Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?
Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger? - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Magdalena
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 16 im Thema

Beitrag von Magdalena » So 8. Sep 2019, 16:41

Hallo,

das bunte Treiben gehört zum CSD dazu. Doch es ist ,zumindest da wo ich mal war, nicht alles. Vereine rund um dasThema Homosexuallität und Transidentität waren mit Infoständen vertreten.
Was aber eben bei den Meisten hängen bleibt, sind die Paraden mit den schrillen Kostümen. Nun sind die schrillen Auftritte auch nicht so meins, eher bevorzuge ich die Infostände. Aber wie sagt man so schön, klappern gehört zum Handwerk.

Jetzt, da in meinem beruflichen Umfeld es sich herumgesprochen hat, ich bin auch Magdalena. Kommen auch Fragen, wie , läufst du auch so rum? Da muss ich dann wohl oder übel zum Erklärbär werden.

Ansonsten bin ich nicht die graue Maus in der Masse. Ich brauche ja nur etwas Farbiges aus meinem Kleiderschrank nehmen. Ja zeigen, hier ist eine modebewusste Frau, schaut her.

Viele Grüße Magdalena
Lebe jeden Tag.

Dunja
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 17 im Thema

Beitrag von Dunja » So 8. Sep 2019, 16:55

Hmm,

schwere Frage.
Wollen wir so war genommen werden?
Ich für meinen Teil eigentlich nicht.

Jetzt kommt das goße

A B E R

Wer beachtet etwas, das nicht auffallend und aufreißerisch ist?

Super, ein toller wiederspruch. Wo ist die Lösung? Ich habe sie nicht.

Dunja

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 18 im Thema

Beitrag von Dolores59 » So 8. Sep 2019, 17:21

Es ist gut, dass es solche auffälligen, schrillen Menschen gibt. So haben wir eine Gruppe, von der wir uns trefflich distanzieren können. Denn so wie die (wer auch immer das ist) sind wir doch nicht! Also wirklich!

Das tut gut und ist menschlich (wenn wir auf der "richtigen" Seite stehen. Und es tut weh und ist unmenschlich, wenn wir auf der anderen (falschen) Seite stehen.

Kann passieren, dass wir je nach Standpunkt der Beobachter, auf beiden Seiten stehen.
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 19 im Thema

Beitrag von Mirjam » So 8. Sep 2019, 18:33

Hallo ihr Lieben,

ein spontaner Gedanke von mir dazu: Ein CSD ist nicht der Alltag, ich gehe mal davon aus, dass das sogar den meisten "Normalos" klar ist ;) Auffällig durch den Alltag zu gehen ist dann schon was anderes. Womit ich nicht sagen will, dass ich das grundsätzlich negativ sehe, die Welt ist schließlich schon grau (wo) genug (flo)

LG, Mirjam (pea)

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 20 im Thema

Beitrag von Astrid_M » So 8. Sep 2019, 19:40

Dunja hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 16:55
Hmm,

schwere Frage.
Wollen wir so war genommen werden?
Ich für meinen Teil eigentlich nicht.

Jetzt kommt das goße

A B E R

Wer beachtet etwas, das nicht auffallend und aufreißerisch ist?

Super, ein toller wiederspruch. Wo ist die Lösung? Ich habe sie nicht.

Dunja
Stimmt.
Ich denke, daß es keine richtige Antwort darauf gibt, außer, daß jeder für sich entscheiden muß, was das richtige Maß ist, und versucht ein bißchen Rücksicht zu nehmen.

Mir ist das persönlich auch zu viel Rummel und so war ich nie auf einem CSD. Das Ganze sehe ich zwiespältig: Es hat durch die Aufmerksamkeit seinen Nutzen.
Ich gönne natürlich auch den Teilnehmern ihren Spaß und viele "Normalos" finden da Gefallen daran. Manche, die sich mit den Themen sonst nicht beschäftigen würden,
bringt es zum Nachdenken. Und die Gruppen, die uns eh nicht ausstehen können, finden so oder so irgendwas gegen uns.
Aber: Wenn ständig "nur" Lärm gemacht wird, gehen die Botschaften drin auch unter.

Für mich ist das so:
Natürlich falle ich auf, wenn ich als Astrid unterwegs bin. Aber eigentlich will ich keine besondere Aufmerksamkeit für mich.
Durch diese "Phase" muß meine Umgebung und ich jetzt leider durch.
Extremes Auftreten finde ich für mich daher nicht hilfreich, Toleranz ist eben nicht unbegrenzt und eine gegenseitige Sache.
Mich nervt ja auch manches oder finde ich für mich unpassend ("nackt im Stadtpark rumliegen ..." - es ist für mich aber ok, wenn jemand das macht).

