Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....
Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen .... - # 6

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Laila-Sarah
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 76 im Thema

Beitrag von Laila-Sarah » Do 7. Feb 2019, 14:44

Hallo Christine,
Christine DarkJoker hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 10:40
Den wenm ich jetzt jemanden einfach die Schuld an sein sein gebe, nur weil ich die Anzeichen nicht Wahrnehmen wollte, mach ich es mir doch wirklich sehr leicht.
Oder seh ich es falsch?
Ich verstehe vorauf du hinaus willst, aber ich persönlich finde, es ist zu viel der Partnerin zuzumuten (zu wissen was mit dir los sein wird). Denn seinen wir doch ehrlich, viele von uns (incl. mir) wissen lange Zeit auch nicht so recht wohin diese Sache hingehen wird oder wie sie Enden wird. Wen wir es nicht einmal selbst wissen können (etwas was uns betrifft und mit uns los ist) wie soll die Partnerin es wissen ?

Ich denke, die Einwände der Partnerinnen sind durchaus berechtigt. Ich kann die Ohnmacht, die Wut schon sehr gut verstehen. Wo ich hingegen anders denke sind erstens der Umgang (kein Grund beleidigend oder unrespektvoll zu sein) und die Dauer dieses Zustandes (sprich wenn der Wut nicht weg geht, dann ist es falsch).

VlG
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 77 im Thema

Beitrag von Luna » Do 7. Feb 2019, 17:16

Christine DarkJoker hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 10:40

Hi Luna

Du sollst ja auch nichts Unterschreiben.
Es sollte nur eine andere Sicht sein. Und leichter bzw einfacher machen soll es das auch nicht.
Man kann so aber mal drüber reden ob vielleicht diese Vorwürfe in den Selbsthass zusammenhängt.
Und dann kann man gucken ob man Lösungen findet oder Kompromisse eingehen kann.

Den wenm ich jetzt jemanden einfach die Schuld an sein sein gebe, nur weil ich die Anzeichen nicht Wahrnehmen wollte, mach ich es mir doch wirklich sehr leicht.
Oder seh ich es falsch?
Hallo Christine,
ich finde es immer interessant, wenn jemand eine andere Sichtweise in eine Diskussion einbringt. Es wird sicher auch Fälle geben, in denen PartnerInnen den Zorn auf sich selbst auf ihr Gegenüber projezieren (auch in anderen Aspekten der Beziehung).

Was aber (in meinem Fall zumdest) bleibt, ist die Tatsache, dass ich meiner Frau nicht von Beginn an alle Seiten von mir gezeigt habe. Ich würde zwar nicht so weit gehen, zu sagen, dass ich sie betrogen oder belogen hätte, weil ihr der Mann ja (auch) erhalten bleibt. Ich habe ihr aber meine Besonderheit nicht offenbart und war daher diesbezüglich nicht aufrichtig zu ihr. Daher halte ich auch ihre anfängliche Enttäuschung und Wut für durchaus gerechtfertigt.
Von meinem Verhalten, meinen Gesten usw. her gesehen hatte sie keinerlei Veranlassung auf eine feminine Seite zu schließen. Nun könnte man sagen, sie hätte anhand mancher meiner Eigenschaften (Leidenschaft fürs Tanzen, romantische Abende, lange Gespräche...) darauf schließen können, aber das finde ich ziemlich weit hergeholt.

Wichtig ist mir aber vor allem Eines: Sie gab mir nie die Schuld an meinem (wie Du schreibst) "Sein", sondern nur am Verschweigen dieses Seins.

Ich denke, in einer Partnerschaft ist Aufrichtigkeit eine Bring- und keine Holschuld. Daher kann ich mich nicht darauf rausreden, dass sie es ja eh merken hätte können, wenn sie aufmerksamer gewesen wäre oder den Gedanken an diese Möglichkeit nicht verdrängt hätte. Das meinte ich mit "zu einfach machen".

Alles Liebe
Luna

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 78 im Thema

Beitrag von Luna » Do 7. Feb 2019, 17:24

Laila-Sarah hat geschrieben:
Do 7. Feb 2019, 14:44

Ich denke, die Einwände der Partnerinnen sind durchaus berechtigt. Ich kann die Ohnmacht, die Wut schon sehr gut verstehen. Wo ich hingegen anders denke sind erstens der Umgang (kein Grund beleidigend oder unrespektvoll zu sein) und die Dauer dieses Zustandes (sprich wenn der Wut nicht weg geht, dann ist es falsch).

VlG
Da kann ich Dir nur zustimmen Laila. Angst, Verzweiflung, Wut - alles okay. Wenn dann aber (wie hier im Forum schon gelesen) Ausdrücke wie "Perverser" usw kommen, gibt das schon auch ein Bild vom Charakter der Partnerin.
Und wenn dann auch nach Abklingen des ersten Schocks keine vernünftige Diskussion möglich ist, liegen die Beziehungsprobleme woanders.

