Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?
Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann? - # 4

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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Frieda
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 46 im Thema

Beitrag von Frieda »

Inga hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 00:48 ...
👍👍👍👍👍👍👍👍👍

Daaaaaanke Inga, ich bin mega glücklich beim lesen deiner Worte❣️💖 (so)


Namaste 🙏
•Liebe & Mitgefühl sind die höchsten Formen von Intelligenz.
•Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst. Mahatma Gandhi
•Irgendwo ist Jemand glücklich mit weniger als du hast!

*Wer mag, ich bin gerne da mit 💖,👂und📝*
Vicky_Rose
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 47 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Hallo Carry,

ich komme aus zeitlichen Gründen nicht dazu, alle Posts ausgiebig zu lesen. Ich möchte Dir nur einen Hinweis auf das Thema "Verlustangst" geben. David Schnarch hat in seinem Buch "Die Psychologie sexueller Leidenschaft" (aus meiner Sicht sehr lesenswert) darauf hingewiesen, dass die Differenzierung, also die Anerkennung und Annahme von Unterschieden eine grundlegende Weiterentwicklung in der Beziehung darstellt. Ulrich Clement hat diese Ansicht im deutschen Raum vertreten.

Die Verlustangst ist verständlich, da man tatsächlich etwas loslassen muss. Es scheint etwas in der Beziehung zu sterben. Die Distanz wird vermeintlich größer. Tatsächlich kehrt aber viel mehr Realismus in die Beziehung ein. Was stirbt, sind die eigenen Vorstellungen vom Partner, die ihn letztlich einschränken, und machen einer neuen Sichtweise Platz und eröffnen Chancen der Weiterentwicklung. Steht die Beziehung auf einer vertrauensvollen Basis, ist damit auch kein Verlust der Nähe verbunden, sondern "unreife" Vorstellungen von Verschmelzungen werden relativiert. Ein "wir gehören zusammen" bekommt mehr Tiefe. Krisen bedeuten nicht nur Gefahr, sondern auch eine günstige Gelegenheit.

Dass das ein symmetrischer Prozess ist, muss m.E. nicht besonders betont werden. Aber einer muss anfangen. In diesem Fall war das Dein Mann mit seiner Eröffnung. Das Loslösen von Vorstellungen ist schmerzhaft, aber die Schmerzen bleiben nicht, wenn man sich miteinander vertrauensvoll auseinander setzt. Wenn Du Deine Schritte gehst (immer schön auf Dich selber achten, es muss für Dich richtig sein, nicht für ihn), wird sich auch Dein Mann mit seinen Vorstellungen und Themen auseinander setzen müssen. Nochmals: das funktioniert nur mit einer soliden Vertrauensbasis, dass beide sich miteinander entwickeln wollen. Dazu gehört Offenheit und Ehrlichkeit und das möglichst umfassend und beidseitig.

Es gibt keine Garantien. Manche Paare wollen das nicht und können auch gut miteinander leben. Aber es wird nicht die Tiefe haben, die möglich ist. Es gibt auch eine sehr tiefgründige, lyrische Beschreibung dafür: https://www.zgedichte.de/gedichte/khali ... liebe.html

Alles Gute
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Marlene K.
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 48 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Carry hat geschrieben: Di 19. Nov 2019, 10:13 ...
Dennoch habe ich Angst, Angst, dass er eines Tages geht, weil er sich vielleicht doch anders orientiert. Wie kann ich diese Angst loswerden?

LG, Carry
Liebe Carry,
zwei Dinge sage ich Dir hierauf, die Du eigentlich auch selber weißt.

Du kannst Dir nie sicher sein, dass Dein* Partner* bleibt. Liebe entscheidet sich jeden Tag neu, von beiden Seiten aus.

Das Vertrauen und den Respekt füreinander können immer wieder nur zwei Menschen zusammen erarbeiten und begründen. Was ist mit Ihm, wenn Du Dich entscheidest zu gehen?

Fühl Dich gedrückt
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
Carry
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 49 im Thema

Beitrag von Carry »

MichiWell hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 00:15 Was mich allerdings nachdenklich stimmt ist, dass du ihn dir anscheinend eher als triebgesteuertes Etwas vorstellen kannst, als die Möglichkeit, dass er eine starke weibliche Seite haben und diese gelegentlich ausleben möchte, um nicht an deren Unterdrückung kaputt zu gehen. So pragmatisch wie du über die Integration seines Fetischs in euer Liebesleben referierst, ist das für mich näher am Verrichten der Notdurft, denn am Austausch von Zärtlichkeiten. Sorry, wenn ich das so plakativ formuliert habe.
Hallo Michi,

erstmal vielen Dank für all Deine Worte!

Nein! Definitiv Nein! Ich stelle mir meinen Liebsten nicht als triebgesteuertes Etwas (Etwas schonmal gar nicht!) vor!!! Keineswegs! Und dass er eine starke weibliche Seite zu haben scheint, damit habe ich auch gar kein Problem. Jeder Mensch trägt immer eine weibliche und eine männliche Seite in sich, der eine mehr, der andere weniger stark ausgeprägt oder ins Bewußtsein integriert. Das ist mir durchaus klar und auch bewusst.
Ich habe auch männliche Anteile in mir, natürlich, und manchmal wollen die auch ausgelebt werden. Dann kann ich im Fußballstadion schon mal fast zum Hooligan werden und haue weit derbere Sprüche raus, als manche Männer. Ich bin handwerklich nicht unbegabt und kann das meiste, wofür viele andere Frauen Hilfe brauchen, durchaus alleine. Und noch zig andere Beispiele, die ich nennen könnte, wie ich dann mal die männliche Seite "auslebe". Wenn ein Mann seine weibliche Seite ausleben möchte, bitteschön, warum nicht - es gibt tausend Wege, das zu tun. Was aber einfach nicht in meinen Kopf reingehen will, dass "das Weibliche" dann doch immer mit Äußeren Attributen ausgelebt werden muss/soll....also im Grunde reduzieren alle "das Weibliche" doch dann wieder nur auf das Aussehen, auf die Klamotte und Frisur, auf MakeUp und ja, auch auf die offensichtlichen Geschlechtsmerkmale, wie Brüste.

