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Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Di 10. Sep 2019, 12:41
von Die fesche Tina
Well, das isser nun, dieser eine Thread der alles erklären soll, aber was denn genau? Tja, das wird die Zukunft zeigen, zur Zeit stelle ich mir so etwas wie eine Liaison aus Familiengeschichte und "plaudern aus dem Nähkästchen" vor. Und ich möchte auch direkt damit beginnen+++ let´s go

Tina
Meine Vorstellung - viewtopic.php?f=2&t=18710&sid=940123908 ... 389d873a3b

Mein Kind - Die frühen Jahre, die Pubertät und das Erwachsenwerden

Verfasst: Di 10. Sep 2019, 12:41
von Die fesche Tina
Wenn dein Kind zu dir kommt und sagt "Mama, wir müssen reden" dann weiß man, dass es sich um etwas ernstes handelt...liegt jetzt vielleicht meine Porzellan-Ballerina in 1000 Scherben? So einfach war das Thema dann nicht, über das mein Kind mit mir sprechen wollte. Vielmehr sollte es um etwas gehen mit dem man als Mutter so gar nicht rechnet. But step by step...

Ich bin Mutter eines Sohnes (geboren 1977 und in gutbürgerlichen Verhältnissen aufgewachsen) damals noch in der DDR. Strebsam in der Schule und immer auf Fleiß bedacht, verbunden mit einer fröhlichen Kindes-und Jungendzeit wuchs ein Sohn heran mit dem es niemals Schwierigkeiten gab. Nun gut, die Pubertät war stellenweise launisch geprägt, dennoch verlor mein Kind nie seine Sensibilität, die Jungs in diesem Alter eigentlich so gar nicht auszeichnet. Ich fand diese ruhige und stille Seite immer schon gut. Die Kehrseite davon ist, dass mein Kind nie eine gewisse Spontanität besaß einfach mal etwas verrückt-spaßiges (was Jungs in dem Alter tun) auszuprobieren. Das isolierte ihn von Freundschaften mit Gleichaltrigen, was aus ihm so eine Art Mauerblümchen machte. Als Mutter machte ich mir diesbezüglich einige Sorgen. Jungs können in dem Alter doch ruhig mal etwas groteskes tun und ihre Grenzen ausloten. Nicht so mein Sohn, shame+++

Als mein Kind mir dann seine erste Freundin vorstellte, war ich noch glücklicher als er selbst. "Endlich hat er eine Liebe gefunden..." waren damals meine Gedanken, aber irgendwie ging diese nur von einer Seite aus. Mein Sohn verhielt sich immer etwas distanziert, als wenn diese Liebe nichts für ihn wäre. Dies brachte mich zum Nachdenken und setzte mir diesen Impuls in meinen Kopf, ob mein Kind überhaupt mit Mädels eine Beziehung führen kann, oder möchte? Laut ausgesprochen oder gar darüber geredet hatten wir damals nicht. So hielt diese erste "Liebe" auch nur ein paar Wochen, was ich sehr schade fand+++ Ich habe das Mädel sehr gemocht und ich fand, dass sie auch meinem Kind sehr gut tat. Mein Sohn war damals sehr verschlossen, so wusste ich fast nie, was in ihm vorging. Obwohl ich einen offenen Dialog und Umgang innerhalb der Familie immer an erste Stelle setzte und dies auch meinem Kind so beigebracht habe, wollte er es nicht nutzen. Ich finde es furchtbar irgendein Thema zu einem Tabu zu erklären+++ Man sollte über alles sprechen können!