Auch in den "Communities" sind nicht alle gleich, da gibt es bunte Vögel und die eher Stillen. Ich denke, für die breite Masse ist es
gut und auch beruhigend zu wissen, daß es "beides" gibt und, daß "wir" uns in vielen Dingen eben gar nicht von ihnen unterscheiden.
Bei Veranstaltungen wie den CSDs geht das leider leicht unter und es engt die Sicht auf "uns" nun leider auch wieder ein.
Aber dafür ist das auch nicht an 365 Tagen und deshalb finde ich das insgesamt ok.

Ich denke, es gibt nicht viele Kölner (Mainzer etc.), die gerne das ganze Jahr Karneval hätten und sicher mögen das dort auch nicht alle.
Nur sieht man letztere dann auch nicht im Fernsehen oder bemerkt sie dann auf der Straße.
Mich jedenfalls würde man in dem Trubbel vergeblich suchen...
Astrid

MichiWell
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 21 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 8. Sep 2019, 22:40

Ohhh jeeee!!!

Da ist er wieder .. der Drang .. bis tief hinein in die queere Community .. ein möglichst angepasstes und unauffälliges Leben zu führen, und all jene zu verurteilen und abzulehnen, die nicht unauffällig und angepasst sind.

Es ist ein geradezu grotesker Widerspruch, einerseits wahrgenommen und akzeptiert werden zu wollen, und andererseits den Drang nach Unauffälligkeit so weit zu treiben, dass man Gleichbetroffene dafür angreift oder verurteilt, dass sie so sind wie sie sind.

Wirklich traurig, wenn ihr schon so normal seid. (ko)

BTW .. habt ihr euch mal den von Josii verlinkten Beitrag angeschaut!?
Josii hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 11:08
Und tatsächlich gab es sogar beim Schwäbischen Volkssender in Aktuell ein Filmchen mit 30 sec
https://www.swr.de/swraktuell/baden-wue ... 6-100.html.
Alles weitgehend "normale" Menschen, die da zu sehen sind .. nix schrill und schräg. Vielleicht solltet ihr weniger RTL, BILD und so weiter konsumieren!?
Zuletzt geändert von MichiWell am So 8. Sep 2019, 23:15, insgesamt 1-mal geändert.
Brauchst Du Hilfe oder einfach jemanden zum quatschen? Schick mir ´ne PN!

Jaddy
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 22 im Thema

Beitrag von Jaddy » So 8. Sep 2019, 23:07

Eine ganz ähnliche Diskussion fand vor einigen Wochen über Queer.de und auch in einem guten Blog statt, an der ich mich beteiligt habe. Andere Untergruppe, aber auch wieder die Frage, wie umgehen mit jenen der eigenen "Neigungsgruppe", die sich etwas ausserhalb der eigenen Komfortzone darstellen. Also mehr auffallen.

Eigentlich läuft es auf das eigene Bauchgrimmen hinaus, von anderen mit "denen" in einen Topf geworfen zu werden, deren Neigung wir persönlich nicht teilen, nicht nachvollziehen können, deren Existenz wir nicht vor eigenen Freund:innen rechtfertigen wollen. "Bist du etwa auch so einx?"

Ich verstehe das zum einen. Wer es schwer hat im eigenen Umfeld akzeptiert zu werden, möchte vielleicht nur "in Ruhe" gelassen werden.

Auf der anderen Seite begegnen uns allen noch viele Ungerechtigkeiten, Ausgrenzungen, Ressentiments. Die kriegen wir nicht mit Leisetreterei weg. Wir wissen zum Beispiel bei Sprache wissenschaftlich belegt, dass alles, was zu glatt durch geht, keine echte Änderung beruht. Das Binnen-I zum Beispiel.

Der Knackpunkt liegt für mich in der Solidarität. Freiheitsrechte sind #unteilbar. Auch wenn wir nicht alles verstehen, manche uns zu schrill sind, haben sie die gleichen Rechte wie wir. Und sie setzen sich letztlich auch für jene von uns ein, die unauffälliger sind und bleiben wollen.

Solange nicht auch die Schrillen, die Extravaganten toleriert werden - auch von uns, solange sind wir alle nicht wirklich frei, sondern weiter in Angst davor, ausgegrenzt oder angefeindet zu werden.

