Befragt (Zensus)
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Anne-Mette
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Befragt (Zensus)

Post 1 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,

heute wurde ich befragt. Das war in wenigen Minuten erleidgt.
Ich kann mich noch an die letzte Befragung - damals in Berlin erinnern. Während es da noch Zettel und kleine Bleistifte gab, hatte der heutige Befragende
ein Tablet dabei.
Früher - es muss in den 70er oder 80er Jahren des letzten Jahrhundert gewesen sein, regte sich viel Protest gegen die "Volksbefragung".
Ich meine aber auch, sie war damals wesentlich ausführlicher - und viele Menschen hatten das Gefühl, sie würden ausspioniert werden.
Das Verhältnis von weiten Teilen der Bevölerung zu staatlichen Erlassen war zu der Zeit besonders von Misstrauen geprägt.
Svetlana L
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Re: Befragt (Zensus)

Post 2 im Thema

Beitrag von Svetlana L »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 16:11 Früher - es muss in den 70er oder 80er Jahren des letzten Jahrhundert gewesen sein, regte sich viel Protest gegen die "Volksbefragung".
Ich meine aber auch, sie war damals wesentlich ausführlicher - und viele Menschen hatten das Gefühl, sie würden ausspioniert werden.
Ist schon komisch, wenn man bedenkt, was wir heute alles freiwillig an Daten preisgeben, z. B. Social Media, Internetkäufe, Kundenkarten usw. usw. ...
Liebe Grüße aus Berlin
Svetlana
Anne-Mette
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Re: Befragt (Zensus)

Post 3 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Lustig, das hat der Befragende auch gesagt. Die meisten Angaben zu Personen oder Gebäuden wären "öffentlich verfügbar" (smili)
Olivia
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Re: Befragt (Zensus)

Post 4 im Thema

Beitrag von Olivia »

Hallo Anne-Mette,

ja, in den 80er Jahren gab es eine breite Bewegung gegen die "Volkszählung", wie das damals hieß. Diese Bewegung war auch Teil einer Menge sozialer Bewegungen, die in etwas linken und alternativen Kreisen durchaus Aufbruchstimmung hervorrief - Friedensbewegung, Anti-AKW und Anti WAA-Bewegung, Hausbesetzerszene, Kampagne um die 35 Stunden Woche, .... ich war da auch viel mit dabei...

Allerdings ist es richtig, dass heute, vor allem durch junge Leute, durch "Socialmedia", Kartenzahlung, Handygebrauch, Onlinehandel, Payback, Paypal etc. weit mehr an Daten freiwillig preisgegeben wird, als in den 80ern bei der Volkszählung abgefragt wurde.

So ändern sich die Zeiten.

Liebe Grüße von Olivia
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Re: Befragt (Zensus)

Post 5 im Thema

Beitrag von Tira »

Glaub in den 80ern war es, da wurden die Daten intern weitergeleitet und so mancher hat auf einmal Post von einer Behörde bekommen mit Zahlungsaufforderung^^
Das ist heutzutage anders, da darf nichts mehr weitergeleitet werden. Also völlig unproblematisch, selbst für Leute die unberechtigter Weise Gelder erhalten^^
Aber danke für die Info, das es doch nicht soo lange dauert. Hatte gehört das 6Personen/Tag von einem Befrager abgearbeitet werden. Das hörte sich nach einer Stundenbefragung an
Veränderungen können schön sein, wenn Frau sie nur zulässt.
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Re: Befragt (Zensus)

Post 6 im Thema

Beitrag von rika »

Ich bin so ein Befrager = Zensusbeauftragter und habe die ersten Erlebnisse hinter mir.

In Hessen geht das ohne Tablet, sondern mit viel Papier.

Erste Adresse: wird gerade renoviert und niemand wohnt dort. Zweite: Frau, Kind auf dem Arm, weiß von nichts, also nochmals kommen.

Dritte: angemeldet, ja kommen sie mal rein ins Büro welches sich oben im Schlafzimmer befand. Wahrhaftigen Einblicke :roll:

Später: sehr nett, wollen sie einen Kaffee, die Leute schon älter, freuen sich und haben Zeit.

