Die echte Lohnlücke
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Olivia
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Die echte Lohnlücke

Post 1 im Thema

Beitrag von Olivia » So 18. Feb 2018, 13:28

Die echte Lohnlücke



(Die Welt)
Der Gehaltsunterschied (Pay Gap) zwischen den Geschlechtern spielt vor allem regional eine Rolle. Der bislang geltende Pay Gap von 21 Prozent wird nun durch eine laufende Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) widerlegt: Demnach verdienen Frauen in jeder Region mit rund 2.791 Euro, beziehungsweise 2.814 Euro, gleichviel. Was sich unterscheidet, ist das durchschnittliche Einkommen der Männer: 4.531 Euro zu 2.398 Euro. Die Studie, für die man die Daten des Bundesamtes für Arbeit (BA) aus dem Jahr 2016 auswertet, werden im Herbst veröffentlicht. "Wo die Männer weniger verdienen, besteht tendenziell ein Pay Gap zugunsten der Frauen. Wo Männer mehr verdienen, sehen wir eher einen Pay Gap zugunsten der Männer", sagt Michaela Fuchs vom IAB Sachsen-Anhalt-Thüringen. Besonders hoch ist der Gender Pay Gap zugunsten der Männer an Industriestandorten wie Dingolfing-Landau (38,4), Ingolstadt (36,9), Böblingen (35,9), Bodenseekreis (33,6) und Erlangen (32,4). Regionen, in denen Männer im Durchschnitt weniger verdienen als Frauen, haben tendenziell eine gering ausgebildete Industrie und keine dominanten Großunternehmen. "Schauen Sie sich Cottbus an oder Schwerin oder Frankfurt (Oder): Die Männer verdienen weniger und sind häufiger arbeitslos. Da stehen die Frauen im Vergleich gut da", sagt Fuchs. "Wir haben die Daten von Sozialversicherungspflichtigen, die Vollzeit arbeiten", sagt Fuchs, "die Teilzeitkräfte fehlen in der Auswertung, und das sind vor allem Frauen." Der bundesdeutsche Pay Gap, den das IAB gefunden hat, liegt letztlich so bei 14 Prozent.

Olivia
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 2 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 9. Mär 2018, 10:33

Viele scheitern an der gläsernen Decke (Rhein-Neckar-Zeitung 08.03.2018)
Für jeden dritten Deutschen (34 Prozent) ist die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern das größte Problem, mit dem sich Frauen in Deutschland auseinandersetzen müssen. Da sind sich beide Geschlechter einig, wie eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ipsos zeigt. Im Jahr 2016 lag der sogenannte Gender Pay Gap, der gemittelte Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern, für Vollzeitbeschäftigte bei 14 Prozent. Das geht aus einer im Februar veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Dabei wurden auch deutliche regionale Unterschiede festgestellt: Während die meisten Frauen in Ostdeutschland sogar besser bezahlt wurden (hier lag die Lohnlücke bei minus zwei Prozent), hinken die westdeutschen Bundesländer hinterher. Hier betrug die Lohnlücke durchschnittlich 16 Prozent. Die höchsten Gehaltsunterschiede wurden in Baden-Württemberg (21 Prozent) gemessen

Simone 65
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 3 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Sa 10. Mär 2018, 16:39

Wir haben einen Tarifvertrag. Da gib es kein Unterschied zwischen Mann und Frau . Die wenigen Frauen hier , verdienen das Selbe wie ich .
Viele Frauen arbeiten in Teilzeit oder Schichten nicht . Und schon gibt es viele hundert Euro weniger.
Es ist schade , das in sozialen Berufen so schlecht bezahlt wird .
LG Simone
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MichiWell
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 4 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 11. Mär 2018, 00:39

Simone 65 hat geschrieben:
Sa 10. Mär 2018, 16:39
Wir haben einen Tarifvertrag. Da gib es kein Unterschied zwischen Mann und Frau . Die wenigen Frauen hier , verdienen das Selbe wie ich .
Viele Frauen arbeiten in Teilzeit oder Schichten nicht . Und schon gibt es viele hundert Euro weniger.
Es ist schade , das in sozialen Berufen so schlecht bezahlt wird .
LG Simone
Genau so ist es. Wir haben in Deutschland keine ungleiche Bezahlung von Mann und Frau, sondern eine ungleiche Entlohnung nach Berufen. Ganz vorne sind Industriearbeitsplätze, dann kommt der öffentliche Dienst, danach Handwerk u.ä. und ganz am Ende soziale Berufe. Dazu kommen Teilzeit und Schichtarbeit. Aber auch Zuschläge für Reisetätigkeit und Arbeit fern des Wohnortes, die die Kosten für das Wohnen in Hotels oder Penisionen und sonstigen Mehraufwand in der Lebensführung ausgleichen sollen, wurden zum Einkommen dazu gerechnet. Klar, dass so eine größere Pay Gap herauskommt. Das versuche ich schon länger zu erklären. Innerhalb weniger Jahre ist die sogenannte Gender Pay Gap schon deutlich kleiner geworden, ohne dass sich großartig etwas in der Entlohnung geändert hat. Es wurden hauptsächlich offensichtliche Mißstände im Berechnungsmodell korrigiert. So langsam ist es an der Zeit, das Problem grundsätzlich zu hinterfragen. Wir haben bei der Entlohnung keine Diskriminierung von Frauen, sondern von Berufsgruppen.

Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das noch kommt.

Michi
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 5 im Thema

Beitrag von sbsr » Mo 12. Mär 2018, 15:50

MichiWell hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 00:39
Ganz vorne sind Industriearbeitsplätze
Aber nur die, die der lautesten Gewerkschaft angehören. Wir sind Automobil Zulieferer und gelten als chemischer Betrieb. Wenn ich die Gehaltsklassen vergleichbarer Positionen bei den Automobilherstellern sehe, kommen mir bestenfalls die Tränen, manchmal auch was anderes hoch.

Übrigens, wir hatten lange Jahre eine Frau als kaufmännische Leitung, die inzwischen in der Geschäftsführung ist. Bei weitem nicht die Einzige im Konzern.
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.

Olivia
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 6 im Thema

Beitrag von Olivia » So 18. Mär 2018, 14:09

Gender Pay Gap: Lohnlücke bei aktueller Entwicklung erst 2138 geschlossen

(Mitteldeutsche Zeitung Online 16.03.2018)
Frauen in Deutschland verdienen nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes noch immer 21 Prozent weniger als Männer. Die Angleichung dieser Lohnlücke geht offenbar nur langsam voran. Im Jahr 2016 lag der "Gender Pay Gap" noch bei 23 Prozent - er hat sich seitdem um zwei Prozent verkleinert. Würde sich die Lohnlücke im gleichen Tempo verkleinert, wie sie es in den vergangenen zehn Jahren getan hat, wird eine Angleichung der Löhne erst in etwa 120 Jahren erreicht werden – also im Jahr 2138.

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 7 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 18. Mär 2018, 15:26

Och nö ... wie oft denn noch? :roll:

Andauernd wird mit Zahlen herumgefuchtelt, die nicht so recht verstanden und fortgesetzt missinterpretiert werden, weil es so schön ins erwünschte Feindbild passt.

So wird das nichts. Damit baut man eher Widerstände auf. Die Masse ist wohl dumm, aber so dumm nun auch wieder nicht, dass sie nicht irgendwann merkt, dass sie an der Nase herumgeführt wird. Und dann geht das nach hinten los. :wink:

Meiner Meinung nach sollte man es mal mit weniger Ideologie und mehr Ehrlichkeit versuchen.
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 8 im Thema

Beitrag von Olivia » So 18. Mär 2018, 15:36

Hallo MichiWell,

das Statistische Bundesamt ist eine Institution, die sich nicht bestimmten Ideologien verpflichtet fühlt, das Statistische Bundesamt ist nicht dafür bekannt, jemanden an der Nase herumführen zu wollen und das Statistische Bundesamt ist auch nicht im Verdacht, Feindbilder zu pflegen. Es ist einfach eine Tatsache, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Warum das so ist, hat viele Gründe. Dennoch: Mit der Tatsache kann man sich abfinden oder nicht. Ich tue es nicht - und viele andere auch nicht. Das anzuprangern kann gar nicht oft genug geschehen.

...und deshalb immer wieder...

Liebe Grüße von Olivia

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 9 im Thema

Beitrag von Simone 65 » So 18. Mär 2018, 15:38

Laut einer anderen Statistik , liegt die realen Lohnlücke bei 6 % . Nach rausrechnen von Schichtarbeit , Teilzeit , Auszeit wegen Kinder , Überstunden , und noch einige andere Faktoren . Jeder nimmt die Statistik, die gerade passt .
Es stimmt , in sogenanntem Frauenberufen wird weniger verdient . Besonders in sozialen Berufen sollte das nicht sein .
LG Simone.


Wenn ich heute zur Nachtschicht gehe , werden 300 Männer da sein und keine Frau . Und ich .
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 10 im Thema

Beitrag von MichiWell » So 18. Mär 2018, 15:52

Ich habe auch nicht das Statistische Bundesamt angegriffen, wie man durchaus bemerken kann.

Das Statistische Bundesamt liefert die Zahlen, die gefordert werden, aber interpretiert sie nicht. Das machen andere, und du betätigst dich als ihr Sprachverstärker.

