F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau
F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau - # 2

ModeratorIn: Anke

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Christiane
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 16 im Thema

Beitrag von Christiane » So 26. Feb 2017, 19:04

Liebe Marielle,

ich bezog mich eigentlich mit meinem Spott auf den Anfangstext (Anreißer). Und den fand ich extrem schwach.
Menschen, die mit ihrem Geschlecht nichts anfangen können? :roll: Das fand ich jetzt eigentlich eher verletzend und nicht ernst genommen.
Das klingt so nach - ich hab nen Hammer in der Hand, bin aber zu doof zum Hämmern. Gut - der hinkt jetzt vielleicht - aber so hab ich das gelesen.
Vielleicht Andere auch? Genug der Analyse?

Ich empfinde solche Berichterstattung als sehr wenig hilfreich.
Tut mir Leid, aber ich hab aus dem ganzen Text in Großbuchstaben rausgelesen: "Mein Chef will das ich da was drüber schreibe. Dann Wurschtel ich schnell was zusammen, damit der seinen Rand hält."
Teile des Textes kamen mir eigentümlich bekannt vor. Ich kann mich aber leider beim besten Willen nicht mehr entsinnen, wo ich das schon mal gelesen hatte - Schade. Recherche via .... ?
Sorry - solche Journalisten kann ich nicht ernst nehmen.

Vielleicht bin ich viel zu kritisch? Ist durchaus möglich. Ich lege einfach nur den Maßstab an, der tagtäglich an mich angelegt wird.
Warum soll ich bei Anderen ein niedrigeres Niveau akzeptieren? Von diesen Leuten erwarte ich eigentlich mehr, da sie maßgeblich die öffentliche Meinung mit prägen, bzw. beeinflussen.
In der Zeitung mit den roten Buchstaben hätte ich es vielleicht verstehen können.

Ich schreibe halt dann beim nächsten Mal eine Abhandlung in der ich genau mit Zitaten belege, warum ich mich da eigentlich echauffiere oder amüsiere. :wink:
Das wäre dann so was wie der erklärte Witz.

Nix für ungut - aber - lehnt Euch nicht zu weit zurück, der Nächste kommt bestimmt. :)

Sonnige Grüße (so)
Christiane (ausgepöbelt + liniert)



conny
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 17 im Thema

Beitrag von conny » So 26. Feb 2017, 20:20

Christiane hat geschrieben:
So 26. Feb 2017, 19:04

Vielleicht bin ich viel zu kritisch? Ist durchaus möglich. Ich lege einfach nur den Maßstab an, der tagtäglich an mich angelegt wird.
Warum soll ich bei Anderen ein niedrigeres Niveau akzeptieren?
Hallo Christine,

ich bin zwar nicht Marielle, schreibe aber trotzdem seiner Argumentation zustimmend etwas zu Deiner Antwort.

Wie auch schon andere geschrieben haben, halte ich den Text für nicht schlecht und für die "Aufklärung" der FAZ-Leserschaft gut geeignet. Auch an anderer Stelle werden in diesem
Forum oft gute Zeitungsartikel kritisiert, weil manche Wortwahl unkorrekt ist. Bei der oft so fälschlicherweise genannten "Geschlechtsumwandlung" bekommen manche ja gleich regelmäßig Herzflattern.
Mein Tipp: hänge Deinen Anspruch einfach ein bisschen tiefer. Ansonsten findet man in gesellschaftlichen Kreisen über die Community hinaus wohl kaum für Transanliegen notwendige adäquate Gesprächspartner(innen) und dann schmort man nur im eigenen Saft.
Ich wiederhole mich: so wird das nichts!

LG
Conny

conny
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Re: F.A.Z. Zwischen Mann und Frau

Post 18 im Thema

Beitrag von conny » So 26. Feb 2017, 20:31

Macht es Sinn, den FAZ-Artikel in zwei Threads zu diskutieren? :roll:

viewtopic.php?f=52&t=13736

Plisseedreher70
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Re: F.A.Z. Zwischen Mann und Frau

Post 19 im Thema

Beitrag von Plisseedreher70 » So 26. Feb 2017, 23:02

Hallöchen,
inzwischen bin ich hier drei Jahre Forumsteilnehmer.
Vor dieser Zeit hatte ich genau so wenig Ahnung von all dem, was hier diskutiert wird, wie Otto Normalverbraucher. Ich wußte nur, dass es außer mir noch andere Männer geben soll, die gerne Damenkleider tragen...Punkt..
Anne-Mette sagt es richtig...es fehlen die Schnittstellen! Darum brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir in unserer Sache kaum vorwärts kommen. Die Vorurteile unserer Zeitgenossen tun ihr übriges. Die Politik wird nichts ausrichten können, so lange sie von den Ultakonservatiefen ständig ausgebremst wird und die Zukunft in dieser Sache sieht nicht gerade rosig aus...Trump, und, und, und...
Trotzdem Narri, Narro!
LG Plissi
Bin Mann, bleibe Mann, aber festliche Glanzkleider überziehen ist für mich berauschend!

