Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung
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Anne-Mette
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Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 6. Mär 2017, 17:29

Moin,

ich erhielt eben eine Einladung zur Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung
„Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans*-Gesundheit:
Leitlinie zur Diagnostik, Beratung und Behandlung“


Allerdings denke ich, dass ich weder an Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie noch Trans*-Krankheit leide.

Trotzdem werde ich wohl am 04. April nach HH fahren, um von 18:00 bis 20:00 an der Sitzung teilzunehmen.
Ort: Der PARITÄTISCHE Hamburg

Die Umfrage zur Leitlinie ist hier aufzurufen und ggf. zu beantworten: https://ww3.unipark.de/uc/leitlinie/

Gruß
Anne-Mette



Claudia-Luisa
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Neue Leitlinien "Geschlechtsdysphorie". Eine Heuchelei. VERFASST AM 06. MÄRZ 2017

Post 2 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa » Di 7. Mär 2017, 08:46

Guten Morgen!

Der Verein Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V. hat auf seiner Seite die neuen Leitlinien "Geschlechtsdysphorie" kommentiert:

http://www.atme-ev.de/

Aufgefallen ist mir u.a. eine Anmerkung zu Punkt 3. Therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung Was mag das wohl bedeuten?:
"Sondervotum Bundesverband Trans* (BVT*):
Die beiden BVT*-Vertreter_innen haben sich gegen diese Empfehlung ausgesprochen, da ein Übereinstimmungsmodell nicht die Selbstbestimmung der betreffenden trans* Menschen wahrt. Entscheidend sollte allein die Herstellung eines sog. Informed Consents sein, d. h. solange die trans* Person einwilligungsfähig ist und den Umfang und die Konsequenzen der Behandlung verstanden hat, soll die Entscheidung allein bei ihr liegen."

LG, C-L

Anne-Mette
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 7. Mär 2017, 09:02

Guten Morgen Claudia-Luisa,

danke für Deinen Hinweis.
Ich habe das Thema mit meinem zur Leitlinienentwicklung zusammengeführt, das ich gestern eröffnet habe.

Ich habe noch nicht alles gelesen, was in dem Kommentar von ATME steht, aber ich sehe einige Punkte genau so kritisch.

Sehr bedenklich finde ich die Zementierung der Macht der BehandlerInen. Ähnliche Beispiele gibt es aus Dänemark.

Laut Leitlinie sollen

Psychologische_r Psychotherapeut_in
Arzt_Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie
Arzt_Ärztin für Neurologie und Psychiatrie / Psychotherapie
Arzt_Ärztin für Nervenheilkunde
Arzt_Ärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Arzt_Ärztin für Psychotherapeutische Medizin
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut_innen
Arzt_Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

die Diagnose stellen

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Frida
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 4 im Thema

Beitrag von Frida » Di 7. Mär 2017, 10:34

Hallo,

für mich hört sich das alles ganz schlimm an. Die Anerkennung der Selbstbestimmung über das eigene Geschlecht wird wohl weiterhin nicht stattfinden.
Die Macht darüber wird auch in Zukunft bei den Ärzten, Psychologen usw. liegen.
Ich stimme den Bedenken von ATME voll zu.
Wahrscheinlich kann ich froh sein, dass ich noch nach dem alten Verfahren des TG meine Transition begonnen und hoffentlich sehr bald hinter mich gebracht habe.
Auf jeden Fall ist das , was ich in den Leitlinien lese, sehr frustrierend.
Außerdem....ich bin kein Transmensch, auch nicht Trans* oder was weiß ich. Ich bin eine Frau...und das war ich schon immer...eben nur transsexuell.

Liebe Grüße, Frida

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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 5 im Thema

Beitrag von ab08 » Di 7. Mär 2017, 11:15

Hallo,

danke für Eure Beiträge! Zum Glück gibt es ATME!
Es macht mich sehr traurig, dass sich nix bessert, sondern sich das Theater verstärkt!
Mir geht es wie Frida, ich weiß, was ich bin und was los ist...