Keks-Marie
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 23 im Thema

Beitrag von Keks-Marie » Mo 9. Sep 2019, 00:19

MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
Ohhh jeeee!!!

Da ist er wieder .. der Drang .. bis tief hinein in die queere Community .. ein möglichst angepasstes und unauffälliges Leben zu führen, und all jene zu verurteilen und abzulehnen, die nicht unauffällig und angepasst sind.
Ich frage mich was falsch daran ist ein unauffälliges Leben leben zu möchten? Ich verurteile den schrillen Teil der Community nicht. Ich kämpfe dafür akzeptiert zu werden. Gleichgültig als selbstverständlich wahrgenommen zu werden. "Die Person ist Trans? Ja und?" Von diesem Szenario sind wir in der Realität weit entfernt. Und da man niemanden zur Toleranz zwingen kann, geht man den anderen Weg. Den Weg der "Anpassung" um wenn man schon nicht akzeptiert wird, unauffällig leben zu können. Das ist nichts wofür ich mir Vorwürfe machen müsste.
MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
Es ist ein geradezu grotesker Widerspruch, einerseits wahrgenommen und akzeptiert werden zu wollen, und andererseits den Drang nach Unauffälligkeit so weit zu treiben, dass man Gleichbetroffene dafür angreift oder verurteilt, dass sie so sind wie sie sind.

Wirklich traurig, wenn ihr schon so normal seid. (ko)
Ich habe hier erklärt wieso ich wahrgenommen werden möchte. Um anderen Betroffenen zu zeigen sie sind nicht alleine. Und ich falle persönlich halt lieber durch die Masse der Personen auf, die für Trans*-Rechte protestieren als dadurch das Reporter nur die schrillsten und buntesten Paradiesvögel zeigen.
Die Reaktionen einiger Menschen vor denen ich mich freiwillig oder unfreiwillig geoutet habe zeigen mir, dass viele sofort das Bild von Olivia Jones oder Conchita Wurst im Kopf haben. Das sind beides Künstler, welche eine Rolle Spielen. Es sind Kunstobjekte. Und Drag ist auf seine Art etwas tolles. Aber Drag ist nicht gleich Trans*. Und mir ist es wichtig, dass die Leute aufgeklärt werden. Das sie sehen ich bin ein in ihrem Weltbild normaler Mensch. Ob das meine eigene Definition von Normal ist spielt da keine Rolle. Und das ist das einzig traurige an der ganzen Geschichte.
Du hast in deinem Profil angegeben eine "Teilzeitfrau" zu sein. Gehst du als Frau viel raus? War das von Anfang an einfach für dich? Ist es immer einfach für dich, dich öffentlich als Frau zu bewegen? Noch nie negative Erfahrungen gemacht?
Es sind die negativen Erlebnisse die in Betroffenen den Drang nach Normalität befeuern. "Lasst mich in Ruhe, ich möchte einfach nur mein Leben leben!"
Die Blicke sind wie Nadelstiche. Haben die gerade über mich gelacht? Transphobe Bemerkungen im Job, beim Einkaufen, bei allem.... Es ist egal ob nur eine Person aus hundert einen dummen Spruch bringt. Es ist verletzend.
Ohne angleichende Operation ins Schwimmbad gehen. Einfach mal in die Sauna. Oder gar einfach auf die Toilette ohne kreischend aus dieser vertrieben zu werden. Das sind Erfahrungen die man erlebt haben muss um sich wirklich in die Betroffenen hinein versetzen zu können.
Wir und ich besonders. Fallen ungewollt auf. Und ab einem gewissen Punkt möchte man einfach nicht mehr auffallen. Um Normalität in den Alltag zu kriegen.
Ohne Angst auf die Straße gehen zu können. Das ist mein Recht, wofür ich kämpfe und wenn es an Akzeptanz für mich scheitert, weil durch die schrillen CSD-Teilnehmer/innen ein verzerrtes Bild von uns vermittelt wird, dann ist das etwas worüber ich mich zu Recht aufregen darf. Und das bedeutet nicht gleich das ich sie Verurteile und in ihrer Einzigartigkeit ablehne.

MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
BTW .. habt ihr euch mal den von Josii verlinkten Beitrag angeschaut!?
Ja, habe ich.
MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
Vielleicht solltet ihr weniger RTL, BILD und so weiter konsumieren!?
Vielleicht solltest du etwas weniger versuchen die Probleme anderer Menschen herunter zu spielen, wenn du keine Ahnung davon zu haben scheinst!
¯\_(ツ)_/¯

Schönen Tag noch!

