Transidentität: Papa heißt jetzt Verena
Transidentität: Papa heißt jetzt Verena - # 3

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stiefelchen60
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 31 im Thema

Beitrag von stiefelchen60 » Di 2. Mai 2017, 00:00

Hallo Ulrike-Marisa,
keiner wird sich gegen Deine Situation erheben. Es ist für Dich heilsam und wichtig, dass Du Deine Freiräume auslebst. Bei den Argumenten, die zu dem Filmbeitrag geführt werden, geht es darum, ob das Thema richtig dargestellt ist oder verzerrt wird, wie es bei Privatsendern schon häufig geschehen ist.
Liebe grüße
Alwina

JaquelineL
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 32 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Di 2. Mai 2017, 06:52

Liebe Mina,
Mina hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 17:18
Nun gibt es genau drei Möglichkeiten: Die Frau erträgt es und wird unglücklich, der Mann unterdrückt seine Weiblichkeit und wird unglücklich, die beiden trennen sich einvernehmlich und führen beide ein glückliches Leben.
nein, es gibt noch mehr als diese drei: Beide kommen mit der neuen Situation klar, ohne unglücklich zu werden (welchen Kompromiss auch immer sie gefunden haben); beide kommen mit der neuen Situation nicht klar (obwohl man schon einen Kompromiss gefunden hat); die beiden trennen sich einvernehmlich um sich gegenseitig die nötigen Freiräume zu geben und vermissen sich dennoch so sehr, dass eine oder beide trotz der eigenen Freiräume nicht glücklich werden. Dann noch die Variante der "schmutzigen Trennumg" und wohl noch ein paar Mischformen... das Leben ist vielfältig ;)

Liebe Grüße
Jackie
Today is the first day of the rest of my... forget it.

JaquelineL
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 33 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Di 2. Mai 2017, 07:25

Moin liebe Anne-Mette,
Anne-Mette hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 17:11
aber auch wenn ich Rücksicht nehme auf meine Partnerin, die Familie, das weitere Umfeld,
so steht doch (auch) das eigene Sein und Werden im Mittelpunkt eines jeden Menschen, oder?
natürlich - deshalb besteht ein Zusammenleben ja aus so vielen Kompromissen. Aber wenn mir meine Frau so nahe liegt, wenn ich sie so liebe, wenn ich für sie durch's Feuer gehen würde, dann kann ich ihr (Mit-)Leiden nicht wegwischen und hintenan stellen. Dann tue ich alles mir Mögliche, um ihr Leid zu minimieren. Nur wenn es einseitig wird, dann ist es etwas, was man hinterfragen könnte (und dennoch zum gleichen Schluss kommen kann, denn Liebe ist kein Geschäft und kann durchaus rein einseitig sein).

Unfair ist das Leben, wenn beide in ihrer Liebe gegenseitig so empfinden und handeln, aber weder "das TS weggeht" (wie denn auch) noch die Gefühle der jeweiligen Partner "sich in Wohlgefallen auflösen". Dann sind es nicht nur die Restriktionen des Kompromisses, die einen selbst niederdrücken, sondern auch noch das mitempfundene Leid des Partners, das obendrein den eigenen Beitrag zur Situation zur Belastung macht - für beide! Die hier immer so gerne herbei zitierte "Trennung" hilft dann auch nicht weiter: Beide möchten ja zusammen bleiben, beide fühlen sich sehr eng verbunden, haben nur jeweils Grenzen, die jeglichen Kompromiss unzulänglich machen.

Ich selbst würde mich nur trennen wenn ich das Gefühl hätte, dass es meiner Frau danach besser ginge. Ich würde dann allerdings auch einen neuen Kompromiss suchen (vermutlich die Transition), da ja ein wesentlicher limitierender Faktor wegfiele. Nur glücklich würde ich nicht werden, da mir die innige Nähe zu meiner Frau dann fehlen würde. Aber der Situation muss ich mich vermutlich gar nicht stellen, da meine Frau genauso empfindet und auch sie eine Trennung als massive Verschlechterung empfindet. Und so suchen wir nach einem Weg, der uns beiden ein hoffentlich gemeinsames und hoffentlich glückliches Leben ermöglicht. "Glück kann auch die Abwesenheit von Unglück sein." Oder auch der noch unbelastete Moment nach dem Aufwachen neben dem Menschen, den man über alles liebt.

Und vielleicht ist es das, was Ulrike-Marisa es aushalten lässt.

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 34 im Thema

Beitrag von Mina » Di 2. Mai 2017, 09:10

Liebe Jaqueline,

Die drei von mir genannten Möglichkeiten sind die emotionale Konsequenz aus dem vorangegangenen Satz: falls die Ehefrau das sich nicht für ihr Leben vorstellen kann und das in ihr Leben nicht integrieren möchte. 😉

Aber in den anderen Punkten stimmt das natürlich, was ich ja bereits auch schon dargestellt habe.

