Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?
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emilyrosefrank
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Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 1 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Do 29. Jun 2017, 22:27

Hallo liebe Mitglieder,

ich wollte mich grad in diesem Forum vorstellen, als ich merkte, dass ich mich nicht kurz vorstellen kann ohne über das wichtigste zu schreiben, was ich bin bzw. ob ich Transsexuell bin.

Da der Vorstellungstext kurz sein darf und ich diesen Beitrag auch als Hilfe für mich betrachte, kommt das Thema "Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?" hier ein.

Aber ob ich mich auch wie ein Mann fühle? Hm... ich weiß es nicht. Das einzige womit ich mit meiner Männlichkeit klar komme, ist die sexuelle Befriedigung. Aber das kann ja nur der natürliche Trieb sein. Denn alles andere hasse ich an mir. Die schlimme Körperbehaarung, der nervige schnelle Bartwuchs und der leichte Haarausfall, da kann ich ja froh sein, dass es nicht wie bei meinem Cousin abläuft, der schon mit ca. 20 fast keine Haare hatte und das wäre für mich das schlimmste und kaum ertragbar. Das sehe ich daher als Hinweiß, dass ich vielleicht in einen falschen Körper bin.

Denn seit dem ich mit 25/2015 angefangen habe, geheim die feminine Seite auszuleben und dann im März 2016 angefangen habe, meine kurze Haare lang wachsen zu lassen und das erste Ergebnis im Dezember 2016 bewundert habe und in dieser Zeit ca. 2 Monate auch in meiner Heimat meine feminine Seite ausgelebt habe, kamen mehr Gefühle, als sich nur feminin zu stylen.

Seitdem habe ich immer gewisse Frauen in der Werbung oder Öffentlichkeit bewundert. Nein, nicht aus sexuelle Gründe oder wegen ich liebe sie, ich habe deren femininen Körper bewundert und dann mir vorgestellt, genau so aussehen zu können. Aber in der Realität ist vieles schwerer. Will man wirklich eine Frau sein bzw fühlt sich ein Mann gar nicht wohl, also vielleicht lebt man in einem falschen Körper? Und wieso bist du sexuell zufrieden? Also warum kann man sich normal befriedigen, während besonders viele TS damit ein Problem hatten? Oder war es einfach nur der Unterschied, dass im jüngeren Alter die natürliche Geilheit nicht so stark geprägt ist und wenn man dann mit 16 oder bis 18 Hormone nimmt, dann erleben diese TS ihre männliche Sexualität als Negativ? Für mich die einzige logische Erklärung.

Aber es gab trotzdem schon einige Hinweiße, dass da schon früher mehr war. Schon mit ca. 21, also 4 Jahre bevor ich meine feminine Seite entdeckt habe, hatte ich mal spontan ein Paar Pumps, ein Top und paar andere Dinge online gekauft und sehr selten im Jahr nachts angezogen. Aber das war je die Zeit, wo ich nicht an mich gedacht habe, sondern nur wie andere mich wahrnehmen, wie man am Besten positiv in der Kommunalpolitik rüber kommt, wie man seine erste Selbstständigkeit aufbaut, seine ersten selbstständigen Jahre ohne fremde Hilfe durchziehen kann und dann noch die Freikirche, die ich später verlassen habe, die mich privat nur eingeschränkt hatte und leider besteht mein heutiger Freundeskreis zu 80% aus diesen Leuten. Aber vielleicht war es auch meine Vergangenheit, die mich noch vor paar Jahren sehr beschäftigt hatte. Bis 9 bei meiner Mutter, die sich nicht um mich gekümmert hatte, danach 4 tolle Jahre bei einer Pflegemutter, wo ich heute meine Werte her habe, der Grund wieso ich eine eigene Familie will und danach bis 19/2009 die scheiß Wohngruppe. Da war Ungerechtigkeit Standard. Da war Freiheit und Verantwortung nur begrenzt da. Da galt für jeden das Gleiche, egal ob man vielleicht nicht so dumm ist. Also ich habe die Realschule gemacht, die 80% anderen der Wohngruppe Hauptschule und Sonderschule. Und danach haben sich die Erzieher gerichtet. Wie ich die scheiß Samstag-Arbeit gehasst habe, habe ich meistens nicht mitgemacht. Und dann Handwerk-Arbeit.

Übrigens, schon in der Wohnrguppe, also mit 14 habe ich Damenjeans sehr gerne angezogen, als mir dies bewusst wurde, habe ich es nur in der Freizeit gehabt, schon da habe ich mich von anderen beeinflussen lassen. Auch war ich der einzige, der nie kurze Haare wollte. Naja, viel aus dem Wunsch wurde nicht. Allgemein habe ich schon als Jugendlicher gerne etwas körperbetonte Bekleidung angezogen und das Aussehen war mir immer sehr wichtig gewesen.