Hättest du lieber mal die vorherigen Antworten von Simone und mir gelesen. :wink:

Statt dessen ignorierst du lieber die Einwände, die nicht ins Konzept passen, steckst die Finger in die Ohren und machst laut: "LALALALALA..." - Das meine Liebe ist Ideologie.

Michi
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Re: Die echte Lohnlücke

Post 11 im Thema

Beitrag von conny » So 18. Mär 2018, 16:40

Den Verdienstunterschied gibt es, aber er ist, so pauschal behauptet, strukturell bedingt und liegt i.W. nicht an den bösen Arbeitgebern. Die Frauen verdienen an exakt vergleichbaren Arbeitsplätzen nicht soviel weniger als ihre Arbeitskollegen:

http://www.spiegel.de/karriere/deutschl ... 98207.html

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 12 im Thema

Beitrag von Olivia » Mo 19. Mär 2018, 19:19

Hallo,

ich möchte in diesem Zusammenhang Frau Dr. Katarina Barley, die vormalige Familienministerin zitieren:

" ...in diesem Jahr feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland und seit 70 Jahren gilt mit Art. 3 unseres Grundgesetzes die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass Frauen im Jahr 2018 für gleiche und gleichwertige Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Es ist ein Skandal, dass im 21. Jahrhundert in Deutschland ein Gender Pay Gap von 21 Prozent besteht. Da gibt es auch durch Rechenspiele nichts zu beschönigen oder zu relativieren. Wir wissen, dass frauentypische Berufe schlechter bezahlt werden als Berufe, die mehrheitlich von Männern ergriffen werden. Wir wissen, dass Frauen seltener als Männer in Führungspositionen gelangen. Und wir wissen, dass Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit weniger Lohn bekommen. Das ist und bleibt ungerecht. ..."

Nun ist Frau Barley nicht durch ideologische Verbrämtheit oder ähnlichen Unfug aufgefallen, sondern vielmehr durch Sachlichkeit, Detail- und Faktentreue. Nur scheinen die Dinge, von denen Frau Barley meint, dass "wir" das wissen, nicht überall bekannt zu sein.

Liebe Grüße von Olivia
P.S.: Übrigens: Gestern war Equal Pay Day!!!!!

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 13 im Thema

Beitrag von conny » Mo 19. Mär 2018, 20:43

Die Ausführungen von Frau Barley sind so pauschal formuliert ja richtig. Wir haben Lohnunterschiede zwischen Branchen und Berufen, die dann aber für Frauen und Männer bestehen. Die bisher hier aufgeführten Argumente sind aber nicht außer Kraft gesetzt. Fakt ist, dass exakt vergleichbare Tätigkeiten in etwa auch gleich bezahlt werden.

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 14 im Thema

Beitrag von MichiWell » Mo 19. Mär 2018, 21:24

Olivia hat geschrieben:
Mo 19. Mär 2018, 19:19
Hallo,

ich möchte in diesem Zusammenhang Frau Dr. Katarina Barley, die vormalige Familienministerin zitieren:

" ...in diesem Jahr feiern wir 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland und seit 70 Jahren gilt mit Art. 3 unseres Grundgesetzes die Gleichberechtigung von Mann und Frau. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass Frauen im Jahr 2018 für gleiche und gleichwertige Arbeit weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen. Es ist ein Skandal, dass im 21. Jahrhundert in Deutschland ein Gender Pay Gap von 21 Prozent besteht. Da gibt es auch durch Rechenspiele nichts zu beschönigen oder zu relativieren. Wir wissen, dass frauentypische Berufe schlechter bezahlt werden als Berufe, die mehrheitlich von Männern ergriffen werden. Wir wissen, dass Frauen seltener als Männer in Führungspositionen gelangen. Und wir wissen, dass Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit weniger Lohn bekommen. Das ist und bleibt ungerecht. ..."

Nun ist Frau Barley nicht durch ideologische Verbrämtheit oder ähnlichen Unfug aufgefallen, sondern vielmehr durch Sachlichkeit, Detail- und Faktentreue. Nur scheinen die Dinge, von denen Frau Barley meint, dass "wir" das wissen, nicht überall bekannt zu sein.

Liebe Grüße von Olivia
P.S.: Übrigens: Gestern war Equal Pay Day!!!!!
Wenn jemand, wie hier in diesem Falle Frau Barley, ihre pauschalen Aussagen mit Zahlen untermauert, die zwar dem Buchstaben nach richtig sein mögen, aber in der Sache keine differenzierte Aussage machen, dann erlaube ich mir, solche Aussagen als ideologisch verbrähmt zu bezeichnen.

