Anrede in der Öffentlichkeit
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Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte
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Andrea aus Sachsen
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Anrede in der Öffentlichkeit

Post 1 im Thema

Beitrag von Andrea aus Sachsen » Di 25. Dez 2012, 13:50

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Hallo alle zusammen,
ich habe mal eine Frage, die mich zwar weniger betrifft, aber trotzdem interessiert. Bekanntlich fällt es Angehörigen und Freunden schwer, uns mit weiblichem Namen anzusprechen, wenn wir en femme sind. Das mag zum einen die Macht der Gewohnheit sein, zum anderen sind wir für unsere lieben Mitmenschen, auch wenn wir gerade mal in die weibliche Rolle geschlüpft sind, kein anderer Mensch.
Ich selbst merke es immer wieder bei meiner Mutter, der einzigen Person, die mich regelmäßig als Andrea sieht. Zu Hause ist das ja kein Problem, aber wenn ich mir vorstelle, draußen als Mann angesprochen zu werden, meine ganzen Bemühungen um ein gutes Passing wären umsonst. Ich könnte mir gleich ein Schild „Ich bin Transe“ umhängen.
Gut, da ich meist allein unterwegs bin, betrifft mich das nicht. Aber ich weiß, dass viele von euch mit Ehefrau oder Freundin zusammen nach draußen gehen. Wie ist das bei euch? Seid Ihr schon mal durch eine falsche Anrede geoutet worden? War (oder wäre) euch diese Situation peinlich oder ist euch das einfach egal?
Ich bin schon auf eure Antworten gespannt. Vielleicht kann die eine oder andere eine lustige Episode beisteuern.
Viele Grüße
Andrea aus Sachsen

Maria
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 2 im Thema

Beitrag von Maria » Di 25. Dez 2012, 14:02

Hallo Andrea!

Nun, böse sein kann man das einem Menschen, der einem 20, 30 Jahre oder länger nur als er kennt wohl kaum. Selbst meiner Frau ist das in der Öffentlichkeit schon passiert. Statt "sie hat" kam ein "er hat" obwohl ich komplett als Frau unterwegs war. Sowas passiert eben. Gar nicht groß drüber nachdenken, weiter geht es im Programm, ganz normal als ob nichts wäre. Später unter sich kann man im normalen Ton und ohne Vorwürfe mal Bescheid sagen, dass das "er" nicht gerade angebracht war. Fremden oder neuen Bekannten, nehme ich das Grübeln um die Anrede gleich ab, in dem ich mich als Maria oder Frau Wittler vorstelle.
Liebe Grüße
Maria

Julia65
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 3 im Thema

Beitrag von Julia65 » Di 25. Dez 2012, 14:24

Hm, ich gehe auch gelegentlich mal mit einer Freundin oder so raus zum shoppen oder bummeln, aber ich werde immer als "sie" oder "Julia" angesprochen. Kenne das Problem da eigentlich nicht.
Wohl auf der Arbeit passiert es bei den Kollegen gelegentlich, das mag u.a. daran liegen, dass die mich jahrelang als Mann kannten und auch daran, dass ich da in der Arbeitskleidung wohl nicht so sehr feminin wirke. Aber es wird auch besser.
Ja, etwas unangenehm ist es sicher, aber so schlimm auch nicht. Böse sein würde ich nicht, es sei denn, ich habe den Eindruck dass es absichtlich oder abfällig gemacht wird.
LG
Julia
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Lampenschirm
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 4 im Thema

Beitrag von Lampenschirm » Di 25. Dez 2012, 14:32

Passt nicht so ganz ins Thema, ergänzt es aber evtl.:
Ich spreche meine Frau mit ihrem weiblichen Namen an. Aaaber: hin und wieder haut sie so männliche Schoten raus, die können nur von meinem Mann kommen. Dann rutscht mir die männliche Anrede raus. Da wir nicht nach draußen gehen, ist es für uns momentan nicht so wichtig. Sie hat es begriffen und nimmt es mir nicht übel.
LG Lampe
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Di 25. Dez 2012, 16:30

Hatte damit überhaupt keine Probleme. Ob in Arbeit, in der Klinik, in der Reha, Nachbarn oder beim Einkauf; stets wurde ich mit Frau, Christina oder anderer weiblicher Anreden korrekt angesprochen.
Bis auf meiner Schwester, der rutscht schon mal noch mein alter Vorname raus.
LG
Chrissie

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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 6 im Thema

Beitrag von Lina » Di 25. Dez 2012, 17:33

Manchmal fordert das Erziehungsmaßnahmen.

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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 7 im Thema

Beitrag von Chrissie » Di 25. Dez 2012, 18:14

Hallo zusammen, das kann schon passieren ist mir auch zweimal passiert, einmal im Zoo an einem Kiosk und einmal im Cafe. Beide male rief meine Frau dann von der D... willst Du auch was .

Ich habe dann treu geantwortet. Und ? Nichts passiert, also was solls kann halt schon mal passieren.

Liebe Grüsse Chrissie
Das Leben ist zu kurz um sich zu verleugnen.

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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 8 im Thema

Beitrag von Mona Schwindt » So 30. Dez 2012, 19:31

Hallo Andrea,

das ist meiner Frau bisher noch nicht passiert. Sie redet mich immer mit Mona an.

