Transidentität: Papa heißt jetzt Verena
Transidentität: Papa heißt jetzt Verena - # 2

ModeratorIn: Anke

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ab08
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 16 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 1. Mai 2017, 08:50

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 00:50
muss aber immer berücksichtigt werden, das viele Menschen - auch ich - nicht die Wahl heben, Dinge zu tun, die sie gerne möchten.
Liebe Ulrike-Marisa,

ich versteh Deine Argumentation, denn genau aus dem Grund nahm ich mich Jahrzehnte zurück.

Wir sollten aber darauf achten, dass hier kein falscher Zungenschlag reinkommt. -> Mit "möchten" hat es häufig wirklich nichts zu tun.
-> Mich zwang 2003 z.B.erst eine schwere lebensbedrohliche Erkrankung umzudenken. -> Wenn ich weitergemacht hätte - Stichwort "Psychosomatik" - , wäre ich heute wahrscheinlich nicht mehr am Leben. - So wurde ich wieder gesund. :wink:

Liebe Grüße
Andrea )))(:


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Mina
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 17 im Thema

Beitrag von Mina » Mo 1. Mai 2017, 09:09

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 00:50
alles geht nicht im Leben.
Guten Morgen und einen sonnigen ersten Mai ))):s

Der Film hat mich berührt. Gerade im tiefschwarzen, südlichen Teil Deutschlands ist das ein wichtiges Signal. Ich begrüße es jedenfalls sehr das die ARD die Gelegenheit für diese Reportage genutzt hat. Politisch ein wichtiges Signal.

Ulrike´s Worte haben mich zum Nachdenken bewogen.
Ich verstehe sehr gut was Du meinst Ulrike. Und frage nicht, mir ergeht es ähnlich. Fragen und Verpflichtungsgedanken im Kopf, die stehtig ihre Kreise drehen.
Das die engste Familie ein Problem darstellt, oder besser gesagt Unverständnis zeigt, ist sicher nicht hilfreich. Zunächst einmal ist aber eines wichtig: Verständnis.
Verständnis für jede einzelne Personen in seinem Umfeld.
Ich weiß das viele jetzt vielleicht laut aufschreien und rufen: Waaas? Ich bin doch die Jenige welche Verständnis am dringensten braucht? Und das ist auch ok.
Aber es sollten die Liebsten um einen herum dennoch eine ganz große Portion Empathie abbekommen. Entschuldigt, aber diese Kraft sollte man bereit sein zu geben.

Denn für Angehörige ist es auch eine Doppelbelastung, respektive kann je nach Typ eine sein. Das einer meiner Lieben eine solche Veränderung durchlaufen möchte und ich als Familienmitglied das von Aussen her auch aufnehmen und verarbeiten kann. Durch die Reaktion der Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn. Gerade in ländlichen oder tief-religiösen Bereichen. Ganz zu schweigen den Fragen der Kinder...wo ist mein Papa?

Meine Überzeugung ist, jeder Mensch ist frei. Jeder Mensch hat das Recht selbst zu sein und kein anderer Mensch darf dies in Frage stellen oder unterbinden, beispielsweise durch emotionale Gewalt.
In Familien und am Arbeitsplatz ist emotionaler Druck immer gegenwärtig. Jeder erwartet, das man seine Aufgaben und Verpflichtungen erfüllt. Und meist geschieht das ja auch recht unterbewusst. Es ist leicht gesagt, der Mensch zählt - nicht das Geschlecht. Es darf aber nicht vergessen sein, das hier auch ein gedankliches Ungleichgewicht besteht. Für mich als Betroffene fließen die Gedanken schon über einen extrem langen Zeitraum und auch immer stehts. Bei den Angehörigen ist das anders. Die hatten keine Chance bis zu einem CO sich darauf vorzubereiten. Das bedeutet, den Prozess, welchen ich schon durchhabe, müssen die Menschen in meinem Umfeld auch durchmachen. Diese Zeit muß ich bereit sein zu geben.

Niemand hat Interesse daran, die Extrawurst zu braten.
In einem solchen Fall muß es aber umgesetzt werden. Nicht für einen selbst, für die Aussenstehenden. Das war ganz klar die Logik in der Aussage von Verenas Chef in dem Beitrag. Er wollte schlicht verweiden, das die Kollegen rührig werden. Also hat er auf den kleinsten Verlust gezielt um für sich die Chancen hoch zu rechnen, ein stabiles Betriebsklima zu erhalten. Davon ab, ist es schon mehr als ein deutliches Signal, welcher Typ der Chef ist, wenn ein 650 Mitarbeiter-starker Betrieb keinen Betriebsrat hat......*Kopfschüttel*
Letzendlich interessiert den Geschäftsführer der Umsatz und die Gesunderhaltung des Betriebes. Ganz nüchtern betrachtet.

