Transsexualität und MDK/GKV
Transsexualität und MDK/GKV - # 2

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
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heike65

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 16 im Thema

Beitrag von heike65 » Mo 10. Dez 2018, 12:31

Du kannst schadensersatzforderungen stellen, ja

voraussetzung, du siehst dich geschädigt, warum auch immer

a) gegenüber deinem Therapeuten, weil der die "Standards of care nicht eingehalten hat" und dich vor einem Jahr Begleitung an den Endo überwiesen hat

b) gegenüber deinem endo weil er ohne ausreichende Diagnostik dir Hormone verschrieben hat

da können summen fliessen die es erlauben nicht mehr arbeiten zu müssen (ich berufe mich hier auf Aussagen von 3 Therapeuten, die mir unabhängig selbiges geschildert haben)

Joe95
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 17 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 10. Dez 2018, 12:56

Anja hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 11:50
...teilen sich beide die Verantwortung. Der Psychologe verantwortet ja mit seiner Empfehlung einer HT, das diese bei dem Patienten Leidensdruck mindert. Und der Endo sorgt dafür, das die Risiken und Nebenwirkungen so gering wie möglich ausfallen...
Das meinte ich ja auch, nur das dem Endokrinologe eben eine Empfehlung nicht eindeutig genug ist.

Nachtrag:
heike65 hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 12:31
Du kannst schadensersatzforderungen stellen, ja

voraussetzung, du siehst dich geschädigt, warum auch immer

a) gegenüber deinem Therapeuten, weil der die "Standards of care nicht eingehalten hat" und dich vor einem Jahr Begleitung an den Endo überwiesen hat

b) gegenüber deinem endo weil er ohne ausreichende Diagnostik dir Hormone verschrieben hat

da können summen fliessen die es erlauben nicht mehr arbeiten zu müssen (ich berufe mich hier auf Aussagen von 3 Therapeuten, die mir unabhängig selbiges geschildert haben)
Genau darum gehts wohl.
Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.
Natürlich ist das wahr, es steht doch im Internet!

Du hast ne Frage, brauchst Rat oder Hilfe?
Ohren verleih ich nicht, aber anschreiben darfst du mich jederzeit...

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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 18 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 10. Dez 2018, 13:07

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 12:56
Das meinte ich ja auch, nur das dem Endokrinologe eben eine Empfehlung nicht eindeutig genug ist.
Naja, ich hatte nur dieses eine Blatt. Da stand natürlich noch mehr drauf. Die Empfehlung zur gegengeschlechtlichen Hormontherapie war nur die Betreffzeile.
Ein (erklärender) Text folgte dann noch.
Meiner Endo reichte dieses Schreiben jedenfalls aus. Vielleicht sind die Vorgehensweisen nicht einheitlich geregelt und die Ärzte haben Spielraum. Mein Hausarzt konnte mir ja auch bereits ohne dieses Blatt Hormone verschreiben.
Da hängt es dann wohl von der Nase des Patienten bzw. vom Endo ab, inwieweit dieser sich absichern will. Ich habe auch schon hier gelesen, das man eine HT auch ganz ohne Indikationsschreiben bekommen kann, wenn man den "richtigen" Arzt findet :wink:
Mir wurde ein Endo empfohlen, an den ich mich zuerst wandte. Der bestand allerdings darauf, das ich die HT 6 Wochen vor meinem ersten Termin bei ihm aussetzen sollte, damit er quasi meine Ausganswerte hat. Davon ließ er sich auch nicht abbringen. So nahm ich schon den ersten Termin bei dem nicht wahr, weil ich keine Lust hatte, die Hormone abzusetzen. Außerdem, würde mein ganzer Kreislauf durcheinander geraten. Ob da am Ende die Werte vor der HT herausgekommen wären, wage ich zu bezweifeln.