Sportlich war mein Kind damals sehr aktiv. In der Schule war mein Sohn Teil der Turn AG und wollte parallel dazu mit Ballett-Tanz anfangen. Dies sorgte in der Familie für reichlich Zündstoff. Das Thema war ein regelrechter Hotspot, denn mein Mann wollte, dass sein Junge Fußball spielt und nicht mit diesem "unmännlichen" Ballett anfängt. Das war für ihn ein NO-GO - ich hingegen fand es sehr gut, dass mein Kind den Sinn für Kunst empfand, wahrscheinlich weil ich früher auch getanzt hatte. Auch wenn es meinem Mann gar nicht gefiel, schrieb sich mein Sohn für einen Ballett-Kurs ein. Die Folge daraus war, dass sich Kind und Vater eine Zeit lang nicht verstanden haben - mir tat dieses familiäre Ungleichgewicht sehr weh. Des Weiteren schloss dieses Hobby mein Kind zusätzlich von anderen Freunden aus, da sich diese mit Videospielen, Fußball und anderen Dingen lieber die Zeit vertrieben, als mit meinem Kind, denn auch bei ihnen stand dieses "Tanz-Ding" nicht sehr hoch im Kurs.
Als mein Mann sah, wie viel unserem Sohn das Ballett bedeutete, war ENDLICH der Punkt gekommen, wo auch er eingesehen hat, dass es die richtige Entscheidung war, sich nicht gegen den Willen des eigenen Kindes zu stellen.

Irgendwann kam der Punkt den jede Mutter fürchtet+++ wenn das eigene Kind das Nest verlässt. Als Mutter ist man stolz, dass das Kind nun auf eigenen Füßen stehen möchte, doch der wunde Punkt ist der, dass nun ein Familienmitglied im eigenen Haus fehlt. Aber man muß sein Kind loslassen können und darauf vertrauen, dass all das, was man ihm beigebracht hat im Leben weiterhelfen wird. Die Trennung von meinem Kind war nicht leicht für mich, besonders die Anfangszeit war schwer zu ertragen. Gluckenmutter könnte einem da in den Sinn kommen, aber das war ich nicht+++ Meinem Mann fiel die Trennung klischeehafterweise weit weniger schwer +TYPISCH MANN!!!+ und sagte ständig "er wohnt doch nur ein paar Meter weiter". That´s true, aber wenn man so viele Jahre zusammengelebt hat, ändert das schon den Tagesrhythmus und das familiäre Umfeld.

2010 war für die Familie dann ein schweres Jahr, ich verlor meinen Ehemann und mein Kind den Vater. Dieser Schicksalsschlag traf uns unerwartet und war dementsprechend hart zu verkraften. Unter diesen Verlust litt mein Kind besonders, wahrscheinlich lag es an der sensiblen Seite meines Sohnes, dass er lange brauchte den Tod des Vaters zu verarbeiten. Wir beide mussten uns von da ab völlig neu orientieren, aber das Leben musste ja weitergehen - that´s life+++ Nach einer langen Trauerphase zeigte sich irgendwann wieder so etwas wie Kontinuität in unserem Leben, was uns beide wieder auf die Beine half. Das schweißte uns enger zusammen und ich spürte deutlich, dass mein Kind nun offener wurde. Musste erst so etwas schreckliches passieren, dass sich mein Kind mir nun öffnete???

Diesen Post habe ich mit bedacht so ausgesucht, da meine Zeilen euch einen Eindruck von meinem Kind vor dem Outing zeigen sollen. Was mein "Mama, wir müssen reden" von ganz oben betrifft, möchte ich in einem kommenden Beitrag eingehen, was selbstredend mit dem Outing verbunden ist.