Das alles war der Grund für die kommunale Politik in der SPD bis 2015, danach bin ich nun in der FDD, aber nicht mehr aktiv, da ich auch meine Heimat nun hinterfrage, weshalb ich nun nach Mainz umziehe und dann will ich nach der Klärung meines Geschlecht wieder politisch aktiv werden.

Heute habe erkannt, dass meine politische Arbeit nur was ersetzen sollte, die leere Seele bzw die Einsamkeit. In dieser Zeit habe ich vielleicht meinen Charakter kennengelernt, aber eins habe ich nicht gemacht, mich voll und ganz kennenzulernen und einfach sein eigenes Leben zu leben und somit nicht auf die Meinung der anderen zu hören.

Wir kommen nun langsam zum Ende. Ich weiß, es ist sehr viel Text hier. Aber wie soll man als Fremder hier helfen, ob ich im falschen Körper lebe, wenn man die Sache wegen meiner schwierigen Vergangenheit nicht versteht. Denn ich glaube, meine schwierige Vergangenheit ist der Grund, wieso ich erst mit 25/2015 mich mit dem Thema Transseuxell auseinander gesetzt habe und teilweise danach zu leben.

Und man kann es kaum glauben, seit ca. ein Jahr kaufe ich nur noch meine hälfte meiner Unterwäsche in der Männer-Abteilung. Alles andere nur noch die Frauen-Abteilung. Heute war ich das erste Mal alleine in der Frauenabteilung beim Deichmann und Takko gewesen. Und das lustige, die Männerabteilung fand ich nun für mich so fremd und hässlich.

Fazit. Ich ziehe mich nur noch feminin an, vielleicht ziehe ich nur bei manchen Leuten keine Pumps und Ballerina an, aber alles andere bleibt dran. Ich werde mir die Körperbehaarung und den Bart weglasern. Und eigene Brüste in C, da würde ich auch ja sagen. Und schulterlange Haare, das werde ich im Sommer 2018 wahrscheinlich erreichen. Aber will ich Hormone nehmen, meinen Penis abmachen lassen und daher auch eine Frau sein? Das letzte ja, weil ich dann es einfacher habe, als Frau zu leben. Aber im männlichen Körper wie eine Frau aussehen. Damit werde ich mir es nicht leicht machen. Und auf meine Sexualität scheiße ich, da dies mein Leben nicht beeinflusst. Und eigene biologische Kinder, das geht durch Samen einfrieren. Und vielleicht auch besser so für manche potentiale Partnerin, denn nicht jeder ist für fremde Samenspenden offen.

Eins steht auch fest, nach dem ich den Autoführerschein in diesen Monat habe, kann ich nun anfangen nach professionelle Beratung zu suchen, um die offenen Fragen fachlich noch mal zu klären und dann vielleicht den Schritt zu gehen.

Was meint Ihr? Besonders von denen, die den Weg schon gegangen sind.



JaquelineL
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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 2 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Do 29. Jun 2017, 23:30

Liebe emilyrosefrank ;) ,

was Du seist, legen die einen nach Deinem Körperbau fest, andere nach Deinem Empfinden. Ich persönlich gehöre zu letzterer Fraktion und ich habe in Deinem Text den Eindruck gewonnen, dass Du noch einen längeren Weg vor Dir hast... gut, das könnte man schon aus der Frage als solcher schließen. Aber zudem lese ich sehr häufig den Bezug auf Bekleidung und erkenne mich wieder, zu einer Zeit, als ich noch sehr unschlüssig bezüglich meines eigenen Empfindens war. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich dann aber eine völlig neue Dimension meiner eigenen Zuordnung für mich entdeckt. Und diese war dann überhaupt erst die Grundlage für meine (Fremd-)Diagnose als TS.

Was bedeutet das nun für Deine Frage? Dass ich keine Antwort habe. Aber eine Empfehlung: Gehe weiterhin in Dich und finde Dich und vor allem: Lasse Dir Zeit. Versuche, Dich völlig von den Vorstellungen anderer zu lösen (auch von der Menge der Vorstellungen hier im Forum) und *Dein* Empfinden zu ergründen. Vieles von dem, was ich in Deinem Beitrag lese, kommt mir bekannt vor, aber diese Einschätzung hat eigentlich keine wirkliche Relevanz für Dich. Zu verschieden sind die möglichen Wege und für jedes "ich habe schon als Kind mit Puppen gespielt und Rosa geliebt" gibt es ein Beispiel für eine Person, die dennoch "völlig Mann" ist.