Alles Liebe
Luna

Drachenfrau
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 79 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Do 7. Feb 2019, 19:06

Liebe Frieda,

du hast dich für diesen Beitrag bei mir bedankt.

https://www.crossdresser-forum.de/phpBB ... 80#p196080
Re: Betty - der Troll
Post 49 im Thema Beitrag von Drachenfrau » Di 13. Mär 2018, 06:45

Als ich diesen Beitrag las, bin ich noch einmal sehr nachdenklich geworden.
Ein Mensch, der über 8,9 oder mehr Jahre solche Mantren hat:
ich bin wütend, weil DU ........
ich bin die, die betrogen wurde,....

Dann passiert leider etwas sehr tief trauriges, eine Identifikation. Dieser "Grund" wütend zu sein und/oder sich betrogen zu fühlen, wird zu einer Identität, von der man schwer wieder loskommt, weil es sich über zu lange Zeit in die Gehirnbahnen regelrecht eingebrannt hat.
Das kann soweit gehen, dass das Umfeld damit sogar tyrannisiert wird.

Ich danke dir, dass du mich noch einmal an diese Worte erinnert hast und ich wieder eingesehen habe, dass manches Schreiben reine Zeitverschwendung sein kann.

Herzliche Grüße,
Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

Ronda_PTL
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 80 im Thema

Beitrag von Ronda_PTL » Do 7. Feb 2019, 20:07

Dann passiert leider etwas sehr tief trauriges, eine Identifikation. Dieser "Grund" wütend zu sein und/oder sich betrogen zu fühlen, wird zu einer Identität, von der man schwer wieder loskommt, weil es sich über zu lange Zeit in die Gehirnbahnen regelrecht eingebrannt hat.
Das kann soweit gehen, dass das Umfeld damit sogar tyrannisiert wird.

Ich danke dir, dass du mich noch einmal an diese Worte erinnert hast und ich wieder eingesehen habe, dass manches Schreiben reine Zeitverschwendung sein kann.
Danke Drachenfrau,

Sehe ich genauso.

Viele liebe Grüße
Ronda 🙎🏻‍♀️🙏🏼
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 81 im Thema

Beitrag von Wally » Fr 8. Feb 2019, 01:35

Liebe Mitbetroffene,

Belogen, betrogen, hintergangen... Ich glaube nicht, dass man dem Thema mit dieser Art Schuldzuweisung gerecht werden kann. Wenn man es genauer betrachtet, waren doch die meisten von uns (egal ob TS oder TV) erst mal selber schon von klein auf irregeführt: wir hatten eine uns sozial aufgeprägte, aber nicht wirklich zu uns passende Gechlechtsrolle verinnerlicht und mußten uns deshalb erst mal mehr oder weniger mühsam selber finden.

Okay - "irgendwie" hat es wohl jede von uns schon immer gewußt, dass da was nicht stimmte. Nur: was denn, genau? Ich wußte als Jugendlicher und vor meiner ersten Ehe zwar wohl, dass ich gewisse, "perverse" Neigungen hatte, ich habe mich unendlich dafür geschämt und verzweifelt versucht, das zu unterdrücken und zu verheimlichen. Aber WAS das tatsächlich war, welche Bedeutung es für mich eigentlich hatte und wie weit diese Bedeutung tatsächlich reichte, das habe ich unter großen Mühen erst sehr viel später erkannt. Der Stellenwert dessen, was ich meiner ersten Frau verschwieg, war mir selber zu diesem Zeitpunkt nicht bewußt. Stattdessen wunderte ich mich damals 20 Jahre lang, dass meine Partnerschaften auch weit abseits dieser wunden Stelle im Alltag nie wirklich gut waren - soweit ich denn überhaupt mal eine Partnerin fand. Es waren durch die Bank die falschen Partnerinnen für mich...

Das Problem nach einem Outing ist ja in der Regel nicht das Crossdressing an sich - da geht's bloß um Outfit, um Äußerlichkeiten, Geschmack, Laune. Das Problem ist die TEFERE BEDEUTUNG dieser "Oberflächlichkeit". Da fragt sich die Partnerin: "Ist das denn überhaupt noch ein Mann?" Sie fragt sich das sehr zu Recht - genau das ist doch die Frage! Und das Problem auf unserer Seite ist: wir können diese Frage meist selber nicht so wirklich beantworten... Auf dieser Bedeutungsebene haben die wenigsten von uns jemals gelogen, da waren und sind wir einfach selber am Schwimmen. Wir haben halt das, was wir an Männlichkeit - ob authentisch oder bloß Introjekt - zu bieten haben, so gut es ging geboten und guten Glaubens gehofft, damit den Ansprüchen an eine Partnerschaft zu genügen. Die Frage, ob ich denn überhaupt ein Mann bin, habe ich mir selber primär gar nicht gestellt: die wurde einst von der Hebamme eindeutig beantwortet, und wenn ich an mir runterguckte, hatte ich keinen Anlass zu irgendeinem Zweifel daran. Die Frage wurde für mich selber überhaupt erst so richtig akut, als sie von außen an mich gestellt wurde: von "enttäuschten" Partnerinnen.