Tina

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Di 10. Sep 2019, 13:30
von Mina_35
Danke Tina für den Beitrag und ich freue mich schon sehr auf den nächsten. Ich habe auch noch ein bißchen das Problem, auch durch die Entfernung (750km), das meine Eltern manchmal (so habe ich jedenfalls das Gefühl) die ganze Sache mit mir nicht voll und ganz vestehen, zw nachvollziehen können oder sich in der Hinsicht allein gelassen fühlen.
Ich habe lange, bis heute, nach vernünftigen Beiträgen und/oder Videos gesucht, die die Sache meinen Eltern näher bringen bzw erklären können, das sie es besser verstehen können, ohne das es immer gleich um Operationen und andere Dinge geht. Zumindestens der o.g. Beitrag ist etwas worin ich auch mich wiedererkennen kann und daher bin ich gespannt auf den nächsten, das könnten jedenfalls Worte sein, die meine Mama auch nachvollziehen kann (von betroffenen für betroffene) und die ich ihr evtl. sogar mal schicken würde, zum nachlesen und das es auch am Ende nur halb so wild ist, wie es im ersten Moment vielleicht war. Insbesondere natürlich auch jetzt, wo meine Namensänderung und damit der Abschied von meinem alten Ich, bzw Namen immer näher rückt. Ich denke, das was fehlt ist nämlich die Sicht auf die Dinge, das keine Person geht, sondern einfach nur ein anderer, bisher versteckter Teil, dazu kommt, den man nur annehmen muss. Einfach das Geschenk annehmen, was man sich möglicherweise vor 36 Jahren gewünscht hat, anders gekommen ist, aber nun doch irgendwie da ist, nur ein bißchen später als erwartet. Denn eins ist auch klar, meine Mama hat sich sicher ein Mädchen gewünscht, leider war ich es äußerlich nicht und mein jüngerer Bruder ist es gar nicht. Ich vermute auch, das meine Mama sich davon damals dann irgendwie verabschiedet hat und es deswegen jetzt vielleicht wie ein Traum wirkt und es doppelt schwer ist, das so anzunehmen, wie es nunmalist.

Naja, das waren auch gleich mal meine Gedanken dazu, ich freue mich auf weitere Beiträge zu dem Thema, ich finde mich jedenfalls darin auch gut wieder :D

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Di 10. Sep 2019, 23:05
von Viktoria-TV
Hallo Tina,

ich finde dieses Thema klasse, wie auch immer du das gestaltest, ob in einem Thread oder mehreren

Weißt du eigentlich, dass du damit tatsächlich eine riesige Lücke in diesem Thema schließt?

Berichte von Crossdressern gibt es inzwischen recht viele. Untersuchungen über Crossdresser, wo auch Frauen oder Ehefrauen teilnahmen, stammen vor allem aus Amerika und stammen größtenteils noch aus den 80ern und frühen 90ern. Berichte von Ehefrauen findet man hin und wieder in verschiedenen Foren. Berichte (aus erster Hand) von Eltern hingegen hab ich bislang noch nie gesehen. Man liest immer nur durch die Brille con Crossdressern gefiltert über die Reaktion der Eltern, wenn diese selbst darüber in Foren oder Blogs berichten. Also ich bin echt gespannt auf deine Sichtweise der Dinge und auf deine Geschichte.

:)

LG
Viktoria

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 07:14
von YvonneTV
Viktoria-TV hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 23:05
Berichte (aus erster Hand) von Eltern hingegen hab ich bislang noch nie gesehen.
Hallo Tina (moin)

Da kann ich mich Viktoria nur anschließen ! Wirkliche Berichte von Eltern habe ich bisher auch nicht ansatzweise in der Tiefe gehört ....

Vielen lieben Dank für Deine (/Eure) Offenheit (yes) (smili)
Freu mich auf mehr (888)

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 09:31
von DanielaTV
Guten Tag liebe Tina,


vielen Dank für deinen Beitrag hier und auch für deine Vorstellung.
Ich habe beides aufgesogen wie ein Schwamm. Und möchte mich hier recht herzlich bei dir/euch bedanken für diese Offenheit.
Das hilft mir in meiner Situation sehr.

LG Ela

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Mi 11. Sep 2019, 13:17
von Lady Jennifer
Hallo Mama, gerade haben wir noch darüber gesprochen, daß du einen solchen Thread starten möchtest und schon ist er hier. Diese Worte über sich selbst lesen zu müssen ist immer irgendwie ein Resümee des eigenen bisherigen Lebens.

Was meine Schulzeit und Freundschaften dabei betrifft, war ich damals wirklich sehr zurückhaltend, richtig gehend schüchtern. Und ja, die Spontanität, diese liegt mir auch heute noch überhaupt nicht. Wenn es geht plane ich meine Woche komplett durch und wenn ich dann etwas spontanes dazwischen schieben muß, bringt mich das in Panik. Mir fiel es immer schon schwer eine feste Beziehung einzugehen. Freundschaften sind offener, aber ein Beziehung ist intim und der Freiraum für einen selbst dabei eingeschränkt. Stimmt, ich empfand damals für meine Freundin keine Liebe und auch sexuell fand ich mich zu ihr nicht hingezogen - daraus lernte ich, daß Sex mit Frauen wohl nicht mein "Ding" sein wird. Gleichzeitig fühlte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht zu Jungs hingezogen.

