Wohin mit Problemen nach der Transition?
Wohin mit Problemen nach der Transition? - # 2

ModeratorIn: Anke

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Alex
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 16 im Thema

Beitrag von Alex » Do 31. Aug 2017, 23:58

Wohin du mit deinen Sorgen gehen kannst, da fällt mir leider auch nichts ein, weil zu einem Psychologen gehst du ja schon :/
Ansonsten hab ich grade das im Internet gefunden: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -Pubertaet
vielleicht hast du ja sowas. Wenn sich wirklich überhaupt gar nichts verändert hat, nichtmal irgendwie größere Brustwarzen oder verändertes Hautbild, dann wundert mich das schon.
Ansonsten kannst du da glaub ich echt nur versuchen das Beste draus zu machen. Du bist ja trotzdem eine Frau! :)
Auf jeden Fall, kann ich es jetzt gut verstehen durch deinen letzten Beitrag :/

LG, Alex

Rabea-Marie
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 17 im Thema

Beitrag von Rabea-Marie » Fr 1. Sep 2017, 07:45

Guten Morgen Sternchen!

Ich habe keinerlei Erfahrung mit Psychlogen, Ärzten oder Chirugen in dem Bereich...
Deshalb möchte ich das mal ganz außer acht lassen.
Außerdem hast du das ja eigentlich auch schon alles hinter dir, den ganzen schweren weg den du gegangen bist. Die ganzen Hürden die du schon genommen hast.

Für mich hört sich alles danach an, dass du jetzt etwas ganz anderes brauchst... Undzwar einen Partner, jemand der dir sagt dass er dich liebt, dass du schön bist und ein toller Mensch! Und es muss aufrichtig sein, so aufrichtig dass DU es auch glaubst.
Klar das ist natürlich einfacher gesagt als getan aber man sagt so blöd "auf jeden Topf passt ein Deckel" Aber es stimmt! Es gibt so viele Menschen in so aussergerwöhnlichen situationen die auch Partner gefunden haben. Warum solltet ausgerechnet du keinen finden?

Die Bestätigung die man von seinem Partner bekommt kann kein Psychologe, Familienmitglied oder sonst wer geben...

LG Rabea

Vicky_Rose
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 18 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Fr 1. Sep 2017, 09:19

Du misstraust jedem und allem, weil er/sie/es Dich manipulieren und steuern könnte ?

Das kenne ich in ähnlicher Form auch. Und ich glaube, da ist auch etwas dran. Das Problem: Wenn ich niemandem trauen kann, finde ich auch niemandem, dem ich mich anvertrauen kann.

Ist es so etwas, was in Dir wirkt ?

Du schreibst:
Meine Familie stand und steht immer hinter mir.
Wieso gehst du nicht dann zu Deiner Familie ? Oder traust Du denen auch nicht ? Ich habe den Menschen misstraut, weil sie mich manipulierten. Auch meine Eltern. Aber die Motivation ist bei den Menschen unterschiedlich. Manche wollen etwas von Dir (z.B. dass Du Produkte kaufst), manche beeinflussen Dich, damit Du Dich in einer Weise verhältst, die den üblichen Regeln entspricht. Jeder Austausch mit anderen Menschen ist eine Beeinflussung.
Ist denn völlige Zufriedenheit nicht auch zugleich Stillstand?
Lou Andreas Salomé hat einmal sinngemäß geschrieben, dass das Glück einer Frau in ihrem Frieden liegt. Und hier liegt für mich der tiefere Sinn des Wortes Zufriedenheit. Ich lese hier aber nur von einem Menschen, der das in heftiger Form nicht ist. Warum soll denn eine Entwicklung nicht in Zufriedenheit erfolgen können ? Was Du beschreibst, ist Trägheit. Zufriedenheit kann man als Gegengewicht der Gier sehen. "Zufriedenheit ist die Fähigkeit des Menschen, mit sich selbst und anderen in Frieden zu leben."

