Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?
Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann? - # 7

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
Vicky_Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2579
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Hat sich bedankt: 395 Mal
Danksagung erhalten: 2266 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 91 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Astrid hat geschrieben: Do 21. Nov 2019, 10:05 Es gibt Menschen, die verstehen unter Hilfe bekommen, das zu hören, was sie hören wollen.

Alles Gute und Tschüß...
Diese und ähnlich lautende Beiträge finde ich gar nicht gut. Habt Ihr denn versucht zu verstehen, was Carry eigentlich sagt und meint ?

Den Eindruck habe ich leider nicht gewonnen. Mein Eindruck ist vielmehr, dass von einer Partnerin, die hier schreibt, erwartet wird, dass sie sich transkonform verhält. Tut sie es nicht, wird ihr einfach unterstellt, sie wolle nur hören, was sie hören will. Ich denke, es wäre gut, an dieser Stelle respektvoller zu sein (betrifft nicht nur Astrid) und vielleicht die eigene Sichtweise zu hinterfragen.

Ich muss feststellen, dass ich auf dieser Basis hier immer weniger eine mentale Heimat habe.
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
sbsr
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1463
Registriert: Mi 17. Aug 2016, 10:21
Geschlecht: biologisch Mann
Pronomen: Prinzessin
Wohnort (Name): Niederbayern, LK Kelheim
Hat sich bedankt: 1262 Mal
Danksagung erhalten: 1883 Mal

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 92 im Thema

Beitrag von sbsr »

Vicky, da gebe ich Dir grundsätzlich Recht, und zumindest bei denen, die mich und meine Geschichte kennen, sollte sich herumgesprochen haben, dass ich sehr viel Verständnis für unsere Partnerinnen aufbringe.

Aber wenn ich mir diesen Thread hier ansehe, muss man irgendwo einsehen, dass es keinen Meter vor und zurück geht. Wir hatten von Anfang an eine total aufgeschlossene Partnerin, ehrlich großes Lob dafür. Doch egal welche Anstöße in welche Richtung auch immer kamen, es bleibt dabei, dass er ein Mann bleiben soll, die typischen Stereotype werden bekräftigt, Liebe wird so definiert, dass man sich und sein Wesen komplett aufopfert für die Beziehung, alles andere wird abgelehnt. Da frage selbst ich mich, was will sie denn jetzt eigentlich hören?!
LG, Svenja

Erinnerungen sind das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.
lexes
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1935
Registriert: Di 4. Apr 2017, 09:40
Geschlecht: m
Pronomen:
Wohnort (Name): Dortmund
Hat sich bedankt: 1905 Mal
Danksagung erhalten: 2884 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 93 im Thema

Beitrag von lexes »

Carry hat geschrieben: Do 21. Nov 2019, 09:51
So! Jetzt habe ich meinem Unmut ordentlich Luft gemacht!
Einigen werde ich per PN noch antworten und ansonsten werde ich mich hier zurückziehen, denn ich denke tatsächlich, dass ich hier falsch bin.

Carry
Liebe Carry .. ich verstehe gut was Du da sagst ..

Und ich habe mich bemüht ( wie so oft ) eine Lanze für die Partnerin zu brechen .. deshalb fühle ich mich hier (kritisiert ) mal nicht angesprochen.

Und Du hast Recht .. sehr viele hier haben ein ordentliches Martyrium hinter sich , sind nun angekommen und da fällt es leicht ins "Schulmeistern" zu verfallen.

Aber sieh das bitte auch mal so : grundsätzlich ist ja erst-X jeder Input hilfreich.. und Dinge, die Du nicht hören willst / nicht mit Deiner Situation in Kongruenz bringen kannst => die kannst Du ja einfach nicht in Deine weitere Strategie implementieren

Für Deinen Partner ( und Du sagst ja das er Dir wichtig ist und das eine Trennung kein Thema ist ) mag aber jede Denkrichtung, in welche Du alleine gar nicht denken würdest , trotzdem eine Hilfe sein. Nimm das hier doch bitte als eine Sammlung von Denkanstößen. Sortiere für Dich und handle entsprechend.

Das Forum zu verlassen ist natürlich einfach.. keine Frage. Aber hier gibt es seeehr viel mehr als dieses eine Thema. Und wenn Du nur aus einem anderen Thread ( mit einem völlig anderen Thema ) eine Idee / eine Adresse / einen Termin / eine Anregung bekommst, die Euch beiden hilft einen noch zukunftsfähigeren Weg zu gehen => dann ist das sicher wertvoll. Und das tust Du dann nicht nur für ihn , sondern für Euch.

Du hast hier natürlich bei etlichen einen Finger in eine alte Wunde gelegt ( wie viele hier wohl solche Diskussionen mit ihrer Frau geführt haben .. ich will's gar nicht wissen )

Dann kommen manchmal eben auch Formulierungen heraus, die ( insbes. wenn man für sich selber schon viele weiter ist ) einem persönlichen. Angriff gleichkommen.

Lass die Sache mal auf sich beruhen.. daran ist nichts Falsches.

Aber die Tür endgültig zu schließen und damit auch positive Optionen künftig kategorisch auszuschließen ... ich weiß nicht ob das eine gute Idee sein kann.

