Anders als gedacht
Anders als gedacht

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
Aria
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 507
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Membersuche/Plz: Rhein-Main
Hat sich bedankt: 129 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal
Gender:

Anders als gedacht

Post 1 im Thema

Beitrag von Aria » Di 29. Mai 2018, 22:05

Die Würfel sind gefallen, ihr habt euch zur Transition entschlossen, bzw. könnt sie nach langen Jahren voller Selbstzweifel oder gesellschaftlichen Zwängen endlich beginnen.
Viel habt ihr euch im Kopf immer wieder zurecht gelegt, Erwartungen gehegt und Träume gehabt. Wie wird es sein, wenn es soweit ist? Kommt es alles so, wie ich es für mich
wünsche oder doch ganz anders. Welche Hoffnungen hege ich an mein neues Leben oder mache ich im Prinzip so weiter wie gehabt, nur in einem anderen Geschlecht?
Oft kommt es im Leben doch ganz anders als man es sich denkt. Und bei einem der Art grossen Lebenswandel sind bestimmt viele Unwägbarkeiten dabei, die man so nicht
erwartet hätte, bzw. nie daran gedacht hat. Das können positive wie negative Erfahrungen sein. Auf jeden Fall interessant zu lesen, was bei euch so anders gekommen ist als gedacht!
Also, was hat euch bei der Transition am meisten überrascht, bzw. habt ihr euch nach damaligen Stand (Pre-Trans) ganz anders vorgestellt und ist am Ende doch ganz anders gekommen?

Bei mir waren es einige Dinge, die ich so nicht erwartet hätte. Aber am meisten hat mich meine Zuneigung zum männlichen Geschlecht überrascht. Vor der Transition habe ich immer gesagt,
sollte ich mal Frau werden, bin ich auf jeden Fall lesbisch. Das kann ich hier und jetzt unterschreiben! Ja genau, zum Glück habe ich das nie gemacht! Denn mittlerweile bin ich dem nun gar
nicht mehr so abgeneigt. D.h. ich kann es mir mehr und mehr vorstellen, je länger ich mich in der Transition befinde. Am Anfang habe ich es wirklich nur für einen Spleen gehalten, aber nach
und nach kommen immer mehr Phantasien dazu und der Reiz steigt. Vorerst möchte ich damit aber nix überstürzen und mich erstmal auf mich und die Transition konzentrieren. Dennoch lässt
mich der Gedanke nicht los. Diese Veränderung hat mich, bis jetzt, am meisten beeindruckt und war für mich zeitweise auch etwas schwer damit zurecht zu kommen. Schließlich bin ich nicht schwul.
Ich habe mir dann aber gedacht, dass es womöglich damit zusammen hängt, dass die Hetero-Frau in mir nun immer mehr zum Vorschein kommt und ihrem natürlichen Instinkt folgt. Der Hetero-Mann
indes immer mehr begraben wird. Schon verrückt, das Ganze und mit dem normalen Menschenverstand manchmal nur schwer zu erklären. Aber das muss man auch nicht immer! Wichtig ist, was die
Gefühle, das Herz sagt, oder? :)
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Samira-St
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 144
Registriert: Di 17. Okt 2017, 18:26
Geschlecht: Mann
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Essen
Membersuche/Plz: 45143
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 2 im Thema

Beitrag von Samira-St » Mi 30. Mai 2018, 12:59

Aria hat geschrieben:
Di 29. Mai 2018, 22:05
Schon verrückt, das Ganze und mit dem normalen Menschenverstand manchmal nur schwer zu erklären. Aber das muss man auch nicht immer! Wichtig ist, was die
Gefühle, das Herz sagt, oder? :)
Ja das ist schon verrückt was man im laufe alles an sich enteckt und kennen lernt und noch werde. Ich fülle mich Pudel wohl auf meinem neuen Weg und habe diesen Schritt nie bedauert.

LG Samira

ExuserIn-2018-11-18
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 71
Registriert: Di 18. Jul 2017, 21:18
Pronomen:
Wohnort (Name): Kaiserslautern
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 123 Mal
Danksagung erhalten: 21 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 3 im Thema

Beitrag von ExuserIn-2018-11-18 » Mi 30. Mai 2018, 13:17

Hallo Aria,

das kommt mir bekannt vor. Wobei es bei mir so ist, dass ich mich zwischen den beiden Welten Mannsein und Frausein bewege. Eine Transition kommt daher nicht infrage. Wenn nun allerdings die Frau in mir gerade die Oberhand hat, dann muss ich auch Frauenkleidung anziehen, alles andere würde für mich nicht zusammenpassen. Und wenn gerade meine weibliche Seite die Oberhand hat, dann kommen bei mir auch die Gedanken hoch, wie es wohl gewesen wäre mit einem Mann. Und finde dann Männer auch ausnahmsweise anziehend ... Wenn der Mann in mir die Oberhand hat, kann ich diese Gedanken ganz und gar nicht mehr nachvollziehen, denn ich bin ja schließlich nicht schwul ... Ich denke also ziemlich wie du, wenn ich mich als Frau fühle. Über eine Transition habe ich natürlich nachgedacht, aber dafür ist es bei mir noch nicht eindeutig genug, wo die Reise hingeht. Aber sollte es irgendwann so kommen, so denke ich mit Stand heute, dass ich dann auch lesbisch wäre. Näturlich mit meiner lieben Gefährtin. ))):s

Liebe Grüße
Miriam
Ich liebe Feinstrumpfhosen und Pumps!