Oh oh, wenn ich da an unsere vielen familiären Diskussionen zurückerinnere, was das Balletttanzen anbelangt, graut es mir heute noch. Mein Vater war von diesen klischeehaften Vorurteilen behaftet und verstand nicht den Sinn dahinter, der es mir bedeutet mich im Tanz auszudrücken. Ich war vom Tanzen immer schon fasziniert und Ballett fand ich dabei etwas ganz Besonderes. Ich war stur, weil ich es unbedingt lernen wollte. Mein Vater war stur, weil er diese Vorstellungen des "verweilichten" Jungen verfallen war. Keiner wollte nachgeben und ich habe einfach meinen Kopf durchgesetzt - war dabei vielleicht eine Spur zu egoistisch. Am glücklichsten war ich dann, als mein Vater eingesehen hat, wie viel Freude mir dieses Ballett bereitete.

Über den Tod meines Vaters hast du schon alles geschrieben, mehr möchte ich selbst nicht dazu schreiben, da ich mich an diese Zeit nicht gern erinnere. Eines stand fest, daß dies einen Wechsel in meinem Leben bewirkte und ich, wie du geschrieben hast, zugänglicher wurde, meine Gefühle offenlegte und auch insgesamt deutlich "redseliger" wurde.

Danke für die intime Reflexion meine Jugendzeit Mama! (ap)

Jennifer

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Do 12. Sep 2019, 11:26
von Die fesche Tina
Mina_35 hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 13:30
Ich habe auch noch ein bißchen das Problem, auch durch die Entfernung (750km), das meine Eltern manchmal (so habe ich jedenfalls das Gefühl) die ganze Sache mit mir nicht voll und ganz vestehen, zw nachvollziehen können oder sich in der Hinsicht allein gelassen fühlen. Ich habe lange, bis heute, nach vernünftigen Beiträgen und/oder Videos gesucht, die die Sache meinen Eltern näher bringen bzw erklären können, das sie es besser verstehen können, ohne das es immer gleich um Operationen und andere Dinge geht.
Liebe Mina, wenn ich hier das Wort "Operation" lese, gestaltet sich deine Situation wohl etwas anders als es bei Jennifer der Fall war/ist. Deswegen werden meine Eindrücke und das Verständnis deiner Eltern wohl etwas auseinandergehen und ich dir diesbezüglich leider keine richtige Hilfe sein können+++ :cry: Ich würde mir auch nicht anmaßen zu versuchen hier die richtigen Worte zu finden und oder dir und deinen Eltern gar einen Rat zu vermitteln. Es tut mir Leid, dass du bisher keine Beiträge gefunden hast, die deine Situation deinen Eltern besser verständlich machen. Ich als Mutter fand es aber schon sehr hilfreich die Vorstellungen direkt von meinem Kind zu erfahren, ohne irgendwelche Einmischungen von außen. Ich denke, dass dies auch für dich ein guter Anfang ist - als Eltern verlässt man sich doch so und so immer auf sein Kind und das ist gut als "Kind" den ersten Schritt, was Erläuterungen betrifft, zu machen.

