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Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Do 10. Okt 2019, 13:52
von Anja
Moinsen (moin)
Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:29
Allerdings würde ich mich jetzt schon als "jeden-Tag-Frau" bezeichnen. Dennoch benötige ich vom Frausein auch mal meine Auszeit. Das kann dann gut sein, daß ich ein paar Tage mal wieder ganz "Kerl" bin.
Hm, also für mich schließt sich das gegenseitig aus. Wenn du zwischendurch Kerle-Tage einlegen musst, weil du eine Auszeit benötigst, dann bist du doch eine Teilzeitfrau?!
Ich hab unsere Urlaube früher genutzt, um mich länger auszuprobieren. Und ich hatte nie genug vom Frau sein. Ich brauchte keine Auszeit, ich wollte eher immer mehr...
Für mein Verständnis heißt als Frau leben, ein Leben als Frau. Und kein mal so mal so...

Soll jetzt aber keine (Ab)Wertung beinhalten. Also nicht falsch verstehen. Mir gehts nur ums Verständnis.

Grüße
die Anja

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Do 10. Okt 2019, 15:06
von !EmmiMarie!
Anja hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:52
Soll jetzt aber keine (Ab)Wertung beinhalten. Also nicht falsch verstehen. Mir gehts nur ums Verständnis.
Hi,

also ich finde, die Frage kann schon gut gestellt werden.

Ist jetzt der Look fluid, ist das fühlen fluid oder beides?
Es geht schon Teilzeitfrau und Teilzeitmann in verschiedenen Zeitabständen gleichzeitig...

hmm..jeden-Tag-Frau geht auch, wenn der Shift schnell kommt. Dann aber ganze Kerltage?
Das versteh ich auch nicht..

ich weiss, das ist sehr komplex grade was die Gefühlswelt angeht, ich habe das ja lange Zeit
ganz ähnlich gehabt. Und da war der Look schon männlich, ja, aber das Gefühl nicht oder
umgekehrt. Und manchmal kommt das immer noch hoch, obwohl ich mich ja binär weiblich
verorte.
Da müsste schon wieder eine Definition für was ist wirklich weiblich oder männlich angesetzt
werden und das lehne ich einfach ab. Also wo hört nur Mensch auf und wo fängt nur Frau oder Mann
an.

Ich finde Denny von Trans*Planet auf YT ein sehr gutes Beispiel-da steckt so viel Mann drin, was ich
hätte nie sein können, andererseits werd ich nie meine Biologie los..

naja, ab da wirds zu verworren für die meisten, auch hier..

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Do 10. Okt 2019, 15:06
von YvonneTV
Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:29
{Der Nachteil, wenn ich es mal so bezeichnen möchte}, am alltäglichen Frausein ist, daß es einfach zur Routine wird und man es nicht mehr als etwas Besonderes empfindet, sondern es als "gegeben" aufnimmt. {Als Teilzeitfrau war das anders - die Vorfreude auf das "nächste-Mal-Frausein" war super spannend. Ich denke, ihr wisst was ich meine.
Habe ich als Teilzeitfrau das Haus verlassen wusste ich, daß meine "Frauenzeit" nur geborgt ist. Als "Alltagsfrau"
} denke ich meist gar nicht mehr daran, daß ich jetzt als Frau unterwegs bin - {es ist schlicht und einfach reine Routine.}
Hallo Jennifer (moin)

Das in der großen Schrift macht - für mich - doch das (immer) Frausein (auch) aus ! Einfach Frau sein und leben, ohne groß drüber nachzudenken (smili) Du beschreibst das als Nachteil .... Ich glaube eine Frau sieht das nicht als Nachteil :roll:

Ich lebe gern die weibliche und männliche Seite von mir aus. Sicher wäre ich gern häufiger als Yvi unterwegs. Zugleich genieße ich z.B. nach einem ganzen Yvi Wochenende dann einfach Mann sein umsomehr. Das bedeutet für mich Teilzeitfrau (smili)

Nach kurzer Zeit als Yvi fällt es schwer mich abzuschminken. Doch nach ein paar Tagen genieße ich das :D (und klar, geht freilich nicht nur um das Schminken dabei - ist nur ein Beispiel)

Der Begriff an sich ist wohl nicht so wichtig, doch das, was dahinter steckt.

Auch nur zur Klärung gedacht :D (ki)

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 07:04
von VanessaL
Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:29
Das passiert immer dann, wenn ich merke, daß mir das Frausein zu viel wird. Es ist auch schön, wenn man sich früh morgens mal nicht rasieren muß... (yes)
Hallo Ihr Lieben ...

es ist müßig zu lamentieren, wann wer was ist und wann noch oder eben nicht.
Ich finde es aber spannend das Du das FrauSein am Rasieren fest machst. Warum sollte ein Frau TransFrau nicht auch unrasiert aus dem Haus gehen dürfen?
Ich weiß, das ist eine eher kätzerische Frage, aber durchaus mit ernstem Hintergrund. Bin ich weniger Frau (oder mehr Mann), wenn ich mich nicht rasiere? Ob das schön ist, lassen ich mal außen vor.
Ich muss mittlerweile meine Haare im Gesicht drei Tage wachsen lassen, wenn ich zur Nadelepilation gehe. Bei einem Terminzyklus von Freitag, Montag, Freitag könnt Ihr Euch ausmalen, wie oft ich mich rasieren „darf“. Für mich ist das mittlerweile normal auch unrasiert als Frau vor die Tür zu gehen. Und selbst mit Vollbart ist eine Frau immer noch eine Frau - das soll es ja auch geben.
Lange Rede kurzer Sinn, solange ich das Männliche möchte, um das weibliche abzulegen, liegt wohl kein F64.0 vor und das hat durchaus seine Vorteile, meine ich.
Also lebt so wie Ihr glücklich seit und genießt die wundervollen Dinge des Lebens. Egal in welcher Rolle Ihr Euch wohl fühlt. Jeder definiert dich letztendlich dann doch selbst..