Zu meiner sexuellen Orientierung: Ich bin eine hetero-Frau! Daran hat es in meinem Leben nie auch nur den geringsten Zweifel gegeben. Punkt! Ich habe manchmal das Gefühl, dass mir jetzt von so manchen mehr oder weniger "eingeredet" werden soll, dass ich doch den Menschen liebe und es bestimmt auch irgendwann toll finden kann, wenn dieser sich als Frau anzieht und Brüste umschnallt.
Nochmal: ich bin hetero! Punkt! Nein, ich bin nicht homophob, und wie andere Menschen ihre Sexualität ausleben, ist mir gelinde gesagt vollkommen schnuppe. Ich mag nunmal Männer!
Wenn dann so Sachen kommen wie "denk' doch mal drüber nach, warum Du Dich gerade in diesen Mann verliebt hast, er hatte doch irgendwas besonderes, was ihn von anderen unterschied..."....ja sicher, natürlich hat er das - aber ich habe mich auch in ihn verliebt, WEIL er ein MANN ist - neben hunderttausend anderen wunderbaren Eigenschaften, die er hat. Was ist daran so schwer zu verstehen?
Wenn ich Brüste und den weiblichen Körper für mich in irgendeiner Weise als sexuell anziehend empfinden würde, dann hätte ich vor Jahrzenhnten meine beste Freundin geheiratet - die liebe ich nämlich auch sehr, weil sie ein wunderbarer Mensch ist - ABER sie ist halt eine Frau, und eine Paarbeziehung geht für mich nur MIT Sex und in meinem Fall halt mit einem MANN.

Nichts desto trotz werde und will ich die Neigungen meines Liebsten in unser Beziehungsleben integrieren - und als eine von mehreren Spielarten der Sexualität, kann auch "Verkleidung" für mich durchaus reizvoll und anregend sein ... aber da gibt es eben Grenzen! Das hat nichts mit "Verrichten einer Notdurft" zu tun - rein gar nichts - ich möchte natürlich, dass mein Liebster Sex mit mir als ebenso wunderschön und erregend, manchmal extatisch empfinden kann, wie ich es mit ihm empfinden kann. Wenn dazu nötig ist, dass ich mich an gewisse weitere "Spielarten" gewöhne, dann hat das nichts mit pragmatischen Herangehensweisen zu tun, sondern das nennt man Liebe - schlicht und ergreifend. Im Rahmen der für mich erträglichen Grenzen will ich ihm alles ermöglichen, was ihn glücklich macht.
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 50 im Thema

Beitrag von Jasmine »

Ralf-Marlene hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 09:44 ........
Du kannst Dir nie sicher sein, dass Dein* Partner* bleibt. Liebe entscheidet sich jeden Tag neu, von beiden Seiten aus.
............
Das sehe ich zumindest bei Menalee und mir anders. Die Liebe zwischen Menalee und mir ist eine unverhandelbare Konstante. Sie schlug bei uns ein und wurde über die Jahre immer größer. Natürlich sind wir beide bemüht unsere Liebe zueinander täglich zu nähren. Aber es kann auch bei uns mal vorkommen, das ich meiner Menalee wehtue oder meine Menalee mir, aber deswegen an unserer Liebe zu zweifeln käme uns nie in den Sinn. Wir sind zwei Frauen die auch mal Fehler machen, aber dann müssen wir sehr schnell einen Weg finden die Ungereimtheiten aus der Welt zu schaffen. Genau hier ist es für uns wichtig auf Konstanten zu vertrauen, die tief in uns verwurzelt sind und immer wieder der Antrieb sind das Wichtigste in unserem Leben - unsere Liebe - zu bewahren. Das Geschenk der Liebe wird von uns gepflegt und bewahrt. Ohne diese Liebe, das bedingungslose Vertrauen zwischen meiner Menalee und mir das uns täglich Kraft und Energie schenkt wäre vieles nicht möglich. Unsere Liebe hat auf unserem Weg Berge versetzt und Stürme überstanden, weil sie für uns unverhandelbar ist und voraussetzt das ich für meine Menalee alles tun würde. Ich bin mir sicher, das auch meine Menalee alles für mich tun würde. Sicher ist für mich auch das ich immer bei meiner Menalee bleiben werde, in guten wie in schlechten Zeiten. Wir sind einander aber auch nicht hörig sondern vielmehr ist bei unserer Liebe auch eine wichtige Komponente, das wir uns stets auf Augenhöhe mit dem notwendigen Respekt füreinander begegnen.
Liebe Grüße Jasmine
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 51 im Thema

Beitrag von Carry »

Vicky_Rose hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 07:53 Hallo Carry,

ich komme aus zeitlichen Gründen nicht dazu, alle Posts ausgiebig zu lesen. Ich möchte Dir nur einen Hinweis auf das Thema "Verlustangst" geben. David Schnarch hat in seinem Buch "Die Psychologie sexueller Leidenschaft" (aus meiner Sicht sehr lesenswert) darauf hingewiesen, dass die Differenzierung, also die Anerkennung und Annahme von Unterschieden eine grundlegende Weiterentwicklung in der Beziehung darstellt. Ulrich Clement hat diese Ansicht im deutschen Raum vertreten.

Die Verlustangst ist verständlich, da man tatsächlich etwas loslassen muss. Es scheint etwas in der Beziehung zu sterben. Die Distanz wird vermeintlich größer. Tatsächlich kehrt aber viel mehr Realismus in die Beziehung ein. Was stirbt, sind die eigenen Vorstellungen vom Partner, die ihn letztlich einschränken, und machen einer neuen Sichtweise Platz und eröffnen Chancen der Weiterentwicklung. Steht die Beziehung auf einer vertrauensvollen Basis, ist damit auch kein Verlust der Nähe verbunden, sondern "unreife" Vorstellungen von Verschmelzungen werden relativiert. Ein "wir gehören zusammen" bekommt mehr Tiefe. Krisen bedeuten nicht nur Gefahr, sondern auch eine günstige Gelegenheit.