Deine bessere Hälfte wäre natürlich gut beraten hier auch ( wenn auch nur "lesend" ) aktiv zu sein. Du sagst ja selber "..weiß nicht was er sein will.." Auch dazu gibt es hier Unmengen an Input. Und auch das kann Euch nur weiterbringen. Augen zu und nicht hinsehen hat doch noch niemandem geholfen.

Also atme bitte durch .. sieh uns allen ( und da nehme ich mich nicht aus ) unsere Fachidiotie mal nach.

Dieses ganze Thema bestimmt ein Leben maßgeblich und ist in den seltensten Fällen eine reine Bereicherung für eine Beziehung ( obwohl ich meiner Frau schon öfter mit Kleidung / MakeUp-Tips oder oder oder helfen konnte, wir wollen das auch nicht nur schwarz sehen )

Das hier ist ein besonderer Kreis von fürchterlich netten Menschen, welche ( wie Du ) mit einer eher unkonventionellen Facette des Lebens zu tun haben ( und das meine ich überhaupt nicht negativ ) welche nicht freiwillig gewählt wurde.

Und wir alle sind sicher oft auf Intoleranz / Ignoranz / Arroganz / Hohn / Spott etc getroffen. Daher werden Toleranz und Liberalität hier auch so dogmatisch gepredigt ..

Sieh das Ganze einfach im größeren Kontext. Sich hier ( wenn auch nur mal zwischendurch ) ein paar Eindrücke abholen ( damit seid Ihr beide gemeint ) , das KANN gar nicht von Nachteil sein.

Die Thematik wird sich nicht von alleine beenden. Also macht man das , was man mit Situationen macht, für welche man keine Schema-F hat. Man erarbeitet ein Schema , feilt daran herum und findet einen Weg, mit dem alle sehr gut leben können.

So , jetzt muss ich zurück an meine Arbeit ...

Bleib am Ball.

Für Ihn, für Dich , für Euch

( und nimm ihn dabei mit )

Lexi
Nora_7
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1093
Registriert: Do 16. Feb 2012, 12:23
Pronomen:
Hat sich bedankt: 289 Mal
Danksagung erhalten: 917 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 94 im Thema

Beitrag von Nora_7 »

Ich bin die Kommentare von Carry noch einmal durchgegangen und habe mich nach einiger Überlegung zu einem Schlusswort meinerseits entschlossen.

In diesem Zusammenhang erinnerte ich mich an kürzliche Äußerungen von 2 Promis: Vor einiger Zeit sagte Ina Müller in ihrer Show, dass sie keine Männer mit kurzen Hosen mag – das seien ja keine richtigen Kerle mehr. Und Barbara Schönebergers Kritik an Make-Up für Männer ist sicher noch präsent - mit ihrer schwachen Verteidigung beim Shitstorm.

Ist ein konservatives, in Stein gemeißeltes Männerbild der Grund? Frauen haben sich über die letzten Jahrzehnte sehr emanzipiert, können problemlos ursprüngliche Männerkleidung tragen (Hosen!) und haben immense Möglichkeiten der Selbstdarstellung. Sie können, müssen aber dies nicht war nehmen. Ein Mann soll sich i.d.R. nicht optisch verändern – Frisur, Kleidung- eine immer gleich wirkende Kunstfigur nach außen darstellen, egal wie er sich fühlt (ein Indianer weint nicht).

Ein Mann hat sich somit für immer und ewig ausschließlich zwischen den Eckpunkten Cary Grant und dem Marlboro-Mann zu bewegen? Es gibt kein 100% männlich oder weiblich, unser Verständnis davon sind statistische Mittelwerte mit einer sehr hohen Standardabweichung, verbunden mit „wie denken andere über mich/meinen Partner-bezogenen Verhaltensweisen“. Kann das häufig anfangs vorkommende extrem weibliche nicht ein beginnender Ausbruch aus einem ungeliebten Rollenzwang sein? Kleidung per se ist nicht männlich oder weiblich, sondern wird im Kopf dazu gemacht. Und als Frau darf ich das tragen, als Mann nicht? Es gilt zwar nicht für alle, für mich ist es primär ein SOZIALS Rollenspiel, in meiner Lieblingsrolle.

Mir ist nicht klar, ob eine weitere Entwicklung in Richtung TS möglich erscheint, dafür ist es sicher zu früh. Aber die meisten Menschen entwickeln sich im Laufe ihres Lebens weiter. Es ist m.E. besser, diese Entwicklung zu begleiten und ggf. zumindest bis zu einem gewissen Grad zu tolerieren, einen vereinbarten gemeinsamen Weg zu gehen als zu bekämpfen. Derartige Kämpfe machen niemanden glücklicher. Der erste Schritt ist aber immer zu verstehen. Und dabei gaaaaanz wichtig: Die Ursache hat NIE etwas mit der Partnerin zu tun.