Ich lebe jetzt (erst) seit August 2018 als Frau. Ich horche oft in mich hinein, aber der Wunsch nach etwas Männlichem in meinem Leben ist einfach nicht da (außer vielleicht einem Partner).
Dass ich es geschafft habe als Frau zu leben erfüllt mich trotz Alltag noch immer und immer wieder. Für mich hat das Leben eine ganz andere Qualität bekommen und ist auf keinen Fall zur Routine verkommen. Vielleicht liegt hier ein Unterschied zwischen „TeilzeitFrauen“ und TransFrauen. Mich macht das Sein glücklich, nicht das Stylen.

Alles Liebe
Vanessa

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 11:34
von Lady Jennifer
Anja hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:52
Soll jetzt aber keine (Ab)Wertung beinhalten. Also nicht falsch verstehen. Mir gehts nur ums Verständnis.
Hallo Anja,
deinen Kommentar habe ich auch nicht als abwertend empfunden - wenn man etwas nicht verstanden hat, einfach fragen - alles kein Problem (für mich).
Anja hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:52
Moinsen (moin)
Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:29
Allerdings würde ich mich jetzt schon als "jeden-Tag-Frau" bezeichnen. Dennoch benötige ich vom Frausein auch mal meine Auszeit. Das kann dann gut sein, daß ich ein paar Tage mal wieder ganz "Kerl" bin.
Hm, also für mich schließt sich das gegenseitig aus. Wenn du zwischendurch Kerle-Tage einlegen musst, weil du eine Auszeit benötigst, dann bist du doch eine Teilzeitfrau?!
Ich hab unsere Urlaube früher genutzt, um mich länger auszuprobieren. Und ich hatte nie genug vom Frau sein. Ich brauchte keine Auszeit, ich wollte eher immer mehr...
Für mein Verständnis heißt als Frau leben, ein Leben als Frau. Und kein mal so mal so...
Ich persönlich sehe das mit der Bezeichnung nicht so eng. Eine Teilzeitfrau definierte ich bisher immer damit, daß man vielleicht 3, 4 mal im Monat "en femme" unterwegs ist. Lebt man hingegen schon mal 2, 3 Wochen lang als Frau, dann fände ich die Bezeichnung "Vollzeitfrau" eher passend. Ich möchte jetzt aber keine Diskussion bezüglich der richtigen Bezeichnung lostreten. Es soll halt jeder so sehen, wie er es für richtig hält.

YvonneTV hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 15:06
Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 13:29
{Der Nachteil, wenn ich es mal so bezeichnen möchte}, am alltäglichen Frausein ist, daß es einfach zur Routine wird und man es nicht mehr als etwas Besonderes empfindet, sondern es als "gegeben" aufnimmt. {Als Teilzeitfrau war das anders - die Vorfreude auf das "nächste-Mal-Frausein" war super spannend. Ich denke, ihr wisst was ich meine.
Habe ich als Teilzeitfrau das Haus verlassen wusste ich, daß meine "Frauenzeit" nur geborgt ist. Als "Alltagsfrau"
} denke ich meist gar nicht mehr daran, daß ich jetzt als Frau unterwegs bin - {es ist schlicht und einfach reine Routine.}
Hallo Jennifer (moin)
Das in der großen Schrift macht - für mich - doch das (immer) Frausein (auch) aus ! Einfach Frau sein und leben, ohne groß drüber nachzudenken (smili) Du beschreibst das als Nachteil .... Ich glaube eine Frau sieht das nicht als Nachteil :roll:
Hallo Yvonne,
schön, daß du dir so viele Gedanken machst... (yes) Im nachhinein denke ich, daß ich mit "Nachteil" das falsche Wort gewählt habe. Aber gerade als TZF kennt man doch immer dieses Gefühl, daß man schon einen Tag vorm nächsten "en femme"-Ausflug bekommt - da spürt man richtig die Schmetterlinge im Bauch, weil man sich auf den nächsten Tag und dem damit verbundenen Ausflug freut. Und da finde ich, ist es schon was besonderes, wenn man sich hübsch (Make Up) aufbrezelt und von Männerklamotten zu eleganter Damenmode wechseln kann. Und dieses Feeling empfinde ich nun nicht mehr so intensiv - wenn man über mehrere Tage/Wochen jeden Tag als Frau beginnt. Das meine ich damit als Routine. Ich möchte auf keinen Fall das Erlebnis als VZF mindern, schließlich ist es von vielen CDs ja auch ein angestrebtes Ziel. Und dein angeführtes "Einfach Frau sein und leben, ohne groß drüber nachzudenken" ist sicher genau das, was man als VZF möchte. Mir geht es ja auch so, sonst wäre ich auch kein CD.