Dass das ein symmetrischer Prozess ist, muss m.E. nicht besonders betont werden. Aber einer muss anfangen. In diesem Fall war das Dein Mann mit seiner Eröffnung. Das Loslösen von Vorstellungen ist schmerzhaft, aber die Schmerzen bleiben nicht, wenn man sich miteinander vertrauensvoll auseinander setzt. Wenn Du Deine Schritte gehst (immer schön auf Dich selber achten, es muss für Dich richtig sein, nicht für ihn), wird sich auch Dein Mann mit seinen Vorstellungen und Themen auseinander setzen müssen. Nochmals: das funktioniert nur mit einer soliden Vertrauensbasis, dass beide sich miteinander entwickeln wollen. Dazu gehört Offenheit und Ehrlichkeit und das möglichst umfassend und beidseitig.

Es gibt keine Garantien. Manche Paare wollen das nicht und können auch gut miteinander leben. Aber es wird nicht die Tiefe haben, die möglich ist. Es gibt auch eine sehr tiefgründige, lyrische Beschreibung dafür: https://www.zgedichte.de/gedichte/khali ... liebe.html

Alles Gute

Hallo liebe Vicky,

vielen lieben Dank für Deine Worte.
Und Danke für die Buchempfehlung, ich werde mir das sicher mal ansehen!

Eine ähnliche Erkenntnis hatte ich in den letzten Tagen auch schon für mich - nämlich, dass ich eine bestimmte Vorstellung von meinem Mann hatte, die der Realität nun nicht mehr stand hält. Einerseits beflügelt mich diese Erkenntnis, insofern, dass ich es als ganz großes Geschenk begreife, mit einem Mann leben zu dürfen, mit dem ich mich ganz eklatant weiterentwickeln kann und mit dem eine Beziehung in einer Tiefe möglich ist, die ich mir in vorangegangenen Partnerschaften immer gewünscht habe.
Am Anfang unserer Beziehung habe ich mal zu ihm gesagt, dass ich mir eine lebendige Beziehung wünsche, dass ich oberflächliches nebeneinander her leben nicht mehr will, und dass ich eine Beziehung haben möchte, in der man sich jeden Tag aufs Neue bewusst dazu entscheidet, wirklich zusammen sein zu wollen, weil man den anderen "wählt", nicht weil man es gewohnt ist oder einfach nicht alleine sein will. Ich bin ein Mensch, der eine Beziehung haben möchte und auch braucht, in der einfach alles Platz hat - der Sonnenschein, die Schmetterlinge und betrunkenens Glück genauso, wie die dunklen Zeiten, Verzweiflung und Angst, eben alles, was das menschliche Fühlen so hergibt. Und die habe ich! Dafür bin ich dem Schicksal, dem Universum oder meinetwegen auch Gott, falls es einen gibt, unendlich dankbar! Und ich kann diese "Krise" auch sehr gut als Chance begreifen. Mir ist ganz bewusst, dass wir in unserer Beziehung bereits jetzt ein Level an Tiefe und Nähe erreicht haben, das andere, vermeintlich "normale" Paare nach Jahrzehnten nicht erreichen - auch, weil sie sich mit dem eigenen Inneren und dem des Partners gar nicht beschäftigen wollen. So bin ich aber nicht, und so war ich auch noch nie.
Klar ist aber auch, dass ich sicherlich einige Vorstellungen auf meinen Schatz projeziert habe, die ich jetzt loslassen muss.
Als ich ihn das erste Mal traf, war ich blutjung und er war für mich der Inbegriff des "männlichen Helden", der erste feste Freund mit einem damals noch sehr gravierenden Altersunterschied, mein "Ritter in der glänzenden Rüstung", ein Mann, der mir genau das geben konnte, was ich suchte und brauchte. Meine ersten sexuellen Erfahrungen machte ich mit ihm und er hat mir vom ersten Moment an immer eingebläut, dass ich niemals etwas tun soll, was ich nicht möchte, nur weil ich vielleicht meine, dass ich damit seine Liebe sichern kann oder es eben aus schwärmerischer, unreifer Liebe meine, tun zu müssen. Das habe ich von ihm gelernt und das hat mir im weiteren Verlauf meines Lebens so manches Mal geholfen und mich davor bewahrt,an zu schlechte Typen zu geraten - aber das ist eine andere Geschichte.Was ich damit sagen will, ist, dass ich damals meine ganze weitere sexuelle Entwicklung quasi in seine Hände gelegt habe - voller Vertrauen! Und jetzt tue ich das wieder - ich lerne Dinge über mich, ich hinterfrage und sprenge Grenzen, ich entdecke neue Welten in meinem Inneren - und ich bin zutiefst dankbar dafür, dass ich das in tiefem Vertrauen zu dem Mann tun kann, von dem ich weiß, dass er mich niemals absichtlich verletzen würde. Als damals also diese Beziehung in die Brüche ging und wir uns aus den Augen verloren, blieb der Wunsch, mich bei einem Mann so zu fühlen, wie ich mich bei ihm fühlte - das habe ich in meinem dann weiteren Leben nie mehr gefunden - aber ich habe oft von ihm geträumt, und auch in meinen Masturbationsphantasien hat er nur allzu oft die Hauptrolle gespielt, auch wenn ich andere Partner an meiner Seite hatte. Mein erstes Mal Sex war nämlich wirklich wunderschön und er war der absolut tollste erste feste Freund, den ein Mädchen sich nur wünschen kann.
Nun treffe ich diesen Mann tatsächlich wieder und stelle vom ersten Tag an fest, DAS ist es, was ich die ganzen Jahre vermisst und gesucht habe! Wenn ER mich in seine Arme nimmt, dann ist da genau das Gefühl, was ich haben will, was ich brauche und mir wünsche von einem Mann - da ist tiefe Geborgenheit, ganz viel heilsame Stille und Sicherheit und ein Gefühl von "nach Hause kommen", angekommen sein, und tatsächlich in meiner Esszens gesehen werden! Rundherum einfach wunderbar.
Wenn eben dieser wahr gewordene Traum und über die Jahre sicherlich auch etwas romantisch verklärte "Held" Dir nun eröffnet, dass er gerne Frauenkleider trägt usw, dann ist das erstmal tatsächlich ein Verlust - ein Verlust einer Wunschvorstellung von einem gemeinsamen Leben - ganz klar, da gebe ich Dir Recht, und ein Verlust eines Traumbildes von einem Menschen, den man nun anscheinend doch gar nicht kennt. Das muss erstmal verdaut und sicherlich auch "betrauert" werden. Dennoch, trotz allem, habe ich nicht in einer einzigen Millisekunde auch nur ansatzweise daran gedacht, mich deswegen zu trennen und diese, unsere Liebe aufzugeben - niemals! Ich glaube, es war einer der ersten Sätze, die ich dem Outing-Gespräch zu ihm gesagt habe, dass ich ihn deswegen kein bisschen weniger liebe! Ich war so berührt und beseelt von dem Blick in die Untiefen seiner Seele und was ich dort finden konnte, ist absolut wunderschön, so schön, dass es mich manches Mal zu Tränen rührt. Ebenso berührt mich sein Schmerz, den er schon so viele Jahre mit sich ausmachen musste und hoffe inständig, dass alleine die Tatsache, dass er sich mir anvertrauen kann, ihm ein bisschen Erleichterung bringen kann. Es tut mir unfassbar leid, dass er sich mit all diesen Dingen herumschlagen muss und nicht einfach nur glücklich sein kann.
All diese inneren Prozesse in meiner und seiner Gefühlswelt haben uns ganz sicher noch viel näher zusammen gebracht.
Das weiß ich und ich sehe das auch so! Ich stehe nach wie vor zu der Aussage, dass wir das schaffen werden.
ABER ...ich muss erst lernen, damit auch wirklich umzugehen, muss lernen, meine Trauer anzunehmen und all das nicht auf meine Person, meine Weiblichkeit und meinen Körper zu beziehen. Und da liegt momentan der Hase im Pfeffer. Es ist wahnsinnig schwer für mich, mich nicht minderwertig zu fühlen, wenn ich an seine perfekt geformten Silikonbrüste denke. Ich werde 42, da hat der Zahn der Zeit natürlich auch schon an mir genagt. Auch wenn er immer wieder sagt, dass er meine Brüste liebt und natürliche sowieso viel schöner sind, so richtig glauben kann ich das (noch) nicht. Ich kann das einfach nicht verstehen, was es ihm gibt, wenn er sich diese Silikondinger in den BH steckt - was macht das mit ihm? Warum braucht er das? Das sind alles Fragen, die er mir auch (noch) nicht wirklich beantworten konnte. Ja, ich bin auch eifersüchtig, eifersüchtig auf "die Andere", darauf, dass er sich aussuchen kann, wie groß und wie straff seine eigenen Brüste sein sollen, darauf, dass er sich damit "aufgeilen" kann, obwohl ich doch diejeniege sein möchte, an der und mit der er sich aufgeilen kann. Männer sind ja grundsätzlich visueller veranlagt, als Frauen - ich weiß, dass Männer gerne Pornoheftchen angucken, und trotzdem ihre Frauen lieben - das kann ich auch alles noch ein Stück weit nachvollziehen - aber es will mir einfach nicht in den Kopf, was es ihm bringt, wenn er sich Silikonbrüste umschnallt und eine Perrücke aufsetzt. Leider kann er es mir auch zur Zeit noch nicht erklären.