Irgendwann nach der grandios schiefgegangenen, ersten Ehe hatte ich dann die Schnauze voll und und begab mich konsequent auf den Weg der Selbstfindung: wenn's schon mit Partnerschaften so offensichtlich nicht klappte, dann wollte ich wenigstens mit mir selber ins Reine kommen. Mich wenigstens nicht mehr verstecken, mich für gewisse Dinge nicht mehr schämen, stattdessen konsequent zu mir selber stehen und meinen Neigungen nachgehen. Bezüglich Partnerschaft hatte ich da schon resigniert: "so" glaubte ich dann zwar erst recht keine Chance mehr zu haben - aber die ewigen Kompromisse mit mir selber hatten es ja vorher 20 Jahre lang auch nicht gebracht, also VERGISS ES.

Da hatte ich mich aber gewaltig getäuscht: das genaue Gegenteil war der Fall! Exakt ab dem Zeitpunkt, als ich aufhörte, den Mann zu mimen, und begann, konsequent und öffentlich auch zu meiner weiblichen Seite zu stehen, liefen mir plötzlich im Alltag potentielle Partnerinnen über den Weg, entwickelten sich spontan Beziehungen, da hatte ich entschieden MEHR Chancen bei Frauen als vorher. Und vor allem: ich hatte plötzlich erstmals Chancen bei einem Frauentyp, der mir zwar schon immer am besten gefallen hatte, bei denen ich aber bis dato NIE auch nur ansatzweise landen konnte. Und genau mit denen funktioniert es auch endlich - weit besser, als ich es früher überhaupt für möglich gehalten hätte. Seit 12 Jahren bin ich jetzt mit einer solchen Frau glücklich verheiratet.

Wo Outing ein Problem ist, wo wir glauben, etwas WESENTLICHES von uns verbergen zu müssen, da sind wir einfach mit uns selber noch nicht ins Reine gekommen. Das ist kein Betrug, keine Lüge, auch wenn es aus Sicht einer "enttäuschten" Partnerin so aussehen mag: in aller Regel haben wir dann nicht nur die Partnerin, sondern vor allem und viel mehr noch uns selber getäuscht - oder besser gesagt: geirrt, denn keiner tut sowas freiwillig. Und meistens entpuppt sich dann nicht nur der unmännliche "Mann" als etwas anderes als das, was frau sich erhofft hat, sondern auch die Frau selber erweist sich mit ihren Ansprüchen als die falsche Partnerin für uns.

Die Ursachen für ein solches Desaster liegen auf beiden Seiten, und sie sind auf beiden Seiten schicksalhaft: wir TS/TV können nichts dafür, dass es für die meisten von uns ein langer, harter Weg ist, im geschlechtlichen Ausdruck ähnlich authentisch zu werden, wie es "normale" Männer und Frauen einfach von vornherein schon sind. Nicht authentisch zu sein hat leider oft zur Folge, an die falschen Partner zu geraten - an ganz bestimmte, falsche Partner: nämlich die, die nicht in der Lage sind zu erkennen, dass wir nicht authentisch sind, oder die es zwar erkennen, aber verdrängen. Auch das hat meist seinen schicksalhaften Hintergrund und ist genauso wenig ein Grund zur Anklage.

Das alles ist wenig tröstlich für diejenigen, die gerade in so einem Schlamassel drinstecken. Aber Patentrezepte aus dieser misslichen Situation gibt es leider nicht; mir fällt in der Rückschau nicht einmal ein Rezept ein, wie ich sowas im Vorfeld hätte vermeiden können. Es war für mich schicksalhaft und unvermeidlich, durch solche Tragödien zu gehen; nur dadurch hatte ich überhaupt die Chance, irgendwann wirklich zu mir selber und dann schließlich auch zu einer passenden Partnerin zu finden.

Es ist zwar wenig wahrscheinlich, aber vielleicht doch möglich, sozusagen per Zufall die richtige Partnerin zu finden, obwohl man mangels Authentizität eigentlich die falsche gesucht hat. Dann - und nur dann - wäre das Outing-Problem durch bloße, offene, empathische Gespräche lösbar. Ich selber hatte dieses Glück nie; trotzdem wünsche ich es von Herzen jedem, der in der Situation drinsteckt.

Herzliche Grüße
Wally

VanessaL
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Mein Fazit zu diesem Thema ...

Post 82 im Thema

Beitrag von VanessaL » Fr 8. Feb 2019, 06:59

Hallo,

das waren wirklich viele interessante Beiträge, die ich hier gelesen habe. Vielen lieben Dank.

Im Laufe des Lesen hat sich bei mir ein Bild herausgebildet. Ein Kreis. Die Perspektive auf einen Kreis.
Er kann aus seiner Zweidimensionaliät herausgelöst als eine Scheibe, oder aber auch als Ball, als Kugel gesehen werden.
Was sehe ich in der platten Zweidemensionalität? Bin ich offen für einen Kugel oder vermute ich eine Scheibe? Bin ich frei und bereit, mich überraschen zu lassen, was ich sehe, wenn sich mein Standpunkt zu dem Objekt Kreis ändert?