Mich würde ja schon sehr interessieren, wie du es empfinden würdest als VZF zu leben. Wäre das eine Option für dich?

VanessaL hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 07:04
Ich finde es aber spannend das Du das FrauSein am Rasieren fest machst. Warum sollte ein Frau TransFrau nicht auch unrasiert aus dem Haus gehen dürfen?
Hallo Vanessa,
ich mache es nicht am rasieren "fest", das war nur ein Beispiel. Aber unrasiert (ich spreche von "Gesichtsbehaarung...) ist für mich persönlich ein "geht gar nicht". Wenn ich schon ein weibl. Erscheinungsbild haben möchte, dann sollte (für mich!!!) auch das Passing und somit das Gesichts Make Up stimmig/feminin sein. Wer als Frau (oder Transfrau) gerne mit Oberlippenbärtchen rumlaufen will, der kann das gerne tun - nur ich möchte das nicht. Zudem habe ich hier im Forum auf keinem Bild ein Mädel mit Bart gesehen, von daher scheint "uns" die Rasur schon wichtig zu sein.

Jennifer

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 12:17
von !EmmiMarie!
Lady Jennifer hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 11:34
Wenn ich schon ein weibl. Erscheinungsbild haben möchte, dann sollte (für mich!!!) auch das Passing und somit das Gesichts Make Up stimmig/feminin sein. Wer als Frau (oder Transfrau) gerne mit Oberlippenbärtchen rumlaufen will, der kann das gerne tun - nur ich möchte das nicht. Zudem habe ich hier im Forum auf keinem Bild ein Mädel mit Bart gesehen, von daher scheint "uns" die Rasur schon wichtig zu sein.
Hi Jennifer,

ich glaube, genau da fängt der Unterschied von Look und Gefühl an-und natürlich ist die Rasur schon wichtig.

Aber, ich bin mir fast sicher das ich Vanessa richtig verstanden hab, sonst kann sie mich ja korrigieren.
Sie WILL ganz sicher nicht mit Bärtchen rumlaufen-aber wenn du das Gestrüpp via Nadelepilation los werden
möchtest geht es gar nicht anders. Weil der Arzt oder die Kosmetikerin eine gewisse Länge des Haares braucht
um es richtig entfernen zu können.
Bei dem Rhythmus den sie beschrieben hat, geht sogar fast nur kürzen und nicht mal ganz rasieren. Das Haarwachstum
ist bei mir durch die HRT schon sehr verlangsamt, auch am Bart.

Was sie tut, zeigt mir, das Vanessa sehr viel A... in der Hose oder im Rock hat..Respekt und zwar in voller Bandbreite!
Ich gehe 1 mal die Woche zur Epi normal und deswegen weil da ein Bart ist, sind wir nicht weniger Frau.

Ick kann Vanessas Beitrag gar nicht oft genug liken-ich hab nicht so viele Daumen und das ganze Dorf hier auch nicht.

Zudem, Bilder sind Schall und Rauch-die zeigen das Aussen, auch mal das Innen-aber in den meisten Fällen doch nur
Styling und das macht es nicht nur aus!

Alles Liebe Marie (flo)

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 12:32
von Die fesche Tina
Wenn ihr euch schon uneinig seit, wie sollen Leute die mit der Materie gar nicht vertraut sind noch durchsehen+++ :o :?:

Etwas oder jemanden mit Begriffen oder Bezeichnungen zu "kennzeichnen" und per Definition so zu einer Erklärung zu kommen ist in der Regel eigentlich nicht verkehrt. Dennoch sehe ich es in eurem Fall etwas anders. Für mich spielt es schlicht keine Rolle, ob sich jemand als Teilzeitfrau oder Vollzeitfrau (ich greife mal die Begriffe auf, wenn sie hier schon im Raum stehen+++) bezeichnet/sieht/ausgibt. Fakt ist (und das ist was zählt), dass ihr doch alle das selbe Ziel anstrebt/verfolgt - feminin und weiblich durch die Welt zu laufen. Sind da Begriffe wirklich noch so wichtig?
YvonneTV hat geschrieben:
Do 10. Okt 2019, 15:06
Einfach Frau sein und leben, ohne groß drüber nachzudenken (smili) Du beschreibst das als Nachteil .... Ich glaube eine Frau sieht das nicht als Nachteil :roll:
Wir können es gar nicht anders sehen, weil wir es gar nicht anders kennen+++ :mrgreen:

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 13:59
von Vicky_Rose
Die fesche Tina hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 12:32
Sind da Begriffe wirklich noch so wichtig?
Von meiner Seite kommt da ein klares "Jein".

Hallo Tina,

ich denke, Begriffe sind wichtig, wenn man damit ohne viele Worte Inhalte beschreiben will. Bei einer "Teilzeitfrau" (auch wenn der Begriff nicht wirklich schön ist) geht es eben darum mitzuteilen, dass es auch ein Leben außerhalb der Kategorie "Frau" gibt. Wenn ich en femme lebe, ist es aber egal, ob ich auch sonst noch anders lebe oder nicht. Dann lebe ich das Frausein und möchte nicht als Teilzeitfrau gesehen werden. Wenn ich jedoch jemand mein Leben beschreiben möchte, ist der Begriff geeignet, mich in einem Grundzug zu beschreiben. Ohne Begriffe könnten wir nur sehr viel schwerer kommunizieren.