Alles liebe
Mina
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Manu.66
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 18 im Thema

Beitrag von Manu.66 » Mo 1. Mai 2017, 09:17

Ulrike-Marisa hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 00:50
Moin zusammen,

... Meine Kinder wissen, das ich Ulrike-Marisa heiße, sie finden es trotzdem unpassend - meine Frau auch - und was soll ich da durchsetzen?? Wir leben doch alle in einem Umfeld, das unser Leben bestimmt und aus dem wir nur schwer ausbrechen können. Ich nutze meine Freiräume und das ist auch gut so und funktioniert ganz leidlich. alles geht nicht im Leben.

Beste Grüße, Ulrike-Marisa
Hallo Mädels!

Was meinen Namen anbelangt ist für mich kar, dass ich für meine Kinder immer der Papa bleiben werde (und auch bleiben möchte!) und ich auch nicht erwarte, dass sie mich mit Manuela ansprechen.
Meine Frau versucht es, rutscht aber hin und wieder noch in meinen alten Namen, das ist nach 40 Jahren Ehe verständlich und ich akzeptiere es. In der Öffentlichkeit reagiere ich auf meinen alten Namen nicht mehr. Nicht unter Bekannten, Freunden und im Sportverein und bei Fremden ergibt sich die Problematik erst garnicht.

Libe Grüße und einen schönen 1. Mai
Manuela
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Anne-Mette
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 19 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 1. Mai 2017, 09:48

Moin,
Meine Kinder wissen, das ich Ulrike-Marisa heiße, sie finden es trotzdem unpassend - meine Frau auch - und was soll ich da durchsetzen?? Wir leben doch alle in einem Umfeld, das unser Leben bestimmt und aus dem wir nur schwer ausbrechen können.
Ich frage mich, wie Du das aushalten kannst. Das Umfeld bestimmt NICHT allein Dein Leben.
Du gibst die Verantwortung dafür ab.
Respekt fängt bei sich selbst und dem innersten Umfeld an! Du verlangst von anderen Menschen Respekt, z.B. würdest Du Dich über die "richtige Anrede" in einem Hotel freuen, bist enttäuscht, wenn das nicht klappt.

Für das Leben gibt man nicht Wegepunkte in ein Navigations-System ein und fährt diese punktgenau ab.
Das Leben bestimmt Deine "Wegepunkte" - und in manchen Fällen hält es eine üble Überraschung parat.
Schade, wenn man dann sagen muss: ich HÄTTE so gern - aber nun ist es zu spät.

Mit der Partnerin ist es sicherlich noch eine andere Qualität wie mit den erwachsenden Kindern, die weigehend flügge sind. Wenn die geistig und gefühlsmäßig so unbeweglich sind, dann...

Das schreibe ich jetzt nicht; denn das geht mich nichts an.

Gruß
Anne-Mette

Michel
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 20 im Thema

Beitrag von Michel » Mo 1. Mai 2017, 11:04

Hallo Christina,

Ich stimme dir voll zu und anderen Mädels hier auch.
Es war ein Beitrag, der uns mutivieren sollte, unseren Weg zu gehen, es muss ja nicht gleich das volle Programm sein für diejenigen, die nur hin und wieder Frau sein möchten.
Man hat uns doch damit sagen wollen, das wir unseren Weg gehen sollte, egal in welchem Umfang, aber wir sollten auch stark genug sein und dazu stehen, egal wie.

Man sollte nicht das negative heraus filtern, was sowieso nicht da ist, sondern habt den Mut und steht dazu.

Verena hat ihre Frau verloren und hat noch ihre Eltern und Geschwister die zu ihr halten.
Ich wünschte mir ein ganz kleines Stück davon.

Ganz liebe Grüße
Eure Michaela
Manchmal lässt man jemanden gehen und bekommt sich selbst Stück für Stück zurück.

Michel
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 21 im Thema

Beitrag von Michel » Mo 1. Mai 2017, 11:27

Hallo Anne-Mette,

Das war von dir eine volle Punktlandung, jede ist für sich selbst verantwortlich. Oder wie man noch sagt.

Jeder ist sich seines Glückes selber Schmied.

Liebe Grüße
Michaela
Manchmal lässt man jemanden gehen und bekommt sich selbst Stück für Stück zurück.

