BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung
BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung - # 2

Antworten
Jaddy
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1992
Registriert: Fr 24. Okt 2014, 21:38
Geschlecht: Enby
Pronomen: <Name> / en
Wohnort (Name): Bremen
Membersuche/Plz: 28000
Hat sich bedankt: 495 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 2542 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 16 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Elizabeth hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 21:50 ... und IRGENDEINE kleine Begründung für einen Antrag auf PÄ sollte jede_r liefern können (und müssen!).
IRGENDWAS sollte frau Birgit Kelles blödem Spruch "Frau mit Penis" entgegensetzen! Sonst spielen wir der in die Hände!
Sorry, nein. Der Grund "weil ich [so wie ich die gesellschaftliche Realität erlebe] lieber mit folgendem Marker und Namen leben möchte" ist vollkommen ausreichend. Und das kann meinetwegen gerne oben in das Formblatt der Erklärung gedruckt werden. ((Erklärung. Nicht Antrag. Wichtiger Unterschied.))

Ich glaube, ich hatte es schon mal auseinander gedröselt, aber sei's drum.

Die Kurzfassung:

1. Entscheidend im täglichen Umgang, also auch bei den behaupteten Begegnungen in Toilettenräumen, ist die optische Wahrnehmung und Einschätzung durch ANDERE. Kein amtlicher Eintrag ändert daran irgendwas und Operationen übrigens auch nicht - ausser Mastektomie bei transmännlichen Menschen vielleicht. Manche Crossdresser haben ein unauffälligeres Passing als manche trans Personen und werden überhaupt nicht bemerkt.

2. Mit geändertem Personenstand und Vornamen sind explizit keine medizinischen Maßnahmen verknüpft. Das wäre grundgesetzwidrig und ausserdem inhuman. Aber auf genau dem slippery slope rutschen diese Zugeständnisse an Gegner•innen entlang. D.h. auch mit jedem noch zulässigen Gatekeeping wird es Frauen mit Penis geben. Ohne Gatekeeping ändert sich an der Stelle nichts.

3. Menschen quasi binäres Passing vorschreiben zu wollen, wie es implizit in der Idee steckt, dass es keine Frauen mit Penis geben sollte, bleibt Lichtjahre hinter der Realität und dem Stand der Erkenntnisse zurück. Nicht nur nichtbinäre trans Personen wären ausgegrenzt - und das sind immerhin 30% aller trans Personen - sondern es würde im Endeffekt auf eine regulative Festschreibung binär gegenderter Erscheinung hinauslaufen. Es wäre also fraglich, ob Frauen dann noch Hosen oder "boyfriend mode" tragen dürften, oder Männer in Röcken gesetzlich verfolgt würden. Gedanklich wären wir dann bei jenen Gutachtys, die stereotypische Performance vorgetanzt haben wollen.

4. Reaktionäre wie B.Kelle werden nie zufrieden sein, egal wie so ein Gesetz aussieht. Sie demonstrieren dagegen, dass Schülys oder sonstwer überhaupt was über Sex und Lebensformen erfahren. Gegen Support und Respekt für irgendwen ausserhalb von cis-het. Gegen jede Liberalisierung seit 1945. Gegen Verhütung, Abtreibung, Ehe und_oder Kinder jenseits von Männchen/Weibchen und wenn sie könnten, würden sie die Nürnberger Gesetze von 1935 wieder in Kraft setzen.

Es lohnt nicht, diesen Haters auch nur den kleinen Finger zu reichen. Sie werden ihn abreissen und erst den Arm und dann den Kopf fordern.
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 16653
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 1115 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 8732 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 17 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Moin,
Ulrike-Marisa hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 23:59 die derzeitige politische Lage lässt aber die Verwirklichung gefühlt in weite Ferne rücken.
ich denke allerdings, es ist auch eine Frage eines konzentrierten Vorgehens derjenigen, die ein Interesse haben, ihre Forderungen nicht nur leise anzumelden, sondern durchzusetzen.
Das erscheint mir bei der BVT-Forderung entweder "halbherzig" zu sein - oder es mangelt einfach am Willen in der "Community", gemeinsam etwas in Angiff zu nehmen.

Den Aufruf habe ich nicht direkt vom BVT erhalten; obwohl es hier einige UserInnen gibt, die dem Verein nahestehen. Dabei veröffentliche ich regelmäßig Stellungnahmen und Aufrufe der Vereine, die sich mit den Themen Transsexualität und Intersexualität auseinandersetzen - und ich glaube auch, wir werden gelesen (deshalb ärgere ich mich auch über einige Beiträge).
Außerdem trage ich solche Aufrufe in andere Kanäle, sodass sie auch dort Verbreitung und bestenfalls Unterstützung finden.
Nun gut - man wird sich schon etwas dabei gedacht haben...

Der Aufruf hat auch sonst kaum "Wellen geschlagen", sodass mindestens ein Raunen durch die Menge ging. Mit "nix gehört" wäre das Echo zu beschreiben. In den "sozialen Medien" habe ich kaum etwas über den Aufruf lesen können - und ich mag es vielleicht übersehen haben: auch von anderen Vereinen der Buchstabengemeinschaft war nichts zu hören - ganz zu schweigen von einer Unterstützung der Forderungen.
Wenn ein Bundesverband seine Forderungen aufstellt; dann sollte das auch so gemacht werden, dass dabei etwas heraus kommt.