Liebe Grüße
Andrea
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ab08
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 6 im Thema

Beitrag von ab08 » Di 7. Mär 2017, 12:07

Meine Lieben,

nun frage ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist, sich bei einer "Leitlinienentwicklung" zu beteiligen, die elementare Menschenrechte von Betroffenen aushebelt. Wer da mitmacht, unterstützt, zumindest indirekt, das Unrecht, dass hier Mitmenschen entmündigt werden... Dem Anliegen "auch transsexuelle Menschen sollten bei uns selbstbestimmt leben dürfen" wäre wahrscheinlich besser gedient, sich - ähnlich wie Intersexuelle - mit Plakaten, an den Haupteingang zu stellen und zu protestieren.

Grüße, etwas verbittert
Andrea
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Anne-Mette
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 7 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 7. Mär 2017, 12:30

Moin,
nun frage ich mich, ob es wirklich sinnvoll ist, sich bei einer "Leitlinienentwicklung" zu beteiligen,
Mir würde es eher darum gehen, meinen Unmut kundzutun.

Statt "Leitlinienentwicklung" hört es sich für mich eher an wie Lobbyarbeit für die "üblichen Verdächtigen".

Gruß
Anne-Mette

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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 8 im Thema

Beitrag von Frauke » Di 7. Mär 2017, 14:15

Ich habe mir diese Leitlinienentwicklung durchgelesen, bewertet und teils kommentiert.

Neben einigen wenigen positiven Ansätzen, kann ich aber keinen (wesentlichen) Fortschritt gegenüber heute erkennen. Ich sehe auch nicht, dass die Psychopathologisierung weniger würde. Die Selbstbestimmung transsexueller Menschen wird nicht gewährleistet. Und das Übereinstimmungsmodell kann für Betroffene sehr nachteilig sein. Wer Rat und Unterstützung sucht, muss Frau/Herr des Verfahrens, der Abläufe und Maßnahmen sein.

Daenerys Targaryen
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 9 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Di 7. Mär 2017, 15:21

Es ist in der Tat erschreckend, denn geschlechtliche Selbstbestimmung soll es auch weiterhin nicht geben. Und das hier...

"Im Gegensatz zur DSM-5 Diagnose GD soll es nicht zwingend erforderlich sein, dass trans* Menschen unter der beschriebenen Inkongruenz einen Leidensdruck entwickeln. Vielmehr soll die ICD-Diagnose auch bei antizipiertem Leidensdruck bzw. zu dessen Prävention Anwendung finden."

...klingt für mich nach einem Einfallstor für Reparative Therapien, bei denen sich die Sexologen für horrende Gagen auf Kosten von Betroffenen die Taschen voll schaufeln können. Die Leitlinie enthält aus somatisch-medizinischer Sicht durchaus gute Punkte, aber die Oberhoheit darüber sollen ausschließlich die üblichen "Experten" haben. Das ist aus meiner Sicht ein Schritt komplett in die falsche Richtung.

:((a

Nachdenkliche Grüße, Daenerys

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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 10 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Di 7. Mär 2017, 15:57

Moin,

nur stellen sich mir ein paar Fragen:

- wie können diejenigen die stolz die Fahne der Psychopathologisierung vor sich hertragen, entmachtet werden?
- Welche Rolle spielt der Bundesverband? Ist er nicht eher "Erfüllungsgehilfe" und wird da nicht gerade ganz viel "eingerichtet" ? (ich könnte auch schreiben "angerichtet")
- Welche Rolle spielen die "üblichen Experten", die bei jedweder Gelegenheit dabei sind?
- Stehen "Betroffene" bei der Leitlinienentwicklung im Vordergrund - oder doch eher diejenigen, die auf der anderen Seite stehen und davon profitieren?

Nachdenkliche Grüße
Anne-Mette

psychopatho-1.gif
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 11 im Thema

Beitrag von Frauke » Di 7. Mär 2017, 18:25

Richtige Fragen. Aber nicht leicht zu beantworten. Mir scheint der Zug in die falsche Richtung zu fahren. Ob die betroffenen Menschen davon profitieren? Sieht im Moment für mich nicht danach aus.

