AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"
AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr" - # 2

Informationen, Termine und Artikel zu Transsexualität und Transidentität
Forum-Diskussionen transsexueller Menschen; Peerberatung
Unterstützung der Forderung: Verzicht auf die Zwangsgutachten!
Antworten
Tatjana_59
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2281
Registriert: So 1. Jan 2012, 20:07
Geschlecht: Frau
Pronomen: Sie
Membersuche/Plz: 86343
Hat sich bedankt: 2038 Mal
Danksagung erhalten: 1160 Mal
Gender:

Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 16 im Thema

Beitrag von Tatjana_59 » Fr 23. Feb 2018, 07:41

Ich muss und möchte Michi einfach recht geben.
Wenn ich auch keine Zahlen/Statistiken kenne, so bin ich doch überzeugt davon das in den allermeisten Fällen das erreicht wird was erreicht werden sollte. Die Menschen nach ihre Transition zufrieden sind.
Ausnahmen/ Einzelfälle wird es immer geben wo es nicht so lief. Noch weniger Fälle vermute ich sind diese die dann sagen ich hab alles falsch gemacht.
Es kommt natürlich auch viel auf die eigene Erwartung an.
Ich bin mir vollkommen bewusst darüber, war es schon vor meiner finalen Op, dass ich nie als Supermodel, durchgehen werde, dass ich egal wie gut geschminkt und hergerichtet häufig als "ist das jetzt Mann oder Frau?" gelesen werde.
Mein Spiegel lügt mich nicht an.
Ich habe weiter oben schon mal geschrieben in Bezug auf Spiegel und Perücke. Magdalena beschreibt es im vorigen Post ähnlich.
Ich war mir selbst fremd im Spiegel, also lies ich die Perücken weg, natürlich auch dank meines super Haarwuchs.
Eine Gesichts Op würde deshalb auch für mich nie in Frage kommen, denn ich wäre nicht mehr ich.
Ich glaube einfach dass sich einige TS, gerade auch etwas ältere zuviel erwarten. Dass dann Unzufriedenheit aufkommt, sogar mit dem Gedanken alles falsch gemacht zu haben ist dann nicht außergewöhnlich.

Kleines Beispiel Partnerschaft:
Viele meinen wenn sie komplett sind finde ich endlich meinen Partner der mich dann nicht ablehnt.
Es gibt ja doch einige wo es tatsächlich klappt. Bei weitem nicht alle, sie werden als nicht biologisch geborene/r Frau/Mann abgelehnt.
Es beginnt ein Kreislauf der Unzufriedenheit.

LG Tatjana

Jenina
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 349
Registriert: Sa 26. Aug 2017, 10:45
Geschlecht: männlich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Jena
Membersuche/Plz: Jena
Hat sich bedankt: 59 Mal
Danksagung erhalten: 321 Mal
Gender:

Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 17 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 23. Feb 2018, 07:50

MichiWell hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 00:01
...
ich bin etwas verwundert, dass du mir grad das um die Ohren haust, was doch bisher zwischen uns Konsens ist.....
Michi, entschuldige nochmal das das so bei Dir angekommen ist. Ich wollte Dir nix um die Ohren hauen, ich haue nähmlich niemals weil ich eine gaaanz Liebe bin. :oops:

Natürlich haben wir Konsens in der Sache, auch wenn ich die Wichtung etwas anders sehe. Das Ist keine Schlechtrednerei sondern nur vorsichtiger, warnender Hinweis. Denn man kann mit seiner eigenen Gesundheit nicht vorsichtig genug sein.

Jenina
Disclaimer: Dies ist eine persönliche Meinung, sie ist möglicherweise inkompatibel mit Deinem Glauben/Lifestyle/Parteiprogramm!

Anke
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1021
Registriert: Mo 2. Jun 2014, 17:14
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Waldenbuch
Membersuche/Plz: Waldenbuch bei Böblingen
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 1006 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 18 im Thema

Beitrag von Anke » Fr 23. Feb 2018, 09:05

Hallo,

solche Fälle sind für mich ein deutlicher Beleg, dass das im TSG definierte Verfahren völlig ungeeignet ist. Statt eines "Torwächters" in Form der beiden Gutachter wäre es viel wichtiger, Transsexuelle kompetent zu begleiten und zu unterstützen. Es gibt eben nicht den einen richtigen Weg, sondern jede muss ihren eigenen finden und das ist richtig schwierig.

Dazu gehört eben auch eine gute Erwartungshaltung zu entwickeln. Von meiner eigenen Transition kenne ich das auch. Da gibt es natürlich Wünsche, Möglichkeiten, Grenzen und die unterschiedlichsten Informationen und das muss alles sortiert und eingeordnet werden. Mit einer professionellen Hilfe, die diesen Namen auch verdient, geht das deutlich besser.