Anne-Mette
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 20 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » So 26. Feb 2017, 23:14

Guten Abend,

... und danke, Conny )))(:

Ich habe die Themen zusammengeführt.

Herzliche Grüße
Anne-Mette

Vicky_Rose
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 21 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Mo 27. Feb 2017, 06:16

Stichwort Schnittstellen:

Ja Anne-Mette, das sehe ich ähnlich. Foren können uns helfen, mehr Selbstsicherheit zu finden, aber es besteht immer die Gefahr der "geistigen Inzucht". Das Leben findet draußen statt. Und wir können am meisten für uns tun, wenn wir draußen selbstbewusst und völlig selbstverständlich auftreten. Auf Dauer gehören wir dazu. Es geht auch nicht darum, dass Artikel völlig exakt sind. Das können sie auch nicht, denn wir sind ja auch sehr vielschichtig. Jede hat ihre eigene Wahrheit. Wichtig ist aber, dass solche Artikel uns den Boden bereiten, auch draußen leben zu können.

Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass wir nach solchen Artikel raus müssen. Denn wenn wir nicht erscheinen, verpufft die Wirkung der Artikel. Denn die Folgerung, dass es uns doch nur sehr, sehr selten gibt liegt nahe. Es liegt an uns, uns das Leben zu nehmen, das wir leben wollen. Es wird uns nicht vorenthalten.
Viele Grüße
Vicky

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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 22 im Thema

Beitrag von ab08 » Mo 27. Feb 2017, 08:47

Vicky_Rose hat geschrieben:
Mo 27. Feb 2017, 06:16
...wir können am meisten für uns tun, wenn wir draußen selbstbewusst und völlig selbstverständlich auftreten.
Hallo Vicky,

genau das ist sehr wichtig. (gitli)
Mein Leben spielt sich draußen ab.

-> Das Forum nutze ich, um anderen Tipps zu geben, oder um andere / ungefragt :oops: / über mir wichtige Dinge zu informieren.

-> Draußen gibt es durchaus Situationen, wo ich mich z.B. abgrenzen muss:
- Bei jeder telefonischen Taxi-Bestellung gebe ich zwei Taxinummern an, die nicht kommen dürfen, da ich dort jeweils unangemessen behandelt wurde.
- Bei der GAOP in Bogenhausen (vgl. Thread) war der Umgang verständlicherweise empathisch.
- Nächste Woche bekomme ich eine künstliche Hüfte. Sicher ein kompetenter Operateur, aber die Reaktionen mancher Mitarbeiter (bzgl. TS) waren unangenehm. Ich sprach es sofort an, aber in der Hektik war wenig Zeit. Wenn ich nun dort behandelt werde, wird dies, wenn nötig, sicher Thema. Bin halt Lehrerin. :oops: - Bildungslücken*), die mir auffallen, versuche ich zu schließen. - Wenn es klappt, gut. - Wenn nicht, kommt eine andere Vermittlungsmethode dran.- Und bzgl. Methode fallen mir viele Möglichkeiten ein. :wink:
Wenn in der Klinik bzgl. TS/Vorurteilen was vorfällt, berichte ich. Natürlich achte ich, auch bei Details, strikt auf Wahrheit, denn dann ist "öffentlich machen" wirksam.

Liebe Grüße
Andrea )))(:

*) Anmerkung: Zu Bildung gehört für mich auch Empathie... (vgl.Profil)
FÜR: Respekt, Menschenrechte und eine gelebte, demokratische Zivilgesellschaft, die Minderheiten schützt
ERGO: Umfassende Bildung für alle, effektive Regeln in Alltag und Netz, eine gut ausgestattete Polizei/Justiz

Daenerys Targaryen
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Re: F.A.Z. Zwischen Mann und Frau

Post 23 im Thema

Beitrag von Daenerys Targaryen » Mo 27. Feb 2017, 09:33

Anne-Mette hat geschrieben:
So 26. Feb 2017, 16:34
Moin,

ich denke, wir müssen Schnittstellen schaffen - und zwar kompatible )))(: (…) Wir kommen wir dahin, dass mehr Menschen mehr wissen (wollen)?
Das ist der der entscheidende Punkt. Ganz bestimmt erreichen wir das nicht,...

…indem wir bei jedem falsch verwendeten Begriff gleich "Diskriminierung!" schreien und den Urheber bashen.

…indem wir nur fordern, aber selten in verständlichen Worten genau erklären, warum wir das tun.

