Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.
Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt. - # 3

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Anne-Mette
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 31 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 1. Aug 2016, 19:21

Moin,

das stimmt; es wird ja schließlich von der "Macht der BehandlerInnen" gesprochen.

Kompetenz ist gut; aber diese Macht geht in vielen Fällen zu weit und schränkt die persönlichen Rechte von vielen Menschen ein.

Gruß
Anne-Mette



JaquelineL
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 32 im Thema

Beitrag von JaquelineL » Mo 1. Aug 2016, 20:24

Hallo ihr Lieben,

erst mal vorweg: ich selbst sehe mich/TS nicht als "krank" im Sinne von "müssen vor sich selbst geschützt werden" an. Außerdem sehe ich die Gutachterei zu einer (aus meiner Sicht) Verwaltungslapalie mit dem Akronym VÄPÄ als völlig überzogen und unangemessen an. Schon der Begriff "Krankheit" ist derart ko-notiert, dass ich kritische Stimmen hierzu mehr als verstehen kann. Mein obiger Beitrag sollte eher Verständnis für die entsprechende Bezeichnung durch Dritte ausdrücken. Mit dem Begriff "Störung" hätte ich übrigens überhaupt keine Probleme. Schlussendlich ist das aber eher ein Begriffsthema, bei dem lediglich das "allgemeine Verständnis des jeweiligen Wortes" ausschlaggebend ist.

Hinsichtlich der medizinischen, unumkehrbaren Maßnahmen bin ich jedoch durchaus für eine Pflicht zu qualifizierten Beratung. Selbst hier im Forum gibt es so viele Betroffene, die sich ihrer Position unsicher sind und deren Selbstverständnis sich im Laufe der Zeit signifikant geändert hat. Da befürworte ich durchaus, das nicht "auf Zuruf" und nur oberflächlich begleitet Hormontherapie durchgezogen werden und die von Anne-Mette angesprochenen Gefälligkeitsgutachten zur Basis eines chirurgischen Eingriffs werden. Gut fände ich, wenn jede(r) die Möglichkeit einer fachlich und menschlich kompetenten Begleitung bekommt, einer Fachkraft, die hilft das persönliche Optimum zu finden, es gegen das mögliche Minimum abzugleichen unterstützt und dann an der Definition des schlussendliche Weges mitarbeitet.

Wohlgemerkt, selbst wenn es juristisch auf so etwas wie ein "Gutachten" vor Maßnahmen hinausläuft, sehe ich da durchaus einen Unterschied. Eher so wie die "Verschreibung" bei einem herkömmlichen Facharzt, der ja auch z. B. chirurgische Maßnahmen freigibt - in der Regel offensichtlich korrigierend, manchmal dann aber auch sehr, sehr teuer.

Hinsichtlich der VÄPÄ frage ich mich ernsthaft, warum man hierfür zwei Gutachten benötigt, während für eine Abtreibung, von diversen Menschen ja sogar als Tötung betrachtet, ein Beratungsgespräch juristisch ausreichend ist. Wäre es nicht schön, wenn z. B. Pro Familia auch für unsereins einen Beratungschein ausstellen dürfte und der für den Antrag ausreicht? Und es vielleicht dann nur noch ein Verwaltungsakt ist, statt Gerichte zu beschäftigen? Die haben doch schon genug mit H4-Widersprüchen zu tun ;)

Meines Erachtens ist hier tatsächlich noch viel Spielraum für eine signifikante Verbesserung unserer Verwaltungsabläufe. Aber zugegeben, da gibt es auch bei viel mehr Mitbürger betreffenden Vorgängen das gleiche Potential. Trotzdem kein Grund, dass wir uns hinten anstellen müssen :mrgreen:

Liebe Grüße
Jackie
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Anne-Mette
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 33 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Mo 1. Aug 2016, 23:45

Moin,

den Artikel von heise.de haben wir vor längerer Zeit schon einmal genannt/verlinkt. Es schadet bestimmt nicht, ihn nochmals zu nennen:

"Das Schweigen der Transsexuellen"

Das Europäische Parlament hat die andauernde Pathologisierung transsexueller Menschen auch in der EU scharf verurteilt, aber darüber spricht man nicht

http://m.heise.de/tp/artikel/35/35641/1.html

Gruß
Anne-Mette

Atalanta
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Re: Studie, die sich mit der Identität von Transmenschen auseinandergesetzt.

Post 34 im Thema

Beitrag von Atalanta » Mi 22. Mär 2017, 10:46

Marielle hat geschrieben:
Do 28. Jul 2016, 00:26
Hallo, Guten Abend,

um den ganzen Artikel im Original in The Lancet zu lesen, müsste man (leider) US-$ 31,50 berappen.
Wenn das so war, dann ist es nicht mehr so. Ob die Artikel nach einer gewissen Frist allgemein freigeben, weiß ich nicht).
Auf dies Link zum Abstract (Zusammenfassung) – die ist eh frei. Unten auf der Seite steht aber, dass der gesamte Artikel umsonst verfügbar ist.
Dazu kann man oben links "Article Options" den gesamten Artikel als PDF-Datei bekommen, wozu man aber als Nutzer angemeldet sein muss. Das wiederum steht jedem frei: Dann einfach unten auf der Seite anmelden oder sich neu als Nutzer registrieren.

Ich habe allerdings (z. Zt. jedenfalls) auch beruflich Zugang zu sehr vielen Datenbanken mit wissenschaftlichen Artikeln ( (888) (ap)) und wäre dann auch ohne Zahlung daran gekommen.

====

Rebeca Robles et al.: "Removing transgender identity from the classification of mental disorders: a Mexican field study for ICD-11." The Lancet Psychiatry, Volume 3, No. 9, p. 850–859, September 2016.

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