Nora_7
Schönheit ist weiblich, und ich bin auch gerne schön.
Ich kann alles tragen, wenn ich ein Mädchen bin
Vicky_Rose
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 2579
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Hat sich bedankt: 395 Mal
Danksagung erhalten: 2266 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 95 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose »

Gut gesprochen. Auch hier die Frage: Ist Trans das Problem oder nur der Anstoß, über einige Dinge (auf beiden Seiten) tiefer nachzudenken ?
Viele Grüße
Vicky

Respekt ist nicht teilbar.
Carry
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 284
Registriert: Mo 18. Nov 2019, 15:25
Geschlecht: w
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Marl
Hat sich bedankt: 401 Mal
Danksagung erhalten: 562 Mal
Gender:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 96 im Thema

Beitrag von Carry »

Nora_7 hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 00:12 Es ist m.E. besser, diese Entwicklung zu begleiten und ggf. zumindest bis zu einem gewissen Grad zu tolerieren, einen vereinbarten gemeinsamen Weg zu gehen als zu bekämpfen. Derartige Kämpfe machen niemanden glücklicher. Der erste Schritt ist aber immer zu verstehen.
Nun melde ich mich hier doch nochmal zu Wort...

Habe ich mich in meinen ganzen Kommentaren eigentlich so derart mißverständlich ausgedrückt, dass irgendwie alle denken, ich "bekämpfe" die Neigung meines Mannes??? Tue ich doch gar nicht... Ich kämpfe - ganz klar - aber doch gegen MEIN Inneres, gegen MEINE Paradigmen, gegen MEINE Ängste, gegen MEINE Welt -und Selbstbilder, gegen MEIN Selbstverständnis als Frau und und und ....ich kämpfe doch gar nicht gegen das Trans*-Sein meines Mannes - in keiner Weise! Ich akzeptiere (wenn es auch noch ein weiter Weg ist, bis ich das alles in meinem Inneren, in meinem Herzen und meiner Seele wirklich akzeptieren kann), ich toleriere, ich diskutiere, ich informiere mich, ich versuche, zu verstehen, ich interessiere mich...
ICH bin diejeniege, die ihm klipp und klar gesagt hat, dass alles zu verdrängen und zu unterdrücken (mir zuliebe) KEINE Option ist, weil ich weiß, dass das ungesund wäre und ihn unglücklich machen würde, ICH bin diejeniege, die vom ersten Tag des Outings an gesagt hat, dass wir einen Weg finden werden, ICH bin diejeniege, die meistens das Gespräch sucht und gesucht hat, um zu versuchen(!!!) zu verstehen (gänzlich verstehen kann ein stinknormaler hetero-Mensch das einfach nicht, weil er eben nicht so empfindet), und und und...ICH bin diejeniege, die den Vorstoss gemacht hat, dass wir das auch in unser Sex-Leben integrieren müssen usw .... Warum denken anscheinend die meisten hier, dass ICH das Trans*-Sein bekämpfen will??? Das ist doch Unsinn!
Ich liebe ihn mit allem drum und dran und natürlich werde die Entwicklung - wohin auch immer sie führen wird, oder auch nicht - begleiten und an seiner Seite stehen, komme, was wolle. Das steht doch vollkommen außer Frage!

Anscheinend können hier nur die allerwenigsten "Mädels" auch nur im Ansatz nachvollziehen, was für ein mächtiger Kampf da in meinem Inneren tobt, welcher Trauer ich mich stellen muss, und welch emotionaler Ausnahmezustand das für mich ist. Ich bin nicht 40 Jahre lang in die ganze Trans*-Thematik reingewachsen, ich wurde von einer auf die andere Sekunde damit konfrontiert und muss ALLES, was mein ganzes Beziehungsbild bisher ausgemacht hat, komplett über den Haufen werfen - und das nur, WEIL ich diesen Menschen über alles Liebe und ihn auch mit allen Facetten lieben WILL. Jedoch kann doch niemand ernsthaft verlangen, dass man etwas komplett fremdes, was da plötzlich an seinem Partner auftaucht, vom ersten Moment an einfach nur lieben kann - ich kann nichts lieben, was ich nicht kenne. Ich muss mir doch diese Trans*-Seite meines Liebsten erstmal vertraut machen, muss die Frau in ihm erstmal kennenlernen und sehen, wer sie ist - und dann kann ich das alles lieben lernen. Ich begreife einfach nicht, wieso das hier soooooo viele in den völlig falschen Hals bekommen haben?

Mit meinem Post hier, mit meiner Anmeldung in diesem Forum wollte ich ansich nur zwei Dinge: zum einen Verständnis und Rat/Hilfestellung für MICH - wie ICH am besten mit allem umgehen kann und wie ICH aus meinen Ängsten und Zweifeln herauskomme. Und zum anderen hatte ich gehofft, man könnte mir helfen, zu verstehen, was da in meinem Mann vorgeht.....

Und Bitte, schreibt mir jetzt nicht wieder, dass ich mal die Perspektive wechseln muss und mal alternative Möglichkeiten in Betracht ziehen soll - das tue ich nämlich an jedem einzelnen Tag seit seinem Outing - täte ich das nicht - hätte ich mich längst getrennt und wäre gar nicht hier.