Und auch wenn das hier nicht der Vorstellungs-Thread ist: Herzlich willkommen! Hier sind so viele Meinungen vertreten, dass du vermutlich nicht einseitig beeinflusst werden wirst ;)

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 3 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Fr 30. Jun 2017, 00:05

Hallo Jackie,

vielen Dank für deine Antwort. Für ist beides wichtiges, der Körperbau und das Empfinden. So bin ich auch persönlich. Auf der eine Seite ist mir Mode sehr wichtig, also das Aussehen, aber auf der anderen Seite auch der Charakter. Wieder zurück zum Thema.

Ich glaube auch, dass ich noch einen Weg vor mir habe. Da ich aber sonst als zielstrebiger Mensch bekannt bin, der weiß was man will, kam ich am Anfang damit nicht klar, also keine Klarheit und Ziel zu haben. In der Zwischenzeit habe ich durch meine Selbstständigkeit gelernt pragmatisch und unkonventionell vorzugehen. Daher habe ich mich entschieden zumindest die ersten Schritte für einen weiblichen Körper zu unternehmen. Also die SHL-Laserhaarentfernung für Körperbehaarung und Bart, sowie schulterlange Haare und langsam sich immer femininer in der Öffentlichkeit zu verhalten. Achte nun umso mehr wie ich mich bewege. Wie ich rede. Und versuche nun einfach Frauen und Gleichgesinnte zu finden, mit denen ich mich über Mode, Styling, Transgender usw reden und unternehmen kann. Bis alle genannten Maßnahmen abgeschlossen sind, haben wir je Sommer/Herbst 2018. Dann werde ich auch schon ein halbes Jahr in fachliche Behandlung sein. Viele Fragen geklärt sein. Und sehr wichtig, bis dahin ein neues Umfeld in Mainz bzw halt neue Kontakte und Freunde haben. Und sollte ich dann die Entscheidung treffen, wäre alles optimal vorbereitet.

Eins weiß ich aber schon jetzt, sollte ich den Weg gehen, dann nur richtig mit allen Mitteln und finanzielle Ressourcen. Dann muss ich entscheiden, welche OP's ich mache, die nicht grad tödlich sein können. Aber bis dahin, wird noch Zeit vergehen, bis ich mich um das Thema beschäftigen muss. Erst mal muss ich über mich selbst im klaren sein.

Aber eins hat mich halt unsicher gemacht. Wieso ich erst mit 25 auf die Idee kam, dass ich vielleicht Transsexuell bin und in der Vergangenheit kaum Indizen dafür hatte. Ich meine, ich habe als Kind und Jugendlicher zu 80% normal ausgesehen und sah nicht wie ein halbes Mädchen aus, wie es bei den meisten Transsexuelle der Fall war. Aber vielleicht lasse ich mich vom Fernsehn nur von den guten Fällen blenden. Aber man muss auch sagen, dass die meistens tolle Eltern hatten bzw mindestens eine Person sehr früh erkannt hat und gefördert hatte.

Glaubst du, meine schwierige Vergangenheit hatte die ganze feminine Entwicklungen einfach nicht zugelassen und kam erst, als ich im Kopf wieder frei war und lernte das eigene Leben zu leben?

Danke, freue mich hier mehr zu schreiben, also auch in den anderen Threads. So jetzt muss ich langsam ins Bett.

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 4 im Thema

Beitrag von -Mia- » Fr 30. Jun 2017, 11:31

Hallo Emilyrosefrank,
es ist gar nicht so ungewöhnlich das man es erst später fest stellt das man vielleicht Transident ist. Ich war 35 als ich es so richtig festgestellt hatte. Meine Eltern waren sehr Konservativ und habe es so gesehen nie zugelassen das ich meine Weibliche Seite in der Jugend schon ausleben durfte die auf jeden fall vorhanden war. Aber ich möchte dir jetzt hier nicht meine ganze Lebensgeschichte erzählen ,das würde doch den Rahmen sprengen :roll:
Was mir letztendlich geholfen hat war das ich mich eine lange zeit mit mir selber beschäftigt habe und einfach mal mein ganzen Leben Revue passieren ließ , das ganze hat bei mir ca. 3,5 Monate gedauert , aber da wusste ich genau was mit mir los war.
Das mit dem Lasern kommt mir sehr bekannt vor :D .... Such dir auf jeden fall mal einen Therapeuten der sich mit Transidentität aus kennt und du wirst sehen auf welchen Fad du dich begeben wirst.
Ich wünsche dir viel kraft und es wird alles gut :wink:

LG Mia ))):s
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum.