Viktoria-TV hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 23:05
Weißt du eigentlich, dass du damit tatsächlich eine riesige Lücke in diesem Thema schließt?
Mensch Viktoria, das setzt mich jetzt ganz schön unter Druck+++Boiler-kocht-über (wema)
Wenn euch meine Berichte tatsächlich einen intimeren Einblick verschaffen, dann bin ich ziemlich happy.
Viktoria-TV hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 23:05
Berichte von Crossdressern gibt es inzwischen recht viele. Untersuchungen über Crossdresser, wo auch Frauen oder Ehefrauen teilnahmen, stammen vor allem aus Amerika und stammen größtenteils noch aus den 80ern und frühen 90ern. Berichte von Ehefrauen findet man hin und wieder in verschiedenen Foren. Berichte (aus erster Hand) von Eltern hingegen hab ich bislang noch nie gesehen. Man liest immer nur durch die Brille con Crossdressern gefiltert über die Reaktion der Eltern, wenn diese selbst darüber in Foren oder Blogs berichten. Also ich bin echt gespannt auf deine Sichtweise der Dinge und auf deine Geschichte.
Der Weg meine Erfahrungen über ein Forum zu teilen ist für mich komplettes Neuland. Darüber im Familienkreis zu sprechen ist ganz was anderes. Ich finde es einfach schön hier auf so viele andere CDs, TS, usw. zu treffen und über meine mütterlichen Eindrücke zu schreiben.

DanielaTV hat geschrieben:
Mi 11. Sep 2019, 09:31
Ich habe beides aufgesogen wie ein Schwamm. Und möchte mich hier recht herzlich bei dir/euch bedanken für diese Offenheit.
Das hilft mir in meiner Situation sehr.
Möchtest du über deine "Situation" sprechen? Vielleicht kann ich dir ja irgendwie weiterhelfen+++ (sym)


Lady Jennifer hat geschrieben:
Mi 11. Sep 2019, 13:17
Stimmt, ich empfand damals für meine Freundin keine Liebe und auch sexuell fand ich mich zu ihr nicht hingezogen - daraus lernte ich, daß Sex mit Frauen wohl nicht mein "Ding" sein wird. Gleichzeitig fühlte ich mich zu diesem Zeitpunkt noch überhaupt nicht zu Jungs hingezogen.
Mein liebes Kind, hätten wir damals einen Dialog geführt und du wärst offener gewesen (auch in Sachen Love/Beziehungen), dann hätte ich dir schon gesagt, dass es für mich keine Rolle spielt, ob du dich eher zu Jungs oder Mädels hingezogen fühlst. Ich bin keine homophobe Mutter, sondern bin für alles offen. Wenn mein Sohn sich in einen Jungen verguckt hätte+++ who cares? Das einzige was zählt ist die Liebe an sich, egal ob mit Weiblein oder Männlein. Wenn man den einen Menschen gefunden hat, der einen das bietet was man sich wünscht spielt das Geschlecht keine Rolle. Und sexuell zählt doch so und so (alles) was Spaß macht+++ :mrgreen: (flo)