Also bei aller Tiefe und aller Liebe und all den guten und postiven Aspekten der Entwicklungen unserer Beziehung, bleibt dennoch dieses schale Gefühl im Herzen, dass ich irgendwie gegen diese "andere Frau" anstinken muss, um sexuell für ihn attraktiv zu sein oder zu bleiben....

Uiii....jetzt bin ich aber wieder abgedriftet - sorry für diese langen Ausführungen - aber es tut einfach gut, das alles mal loswerden zu können!

LG, Carry
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 52 im Thema

Beitrag von Alex_andra »

Hey Carry,
du bist doch hier, weil du andere Meinungen lesen wolltest. Ich finde deine Aussage bezüglich deiner intimen Präferenzen und deine Vorstellung, einer für dich beglückenden Beziehung, ziemlich klar und eindeutig und absolut unmissverständlich. In den meisten der hier geposteten Beiträgen, wird versucht zu ergründen, ob deine Vorstellung von Sex und Beziehung so fest gefügt ist, dass sie nur das für dich Normale zulassen kann, oder ob es noch verborgene Möglichkeiten gibt, die eigene Wahrnehmung als beschränkende Konstruktion zu erleben, deren man bedarf, um sich in all dem Chaotischen um uns herum sicher zu fühlen, die sich aber als veränderbar zeigt, wenn erkannt wird, dass sie eben nur einen kleinen Teil des Möglichen oder Wirklichen abbildet. Niemand von uns kommt ohne solche konstruktiven Hilfsmittel aus, sagen wir fast niemand. Ich empfinde es als absolut legitim, die eigenen Grenzen zu benennen und zu sagen, weiter kann oder möchte ich nicht gehen. Aber du musst bis zu einem gewissen Grad einsehen, dass diese Grenzen eben eine Begrenzung dessen was möglich ist bedeuten und in deinem Fall die Konsequenz haben kann, dass deine Beziehung dabei zu Bruch geht. Das liegt dann aber nicht nur an deinem Partner. Bedeutet also, dass niemand Schuld trägt, den Bedürfnissen des Anderen oder seinen Vorstellungen nicht genügen zu können.
Jetzt stellt sich die Frage, ob ihr euch die Zeit lassen könnt, dass ihr euch als Paar mit diesem Umstand arrangieren könnt oder ob es zu Verwerfungen kommt, die das ganze System zum Einsturz bringen. Er hat sich getraut, dir eine für ihn existentielle intime Notwendigkeit anzuvertrauen, und du traust dich, deinen Unmut darüber laut zu äußern. Wenn sich dann der Sturm der emotionalen Entrüstung gelegt hat, sollte man klar und offen verhandeln, wie es weiter gehen kann. Aber nicht auf der Ebene von Scham und Versprechungen, Dinge zuzulassen oder zu tun bzw. nicht zu tun, die den anderen verletzen könnten oder ihn davor bewahren. Ihr müsst im besten Fall einen weg finden, verschiedene Ausdrucksformen einer Persönlichkeit zuzulassen, gegebenenfalls getrennt voneinander. Aber das ist echt schwer und dauert wirklich lange.
Trost oder Motivation sich dem zu stellen, gibt eventuell die Tatsache, dass niemand weiß, wie andere genau empfinden und was sie alles zu verbergen haben oder sich nicht trauen, das öffentlich zu verhandeln. Wir alle kaufen immer wieder der Katze in der Kiste.
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 53 im Thema

