Angriff auf eine Transfrau
Angriff auf eine Transfrau - # 3

zu den Themen Crossdressing, Transgender, Transident...
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Aria
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 31 im Thema

Beitrag von Aria » Di 11. Feb 2020, 20:18

Jasmine hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 14:28
Jetzt meine Frage dazu: Wenn Videoaufzeichnungen in der Ubahn gemacht werden, dann müssten meiner Meinung nach auch Hinweisschilder betreffend der Videoüberwachung angebracht sein.
Folglich passierte die Tat im Wissen das eine Videoüberwachung existiert. Haben die Täter kein Unrechtsbewusstsein? Oder sollte der Staat für mehr Sicherheit sorgen?
Ich muss zugeben, ich war ein wenig verwundert, über deine - sorry, dass ich das so sagen muss - kindliche Naivität, was das Unrechtsbewusstsein so einiger Menschen angeht. Leider leben wir in einer Welt, wo es Menschen gibt, denen es scheissegal ist, ob sie, bei dem was sie tun, beobachtet, angemahnt oder verfolgt werden. Die haben einfach eine ganz andere Hemmschwelle als jemand, der aus gut behüteten Verhältnissen kommt. Die mussten schon früh lernen sich durchzuschlagen. Kommen aus sehr schwierigen Verhältnissen, haben vllt. Krieg erlebt und stehen ansonsten nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens. Denen ist es schlichtweg wurst, was mit ihnen oder dir passiert, wenn sie dich haben.

Da hilft auch keine Videoüberwachung. Denn selbst wenn die irgendwann geschnappt werden, lachen die nur über die strafrechtliche Verfolgung, die es in Deutschland gibt. Da kann der Staat für mehr Sicherheit sorgen wie er will, wenn die Gesetze nicht dementsprechend angepasst werden. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen aus Afghanistan. Der sagte mir, dass die sich hier kaputt lachen über die Repressalien, die sie erwarten, wenn sie wider dem Gesetz handeln. Das hätten wir uns daheim nicht getraut, aber bei euch ist einfach alles möglich, sagte er. Deutschland ist das Land of Rape and Honey in Sachen Strafverfolgung. Guck sich doch nur einer mal an, wie sehr die grossen Clans die Städte beherrschen. Und das ist nicht erst seit gestern so. In FfM gab es in den 90ern schon Stadtteile, da ist kein Taxi hingefahren. Heute ist es beinahe jede Stadt im Pott, in denen es sogenannte No-Go-Areas gibt. Da fährt noch nicht mal die Polizei hin - und Rettungsdienste äusserst ungern.
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ascona
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 32 im Thema

Beitrag von ascona » Di 11. Feb 2020, 22:57

Bei deinem Beitrag, Aria, kam ich in's grübeln :
Aria hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 20:18
Denn selbst wenn die irgendwann geschnappt werden, lachen die nur über die strafrechtliche Verfolgung, die es in Deutschland gibt. Da kann der Staat für mehr Sicherheit sorgen wie er will, wenn die Gesetze nicht dementsprechend angepasst werden. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen aus Afghanistan. Der sagte mir, dass die sich hier kaputt lachen über die Repressalien, die sie erwarten, wenn sie wider dem Gesetz handeln. Das hätten wir uns daheim nicht getraut, aber bei euch ist einfach alles möglich, sagte er. Deutschland ist das Land of Rape and Honey in Sachen Strafverfolgung. Guck sich doch nur einer mal an, wie sehr die grossen Clans die Städte beherrschen. Und das ist nicht erst seit gestern so. In FfM gab es in den 90ern schon Stadtteile, da ist kein Taxi hingefahren. Heute ist es beinahe jede Stadt im Pott, in denen es sogenannte No-Go-Areas gibt. Da fährt noch nicht mal die Polizei hin - und Rettungsdienste äusserst ungern.
Weiter oben hatte Momo bereits ziemlich emotional die Polizei kritisiert.
Hat dafür von vielen Kritik bekommen. Berechtigt.