Jaddy hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 23:07
Solange nicht auch die Schrillen, die Extravaganten toleriert werden - auch von uns, solange sind wir alle nicht wirklich frei, sondern weiter in Angst davor, ausgegrenzt oder angefeindet zu werden.
Da hast du Recht. Die Angst ist nicht abzustreiten.
Was wäre, wenn ein klein wenig Mut die einzige fehlende Zutat für ein glückliches Leben ist und man es nie herausfindet?

Die fesche Tina
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 24 im Thema

Beitrag von Die fesche Tina » Mo 9. Sep 2019, 11:36

Inzwischen hat sich hier eine schöne Diskussion zum Thema entwickelt. Ich finde es interessant eure verschiedenen Meinungen zu lesen. Bisher habe ich in Erfahrung gebracht, dass es hier im Forum wohl keine Drag Queens gibt, denn sonst hätten sich diese schon hier geäußert. Mir fällt auf, dass das absolut schrille nicht sehr "gemocht" wird. Ich hatte dazu schon etwas geschrieben, möchte es aber noch ein bißchen vertiefen. Im Grunde sehe ich es "zweischneidig": einerseits finde ich es großartig wenn Menschen auf Paraden, Treffen oder auf´ner Party den Alltag vergessen und einfach mal aus sich herausgehen. Und wenn die Konsequenz dabei ist dies in schrillen Kostümen zu tun, dann zeigt mir das schönste Kostüm+++ :mrgreen: Besonders die Herren sind was Mode und "Interaktion" anbelangt eingeschränkt und wenn sie sich nur auf Paraden (wie den CSD) so zeigen können wie es in der Arbeitswelt nicht geht, dann ist das für mich völlig ok. Mit Kostümen kann man niemanden wehtun, also dürfte sich daran doch niemand stören.

Die Kehrseite ist der Alltag. Auch ich würde schräg schauen, wenn mir ein Mann mit übertünchtem Makeup begegnet. Ich sehe es wie die meisten hier und finde es toll von euch, wenn ihr auf Natürlichkeit setzt und eher das Feminine für euch wichtig ist, als das unbedingte Auffallen. Ich denke das genau dieses Streben einen jeden von euch auszahlt.

Tina
Liebe Grüße, Tina

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Ich bin Tina und die Mutter von Jennifer. Ihr kennt sie unter ihrem Forumsnamen "Lady Jennifer"

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 25 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 9. Sep 2019, 12:26

MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
Alles weitgehend "normale" Menschen, die da zu sehen sind .. nix schrill und schräg. Vielleicht solltet ihr weniger RTL, BILD und so weiter konsumieren!?
-- Sehr vernünftiger Ansatz! - Aber wo gibt es die höchsten Einschaltquoten und die breiteste Leserschaft? - Und so prägt es das Bild (der "Blöd-Zeitung" :mrgreen: ) in den Köpfen vieler, wenn sie uns draußen erkennen. Ich kann mir zwar nur denken, was sie denken, aber manche sprechen es ja auch aus.

LG Nicole
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 26 im Thema

Beitrag von Nicole Doll » Mo 9. Sep 2019, 13:05

Die fesche Tina hat geschrieben:
Mo 9. Sep 2019, 11:36
Im Grunde sehe ich es "zweischneidig": einerseits finde ich es großartig wenn Menschen auf Paraden, Treffen oder auf´ner Party den Alltag vergessen und einfach mal aus sich herausgehen.
... wie ich vielleicht beim Karneval mit meinem Hexen-Kostüm. So etwas ist vollkommen in Ordnung, nur im normalen Alltag kommt es bei vielen nicht gut an. - Und bei nicht wenigen von uns entwickelt sich - wie auch bei mir - das Crossdressen aus einem heimlichen Fetisch, bei dem die weiblichen Reize oft maßlos übertrieben werden. Wie würde ich wohl draußen herum laufen, wenn es dieses Forum nicht gäbe? :? :shock:

LG Nicole (moin)
Jeder glaube an was er will. - Also sprach Zarathustra.

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 27 im Thema

Beitrag von Astrid_M » Mo 9. Sep 2019, 22:18

MichiWell hat geschrieben:
So 8. Sep 2019, 22:40
Ohhh jeeee!!!