Beitrag von lexes »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mo 18. Nov 2019, 18:38
Trotzdem möchte ich dich gerne etwas fragen!
Was ist schlimm daran bi -oder homosexuell zu sein? Macht es mich zu einem schlechteren
Menschen weil ich pansexuell bin? Ich trage die Möglichkeit in mir für jedes menschliche Wesen
Liebe zu empfinden und bin trotzdem seit 17, fast 18 Jahren in einer festen (lesbischen) Partnerschaft.
So war das sicher nicht gemeint und da geht es auch weder um einer Wertung sexueller Vorlieben noch um Dich liebe Emmi

Sie hat ein Problem damit das IHR Mann nicht DER Mann ist, von dem sie dachte das er es ist
Dazu kommt eine Batterie von Ängsten ( viele unberechtigt, aber woher soll sie das wissen ) und dann kommen solche Sätze dabei heraus

Das solltest Du wirklich NICHT auf Dich beziehen oder es als eine Art homophones Statement werten

.. und eine langjährige lesbische Beziehung ( so schön sie für Dich ist , ganz ohne Zweifel ) ist hier auch mit Sicherheit keine inhaltliche Hilfestellung.

Hier geht es um Verständnis / Aufklärung etc ..

Lexi
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 54 im Thema

Beitrag von ascona »

Hallo Carry (moin)
Ich habe nicht alle, sondern nur die ersten und die letzten posts gelesen. Vielleicht unterschlage ich etwas, sorry, aber ich möchte meinen einfachen Blick darauf dir mitteilen, vielleicht ist es von Interesse...
Erstens finde ich es unheimlich stark , wie du zu deinem Mann stehst, und deine Liebe zum Ausdruck bringst, Das spürt man bei deinen Beiträgen. Damit habt ihr doch schon die beste Basis !
Dann fällt auf - aber das ist ja auch nicht so ungewöhnlich :lol: - daß der Sex ein grosses Thema ist.
Darum drehen sich hier viele Beiträge. Und mir scheint, diese drehen sich auch manchmal im Kreis.
Carry hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 10:23 Nochmal: ich bin hetero! Punkt! Nein, ich bin nicht homophob, und wie andere Menschen ihre Sexualität ausleben, ist mir gelinde gesagt vollkommen schnuppe. Ich mag nunmal Männer!
Wenn dann so Sachen kommen wie "denk' doch mal drüber nach, warum Du Dich gerade in diesen Mann verliebt hast, er hatte doch irgendwas besonderes, was ihn von anderen unterschied..."....ja sicher, natürlich hat er das - aber ich habe mich auch in ihn verliebt, WEIL er ein MANN ist - neben hunderttausend anderen wunderbaren Eigenschaften, die er hat. Was ist daran so schwer zu verstehen?
...
Nichts desto trotz werde und will ich die Neigungen meines Liebsten in unser Beziehungsleben integrieren - und als eine von mehreren Spielarten der Sexualität, kann auch "Verkleidung" für mich durchaus reizvoll und anregend sein ... aber da gibt es eben Grenzen!
Tu dich bloß nicht verbiegen ! Niemand darf dir das hetero ausreden. (falls das von jemand so gemeint war).
Ich wunderte mich schon bei deinem ersten Beitrag über das besondere Sexexperiment.
Die Frage, die mir spontan in den Sinn kommt :
muß denn der Fetischismus deines Mannes überhaupt Teil eurer sexuellen Handlungen werden ?
Ich dachte eigentlich so:
- dein Mann braucht Verständnis für sein crossdressing und Fetischismus. Er will sich nicht vor dir verstecken müssen. Ob er nun ab und zu oder öfters in der Wohnung oder außerhalb mit oder ohne dich in Frauenkleidung wandelt - das ist seine und eure Sache. Das müsst ihr mit der Zeit herausfinden, dafür habt ihr ja ein tolles Vertrauensverhältnis.
- aber ich kann nicht nachvollziehen, warum ihr das in euer sexuelles Liebesleben integrieren müsst. Er könnte doch dabei GANZ Mann bleiben. Ohne daß er sich dabei verstellt.
Oder sehe ich das falsch ?

ich wünsche dir viel Erfolg und Spaß
)))(: ascona
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 55 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

lexes hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 11:32 So war das sicher nicht gemeint und da geht es auch weder um einer Wertung sexueller Vorlieben noch um Dich liebe Emmi
Hi Lexi,

natürlich geht es nicht um mich...aber so wie andere Bücher anführen, darf ich mein Erleben als Beispiel anführen.
Was ich damit tun möchte ist Gedanken anregen und darstellen das es mehr als DEN EINEN Weg gibt.
lexes hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 11:32 Sie hat ein Problem damit das IHR Mann nicht DER Mann ist, von dem sie dachte das er es ist
Dazu kommt eine Batterie von Ängsten ( viele unberechtigt, aber woher soll sie das wissen ) und dann kommen solche Sätze dabei heraus

Das solltest Du wirklich NICHT auf Dich beziehen oder es als eine Art homophones Statement werten
Also auch hier, ich kenne manche meiner Freunde seit lass mich lügen seit 40 - 42 Jahren.
Kindergarten, Schule, wir sind also an einem Stück zusammen aufgewachsen...
Und ich würde nie sagen, ich kenne den Menschen voll umfänglich. Das ist einfach ein Trugbild, ich überrasche mich ja
selbst manchmal und entdecke neue Züge an mir. Nicht werten bitte-das war wieder nur ein Beispiel out of life.
Bilder und Vorstellungen verursachen Schmerzen schwinden sie-mein Tipp ist also löse dich von Konzepten die ja
offensichtlich nicht mehr passen um Schmerzen zu mindern.