Jetzt kritisierst du noch pauschaler Deutschland. Die deutsche Justiz und die deutsche Polizei.
Ist das besser ? Entrüsten sich jetzt auch viele ? Oder ist es nicht sogar modern und salonfähig geworden, auf diese Weise über Deutschland zu schimpfen ?

Das sind die Fragen, die sich mir stellen.
Also: keine Kritik an dir , Aria ! Ich glaube auch, daß es solche Mißstände gibt, und ich wär der erste, der dafür ist - da wo sie tatsächlich existieren (!), dagegen etwas zu unternehmen.

mit nachdenklichen Grüssen (wie man so schreibt)
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 33 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Mi 12. Feb 2020, 05:33

Die hier bestehenden Gesetze sind in Ordnung, über das Strafmaß bei den Verurteilungen kann man geteilter Meinung sein. Es wird oft nach mehr Polizei auf den Straßen gerufen. Warum gönnt man sich dann aber achselzuckend an jedem Wochenende die Begleitung von grölenden "Fußballfans" zum Stadion. Hunderte Polizisten schieben dafür Überstunden. Der Steuerzahler zahlt, und die Fußballvereine füllen sich die Portemonnaies bis zum Bersten. Darüber spricht aber kaum jemand. Damit degradiert man die gute Arbeit der Polizisten, man behandelt sie dadurch wie Hilfsdienstleistende. Haben sie das verdient? Nein. Demokratie heißt nicht immer nur Fordern, sondern auch Geben. Manchmal kostet Geben auch nichts, Fußballfans stellen freiwillig die Schlägerein ein, dezimiert auch die Folgekosten im Krankenhaus. Die Polizei könnte dann statt am Stadion in den "NoGo-Areas" präsent sein.

Deutschland ist nicht das Land von Rape and Honey, das ist eine Behauptung die von Parteien der rechten Gruppierung immer wiederholt wird. Polizei und Statistik sagen genau das Gegenteil, und das seit Jahren. Klar jeder Fall ist einer zuviel, aber Deutschland ist doch recht sicher. Ob man z.B. in Italien genau so sicher ist?

LG
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 34 im Thema

Beitrag von Jaddy » Mi 12. Feb 2020, 11:09

Petra Sofie hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 05:33
Deutschland ist nicht das Land von Rape and Honey, das ist eine Behauptung die von Parteien der rechten Gruppierung immer wiederholt wird. Polizei und Statistik sagen genau das Gegenteil, und das seit Jahren. Klar jeder Fall ist einer zuviel, aber Deutschland ist doch recht sicher.
Sogar sicherer als jemals zuvor. Deshalb wird auch jeder EInzelfall deutlicher beachtet und Taten, die früher unter "ist eben so" verbucht worden wären - zum Beispiel merkmalsbezogene Hassverbrechen - werden jetzt angezeigt und thematisiert. Das ist auch gut so, denn nur dadurch ändert sich etwas.

Denkt mal an die vielen Beiträge hier, wo Menschen meist doch irgendwie erkennbar nicht mainstream rausgehen, in Alltag, Familie, Job und ganz normale oder sogar viele schöne Erlebnisse haben. Das generelle Fazit beim "anders sein, anders erscheinen" ist "boah, alles prima". Und _das_ wäre hier vor 30-40 Jahren noch deutlich anders gewesen.