Jasmine
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 12 im Thema

Beitrag von Jasmine » Di 7. Mär 2017, 18:32

Daenerys Targaryen hat geschrieben:
Di 7. Mär 2017, 15:21
Es ist in der Tat erschreckend, denn geschlechtliche Selbstbestimmung soll es auch weiterhin nicht geben. Und das hier...

"Im Gegensatz zur DSM-5 Diagnose GD soll es nicht zwingend erforderlich sein, dass trans* Menschen unter der beschriebenen Inkongruenz einen Leidensdruck entwickeln. Vielmehr soll die ICD-Diagnose auch bei antizipiertem Leidensdruck bzw. zu dessen Prävention Anwendung finden."

...klingt für mich nach einem Einfallstor für Reparative Therapien, bei denen sich die Sexologen für horrende Gagen auf Kosten von Betroffenen die Taschen voll schaufeln können. Die Leitlinie enthält aus somatisch-medizinischer Sicht durchaus gute Punkte, aber die Oberhoheit darüber sollen ausschließlich die üblichen "Experten" haben. Das ist aus meiner Sicht ein Schritt komplett in die falsche Richtung.

:((a

Nachdenkliche Grüße, Daenerys
Super geschrieben,so sehe ich es auch. Danke

Gruss Jasmine
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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 13 im Thema

Beitrag von Hanna S. » So 12. Mär 2017, 21:22

ab08 hat geschrieben:
Di 7. Mär 2017, 11:15
... Zum Glück gibt es ATME!
Hallo,
ich bin mir nicht sicher, ob die harsche Kritik an der vorgestellten Leitlinie so zielführend und berechtigt ist und fürchte, dass sich bspw. so ein Verein wie ATME durch seine Fundamental-Ablehnung bei der Entwicklung/Ausarbeitung eines solch wegweisenden Papiers (das für die Betroffenen ja wohl wieder für die nächsten 20-30 Jahre maßgebend sein wird) dass man sich also selbst aus dem Rennen nimmt, wenn es um die aktive Mitgestaltung solcher Richtlinien geht. Oder hat ATME jetzt schon eine eigene Krankenkasse gegründet? (*Sarkasmus aus*)
Die Reaktion von ATME scheint mir in der Hauptsache von Frust und Ratlosigkeit geprägt. Warum ist ATME nicht Bestandteil des Prozesses?

In der Stellungnahme von Nieder/Strauß in der Zeitschrift für Sexualforschung 01/2014 zum Stand bei der Erarbeitung der Leitlinie hieß es damals:
"Im Anschluss an erfolglose Versuche, offizielle Trans*-Vertreter_innen zu beteiligen, wurde innerhalb der Leitliniengruppe beschlossen:
1. zwei für den Trans*-Bereich nicht-repräsentative Trans*-Personen stimmberechtigt zu beteiligen und - weil das nicht ausreicht -
2. ein System möglichst repräsentativer Anhörungen von Vertreter_innen der SHG's einzuführen. Die Leitlinienkoordination ... versuchte mit Hilfe des Schneeballverfahrens, eine möglichst erschöpfende Stichprobe aller SHG's zum Thema .. zu erfassen. Je zwei Vertreter_innen der SHG's wurden zu ... einer von sieben ... Anhörungen eingeladen, in deren Rahmen sie sich äußern konnten."


Immerhin wird der Entwurf nun jeder/m Interessierten vorgestellt und ist mit der Möglichkeit einer Kommentierung versehen.

Wer sind diese für den Trans*-Bereich nicht repräsentativen Trans*-Personen, wer wurde denn zur Beteiligung angefragt, wer hat an den Anhörungen teilgenommen?

Hinterher das große Fass aufzumachen, sich aber am Prozess nicht zu beteiligen, fände ich verantwortungslos - wenn es denn so gewesen sein sollte. Die Formulierung:"erfolglose Versuche..." scheint mir bezeichnend für die Situation der Interessengruppen untereinander. Anstatt sich an einen Tisch zu setzen, mit einer Stimme zu sprechen, beharrt jede noch so kleine Interessengruppe auf ihrem Alleinvertretungsanspruch und ihrer Exklusiv-Meinung zu einem Detail in der Selbstdefinition der ach-so-einzigartigen Ausprägung ihrer Normvariante. Das führt dann dazu, das wir genau die Leitlinie und später die Begutachtungsrichtlinie bekommen, die wir verdienen.

