Seite 1 von 1

Internationaler Tag der Demokratie "Wir müs­sen Po­li­tik­ver­dros­sen­heit und Po­pu­lis­mus ent­ge­gen­wir­ken"

Verfasst: Fr 15. Sep 2017, 12:49
von Anne-Mette

Re: Internationaler Tag der Demokratie "Wir müs­sen Po­li­tik­ver­dros­sen­heit und Po­pu­lis­mus ent­ge­gen­wir­ken"

Verfasst: Fr 15. Sep 2017, 13:44
von MichiWell
Bundesratspräsidentin Dreyer:
Wir müssen Politikverdrossenheit und Populismus entgegenwirken und das soziale Auseinanderdriften der Gesellschaft verhindern.
Es wird einerseits das Richtige angesprochen, andererseits aber Ursache und Wirkung vertauscht bzw. die Zusammenhänge ignoriert.

Das Hauptproblem ist, dass die Gesellschaft seit vielen Jahren immer mehr sozial auseinander driftet. Es ist nachweislich bekannt (-> offizielle Statistiken), dass immer mehr von unten nach oben umverteilt wird, und das ist die Ursache dafür, dass Politikverdrossenheit und Populismus überhaupt erst Nährboden gefunden und immer weiter zugenommen haben.

Menschen, denen es gut geht, die keine Zukunftsängste haben müssen, und Perspektiven für sich selbst(!) sehen, die fühlen sich doch von der Politik ganz anders wahrgenommen, und sind nicht für populistische Parolen empfänglich.

Das Problem der aktuellen Politik ist, dass es um so schlimmer und schwerer wird, je länger die Probleme hinausgeschoben werden, und um so größer wird die Gafahr, dass es ganz gewaltig kracht. Mit dem ständigen Aufschieben und Ignorieren macht man indirekten Wahlkampf für Extremisten.

Frau Dreyer wirbt für das Ehrenamt. - Dieses Ansinnen ist gut und richtig.

Aber sie fordert die Bürger zu Leistungen für eine Gemeinschaft auf, von der sich immer mehr im Stich gelassen fühlen. Und damit meine ich nicht Ewiggestrige, sogenannte besorgte Bürger, die panische Angst vor der Öffnung der Ehe, vor Homosexuellen und transidenten Menschen haben, sondern Menschen, die kaum noch ein Auskommen haben, und Angst davor haben müssen, in welchem Kellerloch sie im Rentenalter verrotten "dürfen".

Vielleicht sollte sie sich mal die Worte von Brecht reinziehen: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral."

Ein Mensch, der sich in 2 oder 3 Jobs fürs Überleben abrackert, der hat keine Zeit und Kraft für's Ehrenamt.


Soweit meine Gedanken dazu.
Michi