Aria
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 35 im Thema

Beitrag von Aria » Mi 12. Feb 2020, 19:37

ascona hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 22:57
Bei deinem Beitrag, Aria, kam ich in's grübeln :
Aria hat geschrieben:
Di 11. Feb 2020, 20:18
Denn selbst wenn die irgendwann geschnappt werden, lachen die nur über die strafrechtliche Verfolgung, die es in Deutschland gibt. Da kann der Staat für mehr Sicherheit sorgen wie er will, wenn die Gesetze nicht dementsprechend angepasst werden. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen aus Afghanistan. Der sagte mir, dass die sich hier kaputt lachen über die Repressalien, die sie erwarten, wenn sie wider dem Gesetz handeln. Das hätten wir uns daheim nicht getraut, aber bei euch ist einfach alles möglich, sagte er. Deutschland ist das Land of Rape and Honey in Sachen Strafverfolgung. Guck sich doch nur einer mal an, wie sehr die grossen Clans die Städte beherrschen. Und das ist nicht erst seit gestern so. In FfM gab es in den 90ern schon Stadtteile, da ist kein Taxi hingefahren. Heute ist es beinahe jede Stadt im Pott, in denen es sogenannte No-Go-Areas gibt. Da fährt noch nicht mal die Polizei hin - und Rettungsdienste äusserst ungern.
Weiter oben hatte Momo bereits ziemlich emotional die Polizei kritisiert.
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Jetzt kritisierst du noch pauschaler Deutschland. Die deutsche Justiz und die deutsche Polizei.
Ist das besser ? Entrüsten sich jetzt auch viele ? Oder ist es nicht sogar modern und salonfähig geworden, auf diese Weise über Deutschland zu schimpfen ?

Das sind die Fragen, die sich mir stellen.
Also: keine Kritik an dir , Aria ! Ich glaube auch, daß es solche Mißstände gibt, und ich wär der erste, der dafür ist - da wo sie tatsächlich existieren (!), dagegen etwas zu unternehmen.

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Es ist immer wieder verblüffend, wie Beiträge missverstanden und dann auch noch komplett anders ausgelegt werden. So auch hier!
Habe ich die Justiz kritisiert? Nein. Habe ich die Polizei kritisiert? Nein. Lies noch mal genau, was ich geschrieben habe, dann wirst du mir recht geben. Und genau das ist auch der Grund, warum ich dafür nicht kritisiert werde. Ausserdem ist es mir völlig wurst, wenn mein*e Vorschreiber*in Kritik einstecken musste oder nicht. Wenn ich die gleiche Meinung habe, sage ich das. Als ob ich mich dann ducke und ja meinen Mund halte, um bloss nicht unangenehm aufzufallen. Ist vllt in D so üblich aber nicht bei mir zuhause. Dennoch halte ich fest, dass ich die Meinung von Momo nicht teile, weil die auf das komplett falsche Ende abzielt.

Polizei und Justiz können nur nach gegebenen Gesetzen handeln. und die sind mMn viel zu lasch und schützen noch nicht mal diejenigen, die für ihre Einhaltung ihren Kopf hin halten müssen. Wenn man mal sieht, was sich Polizisten hier gefallen lassen müssen und auch noch angezeigt werden, wenn sie den Täter nicht sozial und politisch korrekt behandeln, während dieser sich aufführt wie Rumpelstilzchen und deren Rechte mit Füssen tritt, dann kann man sie nur für ihren Mut, diesen Job auszuführen beglückwünschen. Ehrlich, ich möchte diesen Job nicht machen. Mein Sohn möchte später gerne mal zur Polizei - ich bekomme heut schon Bauchschmerzen bei dem Gedanken ihn Streife fahren zu sehen.

Nein, das sind nicht diejenigen, denen mein Unverständnis gilt. Das gilt denen, die nicht wissen, wie es draussen abgeht. Die ihre Entscheidungen auf Statistiken stützen und ansonsten den ganzen Tag in ihren Bürostuhl pupsen. Leute, die an der Realität vorbei leben und sich dann auch noch gegenseitig auf die Schulter klopfen, was sie denn alles für dieses Land getan haben.

