon überzeugen, das Östrogen zu nehmen, statt Testo. Google mal SHBG. Aber: Das heisst auch, dass jeweils so 6-8 Stunden nach der letzten Östrogeneinnahme der Ö-Pegel so absinkt, dass Testo wieder zur Wirkung kommt. Das kann sich emotional übel anfühlen (hatte ich) und ist ein Grund für abnehmende Libido (hatte ich auch).

Ohne aktives Testosteron ("freier Androgenindex"...) lässt wohl vielfach zuerst der typische Druck nach. Das heisst der Drang jetzt, sofort, unbedingt und wenn es hinterm Busch sein muss. Die eigene Initiative lässt nach, auch wenn die Erregbarkeit noch da ist. Es kann aber bis zum kompletten Desinteresse gehen. Sex wird ungefähr so interessant wie Schuhe zubinden. (Alles bereits erlebt)

Bei einer kompletten Umstellung von T auf Ö, ob nun per Blocker oder OP, nimmt die Libido sozusagen auf der anderen Seite _wahrscheinlich_ wieder zu. Aber auch da gibt es unterschiedliche persönliche Erfahrungen und keine Garantien.

Körperlich ist auch ohne Op irgendwann (eher im Bereich Jahren) Schluss mit Zeugungsfähigkeit. Das ist der schlechteste Deal, weil weiterhin Testo produziert wird, aber die Spermien nicht mehr funktionieren. Dies und das gebildete Brustdrüsengewebe gehören zu den Veränderungen, die auch nach dem Absetzen nicht wieder so einfach reversibel sind.

Auch wenn Östrogen selbst jetzt nicht sonderlich risikoreich ist, die Veränderungen sind durchaus heftig, sowohl körperlich, wie emotional. Auch die veränderte Sicht auf das bisherige Leben und die Familie, Freunde, Kolleg*innen, etc. sollte nicht unterschätzt werden. Die anderen werden auch anders auf dich gucken. Deshalb wird ja parallel zur HET eine psychotherapeutische Begleitung empfohlen.

Also: Entweder suchst du dir eine endokrinologisch fitte Fachperson, die dich betreut, Risiken vorher abtestet, beabsichtigte Wirkung und Dosierung aufeinander abstimmt, etc. oder du wirst selbst zur Expert*in, denn "mal eben ausprobieren" wird nicht so schnell die gewünschten Effekte bringen, und wenn die Veränderungen eintreten wirst du sie 1) auch nicht so einfach wieder los, 2) kriegt man manchmal ein bisschen was anderes, als was man wollte.

Tatjana_59
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 37 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Sa 24. Nov 2018, 05:05

Jaddy im Normalfall findet die therapeutische Begleitung schon statt bevor der Endokrinologe Hormone verschreibt.
Die dieser wiederum meist nur auf Grund von der richtigen Indikationen gibt.
Ich weiß es gibt Ausnahmen, die dürften aber eher selten sein.

LG Tatjana

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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 38 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 24. Nov 2018, 06:13

Wie Jaddy schon richtig sagt.....Medikation X wird bei Person Y meist anders wirken als bei Person Z. Oft werden auch im Verlauf der HRT Anpassungen bei der Medikation und / oder Dosierung vorgenommen.

LG
Michelle
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 39 im Thema

Beitrag von Bea Magdalena » Sa 24. Nov 2018, 06:49

Hallo zusammen,

Jaddys Post finde ich ebenfalls gut.

Da ich aus demtechnischen Bereich komme, war es für mich ein Selbverständnis, genau zu wissen, wie (technische) Regelkreise auf Veränderungen auf der Eigangsseite reagieren werden.
Ich habe aber mitbekommen dürfen, dass sich dies in der Medizin grundsätzlich anders verhält, es wird ein Medikamentendosis (oder auch Hormondosis) gegeben, beobachtet und nachjustiert. Die genauen Auswirkungen oder Ergebnisse sind hier nicht vorhr bekannt.

Liebe Grüße
Bea
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Passiflora
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 40 im Thema

Beitrag von Passiflora » Sa 24. Nov 2018, 08:00

Jaddy hat geschrieben:
Sa 24. Nov 2018, 00:14
Die Wirkung von Hormonen ist ziemlich individuell....
Vielen Dank für diese ausführliche Antwort.
Ich habe bereits im nicht Binär Unterforum einiges von dir gelesen.
Deine Beschreibung hat mich sehr zum nachdenken gebracht aber auch auf eine gewisse Art beruhigt.
Eine Grosse Frage bleibt. Die Sache mit der Libido.
Im Internet bin ich auf diesen Bericht gestossen.
https://broadly.vice.com/de/article/jpy ... endert-hat
Ich fühle mich genau so wie die Frauen es dort beschreiben vor ihrer Behandlung. Dort wird ja auch geschrieben, dass die Frauen jetzt Sex auch anders empfinden aber trotzdem noch sehr viel Spass daran haben.
Eure Beschreibungen klingen für mich so, als könnte ich in Zukunft keinen Sex mehr haben aus Mangel an Lust daran.
Die meisten von euch scheinen ja doch mit Frauen verheiratet zu sein bzw. in Partnerschaften mit Frauen zu leben.
Ich lebe allerdings seit 10 Jahren mit einem Mann zusammen und habe schon von je her mehr Freude daran, meinen Penis nicht zu benutzen. Geht es jemand von euch ähnlich und kann mir sagen ob Er/Sie immer noch Spass an Sex hat?