Für mich war die entscheidende Frage, wie kann ich mich erkennen ? Woher weiß ich, wer ich bin und was ich wirklich will ? Oder wie Du es ausdrückst: An wenn kann man sich mit seinen Sorgen wenden ? Egal zu wem Du gehst, Du wirst immer eine Antwort erhalten, die von dem geprägt ist, was die andere Person denkt. Es gibt aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit, ganz tief zu sich selber zu finden. Und der Weg geht über sich selber. Du hast schon ganz viele gute und richtige Gedanken genannt, aber sie gehen immer noch am Kern vorbei. Darin sehe ich die Ursache Deiner Unruhe:

Vertraust Du Dir selber ?

Gerade die Frage, dass Du im Äußeren die Antwort auf Deine Fragen suchst, zeigt, dass Du diese Frage wahrscheinlich verneinen musst. Vor einigen Jahren war ich genau an diesem Punkt, wie kann ich lernen, mir selber zu vertrauen ? Wie kann ich meine Wahrheit entdecken ?

Mein Schlüssel war die Erkenntnis, dass andere immer etwas von mir wollten oder dass ich mich so verhalten sollte, wie andere es wollten. Alle wollten nur mein bestes. Aber letztlich sollte ich nur in ihrem Sinne funktionieren. So ging es nicht weiter. Ich musste akzeptieren, dass es einen absoluten Maßstab nicht gibt. Manche sehen ihn in einer Religion, aber da der durch Menschen propagiert wird, ist das auch sehr problematisch. Mich quälte lange die Frage, was ist den mein Maßstab und wie kann ich ihn erkennen ?

Ich musste lernen, an einer Stelle mir selber zu vertrauen. Ich musste blind akzeptieren, dass es eine Instanz in mir gibt, die es gut mit mir meint und die sich um mich kümmert. Gefunden habe ich diese Instanz in meinen Gefühlen. Das ist es, was mich zum Menschen macht und mein Körper ist das körperliche Pendant. Ich habe voller Überraschung festgestellt, dass mir meine Gefühle den Weg weisen können. Ich musste aber zuerst lernen, was mir mir meine Gefühle sagen. Das begann ganz klein. Wenn ich morgens im Bett lag und wach wurde, habe ich mir eine Situation vorgestellt, die definitiv gut für mich ist. Dabei habe ich beobachtet, welche Gefühle sich einstellten und wie sich sich anfühlten. Diese Gefühle musste ich mir merken und im Verlauf des Tages immer wieder auf meine Gefühle achten, ob dieses Gefühl auftrat. Immer dann wusste ich, dass das für mich gut ist. Ich habe das dann mit negativen Gefühlen gemacht. Da muss man aber aufpassen, dass man es nicht übertreibt. Wichtig war, dass ich erkannte, gute von schlechten Situationen zu unterscheiden. Das half, und hilft mir noch, gute Situationen und Menschen zu suchen und schlechte zu meiden.

Ich bin davon überzeugt, wenn mehr Menschen auf ihre wirklichen Gefühle und nicht auf andere Einflüsse,achten würden, würde es ihnen wesentlich besser gehen. Es geht darum, so zu leben, dass es im eigenen Inneren eine positive Rückmeldung gibt. Was, wenn nicht die eigenen Gefühle, kann einem das vermitteln ?
Viele Grüße
Vicky

dunkles_sternchen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 19 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 1. Sep 2017, 14:42

Ich misstraue den Menschen, weil mein Vertrauen zu oft missbraucht wurde.

Gerade in den letzten Jahre wurde da sehr über sie Strenge geschlagen - egal, ob das Geschäftskunden, Freunde oder eben auch Ärzte waren. Ich könnte hier seitenweise Geschichten erzählen, aber das gehört ja nun auch nicht hier. Ich bin aber lernfähig und habe mich entsprechend angepasst - wenn einen dauerhaft über Jahre Optimismus und Vertrauen ins Verderben fahren - wird man anders und irgendwann geht man zwangsläufig davon aus, dass man betrogen wird und Dinge grundsätzlich schief gehen. Und dieses bewusste Zweckeinstellung wird mir auch niemand mehr nehmen.