Wie ich schon gesagt habe, sage ich, wenn mir was nicht passt. Und ob es jetzt salonfähig ist, über die Zustände in D zu schimpfen oder nicht, geht mir am Allerwertesten vorbei. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder nur noch nickt und sich wegduckt? Genau dahin, wo wir bereits sind. An den Punkt, wo man alles mit uns machen kann und wir auch noch freundlich Bitte und Danke dafür sagen.
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Aria
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 36 im Thema

Beitrag von Aria » Mi 12. Feb 2020, 20:15

Petra Sofie hat geschrieben:
Mi 12. Feb 2020, 05:33
Deutschland ist nicht das Land von Rape and Honey, das ist eine Behauptung die von Parteien der rechten Gruppierung immer wiederholt wird. Polizei und Statistik sagen genau das Gegenteil, und das seit Jahren. Klar jeder Fall ist einer zuviel, aber Deutschland ist doch recht sicher. Ob man z.B. in Italien genau so sicher ist?
Ja klar sagen die was anderes. Mir würde ja auch nicht einfallen, mein eigenes Nest zu beschmutzen. Ob das rechte Gruppierungen behaupten - wie man immer wieder gerne in Boulevard-Zeitschriften nachlesen - interessiert mich nicht. Ich stütze meine Behauptungen nicht auf irgendwelche Statistiken, sondern auf das, was ich sehe und höre. Und das sind immer wieder die gleichen Meldungen, die mich kopfschüttelnd da stehen lassen. Doch es müssen nicht unbedingt die Anzahl der Straftaten als Indiz für Sicherheit oder Unsicherheit gewertet werden. Was ist mit einfachen Zwischenfällen. Dinge, die zu banal sind, um sie überhaupt polizeilich erfasst zu haben. Pöbeleien, Bedrohungen, Verfolgungen usw. allein das lässt einem doch schon an der Sicherheit zweifeln. Und als Frau erlebt man sowas noch mal ganz anders als als Mann. Da stellt man sich auch gerne mal dagegen und schaut, wie sehr es das Gegenüber drauf anlegt. Als Frau hat man einfach nur Angst und möchte raus aus der Situation.

Aber bei all dem, was man unter sicher, recht sicher oder unsicher versteht, geht es doch darum, wie man das für sich selbst definiert. Ich kann dich ja gerne mal nach Frankfurt einladen und dann laufen wir am späten Abend mal gemeinsam durch die Innenstadt. Gehen in die B-Ebene an der Konstabler oder Hauptwache und fahren mit der U-Bahn. Du bist natürlich im Frauen-Modus - ich mache das ja sowieso immer - und dann frage ich dich mal, wie sicher du dich gerade fühlst. Ich könnte schwören, dass dir dein Ar*** auf Grundeis geht und du vor lauter umschauen nicht mitbekommst, wohin wir gerade gehen. Das ist nämlich das, was unsereins und Bio-Mädels tagtäglich widerfährt. Wenn man nämlich nur hin und wieder mal als Frau draussen ist - in Parks, im Café, im Museum, an all den Orten, die Ziele für sonntägliche Ausflüge sind, kann man recht leicht so reden, wie ihr es tut. Doch von dem, was Frauen - trans, wie bio - tagtäglich erleben, nur weil sie genau so am Leben teilhaben wollen wie der männliche Teil der Gesellschaft, habt ihr doch kaum eine Ahnung. Ach, und noch was. Ich fühle mich in meiner Heimat sicherer als hier. Das habe ich aber auch erst festgestellt, seitdem ich als Frau lebe. Vorher ist mir das nie aufgefallen.
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Petra Sofie
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 37 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Do 13. Feb 2020, 06:17

Mein Avatar das bin ich, täglich 24/7.