Carry
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Engelchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3401
Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): München
Hat sich bedankt: 4905 Mal
Danksagung erhalten: 3169 Mal
Gender:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 97 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Mit meinem Post hier, mit meiner Anmeldung in diesem Forum wollte ich ansich nur zwei Dinge: zum einen Verständnis und Rat/Hilfestellung für MICH - wie ICH am besten mit allem umgehen kann und wie ICH aus meinen Ängsten und Zweifeln herauskomme. Und zum anderen hatte ich gehofft, man könnte mir helfen, zu verstehen, was da in meinem Mann vorgeht.....
Liebe Carry,

deutlicher kannst du deine Position nicht setzen.
Wer es bis hierhin noch nicht verstanden hat wird es auch niemals verstehen.
Ich hoffe du bekommst nun endlich die Hilfe die du suchst.
Ich kann hier auch einige nicht verstehen und bin diesen - ich nenn es mal provozierend "Rüpelhaften-Ton" - nicht gewöhnt hier im Forum.
Selbst wenn man Kritik übt - kann man dies respektvoll miteinander machen.

Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
ExuserIn-2019-12-18
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1319
Registriert: Mi 8. Feb 2017, 13:34
Pronomen:
Hat sich bedankt: 991 Mal
Danksagung erhalten: 1520 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 98 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2019-12-18 »

Hallo Carry,

ich schließe mich Lisa gerne an und bedanke mich für die klaren Worte.

Alles Liebe
Vanessa
Marlene K.
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1840
Registriert: Fr 10. Aug 2018, 17:54
Geschlecht: größtenteils weiblic
Pronomen: sie, ohne überempfin
Wohnort (Name): Berlin
Hat sich bedankt: 2548 Mal
Danksagung erhalten: 1577 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 99 im Thema

Beitrag von Marlene K. »

Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Und Bitte, schreibt mir jetzt nicht wieder, dass ich mal die Perspektive wechseln muss und mal alternative Möglichkeiten in Betracht ziehen soll - das tue ich nämlich an jedem einzelnen Tag seit seinem Outing - täte ich das nicht - hätte ich mich längst getrennt und wäre gar nicht hier.

Carry
Ich danke Dir, obwohl ich als Männer begehrende Frau hier nicht persönlich betroffen bin, Dir und allen Parnerinnen, die diesen offenen Weg gehen und nicht einfach die Flucht ergreifen, wenn ein riesiges Problem auftaucht, dass ja nur indirekt Ihr eigenes ist.
Marlene

Ich halte es mit Karl Popper im 1945 formulierten Toleranz-Paradoxon https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz-Paradoxon

Ich bin (nur) intolerant gegenüber der Intoleranz.
ExuserIn-2020-03-10
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 158
Registriert: So 30. Dez 2018, 12:16
Pronomen:
Hat sich bedankt: 54 Mal
Danksagung erhalten: 109 Mal

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 100 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2020-03-10 »

Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24
Nun melde ich mich hier doch nochmal zu Wort...
Habe ich mich in meinen ganzen Kommentaren eigentlich so derart mißverständlich ausgedrückt, dass irgendwie alle denken, ich "bekämpfe" die Neigung meines Mannes???
Nein, Carry, du hast dich nicht missverständlich ausgedrückt. Wenn man deine Posts am Stück durchliest kommt man schnell drauf wie sehr dich das ganze mitnimmt.
Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Anscheinend können hier nur die allerwenigsten "Mädels" auch nur im Ansatz nachvollziehen, was für ein mächtiger Kampf da in meinem Inneren tobt, welcher Trauer ich mich stellen muss, und welch emotionaler Ausnahmezustand das für mich ist. Ich bin nicht 40 Jahre lang in die ganze Trans*-Thematik reingewachsen...
Ja, das ist leider so bei den Menschen. Was man nicht selbst erlebt hat, das kann man bei anderen nicht nachvollziehen.
Deine Geschichte erinnert mich sehr an das Jahr 1994, als meine damalige Ehefrau meine Neigung zum Crossdressen entdeckte. Diese Entdeckung bescherte uns damals ein sehr schweres Jahr, ein daran anschliessendes noch schwereres Jahr in einer Paartherapie, und mündete schliesslich in die Scheidung. Glaub mir, ich weiss was du gerade durchmachst.
Du musst dich auch nicht dafür rechtfertigen, es ist eine völlig normale Reaktion auf eine Entdeckung, die dich erschüttert hat. Da muss man erstmal drüber hinauswachsen, und das hat mit Ablehnung, Bekämpfung des Partners rein gar nichts zu tun. Was du gerade machst ist gesunder Selbstschutz.
Allerdings sollte man sich nicht jahrelang in diesen Selbstschutz / Abgrenzungen hineinsteigern.
Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Jedoch kann doch niemand ernsthaft verlangen, dass man etwas komplett fremdes, was da plötzlich an seinem Partner auftaucht, vom ersten Moment an einfach nur lieben kann ..
Ich bin mir grad nicht sicher ob ich da was überlesen habe, weil aus früheren Diskussionen (wir hatten das Thema schon öfter hier) hab ich in Erinnerung dass immer wieder drauf hingewiesen wurde, dass sich die Partnerin Zeit nehmen kann, sich in die Situation hineinfinden kann, und dass das ok ist.
Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Mit meinem Post hier, mit meiner Anmeldung in diesem Forum wollte ich ansich nur zwei Dinge: zum einen Verständnis und Rat/Hilfestellung für MICH - wie ICH am besten mit allem umgehen kann und wie ICH aus meinen Ängsten und Zweifeln herauskomme. Und zum anderen hatte ich gehofft, man könnte mir helfen, zu verstehen, was da in meinem Mann vorgeht.....

