Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität
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Anne-Mette
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Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mi 15. Nov 2017, 11:16

Moin,

die Info gibt es hier: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... squalitaet

Gruß
Anne-Mette

VanessaL
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Re: Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 2 im Thema

Beitrag von VanessaL » Mi 15. Nov 2017, 12:37

Hallo,

vielen Dank für die Verlinkung des Artikels ...
Ich interpretiere das mal für mich so:
Grundsätzlich ist eine angleichende Operation sinnvoll, gut und wichtig, wenn im Vorfeld genau hingeschaut wurde. Aber es ist eben auch nicht das Alljeilmittel und es stellt sich die Frage, ob mit steigenden Operationszahlen nicht auch die Zufriedenheitsrate nach unten geht. Eine OP sollte auf keinen Fall eine Modeerscheinung werde - meine ich Laienhaft. Das Innere muss das Äußere führen ... nicht der Wunsch nach einem äußeren Merkmal das Innere überfahren ...

Liebe Grüße
VanessaL

Drachenfrau
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Re: Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 3 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mi 15. Nov 2017, 15:28

Hallo Ihr Lieben,

liest man sich diesen Artikel über die Studie mal nicht nur mit dem Fokus Trans*/OP-ja-nein durch, sondern legt das Augenmerk mal generell auf die Lebensqualität als Mensch/Frau - dann könnte einem doch dies ins Auge stechen:
Die psychische Lebensqualität bewerteten transidente Probandinnen mit 47,79 Punkten im Vergleich zu nicht transidenten Menschen mit 52,25 Punkten von maximal 100 Punkten aber auch nach einer Operation noch signifikant schlechter.
Es hat mich erschreckt, dass da 52,21 bis 47,75 Punkte auf 100 FEHLEN.
Die Lebensqualität zwischen den transidenten Probandinnen und nicht transidenten hat einen Unterschied von 4,46 Punkten.

Haben die denn wirklich eine Ahnung von Menschen überhaupt?

Der Drache, der den Kopf schüttelt und die Welt nicht mehr versteht.

ab08
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Re: Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 4 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 15. Nov 2017, 16:12

Liebe Ulla,

das die Steigerung so gering ausfällt, liegt am technischen Aufbau dieser Statisik, wie Lena in Ihrem Kommentar zu Recht anmerkte. (Bin ja Mathematikerin :wink: )
Es wurde nicht nur das Körperliche betrachtet, sondern auch Sozialbeziehungen usw. mitgezählt. "Lebensqualität als Mensch" - Ein systematischer Fehler dieser Studie, denn es ändert sich ja nur körperlich was, sonst ändert sich ja nix. --> Wenn man sich auf das rein Körperliche beschränkt hätte, wäre das Ergebnis sicher deutlicher.
(So wird der eigentliche Kern künstlich klein gerechnet.) :wink:

Ich fühl mich in körperlicher Beziehung jetzt jedenfallls sehr wohl.
d.h. aber nicht, dass ich heute nirgends (durch die Transsexualität bedingte) Probleme hätte...

Liebe Grüße
Andrea

ACHTUNG: Trotzdem warne ich ausdrücklich vor Euphorie (Danke für Deinen Hinweis, liebe Vanessa!!) - Die GAOP ist nur da sinnvoll, wo sie wirklich unverzichtbar ist! - Jede/jeder sollte sich das im Vorfeld genau überlegen und sich für die Entscheidung Zeit lassen. :!: :!: :!:
Zuletzt geändert von ab08 am Mi 15. Nov 2017, 19:04, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 5 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mi 15. Nov 2017, 18:16

Liebe Andrea,

ich danke dir für die ausführenden, erklärenden Zeilen und dafür, dass du dich mit meiner Antwort auseinander gesetzt hast.
Sicher, hast du recht, schaut man sich allein auf dieses Thema die Fakten an. Da kann ich dir nur zustimmen.

Das, was ich jedoch meinte, war, dass man für alle einen Maßstab von 100 Punkten ansetzte und mal nach oben und nach unten gerundet - schlicht 50 Punkte fehlen, um wirklich sagen zu können, Menschen hätten Lebensqualität.
(Diese liegt für mich bei 80 +, wenn man von der Relation ausgeht)

Ist es also in Ordnung, dass Frauen, egal ob trans* - oder nicht, bei rund 50 Punkten landen? Wenn doch 100 ausgelotet werden könnten.

Und noch einmal - ja - in Bezug auf die Op. Diese allein hilft einem transidenten Menschen nicht bei sich selbst ganzheitlich anzukommen. Darüber hatten Denies und ich stundenlange Gespräche, auch jetzt wieder am Wochenende, da ja nun das Thema GaOp (bei Dr. Liedl waren Montag Vorgespräch und Voruntersuchungen gelaufen) eine größere Präsenz als bisher eingenommen hat.

Wünsche dir einen schönen Abend, viele Grüße, Ulla

ab08
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Re: Ärzteblatt: Genitalangleichende Operation verbessert die Lebensqualität

Post 6 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 15. Nov 2017, 19:14

Liebe Ulla,

wie man eine Skala ansetzt, ist natürlich immer die Frage... :wink: -> Also, was Null bedeutet, ob 50 Punkte viel sind oder erst 80 Punkte, ob 100 Punkte überhaupt erreicht werden können oder als Grenzwert zu sehen sind... --Wenn es, vgl. Temperatur negative Werte gäbe, wären 50 Punkte eventuell ziemlich viel.
Allerdings, ich muss jetzt ehrlich gestehen :oops: , bin ja Mathematikerin, darüber dachte ich überhaupt nicht nach. :oops:
Mir als Mathematikerin ist das halt ziemlich wurscht ... Ob die Skala logarithmisch oder linear ist, ob der Nullpunkt verschoben wurde, das sind ohnehin nur Äußerlichkeiten. --> In der Regel hängt es damit zusammen, ob der Autor was betonen oder was verschleiern will.
Allerdings das Verschleiern funktioniert nur bei Menschen, die nicht öfter mit sowas Umgang haben. :wink:
Natürlich, Deine Kritik ist da völlig berechtigt, spielt genau das in der Außenwirkung die wesentliche Rolle...
(Daher haben viele Mathematiker mit ihrem Spezialgebiet ein heftiges Kommunikationsproblem) :lol:

:oops: Aber, wie gesagt, Entschuldigung, darüber dachte ich eigentlich nicht nach
--> Den Namen reparierte ich gleich, auch dafür bitte ich um Nachsicht! :oops:

Liebe Grüße
Andrea )))(:

P.S. Medizinische Statistiken sind, aus mathematischer Sicht, ohnehin häufig mit Vorsicht zu genießen. (Es liegt auch daran, dass die Sachverhalte in der Regel hochkomplex sind. /Damals war ich mit Korrekturlesen befasst./ - Die Qualität ist jedenfalls, aus mathematischer Sicht, sehr unterschiedlich.)
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