Ich finde, dieses Bild lässt sich hervorragend auf "unsere" Thematik transportieren. Habe ich einen Gegenüber, der nur eine Scheibe sieht, also A oder B, wird es zwangsläufig zum Konflikt kommen. Ist er offen, wird er in seiner Betrachtung neue Flächen entdecken können, Stück für Stück.
Und wie bin ich eingestellt? Kann ich mich nur schwarz/weiß sehen? Oder bin ich in der Lage an mir die Vielfältigkeit zu entdecken und vielleicht auch nach außen zu zeigen und zu transportieren?

Oft gibt es das Problem, dass die Partnerin völlig geschockt ist und entsprechend hart reagiert. So, wie der Rand der Scheibe die harte Kante zwischen der einen und der anderen Seite darstellt, bricht das Outing die Beziehung. Aber mindestens genauso oft meine ich diesen Bruch schon auf der anderen Seite zu sehen. Die Ängste und Befürchtungen eines offenen Austausches sind dann der Rand der Scheibe und der Bruch beim Blick auf das Thema ist quasi vorprogrammiert. Denn, wenn ich im Vorfeld schon nur eine Scheibe statt eines Kreises als Objekt zur Betrachtung anbiete, kann der Gegenüber wohl auch nichts anderes erkennen.

Das Outing, als Scheibe betrachtet, hat auf der einen Seite die starken Gefühle der (Ehe-)Frau und auf der anderen Seite die starken Gefühle der (Trans*)Frau bzw der sich outenden Person. Zwei berechtigte Seiten mit dieser harten Kante dazwischen. Nur, wenn ich bereit bin die Seite des anderen zu sehen, meine Perspektive zu ändern, wird es zu Verständnis kommen. Das geht aber meist nur in vielen kleinen Schritten / Perspektivwechseln und nur wenn ich bereit bin, den Ball zu betrachten. Mit der Idee einer Scheibe, werde ich nichts sehen.

Nicht ohne Grund gibt es den Spruch: "Zwei Seiten einer Medaille" - ganz klar .... aber die Erde ist (fast) rund und dreht sich. Bleiben wir einen Moment stehen und betrachten die Vielfalt auf Ihr; wir könnten Millionen von Scheiben (oder Kreise?) sehen. Dann haben wir auch ganz andere Perspektiven. Können uns vielleicht besser zeigen, besser verstehen .... können aber vielleicht auch besser gesehen werden.

Liebe Grüße
Vanessa
Mein Geschlecht entsteht in Deinem Kopf.

!EmmiMarie!
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 83 im Thema

Beitrag von !EmmiMarie! » Fr 8. Feb 2019, 10:32

Céline hat geschrieben:
Di 5. Feb 2019, 21:54
Ich habe hier einiges mehrfach gelesen und überlegt ob ich antworten soll weil mich das Ganze so beschäftigt und auch zum Teil belastet.
Ich frage mich oft was tue ich meiner geliebten Frau nach so vielen glücklichen Ehejahren nur an!!!
Was ich durch meine Transition tue ist in meinen Augen egoistisch auch wenn mir keine andere Wahl geblieben ist.
Meine Frau hat mich als Mann geheiratet und wir hatten mehrere Jahrzehnte als glückliches Ehepaar,was wir immer noch sind.Mein zweites Leben spielte sich nur im Verborgenen und stundenweise hinter verschlossenen Türen ab.
Und heute.....meine Frau muss damit zurechtkommen mit einer Frau zu leben obwohl sie alles andere als lesbisch ist.Sie muss mit Gerede,Blicken und Geflüster anderer Menschen klarkommen und nur weil ich "so egoistisch " bin und meine wahre Identität lebe.
Sie hat keinen Mann mehr der sie zärtlich in den Arm nimmt und der die starke Rolle in der Beziehung übernimmt,sie muss jetzt selbst sehr stark sein und dazu noch mich stützen.
Das ganze muss sie "ertragen "bis wir alt sind.Ich weis einige werden das nicht verstehen aber ich kann das Ganze so nachvollziehen weil es mir in vielen Belangen genauso geht.Ich habe die gleichen Bedürfnisse wie jede andere Frau auch.
Und das man ja der gleiche Mensch bleibt stimmt bei mir definitiv nicht.Ich habe mich so verändert das ich mich selbst oft nicht mehr erkenne.Ich habe mich nicht nur körperlich sondern auch Charakterlich und Gefühlsmäßig verändert seitdem ich nicht mehr die Männliche Rolle spielen muss und endlich aus meinem Gefängnis rauskonnte.
Meine Frau sagt oft zu mir mit einem traurigen Blick: Jetzt ist von Dir fast nichts mehr übrig"
dazu noch das ich so ein hübscher Mann war!!Ich weis nicht ob ihr das nachvollziehen könnt aber ich habe mein Unglück mit dem Glück meiner Frau getauscht und nur weil mir nie richtig bewusst wurde was mit mir los war obwohl ich mich heute oft frage warum ich so blind war und das Puzzle nie zusammengefügt habe.
Ich bin auch so ehrlich und realistisch zuzugeben das wenn es andersrum wäre ich damit nicht umgehen könnte da ich als Mann nicht homosexuelle wäre und nie sein könnte und trotzdem erwarte ich es von meiner Frau.
Ich hoffe einfach nur das unsere Beziehung das übersteht werde meine Frau aber nie zu etwas zwingen was für sie nicht mehr erträglich ist und sie immer unterstützen auch wenn es für mich einen Verlust bedeutet.
Deswegen kann ich alle Partnerinnen verstehen die damit nicht zurechtkommen denn ich gebe zu meine Frau betrogen und belogen zu haben wenn auch unbewusst.Wir wollten einfach nur als Mann und Frau alt und glücklich werden können es aber nicht mehr.