Gruß
Anne-Mette
Elizabeth
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 668
Registriert: Mo 1. Mai 2017, 14:12
Geschlecht: div
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart
Membersuche/Plz: 70xxx
Hat sich bedankt: 1303 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 232 Mal
Kontaktdaten:

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 18 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Das war ein Versuch, die Bandbreite zwischen toxisch männlich (z.B. Trump,...), männlich, trans, weiblich und toxisch feministisch (Kelle, ...) besser auszuleuchten.
Anne-Mette hat geschrieben: Fr 2. Apr 2021, 22:33 Was hat das mit dem ursprünglichen Thema zu tun???
1) Bis zu dem Wörtchen "andere" wäre ich noch "männlich, ritterlich" gewesen, auch meine Mutter wäre mit mir zufrieden gewesen.
2) andere" hat mich als "Frau mit Penis" geoutet, da stealth und "Stubentranse", gab es für eine PÄ keinen Grund.
3) Charlotte von Mahlsdorf war ebenfalls "Frau mit Penis", ihr hätte ich eine leichter zugängliche PÄ gegönnt. Schade, daß die Erben sie misgendert haben.
4) Frau mit Brust und Penis
...
n) cis-Frau

Die Radikalforderung des BVT, auf jedes Gatekeeping zu verzichten, führt leider in Verbindung mit dem Offenbarungsverbot zumindest bei PÄ m2f m.E. jede Frauenförderung ad absurdum! Irgendein Versuch, sich vom cis-männlichen Erscheinungsbild abzusetzen, sollte dafür erkennbar sein. Mit Personenstand div bei Enbys tritt dies Problem natürlich nicht auf, hier sollte eine einfache Erklärung in der Tat genügen.

LG Elly
Anne-Mette
Administratorin
Beiträge: 16653
Registriert: Sa 24. Nov 2007, 18:19
Geschlecht: W
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Ringsberg
Membersuche/Plz: 24977
Galerie: gallery/album/1
Hat sich bedankt: 1115 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 8732 Mal
Gender:
Kontaktdaten:

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 19 im Thema

Beitrag von Anne-Mette »

Guten Tag,
Elizabeth hat geschrieben: Sa 3. Apr 2021, 13:18 führt leider in Verbindung mit dem Offenbarungsverbot zumindest bei PÄ m2f m.E. jede Frauenförderung ad absurdum!
es ist nicht so, dass jede Frau einfach mal Förderung erhält, weil sie eine Frau ist.
Dazu gibt es diverse Richtlinien, die auf Bundes- oder Länderebene festgelegt sind: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/ministeriu ... ichtlinien
Vielen Initiativen der Frauen- und Familienförderung wie z.B. "Frau und Beruf" basieren auf ausführlicher Beratung und orientieren sich an einem individuellem Bedarf.
Missbrauch und Fehlförderungen sind da sicherlich auszuschließen.

Nochmals zu deinem privaten "Erlebnis". Nach wie vor denke ich, dass es keinesfalls zum Thema gehört.
Leider "garnierst" du häufiger deine Beiträge mit unpassenden Ergänzungen.
Ich hatte dir schon einmal empfohlen, deine Beiträge selbst kritisch auf Tauglichkeit zu überprüfen.
Das war ernst gemeint!

Gruß
Anne-Mette
Elizabeth
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 668
Registriert: Mo 1. Mai 2017, 14:12
Geschlecht: div
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart
Membersuche/Plz: 70xxx
Hat sich bedankt: 1303 Mal
Danksagung oder Lob erhalten: 232 Mal
Kontaktdaten:

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 20 im Thema

Beitrag von Elizabeth »

Umsetzung der Forderungen des BVT hieße, daß jeder Vorstand oder Aufsichtsrat die Frauenquote durch Würfeln erfüllen könnte!
Dies ist leider eine Steilvorlage für unsere Gegner, um das Thema "trans" ins Lächerliche zu ziehen.
Dies möchte ich nicht mit verantworten!

LG Elly
Andrea aus Sachsen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2264
Registriert: Mi 30. Nov 2011, 08:43
Geschlecht: Transfrau
Pronomen: sie
Membersuche/Plz: Nähe Chemnitz
Hat sich bedankt: 0
Danksagung oder Lob erhalten: 409 Mal

Re: BVT Mitzeichnen: Sechs Forderungen für eine gelungene TSG-Nachfolgeregelung

Post 21 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen »

.
Elizabeth hat geschrieben: Sa 3. Apr 2021, 17:19 Umsetzung der Forderungen des BVT hieße, daß jeder Vorstand oder Aufsichtsrat die Frauenquote durch Würfeln erfüllen könnte!
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die so ausgewürfelten Personen (wahrscheinlich Männer) im Interesse der Firma ihr Geschlecht mal schnell ändern lassen.
Ansonsten bin ich auch nicht für die ganz schnelle Hingehen-und-ändern-Variante. Zumindest eine Beratung über die rechtlichen Folgen dieses Schrittes und eventuell eine kurze Wartezeit (1 bis 2 Wochen, um „Schnellschüsse“ zu vermeiden) würde ich befürworten. Das muss als „Begutachtung“ reichen.
Irgendwelche Versuche, die Ernsthaftigkeit oder Plausibilität überprüfen zu wollen, führen zwangsläufig zu der Frage: Wer soll das nach welchen Kriterien beurteilen? So geht keine Selbstbestimmung!
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen
Antworten

Zurück zu „Politik - Initiativen - Forderungen“