ChristinaF
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 41 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Sa 24. Nov 2018, 10:27

Natürlich haben TS Frauen noch Spaß am Sex. Ob nun mit Frauen oder Männer. Jedoch verändert sich die Praxis; zumindest bei mir wars/ists so. Als Frau sehnst du dich mehr nach Berührungen, Streicheln, Liebkosen und was auch immer. Einfach das Zärtliche zuzulassen.
LG Christina

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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 42 im Thema

Beitrag von Passiflora » Sa 24. Nov 2018, 10:34

Okay ich verstehe. Also ist mit Libido Verlust eher eine Veränderung des mänmlichen Lustempfindens gemeint.
Sprich dieser Drang mit dem Penis zu denken, einfach gesagt wandelt sich mehr um in Gefühle zu spüren.

Michelle_Engelhardt
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 43 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Sa 24. Nov 2018, 11:37

Einen Verlust bzw. Rückgang der Libido verspüren vor allem jene, die Androcur nehmen. Nicht umsonst wird das, in höheren Dosen, bei Sexualstraftätern verwendet. Ob das heute immer noch so ist, weiß ich nicht.
Jedenfalls empfinden viele Mädels den Rückgang der Libido als durchaus angenehm. Falls Du Dich für eine HRT entscheidest hat es sich mit der Benutzung des Penis dann aber sowieso erledigt.

LG
Michelle
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 44 im Thema

Beitrag von !Marie! » Sa 24. Nov 2018, 12:17

Hi Flora..

ich kürze mal ganz frech den Namen ab..

Was Androcur angeht, kann ich Michelle voll bestätigen.
Allerdings hab ich den Bezug zu meinem Penis schon davor komplett verloren und bereits seit 2012 keinen Sex mehr gehabt, weil es für mich nur Pflichterfüllung war.
An einem gewissen Punkt konnte ich das einfach nicht mehr..es wäre eine Lüge gewesen.

Stand jetzt ist, ich fühle mich frei und ich "spüre" ihn nicht mehr, der Teil meines Körpers hat sich für mich aufgelöst und das find ich unheimlich schön..

Ich lebe mit meiner Partnerin zusammen und wie auch immer die Partnerschaft aufgebaut ist, man findet Wege zu den passenden Zärtlichkeiten..

Alles Liebe Marie
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Jaddy
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Re: Wie wird Man(n) eine hübsche Sissy? Bzw. was bringt eine Hormontherapie?

Post 45 im Thema

Beitrag von Jaddy » Sa 24. Nov 2018, 12:29

Passiflora hat geschrieben:
Sa 24. Nov 2018, 08:00
Deine Beschreibung hat mich sehr zum nachdenken gebracht aber auch auf eine gewisse Art beruhigt.
Eine Grosse Frage bleibt. Die Sache mit der Libido.
Im Internet bin ich auf diesen Bericht gestossen.
https://broadly.vice.com/de/article/jpy ... endert-hat
Ich fühle mich genau so wie die Frauen es dort beschreiben vor ihrer Behandlung. Dort wird ja auch geschrieben, dass die Frauen jetzt Sex auch anders empfinden aber trotzdem noch sehr viel Spass daran haben.
Eure Beschreibungen klingen für mich so, als könnte ich in Zukunft keinen Sex mehr haben aus Mangel an Lust daran.
Die meisten von euch scheinen ja doch mit Frauen verheiratet zu sein bzw. in Partnerschaften mit Frauen zu leben.
Ich lebe allerdings seit 10 Jahren mit einem Mann zusammen und habe schon von je her mehr Freude daran, meinen Penis nicht zu benutzen. Geht es jemand von euch ähnlich und kann mir sagen ob Er/Sie immer noch Spass an Sex hat?
Hier: Seit 1996 Jahren mit meinem Bunny zusammen, seit 2001 Jahren verheiratet. Bunny ist AFAB, genderqueer, wäre statt mit mir nach ihren Aussagen eher mit einer Frau zusammen, als mit einem "Kerl(tm)". Von daher sind wir nicht typisch, auch wenn wir uns als Cis-Het-Pärchen tarnen könnten (aber nicht wollen). Wir haben ein aktives Sexleben, das allerdings nie "traditionell" (vanilla, "genitalpenetrativ") war und sich seit Beginn meiner HET auch noch wieder verändert, aber nicht zum schlechteren.

Also nach meinem eigenen Empfinden ja, kuscheln, spüren, geniessen nimmt zu, der Drang zu schnellem Triebabbau nimmt ab. Ich persönlich finde das sehr angenehm. Aber: Der Gag bei empfindungsverändernden Medikationen - und Hormone sind das zu einem gewissen Teil - ist ja, dass dir der Zustand ganz normal vorkommt. Dass dir dieses Empfinden ohne Hormone nicht erstrebenswert erschiene, kommt dir dann gar nicht mehr in den Sinn. Allerdings kann man auch fragen, ob der Zustand vor den Hormonen irgendwie besser war.

Meine persönliche Messlatte sind eigene Zufriedenheit und Glücksempfinden. D.h. gibt es irgendwelche Defizite oder Schmerzpunkte im Leben, in der Beziehung, im Job. Da gibt es mMn keine Pauschallösungen. Ob Hormone, Blocker, Wohnungswechsel, Personenstand, andere Partnerschaftslösungen muss man selbst und aus dem aktuellen Kontext entscheiden. Vielleicht ist der Genderkram auch nicht die wirkliche Ursache, sondern eher irgendwelche Prägungen, Verletzungen, Glaubenssätze, die man sich irgendwo eingefangen hat. Ich finde auch idealisierte Fernziele als einzige Fixpunkte nicht sonderlich hilfreich. "Wenn ich erst (in ferner Zukunft) _X_ erreicht habe, wird alles toll sein". Klappt meist nicht.

Mein Bunny und ich fahren von je her gut damit, über unser eigenes Empfinden und Probleme offen zu reden. Dann ggf in kleinen Schritten Anpassungen vornehmen und beobachten, ob es sich in die gewünschte Richtung entwickelt.

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