DER Mann von heute ist vielleicht morgen schon ein anderer-das ist leider die bittere Wahrheit.
Es gibt eine Person auf die man sich meist verlassen kann und das ist man selbst-und selbst da leg ich nicht mehr zu 100%
die Hand ins Feuer.

lexes hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 11:32 .. und eine langjährige lesbische Beziehung ( so schön sie für Dich ist , ganz ohne Zweifel ) ist hier auch mit Sicherheit keine inhaltliche Hilfestellung.

Hier geht es um Verständnis / Aufklärung etc ..
Genau, Aufklärung, das ist was ich damit erreichen will. Sind wir uns doch einig, super!

Ich verstehe Carry, das ist nicht das Problem, nur wenn du dich ständig innerhalb deiner Komfortzone
bewegst ist das Entwicklungspotential nicht ganz so hoch meiner Einschätzung nach...

daher bilde ich gerade den Gegenpol. Sorry, ich kann leider gerade nicht anders.. (dr)


Alles Liebe Marie (flo)
I´ve known the wind so cold, i´ve seen the darkest days, but now the winds i feel are only winds of change

Always be yourself, unless you can be a unicorn, then always be a unicorn

A heart that hurts is a heart that works <3
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 56 im Thema

Beitrag von Carry »

ascona hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 12:14 Tu dich bloß nicht verbiegen ! Niemand darf dir das hetero ausreden. (falls das von jemand so gemeint war).
Ich wunderte mich schon bei deinem ersten Beitrag über das besondere Sexexperiment.
Die Frage, die mir spontan in den Sinn kommt :
muß denn der Fetischismus deines Mannes überhaupt Teil eurer sexuellen Handlungen werden ?
Ich dachte eigentlich so:
- dein Mann braucht Verständnis für sein crossdressing und Fetischismus. Er will sich nicht vor dir verstecken müssen. Ob er nun ab und zu oder öfters in der Wohnung oder außerhalb mit oder ohne dich in Frauenkleidung wandelt - das ist seine und eure Sache. Das müsst ihr mit der Zeit herausfinden, dafür habt ihr ja ein tolles Vertrauensverhältnis.
- aber ich kann nicht nachvollziehen, warum ihr das in euer sexuelles Liebesleben integrieren müsst. Er könnte doch dabei GANZ Mann bleiben. Ohne daß er sich dabei verstellt.
Oder sehe ich das falsch ?
Hallo Ascona,

dankeschön für deine lieben Worte!

So, nun bin ich etwas verwirrt ....wieso wundert es jemanden, dass es in meinen Posts viel um Sex geht....Ääähm...worum denn bitte sonst? Also, wenn es sich irgendeiner Form um das Geschlecht eines Menschen dreht, dann dreht es sich damit automatisch - es sei denn dieser jemand ist komplett a-sexuell, aber dann ist demjenigen sein Geschlecht auch wahrscheinlich egal?! - um die Sexualität, die sexuelle Ausrichtung, Neigung, eben den Sex! Oder sehe ich das falsch? Wenn es nur darum ginge, ob jemand rosa oder blaue Sachen trägt (um es ganz einfach auszudrücken), dann hätten wir alle, die wir hier sind wohl kaum ein Problem.

Muss der Fetischismus teil unserer sexuellen Handlungen werden?
Ich weiß nicht, was für eine Auffassung Du oder andere hier von einer intakten Beziehung haben, aber für mich ist die sexuelle Vereinigung ein sehr wichtiger Teil einer Beziehung. Wenn nun einer einen Fetisch hat, den er ganz und gar nur mit sich selbst ausmacht, wie ehrlich und genussvoll kann dann der Sex mit dem Partner sein? Dann brauche ich auch eigentlich keinen, dann kann ich meine sexuellen Befindlichkeiten auch alleine oder in entsprechenden Etablissements ausleben. Wenn ich mich aber entscheide, in eine Beziehung zu gehen, dann möchte ich doch auch Sex mit meinem Partner.
Wenn dieser Fetisch nun gar nicht integriert werden kann, werde ich nur noch Partnersex mit angezogener Handbremse haben, weil ich nie wirklich ICH sein kann und mich in meiner Partnerschaft nicht wirklich ausleben kann.
Das heißt ja nicht, dass wir nur noch Sex haben (können), wenn er sich als Frau anzieht, das ist natürlich Quatsch. Wir haben auch ganz normalen Sex, er Mann, ich Frau, alles gut. Aber man hat ja nicht jeden Tag Lust auf Schnitzel ...manchmal darf es auch gerne ein Steak sein, also sollte man doch in einer vernünftigen, aufrichtigen Partnerschaft seine sexuellen Vorlieben gemeinsam ausleben können, um glücklich zu sein.
Ich habe auch diverse (landläufig als "normal" angesehene) Fetische,wenn man so will, die kommen auch nicht immer zum tragen. Mal haben wir ganz normalen "Blümchen-Sex" und mal eben mit anderen Spielarten. So aufgeschlossen sind wir ja, dass wir darüber reden können.
So - nun weiß ich, dass er sich das wünscht, mal eine Strumphose anzuziehen, oder auch mal mehr - wie auch immer - weil es ihn eben - wieso auch immer - geil macht. Da ich möchte, dass mein Partner glücklich ist, gucke ich halt, was davon geht für mich klar und probiere es aus. Könnte ja evtl auch mir Spaß machen. Bis hierher also gar kein riesen Problem.
Er ist mein Partner und sein Sexleben sollte sich, nach meiner Vorstellung einer Partnerschaft, in erster Linie mit mir abspielen.
Vielleicht bin ich da egoistisch oder altmodisch, aber ich würde mir wünschen, dass ICH seine Masturbationsphantasie bin, oder zumindest darin vorkomme, und nicht nur er selbst mit umgeschnallten Silikonbrüsten.