Ach ja,das wünschte ich mir auch immer:

Wir Frauen, bzw als Mädchen träumen wir von einem Prinz auf einem weißen Pferd, einer weißen Hochzeitskutsche und von einer Familie wie aus dem Bilderbuch. Der Mann, der Fels in der Brandung. Der Held.

Liebe Grüße
Céline
Ach Celi,

du hast dein Gefängnis verlassen, warum lässt du nicht mal deine Gedanken ganz frei?

Ich sage von mir auch, das ich definitiv nicht mehr der selbe Mensch bin, aber wie sollte ich auch?
Aber was bin ich? Ich bin ein Mensch der jetzt glücklich ist, offen und herzlich und das haben mir
viele bestätigt. Vorher war ich stellenweise so zurückgezogen, das man teils gar nichts mit mir anfangen konnte.
Auch meine Liebste sagt das, auch wenn manchmal kommt, du bist jetzt ein ganz anderes Wesen.
Das bin ich und ich bin froh darum, weil ich erst jetzt und nach und nach wirklich Leben spüre.

Wir hatten schon immer eine gleichberechtigte Partnerschaft, dazu gehört auch, das mal die eine und
dann mal die andere stark sein musste um eine Situation zu überstehen. Genauso, wie wir uns sonst
auch alle Aufgaben teilen. Ich war aber auch nie der starke Beschützer oder sowas, sondern konnte
mich auch an Ihre Schulter lehnen und weinen wenn es was zu weinen gab.
Oder Ernährer und Versorger, alles nicht mein Ding, wir sind beide als Individuen selbstständig und
entscheidungsfähig.
Aber ich wurde auch anders erzogen...vermutlich.

Ich habe mal einer Freundin geschrieben, das ich finde, meine Liebste hat einen guten Tausch gemacht.
Ist das egoistisch? Ich kann ihr durch die neu gewonnene Kraft mehr geben als früher.
Ob sich das auch irgendwann in der Sexualität äussern wird, wissen wir beide nun noch nicht..
das ist ein neues Entdecken und sich kennen lernen.
Nur jetzt noch nicht, es ist seit 2012 in der Hinsicht Stillstand und der Stillstand wird auch noch
so lange bleiben, bis ich meinen sich veränderten Körper, genau wie in jeder Pubertät, erst einmal
selbst erfahren habe.

Meine Liebste sagte mal, jetzt muss ich dich ja mehr beschützen-nein, sorry, ich muss selbst auf mich
aufpassen können. Das ist meine Aufgabe und sie auf sich und wir auf uns gemeinsam.

Meine Nichte schrieb als ich mich geoutet habe, du schaffst das-und genau das habe ich vor!

Ah, Vanessa, mach mal die Kugel innen hohl-dann hast du noch mehr Perspektive..und nicht
nur Oberfläche sondern auch Tiefe...

Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Drachenfrau
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 84 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » So 10. Feb 2019, 11:48

Hallo zusammen,

wir haben uns hier sehr beschäftigt mit dem Thema aus der Sicht AUF die Partnerinnen.
Es gab hier sehr viel an lebendiger, bereichernder, gehaltvoller, essentieller Kommunikation.
Deutlich wurde auch wie viel Angst auf beiden Seiten vorhanden ist und wie viel an tatsächlichem Potential, das Leben wirklich auszukosten absolut brach liegt (in meinen Augen zumindest).
Dazu muss ich auch sagen, dass ich Lehrern auf meinem Weg begegnet bin, die mir verdeutlichten, wie sehr wir der Welt es schuldig sind, ihr das zu geben, was uns wirklich ausmacht. Sie haben mir schließlich keine andere Wahl gelassen, als dies zu wagen und zwar zu leben, was mich ausmacht und aufzulösen, was mich begrenzt.

War es immer einfach? Nein

Ich habe auf manchen Strecken Rotz und Wasser geheult - um dann danach festzustellen, das Gepäck ist leichter geworden.

Manchmal dachte ich, ich kann nicht mehr - um dann danach festzustellen => wow, es war doch einfacher als ich dachte.

Es brachte mir Erdbeben und Tsunamis ein in allen Ebenen, manchmal dachte ich, es bricht mir das Herz oder es wird heraus gerissen: Familie, Freunde und Beruf - sehr viel Veränderung, um dann auch danach festzustellen: das Gepäck ist nicht nur noch Mal leichter sondern auch das Leben zu "meistern", ist einfacher geworden.

