offener Brief an den Bundestag
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Samira-St
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offener Brief an den Bundestag

Post 1 im Thema

Beitrag von Samira-St » Sa 26. Mai 2018, 22:03

Hallo Ihr alle zusammen

Ich habe mir die mühe mal gemacht und ein Brief an die Abgeordneten des Deutschen Bundestags geschickt leider ist es mir nicht möglich diesen Brief hier hochzuladen deswegen hab ich ihn als Text version hier eingeschrieben.


Offener Brief an den Deutschen Bundestag

an die Abgeordneten im
Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1
11011 Berlin


Sehr geehrte Abgeordnete im Deutschen Bundestag, 26. Mai 2018

Ich bin Samira und bin ein Transgender. Ich verfolge seit einiger Zeit das Geschehen mit und stelle mir die Frage: Warum streiten Sie sich darüber, wie eine dritte Kategorie lauten soll? Es macht den Anschein, dass einige Abgeordnete sich nur damit befassen, ihr Ansehen und politischen Erfolge daran zu messen, was Sie durchgesetzt haben nach ihrem Willen. Ihre Aufgabe ist aber, nicht nur die Umsetzung und die Durchsetzung Ihres eigenen Willens. Wir, die Bevölkerung, haben Sie alle gewählt, dass Sie letztendlich gemeinsam an akzeptablen und menschenwürdigen Lösungen arbeiten und umsetzen, im Sinne der Bevölkerung.

Also worauf warten Sie noch? Auf wen wollen Sie hören oder Rücksicht nehmen, auf die Bevölkerung/Personen, um die es geht, oder auf die, die ein „Problem“ mit einer dritten Kategorie, entweder die „inter“ oder „divers“ oder „anders“ oder „weiteres“ heißen soll, haben?

Bei dem Einfühlungsvermögen, dass bei Nichtbetroffenen, „Cis“- Personen, die Standard-Kategorie Frau oder Mann ist, sollten Sie davon ausgehen, dass die dritten Kategorie zusätzlich nötig ist, und auch endlich mal umgesetzt werden muss. Der Kampf gegen Diskriminierung transidenter / transsexueller und intergeschlechtlicher Menschen würde ein Ende haben mit der dritten Kategorie. Diese Menschen könnten endlich die Möglichkeit haben, auf einen Geschlechtseintrag nicht verzichten zu müssen. Der Beschluss des BVerfG zum dritten Personenstand ist eindeutig: Ein dritter mit Namen versehener Personenstand ist einzuführen oder die vorhandenen Personenstände männlich/ weiblich /entweder um „inter“ oder „divers“ oder „anders“ oder „weiteres“ Geschlechtszugehörigkeit zu ergänzen.

Begriffszuordnungen und Hilfestellung zur Auswahl dritten Kategorie:
• inter : werden nur zugeordnet zu intergeschlechtlicher Menschen
• divers: werden zugeordnet zu transidenter / transsexueller/ intergeschlechtlicher Menschen
• anders: diese Zuordnung gleicht einer Abwertung der/dieser Personen
• weiteres: diese Zuordnung gleicht einer Diskriminierung der/dieser Personen

Sehen Sie, wie einfach es geht, ohne Gutachten oder teure Umfragen. Man sollte auch bemerken, dass der Beschluss des BVerfG schon empfiehlt beziehungsweise indirekt empfohlen hat, diese dritte Kategorie „inter“ oder „divers“ zu verwenden.
Wenn unsere sehr geehrten Abgeordneten im Deutschen Bundestag sich nicht einig werden, dann lasst die Bevölkerung doch entscheiden, wie die dritte Kategorie lauten sollte.

„Ich bin auch nur ein Mensch und wünsche mir auch eine dementsprechende dritte Kategorien Zuordnung“

Mit freundlichen Grüßen
„MzF“ Samira

Tron007
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Re: offener Brief an den Bundestag

Post 2 im Thema

Beitrag von Tron007 » Do 14. Jun 2018, 20:48

Ein super Brief den du da geschrieben hast und bin der gleichen Meinung danke schön.
Das Leben ist schön, Männer sind die schöneren Frauen.

conny
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Re: offener Brief an den Bundestag

Post 3 im Thema

Beitrag von conny » Do 14. Jun 2018, 22:19

Ob das ein super Brief in Bezug auf die gewünschte Wirkung ist sei mal dahingestellt.
Ich sehe die gute Absicht von Samira, bitte aber zu bedenken, dass den Adressaten das Thema nicht so nahe und vertraut ist wie uns und einigen Abgeordneten in den zuständigen Ausschüssen.