So, wenn er jetzt - ohne die sexuelle Fetisch-Komponente - auf die Idee kommt, dass er in der Wohnung Frauenkleider anziehen will, dann - da bin ich ehrlich - auch wenn es weh tut - habe ich ein größeres Problem. Denn das würde für mich heißen, er hat nicht nur einen Fetisch, eine sexuelle Vorliebe, sondern möchte eine Frau sein, wenn auch nur zeitweise. In der Öffentlichkeit? Für mich ein absolutes NO GO! Wenn ihm das keine sexuelle Stimulation bringt, sondern er sich einfach nur als Frau fühlen will, dann, sorry, kann ich das noch weniger nachvollziehen!

Klar kann er ganz Mann bleiben beim Sex ....will er aber vielleicht nicht immer. Und ich möchte, dass er auch so viel Spaß und Befriedigung beim Sex erfahren kann, wie ich, wenn wir Sex haben. Ich spüre aber auch, dass da noch Wünsche und Phantasien sind, und ich würde die gerne kennen und nach Möglichkeit auch erfüllen - natürlich ohne mich zu verbiegen, aber eben so weit ich kann.

Also nochmals zum Verständnis: wenn in einer eigentlich heterosexuellen Beziehung, einer romantischen und nicht platonischen Liebesbeziehung einer von beiden die Vorliebe hat, sich von Zeit zu Zeit wie das andere Geschlecht zu kleiden usw und sich darin dann auch selbst befriedigt - was um alles in der Welt hat dann daran NICHT mit Sex zu tun??? Sorry, aber das kann ich jetzt mal so gar nicht verstehen.... Klärt mich gerne auf, ich bin für jede Info dankbar.

Wenn er wirklich den Wunsch haben sollte, einfach mal so, ohne jede sexuelle Komponente, Frauenkleider anzuziehen - bittesehr! Aber dann braucht er ja auch keine Silikonbrüste oder ähnliches, denn dann ginge es ja nur um die Kleidung. - Aber wenn jemand sich Silikonbrüste, Perrücken und was weiß ich noch alles zulegt und sich darin wohl fühlt, dann will er in dem Moment, wenn auch nur zeitweise, eine Frau SEIN! Nicht nur mal für einen Rollenspielaspekt beim Sex, sondern im Leben eine Frau SEIN! Und da haben wir dann noch ganz andere Probleme....
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 57 im Thema

Beitrag von Carry »

!EmmiMarie! hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 12:50 Genau, Aufklärung, das ist was ich damit erreichen will. Sind wir uns doch einig, super!

Ich verstehe Carry, das ist nicht das Problem, nur wenn du dich ständig innerhalb deiner Komfortzone
bewegst ist das Entwicklungspotential nicht ganz so hoch meiner Einschätzung nach...
Liebe Marie,

bitte sei mir nicht böse, aber ich denke, ich bin relativ gut aufgeklärt, und dass es mehr als nur einen Weg gibt, das weiß ich sehr gut!
Das ist auch für euch alle wunderschön und ich freue mich für euch, wenn ihr in wie auch immer gearteten Beziehungen glücklich seid.
Ich weiß, dass ist für manche sehr schwer zu verstehen, aber es gibt Menschen - so wie mich - die zwar sehr tolerant und aufgeschlossen sind, aber die mit einer ganz herkömmlichen heterosexuellen Beziehung total glücklich wären. So eine mit ganz klassischen Rollenverteilungen. Ich finde das nämlich echt toll, wenn mein Mann die Wasserkisten schleppt, weil er, wie von der Natur eben so gemacht, dafür die besseren körperlichen Voraussetzungen hat. Sorry, wenn das etwas zynisch rüberkommt, aber ich habe das Gefühl, dass ich, mit meiner Vorliebe für Hetero-Beziehungen nach klassischem Rollenbild, echt aus der Rolle falle und quasi hier "der bunte Vogel" bin.
Ich bin mir sehr bewusst über die mannigfaltigkeit geschlechtlicher Ausprägungen, sexueller Orientierungen usw, und ich denke nicht, dass ich mich nicht weiterentwickle, ich glaube sogar, dass ich ein sehr reflektierter und auf Selbstfindung und Selbstentwicklung gut eingestellter Mensch bin.
Nur, weil ich eben auf das "normale" Spiel zwischen Mann und Frau stehe, bewege ich mich in (m)einer Komfortzone?
Kann es nicht vielleicht auch sein, dass es manchen hier schwer fällt, Toleranz gegenüber Menschen aufzubringen, die einfach nur stinknormal hetero sind?

Ich habe ja auch meine ganz eigenen Neigungen und eben auch Fetische, wie jeder andere Mensch auch. Der eine mag lieber Erdebeereis, der andere steht auf Vanille und es soll sogar welche geben, die Chilli-Eis klasse finden. Was auch immer. Meine Neigungen sind bestens in unser Sexleben integriert, da auch mein Mann daran Spaß hat und wir da schon viel tolles miteinander erlebt haben. Es hätte ebenso gut sein können, dass mein Mann damit nicht klar kommt, dass ihm meine Vorlieben absolut zu wider sind, oderso, dann würde ich mich jetzt wahrscheinlich in einem anderen Forum bewegen :wink: , aber es ist nunmal so, dass er eine Vorliebe fürs Crossdressen hat, und/oder einen transvestitischen Fetischismus. So! Mein Problem ist nicht meine Komfortzone, sondern einfach meine sexuelle Orientierung. Ich bin und werde niemals lesbisch, da kann ich mich noch so weit aus meiner Komfortzone heraus bewegen und Aufklärung ohne Ende erfahren, deswegen werde ich Frauen und ihre Attribute niemals sexuell anziehend finden. Das ist ebensowenig wegzudiskutieren, wie die Neigung meines Mannes.
Mein Problem, wie in meinem Eröffnungspost beschrieben, liegt doch da, dass ich derzeit einen Umgang damit finden muss, sehen muss, wie ich das alles so in mein Leben und Sexleben integrieren kann, dass wir beide damit glücklich sind.
Die Frage ist nicht, OB es einen Weg gibt - das habe ich an anderer Stelle auch schon mal geschrieben - sondern WELCHEN Weg es gibt und WIE ich ihn gehen kann. Dabei ist es definitiv keine Option, plötzlich lesbische Züge zu bekommen und Frauen toll zu finden.
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 58 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Carry hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 13:00 Aber wenn jemand sich Silikonbrüste, Perrücken und was weiß ich noch alles zulegt und sich darin wohl fühlt, dann will er in dem Moment, wenn auch nur zeitweise, eine Frau SEIN! Nicht nur mal für einen Rollenspielaspekt beim Sex, sondern im Leben eine Frau SEIN! Und da haben wir dann noch ganz andere Probleme....
Das ist es was ich in meiner ersten Antwort meinte.
Es ist unter Umständen Teil seines Ichs - Teil seines Wesens.
Und wenn du ihn liebst dann nur als ganzes und nicht nur einen Teil.
Lisa
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 59 im Thema