Den "Separatisten" dafür auch noch Beifall zu klatschen, scheint mir schon ziemlich fahrlässig.

Natürlich kann man sich hinstellen und sagen: 'Das trifft für mich alles nicht zu, ich bin weder dysphorisch noch inkongruent!' - wenn wer aber somatische Maßnahmen durch die Kasse übernommen bekommen will, hilft das am Ende überhaupt nicht weiter.

herzlich
Hanna

***

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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 14 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mo 13. Mär 2017, 07:29

Hallo Hanna & alle!
Hanna S. hat geschrieben:
So 12. Mär 2017, 21:22
In der Stellungnahme von Nieder/Strauß in der Zeitschrift für Sexualforschung 01/2014 zum Stand bei der Erarbeitung der Leitlinie hieß es damals:
"Im Anschluss an erfolglose Versuche, offizielle Trans*-Vertreter_innen zu beteiligen, wurde innerhalb der Leitliniengruppe beschlossen:
1. zwei für den Trans*-Bereich nicht-repräsentative Trans*-Personen stimmberechtigt zu beteiligen und - weil das nicht ausreicht -
2. ein System möglichst repräsentativer Anhörungen von Vertreter_innen der SHG's einzuführen. Die Leitlinienkoordination ... versuchte mit Hilfe des Schneeballverfahrens, eine möglichst erschöpfende Stichprobe aller SHG's zum Thema .. zu erfassen. Je zwei Vertreter_innen der SHG's wurden zu ... einer von sieben ... Anhörungen eingeladen, in deren Rahmen sie sich äußern konnten."


Immerhin wird der Entwurf nun jeder/m Interessierten vorgestellt und ist mit der Möglichkeit einer Kommentierung versehen.

Wer sind diese für den Trans*-Bereich nicht repräsentativen Trans*-Personen, wer wurde denn zur Beteiligung angefragt, wer hat an den Anhörungen teilgenommen?
Das würde mich auch interessieren. Ich war in besagten Zeitraum Moderatorin in einer SHG, habe an allen Meetings teilgenommen und nie gehört, dass bei uns jemand versucht hat, etwas zu erfassen.

Nur noch mal für ein kleines Mädchen wie mich: Es geht im Kern doch um die (paradoxe) Frage, welcher TS-Spezialist bei uns eine Diagnose stellt, die eine Selbstdiagnose ist, damit die Krankenkassen unsere Hormone und Operationen bezahlen, oder?

Ich sehe bei diesem Leitlinienentwurf das Problem, dass wir weiterhin dem Goodwill von Sexualpsychologen ausgesetzt sind, die keine Ahnung von Trans* haben. Aber wenn ich schwanger bin, gehe ich doch auch nicht zum Urologen, um sicher zu gehen, dass es meinem Baby gut geht.

Welche realistischen Alternativen könnt ihr euch vorstellen?

Liebe Grüße

Daenerys

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Re: Anhörung im Rahmen der AWMF-S3-Leitlinienentwicklung

Post 15 im Thema

Beitrag von Claudia-Luisa » Mo 13. Mär 2017, 08:23

Guten Morgen!

Vielleicht gibt es auch bereits einen Hinweis an anderer Stelle auf:

http://trans-evidence.com/

"Wir sind Bestandteil des weltweiten Netzwerks der evidenzbasierten Medizin und kooperieren mit Netzwerken, Fachgesellschaften und öffentlichen Einrichtungen, die die evidenzabsierte Medizin promoten.

Als unsere wichtigste Aufgabe sehen wir die Initiierung und Umsetzung von Projekten der evidenzbasierten Medizin bzw. die Kooperation mit solchen Projekten an. Im wesentlichen sind dies Projekte, bei denen systematische Reviews bzw. Guidelines erstellt werden. Ein dritter Schwerpunkt sind Projekte zur Durchführung qualitativer Studien.

Im Folgenden werden laufende Projekte vorgestellt."

LG, C-L

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