Man könnte es in etwa auch beschreiben: mein Ausdruck in Kleidung und Auftreten bezieht sich auf den aktuellen Zeitpunkt, Begriffe sind zeitunabhängiger und theoretischer.

Im übrigen finde ich Deine (Eure) Beiträge hier sehr spannend. Ich muss sie imm eine Weile wirken lassen, um zu akzeptieren, dass man auch einen ganz anderen Umgang miteinander finden kann. (yes) Mir stehen die eigenen Wertungen dabei im Weg und es hilft mir, sie zu relativieren. Aber ein paar Anmerkungen zum Beitrag "Mama, wir müssen reden" habe ich aber doch.
Die fesche Tina hat geschrieben:
Do 19. Sep 2019, 11:45
war es blos ein Fetisch den Männer gerne mal haben?
Hast Du Dir einmal überlegt, welche Fetische Frauen haben können ? Es gibt da schon einige, nicht nur Schuhe ( ;-) ), sondern auch erotische. Ich glaube nicht, dass das mehr Männer betrifft. Sie gehen anders damit um...
Die fesche Tina hat geschrieben:
Do 19. Sep 2019, 11:45
Ich musste an meinen Mann denken und wusste genau, dass er dies an seinem Sohn nie akzeptiert hätte.
Ich kann die Sichtweise schon verstehen, aber wenn Dein Sohn in und nach der Pubertät sein wahres Wesen verbergen konnte, warum dann nicht auch dein Mann ? Ich will mir damit nicht anmaßen, Deinen Mann zu kennen, aber ich hätte meinen Vater auch so eingeschätzt. Meine Überraschung war groß, als ich in seinen Sachen im Heim einen brandneuen Damen-Badeanzug gefunden habe. Meiner Mutter kann er nicht gehört haben, denn sie war damals schon dement und ging nicht mehr vor die Tür. Wie wäre unser Leben verlaufen, wenn wir geredet hätten ? Ich glaube, unter deutschen Dächern gibt es mehr Geheimnisse als wir ahnen.

An anderer Stelle schreibst Du:
Die fesche Tina hat geschrieben:
So 22. Sep 2019, 11:35
dass es ein furchtbar schwieriger Balanceakt ist, den man als Crossdresser dabei durchmacht. Was ist, wenn das Verlangen eines Outings so groß ist, aber man gleichzeitig weiß, dass es von einem Elternteil nicht akzeptiert wird? Wie soll man damit umgehen? Ich kann mir vorstellen, dass man seine Neigung (eigentlich ein furchtbarer Ausdruck in diesem Zusammenhang+++) nur bis zu einem gewissen Punkt erträgt - aber was dann??? :shock: Wohlwissend, dass die Möglichkeit besteht damit die Familie auseinanderzubringen.
Dieser Balanceakt ist Hölle und Seligkeit. Die Einsichten, die Erfahrungen, die man dabei macht, sind für mich unvergleichlich. Aber die Hölle sind die Anderen oder besser gesagt, was ich selber über die Anderen denke. Was dachte Jennifer in der Pubertät über Ihre Mutter ? Verständnis hat sie offenbar nicht erwartet. Die Selbstzweifel waren möglicherweise zu groß. Aber wie kann man als Eltern an dieser Stelle vorsorgen ? Ich denke, leider nur bedingt, da sich junge Menschen oft an Peergroups und deren Meinungen orientieren. Machen wir uns als Eltern nicht zu sehr einen Kopf darum und freuen uns daran, wenn es gelingt, dass sich Eltern und Kinder wieder annähern können. Bei mir war das nicht der Fall.

Ich glaube aber definitiv nicht, dass die besonderen Fähigkeiten eines Kindes eine Familie auseinander bringen können. Die Familie war schon vorher schon "vorgeschädigt", als dass sie das aushalten könnte. Ich weiß, dass diese Ängste beim Kind vorhanden sein können, aber es muss mMn unter allen Umständen vermieden werden, dass das Kind Schuldgefühle entwickelt. Für die Familie sind die Eltern verantwortlich und nicht die Kinder. Was die Eltern vorleben, wird bei den Kindern Niederschlag finden. Wenn der Umgang der Eltern nicht offen und vertrauensvoll ist, findet sich bei den Kindern Unsicherheit wieder. Vielleicht müssen beide Elternteile viel mehr ihr gesamtes Spektrum an Eigenschaften einbringen. Aber woher sollen die wissen, dass sie das "dürfen", wenn sie es selber nicht gelernt haben ?

Ähnlich wie Jennifer ging es mir in meinem Elternhaus auch. Meine Eltern haben nie erfahren, was mich wirklich bewegt. Und die Wirkung, Dinge mit mir selber auszumachen, hält bis heute an. So ist es für mich auch heute noch schwierig, mich ganz offen und vertrauensvoll mit meiner Frau zu unterhalten. Ich mache zwar kein Versteckspiel und sie weiß von Anfang an über mich Bescheid, aber der Gedanke, es könnte ihr unangenehm sein, darüber zu sprechen, hält mich davon ab, darüber zu reden. Erst nach und nach kann ich mich öffnen. Meine Eltern konnten und wussten es nicht besser. Ich mache Ihnen keine Vorwürfe, aber es ist für mich harte Arbeit, das zu überwinden. Aber ich fürchte, das kommt für meine Kinder, die beide erwachsen sind, zu spät.