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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 22 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 1. Mai 2017, 11:47

Moin,

was Menschen (auch Anghörige) anrichten, wenn sie meinen, dass sie eine Eigenschaft eines anderen Menschen nicht ertragen können:

"Ein ägyptischer Vater kann nicht akzeptieren, dass seine Tochter eine Frau liebt. Er stellt dem Paar eine Falle...".

Mehr bei SPON: http://www.spiegel.de/panorama/leute/sp ... 45521.html

Gruß
Anne-Mette

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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 23 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mo 1. Mai 2017, 12:18

....... der Beitrag ist verfügbar bis zum bis 30.04.2018...........
http://www.ardmediathek.de/tv/Gott-und- ... d=42510986

Michel
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 24 im Thema

Beitrag von Michel » Mo 1. Mai 2017, 12:34

Hallo ihr lieben zusammen,

Wielange müssen Menschen noch leiden, bis man endlich mal aktzeptiert , das nicht immer es nach den Regeln der Gesellschaft oder Glauben geht, sondern um menschliche Bedürfnisse, die nun mal nicht erst seit heute bestehen.
Da sind wir mit unseren Problemen noch kleine Lichter.

Arme heile Welt sage ich nur. Mir kommen die Tränen aber es tut mir in der Seele sehr weh, wer und wo und warum noch leiden muss.

Liebe Grüße
Eure Michaela
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 25 im Thema

Beitrag von stiefelchen60 » Mo 1. Mai 2017, 13:10

Warum Ablehnung und Unverständnis in einer Zeit, in der Informationen jederzeit gleifbar sind? Warum Vorurteile egal welcher Art?
Es ist immer der gleiche Hintergrund: Viele haben Angst vor dem Fremd- und Andersartigen. Das Fremde wirkt bedrohlich, passt nicht in die allgemeine "Ordnung" und stört diese. Zum Schutz beruft man sich auf Texte, vielleicht auch aus dem bibl. Bereich, ohne zu hinterfragen, wann und in welchem Umfeld diese Aussagen formuliert wurden. Das ist eben leichter: Eine schnelle Antwort. Sich mit der Problematik intensiv auseinanderzusetzen kostet Zeit und verlangt auch ein hohes Maß an Selbstkritik, wenn es darum, die bisherige Einstellung zu korrigieren. Anders kann ich mir eine ablehnende Position nicht erklären.

ab08
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 26 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 1. Mai 2017, 13:26

Oh, wie Recht Du hast, liebe Michaela

https://www.youtube.com/watch?v=3l4nVByCL44

LG Andrea
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 27 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Mo 1. Mai 2017, 14:14

stiefelchen60 hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 13:10
Viele haben Angst vor dem Fremd- und Andersartigen. Das Fremde wirkt bedrohlich, passt nicht in die allgemeine "Ordnung" und stört diese.
...
Sich mit der Problematik intensiv auseinanderzusetzen kostet Zeit und verlangt auch ein hohes Maß an Selbstkritik...
Ich habe ja nun schon die verschiedensten Diversity-Schulungen mitgemacht, aber zu dem obigen Zitat von stiefelchen60 fällt mir der folgende Spruch ein:

Diversity is not about the others
Diversity is about you

Bei Diversity geht es nicht um die anderen,
bei Diversity geht es um dich

Das trifft genau den Kern der Sache. Wenn möglichst viele Menschen das beherzigen und ihre eigenen Einstellungen, Vorurteile usw. refklektieren würden, dann wäre schon sehr viel gewonnen. Aber bis dahin ist es gerade jetzt wieder in Zeiten erstarkender rechtspopulistischer Strömungen überall in Europa ein weiter, steiniger Weg, wenn beispielsweise alle Informationen, die einem nicht in das eigene Weltbild passen, der Lügenpresse zugeordnet werden.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 28 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mo 1. Mai 2017, 16:54

Hallo ihr Lieben,

ja, jeder Mensch ist seines Glückes Schmied und jeder Mensch trifft seine Wahl. Manche eben mehr auf andere Rücksicht nehmend als andere oder, um es neutraler zu formulieren, mit anderer Gewichtung der verschiedenen Aspekte.

Und zur obigen Diskussion über Toleranz, Akzeptanz, Selbstkritik etc seitens der Partner und Dritter ist es mir wichtig zu ergänzen, dass es neben der ganzen intellektuellen Ebene auch noch die der Gefühle gibt, vor allem bei Partnern. Es muss kein Widerspruch sein, Transwasauchimmer gegenüber aufgeschlossen und respektvoll zu sein und doch andererseits am TS des eigenen Partners zu verzweifeln. Diese Gefühle haben die gleiche Berechtigung wie die unsrigen, für die wir Primärbetroffenen immer wieder Akzeptanz einfordern.