Lösungen gibt es immer. Das ist auch meine feste Überzeugung. 😉
Kämpfen lohnt sich öfter als man denkt.

Alles liebe
Mina
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 35 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Di 2. Mai 2017, 09:21

Liebe Mina,

stimmt, das mit dem "nicht will" hatte ich doch tatsächlich überlesen... da war ich wohl noch nicht wach genug (cof)

Liebe Grüße
Jackie
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 36 im Thema

Beitrag von Mina » Di 2. Mai 2017, 09:38

(ki) alles gut.

Bei so vielen wertvollen Beiträgen in diesem Thread ist es schnell passiert was überflogen zu haben.

Alles liebe
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 37 im Thema

Beitrag von Dwt-Lilo-SL » Mi 3. Mai 2017, 12:18

Hallo Mädel ,
gestern abend lief dieser Beitrag nochmals auf Tagesschau 24de auf digital Kanal mit Doku u(Quasi der Nachrichten u. Doku Kanal der öffentlich rechtlichen.
glg lilo
Seufzer gleiten die Seiten des Herbstes entlang,
Treffen mein Herz mit einem Schmerz dumpf und bang

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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 38 im Thema

Beitrag von Katarina » Mi 3. Mai 2017, 14:57

Ich fand den Film sehr gut gelungen und ich habe viele Parallelen zu meinem Weg gesehen. Meine Transition ist ja auch schon sehr weit fortgeschritten, ich lebe seit letztem Jahr beruflich und privat vollkommen in meiner Geschlechtsidentität. VÄ/PÄ habe ich auch schon vollzogen.

Es hat mich in dem Film gefreut zu sehen, wie gut eine Transition auch bei anderen funktioniert. Am Ende des Films, also nach den 2 Jahren und nach der OP, mit der neuen Frisur, sah die Verena super gut und sehr feminin aus, wie ich fand. Und auch die Stimme hat immer besser gepasst.

Tolle Eltern und eine tolle Familie.

Das Zitat, was dort noch auf der BR Seite steht, empfinde ich inhaltlich genauso:

"Das Schwierigste ist sicherlich, als Frau anerkannt zu werden. Dieser Kampf vor den Gerichten, dass ich nachweisen muss, dass ich eine Frau bin, und dass das von einem Richter belegt werden muss, ist verletzend. Und es ist verletzend, dass die eigene Aussage nicht gilt, und dass relativ viele Menschen mir dieses Leben nicht zugestehen wollen und allerhand Argumente finden, warum ich keine Frau sein soll."
Verena


Erschreckend fand ich die Firma und den Geschäftsführer. Ich hatte den Eindruck, er selber hat ein Problem mit der Veränderung und strahlt das aus. Und wenn der Chef so was ausstrahlt, ist es auch kein Wunder, wenn Kollegen Sprüche machen. Schade, das geht eigentlich auch anders. Ich glaube, die Verena ist heute leistungsfähiger, da der ganze Druck weg ist und sie in ihrer Identität leben kann. Blöd vom Chef, das nicht zu nutzen.

LG
Katarina
Man muss lernen die Wellen zu reiten.

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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 39 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 3. Mai 2017, 15:23

Katarina hat geschrieben:
Mi 3. Mai 2017, 14:57
Ich glaube, die Verena ist heute leistungsfähiger, da der ganze Druck weg ist und sie in ihrer Identität leben kann. Blöd vom Chef, das nicht zu nutzen.
Absolut richtig, liebe Katarina, mehr noch...

... An einem Gymnasium unterrichtete ich 26 Jahre in männlicher Rolle und 8 Jahre im korrekten Geschlecht.
--> Nach dem CO war es deutlich einfacher. In meinem beruflichen Umfeld ist TS sicherlich eine zusätzliche Qualifikation.
Genau, wie zusätzliche Fremdsprachenkenntnisse nützlich sind, gilt das auch hier. :wink:

Es wird Zeit, dass sich das endlich rumspricht :!: :!:

Danke und ganz liebe Grüße
Andrea )))(:
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 40 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mi 3. Mai 2017, 16:44

Hi Andrea!

Ich glaube es ist an der Zeit, dass Du mal ein Buch schreibst über Deine Erfahrungen. Dieses Buch könnte sehr gut eine Hilfestellung sein für diejenigen, die auch auf einem vergleichbaren Weg sind, den Du so erfolgreich gegangen bist. Entschuldige, aber in gewisser Weise hast Du schon eine Vorbildfunktion oder Beispielfunktion, wie immer man das auch ausdrücken möchte.