Dazwischen gab es Menschen, die mir eine helfende Hand reichten, die mich auffingen, die mich zum Lachen wieder brachten, die mich Zuversicht lehrten, die mir halfen, mich und mein Leben klar zu sehen.

Das hat etwas erfordert, was ich gerade so schön auf einem Buchband entdeckte:

Heilung braucht Wahrheit.

Bild

Den Inhalt des Buches kenne ich nicht - doch, was der Titel schon allein aussagt, kann ich unterschreiben.
Vor allem:
Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben.

Was du nicht lebst, lässt dich nicht leben
Das ist eine Aussage, die in ihrem absoluten Gehalt erst einmal einen Verdauungsschnaps erfordert.

Ich dachte dabei an den Reifeprozess von euch, die primär betroffen sind: wer oder was bin ich denn jetzt?, den ihr heimlich versucht habt.
Auch wenn man lange Zeit nicht weiß, was mit einem los ist – sobald ich jedoch in einer Gemeinschaft lebe, dann entsteht bereits mit dem ersten Gedanken „ich kann darüber mit niemandem sprechen“ eine ungesunde Dynamik für alle Beteiligten, für alle, die zu der aktuellen Gemeinschaft gehören.
Es hat Auswirkungen – non verbal – wenn man etwas heimlich lebt und versteckt.
Man ist nie wirklich offen und frei.
Das kann eine(n) PartnerIn in aller Konsequenz auch nicht wirklich offen und frei sein lassen.
(In einer Familienaufstellung zur ersten Ehe von Denies habe ich gesehen, was für Auswirkungen es auf die erste Ehefrau von ihr hatte. Sie war in so einem hilflosen Chaos Denies gegenüber, dass ich von meinem Platz aus für diese Frau in Tränen gebadet war. Für die ersten 3 Jahre wusste ich auch, etwas stimmt nicht - und konnte so sehr sehen wie schrecklich es für diese Frau gewesen sein muss.)

Die Entscheidung, euch das Bedürfnis an Sicherheit zu erfüllen, hat den Preis, je länger man nicht offen ist, je heftiger kann die Konsequenz ausfallen.
Hier gilt es für euch auch herauszufinden, ob es sich nicht lohnt, sich dieser Verantwortung nun zu stellen und zu entscheiden: JETZT zählt es, daraus zu lernen und etwas zu verändern.
Sich gegenseitig zum ersten Mal wirklich offen und verletzlich zu begegnen – und verdammt, wenn es halt wehtut und schwer ist, dann ist es in diesem Augenblick so und wenn ihr dann heulend zusammenbrecht und alles am schlimmsten ist, dann ist es dieser Augenblick, in dem ihr euch (vielleicht) zum ersten Mal wirklich wagemutig für euch mit Offenheit und Klarheit entschieden habt, euch wirklich bejahen könnt wie ihr tatsächlich seid. Darüber hinaus erkennen könnt, dass euch mehr ausmacht als trans*.

Selbst, wenn ihr eure Jobs verliert, selbst wenn ihr Familienmitglieder „verliert“, der Freundeskreis sich wandelt – es ist eine schmerzhafte herausfordernde JEDOCH VORÜBERGEHENDE ZEIT.
An jedem Tal Ende geht es wieder den Berg hinauf.
Die Frage ist welchen Fokus setzt ihr? Seid ihr für euch bereit überhaupt am Ende eines Tunnels Licht sehen ZU WOLLEN?

Wenn ja – dann verändern sich die leidvollen Gedanken in Gedanken von Strategie, wie man den Lichtblick findet und ihn stärkt.

So wie ihr euer Leben lebt, so zeigt ihr anderen Menschen, wie sie mit euch umgehen sollen.

Ich wünsche euch Erfüllung und Frieden im Herzen.
Liebe Grüße,
Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 85 im Thema

Beitrag von Jasmine » So 10. Feb 2019, 12:18

Drachenfrau hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 11:48
...............
Es brachte mir Erdbeben und Tsunamis ein in allen Ebenen, manchmal dachte ich, es bricht mir das Herz oder es wird heraus gerissen: Familie, Freunde und Beruf - sehr viel Veränderung, um dann auch danach festzustellen: das Gepäck ist nicht nur noch Mal leichter sondern auch das Leben zu "meistern", ist einfacher geworden.
...............
Schöne Worte von dir, danke.
Ich wollte nicht alles zitieren, beschränke mich auf obigen Satz.
Erdbeben und Tsunamis, besser konntest du es nicht beschreiben.
Ja es war eine sehr harte Zeit, aber die Liebe und Zuneigung meiner
Partnerin und das Verständnis meiner Kids ließ mich alles überstehen.
Unsere kleine Familie stand zusammen wie ein Fels in der Brandung.
Was habe ich verloren? Die Liste würde hier den Rahmen sprengen.
Was habe ich gewonnen? Ein glückliches und zufriedenes Leben und vieles mehr.
Vor allem so zu leben wie es mir richtig erscheint.
Liebe Grüße Jasmine
Ich bin wie ich bin --- Ich lebe meinen Traum