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Fr 30. Jun 2017, 13:39

Jackie und Mia haben ja schon die wichtigsten Punkte angesprochen. Für dich ist auch positiv, dass du in eine neue Umgebung ziehst. Vielleicht kannst du dann dort schon dein neues Leben als Frau gestalten und auch dementsprechend auftreten? Nur übereilen solltest du gar nichts. Denn mit deinen 25 Jahren gehörste hier sicher zu den jüngeren userinnen. Also Eile mit Weile. Jedoch nicht beim Aufsuchen prof. Hilfe.
Alles Liebe (he)
Christina

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 6 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Fr 30. Jun 2017, 18:05

Danke für die vielen weiteren Antworten.

@-Mia- gut dies zu lesen, dann wäre zumindest eine Frage für mich eher beantwortet.
Hihi, das mache ich auch, also Zeit nehmen und sich über die Vergangenheit Gedanken machen.
Das werde ich 100%, also eine Therapeutin mit Transidentität-Erfahrung im Bereich Mainz-Frankfurt.

@ChristinaF Sehr viele Punkte schon. Ja ist positiv eine neue Umgebung, aber ich habe je nie richtig zu meiner ländlichen Heimat Hunsrück gepasst. Die Denkweise ist mir total fremd. Habe ich zuletzt bei meinen jungen Fahrlehrer gemerkt, der ca. 30 Jahre alt ist, aber total zur Region passt.

Ich lebe je schon teilweise als Frau bzw ziehe und style mich teilweise immer feminin an. Dazu gehört der Nagellack, das Gesicht-Make-Up und Haarstyling. Als nächstes will ich ab Mainz immer Ballerina und Pumps anziehen, hier fehlt mir der Mut bzw mache es sehr selten. Wenn ich dann in Mainz lebe, dann überlege ich allgemein mehr feminin zu werden, also einfach als Frau zu leben.

Naja, also jung mit fast 27 finde ich mich nicht bzw wenn ich sehe, wie viele mit 16 bis 20 ihren TS-Weg einschlagen. Ich muss nun über viele OP´s den Nachteil wieder gut machen, da meine männliche Hormone meinen Körper geprägt haben. Denn auf keinen Fall will ich männliches Aussehen haben, wenn ich den TS-Weg einschlage.

Britt
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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 7 im Thema

Beitrag von Britt » Fr 30. Jun 2017, 18:23

Hallo Emily-Rose,
das klingt zwar jetzt ein bisschen blöd, aber man kann auch beides sein. Das hängt immer davon ab, von welchem Standpunkt man das Ganze betrachtet. Ich selbst habe mit 14 Jahren oder so erfahren dass es so etwas wie eine HRT gibt, und wollte diese. Mein Leben aber vom Auftreten her immer eher Androgyn. Naja, vom Alter her bist du auch eher Jung. Ich habe mich erst mit knapp 50 getraut mein Weg zu gehen.
Wie schon meine Vorgänger geschrieben haben, du musst herausfinden wie du dich wohler fühlst. Wohin die Reise hingeht Transsexuell, Transvestit, Crossdresser …. wird sich dann schon zeigen.
Ich würde an deine Stelle auch eine SHG aufsuchen. Das Gespräch mit den anderen wird dir mehr helfen als das schreiben hier im Forum.
Eine Sache noch zu den Kindern. Samen einfrieren klingt zwar gut, können/wollen die meisten aber nicht bezahlen da es zu teuer ist.

Liebe Grüße,
Britt

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 8 im Thema

Beitrag von Steffi Readhead » Fr 30. Jun 2017, 20:32

Bei mir hat es auch erst mit 32 "Klick" gemacht und ich habe gemerkt, dass es eben nicht nur die schönen Sachen sind, die ich gerne anziehe. Wie du bin ich hin- und hergerissen zwischen "weiblich" und "männlich". Ich habe mich gefragt, warum ich nicht schon früher drauf gekommen bin und warum ich nichtmal selbst sagen kann, ob ich als Mann oder Frau leben will?
Ich bin jetzt ein paar mal zu einer Transgruppe gegangen. Es hilft, wenn man mal mit anderen Leuten "normal" über solche Sachen reden kann. Das Witzige: die waren auch verwirrt, warum ich mich nicht entscheiden konnte. :D

Aber ich glaube ich WILL mich gar nicht entscheiden. Ich trage im Moment gar keine Männersachen, außer T-Shirts, gehe aber trotzdem mit ("Damen-") Hosen, langen Haaren und Glitzerarmband als Mann durch. Mit Rock und Brustpolster dann eher als Frau.
Ich lasse es langsam angehen und probiere verschiedene Sachen aus. Dabei hilft es mir ungemein mit meiner Frau und Freunden zu reden. Allen anderen scheint es im Moment Wurst zu sein. Hat mich auf jeden Fall noch nie jemand angesprochen.

