Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018
Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018 - # 2

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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biene38
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 16 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 14:33

Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 13:55

Um das mal auf mich zu beschränken. Ich passe meinen Körper nicht an um einer Geschlechterrolle gerecht zu werden, ich kann auch als Frau leben, ohne körperliche Anpassungen vornehmen zu lassen. Alles, was ich körperlich verändere, tue ich ausschließlich für mich, damit ich mich besser fühle. Das hat mit meiner sozialen Rolle nichts zu tun.
Das habe ich auch so nicht geschrieben. Es war so gemeint, dass die Geschlechterrolle offensichtlich nicht zu dem Naturell passt, und deswegen wird der Körper an die entsprechende Geschlecherrolle angepasst. Denn in unserer Gesellschaft wird es nicht (oder nur sehr schwer) akzeptiert, wenn man z.B. als Mann aus der gewohnten Geschlechterrolle ausbricht. Ein Mann, der eher feinfühlig ist, sich für Mode und schöne Stoffe interessiert, der sich schön machen will, der auch verführerisch sein will und begehrt werden will, der auch eher die passive Rolle mag, usw. wird es in der männlichen Rolle sehr schwer haben.
Das erfahre ich ständig an mir selbst.
Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 13:55
Ich fühlte mich ja in meinem Körper nicht zu Hause. Die soziale Rollenänderung vom Mann zur Frau ist nur die logische Konsequenz, wenn ich meinen Körper, mein Aussehen einer Frau annähere, aber auch hier gibt natürlich wieder Ausnahmen (die die Regel bestätigen).

Ich werde nicht von äußeren Umständen gedrängt mich anzupassen, der Wunsch kommt aus mir selbst heraus.
Letztendlich wirst Du doch von äußeren Umständen gedrängt, vielleicht auch nur indirekt. Denn warum fühlst Du Dich denn nicht in Deinem Körper zu Hause, ich vermute, weil Dein Naturell nicht zu der männlichen gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrolle passt, oder?
Jedenfalls mir geht es so, mir ist eigentlich die weibliche Geschlechterrolle auch viel näher, als die männliche. Die passt nicht wirklich zu mir.

Ich möchte Dich übrigens in keinster Weise angreifen, ich möchte nur verstehen, wie wir ticken.

Anja
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 17 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 14:51

Moinsen,
biene38 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 14:33
Letztendlich wirst Du doch von äußeren Umständen gedrängt, vielleicht auch nur indirekt. Denn warum fühlst Du Dich denn nicht in Deinem Körper zu Hause, ich vermute, weil Dein Naturell nicht zu der männlichen gesellschaftlich vorgegebenen Geschlechterrolle passt, oder?
Nein, ganz im Gegenteil. Die äußeren Umstände übten ja eher Druck auf mich aus, alles so zu lassen wie es ist. Ich wusste ja vorher nicht, das es relativ reibungslos laufen würde. Ich hatte Angst alles zu verlieren. Meine Familie, meine Kinder, meinen Job, das Haus, meine bzw. unsere gut situierte finanzielle Situation... Alle äußeren Einflüsse drängten mich in die Richtung Mann zu bleiben. Deswegen war ich ja auch eine Zeit lang so unsicher. Erst als ich lernte, meinen Blick nach innen zu wenden, das Kopfkino auszuschalten, auf meinen Bauch zu hören, wusste ich was oder besser wer ich bin. Wer ich sein muss. Das kam aus mir selbst heraus. Sämtliche weiblichen Ambitionen hab ich ja seit meiner Kindheit immer unterdrückt. Das gehört sich schließlich nicht für einen Jungen oder später einen Mann.
Nein, mein Körper passt nicht zu mir. Deswegen habe ich eine HRT begonnen. Um mich in meiner Haut wohler zu fühlen. Nur für mich.
biene38 hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 14:33
Ich möchte Dich übrigens in keinster Weise angreifen, ich möchte nur verstehen, wie wir ticken.
Alles gut. Ich habe mich von dir nicht angegriffen gefühlt.
Ich mag es halt nicht, wenn die Arbeit anderer kritisiert wird. Ich bin dann eher ein Typ :lol: der es selbst auch macht und dem anderen dann zeigt "Guck mal, so hätte ich es gemacht". Hängt wohl mit meinem Job (Entwicklerin) zusammen.
Ich finde es bewundernswert, das sich unserer Thematik überhaupt so viel gewidmet wird. Schließlich machen wir nur einen sehr kleinen Prozentsatz der Gesellschaft aus. Wenn dann ein Sender viel Geld in die Hand nimmt um eine Reportage über uns machen und erfährt dann auch noch viel Kritik dafür (gerade von den Menschen, um die es geht), kann man sich an zwei Fingern abzählen, ob die das noch mal machen werden...
Und das habe ich ganz allgemein gemeint, das war z.B. auch nicht auf dich gemünzt, Biene.