Und dadurch, dass derartige undifferenzierte und ideologisch verbrähmte Äußerungen von unterschiedlichen Leuten in annähernd im selben Wortlaut wieder und wieder wiederholt werden, macht sie nicht richtiger und wahrer. Ich bin in einem Land aufgewachsen, wo man meinte, die Menschen mit Ideologie in die erwünschte Richtung drücken zu können. Ich habe gelernt, nicht alles unkritisch und unhinterfragt runter zu schlucken.

Aber wie ist es mit dir? Hast du eigentlich auch einen eigenen Standpunkt, oder warum spielst du nur den Meinungsverstärker? Und warum hast du nicht mal versucht, dich mit den gemachten Äußerungen zu beschäftigen?

Ich zitiere mich mal selbst:
MichiWell hat geschrieben:
So 11. Mär 2018, 00:39
Wir haben in Deutschland keine ungleiche Bezahlung von Mann und Frau, sondern eine ungleiche Entlohnung nach Berufen. Ganz vorne sind Industriearbeitsplätze, dann kommt der öffentliche Dienst, danach Handwerk u.ä. und ganz am Ende soziale Berufe. Dazu kommen Teilzeit und Schichtarbeit. Aber auch Zuschläge für Reisetätigkeit und Arbeit fern des Wohnortes, die die Kosten für das Wohnen in Hotels oder Penisionen und sonstigen Mehraufwand in der Lebensführung ausgleichen sollen, wurden zum Einkommen dazu gerechnet. Klar, dass so eine größere Pay Gap herauskommt. Das versuche ich schon länger zu erklären. Innerhalb weniger Jahre ist die sogenannte Gender Pay Gap schon deutlich kleiner geworden, ohne dass sich großartig etwas in der Entlohnung geändert hat. Es wurden hauptsächlich offensichtliche Mißstände im Berechnungsmodell korrigiert. So langsam ist es an der Zeit, das Problem grundsätzlich zu hinterfragen. Wir haben bei der Entlohnung keine Diskriminierung von Frauen, sondern von Berufsgruppen.
Dennoch wird in der Öffentlichkeit von Politikern u.ä. immer noch mit der absoluten Zahl herumgefuchtelt, obwohl diese genau nicht die Aussagekraft hat, die man ihr zuschreibt.
:((a

Michi

PS: Übrigens ist morgen Dienstag!!!!!!1111einself
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Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Die echte Lohnlücke

Post 15 im Thema

Beitrag von Olivia » Fr 23. Mär 2018, 11:19

Hallo,

nochmals ein Zitat, diesmal von Frau Ute Zech, Präsidentin Business an Professional Women Germany e.V.

„…Haben wir nicht schon genug rechtliche Richtlinien, Vorschriften und Genderbeauftragte, die dafür sorgen, dass Frauen die gleichen Chancen haben wie Männer? Mindestlohn, Quote, Elternzeitgesetz, das jetzt auch immer mehr Väter einfordern – jetzt ist aber mal gut! Ist die Benachteiligung von Frauen nicht eine gefühlte? Selbstverantwortete? Frauen dürfen doch alles in Deutschland – reicht das nicht?
Nein, das reicht nicht. Das belegen die Zahlen. … Zwei davon: 48,8 Prozent verdienen Frauen in ihrem Leben weniger als Männer (Gender Lifetime Earnings Gap). Und um 53 Prozent geringer ist ihre Durchschnittsrente als die der Männer. Gleichstellung sieht anders aus. Dass die Hälfte der Bevölkerung nur halb so viel in der Tasche hat wie die andere Hälfte ist ein Skandal. …“

Ja, dem ist nichts hinzuzufügen, es ist ein Skandal! Und das ist auch meine Meinung und mein Standpunkt und: Wenn sich aus diesen Zahlen nicht ganz deutlich eine ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen sichtbar macht, wo denn dann? Natürlich ist das der gesellschaftliche Durchschnitt – aber der macht die Sache ja so grundungerecht wie er eben ist.
Ich arbeite im öD. Formal existiert ein Tarifvertrag, nach dem erhalten Männer und Frauen das gleiche Gehalt. Aber: Frauen sind in den niedrigen Einkommensgruppen stark überrepräsentiert und in den Führungspositionen stark unterrepräsentiert, in Teilzeit wieder stark überrepräsentiert. Trotzdem: Oberflächlich betrachtet ist man versucht zu sagen: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit. Aber das Problem liegt ja viel tiefer: Warum sind Frauen verstärkt in den unteren Einkommensschichten und nicht in der Führung und warum machen überwiegend Frauen die Teilzeit? Das hat Ursachen, gesellschaftliche Ursachen, und führt in der Summe zur Lohnungerechtigkeit. Darum geht es ja, die gesellschaftlichen Ursachen dafür zu analysieren und dann zu beheben.

Liebe Grüße von Olivia

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