Du hast lange Zeit im Männermodus an einem bayerischen Gymnasium unterrichtet und dann als Frau. Ich habe in Norddeutschland 33 Jahre an einem beruflichen Gymnasium unterrichtet und kann nicht von mir behaupten, auch nur ansatzweise den Mut gehabt zu haben, schon während meiner aktiven Zeit eine Transition durchzuziehen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie das hätte praktisch umgesetzt werden können. Mitten im Schuljahr? In den Sommerferien? Ganz langsam, sagen wir Kleidungsstück für Kleidungsstück oder brutal konsequent von Mann auf Frau von einem auf den nächsten Tag? Mit vorheriger Info an die Schulleitung? (Okay, als Studiendirektorin gehörtest Du ja zur "Führungsebene") Wie reagieren Schülerinnnen und Schüler, die erfahrungsgemäß in einem bestimmten Alter an Brutalität ihrem Gegenüber gegenüber kaum zu überbieten sind? Wir unterliegen oder unterlagen als Lehrerinnen der ständigen Beobachtung durch alle möglichen Leute/Gesellschaftsgruppen/Institutionen - von der Schulaufsicht ganz zu schweigen.

Ich kann es mir einfach nicht vorstellen - deshalb, schreib ein Buch - bitte!

Es gibt zu dem Themenkreis glaube ich nichts vergleichbares und ich zumindest finde ein Buch immer besser als einen kurzen Film oder auch eine 45 Minuten Doku.

Vielleicht ist meine Anregung auch zu vermessen - dann bitte ich um Entschuldigung!

Liebe Grüße - mit Respekt!
Manuela
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ab08
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 41 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 3. Mai 2017, 17:52

Hallo Manuela,

danke für Dein Lob! )):m Allerdings stellte ich die Angelegenheit etwas verkürzt dar.
Mit anderen Worten, es war nicht ganz so einfach. (siehe unten!)

Zu Deiner Frage:
Zur Zeit lese ich das Buch von Krzysztof Charamsa "Der erste Stein" http://www.queer.de/detail.php?article_id=28727
das dieser hochrangige homosexuelle ehemalige Priester (einst im Vatikan Mitglied der Kongregation für die Glaubenslehre) über seine Erfahrungen mit der katholischen Kirche schrieb... -> Es kann sein, dass ich mal was schreibe, aber ich bin mir wirklich nicht sicher!
--> Bekannt werden, will ich eigentlich nicht, aber ich scheue andererseits auch nicht die Öffentlichkeit. - Es hängt in erster Linie davon ab, ob und wie sinnvoll es in meinen Augen ist. -> Zur Zeit halte ich es noch für effektiver, ohne Aufsehen zu erregen, Betroffene zu beraten, also auf andere Weise, zu helfen.

Nun mein CO 2008 und die Entwicklung danach etwas ausführlicher:
Offiziell blieb ich stets am gleichen Gymnasium, denn ich wurde durchgehend durch den Berufsverband, in dem ich 30 Jahre aktiv bin, juristisch ausgezeichnet unterstützt. - Nach dem CO hatte ich dienstlich einige(erhebliche) Schwierigkeiten *) :wink: z.B. eine Zwangspensionierung (zufällig gleichzeitig mit der NÄ). Die Zwangspensionierung wurde rückgängig gemacht, da sie nicht haltbar war. Dann wurde ich mit anderen Aufgaben betraut, nebenbei unter anderem mit einem Teil meines Stundendeputats an andere Gymnasien abgeordnet, bis ich schließlich an mein Gymnasium zurückkehrte und dort bis zur Pensionierung blieb.
So schlimm, wie es sich vielleicht anhört, war es aber nicht, denn ich hatte stets die Unterstützung des Berufsverbandes und die moralisch + finanzielle Unterstützung durch meine Familie!! - Übrigens ... mit Schülern und Eltern gab es nie Probleme - im Gegenteil - nur Akzeptanz, Unterstützung und viel Sympathie besonders in der Mittelstufe(Pubertät)

Ähnlich wie Herr Charamsa die Abläufe in der katholischen Kirche gut kennt, kenn ich mich mit Abläufen im Gymnasialbereich Bayerns aus. - Betroffene unterstützen gern. - Ev. nur die Neugier der Öffentlichkeit zu befriedigen, und alles was ich weiß, bekannt zu machen, halte ich momentan für Betroffene (Lehrer/Schüler) für weniger hilfreich und eher für problematisch. :oops: Bei der katholischen Kirche ist das sinnvoll. - Dort sind Probleme auch 2000 Jahre lang gewachsen. :wink:

Liebe Grüße
Andrea

*) Für andere, weniger gut abgesicherte Personen, hätte es auch schiefgehen können. :wink:

P.S. Sandra Wißgott, eine liebe Kollegin/Schulleiterin aus dem Grund- und Mittelschulbereich, die ich gut kenne, verhielt sich stets sehr offen. Aber dort sind die Zuständigkeiten anders verteilt. http://www.trans-ident.de/trans-ident-b ... a-wissgott
Zuletzt geändert von ab08 am Mi 3. Mai 2017, 19:43, insgesamt 14-mal geändert.
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 42 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mi 3. Mai 2017, 18:19

Hi Andrea - hi Mädels!