Meine derzeitige Endo wunderte sich über das Vorgehen ihres "Kollegen". Bei ihr musste ich nicht einen Tag die HT unterbrechen. Bei ihr fühle ich mich jedenfalls sehr wohl.
Wieder mal Glück gehabt 🍀

Grüße
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 19 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 10. Dez 2018, 13:23

Anja hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 13:07
Mein Hausarzt konnte mir ja auch bereits ohne dieses Blatt Hormone verschreiben.
Meines wissens kann dir jeder zugelassene Allgemeinmediziner Hormone verschreiben.
Nur, wenn du es dir irgendwann anders überlegst und behauptest du hättest das nicht gewollt und nicht verstanden wie sich das auswirkt, hat er ein Problem.
Ist eben wie bei jedem Medikament.
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 20 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 10. Dez 2018, 13:31

Moinsen (moin)
Joe95 hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 13:23
Nur, wenn du es dir irgendwann anders überlegst und behauptest du hättest das nicht gewollt und nicht verstanden wie sich das auswirkt, hat er ein Problem.
Ist eben wie bei jedem Medikament.
Das kann ich nicht glauben. Das würde ja bedeuten, das ich als erwachsener Mensch nicht verantwortlich bin für das, was ich mir "einwerfe"?
Dann könnte ja ein Alkoholiker auch locker eine Brauerei verklagen...
Ich glaube, wenn so ein Fall einträte, läge die Beweislast bei mir und ich müsste dem Arzt ein verschulden oder eine Nachlässigkeit nachweisen. Und das wäre wohl nicht so einfach.
Jedes Medikament hat außerdem Packungsbeilagen, wo genau drinsteht, welche Wirkungen es hat und welche Nebenwirkungen.

Grüße
die Anja
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 21 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 10. Dez 2018, 13:48

Anja hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 13:31
Das kann ich nicht glauben.
Ist eigentlich auch nicht zu glauben, aber es gibt ja Menschen, die nach ihrer Transition merken das es wohl doch nicht das richtige ist.
Die möchten dann gerne alles rückgängig machen.
Wie Heike schon sagte, wenn dann ein Arzt ohne ausreichende Diagnose Hormone verschrieben hat kann das teuer werden.

Übrigens:
Der Grund warum du den, der dir das Bier verkauft hat, nicht verklagen kannst ist das es rezeptfrei ist und du über 18 bist.
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 22 im Thema

Beitrag von Jasmin_35 » Mo 10. Dez 2018, 13:56

wir sollten uns hier nicht im hätte, wäre, wenn verzetteln. ich geh erstmal davon aus, das jeder für sich selber verantwortlich ist.

Wenn ein arzt oder therapeut zu der begründeten meinung kommt, das eine hormontherapie sinn macht, wird der sie auch empfehlen, was jemand daraus macht muss jeder selber wissen.

ich denke, wir sollten zum eigentlichen thema zurückkehren, sonst sind wir gleich vom hunderste ins tausenste gekommen
Liebe Grüße Jasmin

P.S.: Ja, die Haare sind echt :D (weil ich inzwischen dauernd überall gefragt werde ;))

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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 23 im Thema

Beitrag von Anja » Mo 10. Dez 2018, 14:10

Moinsen (moin)

und ich dachte immer, man ist als Erwachsener selbst für sein Handeln verantwortlich 🤔
Aber wenn ich den Arzt (Hausarzt, Psychologen, Endokrinologen) davon überzeuge, das ein Hormontherapie das Richtige für mich ist, kann ich doch später nicht mit dem Finger auf den zeigen. Ich meine, kein Arzt zwingt mich ja eine HT zu machen. Es war eher andersrum. Ich habe den Moment, das erste Mal Hormone zu nehmen, herbeigesehnt. Und damit bin ich sicher nicht alleine.
Das wird sich mit Sicherheit zumindest auch mein Hausarzt und meine Psychologin notiert haben. Meine Endo bekam es ja schwarz auf weiss von meiner Psychologin.
Ich glaube nach wie vor nicht, das man den Arzt so einfach belangen kann, nur weil es rezeptpflichtig ist. Wissen tue ich es nicht.
Und ich hoffe, ich muss es niemals herausfinden :wink:

Ich bin nun fast 3 Jahre in HT und am Freitag wies mich meine Friseurin auf (neue) kurze Haare in den Geheimratsecken hin. (ap)
Sind durch das Färben erst richtig sichtbar geworden, deswegen fielen sie mir vorher nicht so auf.
Ich sag ja, Zaubermedizin! (he)