Samira-St
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 144
Registriert: Di 17. Okt 2017, 18:26
Geschlecht: Mann
Pronomen: Sie
Wohnort (Name): Essen
Membersuche/Plz: 45143
Hat sich bedankt: 49 Mal
Danksagung erhalten: 45 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 4 im Thema

Beitrag von Samira-St » Mi 30. Mai 2018, 13:23

Miriam_KL hat geschrieben:
Mi 30. Mai 2018, 13:17
Hallo Aria,

das kommt mir bekannt vor. Wobei es bei mir so ist, dass ich mich zwischen den beiden Welten Mannsein und Frausein bewege. Eine Transition kommt daher nicht infrage. Wenn nun allerdings die Frau in mir gerade die Oberhand hat, dann muss ich auch Frauenkleidung anziehen, alles andere würde für mich nicht zusammenpassen. Und wenn gerade meine weibliche Seite die Oberhand hat, dann kommen bei mir auch die Gedanken hoch, wie es wohl gewesen wäre mit einem Mann. Und finde dann Männer auch ausnahmsweise anziehend ... Wenn der Mann in mir die Oberhand hat, kann ich diese Gedanken ganz und gar nicht mehr nachvollziehen, denn ich bin ja schließlich nicht schwul ... Ich denke also ziemlich wie du, wenn ich mich als Frau fühle. Über eine Transition habe ich natürlich nachgedacht, aber dafür ist es bei mir noch nicht eindeutig genug, wo die Reise hingeht. Aber sollte es irgendwann so kommen, so denke ich mit Stand heute, dass ich dann auch lesbisch wäre. Näturlich mit meiner lieben Gefährtin. ))):s

Liebe Grüße
Miriam
schmunzel etwas (na)

ChristinaF
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1473
Registriert: So 26. Feb 2012, 09:06
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Bayern
Membersuche/Plz: 84xxx
Hat sich bedankt: 538 Mal
Danksagung erhalten: 396 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 5 im Thema

Beitrag von ChristinaF » Mi 30. Mai 2018, 15:42

Aria hat geschrieben:
Di 29. Mai 2018, 22:05

Also, was hat euch bei der Transition am meisten überrascht, bzw. habt ihr euch nach damaligen Stand (Pre-Trans) ganz anders vorgestellt und ist am Ende doch ganz anders gekommen?

Bei mir waren es einige Dinge, die ich so nicht erwartet hätte. Aber am meisten hat mich meine Zuneigung zum männlichen Geschlecht überrascht. Vor der Transition habe ich immer gesagt,
sollte ich mal Frau werden, bin ich auf jeden Fall lesbisch. Das kann ich hier und jetzt unterschreiben! Ja genau, zum Glück habe ich das nie gemacht! Denn mittlerweile bin ich dem nun gar
nicht mehr so abgeneigt. D.h. ich kann es mir mehr und mehr vorstellen, je länger ich mich in der Transition befinde. Am Anfang habe ich es wirklich nur für einen Spleen gehalten, aber nach
und nach kommen immer mehr Phantasien dazu und der Reiz steigt.
Liebe Aria,
so ähnlich läufts bei mir auch. Und das ist für mich genauso frappierend, da ich es nie und nimmer für möglich gehalten hätte, mich auf Männer einzulassen. Aber die Phantasien werden immer mehr und gehen fast schon über, als obs für mich das Alltägliche ist. Ich bin sehr neugierig darauf, wie es bei mir weiterläuft und was sich noch alles offenbaren wird.
LG
Christina

Lady Jennifer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 731
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Transe, ähm Frau...
Wohnort (Name): Plauen
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 282 Mal
Danksagung erhalten: 502 Mal
Kontaktdaten:

Re: Anders als gedacht

Post 6 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Mi 30. Mai 2018, 16:22