Wir dürfen Kinder nicht vor Streit verschonen und wir müssen ihnen zeigen, dass es Lösungen gibt. Dann lernen sie, dass man sich vor Streit und unterschiedlichen Sichtweisen nicht fürchten muss und hoffentlich lernen sie auch dabei, die eigene Sichtweise Wert zu schätzen und dass andere Sichtweisen eine Bereicherung darstellen (können). Fatal ist es mMn, wenn Streitfragen zu Machtfragen werden. Das rüttelt am Bestand der Familie.

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Fr 11. Okt 2019, 14:58
von Magdalena
Hallo,

ob Teilzeitfrau, Vollzeitfrau, was macht das aus? Wenn ich als Frau gekleidet unterwegs bin, dann bin ich Frau vom Scheitel meiner Perücke bis zum Absatz meiner Pumps. Noch nicht all zulange her konnte ich es auf der Wiesn in München erleben. Und den Link dazu habe ich schon hier im Forum veröffentlicht. Bei den Aufnahmen wurden wir voll als Frauen wahrgenommen, als ich mit meiner Freundin Claudia vor der Kamera stand. Einer Mitarbeiterin vielen wir wohl wegen unserer Dirndl auf, und nicht weil wir Transgender sind. Noch jetzt, wenn ich mir die Aufnahme ansehe, spüre ich wie freundlich und nett wir behandelt wurden. Es hat mir Spass gemacht.
Wenn ihr euch schon uneinig seit, wie sollen Leute die mit der Materie gar nicht vertraut sind noch durchsehen+++
Und wollen viele sich nicht normal in der Öffentlichkeit bewegen können? Ohne sich von einander abgrenzen zu müssen. Auch wenn ich nicht weiblich gestylt bin, trage ich doch meinen weiblichen Anteil immer bei mir. Es ist mein Denken, mein handeln, mein Empfinden, welches ich nicht mit der Kleidung wechsle. Ich muss an dieser Stelle auf ein Gespräch mit meiner Kollegin zurückgreifen. Im Job bin ich im männlichen Modus unterwegs. Und eine Besucher in bat mich ihr bei der Auswahl eines Motivs für eine Tasse behilflich zu sein. Mir gefiel ein Motiv, welches die Kundin als weiblich ansah. Meine Kollegin meinte später, es passt ja zu dir. Dann mussten wir beide herzlich lachen.

Viele liebe Grüße Magdalena

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 13:27
von Die fesche Tina
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
ich denke, Begriffe sind wichtig, wenn man damit ohne viele Worte Inhalte beschreiben will.
Kurz und schmerzlos auf den Punkt gebracht+++ (yes)
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Ohne Begriffe könnten wir nur sehr viel schwerer kommunizieren.
Da gebe ich dir recht, die Kommunikation würde viel schwerer fallen, aber Begriffe können Leute auch in Schubladen stecken, obwohl ich diesen Ausdruck gar nicht soooo sehr mag. Teilzeitfrau oder Vollzeitfrau, eigentlich völlig egal (was Begriffsformen angeht), wichtig finde ich nur, dass beide Wörter ein "Frau" beinhalten! Finde ich irgendwie schöner als Crossdresser+++ (flo)
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Hast Du Dir einmal überlegt, welche Fetische Frauen haben können ? Es gibt da schon einige, nicht nur Schuhe ( ;-) ), sondern auch erotische. Ich glaube nicht, dass das mehr Männer betrifft. Sie gehen anders damit um...
Aber hallo+++ :mrgreen: Da gebe ich dir durchaus recht. Jedoch würde ich eine Vorliebe für Schuhe (als Frau) nicht einen Fetisch nennen, wobei wir uns hier schon wieder streiten könnten, wie man einen Fetisch definiert. Wenn wir beim Beispiel Schuhe bleiben, dann sind diese für mich ein Kleidungsstück um die man eine Sammelleidenschaft entwickeln kann. Wenn du es einen Fetisch nennen möchtest, dann sagte mir, ab wie viel Schuh-Paare beginnt dieser Fetisch - ab 20, 30? Was unterscheidet dies von einer Sammelleidenschaft? Einen Fetisch verbinde ich immer mit sexuellen Anleihen, was den Begriff immer so ein bißchen "verrucht" erscheinen lässt. Und im Falle Schuhe, würde ein Fetisch auf Männer besser passen, als auf Frauen.