Da ist er wieder .. der Drang .. bis tief hinein in die queere Community .. ein möglichst angepasstes und unauffälliges Leben zu führen, und all jene zu verurteilen und abzulehnen, die nicht unauffällig und angepasst sind.
...
Alles weitgehend "normale" Menschen, die da zu sehen sind .. nix schrill und schräg. Vielleicht solltet ihr weniger RTL, BILD und so weiter konsumieren!?
Vielen Dank für deinen Beitrag. Er zeigt deutlich wo das Problem liegt: "fehlende Toleranz gegen alle anderen" - das gibt es überall - auch in den Communities.
Im Übrigen sehe ich schon seit Jahren kein RTL und Bild habe ich noch nie gelesen. Im Grund weiß du doch gar nichts über mich.

Es ist so einfach und bequem seine Vorurteile zu pflegen. Vielleicht denkst du mal darüber nach, bevor du selbst über andere urteilst.
Mfg.
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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 28 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Di 10. Sep 2019, 05:51

Marie, danke für Deinen Beitrag (ki) Einfach nur "normal" leben, das ist es was sich so ziemlich jeder transidente Mensch wünscht. Ein Leben ohne komische Blicke, ohne ständige Erklärungen wieso, weshalb, warum. Ein Leben ohne Angst vor Pöbeleien oder Übergriffen. Ein Leben ohne Vorurteile (schwuler Perverser, der im Pornokino "wohnt" und sich bestimmt an Kindern vergreift). Wenn ich Menschen erkläre was Transidentität bedeutet, bringe ich auch immer das Beispiel von Olivia Jones und das es mit Menschen wie ihm nix zu tun hat. Das bedeutet jedoch nicht, das ich Dragqueens ablehne. Sie haben ganz einfach mit meinem Leben, mit dem Leben einer Frau, herzlich wenig zu tun.

@Michi: Nimm Dir doch mal 4 Wochen Urlaub und lebe in der Zeit 24/7 als Frau abseits von Veranstaltungen, Selbsthilfegruppen und anderer geschützter Räume. Gehe einkaufen, besuche Ämter.....eben der ganz normale Alltag.....vom Berufsleben wollen wir erst gar nicht sprechen. Es wäre interessant, was Du zu berichten hättest.....egal ob hier, bei RTL oder in der Bild (dr)

Liebe Grüße
Michelle
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Mein Leben dreht sich um´s leben, nicht um trans.

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 29 im Thema

Beitrag von SylviaM » Di 10. Sep 2019, 06:40

CSD ist wie Karneval: auffällig, laut und schrill
Drag Queens sind wie manche Künstler: auffällig, laut und schrill

Wer uns damit verbindet, hat sich noch nie mit dem Thema annähernd auseinandergesetzt, und das bei den doch viele Reportagen in Zeitung und TV, die es gibt Die Joey Heindle unter uns lassen grüßen

Wenn wir uns einen Kopf machen sollten, dann eher über Freizeitauftritter die mit spatpubertierender Auftritten extrem knappen Röcken und High Heels in der täglichen Menge dann doch extrem auffallen ( das würden die CIS Girls auch schon). Das diese Auftritte bei vielen hängenbleiben, darf man dann wirklich nicht verübeln.

Und das sage ich als jemand, der vielleicht nicht die öffentlichen Auftritte, dennoch knappe Röcke und High Heels liebt.

Natürlich sollte jeder so leben wie er möchte, solange er keinen anderen noch sich selbst Schaden anrichtet. Dennoch müssen wir uns bewusst sein, dass wir mit unseren Auftritten natürlich auf die Personen in unserem Umfeld wirken, sei es andere " Schwestern" oder unsere Partner. Das dann entsprechende Bilder aufschlagen, wenn sich eine Person outet, ist halt all zu menschlich.

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Re: Queeres Selbstverständnis Geht es nicht etwas unauffälliger?

Post 30 im Thema

Beitrag von Michelle_Engelhardt » Di 10. Sep 2019, 07:05

SylviaM hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 06:40
Wenn wir uns einen Kopf machen sollten, dann eher über Freizeitauftritter die mit spatpubertierender Auftritten extrem knappen Röcken und High Heels in der täglichen Menge dann doch extrem auffallen ( das würden die CIS Girls auch schon). Das diese Auftritte bei vielen hängenbleiben, darf man dann wirklich nicht verübeln.
Einen Kopf machen sollten wir uns eher über Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung. Das man damit nicht alle erreicht, ist allerdings klar, zumal die Gesellschaft gefühlt zunehmend verblödet. Bild, RTL, Insta, FB usw. scheinen mehr und mehr ihre Spuren zu hinterlassen. Auffallen tut man heutzutage bereits, wenn man nicht Jeans und Schlabberpulli trägt, dazu muss der Rock nicht mal kurz sein.

LG
Michelle
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