200 m weiter: Haben sie eine Maske? Nein, bei 3 m Abstand. Eine ziemlich heftige Dame, die auch in die Fäkelsprache griff. Also: verweigert.

Dann eine interessante Begegnung: wunderschöner Garten mit tollen Pflanzen und Blumen. Der Beftragte so alt wie ich, aus Berlin strammend, das Leben im Gesicht gezeichnet, die weißen Haare zum langen Zopf gebunden und die Nägel blau / lila lackiert.

So trabe ich in den nächsten Wochen durch den Nachbarort, habe 38 Adressen zu besuchen und freue mich auf spannende Begegnungen.

Das Salär ist eher schmal = € 5 pro Person. Vor 10 Jahren war es doppelt soviel.

Aber da ist noch etwas anderes: sehr viele Menschen fordern sehr viel von dem Staat, deren Bestandteil sie sind und wenig geben wollen.

Elternbeirat, Ortsvorsteher, Stadtführer oder Zensusbeauftragter zu sein, "rechnet" sich niemals. Ohne dies wäre vieles ärmer und diese Aufgaben können richtig erfüllend sein. Mich haben sie bereichert.

rika
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Re: Befragt (Zensus)

Post 7 im Thema

Beitrag von Malvine »

Tira hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 17:30 ...Das ist heutzutage anders, da darf nichts mehr weitergeleitet werden. ...
Jenseits des Zenus ist es trotzdem erstaunlich, wie unsere Daten weitergeleitet werden. So schickt z.B. das Finanzamt meine Zahlen der Einkommensteuererklärung an die Gemeindeverwaltung - diese schickt mir dann auf Grund der Zahlen meinen Gewerbesteuerbescheid. Auch die örtliche Handwerkskammer bekommt Zahlen vom Finanzamt, damit diese meine Kammerbeitrag berechnen können.
Bei einem Gespräch mit einer Gemeindemitarbeiterin erfuhr ich, dass jede Nacht Unmengen an Daten Verwaltungsintern umeinander geschoben werden.

Grüße
Malvine
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Re: Befragt (Zensus)

Post 8 im Thema

Beitrag von conny »

Anne-Mette hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 16:11
Früher - es muss in den 70er oder 80er Jahren des letzten Jahrhundert gewesen sein, regte sich viel Protest gegen die "Volksbefragung".
Ich meine aber auch, sie war damals wesentlich ausführlicher - und viele Menschen hatten das Gefühl, sie würden ausspioniert werden.
Das Verhältnis von weiten Teilen der Bevölerung zu staatlichen Erlassen war zu der Zeit besonders von Misstrauen geprägt.
Es war ja ein Volksbefragung, kein Zensus, aber die Fragen waren nicht so sensibel wie von den Kritikern befürchtet. Ich kenne ein paar Leute die damals gegen die Befragung gewettert haben und heute auf Facebook vieles preisgeben, was damals der Staat nicht gewagt hätte zu fragen.
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Re: Befragt (Zensus)

Post 9 im Thema

Beitrag von TanjaTV »

Ich bin da etwas Skeptisch was mit den Daten über die Anzahl der Wohnungen und Wohnfläche gemacht wird. Ich vermute das hier auch Daten erhoben werden um zu sehen wie man die Kuh später besser Melken kann. Ich denke da an die Grundsteuer und Erbschaftssteuer.
Mal gucken was da später draus wird.
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Re: Befragt (Zensus)

Post 10 im Thema

Beitrag von conny »

Für die Berechnung der Grund- bzw. Erbschaftssteuer bedarf es nicht der Angaben aus dieser Befragung. Hierfür werden jeweils anlassbezogene Erklärungen angefordert.
Blossom
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Re: Befragt (Zensus)

Post 11 im Thema

Beitrag von Blossom »