Tina

Re: Mein Kind - Die frühen Jahre, die Pubertät und das Erwachsenwerden

Verfasst: Do 12. Sep 2019, 13:10
von Lady Jennifer
Die fesche Tina hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 12:41
wollte parallel dazu mit Ballett-Tanz anfangen. Des Weiteren schloss dieses Hobby mein Kind zusätzlich von anderen Freunden aus, da sich diese mit Videospielen, Fußball und anderen Dingen lieber die Zeit vertrieben, als mit meinem Kind, denn auch bei ihnen stand dieses "Tanz-Ding" nicht sehr hoch im Kurs.
Ich war letztens mit dem Antworten etwas zu voreilig, wollte ich doch hierzu noch was schreiben. Meine Mama hat das vielleicht ein wenig zu heftig formuliert. Ich fühlte mich wegen des Ballettlernens von meinen Schulkameraden (also den Jungs) nicht ausgegrenzt. Vielmehr belächelten sie mein Hobby und die Jungs verstanden das überhaupt nicht. Erklärungen halfen mir da auch nicht weiter. Tja, die Vorurteile was Jungs und Tanzen anbelangt waren damals in den Köpfen der Jugendlichen drin. Aber bei Videospielen waren wir uns dann wieder grün... :mrgreen:
Viktoria-TV hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 23:05
Weißt du eigentlich, dass du damit tatsächlich eine riesige Lücke in diesem Thema schließt?
Sehe ich ähnlich, leider sind Familienmitglieder hier rar gesät. Ich würde so gerne die Ansichten anderer Eltern lesen.
DanielaTV hat geschrieben:
Mi 11. Sep 2019, 09:31
IUnd möchte mich hier recht herzlich bei dir/euch bedanken für diese Offenheit.
Für ein Forum waren das wirklich schon freizügige, fast schon intime, Familieneinblicke. Mein Einverständnis hat meine Mama aber.
Die fesche Tina hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 11:26
Mina_35 hat geschrieben:
Di 10. Sep 2019, 13:30
Ich habe auch noch ein bißchen das Problem, auch durch die Entfernung (750km), das meine Eltern manchmal (so habe ich jedenfalls das Gefühl) die ganze Sache mit mir nicht voll und ganz vestehen, zw nachvollziehen können oder sich in der Hinsicht allein gelassen fühlen. Ich habe lange, bis heute, nach vernünftigen Beiträgen und/oder Videos gesucht, die die Sache meinen Eltern näher bringen bzw erklären können, das sie es besser verstehen können, ohne das es immer gleich um Operationen und andere Dinge geht.
Liebe Mina, wenn ich hier das Wort "Operation" lese, gestaltet sich deine Situation wohl etwas anders als es bei Jennifer der Fall war/ist. Deswegen werden meine Eindrücke und das Verständnis deiner Eltern wohl etwas auseinandergehen und ich dir diesbezüglich leider keine richtige Hilfe sein können+++ :cry: Ich würde mir auch nicht anmaßen zu versuchen hier die richtigen Worte zu finden und oder dir und deinen Eltern gar einen Rat zu vermitteln. Es tut mir Leid, dass du bisher keine Beiträge gefunden hast, die deine Situation deinen Eltern besser verständlich machen. Ich als Mutter fand es aber schon sehr hilfreich die Vorstellungen direkt von meinem Kind zu erfahren, ohne irgendwelche Einmischungen von außen. Ich denke, dass dies auch für dich ein guter Anfang ist - als Eltern verlässt man sich doch so und so immer auf sein Kind und das ist gut als "Kind" den ersten Schritt, was Erläuterungen betrifft, zu machen.
Liebe Mina,
ich denke auch, daß wir beiden da vielleicht die falschen Ansprechpartner wären. Ich selbst möchte nur ein Crossdresser bleiben, eine OP schließe ich für mich aus. Dein und mein Hintergrund gehen da in andere Richtungen. Aber vielleicht können wir dir und deiner Familie andersweitig weiterhelfen?

Jennifer

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Do 12. Sep 2019, 18:23
von DanielaTV
Die fesche Tina hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 11:26
DanielaTV hat geschrieben:
Mi 11. Sep 2019, 09:31
Ich habe beides aufgesogen wie ein Schwamm. Und möchte mich hier recht herzlich bei dir/euch bedanken für diese Offenheit.
Das hilft mir in meiner Situation sehr.
Möchtest du über deine "Situation" sprechen? Vielleicht kann ich dir ja irgendwie weiterhelfen+++ (sym)

Würde ich gerne, aber ich weiß nicht genau wie ich hier derzeit private Nachrichten versenden kann. Denn die User auswahl ist bei mir gesperrt. :(

Fashionsharing

Verfasst: Fr 13. Sep 2019, 12:58
von Die fesche Tina
Carsharing dürfte jedem ein Begriff sein, wie sieht es aber mit FASHIONSHARING aus+++

Ich muss ja zugeben, dass ich eine "Fashionista" bin+++ Keine Angst, mit Faschismus hat das nix zu tun --- for heaven's sake (pea) .
Vielmehr steht der Ausdruck für "Frauen die gesteigertes Interesse an Mode und Trends zeigen", dementsprechend ist auch mein Kleiderschrank gefüllt, bestückt, vollgestopft. Und wie Mütter und Töchter nun mal sind, sie teilen (sharing+++) sich gerne Sachen (hs)
Entweder finde ich bei Jennifer "some nice pieces" oder Jennifer findet in meinem Sortiment dies oder das.