Carry
Danke für die klare Abgrenzung. Mich würde noch interessieren:
- hast du hier Hilfestellung, einen Rat bekommen? Wenn ja, was nimmst du für dich mit.. (ich erwarte da eigentlich keine Antwort drauf, das ist alleine deins..)
- Ist deine Hoffnung zwecks besserem Verständnis deines Mannes erfüllt worden, oder fehlt da noch was?

LG,
Ute
PS: kannst mir auch gerne eine PN schreiben, falls dir das hilft..
Sahara65
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 267
Registriert: Di 19. Feb 2019, 08:03
Geschlecht: trans feminin
Pronomen: sie *jmd mit ding
Hat sich bedankt: 87 Mal
Danksagung erhalten: 109 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 101 im Thema

Beitrag von Sahara65 »

Jetzt ganz langsam bemerke ich an meiner Ex das sie mich als Mensch nicht mehr abweißt, versucht die zu sehen die ich bin.
Das Ganze hat ca. 2,5 Jahre gedauert.
Jetzt wo sie sieht das ich mich nicht nur menschlich verändere, sie bemerkt das es bitter böser Ernst um mich ist.
Ich mich in der Firma geoutet habe war wohl letzter Punkt der sie überzeugte das es nicht ein Test für jeden und jede ist.
Sie endlich respektiert das ich eine Frau in mir sehe und dass das keine Laune zwischendurch war.

Ich kontakt suche und auch benötige zu gleich gesinnten, ich mich wohl nur wohl fühlen werde in unseren Kreisen.
Gehe davon aus das sich keiner hinterdenkt und mir eigentlich die Pest an den Halse wünscht.

Natürlich brauchst du viel Zeit um zu versuchen es zu verstehen, was da vor sich geht.

Wir sind Menschen sind leider so gestrickt, auch meine Kollegen haben daran zu knabbern, brauchen wohl viel Zeit für sich.
Viele sehen durch mich von heute auf morgen hindurch, nur wenige trauen sich mich direkt auf mich bezogen anzusprechen.
Für viele bin ich nach außen hin die gleiche Person die sie kennen, was sich im inneren abspielt wissen nur die jenigen selbst.
Postiv zu werten sind offene Unterhaltungen, vor allen Personen, die dazu kommen oder kurz stehen bleiben und zu hören.

Ihr beide habt einen langen Weg vor Euch, nehmt euch die Zeit.
Etwas Abstand vor Experimeneten schadet dabei bestimmt keinem.

Zu meiner voran gegangenen Meinung stehe ich natürlich noch immer.
Lese darüber nicht weiter um unstimmigkeiten aus dem Wege zu gehen.

LG
Helga
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 1066
Registriert: Sa 9. Mär 2019, 22:07
Geschlecht: m, Feiertagsfrau
Pronomen: fallabhängig
Wohnort (Name): Norddeutschland
Hat sich bedankt: 2581 Mal
Danksagung erhalten: 1252 Mal
Kontaktdaten:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 102 im Thema

Beitrag von Helga »

Carry hat geschrieben: Fr 22. Nov 2019, 11:24 Anscheinend können hier nur die allerwenigsten "Mädels" auch nur im Ansatz nachvollziehen, was für ein mächtiger Kampf da in meinem Inneren tobt
Hallo Carry,
das können wir natürlich nicht, wir tragen den Kampf auf der anderen Seite aus, aber wie du an 101 (teilweise sehr ausführlichen) Antworten innerhalb weniger Tage erkennen kannst bewegt auch uns diese Frage sehr. Danke für diesen Anstoß.
Liebe Grüße
Helga
Was bin ich?- Zunächst einmal bin ich ein Mensch!
Meistens bin ich ein Mann.
Wenn mir danach ist bin ich eine Frau.
Ich muss mich nicht festlegen.
Michaela Smile
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 366
Registriert: Mi 21. Okt 2009, 18:51
Geschlecht: brauchts nicht
Pronomen: es
Hat sich bedankt: 477 Mal
Danksagung erhalten: 366 Mal
Gender:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 103 im Thema

Beitrag von Michaela Smile »

Hallo Carry,

normalerweise halte ich mich ja aus solchen Diskussionen raus, aber irgendwas drängt mich dazu jetzt doch mal was zu schreiben.
Ich versuche mal deine Situation zu Beschreiben, so wie ich diese verstanden habe.

Man wird ja eigentlich täglich von der z.Z. Allgegenwärtigen Gender Diskussion bombardiert. Zu allen verrückten Situationen. Eigentlich denkt man nur noch: „die ham ja nicht mehr alle Latten am Zaun, jetzt spinnen sie völlig“ etc. und lachst eventuell auch darüber. So auf die Art: „wenns schee macht“ sollen sie doch, betrifft mich ja nicht.
Im Prinzip wirst du nur durch die Medien mit dem Thema konfrontiert. Alles weit weg.....
Und plötzlich, aus heiterem Himmel stehst Du mittendrin. Nicht mehr alles weit weg sondern du bist eben direkt selbst betroffen. Zum weinen oder zum lachen?
Und jetzt, wie geht’s weiter? Was tun?

