Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung
Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung - # 2

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Anne-Mette
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 16 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 21. Mär 2017, 16:36

Moin,

es gibt nun einiges an Material, das nun zur Verfügung steht:

Fachaustausch "Geschlecht im Recht"
Präsentation des Gutachtens "Regelungs- und Reformbedarf für transgeschlechtliche Menschen"

Auf dieser Seite: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/praesentat ... en-/114232
steht eine Audio-Datei zur Verfügung

Beide Gutachten können nun samt Anhänge unter folgenden Links heruntergeladen werden:

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/pu ... hen/114070

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/pu ... cht/114072

Gruß
Anne-Mette



Rosi_
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 17 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Do 23. Mär 2017, 00:39

Hallo zusammen,

es ist ja nicht so, dass es aus den "eigenen Reihen" keine Leitlinien und Behandlungsrichtlinien gibt, die
alternativ zu den jetzt vorgestellten Ergebnissen der Sexologen und deren Gefolge Anwendung finden können.

GESCHLECHT.
SELBST.
BESTIMMT.

Menschenrechtskonforme Behandlung Trans-/Intersexualität

Nie war es wichtiger, hier Flagge zu zeigen und die "Stuttgarter Erklärung" durch Mitzeichnung zu
unterstützen und zu verbreiten. Gleichfalls ist die Kommentierung der vorgestellten DGfS-Leitlinien
sinnvoll, denn nach dem eventuellen Wegfall der Begutachtung zur VÄ/PÄ möchte man sich bereits
jetzt schon die Begutachtung - im Sinne einer "Geschlechts-Dysphorie" - SÄMTLICHER EINZELNEN
medizinischen körperanpassenden Maßnahmen sichern (!)

Es wird im Sommer eine Fortsetzungs-Tagung zur "Stuttgarter Erklärung" geben, bei der wiederum
betreffende Menschen zusammen mit Therapeuten und Medizinern an der konkreteren Umsetzung der
Inhalte arbeiten, um für die Praxis mutige und realisierbare Vorgehensweisen aufzuzeigen. Wer interessiert
ist, dabei in Stuttgart mitzuwirken darf sich gerne melden.

Grüße
Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

Daenerys Targaryen
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 18 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Do 23. Mär 2017, 07:38

Hallo!

Knackpunkte der ganzen TS-Gesundheitsproblematik bleiben folgende Probleme:

* Die Feststellung von Transsexualität ist eine Selbstdiagnose. Es gibt keinen Test, keinen Versuch und kein therapeutisches Mittel, mit denen ein Experte von außen TS feststellen kann.

* Experten für TS sind Psychologen, die mit der Diagnose TS überfordert sind (kein Wunder, siehe erster Punkt). Aus diesem Grund ziehen sie sich auf Klischees zurück ("Patient spielte lieber mit Puppen statt mit Autos").

* Die Gatekeeping-Funktion der Psychologen ist problematisch. Die Patienten öffnen sich nicht den Psychologen, weil sie Angst haben, dass ihre Selbstdiagnose in Frage gestellt wird und sie noch länger auf die Indikation für Hormone, GaOP etc. warten müssen. Die Patienten gehen in eine Abwehrhaltung zum Therapeuten und erzählen ihnen, was sie hören wollen.

* Die Psychologen wissen, dass die Patienten ihnen Mist erzählen und formulieren diesen Mist zu noch größerem und übertriebenerem Mist um, damit die Diagnose so passt, dass die Krankenversicherungen ihnen GaOPs etc. bezahlen müssen.

* Die Krankenkassen werden von der Politik angehalten, Geld zu sparen und geben diesen Druck an Ärzte, Psychologen und Patienten weiter.

* Eine Schlüsselfunktion in diesem Interessenkonflikt haben die Versicherungsmediziner (MDK). Sie müssen nach dem Solidarprinzip eindeutig feststellen, ob ein Patient krank ist oder nicht, sind also ebenfalls so etwas wie Gatekeeper. Ihre Arbeit wird von Verwaltungsjuristen überprüft. Die drei Worte "Das ist so", reichen nicht.

* Versicherungsrechtlich sind Krankenversicherungen dazu da, das Risiko zu versichern, krank zu werden. Im Versicherungsfall muss wasserdicht festgestellt werden, dass der Kranke krank ist, damit Mittel fließen können. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz, denn diese wasserfeste Diagnose ist bei TS nicht evident (s.o.).

Eine Reform muss m.M. nach diese Probleme lösen. Aber wie kommen wir aus so einem Dilemma?
Me too.

Rosi_
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 19 im Thema

Beitrag von Rosi_ » Do 23. Mär 2017, 14:31

Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Do 23. Mär 2017, 07:38
Eine Reform muss m.M. nach diese Probleme lösen. Aber wie kommen wir aus so einem Dilemma?
Anerkennen und glauben, was der Mensch aufgrund seines Wissens um sich äußert und
Anerkennen und glauben, das es krank macht, wenn Körper und Geist nicht im Einklang sind
(der Geist ist dabei immer über den Körper zu stellen).

;-)

Es ist auch immer der Punkt, an dem der Mensch sein "Problem" erklärt, als Gegebenheit einer
solchen krankmachenden Unstimmigkeit zu betrachten.
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"

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