Gerade auch was die Ärzte angeht, habe ich mein Vertrauen vollständig verloren. Das macht ja einen Großteil meiner Unzufriedenheit aus. Die hätten ja auch gewissenhaft arbeiten können. Wenn ich sauer abgesparte 6000€ in eine Nase investierte, erwarte ich, dass das ordentlich gemacht wird und nicht so scheiße aussieht wie jetzt. Und Du glaubst doch nicht, dass je ein Arzt Schuld eingesteht. Und diese Erlebnisse habe ich in der Transition wie Perlen an der Schnur gesammelt. Mit diesen maßlosen Enttäuschungen wird man irgendwann nicht mehr fertig - ob man damit zum Psychologen geht, zur Familie, Freunde ... und selbst ein Partner.

Das ändert nichts dran, dass man diese Enttäuschungen und Fehlgriffe für sich verbuchen und schlucken muss. Und ich kanns eben nicht. Und wahrscheinlich würde ich mich heute gegen eine Transition entscheiden, einfach um nicht diese massiven Enttäuschungen erleben zu müssen, die den Leidensdruck in keinster Weise mindern, sondern im Gegenteil noch Öl ins Feuer kippen. Ich empfinde tiefe Reue, dass ich mich damals hab so von meinen Gefühlen leiten lassen, von dem innigen Wunsch wirklich Frau zu sein. Ich träume heute auch noch davon. Nur steht zusätzlich ein riesiger Sack Probleme vor mir ... Schmerzen, Depressionen, meine Belastungsstörung, kaputter Hormonhaushalt, und so so vieles mehr ... vielleicht muss ich mich nur mal ausheulen. Helfen kann ja sowieso keiner. Ich muss damit leben ...

Alex hat geschrieben:
Do 31. Aug 2017, 23:58
Ansonsten hab ich grade das im Internet gefunden: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/ ... -Pubertaet
vielleicht hast du ja sowas. Wenn sich wirklich überhaupt gar nichts verändert hat, nichtmal irgendwie größere Brustwarzen oder verändertes Hautbild, dann wundert mich das schon.
Ja, das sprach ich tatsächlich beim Endokrinologen an. Ausgeschlossen hat er es nicht. Es gibt ja nur 2 untersuchte Fälle. Tendenziell geht es aber symptomatisch genau in diese Richtung. Wenn ich meine Hormone absetze, wie damals zur GaOP, passiert gar nichts. Es ist also völlig gleich, ob ich welche nehme oder nicht. Ich bemerke nur die Wirkung von Androcur. Da kannste dann nach 2-4 Wochen warten, dass Pickel kommen und wieder Haare ausfallen. Letztens habe ich gefragt, wieso ich trotz GaOP und Androcur immer noch so hohe Testo-Werte habe. Er wollte mich dann zum MRT schicken, ob ich einen Nebennierentumor habe. Habe aber abgelehnt, da ich bereits 2x beim MRT war wegen Verdacht auf hormonbedingten Hirntumor. Beim zweiten Mal musste ich 200€ draufzahlen, weil die KK das nicht übernahm.

Ich habe keine Ahnung wo das ganze Testo herkommt ... aber man spürt das eben schon deutlich an der Haut, Haare, Talgfluss usw. - aber irgendwie scheint kein Arzt willig zu sein eine Ursache zu finden. Ist denen zu aufwändig, die wollen die schnelle Münze machen mit Standardbehandlungen.

dunkles_sternchen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 20 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Fr 1. Sep 2017, 15:19

Hier vielleicht noch eine gute Info-Seite. Second Type Woman ist sehr bekannt, aber irgendwie im Original offline.
Das scheint eine Kopie zu sein, bis auf paar Bilder aber erhalten ... da habe ich damals auch viel drin gelesen.

http://birthofvenus.tripod.com/index.htm

Andrea aus Sachsen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 21 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Sa 2. Sep 2017, 21:34