Wenn du aber genau weißt, was du willst, dann hast du schon mal mehr Klarheit als ich :wink: .


Eine kleine Formulierungssache zu
welche OP's ich mache, die nicht grad tödlich sein können
: Grundsätzlich ist mit JEDER OP ein Risiko verbunden. Es sind nur manche mit mehr Risiken behaftet. Auch bei Hormonen gibt's nicht nur positive Seiten. Dafür gibt's dann aber auch Beratungsgespräche im Vorfeld.
Machst du etwas nur (nicht), weil du denkst, dass andere es von dir erwarten?
Akzeptierst du dich dann selbst? So wie du bist?

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 9 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Sa 1. Jul 2017, 11:56

Hallo Emily-Rose,

ich finde, dass du mit 27 Jahren bestimmt nicht zu "alt" für den Weg zur Frau bist. Und heutzutage wird auch bei dir eine HRT ganz sicher den gewünschten Effekt bringen. Klar, der Weg wird nicht kurz sein und "Rückschläge" sind auch nicht auszuschließen (u.a. Fragen obs denn richtig ist). Nur eines ist garantiert absehbar. Je älter du wirst umso mehr wirst du es immer wieder bereuen, immer wieder gewartet zu haben.
LG
Christina

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 10 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Sa 1. Jul 2017, 15:51

@Britt Beides sein, klingt auf der einen Seite gut. Aber in der Realität stelle ich mir im Bereich "Familienwunsch" massive Probleme. Also Transvestit und Crossdresser nein Danke. Also ich bezeichne mich ja Androgyn. Im Mode-Bereich waren ja viele androgyne männliche Models später Transsexuell. Vielleicht ist dies auch mein Weg. Also immer voll feminin anzuziehen.

Mit SHG, meinst du was? Bitte lässt die nervigen Abkürzungen weg. Wahrscheinlich irgendwas mit eine Gruppe mit Gleichgesinnte?
Wenn ich nach Mainz umziehe, dann versuche ich Transsexuelle und Gleichgesinnte (die im Alltag feminin angezogen sind) zu finden und mich mit denen zu unterhalten.

Glaube, die Samen einfrieren würden ca. pro Jahr ca. 500 Euro kosten.

@Steffi Readhead Gut zu hören, also der richtige Ansatz in Mainz nach Gleichgesinnten zu suchen. Ich mag es ja gar nicht, also unentschieden zu sein. Normalerweise habe ich immer meine Ziele und verfolge diese. Daher komme ich mit dem Unentschieden beim Thema Transsexuell nicht klar. Aber es wird wie gesagt immer besser.

Damit meine ich, dass ich nur OP's machen würde, die erfahrene Experten auch machen würden, also keine Experimente sondern erfahrene Operationen. Und allgemein ist das Leben mit Risiken verbunden, aber ein Leben das nur sicher ist, ist kein Leben. Wer gewinnen will, muss halt ein bisschen riskieren. So denke ich als Kleinunternehmer bzw liebe die Amerikanische Denkweise.

Und es stimmt, die Hormone haben leider auch ihre Risiken. Und das würde ich dann mit einer Ärztin klären, welche persönliche Risiken bei den Hormonen gibt, ist ja bei jeder Person anders. Und eine geschlechtsangleichende Operation würde ich nicht in Deutschland machen, da die erfahrene Ärzte in diesem Thema in Thailand sind. Hat mal eine erfahrende deutsche Betroffene empfohlen. Denn in Thailand sieht das Ergebnis viel natürlicher aus und da auch mit G-Punkt.