Liebe Grüße

Anke
Sentio ergo sum. - Ich fühle, also bin ich.

Les femmes sont fortes quand elles sont feminines. (Coco Chanel)

MichiWell
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 2358
Registriert: Mo 19. Dez 2016, 09:45
Geschlecht: Teilzeitfrau
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: Leipzig - Chemnitz - Gera
Hat sich bedankt: 1052 Mal
Danksagung erhalten: 1538 Mal

Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 19 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 23. Feb 2018, 11:59

Jenina hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 07:50
nur vorsichtiger, warnender Hinweis. Denn man kann mit seiner eigenen Gesundheit nicht vorsichtig genug sein.
Auf jeden Fall. Ich würde nie auf die Idee kommen, anderen die körperliche Transition als den ultimativen, einzig glücklichmachenden Weg zu empfehlen. Maßnahmen, die nicht wieder rückgängig zu machen sind, müssen auf jeden Fall wohl überlegt sein. Dafür bedarf es mehr professioneller Begleitung, anstatt sich zu sehr auf Selbsthilfegruppen zu verlassen.

Und da komme ich zum Beitrag von Anke:
Anke hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 09:05
Es gibt eben nicht den einen richtigen Weg, sondern jede muss ihren eigenen finden und das ist richtig schwierig.
[...]
Mit einer professionellen Hilfe, die diesen Namen auch verdient, geht das deutlich besser.
Das ist ein großes Problem unseres aktuellen Systems. Und das betrifft nicht nur den vergleichsweise "kleinen" Bereich Transidentität, sondern genau so die Betreuung von Alten und Kranken im Allgemeinen.

Wir stecken einen immensen Aufwand darin hinein, Gutachten zu erstellen, Bedarfe zu ermitteln, sie bis ins kleinste Detail zu splitten und zu bewerten, Anspruchsberechtigungen genauestens zu reglementieren und in einem Dschungel der Zuständigkeiten zu verorten. Es wird jeder Scheiß dokumentiert, als ginge es dabei um Staatsverträge.

Aber um die Menschen selbst wird sich viel zu wenig gekümmert. Dafür ist dann kaum Zeit und nur noch wenig Geld übrig.
Unser krankes System verwaltet in erster Linie das Leid und Elend der Menschen, anstatt es zu lindern.



Das war mein "Wort zum Sonntag". :cry:


Michi
Zuletzt geändert von MichiWell am Fr 23. Feb 2018, 13:29, insgesamt 1-mal geändert.
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

Daenerys Targaryen
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 647
Registriert: Mo 3. Nov 2014, 19:37
Pronomen:
Membersuche/Plz:
Hat sich bedankt: 307 Mal
Danksagung erhalten: 690 Mal

Re: AUGSBURGER: Frau wollte Mann werden: "Ich erkenne mich im Spiegel nicht mehr"

Post 20 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Fr 23. Feb 2018, 12:45

Anke hat geschrieben:
Fr 23. Feb 2018, 09:05
(…) solche Fälle sind für mich ein deutlicher Beleg, dass das im TSG definierte Verfahren völlig ungeeignet ist. Statt eines "Torwächters" in Form der beiden Gutachter wäre es viel wichtiger, Transsexuelle kompetent zu begleiten und zu unterstützen. Es gibt eben nicht den einen richtigen Weg, sondern jede muss ihren eigenen finden und das ist richtig schwierig.
(yes)
Genau so sehe ich das auch. Leider schwankt die Qualität der Beratung von TS immer noch zwischen ausgezeichnet und absolut katastrophal. Ich kenne Theras, die haben Plan und machen eine gute ergebnisoffene Begleitung. Andere nehmen TS zwar halbherzig an, schreiben aber am Ende nicht mal die dringend notwendigen Gutachten. Und in der Peer-Beratung sieht es ähnlich aus. Da landen mangels Alternativen zuweilen Leute in den Kursen, die man eigentlich nicht guten Gewissens auf andere Betroffene loslassen kann. Passiert aber dann leider doch, weil besser geeignete Mitstreiter_innen fehlen.

Was wir brauchen ist mehr Engagement für eine bessere Aufklärung auf allen Gebieten, die TS betreffen. Davon werden am Ende alle profitieren und die Zahl derjenigen, die durch unklare oder falsche Erwartungen und das Resultat unglücklich werden, wird sich verringern.

LG Daenerys

Antworten

Zurück zu „Transsexuelle Menschen: Transsexualität - Transidentität“