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 86 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » So 10. Feb 2019, 13:29

Jasmine hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 12:18
Drachenfrau hat geschrieben:
So 10. Feb 2019, 11:48
...............
Es brachte mir Erdbeben und Tsunamis ein in allen Ebenen, manchmal dachte ich, es bricht mir das Herz oder es wird heraus gerissen: Familie, Freunde und Beruf - sehr viel Veränderung, um dann auch danach festzustellen: das Gepäck ist nicht nur noch Mal leichter sondern auch das Leben zu "meistern", ist einfacher geworden.
...............
Schöne Worte von dir, danke.
Ich wollte nicht alles zitieren, beschränke mich auf obigen Satz.
Erdbeben und Tsunamis, besser konntest du es nicht beschreiben.
Ja es war eine sehr harte Zeit, aber die Liebe und Zuneigung meiner
Partnerin und das Verständnis meiner Kids ließ mich alles überstehen.
Unsere kleine Familie stand zusammen wie ein Fels in der Brandung.
Was habe ich verloren? Die Liste würde hier den Rahmen sprengen.
Was habe ich gewonnen? Ein glückliches und zufriedenes Leben und vieles mehr.
Vor allem so zu leben wie es mir richtig erscheint.
Liebe Grüße Jasmine
Danke Jasmin.
Das ist auch das "Endziel", König/Königin seiner/ihrer Welt zu sein. Morgens aufstehen und das Leben bejahen können zu 100% wie es ist.

@all
Nachdem ich den obigen Beitrag schrieb, erzählte ich Denies, dass ich darin auch ihre Aufstellung miteinbezog und wir hatten wieder ein vertieftes Gespräch.
Ich wußte ja auch nicht, was in ihr los war - wußte nur etwas stimmte nicht mit ihr.
Damals war das Thema Polyamorie ganz groß. Die Frau, die sie ist, suchte sie im außen bei anderen Frauen anstatt bei sich selbst.
Also sah ich mich eher damit konfrontiert, sie kommt nachhause und sagt: Liebling ich möchte eine Zweitbeziehung beginnen, dann irgendwann eine Dritte.
Damals wußte ich auch, sie hat einen Schutzschild, eine Mauer und möchte etwas in sich beschützen.
Durch den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen, fiel die Mauer, ihre Zwiebelschichten bröselten ab und mir war klar, dass wenn ich nun weiß, wer oder was sie wirklich ist, kann ich sie an einen anderen Menschen "verloren" haben.

In unserem jetzigen Gespräch sagte ich etwas, das ich euch wissen lassen möchte:
Für den Preis meiner eigenen Freiheit, habe ich es angenommen, dass es so sein könnte, dass du eine andere Beziehung gefunden hättest - doch ich hätte Klarheit gehabt und könnte aus einem befreiten Herzen heraus, neu beginnen.

Also um der eigenen Freiheit Willen konnte ich den Weg gehen. Spannende Erkenntnis. Danke an alle im Forum.

Liebe Grüße,
Ulla
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

Menalee
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 87 im Thema

Beitrag von Menalee » Mi 13. Feb 2019, 13:07

Drachenfrau hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 22:04
Es ging - wahrscheinlich, weil ich als unkonventioneller offener Geist geboren wurde, ihn mir wohl lange versteckt erhielt, bis ich diesen auf dem Weg zu mir Selbst wieder hervor holte UND weil von dem Wesen, das ich kennenlernte, "ein Zauber" ausging, der blieb, was auch immer geschah.
Wohl so ähnlich wie bei dir - da hat die Liebe eine große Rolle gespielt.
Der Zauber, der von meiner Jasmine ausgeht ist seit sie sie selbst sein kann noch größer geworden. Die Liebe ist für uns eines der stärksten Gefühle und wie sie bei uns Berge versetzt hat ist uns Beweis genug. Früher hätte ich mir auch so einiges nicht vorstellen können, aber mit Jasmines Outing habe auch ich mich weiterentwickelt. Mit ihr unser Leben zu leben und unsere Zukunft zu gestalten erfüllt mich täglich mit Freude.
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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 88 im Thema

Beitrag von Drachenfrau » Mi 13. Feb 2019, 16:53

Menalee hat geschrieben:
Mi 13. Feb 2019, 13:07
Drachenfrau hat geschrieben:
Mo 4. Feb 2019, 22:04
Es ging - wahrscheinlich, weil ich als unkonventioneller offener Geist geboren wurde, ihn mir wohl lange versteckt erhielt, bis ich diesen auf dem Weg zu mir Selbst wieder hervor holte UND weil von dem Wesen, das ich kennenlernte, "ein Zauber" ausging, der blieb, was auch immer geschah.
Wohl so ähnlich wie bei dir - da hat die Liebe eine große Rolle gespielt.
Der Zauber, der von meiner Jasmine ausgeht ist seit sie sie selbst sein kann noch größer geworden. Die Liebe ist für uns eines der stärksten Gefühle und wie sie bei uns Berge versetzt hat ist uns Beweis genug. Früher hätte ich mir auch so einiges nicht vorstellen können, aber mit Jasmines Outing habe auch ich mich weiterentwickelt. Mit ihr unser Leben zu leben und unsere Zukunft zu gestalten erfüllt mich täglich mit Freude.
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Liebe Menalee,
... aber mit Jasmines Outing habe auch ich mich weiterentwickelt
Genau das ist der Punkt - sich weiterentwickeln.
Sie hat bei mir sehr viel Weiterentwicklung in Gang gebracht und jetzt ist es wieder umgekehrt.