Grüße
die Anja
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heike65

Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 24 im Thema

Beitrag von heike65 » Mo 10. Dez 2018, 14:19

Anja hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 14:10
Moinsen (moin)

und ich dachte immer, man ist als Erwachsener selbst für sein Handeln verantwortlich 🤔
Aber wenn ich den Arzt (Hausarzt, Psychologen, Endokrinologen) davon überzeuge, das ein Hormontherapie das Richtige für mich ist, kann ich doch später nicht mit dem Finger auf den zeigen. Ich meine, kein Arzt zwingt mich ja eine HT zu machen. Es war eher andersrum. Ich habe den Moment, das erste Mal Hormone zu nehmen, herbeigesehnt. Und damit bin ich sicher nicht alleine.
Das wird sich mit Sicherheit zumindest auch mein Hausarzt und meine Psychologin notiert haben. Meine Endo bekam es ja schwarz auf weiss von meiner Psychologin.
Ich glaube nach wie vor nicht, das man den Arzt so einfach belangen kann, nur weil es rezeptpflichtig ist. Wissen tue ich es nicht.
Und ich hoffe, ich muss es niemals herausfinden :wink:

Ich bin nun fast 3 Jahre in HT und am Freitag wies mich meine Friseurin auf (neue) kurze Haare in den Geheimratsecken hin. (ap)
Sind durch das Färben erst richtig sichtbar geworden, deswegen fielen sie mir vorher nicht so auf.
Ich sag ja, Zaubermedizin! (he)

Grüße
die Anja
Das sollte man so sehen, ist aber gerichtlich nicht so

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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 25 im Thema

Beitrag von Joe95 » Mo 10. Dez 2018, 14:29

Anja hat geschrieben:
Mo 10. Dez 2018, 14:10
und ich dachte immer, man ist als Erwachsener selbst für sein Handeln verantwortlich 🤔
Die meisten Menschen schon.
Aber leider gibts auch Ausnahmen.
Aber wenn ich den Arzt (Hausarzt, Psychologen, Endokrinologen) davon überzeuge, das ein Hormontherapie das Richtige für mich ist, kann ich doch später nicht mit dem Finger auf den zeigen.
Du vielleicht nicht. Ich auch nicht. Wahrscheinlich keiner hier.
Aber es gibt Menschen, die können das ohne mit der Wimper zu zucken.
Ich meine, kein Arzt zwingt mich ja eine HT zu machen. Es war eher andersrum. Ich habe den Moment, das erste Mal Hormone zu nehmen, herbeigesehnt. Und damit bin ich sicher nicht alleine.
Bist du nicht.
Ich weiß, es gibt Menschen, die versuchen eine Transition rückgängig zu machen. Ich hab keine Ahnung was in denen vor sich geht, aber ich glaube sie sind sehr verzweifelt.
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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 26 im Thema

Beitrag von heike65 » Mo 10. Dez 2018, 14:31

Danke Joe95

besser kann man das nicht formulieren

Heike

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Re: Transsexualität und MDK/GKV

Post 27 im Thema

Beitrag von Franka » Di 11. Dez 2018, 20:52

Hallo Mina,

ich hatte die Diagnose F64.0 nach der 3. Stunde bei der Therapeutin und habe damit meine Hormone direkt von meinem Hausarzt bekommen.
Beim Endo war ich noch nie. Ist aber auch eine besondere Situation, da mein Hausarzt auch unser Laborarzt ist (ich arbeite im medizinischen Labor) und wir quasi Kollegen sind.
Er sieht mich also seit Jahren jeden Tag und hat meine Entwicklung schon lange vor der Therapie mitbekommen.
Im Labor überwachen wir dann auch die Blutwerte regelmäßig.
Der Kampf mit der Kasse und dem MDK wegen der Laserepi hat sich dagegen 1,5 Jahre hingezogen. Am Ende war die Epi ja EBM-Leistung und die Kasse konnte wohl nicht anders, sonst würde ich vielleicht immer noch auf die Epi warten.
Freue mich schon auf das, was dann bei der GAOP mit der Kasse wieder auf mich zukommt.
Wir bekommen mit unserer Geburt das Leben geschenkt, doch viele von uns haben noch nicht einmal das Geschenkpapier abgemacht.

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