Du brauchst mir nicht zu erklären was Angst auf Grund selbst erfahrener körperlicher Gewalt ist, wie sich das anfühlt. Das kenne ich bereits. Ich weiß welche Kräfte ein Körper entwickeln kann, wenn es um Flucht geht, und die Beine Geschwindigkeiten erreichen, von denen ich nie geglaubt habe das ich sie je erreichen würde.
Du dich beim ersten Mal wunderst, wenn du getreten wirst, das es nicht weh tut, das kommt erst zeitverzögert, wenn der Adrenalinschub nachläßt. Dann tut es richig weh. Von den seelischen Narben die dabei entstehen, will ich gar nicht erst reden, die sind die gemeinsten, die brechen immer wieder auf. Vor allem wenn man daran erinnert wird.

Ich habe etwa zwei Jahre in den USA in Philadelphia gelebt und gearbeitet. Da laufen bei CNN, NBC 10 morgens während der ersten Nachrichten die roten Bänder am unteren Bilschirmrand. Da stehen dann die Anzahl der Toten und Schwerverletzten die durch Schießereien zu Schaden gekommen sind. In Philadelphia sterben allein durch Waffengewalt jährlich ca 700 Menschen, nur allein in Philly. Trotzdem ist Philladelphia eine der LSBQ+ freundlichsten Städte der USA. Aber dort gibt es absolute NOGO-AREAS. In Pennsylvania ist es erlaubt Schußwafen auch OFFEN zutragen, nicht nur verdeckt wie in vielen Staaten der USA. Laß dir das mal durch den Kopf gehen, wenn du bei Starbucks sitzt, und neben dich setzt sich einer mit 38 er im Holster. Fragt freundlich ob da noch Platz ist, und ist sonst eigentlich auch ganz nett.

Also Aria was willst du mir über Gegensätze von Wohnorten, Mentalitäten, U-Bahnen und Straßen erzählen. Ich habe ein gesundes Bauchgefühl entwickelt, wo und wann ich irgendwo hingehe. In Deutschland schlägt mein Warnsystem wesentlich weniger an, als in anderen Gegenden dieser Welt. By the way, ich war auch schon in Costa Rica, Kolumbien, Panama, Dominikanische Republik, Italien, Frankreich und das nicht zum Urlaub machen. Hamburg ist auch nicht ohne, besonders dann nicht wenn mal wieder ein Fußballspiel stattfindet. Auch in dieser Stadt gibt es Problemzonen Mümmelmannsberg, Schiffbek.

Ich hoffe das dir wenigsten bisher keine körperliche Gewalt zu Teil wurde, und du auch weiterhin davon verschont bleibst.

LG
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 38 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Do 13. Feb 2020, 07:40

Mittlerweile gibt es (leider) schon den nächsten Fall, wie queer.de berichtet; wieder in Berlin-Neukölln: Transfrau mehrfach von Männergruppe beleidigt

Die dazugehörige Polizeimeldung

In irgendeinem Thema hier wurde geschrieben, dass die Zahl der Straftaten rückläufig wäre. Selbst wenn das in der Gesamtheit so wäre, für LSBTIQ* als Zielgruppe (im wahrsten Sinne des Wortes) scheint das jedoch nicht zu gelten:
queer.de: "Starker Anstieg LGBTI-feindlichen Straftaten"
Tagesspiegel: "Bundesweiter Anstieg der Angriffe auf queere Menschen"
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 39 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Do 13. Feb 2020, 08:09

So traurig wie es ist, in einigen Bereichen steigen Straftaten, in anderen fallen sie, oder bleiben auf einem Niveau. Aber die gewalttätigen Übergriffe im Ganzen sind weniger geworden als noch vor einigen Jahren. Es gibt für niemanden eine absolute Sicherheit, die läßt sich nicht herstellen. Zur Zeit wittern die ewig gestrigen Morgenluft, AFD und ähnliche Gruppierungen machen auf indirekte Aussagen den Haß auf Minderheiten wieder Salonfähig. Die jüdische Minderheit beklagt das ebenfalls. Die Polizei tut was sie kann. Seien wir doch froh, das es bei uns im Lande Strafverfolgungen auch gegen Polizisten gibt, das verhindert Übergriffe seitens der Polizei. Unsere Gesetze sind gut, nicht perfekt, genauso wenig wie das ganze System. Übergriffe auf bzw. von wem auch immer, mit oder ohne Uniform, sind nicht tolerierbar. Den ewig Gestrigen, denen muß man klar entgegntreten, die gehören abgewählt. Das ist dann auch nur ein Anfang, aber ein wichtiger Teil denen das Wasser abzugraben. Eine komplette Lösung ist das auch nicht. Gegenüber den 60 er bis 80 er Jahren ist die gesammte Lage für uns besser geworden. Es bleibt noch viel zu tun, sehr viel.