"Die geschlechtsangleichende Operation bei Dr Suporn schlägt momentan mit knappunter 16000 Euro zu Buche. Dazu kommen natürlich Reise-, und Hotelkosten etc.
Trotzdem ist es schwierig sich in Deutschland operieren u lassen wenn man genau weiß, das in Thailand ein besseres Ergebnis erzielt wird - und zwar optisch, funktional und im Bezug auf die Wartung. Denn dank Chonburi Flap erhält die Vagina einen eigenen G-Punkt statt wie bei der penilen Inversion auf die Prostata zu setzen - diese wird im Laufe der Jahre immer mehr Schrumpfen. Ferner ist die Feuchtigkeit meistens sehr gut und damit besteht auch die Grundlage für eine gesunde Scheidenflora - und nach der längeren Heilungsphase bestehen keine Schrumpfungstendenzen (Vaginalaplasie) mehr wie nach der Penilen Inversion. Die Klitoris wird anatomisch richtiger gestaltet und insbesondere die Klitorisschenkel - also die großen Schwellkörper die in Deutschland im Müll landen - rekonstruiert. Wenn man die GaOP möchte führt meiner Einschätzung nach kein Weg an Chonburi vorbei wenn man daran interessiert ist nicht einfach ein drittes Loch sondern eine anatomisch möglichst korrekte Vagina zu bekommen. Die Krankenkassen müssten verpflichtet werden die Kosten für die Operation im Ausland zu übernehmen oder die Methode endlich auch in Europa angewandt werden. Hinzu kommen weitere Kosten für Korrektureingriffe nach minderwertiger ärztlicher Leistung. Klar,man kann auch versuchen die Ärzte zu verklagen und blabla, aber ernsthaft? - http://ninaunnormal.blogspot.de/2017/04 ... fazit.html"

Was meint ihr dazu? Den diese Sache macht mich sehr unsicher, auch weil ich in der RTL2-Doku von 2013 bis 2014 in Tvnow.de (Pay-Konto, https://www.tvnow.de/rtl2/transgender-m ... st/aktuell) gesehen habe, das mit einer OP in Deutschland es selten bei der geschlechtangleichende OP reicht und das würde ich nicht mitmachen wollen.

Also wenn ich den Weg Richtung Transsexuell gehe, dann müssen fast alle männliche Züge wegkommen. Also das steht fest.

@ChristinaF Okay. Aber eine HRT reicht nicht aus, um 100% wie eine Frau auszusehen. Also nicht wenn es nach der Krankenkasse geht (Hormone, Therapie, eine schlechte geschlechtsangleiche Operation und keine Brust-OP) oder habt ihr Erfahrungen, dass die Krankenkasse auch eine Brust-OP bezahlen? Den eine Brust mit Cup A ist ein Witz.

@AnAlle Gibt es hier Leute mit Erfahrungen im Bereich OP's? Wenn ja, was lief gut und schlecht? Und wie hoch waren die Kosten?

Und gibt es hier Leute also Transsexuelle aus Mainz/Frankfurt?

Danke für eure Antworten.

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 11 im Thema

Beitrag von Delfinium » Sa 1. Jul 2017, 16:43

An deiner Stelle würde ich bevor du dich überhaupt entscheidest garnicht erst anfangen über eine Gaop nachzudenken. Klar ist sie das letzte Ziel aber es gibt wichtigere Dinge die im Vordergrund stehen und das bist DU. Fang beim Anfang an, werd wir klar was du willst und wohin du möchtest, danach kannst du schauen wie weit du denn gehen willst. Aber sich über den letzten Schritt soviele Gedanken zu machen obwohl man nichtmal weiß ob man überhaupt den ersten Schritt halte ich für den falschen Ansatz

Es gibt viele TS die garkeine OP machen aber trotzdem glücklich sind. Also würde ich erstmal dein eigenes wohlbefinden in den Fokus stellen und über mögliche Operationen kann man sich ja immernoch Gedanken machen wenn man sich sicher ist diesen Weg auch zu gehen. Aber im moment scheinst du mir doch etwas unsicher, als würdest du nicht genau wissen ob es der richtige Weg dafür ist. Natürlich sollte man so früh wie möglich anfangen für ein besseres Ergebnis und damit man nicht wichtige Jahre seines Lebens versäumt aber es ist auch sehr wichtig 100%ig dahinter zustehen und sich sicher zu sein. :)

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 12 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Sa 1. Jul 2017, 17:21

@Delfinium Ich habe grundsätzlich eine andere Denkweise. Also nicht nur in diesem Bereich, sondern auch in allen anderen Sachen ob privat oder gewerblich. Also ich stelle mir erst mal vor, wie könnte das Ergebnis aussehen und wenn ich das dann weiß, erst dann kommt die Frage "willst du das machen?". Also ich erarbeite mir die Optionen, die möglich sind und dann versuche ich mich zu entscheiden. Da ich nur schwer zur Entscheidung komme, will ich nun mich mit anderen Gleichgesinnten, Bekannten und Experten unterhalten.

Ich habe auch überlegt keine Gaop zu machen, weil die Gaop in Deutschland nicht so perfekt aussieht und meistens korrigiert werden müssen. Auf der eine Seite eine Frau mit Schwanz macht auch privat einige Probleme. Nicht jede Partnerin würde das mitmachen.