Irgendwann stand Jennifer vor meinem Kleidschrank und sagte "Mama, darf ich das mal probieren?" Of course! Das war für uns beide der Startschuss zum Fashionsharing, oder auf good old german zum Modetausch. Glücklicherweise teilen wir beide fast die selbe Konfektionsgröße, das ist nützlich wenn man Kleidung teilen möchte (yes) :mrgreen: . Um auf den Punkt zu kommen, haben wir für uns so eine Art Mutter-Tochter-Fashion-Nachmittag entdeckt, wo es einfach nur darum geht Looks, Outfits, Styles auszuprobieren.

Am heutigen Beispiel ging es darum, um einen rot-weiß gestreiften Pulli (ich höre euch schon WALDO schreien+++) einen Look zu kreieren. Well, das sind unsere Ergebnisse, entscheidet selber was euch modisch besser gefällt+++

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DanielaTV hat geschrieben:
Do 12. Sep 2019, 18:23
Würde ich gerne, aber ich weiß nicht genau wie ich hier derzeit private Nachrichten versenden kann. Denn die User auswahl ist bei mir gesperrt. :(
Versuche es über mein Profil. Auf das Profil klicken und dann eine PN starten, auf der linken Seite.

Apropos PN: ich möchte mich auch hier für eure bisherigen PNs an mich bedanken. Verzeiht mir bitte, wenn ich nicht gleich darauf antworten kann, ein Leben außerhalb des Forums gibt´s für mich auch noch. )))(:
Dennoch beantworte ich eure PNs liebend gerne!

Tina

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 13. Sep 2019, 14:27
von DanielaTV
Die fesche Tina hat geschrieben:
DanielaTV hat geschrieben: Würde ich gerne, aber ich weiß nicht genau wie ich hier derzeit private Nachrichten versenden kann. Denn die User auswahl ist bei mir gesperrt. :(

Versuche es über mein Profil. Auf das Profil klicken und dann eine PN starten, auf der linken Seite.
Leider kann ich auch keine Profile aufrufen, das ist bei mir alles gesperrt. Vermutlich habe ich nicht genug Beiträge.

Re: Fashionsharing

Verfasst: Sa 14. Sep 2019, 11:48
von Lady Jennifer
Die fesche Tina hat geschrieben:
Fr 13. Sep 2019, 12:58
Irgendwann stand Jennifer vor meinem Kleidschrank und sagte "Mama, darf ich das mal probieren?" Of course! Das war für uns beide der Startschuss zum Fashionsharing...
Startschuß ist der richtige Ausdruck... :mrgreen: Unsere Kleidershows haben bisher immer so riesigen Spaß gemacht.

Jennifer

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Sa 14. Sep 2019, 12:38
von Die fesche Tina
DanielaTV hat geschrieben:
Fr 13. Sep 2019, 14:27
Leider kann ich auch keine Profile aufrufen, das ist bei mir alles gesperrt. Vermutlich habe ich nicht genug Beiträge.
Habe dir gerade eine PN geschickt, vielleicht geht es ja auf diesem Wege.


Lady Jennifer hat geschrieben:
Sa 14. Sep 2019, 11:48
Unsere Kleidershows haben bisher immer so riesigen Spaß gemacht.
Das ist unsere persönliche Plauener Fashion Week+++ so much FUN (yes) (gitli)

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: So 15. Sep 2019, 06:45
von Frieda
Guten Morgen liebe Tina. 😊

Endlich habe ich die Ruhe um und in mir, um auch diesen Thread hier in mir aufzunehmen.
Ich finde es wundervoll von dir liebe Tina, der Welt von euch zu erzählen. 👍
Denn ich denke genau solche Worte müssen nach außen transportiert werden, damit ein umdenken bei diesem Thema in den Köpfen der Menschen geschehen kann.
Super, ganz ganz super und ich bleibe weiter optimistisch das genau mit solch einem denken und tun welches auch sichtbar ist und wird, die Menschheit sich weiterentwickeln wird❣️❣️❣️🌈

Einfach mal Danke weil es richtig und wichtig ist❣️🙏

Namaste 🙏


PS: meinen Glückwunsch liebe Jennifer zu einer mutigen und einfühlsamen Mum die die Welt in der wir leben, bunter und herzlicher macht. (hs)