Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft
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zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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LiaLaxy
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Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft

Post 1 im Thema

Beitrag von LiaLaxy » Fr 2. Feb 2018, 13:12

Hallo zusammen,

ich bin durch Zufall auf die Webseite des DIJG gekommen, eine Einrichtung der "Offensive Junger Christen".
Die Webseite bemüht sich darum, mit (meiner Meinung nach) vollkommen lächerlichen Argumenten eine völlig veraltete Weltanschauung zu erhalten und zieht dabei über Homosexuelle und insbesondere Transsexuelle in einer Weise her, die ich hier einfach mal anprangern muss.
Beliebt sind hier Stellungnahmen von irgendwelchen selbsternannten Experten, die dem Leser klarmachen wollen, dass unser gesamtes Bild von einer Gesellschaft mit mehr als bloß zwei Geschlechtern eine pure Illusion ist und wir alle psychisch verwirrt sind.

Der amerikanische Psychotherapeut, ich betone, Psychotherapeut Joseph Nicolosi führt Transsexualität zum Beispiel darauf zurück, dass praktisch ALLE Transsexuellen in ihrer frühen Kindheit einen Komplex entwickeln, durch den sie nicht von ihrer Mutter getrennt werden wollen und dem Glauben anheimfallen, sie müssten eine Frau (also "wie ihre Mutter") werden, um sie "in sich aufnehmen zu können und nie mehr zu verlieren".
Er schlägt daher vor, transsexuellen Jungen jede Möglichkeit, das Geschlecht zu wechseln, zu verwehren und stattdessen zu versuchen, ihn dazu zu bringen, "sein biologisch gegebenes Mannsein anzunehmen und sich wohl zu fühlen im einem Leben mit seinem intakten, chirurgisch nicht verstümmelten Körper, mit dem er auf die Welt gekommen ist."
Was ist das bitte für ein gequirlter Schwachsinn und für ein fürchterlicher Psychotherapeut? Glaubt er, einem Jungen damit das Leben zu verschönern? Weiß er überhaupt, was Transsexualität ist?
Hier der Link zum Artikel: dijg.de/transsexualitaet-geschlechtsumwandlung/transgender-kinder-stoerungen-geschlechtsidentitaet/

Ich bezweifle, dass sich auch nur eine einzige Person, die einen Artikel auf dieser Webseite schreibt, aktiv und emotional mit dem Thema befasst es. Ich fasse es einfach nicht.
An anderer Stelle wird eine Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, ebenfalls aus Amerika, zitiert. Sie hält einen Geschlechtswechsel nicht nur für eine "unverantwortliche Praxis", sondern behauptet, den Betroffenen würde die Transsexualität lediglich von außen indoktriniert und "die Verbreitung der Transgender-Ideologie" sei ein "seelischer Missbrauch" der Kinder.
Man werde also nicht als Transgender geboren, sondern allein das soziale Umfeld eines Kindes würde dieses in die Transsexualität treiben.
Auch sie belegt ihre Meinung mit dem Beispiel eines Jungen, der bloß seinen Eltern gefallen wollte, weil diese anscheinend Mädchen lieber mochten. „Mama und Papa lieben Mädchen. Wenn ich Liebe von ihnen bekommen will, muss ich ein Mädchen sein.“ Heißt das nun, dass wir alle so denken? Würde ich meinem Vater gefallen wollen, würde ich im Körper eines Jungen bleiben. So viel dazu.
Diesen Artikel findet ihr hier: dijg.de/blog/transsexualitaet/niemand-wird-als-transgender-geboren-730

Es tut so weh, im 21. Jahrhundert immer noch solche Artikel im Internet lesen zu müssen und von echten Ärzten zu hören, die glauben, sie würden Kindern helfen, indem sie deren innerste Träume und Bedürfnisse als seelische Verwirrung abtun und sie zwingen, ein Leben lang im falschen Körper zu wohnen.

Ich hoffe, ich habe damit niemandem den Tag versaut.

Viele Grüße,

Lia
Außen erwachsen, innen Kind, außen Mann, innen Frau.

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Re: Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft

Post 2 im Thema

Beitrag von Jenina » Fr 2. Feb 2018, 14:53

Hallo Lia,

diese Seite ist schon lange bekannt und berüchtigt. Sie wird von klerikal-faschistischen Kräften mit ihrer bekannt einseitigen und dikriminierenden Einstellung betriebn.
Dort zu lesen und sich natürlich darüber aufzuregen ist sher belastend, auch für mich. Aber die Dummheit ist ja bekanntlich unendlich...

Jenina
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MichiWell
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Re: Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft

Post 3 im Thema

Beitrag von MichiWell » Fr 2. Feb 2018, 15:12

Hallo Lia,

um sich die Seite anzutun, braucht es schon einigen Mut, viel Kraft und Selbstbewusstsein, um über dem Lesen des abstrusen, ideologisch aufgeladenen Geschwafels nicht zusammenzubrechen.

Wikipedia schreibt dazu:
Mit dem Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG, in Übersetzungen: German Institute for Youth and Society, GIYS) unter Leitung von Jeppe Rasmussen geht die OJC einer apologetischen Aufgabe nach, bei der es ihr nicht um „ein unbehaustes Wissen, sondern um ein Wissen, das dem Leben dient“[D 1], gehe.
Wobei "apologetische Aufgaben" eine sehr freundliche Umschreibung für dieses Streben theologischer Fundamentalisten ist. :wink:


Michi
Raider heißt jetzt Twix. Sonst ändert sich nix.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie.

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Re: Das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft

Post 4 im Thema

Beitrag von Dolores59 » Fr 2. Feb 2018, 15:39

Die Seite werde ich nicht besuchen, weil es mich zur Verzweiflung bringt, wenn Christenmenschen meinen, mit Gewalt Gott unter die Arme greifen zu müssen. Es ist eine Sache, eine Meinung bzw. ein Weltbild zu vertreten, aber eine ganz andere Sache, andere Menschen durch Zwangsmaßnahmen zu dieser Meinung zu verhelfen bzw. sie so zu bearbeiten, dass sie dieser Meinung bzw. diesem Weltbild entsprechen.

Gott sei Dank behandelt uns Gott nicht so, wie es diese Leute tun. Dann hätten wir alle, Transgender oder nicht, ganz schlechte Karten.

LG
Dolores
Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.
(Psalm 139,14)

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