Du führst meine Überzeugung, was Fetische im Allgemeinen betrifft, mit den Worten "Sie gehen anders damit um..." schon richtig an. Frauen sind naturgemäß bei diesem Thema zurückhaltender, Männer haben aus meiner Sicht einen anderen Bezug dazu, egal ob nun auf sexueller Ebene oder was den Reiz bestimmter materieller Dinge betrifft. Was diese Reize bei euch Männern auslöst, kann ich als Frau nur schwer einschätzen, aber verurteilen tue ich das nicht! Es gehört einfach zur Natur des Menschen, oder den Männern, Gefühle dieser Art zu entwickeln. Und gegen eine sexuelle Befriedigung spricht ja auch überhaupt nichts+++
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Die fesche Tina hat geschrieben:
So 22. Sep 2019, 11:35
dass es ein furchtbar schwieriger Balanceakt ist, den man als Crossdresser dabei durchmacht. Was ist, wenn das Verlangen eines Outings so groß ist, aber man gleichzeitig weiß, dass es von einem Elternteil nicht akzeptiert wird? Wie soll man damit umgehen? Ich kann mir vorstellen, dass man seine Neigung (eigentlich ein furchtbarer Ausdruck in diesem Zusammenhang+++) nur bis zu einem gewissen Punkt erträgt - aber was dann??? :shock: Wohlwissend, dass die Möglichkeit besteht damit die Familie auseinanderzubringen.
Was dachte Jennifer in der Pubertät über Ihre Mutter ? Verständnis hat sie offenbar nicht erwartet. Die Selbstzweifel waren möglicherweise zu groß.
Wie schon in einem anderen Beitrag hier im Thread schrieb, war Jennifer während ihrer Jugend eher schüchtern. Damals ging es ihr nicht darum Verständnis von mir zu erhoffen, sie sah einfach keinen Grund sich mir anzuvertrauen. Ging es denn den meisten von euch nicht auch so, dass ihr es erst allein und heimlich ausgelebt habt?
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Aber wie kann man als Eltern an dieser Stelle vorsorgen ? Ich denke, leider nur bedingt, da sich junge Menschen oft an Peergroups und deren Meinungen orientieren. Machen wir uns als Eltern nicht zu sehr einen Kopf darum und freuen uns daran, wenn es gelingt, dass sich Eltern und Kinder wieder annähern können. Bei mir war das nicht der Fall.
Ein Kind in heutiger Zeit groß zuziehen ist sicherlich schwieriger, als ich damals Jennifer zur Welt gebracht habe. Sicherlich trägt die Beeinflussung durch die ganze Medienwelt dazu bei, besonders Teenies mit diverser Werbung zu überfluten und somit zu einem Kaufmagneten zu machen. Ich denke, es liegt an den Eltern den richtigen Umgang zwischen Kommerz und nötigen materiellen Dingen schon von kleinauf seinem Kind beizubringen. Braucht ein 6 jähriges Kind ein Handy? Ich denke nicht! Müssen Teenies mit teurer Markenmode rumlaufen? Ich denke nicht! Hier liegt die Verantwortung schon bei den Eltern, Kids in jungen Jahren müssen auch heute noch "an die Hand" genommen werden, um sie vor Dummheiten zu schützen, das war schon immer so und wird auch immer so sein. Nur ist heute eine Respektsgrenze fast gar nicht mehr auszumachen, wenn da schon Schimpfwörter im Elternhaus von den Kiddies den Eltern um die Ohren gehauen werden, auwei+++
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Ich weiß, dass diese Ängste beim Kind vorhanden sein können, aber es muss mMn unter allen Umständen vermieden werden, dass das Kind Schuldgefühle entwickelt. Für die Familie sind die Eltern verantwortlich und nicht die Kinder. Was die Eltern vorleben, wird bei den Kindern Niederschlag finden. Wenn der Umgang der Eltern nicht offen und vertrauensvoll ist, findet sich bei den Kindern Unsicherheit wieder.
Einen offenen Umgang zwischen Eltern und Kind war mir auch immer schon wichtig, nur hat Jennifer das nie so richtig angenommen, in ihrer Jugend war sie eher verschlossen. Wenn ich etwas wissen wollte, musste ich schon richtig nachhaken. (arg) Auf jeden Fall übernehmen die (meisten) Kids das was von den Eltern vorgelebt wird. Aber ich denke nicht, dass das eine eigene Meinung oder Sichtweise beeinflusst.
Vicky_Rose hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 13:59
Wir dürfen Kinder nicht vor Streit verschonen und wir müssen ihnen zeigen, dass es Lösungen gibt.
Definitiv nicht. Aber wenn wir ehrlich sind, in welcher Familie gibt es keine Streitereien? Die bekommt jedes Kind zwangsläufig mit+++ das ist einfach die Natur einer Beziehung oder auch der Umgang mit dem Kind. Ein Streit kling ja per se immer nach etwas schlechtem, dennoch sollte man bedenken, dass daraus auch neue Ideen oder Lösungen entstehen. Leider ist nicht jedes Thema das in einem Streit endet auch leicht zu lösen, da wären wir dann beispielsweise mal wieder beim Thema Outing+++ :shock: Aber egal wem es auch betrifft, ein Streit sollte nie ausarten! Super wichtig ist, dass man besonders als Familie einen gemeinsamen Nenner findet und ZUSAMMEN eine Lösung findet.