Was dich ehrt ist, dass du nicht alles abbrichst, von Dir wegschiebst, sondern versuchst damit klar zu kommen, Du nimmst die Herausforderung an und versuchst zu verstehen was da überhaupt los ist, bittest hier um Hilfe damit dir jemand die Situation oder überhaupt mal was dazu erklärt.

Ich hoffe ich habe dich richtig verstanden......

dann will ich mal versuchen ob ich dir vielleicht etwas beantworten kann. Zumindest mal was aus meiner Sicht das Thema, nennen wir´s mal „Teilzeitfrau“ betrifft. (das Thema von den Menschen die im falschen Körper geboren wurden klammere ich hier mal aus, das geht tiefer )

Als Crossdresser bezeichne ich grundsätzlich mal jemanden, der Kleidung trägt, die im Sinne des Erfinders, nicht für die eigene Gattung entworfen wurde. (Der Übergang zur allen andern Stufen in Richtung femininerem Auftreten ist fliesend.)
Wenn du also z.B. ne Jeans trägst bist auch du strenggenommen Crossdresser. :-)
Hosen an sich gibt’s noch gar nicht soolange und wurden erfunden, damit den Männern ihre Arbeit leichter fällt. Frauen war es strengstens verboten Hosen zu tragen. Das war noch bis in die Anfänge des letzten Jahrhunderts so. da wurde das Bild geprägt Männer tragen Hosen, Frauen Röcke. Und zwar bodenlange. Bein zu zeigen war ein Privileg des Mannes und für Frauen bei Strafe verboten (Ich glaub das zugehörige Gesetzt existiert sogar heute noch).
Mutige Frauen haben sich das Recht Hosen zu tragen erkämpft, und dieses Kleidungsstück praktisch annektiert. Heute ist es ganz normal das Frau Hosen trägt und Bein zeigt. Und das ist auch gut so.
ganz anders beim Rock, denn dieser wird seit der Entstehung der Hosen nur noch der Frau zugeschrieben. Beim Mann ist es verpönt etwas anders zu tragen als Hosen, da diese für die Arbeit unpraktisch waren. Aber ich schweife ab.....
Also fest steht in den Köpfen der meisten Menschen:
- Frau bzw,. Das was von der Allgemeinheit als solche wahrgenommen wird trägt Rock oder Kleid und auch Hosen und Oberteile in allerlei Facetten
- Mann bzw. das was von der Allgemeinheit als solcher wahrgenommen wird trägt Hosen, vornehmlich lange, und Hemd.

Jetzt gibt es aber Menschen, die sich nicht damit zufrieden geben mit dem tragen der Art Kleidung die von der Allgemeinheit erwartet von ihnen erwartet wird. Sie wollen sich eben an der kompletten Palette bedienen die die Modewelt so bietet.
Für eine Frau ist das heutzutage kein Problem. Sie zieht an was gefällt. Wenn Du Lust hast ziehst du nen Rock an, oder ne Hose, selbst ein Hosen-Anzug, das eigentlich männlichste aller Kleidungsstücke, alles ganz normal. Sich auch mal am Schrank vom Mann bedienen.......ganz normal. Boyfriend Jeans, T-Shirt etc. … niemand macht sich Gedanken.
Jetzt das ganze mal umgekehrt: Ein Mann in Rock und Bluse..
ist doch nur Kleidung....... aber dieser wird in der Regel sprichwörtlich wie die „bunte Sau“ durchs Ort getrieben. Der ist nicht normal, wird sofort als nicht zurechnungsfähig, homosexuell als was weis ich nicht alles betitelt. Beschimpft, ausgelacht und so weiter.
Was ich meine, ist das das Erscheinungsbild als Mann im Rock (also in Kleidung die der Designer eigentlich nicht für ihn gedacht hatte) von der Gesellschaft noch nicht anerkannt ist.
Ok, bevor´s hier Prügel gibt.... immer mehr Leute stören sich heute überhaupt nicht daran.
Dennoch ist es immer noch etwas exotisches einen Mann im Rock oder Kleid usw. zu sehen.
Und immer noch genug um Gesprächsthema zu sein.

Und, auch wenn´s hier bestimmt einige anders sehen, dieses Schubladen denken steckt in allen von uns. Weil man es Zeit seines Lebens so beigebracht bekommen hat. „Als Mann macht man das nicht, als Mann darf man das nicht, ein Mann zieht das nicht an, usw.“

aber warum denn nicht die Kleidung anziehen, in der man sich wohlfühlt?
Warum das grade „sogenannte“ feminine Kleidung ist? …. warum nicht? Auch als „Mann“ hat man das Bedürfnis sich mal „Schick“ zu machen, mal was anderes anzuziehen als Hemd und Hose, Kleidung zu tragen die Toll aussieht. (ich hab mal meine Frau gefragt, warum sie zuhause meistens Jogging Anzüge trägt.......Antwort: weil sie sich darin wohlfühlt !?)

aber eben wegen diesen Schubladen die die Gesellschaft eben halt so hat, hat es für die Männerwelt den Anschein etwas verbotenes, unanständiges zu tun. Das sollte auf gar keinen Fall von jemandem bemerkt werden. Wer weiß was dann passieren würde......... (Horrorszenario)

Also bleibt es für die meisten leider eine Leidenschaft die nur im verborgenen, oder eben in solchen Foren wie diesem hier, gelebt wird. (da zähle auch ich mich hinzu).
Sei es um sich selbst oder seine Angehörigen nicht dem Spott der „Leute“ auszusetzen.