…indem wir ständig davon reden, dass wir "unsichtbar" gemacht werden, sich unsere eigene Sichtbarkeit aber weitestgehend auf das Internet, SHGs und ein paar TS-Kongresse beschränkt.

…indem wir eine eigene Sprache kreieren, die außer uns niemand versteht und vielen nicht-betroffenen Menschen Angst macht.

…indem wir uns ständig untereinander bekriegen, natürlich ebenfalls vornehmlich im Internet, denn da sieht man die Verletzungen nicht, die man beim anderen anrichtet, wenn man ihn mal verbal etwas "kerniger" angeht.

…indem wir den Eindruck vermitteln, dass uns das nächste Paar Pumps wichtiger ist als der Aufbau einer starken LGBT-Solidargemeinschaft.

…indem wir faschistoide Rangordnungen bauen, bei denen TS mehr Rechte haben sollten als IS, TGs, TVs, CDS und der Rest der Welt.

…indem wir uns ideologisch aufheizen, was uns zwar bei der Alltagsbewältigung helfen mag, uns aber nicht selten auch daran hindert, eigenständig denkende Persönlichkeiten zu werden.

…indem wir Journalisten, Medienschaffende, Fernsehmenschen (siehe GNTM-Thread) generell als unsere Feinde betrachten, als Teil des Verblödungs-Mainstreams, den es zu bekämpfen gilt, weil wir uns ja abgrenzen müssen von der sklerotisch-dumpfen Masse aus rückständigen afd-affinen Otto-Normalspießern mit Otto-Normalspießer-Vorlieben und Otto-Normalspießer-Problemen.

LG Daenerys

conny
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Re: F.A.Z. Zwischen Mann und Frau

Post 24 im Thema

Beitrag von conny » Mo 27. Feb 2017, 11:09

Plisseedreher70 hat geschrieben:
So 26. Feb 2017, 23:02
Die Vorurteile unserer Zeitgenossen tun ihr übriges. Die Politik wird nichts ausrichten können, so lange sie von den Ultakonservatiefen ständig ausgebremst wird...
Und was wird hier getan? Die Journalistin einer konsevativen Zeitung wird wegen ihres Artikel kritisiert statt ermuntert. Und in Deutschland sollte sich die Community erst einmal zusammenraufen und der Politik in geeigneter Lobbyarbeit sagen was sie ausrichten soll.

Frauke
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 25 im Thema

Beitrag von Frauke » Mo 27. Feb 2017, 15:07

Inzwischen habe ich mir den Artikel komplett durchgelesen. So schlecht fand ich diesen nicht. Es wurde einiges erklärt und versucht auf die Unterschiede einzugehen. Klar gibt es manch unglückliche Formulierungen, wie schon von einigen moniert. Und leider wird dann wieder mehr oder weniger die Verallgemeinerung "Trans*" verwendet. Trotzdem sehe ich diese Veröffentlichung als eine der besseren Art an.

Marielle
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Re: F.A.Z. Woche: Zwischen Mann und Frau

Post 26 im Thema

Beitrag von Marielle » Mo 27. Feb 2017, 19:26

Nabend Christiane,

wir müssen das Thema meinetwegen nicht weiter auswalzen, ich will aber auch keine Reaktion schuldig bleiben. Schliesslich hab ich angefangen hier auszuteilen.


Selbstverständlich hat jede_r zu Recht andere Erwartungen / Ansprüche an die Texte in bestimmten Medien-Erzeugnissen. Ich z.B. hätte den Artikel in der FAZ überhaupt nicht erwartet und bin daher sehr zufrieden damit, dass er überhaupt erschienen ist. Abgesehen davon trifft die Überschrift 'mit dem Geschlecht nichts anfangen können' mein eigenes Selbstverständnis sehr genau; aber tatsächlich auch nur individuell.

Mir war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir nicht konstruktiv sind und uns selbst keinen Gefallen damit tun, wenn wir ständig die Einlassungen der anderen nur kritisieren, wie das bisher absolut Usus war. Daenerys hat es m.E. treffend zusammengestellt: Wir sollten all das nicht tun, sondern sichtbar und anschlussfähig werden.

Und wenn uns das ein paar sprachliche Kröten zu schlucken zwingt und die eine oder andere sprachliche (oder sogar sachliche) Finesse dabei abhanden kommt: Was soll's? Kaum jemand im Land durchschaut den Feminismus in allen Facetten und Verästelungen, viel zu kompliziert für den Alltagsgebrauch. Und trotzdem haben die Leute (die meisten jedenfalls) kapiert, dass die Frauen OK sind, dass sie was wollen und das es ihnen zusteht. Darum geht's doch.

Hab es gut

Marielle
Wer Nationalisten und Rassisten wählt, weil im Land vermeintlich etwas nicht funktioniert,
der zündet auch das eigene Bett an, statt Werkzeug zu holen und die Heizung zu reparieren.

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