.
Hallo Sternchen,
ein nicht uninteressantes Thema sprichst du da an. Viele Betroffenen ziehen sich ja nach ihrer Transition aus Selbsthilfegruppen, Foren und von Stammtischen zurück, weil sie diese Sache für sich abgeschlossen haben und nicht immer wieder damit konfrontiert werden möchten. Ob sie mit dem Ergebnis zufrieden sind oder sich nur mit verbleibenden Unzulänglichkeiten abgefunden haben, sei dahingestellt. Psychologen, die sich mit TS auskennen, müssen meines Erachtens für die Zeit danach nicht unbedingt genauso kompetent sein.
Mehr kann ich dazu leider nicht sagen, nur soviel: Du bist nicht allein! Ich selbst könnte eine lange Liste aufzählen, was mir zu einem perfekten weiblichen Körper alles fehlt. Nach fast zwei Jahren HRT sind bei mir praktisch keine körperlichen Veränderungen sichtbar. Ich schrieb woanders zwar mal was von weicherer Haut, aber der Eindruck kann täuschen, weil ich ja keinen direkten Vergleich habe. Anfangs habe ich wöchentlich gemessen, jetzt nur noch sporadisch. Zwei bis drei Kilo habe ich seitdem zugenommen, nur leider haben diese sich dort abgesetzt, wo ich sie überhaupt nicht hinhaben wollte.
Erschwerens kommt für mich hinzu, dass ich großen Wert auf ein gutes Passing lege, sonst fühle ich mich einfach nicht wohl. Der Gedanke, ein Leben lang dafür mit künstlichen Brüsten, Haaren und Hüftpolstern leben zu müssen, ist in der Tat frustrierend, doch was soll ich machen? Ich kann mir leider keinen besseren Körper herzuzaubern.
Soviel meine Gedanken zu dem Thema. Wenn du möchtest können wir auch gern per PN weiter diskutieren.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

dunkles_sternchen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 22 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Mo 4. Sep 2017, 15:01

Ich möchte es ja nicht unbedingt privat diskutieren, weil dann wieder für andere der Eindruck entsteht, dass niemand Probleme hat. Es geht ja auch ein Stück weit darum Betroffene zu finden und sich gegenseitig auszutauschen und natürlich auch anderen aufzuzeigen, dass die Transition kein Ponyhof und Wunschkonzert ist, sondern wie alles andere Vor- und Nachteile hat. Die wiegt aber für mein Empfinden selten jemand ab und das liegt vor allem daran, dass Nachteile selbst in SHGs und Beratungen usw. zugunsten einer Art Euphorie verdrängt werden. In den meisten Fällen ist der Leidensdruck sowieso so hoch, dass niemand echte, rationelle Entscheidungen trifft. Völlig verständlich. Meine Aussagen: "lieber krepiere ich auf dem OP-Tisch, als noch einen Tag weiter so zu leben" ...

Dennoch stehe ich nach wie vor zur Entscheidung. Sie war richtig, denn man muss immer die Chancen ergreifen, die einem geboten werden. Kein Arzt der Welt kann dir sagen, ob die Transition gut verläuft, alles funktioniert oder man eben da irgendwie Pech hat. Viele scheinen ja durchaus mit sich und den Ergebnissen klar zukommen. Und sicherlich ist das auch immer vom eigenen Anspruch abhängig, inwieweit man etwas akzeptieren kann. Wir rutschen (mir) sehr, sehr schnell immer in das Attribut "perfekt". Realistisch gesehen dürften die meisten Transmädels bereits weit, weit weg von "durchschnittlich" sein ... - allein eben schon der Körperbau verhindert im Grunde, dass man jemals in puncto Figur wirklich weiblich wirkt, eher androgyn.

Kommt immer halt auch drauf an, ob dann die Hormone das Fett an die richtigen Stellen schieben, Muskelstruktur ändern und man so ein wenig die Kurve bekommt oder im Grunde körperlich einfach aussieht wie schon immer: männlich. Daran wird dann leider, leider auch keine Brust- bzw. GaOP was ändern - klinisch gesehen, steht man da eher zwischen den Stühlen und vereint männliche und weibliche Merkmale. Und dann davon zu reden, dass man "keinen perfekten Körper" hat, erachte für sehr, sehr an den Tatsachen vorbei. Eindeutigkeit würde ja schon reichen, aber gerade bei älteren TS (>30) dürfte alles andere, als Eindeutigkeit vorliegen. Und genau das ist es, was mich extremst stört ... mit der richtigen Fettverteilung und irgendwie auch einer anderen Hautbeschaffenheit sähe das schon vollkommen anders aus.