Soweit mal zu der Kleidung. Was dich ja mit am meisten irritierte waren die Silikonbrüste.

… warum Silikonbrüste?

Das ist eine Frage die auch meine Frau mir ständig stellt. Sie kann einfach nicht verstehen warum man sich unbedingt solche Dinger vorne rein stopfen muss. Sie wäre froh sie hätte keine …. (naja, sie wurde sehr gut bedacht...)
klar, es geht auch ohne, aber …... dann fehlt was.
Irgendwo in den ganzen Antworten stand mal das es schon ist in den Spiegel zu schauen und es gefällt was man dort sieht.
Du hattest darauf geantwortet und beglückwünscht, da eine Frau eben nie mit ihrem Spiegelbild zufrieden ist....
Siehst du, so geht es mir wenn ich mich ohne meine „Anbauteile“ betrachte. Das gefällt mir nicht, da fehlt was. Weil mein Kopf sagt (Erziehung) da steht eigentlich etwas das aussieht wie eine Frau aber irgendwie fehlt was. Und da kann ich dann mit den Sillis nachhelfen. Und ich mach das nicht nur mit den Brüsten, sondern auch mit Hüftpolstern :-). Ein BH z.B. , ein für mich sehr angenehmes Kleidungsstück, sieht doch ohne die entsprechende Füllung alles andere als hübsch aus.
Einfach um ein optisch ansprechendes äußeres zu generieren. Mir geht es da nicht um den , entschuldige, von dir so oft zitierten Sex, sondern einfach nur um ,in in meinen Augen, sehr schönes Aussehen. Und was gibt’s es schöneres als eine Frau (bzw. das Erscheinungsbild was landläufig als das einer Frau angesehen wird) . Einen Mann find ich nicht schön. Was auch gut so ist, denn sonst hätte ich mich ja nicht in meine Frau verliebt. :-)

für einige ist das zuhause aber nicht genug, sie wollen auch ihre Wohlfühl Klamotten in den Alltag integrieren. Um jetzt aber in „der freien Wildbahn“ nicht gleich als Exot enttarnt zu werden, und Gefahr zu laufen „zur bunten Sau“ zu werden gilt es die optische Verwandlung zu perfektionieren. Um nicht aufzufallen und um in der Menge mitzuschwimmen. Also von allen andern in der Gesellschaft für eine Person gehalten zu werden für welche diese Art von Kleidung auch geschaffen wurde. Das sogenannte Passing.
Wie dir vielleicht aufgefallen ist sind wir schon ein Stückchen weiter gerutscht, vom alleinigen anziehen der Kleidung bis zum möglichst perfekten Aussehen.
Es gibt da sehr viele Facetten. Wie du ja auch bei dir selbst schon beobachtet hast, kannst du bei dir selbst ab und zu einige, allgemein gesehen, typische männlich Verhaltensweisen beobachten.
Addieren wir die jetzt doch mal zu den Wohlfühlklamotten, z.B im Stadion....... bist du deswegen gleich ein Mann, oder willst zu einem werden? Nein, du bist immer noch die Frau die Dein Schatz sich auserwählt hat.
Wenn dein Mann sich jetzt anders anzieht und aussieht, sich eventuell sogar verhält wie etwas das du als eine Frau interpretierst – ist es aber immer noch der Mensch der sich für dich entschieden hat, immer noch der (entschuldigt) gleiche Mann.

Wie du schon selbst bemerkt hast steckt in jedem Menschen mehr oder weniger auch vom andern „Geschlecht“ wieviel das ist, wieviel jeder einzelne davon bereit ist zu zeigen, oder sogar ganz eingesteht das der Körper nicht zum Geist passt, das muss jeder für sich selbst herausfinden, und entscheiden wie weit er sein Erscheinungsbild an das für sich richtige anpasst.
Der Mensch hinter dem Erscheinungsbild bleibt aber immer der selbe. Vielleicht mit etwas mehr Wohlbefinden...

und um nochmal zu dem dem Thema Sex zu kommen. Da hat die Biologie mir und meiner Frau ganz eindeutige Rollen zu geordnet, die wir auch gerne so annehmen :-)
Wenn ich (entschuldige die Wortwahl) die Michaela rauslasse, dann bin ich für diese Zeit eben die Michaela, ich sehe mich dann als schönes ausgeglichenes Wesen, das bei Rosamunde Pilcher weint, und stundenlang shoppen kann usw.
Vorm zu Bett gehen, muss aber auch die Micha wieder gehen.