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 19:50
von VanessaL
Magdalena hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 14:58
Hallo,

ob Teilzeitfrau, Vollzeitfrau, was macht das aus? Wenn ich als Frau gekleidet unterwegs bin, dann bin ich Frau vom Scheitel meiner Perücke bis zum Absatz meiner Pumps.
Die fesche Tina hat geschrieben:
Fr 11. Okt 2019, 12:32
Etwas oder jemanden mit Begriffen oder Bezeichnungen zu "kennzeichnen" und per Definition so zu einer Erklärung zu kommen ist in der Regel eigentlich nicht verkehrt. Dennoch sehe ich es in eurem Fall etwas anders. Für mich spielt es schlicht keine Rolle, ob sich jemand als Teilzeitfrau oder Vollzeitfrau (ich greife mal die Begriffe auf, wenn sie hier schon im Raum stehen+++) bezeichnet/sieht/ausgibt. Fakt ist (und das ist was zählt), dass ihr doch alle das selbe Ziel anstrebt/verfolgt - feminin und weiblich durch die Welt zu laufen. Sind da Begriffe wirklich noch so wichtig?
Hallo Ihr Lieben,

ich muss da mal deutlich widersprechen. Es ist ein großer Unterschied, ob ich als TeilzeitFrau in Teilzeit oder als VollzeitFrau in Vollzeit durchs Leben gehe.
Um bei Magdalena's Beispiel zu bleiben (verzeihe mir bitte): ich gehe mit meinen echten Haaren und meinen Arbeitsschuhen als Frau über meine Baustellen.
Das ist ein deutlicher Unterschied. Es gibt bei Transsexuellen Frauen keinerlei Auszeit. Es ist kein Hobby (mehr), keine Neigung, sondern es ist das reale Leben. So zu tun, als wenn beides das Gleiche wäre, wird aus meiner Sicht beiden Seiten nicht gerecht. Es sind zwei paar Schuhe. Ich habe alle Seiten durchlebt und kennengelernt und ich bin entsetzt, dass so wenig Verständnis für einandere da ist. Das hat mir die Reaktion auf meinen Beitrag mit dem Bart gezeigt. Es geht nicht darum, das etwas besser oder schlechter ist, aber so zu tun, als wenn das ein gleich dem anderen wäre, dagegen wehre ich mich vehement. Die Sorgen Nöte, Ängste, aber auch die Freiheiten sind völlig andere. Und Hand aufs Herz, da gibt es auch noch viele Übergänge. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, aber eine TS ist eben nun mal keine TV und die Entscheidungen und Lebenswege sind trotz dem Grundmuster völlig andere. Natürlich geht es darum, dass sich alle frei in der Gesellschaft bewegen können, unbestritten. Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich als TransFrau um meinen Arbeitsplatz kämpfe, oder als Crossdresser damit ringe, mit meiner männlichen Kreditkarte zu bezahlen. Mir ist bei der Diskussion zu viel Oberflächlichkeit und zu wenig Verständnis für Transsexuelle Frauen. Klar ist dies hier ein Crossdresser-Forum, aber es sind eben auch einige dabei, die den Weg vollständig gehen mussten. Ich meine nicht, dass wir uns unbedingt abgrenzen müssen, aber so zu tun, als das unsere Probleme die Gleichen wären, wie bei Teilzeitfrauen, finde ich einfach nicht korrekt.

Ich hoffe das ist jetzt nicht zu Revoluzerhaft herübergekommen und es soll auch niemanden angreifen, aber TranssexuelleFrauen sind eben keine Crossdresser oder Transvestiten (mehr).

Alles Liebe Vanessa

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: Sa 12. Okt 2019, 20:03
von Lisa-Weber
VanessaL hat geschrieben:
Sa 12. Okt 2019, 19:50
Ich hoffe das ist jetzt nicht zu Revoluzerhaft herübergekommen und es soll auch niemanden angreifen, aber TranssexuelleFrauen sind eben keine Crossdresser oder Transvestiten (mehr).

Alles Liebe Vanessa
Treffer versenkt.
Ja, da ist ein eklatanter Unterschied.
Ich kann eben nicht mal schnell für ein paar Tage - nö keine Lust mehr - sagen.
Dann wäre mein ganzer Weg eine Farce.

Lisa

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: So 13. Okt 2019, 07:15
von Magdalena
Hallo Vanessa,

ich verzeihe Dir. Aber ich kann eben nur aus meiner eigen Sicht schreiben. Und da vermischt es sich gerade sehr. Da fällt es mir schwer alles von einander abzugrenzen.
Gerade jetzt wo ich mich nicht mehr verstecken muss. Auf der Arbeit sah ich mir mit Kolleginnen noch einmal den Beitrag von der Wiesn an. Und bei den darauf folgenden
Gesprächen, war es nicht mehr wichtig was ich angezogen habe. Ich war in meiner männlichen Dienstkleidung, gut. Es war eine Befreiung für mich, offen über meine Gefühle
reden zu können. Was bin ich nun, eine Teilzeitfrau! Und was ist der Rest, etwa ein Teilzeitmann. Mann trifft es schon lange nicht mehr. Es vermischt sich. Der Mann,
oder was davon noch übrig ist, verschwindet immer mehr aus meinem Denken und Handeln. Und Kleidung ist mir zwar immer noch wichtig, welche Frau möchte nicht AUCH
schön aussehen. Und bei meinen Haaren werde ich wohl oder übel auch in Zukunft nicht um eine Perücke herumkommen.

Ich hoffe Du kannst mich verstehen.


Viele liebe Grüße Magdalena

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: So 13. Okt 2019, 10:05
von Lilith Lucretia
Hallo ihr lieben,

normalerweise halte ich mich aus Prinzip aus Grundsatz-Diskusionen (und nichts anderes haben wir hier) raus.
Nun, dieses mal drängt mich meine deeskalierende Seite dazu, trotzdem zu schreiben.