Sicher kann man durch Klamotten viel kaschieren und da siehts dann keiner. Wenn man nen Rock trägt und bisschen nach Frau ausschaut, hat man im Alltag keine Probleme ... es geht mir ja auch nicht ums "Passing". Aber in ein Schwimmbad würden mich keine 10 Pferde bekommen und beim Arzt schäme ich mich auch, wenn ich mich entkleiden muss. Da brauche ich nix sagen und der weiß, was los ist und Angleichung hieße für mich ganz klar, dass man sicher keine supersexy 90-60-90 bekommt, aber eben auch für einen Arzt deutlich weiblich erscheint.

ab08
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 23 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 4. Sep 2017, 16:05

dunkles_sternchen hat geschrieben:
Mo 4. Sep 2017, 15:01
..., aber gerade bei älteren TS (>30) dürfte alles andere, als Eindeutigkeit vorliegen. ...
Hallo Sternchen,

dass z.B. auch bei mir optisch durchaus Ambivalenz (irgendwo zwischen männlich und weiblich) da ist, da geb ich Dir natürlich Recht. (yes)
Nur, da bleibe ich engagierte Lehrerin, genau das ist etwas, was ich durchaus begrüße. -> Im Berufsleben war mein Ziel, Schüler zum Nachdenken zu bringen, nicht stets auf den ausgetretenen Pfaden zu bleiben. Wenn ich heute, durch meine Erscheinung, eventuell manchmal meine Mitmenschen stutzig mache und dazu bringe, nachzudenken, freut mich das sehr. -> Bin ja pensioniert, in verschiedenen Bereichen Aktivistin, so bin ich weiterhin nützlich für die Gemeinschaft :wink:
Kaschieren etc. das machte ich nie. - Im Gymnasium kleidete ich mich angemessen. - Heute so, wie ich mich wohlfühle. (Ich schminke mich z.B. nie, denn das mag ich nicht.)

Liebe Grüße
Andrea

P.S. Meine GAOP war gründlich überlegt. - Das CO war z.B. fast ein Jahrzehnt vorher. - Ich machte die GAOP für mich, weil ich mich so wohler fühle.
Nachtrag -> Zu meinem Profilbild: Photograph + Photoshop, das bewirkt viel. Die Bilder in der alten Galerie hier im Forum, im Netz, und das eine bei facebook sind realistischer. :wink:
Ergänzung in eigener Sache:
Gerade steht bei mir wieder ein Klassentreffen an. - Meine alte Mail-Adresse, die auf den männlichen Namen lautete, behielt ich nach dem CO, damit ich gefunden werde. - Aber letztes Jahr kam WLAN etc. - In dem Zusammenhang entfernte ich nun alle alten, überholten Daten. - Die menschliche Bequemlichkeit ist groß, aber das ist mir nun egal - Einige müssen jetzt trotzdem endlich die "neuen" Daten verwenden, die ich beim letzten Mal weitergab, oder sie erwischen mich nicht mehr.
:lol:
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

Ninakadin
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 24 im Thema

Beitrag von Ninakadin » Mo 4. Sep 2017, 16:43

Hallo Sternchen,

da wo Du wohnst, fahre ich jeden Morgen zum Arbeiten hin, und zwar mit der U-Bahn. Da habe ich Zeit, mir die Menschen anzuschauen, insbesondere die Frauen. Wie sehen die aus, was tragen sie, wie sind sie geschminkt, usw. Und natürlich schaue ich mir auch die Figur an. Und mal ganz ehrlich, da läuft einfach alles herum, ein Schema-F für Frauen gibt es nicht! Wenn man von den Damen nur den Umriss sehen könnte, und von mir auch, ich würde da nicht durchfallen (und Du auch nicht).
Natürlich habe ich ein breiteres Kreuz, als die meisten, natürlich ist mein Hüftumfang kleiner als bei den meisten Frauen, aber es gibt viele Abweichungen, also auch Frauen mit zierlichem Po oder Sportlerinnen mit breitem Kreuz vom Tennis- oder Handballspielen. Da klingeln bei niemandem die Alarmglocken, das bildest Du Dir ein, weil Du eine andere Erwartungshaltung an die HRT hattest.