Gruß Mona
(flo)
Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Leben lebenswert machen.
" Guy de Maupassant"

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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 9 im Thema

Beitrag von Becky » So 30. Dez 2012, 21:07

Noch passiert das so gut wie allen immer wieder mal ... zu Merkwürdig war ich wohl die Jahre zuvor rumgelaufen. Klar sind da deutliche Veränderungen, aber selbst ich schnall das nicht immer, wenn dann die alte Anrede kam. ...ist noch alles so ungewohnt für die.
Wobei, bei mir der Vorteil gegenüber CD´s ist, das ich komplett wechsel und nicht mal so und mal so bin.
Böse sein, auf gar keinen Fall, wenns Passiert frage ich meistens: Wer? Wen meinst Du? Neeeee, nicht zu ernst nehmen, lieber mit Humor, irgendwann ist es halt bei denen im Kopf.

LG Elena
In der Rocky Horror Show gibt es ein Lied "Don´t dream it, be it"
In diesem Motto steckt so viel Weisheit und womöglich auch der Schlüssel zum Glück?

Inga
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 10 im Thema

Beitrag von Inga » Mo 31. Dez 2012, 01:17

Hallo, miteinander,

besonders sicher ist es, wenn die Partnerin gewohnt ist, von ihrem Schatz zu reden. Da ist dann ganz unverfänglich wenn sie entsetzt ruft " O, mein Schatz, das geht so gar nicht!"

Liebe Grüße
Inga

Michaela Smile
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 11 im Thema

Beitrag von Michaela Smile » Mo 31. Dez 2012, 07:52

meine Frau redet mich nur mit meinem Männlichen Namen an. Ich glaube sie hat ganz vergessen, dass es da noch einen 2.gibt :-) Ist aber irgendwie auch ok, denn sie sieht ja den Menschen und nicht das was dieser angezogen hat. Die neue "Rolle" wird also vermutlich nur noch unterbewusst wahrgenommen und als fast normales Erscheinungsbild gesehen. Ist doch auch toll, oder?
Grüßle Micha
Michaela
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PiaK
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 12 im Thema

Beitrag von PiaK » Mo 31. Dez 2012, 10:26

Hallo alle zusammen,

also wenn ich unterwegs bin, ist es mir noch nie passiert, dass ich mit "Herr" angesprochen wurde. Wenn mein "Gegenüber" etwas unsicher war, hat es meisten die Anrede vermieden oder so etwas Lapidares wie "Darf es noch was sein, die Dame!" angehängt. Auch wenn ich mit meiner Frau unterwegs bin, nennt sie mich Pia ( :wink: sind genau soviele Buchstaben wie in meinem männlichen Namen :lol: ).
Prickelnder ist es natürlich ,wenn wir als Ehepaar unterwegs sind und sie ruft mir in der Damenoberbekleidung zu:"Schatz komm doch mal, das sieht an dir bestimmt ganz schick aus! :roll: ).
Einem verwirrten Polizisten bei einer Routinekontrolle und dem unsicheren Blick auf meine Papiere fragte ich ihn:"wie hätten sie´s denn gern:"Herr... oder Frau..."!
Da auch meine Frau keine irritierten Blicke auf sich ziehen möchte, wählt sie immer die richtige Anrede.

LG und eine guten Rutsch wünscht euch Pia

Sandra82
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Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 13 im Thema

Beitrag von Sandra82 » Mi 2. Jan 2013, 16:10

Bisher werde ich meist bei meinem männlichen Namen genannt, aber von Fremden als Frau wahrgenommen – solange ich den Mund nicht aufmache :)
Die meisten Bekannten und Freunde versuchen sich gerade an Sandra zu gewöhnen, aber wird denke ich noch eine ganze Weile dauern bis es normal wird.

Aber ich habe auch kein Problem (mehr) mich in der Öffentlichkeit als Transidente zu outen.
Mein Passing hält eh niemals länger bis zu dem Augenblick wo ich den Mund aufmache, hoffe das wird sich irgendwann noch ändern.

brittaQs

Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 14 im Thema

Beitrag von brittaQs » Do 3. Jan 2013, 19:53

Hi,

ich werde, zum Glück, wenn ich unterwegs bin immer als Frau.... angesprochen. Ich bin allerdings auch immer perfekt und sorgfälltig gestylt, vollständig als Frau unterwegs. Interessant finde ich das ich auch in Situationen wie Flugreisen, Bahnreisen etc. wo ich meinen Ausweis, Schwerbehindertenausweis, Führerschein oder Bahncard mit männlichem Vornahmen vorlegen muss, trotzdem wie selbstverständlich als Frau angeredet werde. Da lohnt sich wirklich die jahrelange Übung/Erfahrung und der Wunsch nach realistisch weiblichen Aussehen. Ich glaube aber auch das ich einen Vorteil als Rollstuhlfahrerin habe, da ich im Rollstuhl klein bin und niemand, selbst bei Zweifeln, einer Schwerbehinderten "unrecht" tun möchte, da ich auch absolut rüberbringe das ich eine Frau sein will und auch so behandelt und angesprochen werden möchte.

Liebe Grüße
Britta

notmore-04022013

Re: Anrede in der Öffentlichkeit

Post 15 im Thema

Beitrag von notmore-04022013 » Mi 23. Jan 2013, 12:43

hallo,
da es unter den Exoten nochmals Exoten gibt , zähle ich mich zu den wenigen, die in der realen Welt des Scheins und Seins , immer mit dem seit Geburt getragenen Namen angesprochen
werden wollen. Fremde Leute die mich als Frau .... bezeichnen wollen, sag dann immer ich bin und bleibe der Hermann, die die mich kennen, tuns sowieso, wobei bei denen schon mal Hermine rausrutscht.
Vieleicht mag das daher kommen, daß für mich die weiblichkeit ein normaler Bestandteil meines Lebens ist, die Frau und der Mann in mir harmonieren.

LG
sissy67

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