Hätte mich auch sehr gewundert, dass das in Bayern so reibungslos über die Bühne geht. Dort unten ist ja wohl nicht nur die Regierung einigermaßen konservativ. Aber ich mag mir auch garnicht vorstellen, was bei uns in Niedersachsen abgegangen wäre in einer vergleichbaren Situation.

Es ist schon so. Ich kann zum Beispiel zum jetzigen Zeitpunkt aus einer sehr starken, unabhängigen Position heraus handeln wie ich handeln muss. Deshalb habe ich auch großen Respekt vor jüngeren Transfrauen (und Transmännern), die noch im Arbeitsprozess stehen und aus vielerlei Gründen zur Rücksichtnahme gezwungen sind und sogar darunter leiden.

Es würde auch meiner Ansicht nach nicht um eine Art Befriedigung von Neugier gehen solltest Du Dich für ein Buch entscheiden, vielmehr um Information und Hilfe für Betroffene.

Liebe Grüße
Manuela
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 43 im Thema

Beitrag von ab08 » Mi 3. Mai 2017, 18:33

Manu.66 hat geschrieben:
Mi 3. Mai 2017, 18:19
Deshalb habe ich auch großen Respekt vor jüngeren Transfrauen (und Transmännern), die noch im Arbeitsprozess stehen und aus vielerlei Gründen zur Rücksichtnahme gezwungen sind und sogar darunter leiden.
Geht mir ganz genauso!! :wink:
LG
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 44 im Thema

Beitrag von Anja » Do 4. Mai 2017, 10:25

Moinsen,

die Dokumentation fand ich im Großen und Ganzen auch gelungen. Ich war vor allem überrascht, das so viele Leute aus Verena's Umfeld sich vor die Kamera getraut haben. Sogar der Arbeitgeber! (Der allerdings sehr hölzern wirkte). Vor allem eine Extra-Stelle für sie zu schaffen, die mit weniger Gehalt verbunden ist... das ist glaube ich schon grenzwertig oder sogar Unrecht.
Das Verena für sich jetzt auch den "Titel" Mama in Anpsruch nehmen möchte, finde ich persönlich unpassend bzw. passt dann auch nicht mehr zum Titel "Papa ist jetzt..."
Ich selbst habe mich immer geweigert, die Stellung "Mama" einnehmen zu wollen. Und ich verbessere meine Kinder auch, falls ihnen mal ein Mama mir gegenüber herausrutscht (auch wenn ich diese Anrede als Kompliment empfinde). Für mich ist die Mama der Mensch, in dem das Baby gewachsen ist, der das Baby auf die Welt gebracht hat, es gestillt hat, rund um die Uhr versorgt hat, der wichtigste Mensch im Leben des Babies. Und ich fände es für mich anmaßend, mich mit dieser Person gleichsetzen zu wollen. Das ich weiterhin (auf eigenen Wunsch) als Papa angesprochen werde, hat viele Spannungen und Probleme schon im Vorfeld eleminiert.
Einziger, kleiner Unterschied, wir verwenden zu Hause Papa mit einem weiblichen Artikel, also bei uns heißt es "frage mal die Papa" :lol:
In Unterlagen, wo beide Eltern unterschreiben müssen, streiche ich dann auch gern "Vater" und schreibe stattdessen "Väterin" hin, da ich die Bezeichnung am treffendsten für mich empfinde. Ich bin eben eine weibliche Papa (smili)

Davon ab, wie gesagt, ein gelungener Beitrag. Wir hatten auch schon TV-Angebote (sowohl öffentlich-rechtlich als auch privat), aber wir haben uns dagegen entschieden. Über meine Familie gabs ja ein Artikel in der Eltern, das hatten wir noch Kontrolle über den Artikel. Aber bei den Vorgesprächen mit der TV-Produktion stellte sich heraus, das wir über das Endprodukte überhaupt keine Kontrolle hätten, wir würde die Dokumentation auch nicht vor Austrahlung zu sehen bekommen. Das hat uns dazu bewogen, das nicht zu tun.
Von daher finde ich echt mutig, was Verena getan hat, hinsichtlich ihrer Transistion sowie auch ihr Schritt vor die Kamera. Wie wir wohl alle wissen, kann man so eine Doku auch ziemlich vergurken...

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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