Grüße
die Anja
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 18 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Di 20. Feb 2018, 14:57

Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 12:39
ich bin nicht empfindlich.
Ich habe die Kritik bezüglich meiner Reportage damals am eigenen Leib erfahren.
Liebe Anja,

erst mal möchte ich dich um Entschuldigung bitten, wenn ich dir zu Nahe getreten bin. Das war überhaupt nicht meine Absicht. Da dein Posting direkt unter meinem stand, habe ich es - vielleicht auch zu Unrecht - darauf bezogen, was ich geschrieben habe, nämlich mal ein repräsentatives Gesamtbild der Gesellschaft zu erhalten, wie diese zum Thema Transgeschlechtlichkeit generell steht. Natürlich weiß ich, dass es solche und solche Kritik gibt - die undifferenziert pöbelnde, die selbstverständlich verletzend sein kann, und die sachlich-konstruktive, die ja durchaus beide Seiten weiterbringen kann. Als letzeres habe ich meinen Beitrag verstanden.
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 19 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 15:03

Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 14:51

Sämtliche weiblichen Ambitionen hab ich ja seit meiner Kindheit immer unterdrückt. Das gehört sich schließlich nicht für einen Jungen oder später einen Mann.
Nein, mein Körper passt nicht zu mir.
Da sind wir genau an dem Punkt, worauf ich hinaus will. Von welchen weiblichen Ambitionen sprichst Du denn genau? Und diese passen ja offensichtlich nicht zur männlichen Rolle, oder? Dein Naturell passt somit besser zu der weiblichen Rolle, richtig?

Anja
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 20 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 15:11

@Sventlana
Alles gut. Wie gesagt, ich habe mich nicht angegriffen gefühlt. )))(:

@Biene
Ich verstehe nicht genau was du mit Rolle meinst. Natürlich passen meine weiblichen Ambitionen mehr zu einer Frau, denn ich bin ja eine...
Nur hat das halt nix mit äußeren Einflüssen zu tun. Wenn ich mir als Junge Damensachen gekauft habe, habe ich das aus eigenem Verlangen getan. Ich wollte ja zeitlebens der männlichen Rolle entsprechen, aber das konnte ich irgendwann nicht mehr.
Worauf du hinaus möchtest ist mir immer noch nicht klar.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 21 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 15:27

ich unterscheide zwischen biologischem Geschlecht und sozialem Geschlecht (=Geschlechterrolle).
Biologisch werde ich immer ein Mann bleiben, das ist genetisch vorgegeben. Aber mein Naturell ist der weiblichen Geschlechterrolle viel näher.
Jeder hat halt seine eigenen Ansichten, um klar zu kommen.
LG von der Biene

Anja
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 22 im Thema

Beitrag von Anja » Di 20. Feb 2018, 15:40

Hallo Biene,

mein biologisches Geschlecht kann ich auch nicht ändern, da bin ich ganz bei dir. Ich kann aber meinen Körper so weit anpassen, das sich meine Identität darin wohl fühlt. Wobei ich von den Möglichkeiten bisher nur die HRT beansprucht habe.
Aber von einer Geschlechterrolle zu sprechen, das klingt für mich eher nach einem Spiel. Und das ist es nicht. Niemand wird solche Risiken, wie ich weiter vorne geschrieben habe, in Kauf nehmen, nur um eine Rolle einzunehmen.
Wie gesagt, das soziale Geschlecht ändert sich natürlich auch. Aber das folgt keinen äußeren Einflüssen. Auf den Punkt will ich hinaus.
Es ist allein innerem Druck geschuldet, die Anpassungen meines Körpers, sowie die Anpassung meines Personenstandes.
Du meintest ja, das ich auf äußeren Druck hin diese Schritte gemacht habe. Und ich verweise eindringlich darauf, das genau das Gegenteil der Fall ist. Das kann dir sicher jede Transfrau bestätigen.