LG
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 40 im Thema

Beitrag von Anja » Do 13. Feb 2020, 10:17

Moinsen (moin)

kann der Anstieg nicht auch damit zu erklären sein, das die Taten gegen queere Menschen nun gesondert erfasst werden, so dass es überhaupt erst möglich ist, eine Statistik zu erheben?

Grüße
die Anja
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 41 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Do 13. Feb 2020, 11:34

Das wird auf jeden Fall auch mit dazu beitragen, aber ein gewisser Anstieg ist durchaus zu verzeichnen.
LG
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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 42 im Thema

Beitrag von Jaddy » Do 13. Feb 2020, 15:24

Es ist leider fast unmöglich, die Dunkelziffer zu erfassen, d.h. die Taten, die nie angezeigt oder anderweitig irgendwo erfasst werden. Es gibt ab und zu Umfragen, mehr oder weniger gut, denn auch dabei gibt es erhebliche Unsicherheitsfaktoren. Zum Beispiel ob nur jene mitmachen, die überhaupt mal Probleme hatten - und sie auch als Problem betrachteten.

Es besteht aber der Verdacht, dass die steigenden Zahlen tatsächlich auf ein verändertes Anzeigeverhalten zurückzuführen sind. Und ich finde das gut. Nur wenn mehr bekannt ist und in ziemlich seriösen Berichten auftaucht, wird das Problem an jene vermittel- und durchsetzbar, die Maßnahmen ergreifen können.

Mal ein Artikel dazu, der einiges erklärt und etliche Links enthält https://www.buzzfeed.com/de/julianeloef ... er-polizei

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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 43 im Thema

Beitrag von Svetlana L » Fr 14. Feb 2020, 11:24

Leider schon wieder passiert, diesmal bei uns im Schöneberger Kiez. Polizeimeldung: "Transmann homophob beleidigt"

Innerhalb von einer Woche sind somit drei trans*-feindliche Vorfälle in Berlin bekannt geworden. Einfach nur schlimm!
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana

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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 44 im Thema

Beitrag von Petra Sofie » Fr 14. Feb 2020, 12:15

https://edition.cnn.com/2020/02/13/poli ... index.html

Solange solche Schlagzeilen überall in der Welt auftauchen, und Schlammschlachten um Präsidentschaftskandidaten losgetreten werden, wittern ewig Gestrige Morgenluft und handeln entsprechend. Das ist das Kernproblem. Ausgrenzung wird von oben herab vorgelebt.

Hauptsache ausgrenzen, machen doch alle, keiner sieht den Menschen und seine Leistungen, nur die sexuellen Nabensächlichkeiten stehen im Vordergund.
Bei Michleangelo sagen alle oh und ahhh. Bei dem schwulen Krankenschpfleger nur ih und bä, aber erst nach der Genesung.

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Re: Angriff auf eine Transfrau

Post 45 im Thema

Beitrag von Anne-Mette » Fr 14. Feb 2020, 12:38

Moin,

es sind wohl nicht nur "Zufallsereignisse", die uns Sorgen machen, sondern durchaus auch länger schwelende aggressive Handlungen: https://www.bz-berlin.de/berlin/neukoel ... -beleidigt

Gruß
Anne-Mette

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