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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 13 im Thema

Beitrag von Lina » Sa 1. Jul 2017, 18:55

Hey emiliy

in denem zweiten Post, zweitletzter Absatz schreibst du:

@Glaubst du, meine schwierige Vergangenheit hatte die ganze feminine Entwicklungen einfach nicht zugelassen und kam erst, als ich im Kopf wieder frei war und lernte das eigene Leben zu leben?

Meine Antwort dazu: "JA!"
Naoch meiner Meinung ist das, obwohl als Frage formuliert das Schüssigste, was du in deinen bisher 8 Posts geschrieben hast. Vielleicht sogar das Einzige, was wirklich den Punkt trifft überhaupt. Ich muss gestehen, als ich anfing deine Anffangspost zu lesen dachte ich erst - na klar, dass jemand auf einmal so loslässt und auch klar, dass es etwas durcheinander ist, wenn diese so lange - man könnte fast sagen, in sich selbst eingesperrt war und jetzt anfängt zu reden.

Mein erster Gedanke, als ich nur noch die Headline gelesen hatte war aber, OMFG! noch jemand die UNBEDINGT Bestätigung haben will, ob sie nun dieses oder jenes ist.

Faktum ist nämlich - wenn jemand fragt "bin ich jetzt Transsexuell oder bin ich (nur) ..." und ich dann die Gegenfrage stelle:

"Wenn jemand jetzt sagen würde du seist Transsexuell oder auch (wie du es ausgedrückt hast) Androgyn, was wäre dann deine Konsequenz aus dieser Antwort?
Wenn es heißt "Transsexuell", was wird das an deinem Handeln ändern?
Oder wenn die Antwort ... ist, was wirst du dann künftig tun?"

Der Punkt ist nämlich ganz einfach, dass darauf fast nie eine schlüssige Antwort kommt. Das beweist wiederum, dass eine Antwort auf die Ausgangsfrage auch überhaupt nichts gebracht hätte.

Weil die ganze Transproblematik kurz beschrieben ist doch relativ einfach: Es gibt gesellschaftliche Konventionen und auch angeborene Verhaltensmuster die uns stark tendenziell in Männer und Frauen aufteilen. Meistens stimmt die Psyche der einzelnen mit dieser Einteilung überein. Die nicht-Übereinstimmung hat ein breites Spektrum und keine genauen Grenzen. Ab da gibt es die Möglichkeiten entweder Geschlechterrollenkonform zu leben oder auch nicht. Einige brechen ein wenig aus den Rahmen, bei anderen reicht die Ablehnung so weit bis zur Ablehnung des eigenen Körpers, dass sie weitestgehend geändert werden muss, sonst ist das Unglücklich sein so stark,, dass es zum Tod führt entweder in Form von Krankheiten, die nicht offensichtlich damit zu tun haben, oder durch Selbstmord.

WARUM das so ist oder wie es unmittelbar diagnostiziert wird, kann eigentlich völlig egal sein. Das was WIRKLICH den Unterschied macht, ist wie der oder die Einzlne damit umgeht.

Und damit sind wir wieder bei dir, bzw. bei deiner oben zitierten Frage: Hat es damit zu tun, die eigene Freiheit gefunden zu haben - natürlich hat es damit zu tun. Wenn jemand innerlich weiß, dass wenn sie nicht den Körper weitestgehend verändert, dann stirbt sie, sie entscheidet dann es zu tun und hoffentlich führt es zu einem glücklicheren Leben, dann hat es damit zu tun. Sie ist aus einer von ihr erwarteten Konformität ausgebrochen ...

Und wenn jemand sagt ... "es ist gar nicht so sehr meine primären Geschlechtsmerkmale, die mich stören - ich fühle mich aber in der Männerrolle nicht wohl und kann mindestens zu einem gewissen Grad, vielleicht zeitweise die Frauenrolle leben, also tue ich es", dann hat es auch mit einer inneren Freiheit zu tun.