Grüße
die Anja
*staatlich geprüfte Frau*

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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 23 im Thema

Beitrag von biene38 » Di 20. Feb 2018, 16:45

Anja hat geschrieben:
Di 20. Feb 2018, 15:40

Es ist allein innerem Druck geschuldet, die Anpassungen meines Körpers, sowie die Anpassung meines Personenstandes.
Du meintest ja, das ich auf äußeren Druck hin diese Schritte gemacht habe.
Ich meine auch nicht durch direkten äußeren Druck, sondern eher durch indirekten.
Da man ausgehend von seinem Naturell/seinen Ambitionen eben nicht zu der sozialen männlichen Rolle (das ist ja keine natürliche Rolle, sondern eine gesellschaftliche Rolle) passt, sondern viel mehr zu der Rolle des anderen Geschlechtes passt. Der Druck/Wunsch entsteht natürlich in einem selbst, aber von den äußeren Bedingungen ausgelöst.
Meine Vermutung ist, wären die äußeren Bedingungen anders, würde dieser Druck/Wunsch in einem gar nicht entstehen.
Also wenn Deine Ambitionen, die Du als weibliche beschreibst -ich bezeichne sie neutral einfach als Ambitionen, da ich denke, dass sie eigentlich geschlechtsunspezifisch sind, nur in unserer Gesellschaft einem Geschlecht zugeordnet werden (= Geschlechterrolle) - gut zu der männlichen sozialen Rolle gepasst hätten, dann wäre ja gar keine Anpassung nötig und Du wärst vermutlich mit Deinem Körper ganz zufrieden.

hannah51
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Re: Programmhinweis für Samstag, 17.Februar 2018

Post 24 im Thema

Beitrag von hannah51 » Di 20. Feb 2018, 18:29

Hallo Ihr Lieben,

ich misch mich nochmal ein...
ich habe wohl auch schon an anderer Stelle dargelegt, dass ich
mit meinem Körper , so wie er ist- in seiner meinetwegen durch Training, Bewegung etc veränderbaren Form-,
nicht nur zufrieden sondern glücklich bin
Die derzeit sich massiv ankündigenden Alteserscheinungen leider mit Zähneknirschen, obwohl das schon mit den Risiko
eines selbstverschuldeten Schadens einhergehen kann...
das bezieht sich auch auf die sexuellen Möglichkeiten, die er mir schenkt.
nach den Lektüren vieler Beiträge, nach Gesprächen mit -meist Jüngeren, wurde hier auch schon angesprochen-
Menschen, die eine GAOP vor oder hinter sich haben, weiß ich, daß ich mit meiner Situation sehr gut dran bin.
Diese nehmen ein großes Risikoauf sich.
Es geht ihnen eben nicht so wie mir und mehr oder weniger Vielen...
Denn sie sind offensichtlich nicht glücklich in ihrem Körper.
Und das hat aber auch nichts mit sozialem Druck oder herrschenden Rollenbildern zu tun.
Ich kann ihnen absolut nicht unterstellen, daß das für sie keine fühlbare physische Not ist, sich dieser Änderung
zu unterziehen, mit den Schwierigkeiten, Schmerzen, Risiken und nicht vorhersehbaren sozialen Folgen.
Vielmehr muß ich sie für den Mut bewundern, diese Diskrepanz in ihrem Leben anzuerkennen und...
die daraus folgenden Schritte zu gehen.
Im übrigen fällt mir mal wieder auf, daß sehr viel über Geschlecht, Geschlechterrollen gesprochen
wird, selten über Sex..wist doch auch ein Thema für die weibliche Geschlechterrollle, oder---
genauso wie für die männliche

Ihr lieben Transfrauen hier.. ich bin nicht immer d´accord mit Eurer Thematik. aber ich
will Eure Motivation -es sei denn in einem Einzelfall..
und der müßte mir mit fast allen seinen Details zur Kenntnis gelangt sein-
niemals in den Zweifel ziehen.

Chapeau
hannah

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