Wie bereits erwähnt dienen die hier erwähnten Begriffe lediglich dazu die Kommunikation zu erleichtern. Hierzu kann man sich natürlich auf die hier im Forum bereit gestellte Erklärung via pdf beziehen.
Das Problem darin besteht aus der Tatsache, dass diese Begriffe von Person zu Person unterschiedlich aufgefasst werden.
Eine jeder kann lediglich aus der eigenen Sichtweise heraus für sich schreiben.
Ich glaube nicht das es hier jemand darauf anlegt andere zu beleidigen oder gar zu verletzen!
Wir alle haben unser eigenes Leben, unsere eigenen Probleme, unsere eigene Sicht auf die Welt, unsere eigenen alltäglichen Situationen ob gut oder schlecht und natürlich auch unser eigenes Päckchen zu tragen.
Wann immer hier geschrieben wird ist es eine Gradwanderung, man kann nur hoffen nicht irgendwie anzuecken.

Im Grunde genommen geht es doch uns allen, egal in
welcher Spate man sich sieht, darum glücklich und zufrieden leben zu können. Zumindest dies einigt uns alle hier im Forum.
Jede/r hier trifft zum erreichen dieses Ziels seine höchstpersönlichen Entscheidungen.
Manchmal sind diese Entscheidungen klein und manchmal gibt es kein Zurück mehr.
Wichtig ist es doch, auch voll und ganz hinter diesen Entscheidungen stehen zu können, das Beste daraus zu machen und ein glückliches erfülltes Leben führen zu können!

LG
Lilith

Re: Tina, Mutter eines Crossdressers - Familiengeschichte und Hintergründe

Verfasst: So 13. Okt 2019, 12:45
von Die fesche Tina
VanessaL hat geschrieben:
Sa 12. Okt 2019, 19:50
Hallo Ihr Lieben,

ich muss da mal deutlich widersprechen. Es ist ein großer Unterschied, ob ich als TeilzeitFrau in Teilzeit oder als VollzeitFrau in Vollzeit durchs Leben gehe.
Um bei Magdalena's Beispiel zu bleiben (verzeihe mir bitte): ich gehe mit meinen echten Haaren und meinen Arbeitsschuhen als Frau über meine Baustellen.
Das ist ein deutlicher Unterschied. Es gibt bei Transsexuellen Frauen keinerlei Auszeit. Es ist kein Hobby (mehr), keine Neigung, sondern es ist das reale Leben. So zu tun, als wenn beides das Gleiche wäre, wird aus meiner Sicht beiden Seiten nicht gerecht. Es sind zwei paar Schuhe. Ich habe alle Seiten durchlebt und kennengelernt und ich bin entsetzt, dass so wenig Verständnis für einandere da ist. Das hat mir die Reaktion auf meinen Beitrag mit dem Bart gezeigt. Es geht nicht darum, das etwas besser oder schlechter ist, aber so zu tun, als wenn das ein gleich dem anderen wäre, dagegen wehre ich mich vehement. Die Sorgen Nöte, Ängste, aber auch die Freiheiten sind völlig andere. Und Hand aufs Herz, da gibt es auch noch viele Übergänge. Es gibt kein Richtig und kein Falsch, aber eine TS ist eben nun mal keine TV und die Entscheidungen und Lebenswege sind trotz dem Grundmuster völlig andere. Natürlich geht es darum, dass sich alle frei in der Gesellschaft bewegen können, unbestritten. Dennoch ist es ein Unterschied, ob ich als TransFrau um meinen Arbeitsplatz kämpfe, oder als Crossdresser damit ringe, mit meiner männlichen Kreditkarte zu bezahlen. Mir ist bei der Diskussion zu viel Oberflächlichkeit und zu wenig Verständnis für Transsexuelle Frauen. Klar ist dies hier ein Crossdresser-Forum, aber es sind eben auch einige dabei, die den Weg vollständig gehen mussten. Ich meine nicht, dass wir uns unbedingt abgrenzen müssen, aber so zu tun, als das unsere Probleme die Gleichen wären, wie bei Teilzeitfrauen, finde ich einfach nicht korrekt.

Ich hoffe das ist jetzt nicht zu Revoluzerhaft herübergekommen und es soll auch niemanden angreifen, aber TranssexuelleFrauen sind eben keine Crossdresser oder Transvestiten (mehr).

Alles Liebe Vanessa
Hallo Vanessa, schön, dass du dich so engagiert an diesem Thread beteiligst! (yes)

Allerdings möchte ich zu deinen Worten etwas schreiben, da du hier wahrscheinlich etwas durcheinander bringst. Dieser Thread dreht sich um meine "Crossdressende" Tochter (und mich/Familie). Bisher habe weder ich, noch Jennifer, einen Vergleich zu Transsexuellen gezogen+++ Und aus deinen Kommentaren entnehme ich, dass du dich dazu zählst. Und wie ich es bisher erfahren habe, gibt es unter Crossdressern die "Bezeichnung" Vollzeitfrau und Teilzeitfrau, darauf habe ich mich bezogen. Und nicht wie Transsexuelle ihr Leben als Frau gestalten. Ich kann dazu (oder darüber nichts sagen oder gar beurteilen+++) da ich und Jennifer keinen Bezug dazu haben. Es ist wirklich schön deine Sicht dazu zu lesen, aber bitte bedenke, dass du dich nicht angegriffen fühlen sollst, mir/uns geht es nur darum über das Crossdressing zu schreiben.