Was damit NICHT zu tun hat ist: Ich habe soundsoviele Jahre genau das getan, was man von einem Mann erwartet, habe aber heimlich als kind mit Puppen gespielt, später heimlich Damenkleidung getragen, ich bin bestimmt Transsexuell, fange gleich an mit HRT und bestimmt werde ich in zwei Jahren mein Ziel erreicht haben und die GAOP hinter mir haben. NO WAY. Erstens gibt es kein klares Ziel. Es gibt Teiletappenziele im Leben aber kein "jetzt bin ich da, habe das Ziel erreicht" - alles ist eine fließende Entwicklung.
Wer so einfach denkt, wie "jetzt muss ich schnellst möglich eine Expertenaussage über mich selbst haben, dann diese und jene weitere Schritte ... etc." hat da möglicherwese genausowenig Freiheit wie zuvor. Das hat doch wenig mit Freiheit oder Eigenentscheidung zu tun. Was WENN jemand jemand z.B. sagt: Die Männerrolle ist unerträglich, ich werde ab jetzt komplett die Femme sein, ich weiß noch nicht welche Möglichkeiten, dies in meinem Leben öffnet, aber ich probiere es aus, Schritt für Schritt. Ist das Freiheit. Mehr als gleich vor einem sozialen Druck von der Sorte "du bist nur richtig, wenn du operiert bist". Dass das Endergebnis vielleicht trotzdem HRT, GAOP etc. ist - mag sein. Aber dann hat sich die Ausgangsfrage trotzdem erübrigt - dann weiß die Person warum sie es tut und muss nicht fragen, bin ich denn Transsexuell.
Es könnte ja auch sein, dass dieselbe Person nach einigen Jahren sagen würde: OMG es kann genauso unerträglich, Frau zu sein. Ich habe was gelernt und kann mit Beidem umgehen. Und auch wenn die 80% der Bevölkerung nicht kapiert, dass man mit den sozial konstruierten Teilen der Männer- oder Frauenrollen tun kann, was man will, dann tue ich es trotzdem."
Siehst du was ich meine?

emilyrosefrank
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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

Post 14 im Thema

Beitrag von emilyrosefrank » Sa 1. Jul 2017, 19:58

Danke für deine ausführliche Antwort.

Wenn ich dich richtig verstehe, willst du Aussagen, dass ich einfach meine Freiheit ausleben sollte und daher als Frau leben sollte und wenn ich damit nach x Zeiten klar komme, erst dann weitere Maßnahmen wie OP's machen sollte.

Und es falsch wäre von einer Experten eine Antwort zu holen und dann sofort alles zu machen, da man später vielleicht merkt, dass es eine schlechte Entscheidung war, aber dann nicht veränderbar wäre.

Aber es geht mir nicht um die Frauenrolle, sondern um meinen männlichen Körper, den ich größtenteils nicht mag und die männlichen Bekleidung, besonders seitdem ich seit ein Jahr nur noch in der Damensneakers Einkäufe.

Zu mir noch. Ich bin kleiner Unternehmer, also internationaler Buchverlag noch keine eigene Mitarbeiter, noch in der Startup-Zeit und schreibe an eigene Bücher, die bald raus kommen sollen. Will sagen, da macht eine Entscheidung schwieriger. Für meine Büro habe ich die Idee unter meinen Frauen-Namen zu veröffentlichen, dann habe da keinen Druck und habe mehr Freiheiten, also mich privat zu finden.

MichiWell
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Re: Bin ich Transsexuell oder nur Androgyn?

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Beitrag von MichiWell » Sa 1. Jul 2017, 20:38

Hallo Emily,

du schreibst:
emilyrosefrank hat geschrieben:
Sa 1. Jul 2017, 19:58
Und es falsch wäre von einer Experten eine Antwort zu holen ...
Ohje! Ich habe das Gefühl, du hast da ganz falsche Vorstellungen.
Nicht der "Experte" sagt dir was du bist - zumindest wenn es ein guter ist.

Psychologen sind dazu da, dich zu begleiten, in einer schwierigen Phase zu stützen, und helfen dir nur dabei, die Antwort auf die Frage: "Was bin ich?" zu finden.

Ebenso kann es dir helfen, zu einer SHG (Selbsthilfegruppe) zu gehen. Dazu mein Tipp: Suche dir eine gemischte TV/TS-Gruppe, gerade weil du noch ziemlich unsicher bist. Da ist die Gefahr geringer, dass du dich in eine Richtung drängen lässt, die nicht die deine ist.

Für den Kontakt zu anderen Betroffenen gilt das oben zu Psychologen schon Geschriebene:

Hüte dich vor denen, die dich in eine Richtgung drängen wollen, in die die sie selbst eingeschlagen haben, die dir Tipps geben, wie du am schnellsten an Hormone kommst, was du dem Psychologen sagen musst und ähnliches. Geholfen ist dir viel mehr, wenn man dich mit Fragen löchert, und dir Widersprüche in deinen Aussagen aufzeigt, auch wenn das weniger angenehm ist, und manchmal schwerer erscheint. Aber am Ende bist du dir dann sicherer.


Liebe Grüße
Michi

Edit: Typo
Zuletzt geändert von MichiWell am So 2. Jul 2017, 22:34, insgesamt 1-mal geändert.
Ich will nicht in Würde alt werden,ich weiß ja noch nicht mal wo das liegt! :D

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie. (Aldous Huxley)

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