Ich weiß nicht, was es ist, dass ich als heterosexuelle Frau sie als Frau liebe - doch ich frage auch nicht mehr danach, es ist so. Das muss man nicht wirklich verstehen, für mich ist wichtig, dass wir unsere Liebe und unsere Verbindung haben - auch wenn es mich doch einmal an meine Grenze bringen kann.

Liebe Grüße,
Ulla

Edit:
P.S.
So ist es auch bei Denies. Je mehr sie sie Selbst ist, desto mehr habe ich auch ihre Präsenz, ist sie selbst noch einmal ganz anders, auch zauberhafter - ja.
Je mehr ich in Verbindung mit mir selber bin, desto leichter löse ich meine „Probleme“.

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 89 im Thema

Beitrag von Menalee » Do 14. Feb 2019, 09:46

Drachenfrau hat geschrieben:
Mi 13. Feb 2019, 16:53
..................
Ich weiß nicht, was es ist, dass ich als heterosexuelle Frau sie als Frau liebe - doch ich frage auch nicht mehr danach, es ist so. Das muss man nicht wirklich verstehen, für mich ist wichtig, dass wir unsere Liebe und unsere Verbindung haben - auch wenn es mich doch einmal an meine Grenze bringen kann.
Heterosexuell oder etwas anderes, ich frage für mich - nicht danach. Für mich ist Jasmine die Person/Frau mit der ich am liebsten mein Leben verbringe. Die Wärme, Nähe und Geborgenheit die zwischen uns existiert kann ich mir mit keiner anderen Person vorstellen. Gerade meine persönliche Weiterentwicklung hat mir so viel gegeben und mein Leben bereichert. Auch haben wir das Thema GAOP ausreichend miteinander besprochen. Wenn meine Jasmine den letzten Schritt gehen will, ist sie nicht allein. Sie kann sich nicht nur meiner Unterstützung sondern auch meiner ganzen Liebe sicher sein. Vor allem sehe ich manche Sachen nicht als Belastungsgrenze, sondern als Herausforderung an mich meiner Jasmine die notwendige Sicherheit und Stärke zu geben. Das Ergebnis ist, das ich nach 25 Jahren immer noch Schmetterlinge im Bauch habe und eine tiefe Liebe spüre.
Menalee
Ich genieße das Leben mit meiner Jasmine

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Re: Mein Mann hat mich belogen, betrogen und hintergangen ....

Post 90 im Thema

Beitrag von Astrid » Do 14. Feb 2019, 11:16

Menalee hat geschrieben:
Do 14. Feb 2019, 09:46
Drachenfrau hat geschrieben:
Mi 13. Feb 2019, 16:53
..................
Ich weiß nicht, was es ist, dass ich als heterosexuelle Frau sie als Frau liebe - doch ich frage auch nicht mehr danach, es ist so. Das muss man nicht wirklich verstehen, für mich ist wichtig, dass wir unsere Liebe und unsere Verbindung haben - auch wenn es mich doch einmal an meine Grenze bringen kann.
Heterosexuell oder etwas anderes, ich frage für mich - nicht danach.
...
Es sind die althergebrachten gesellschaftlichen Normen, die Kategorien und ihre Begriffe, die uns immer wieder an uns selbst und unseren Bedürfnissen zweifeln lassen.
Wenn meine Bedürfnisse nicht mit einer bestehenden Norm zu erklären sind, dann sind nicht meine Bedürfnisse falsch, sondern die Normen. Und so ziemlich alles, was in unserer Gesellschaft in Bezug auf Beziehung, Geschlecht und Sexualität an Normen und Richtlinien herrscht, geht an der Lebens- und Liebensrealität vieler Menschen vorbei.

Ich liebe die Menschen, die ich nunmal liebe, unabhängig von meiner sexuellen Orientierung.
Ich begehre einen Menschen sexuell, ohne daß ich mir dafür einen Stempel aufdrücken lassen muß.
Ich trage die Kleidung, durch die ich mich ausdrücken kann, unabhängig von meinem körperlichen Geschlecht.
Ich lebe meine Persönlichkeit, unabhängig von den quälenden Rollenvorgaben, die mein körperliches Geschlecht angeblich mit sich bringen soll.

Und das Beste ist: Für das alles und noch viel mehr muß ich mich nicht erklären! Niemand muß das!

Es ist wie es ist und nicht wie es sein soll.

Liebe Grüße - Astrid

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