Ui, jetzt ists aber viel geworden, und bestimmt wird einiges anders verstanden als ich es gemeint hatte. Bitte zerreißt mich deswegen nicht gleich :-)
ich könnte bestimmt noch mehr schreiben, und würde bestimmt auch später einiges anders schreiben, und hätte vielleicht besser maches gar nicht geschrieben.........

hoffentlich konnte ich dir eine kleine Hilfe sein und Dir eventuell eine der vielen Möglichkeiten der Transsituationen näherbringen

wirklich verstehen warum das alles so ist, wird wohl nie jemand :-)

liebe Grüße
die Micha
Michaela
--------------------------------------------------------------------------
bunt ist das dasein......und granatenstark!
Carry
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 284
Registriert: Mo 18. Nov 2019, 15:25
Geschlecht: w
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Marl
Hat sich bedankt: 401 Mal
Danksagung erhalten: 562 Mal
Gender:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 104 im Thema

Beitrag von Carry »

Michaela Smile hat geschrieben: Sa 23. Nov 2019, 01:35 Was dich ehrt ist, dass du nicht alles abbrichst, von Dir wegschiebst, sondern versuchst damit klar zu kommen, Du nimmst die Herausforderung an und versuchst zu verstehen was da überhaupt los ist, bittest hier um Hilfe damit dir jemand die Situation oder überhaupt mal was dazu erklärt.
Liebe Michaela,

erst einmal vielen lieben Dank für Deine ausführlichen Worte....ja, es war vieles dabei, was mich weitergebracht hat.

Ich habe in diesem Thread nun schon ein paar Tage nichts von mir hören lassen, aber in diesen Tagen war dennoch wahnsinnig viel in Bewegung.
Ich habe inzwischen Quantensprünge gemacht, wie einige hier auch mitbekommen haben (gell, Anja, Vicky... - euch Beiden gebührt definitiv mein größter Dank!), alles ist - das ist so vielfach geschrieben worden - ein Prozess, ein Prozess, für den viele hier mir leider keine Zeit lassen konnten/wollten, was manchmal alles nur noch schwieriger gemacht hat - aber es gab/gibt eben auch diejeniegen, die genau das verstanden haben und mich darin bestärkt haben, mir alle Zeit zu nehmen, die ich brauche....

Dass die Liebe die stärkste Kraft der Welt ist, liest und hört man an jeder Ecke, in tausenden Büchern und Filmen mannigfach zitiert ....erst jetzt beginne ich langsam zu begreifen, was damit tatsächlich gemeint ist...

Wir stehen noch immer ganz am Anfang - seiner, meiner und vor Allem unserer Entwicklung und niemand weiß, wo wir irgendwann hinkommen werden, und ich fühle mich mit jedem Tag in meinem Denken bestärkt, dass es nie darum ging, zu klären, OB es einen Weg gibt, sondern von Anfang an nur, herauszufinden, WELCHEN Weg es gibt und wie wir diesen gemeinsam gehen können.

In diesem Sinne, auch als "Aufruf/Bitte" an alle, die auf zukünftige Beiträge von verzweifelten Partnerinnen reagieren - lasst / gebt uns bitte Zeit und urteilt nicht über uns, so wie ihr auch nicht wollt, dass über euch geurteilt wird - denn niemand ist in den Schuhen eines anderen gelaufen!
Und alleine die Tatsache, dass wir uns in dieses Forum begeben und um Hilfe bitten, ist ein Beweis, dass wir nichts grundweg ablehnen, sondern meist einfach noch ganz unwissend und überfordert am Anfang stehen, uns mit der Thematik Trans*Menschen zu befassen.
Habt Geduld mit uns Partnerinnen bitte! Dankeschön ---)))

Carry
"Wenn Du heute aufgibst, wirst Du nie wissen, ob Du es morgen geschafft hättest!"
Engelchen
registrierte BenutzerIn
Beiträge: 3401
Registriert: Fr 7. Jun 2019, 17:03
Geschlecht: Weiblich
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): München
Hat sich bedankt: 4905 Mal
Danksagung erhalten: 3169 Mal
Gender:

Re: Warum ausgerechnet ER? Warum MEIN Mann?

Post 105 im Thema

Beitrag von Engelchen »

Carry hat geschrieben: Fr 29. Nov 2019, 13:07 In diesem Sinne, auch als "Aufruf/Bitte" an alle, die auf zukünftige Beiträge von verzweifelten Partnerinnen reagieren - lasst / gebt uns bitte Zeit und urteilt nicht über uns, so wie ihr auch nicht wollt, dass über euch geurteilt wird - denn niemand ist in den Schuhen eines anderen gelaufen!
Und alleine die Tatsache, dass wir uns in dieses Forum begeben und um Hilfe bitten, ist ein Beweis, dass wir nichts grundweg ablehnen, sondern meist einfach noch ganz unwissend und überfordert am Anfang stehen, uns mit der Thematik Trans*Menschen zu befassen.
Habt Geduld mit uns Partnerinnen bitte! Dankeschön
Das hast du schön geschrieben und ich wünsche euch auf eurem Weg alles gute.
Ich hoffe ihr berichtet uns wie es weitergeht.
Lisa
Liebe geben und offen sein für Neues
Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, CD und PartnerInnen und Beteiligte“