Olivia hat geschrieben: Di 17. Mai 2022, 17:28 ja, in den 80er Jahren gab es eine breite Bewegung gegen die "Volkszählung", wie das damals hieß. Diese Bewegung war auch Teil einer Menge sozialer Bewegungen, die in etwas linken und alternativen Kreisen durchaus Aufbruchstimmung hervorrief - Friedensbewegung, Anti-AKW und Anti WAA-Bewegung, Hausbesetzerszene, Kampagne um die 35 Stunden Woche, .... ich war da auch viel mit dabei...
Stimmt. Ich war damals auch dagegen - und bin es auch heute noch.
Habe mir die Fragebögen angesehen und frage mich: Muss ich die Schularbeiten für Ämter machen?
Was erfragt wird, können recherchiert und miteinander verprobt werden. Das fängt bereits mit den Fragen zu meiner Person an! Die kennt das Einwohnermeldeamt - und wenn nicht, frage ich mich, wie mich der "Befrager" überhaupt ausfindig gemacht hat. Meine Telefonnummer für evtl. Rückfragen? Wie komme ich dazu - die ist nicht öffentlich! Oder die Frage, ob ich in der Woche vom 9. bis 15. Mai 22 Schülerin einer allgemeinbildenden Schule war? Ja, geht's denn noch ... Ein Blick in den Datensatz des Einwohnermeldeamtes dürfte das direkt beantworten, oder? Und so zieht sich das bis zum letzten Bogen.
Und was mich am meisten stört: Dass man direkt wieder mit Bussgeld oder Erzwingungshaft bedroht wird, wenn man sich weigert. Aber gut, darauf lasse ich es notfalls wieder ankommen, so wie damals schon, sollte es dazu kommen.
»Jeder hat in seinem Leben Menschen um sich, die schwul, lesbisch, transgender oder bisexuell sind.
Sie wollen es vielleicht nicht zugeben, aber ich garantiere, sie kennen jemanden.«
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Re: Befragt (Zensus)

Post 12 im Thema

Beitrag von Elvira »

Nun der "Zensus" die Befragung ist sicherlich nicht zu unserem Besten. Überhaupt hat dieser Staat nicht Gutes mit uns vor. Die geplante neue "Abgabe", früher Lastenausgleich, ist ja schon deutlich am Horizont sichtbar. Ich kann mich auch noch gut an die Fehlbelegungsabgabe erinnern. Die galt es nämlich zu bezahlen, wenn der Partner starb (oder die Kinder auszogen) und man allein die sogenannte Sozialwohnung bewohnte. Uns steht auch offensichtlich bevor, dass Bewohner "zu großer Wohnungen" mit Abgaben rechnen müssen. Das wird wohl viele Menschen dazu bringen, in kleinere Wohnungen umziehen zu müssen (wenn denn welche da wären).
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Re: Befragt (Zensus)

Post 13 im Thema

Beitrag von Tira »

:lol: Bei mir spart man die Kosten indem ich per Post die Aufforderung/login zur Onlinebefragung bekommen habe .
So kann man's auch machen^^
Wenigstens war es in wenigen Minuten fertig. Aber trotzdem ein komisches Gefühl.
Machen die das doch für alle Hausbesitzer verpflichtend?
Alles etwas intransparent find ich. Kein Wunder wenn die Leute auf die Barrikaden gehen^^
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Re: Befragt (Zensus)

Post 14 im Thema

Beitrag von Mary »

Elvira hat geschrieben: Mi 18. Mai 2022, 16:36 Überhaupt hat dieser Staat nicht Gutes mit uns vor.
Woran machst du diese seltsame allgemeine Aussage fest? Und welcher Staat wäre in deinen Augen der bessere? Ich frage nicht provokant, warum du dann noch hier bist, aber mich nerven solche Allgemeinplätze einfach.
Wenn dir das Leben in den Hintern tritt, nutze den Schwung um vorwärts zu kommen....
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Re: Befragt (Zensus)

Post 15 im Thema

Beitrag von Elvira »

Tja, Mary. Einen besseren Staat vorstellen kann ich mir schon. Erlebt habe ich zumindest in einigen Details bessere Staaten z.B. Dänemark, was Zensur und Meinungsfreiheit angeht. Aber auch Holland, da wo meine Schwiegertochter arbeitet, hat ein etwas lockereres Verhältnis zur Meinung seiner Bürger.

Du bist doch wohl hoffentlich nicht verschnupft, wenn jemand eine andere Meinung hat als Du?:heart:
LG
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