Beitrag von EmmiMarie »

Carry hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 13:00 Also nochmals zum Verständnis: wenn in einer eigentlich heterosexuellen Beziehung, einer romantischen und nicht platonischen Liebesbeziehung einer von beiden die Vorliebe hat, sich von Zeit zu Zeit wie das andere Geschlecht zu kleiden usw und sich darin dann auch selbst befriedigt - was um alles in der Welt hat dann daran NICHT mit Sex zu tun??? Sorry, aber das kann ich jetzt mal so gar nicht verstehen.... Klärt mich gerne auf, ich bin für jede Info dankbar.

Wenn er wirklich den Wunsch haben sollte, einfach mal so, ohne jede sexuelle Komponente, Frauenkleider anzuziehen - bittesehr! Aber dann braucht er ja auch keine Silikonbrüste oder ähnliches, denn dann ginge es ja nur um die Kleidung. - Aber wenn jemand sich Silikonbrüste, Perrücken und was weiß ich noch alles zulegt und sich darin wohl fühlt, dann will er in dem Moment, wenn auch nur zeitweise, eine Frau SEIN! Nicht nur mal für einen Rollenspielaspekt beim Sex, sondern im Leben eine Frau SEIN! Und da haben wir dann noch ganz andere Probleme....
Hi Carry...

was deinen ersten Absatz betrifft-klar, dabei geht es um Sex - für euch!

Hmm, aber um es vorsichtig zu sagen, das ist nicht das Grundthema dieses Forums. Es mag ein Thema sein, was dazu gehört.

Aber es geht hier auch um das ganz normale Leben, welche Probleme haben intersexuelle, trans* oder Personen die sich selbst
als Crossdresser oder sonst wie sehen und einordnen.
Wie ein hat CD den letzten Ausflug erlebt, oder es geht um medizinische und rechtliche Aspekte im "normalen" Leben einer Trans*person.
Es gibt auch fiktive Geschichten und sogar Tagebücher hier die seit langer Zeit geführt werden und von der Transition berichten.

Da wird das Thema Perücken, High Heels oder sonst was diskutiert, genau wie über eine anstehende angleichende OP geredet werden kann.
Aber meist weit ab von der Sexualisierung dessen. Viele von uns haben vor den angleichenden Massnahmen eine Rolle gespielt.
Lebenslang. Manche gehen den ganzen Weg (bis zur GaOP), manche nicht.

Bei mir gibt es kein, ich will eine Frau sein, sondern ich gleiche den biologisch männlichen Körper an, weil ich eine Frau bin.
Das am Rande und als Beispiel.

Was dein Mann möchte, kann er dir nur selbst mitteilen und damit dresche ich jetzt keinen Phrasen.
Deswegen auf den zweiten zitierten Absatz bezogen-wir können hier über alles reden, aber die Fakten müsst ihr schaffen und
auch klären...

alles Liebe Marie (flo)
Zuletzt geändert von EmmiMarie am Mi 20. Nov 2019, 13:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 60 im Thema

Beitrag von Jaddy »

Carry hat geschrieben: Mi 20. Nov 2019, 13:00So, nun bin ich etwas verwirrt ....wieso wundert es jemanden, dass es in meinen Posts viel um Sex geht....Ääähm...worum denn bitte sonst? Also, wenn es sich irgendeiner Form um das Geschlecht eines Menschen dreht, dann dreht es sich damit automatisch - es sei denn dieser jemand ist komplett a-sexuell, aber dann ist demjenigen sein Geschlecht auch wahrscheinlich egal?! - um die Sexualität, die sexuelle Ausrichtung, Neigung, eben den Sex! Oder sehe ich das falsch? Wenn es nur darum ginge, ob jemand rosa oder blaue Sachen trägt (um es ganz einfach auszudrücken), dann hätten wir alle, die wir hier sind wohl kaum ein Problem.
Für sehr viele hier ist das schon ein Problem. Das Problem nennt sich Akzeptanz durch andere in dem passenden Set von Genderstereotypen. Anders gesagt: Menschen werden unterschiedlich behandelt, je nachdem wie sie geschlechtlich "gelesen" werden. Männer mit Männern anders als mit Frauen und umgekehrt. (Und beide sind verwirrt, wenn ich sage, dass ich da nicht mitspielen will). Das ganze Spektrum von Crossdressing bis trans hat für viele von uns mehr mit dieser Art der Wahrnehmung und anderem Umgang durch andere zu tun, als mit Sex. Und es hat damit zu tun, sich selbst in dem Moment stimmig zu fühlen in Aussehen, Auftreten, Tätigkeiten - und dem Mindset im Kopf. D.h. viele, wenn nicht die meisten von uns, wechseln mit den Klamotten auch in ein anderes, mit dem Umziehen erlaubten Gefühlsleben, Selbstbild, usw.
Das gilt, wie gesagt, für viele, nicht für alle. Wie es bei Deinem Partner ist, keine Ahnung. Aber es erklärt vielleicht einige Reaktionen hier :)
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