Er beginnt mit einer Argumentation die unterstellt, dass alle Bundestagsabgeordneten bereits in dieses Thema eingearbeitet und für dieses sensibilisiert sind, bei allem was noch so Wichtiges (und da gibt es einiges) auf sie einströmt. Es folgt eine Anschuldigung, dass einige Abgeordnete nur ihren Willen durchsetzen wollen (war der den Wählern nicht bekannt?).
Er enthält Begriffe wie "cis" mit der wohl kaum ein Adressat etwas anzufangen weiss.
Er beinhaltet den Wunsch nach einem Volksentscheid, der aber nach geltenden Recht auf Bundesebene gar nicht möglich ist

Wie das wohl ankommt?

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Re: offener Brief an den Bundestag

Post 4 im Thema

Beitrag von rika » Do 14. Jun 2018, 23:00

Samira,

im Bundestag sind ca. 700 Menschen als Abgeordnete tätig. Wer bekommt Deinen Brief und wodurch? Stell' Dir mal vor, alle Briefe an den Bundestag würden an alle Abgeordneten verteilt, die sie lesen und beantworten müssten. Etwas zuviel, oder?

Mein Vorschlag: Du hast in Deinem Wahlkreis direkt und über die Parteilisten gewählte Abgeordnete. Schau sie Dir mal an und prüfe, welche Schwerpunkte sie haben. Wenn es nicht passt, kannst Du sie trotzdem mit Deinem Anliegen kontaktieren und bitten, die richtigen Personen zu erfahren. Es sind wahrscheinlich die Abgeordneten in den Sozial-, Gesundheits- und Familienausschüssen. Jetzt kannst Du sie alle anschreiben oder den/diejenige/n, der Dir politisch vielleicht sympathisch ist und von dem/der Du glaubst, dass er/sie erfahren ist.

Erwarte nicht, dass Du sofort und persönlich einen Anruf bekommst; vielmehr wird vielleicht ein Referent antworten und bestätigen, dass Dein Thema aufgenommen wurde = es liegt unten im Stapel. Ja, und dann musst Du immer mal nachfassen, auch mal anrufen und wie es so schön heißt: dranbleiben. Es werden dicke Bretter werden, die Du zu bohren bekommst. Ich spreche da aus Erfahrung, da selbst in der Lokal- und Kreispolitik alles unendlich langsam durch die Instanzen geht.

Trotzdem viel Erfolg.

rika (kommt gerade von der Stadtverordnetenversammlung)

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Re: offener Brief an den Bundestag

Post 5 im Thema

Beitrag von Sycorax » Do 14. Jun 2018, 23:03

Samira auch von mir ein Danke. Ich denke das ist das was Anne-Mette in ihrem Thread meinte - sichtbar werden und politisch Flagge zeigen.
Wie das ankommt? Es hätte sicher etwas diplomatischer ausgedrückt werden können, aber dieses diplomatische Fingerspitzengefühl vermisse ich auch bei manchen politscher Führungskräfte.

Es gibt genug Diskussionen in denn mit Fachbegriffen nur um sich geworfen wird und ich eine verständlichere Sprache vermisse. Warum sollten wir den Ball mal nicht zurückwerfen.
Der eine Brief wird keine Wellen schlagen, aber steter Tropfen höhlt den Stein.
Mit freundlichen Gruß
Sycorax

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Samira-St
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Re: offener Brief an den Bundestag

Post 6 im Thema

Beitrag von Samira-St » Fr 15. Jun 2018, 06:48

Hallo alle zusammen

keine angst alles läuft wie gewünscht. Es gibt immer einige die gewisse Punkte kritisieren aber das ist normal und voll verständlich. Es gibt nicht viele wie mich die sich für adere und Ihre belange stark machen, wir machen das nicht zum Spaß nein weil wir für was stehen und dies ist in meinen fall "meine Persönlichkeit", und gleiche Rechte für jeden. Der Punkt ist nicht einzelne Worte oder Bezeichnungen, der Punkt ist was man damit erreichen möchte "Angehört zu werden"

Es ist auch ein schreiben an einzelne Abgeordnete für Sozial und Familien zuständig sind gegangen.

es gibt ein Sprichwort : schreib erst allen und dann schau was passiert :)

LG Samira

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