LG,

Nina

dunkles_sternchen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 25 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Mo 4. Sep 2017, 17:23

Wie ich bereits mehrmals erwähnte, hat sicherlich jeder andere Erwartungen an sich und an seinen Körper. Meine Erwartungen waren einfach Veränderungen. Ich meine, darum ging es doch irgendwie bei der HRT oder habe ich da was falsch verstanden? Sicherlich habe ich Muskeln verloren, weil mein Testosteron durch das Androcur ja nur noch 10tel des Spiegels von damals hat, ich musste auch den Sport aufgeben ... klar, verliert man dann Muskelmasse. Für mich hat das aber nicht unbedingt etwas mit Weiblichkeit zu tun.

Und sicherlich gibt es immer Ausnahmen bei Frauen, das räumte ich ja bereits ein. Ich bin aber kein Mensch, der von Ausnahmen auf die Regel schließt. Und wenn ich unterwegs bin, sehe ich 80% Menschen, wo ich auch in der Silhouette erkennen würde, ob Männlich oder Weiblein ... gut, klar, wenn jemand stark übergewichtig ist, nützt auch eine breite Hüfte nichts. Davon gehe ich aber nicht aus, sondern von Menschen wie meine Mom, Schwester, Freundinnen ... ich habe tatsächlich auch versucht über 4 Jahre sowas ordinäres wie Hosen zu tragen/kaufen. Ich bekomme keine Jeans für meine Figur, die richtig sitzt. Das sind so Probleme, die jeden Tag da sind. Mir fehlen da gut 10cm Hüfte - das ist immer das gleiche Drama, auch bei Kleidern. Trag ich alles nicht, bekomm nix zu kaufen. Schaut unmöglich aus, wenn der Schnitt überhaupt nicht bisschen auf die Figur abgestimmt ist und ich muss mich ja nicht zum Gespött machen, nur weil ich unbedingt ein Kleid tragen will um mein jahrelang unterdrücktes Frauen-Ego zu kompensieren. Sowas enttäuscht einen dann aber sehr.

Es geht mir hier auch nur um mein persönliches Empfinden. Ich mache das ja nicht für andere, sondern für mich. Und ICH wollte für mich irgendwie weiblich sein. Oder zumindest eine Annäherung spüren. Meine Hüfte hat sich aber keinen Zentimeter verändert. Aus ungeklärten Gründen habe ich seit 2016 mehr als 6kg zugenommen und das ist erwartungsgemäß am Oberbauch gelandet. Da waren auf der Taille und Bauch Ruckzuck 5cm und mehr drauf, am Hintern kein Millimeter ... in dem Tempo hätte es mal auf die Hüfte/Gesäß gehen müssen - das wäre doch mal eine Ansage gewesen ... so halt, wie es bei den meisten Cis-Mädels auch ist.

Und diese Art Erfahrungen durfte ich zu 99% sammeln - im Prinzip hat nichts so funktioniert, wie Ärzte meinten und wie es irgendwie stand. Mein Endo hatte irgendwie immer noch 2 Jahre lang Mut gemacht und dann auch nix mehr gesagt, als einfach nix wollte. Meine Brustwarzen sind zB nur so groß wie 20cent-Stücke ... das schaut unmöglich aus. Das hat doch nix mit Weiblichkeit zu tun. Sowas mag ja andere nicht stören. Ich finds einfach mal mega hässlich ...

dunkles_sternchen
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Re: Wohin mit Problemen nach der Transition?

Post 26 im Thema

Beitrag von dunkles_sternchen » Mo 4. Sep 2017, 17:41

P.S. Und ergänzend muss ich sagen, dass ich ja eine durchaus zierliche Person bin - nicht groß, nicht schwer ... ich wurde früher dafür immer ausgelacht. Da hätte im Grunde wirklich nicht viel gefehlt und man hätte problemlos einen Bikini-Test bestanden ohne bei den Menschen Fragezeichen ins Gesicht zu zaubern. Es ist natürlich um einiges ärgerlicher, wenn man seine Ziele um Haaresbreite verfehlt. Es ist alles zum Greifen nahe und doch so fern.

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