Liebe Grüße
Jackie

Edit: Da hatte ich doch tatsächlich das Hauptthema zu erwähnen vergessen: Ich fand, dass der Bericht eine mir bis dahin nicht begegnete Qualität der Berichterstattung mitbrachte - unaufgeregt, sachlich, mitfühlend und ohne die ganze typischerweise zu findende Effekthascherei. Mir hat er sehr gefallen.
Today is the first day of the rest of my... forget it.

Anne-Mette
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 29 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 1. Mai 2017, 17:11

Moin,

aber auch wenn ich Rücksicht nehme auf meine Partnerin, die Familie, das weitere Umfeld,
so steht doch (auch) das eigene Sein und Werden im Mittelpunkt eines jeden Menschen, oder?

Gruß
Anne-Mette

Mina
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Re: Transidentität: Papa heißt jetzt Verena

Post 30 im Thema

Beitrag von Mina » Mo 1. Mai 2017, 17:18

Michel hat geschrieben:
Mo 1. Mai 2017, 11:27
Hallo Anne-Mette,

Das war von dir eine volle Punktlandung, jede ist für sich selbst verantwortlich. Oder wie man noch sagt.

Jeder ist sich seines Glückes selber Schmied.
Da ist ein Kern Wahrheit dran. Dennoch möchte ich gerne nochmal genauer ein paar Perspektiven ausleuchten.

Ich schreibe Folgendes in allgemeiner Form.
Die egoistische Keule zu schwingen ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluß. Es gibt vielschichtige Gründe weswegen Angehörige so reagieren. Bei Ehepartner oder Partnerinnen an sich kann sein, das sie schlicht den Mann an ihrer Seite vermissen. Das Aussehen, den Geruch und natürlich die Biologie. Das wird der Grund sein weswegen eine Frau auch einen Mann geheiratet hat.
Viele Jahre später stellt sich nun heraus das der Ehepartner eben diese Seite an sich hat. Mit seinem biologischen Ich komplett in tiefem seelischen Konflikt steht.
Meist kommt es nachher raus, ob nun durch "erwischt" werden oder in einem offenen Gespräch, es sorgt erstmal für viele Fragen.

Das war es was ich in meinem vorangegangenen Beitrag betonte. Der Prozess in des Mannes Kopf ist sehr weit vorangeschritten und hat die emotionale Berstgrenze erreicht. Die Ehefrau und die Kinder wussten bis hierhin noch nichts darüber und müssen das auch erst verpacken dürfen.
Natürlich kann die Liebe zu einer Person so stark sein, das die Ehefrau sich arrangiert und den Mann in vollem Umfang unterstützt, was ja auch nicht so selten passiert.
Andererseits kann es eben auch sein, das die Ehefrau das weder will noch für sich und ihr Leben vorstellen kann.

Nun gibt es genau drei Möglichkeiten: Die Frau erträgt es und wird unglücklich, der Mann unterdrückt seine Weiblichkeit und wird unglücklich, die beiden trennen sich einvernehmlich und führen beide ein glückliches Leben.

Was Kinder betrifft, würde ich es defenetiv vom Alter abhängig machen. Kleinere Kinder können noch durch die Vorbildfunktion profitieren. Das bedeutet, sie lernen durch das Verständnis und der Art wie die beiden Eltern mit der Situation umgehen.
Ältere Kinder werden da schon komplexer. Sie haben bereits gelernt sich gesellschaftlich einzuordnen. So wie es eben oft hier beschrieben wird.
Aber auch da gibt es eine Lösung - Familientherapie/Hilfe.
Falls das aber verwehrt wird, sollte man der Sache Zeit geben. Das kann bedeuten sich räumlich und auf Zeit zu lösen. Das jeder die faire Chance hat darüber nachzudenken ohne Konflikten zu begegnen.

In jedem Fall hilft reden, reden und reden. Sich hinsetzen. Sein eigenes Leid auch mal zurücknehmen und sich Zeit wie Kraft für alle anderen nehmen. Denn die haben es ebenso schwer. Nur auf einer anderen Ebene. Ich darf nicht erwarten Verständnis zu ernten, wenn ich nicht selbst bereit bin, welches zu schenken.

Und wenn es wirklich keine Lösung gibt. Kein Fundament für Hoffnung. Bleibt wirklich leider nur der letzte Schritt.....

Alles wird gut
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