Hallo Aria,
Aria hat geschrieben:
Di 29. Mai 2018, 22:05
Aber am meisten hat mich meine Zuneigung zum männlichen Geschlecht überrascht. Vor der Transition habe ich immer gesagt,
sollte ich mal Frau werden, bin ich auf jeden Fall lesbisch. Das kann ich hier und jetzt unterschreiben! Ja genau, zum Glück habe ich das nie gemacht! Denn mittlerweile bin ich dem nun gar
nicht mehr so abgeneigt. D.h. ich kann es mir mehr und mehr vorstellen, je länger ich mich in der Transition befinde. Am Anfang habe ich es wirklich nur für einen Spleen gehalten, aber nach
und nach kommen immer mehr Phantasien dazu und der Reiz steigt. Vorerst möchte ich damit aber nix überstürzen und mich erstmal auf mich und die Transition konzentrieren. Dennoch lässt
mich der Gedanke nicht los. Diese Veränderung hat mich, bis jetzt, am meisten beeindruckt und war für mich zeitweise auch etwas schwer damit zurecht zu kommen. Schließlich bin ich nicht schwul.
Ich habe mir dann aber gedacht, dass es womöglich damit zusammen hängt, dass die Hetero-Frau in mir nun immer mehr zum Vorschein kommt und ihrem natürlichen Instinkt folgt. Der Hetero-Mann
indes immer mehr begraben wird. Schon verrückt, das Ganze und mit dem normalen Menschenverstand manchmal nur schwer zu erklären. Aber das muss man auch nicht immer! Wichtig ist, was die
Gefühle, das Herz sagt, oder? :)
Vor meiner CD-Zeit war ich immer irgendwie schon auf "Bi" eingestellt und seit ich eine Transe bin und mich dementsprechend weiblich fühle, wurde meine "Zuneigung zum männlichen Geschlecht" deutlich verstärkt. Ich sehe mich selbst ja als Frau und habe diesbezüglich liebend gern einem Mann an meiner Seite - mit ein paar Einschränkungen verbunden. Z.B. mag ich keine festen Beziehungen. Ich brauche meinen Freiraum und da gehört für mich auch dazu, daß ich meinen Partner mal 2 oder 3 Tage gar nicht sehe. Viel schöner ist dann das Wiedersehen, man hat sich einfach mehr zu erzählen. Ich bin aber ehrlich und gebe zu, daß ich auch aus sexuellen Gründen lieber einen Mann zum Partner habe.

Eine feste Freundin kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Ich habe lieber eine beste Freundin mit der ich Shoppen gehen kann, mir weibliche Ratschläge hole oder auch mal über Dinge sprechen kann, mit dem ich das sonst nicht kann - egal ob intime oder das Tagesgeschehen. Zum Glück habe ich solch eine Freundin...

Du bist also mit deinen Gedanken nicht allein, denn ich kann dies sehr gut nachvollziehen. Die Frage ist nur, ob dir auch der sexuelle Part mit einem männl. Partner so wichtig ist wie mir oder für dich in einer Beziehung keine Rolle spielt.

Jennifer

Aria
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 507
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Membersuche/Plz: Rhein-Main
Hat sich bedankt: 129 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 7 im Thema

Beitrag von Aria » Mi 30. Mai 2018, 20:58

Samira-St hat geschrieben:
Mi 30. Mai 2018, 12:59
Ja das ist schon verrückt was man im laufe alles an sich enteckt und kennen lernt und noch werde. Ich fülle mich Pudel wohl auf meinem neuen Weg und habe diesen Schritt nie bedauert.
Nein, bedauert nie! Trotzdem macht man sich zu Beginn schon viele Gedanken. Die sind aber mit der Zeit verschwunden und eine andere Grundstimmung hat sich nach und nach eingestellt.
Sicher gab es auch mal Rückschläge und die Psyche hat eine Wolke vor die Sonne geschoben. Aber das war dann doch mehr der HRT geschudlet, denke ich
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Aria
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 507
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Membersuche/Plz: Rhein-Main
Hat sich bedankt: 129 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 8 im Thema

Beitrag von Aria » Mi 30. Mai 2018, 21:10

Miriam_KL hat geschrieben:
Mi 30. Mai 2018, 13:17
Und wenn gerade meine weibliche Seite die Oberhand hat, dann kommen bei mir auch die Gedanken hoch, wie es wohl gewesen wäre mit einem Mann. Und finde dann Männer auch ausnahmsweise anziehend ... Wenn der Mann in mir die Oberhand hat, kann ich diese Gedanken ganz und gar nicht mehr nachvollziehen, denn ich bin ja schließlich nicht schwul ... Ich denke also ziemlich wie du, wenn ich mich als Frau fühle.
Zu CD-Zeiten war das bei mir nie so! Damals habe ich gar keinen Gedanken daran verschwendet, wie es mit einem Mann wäre. Im Gegenteil, ich habe mich eher in die Rolle einer lesbischen Frau hinein
versetzt gefühlt. Das konnte ich zum Glück dann auch mit meiner damaligen Partnerin ein wenig ausleben. Und es hat definitiv Spass gemacht. Das wäre heute nicht mehr wirklich der Fall, denke ich.
Keine Ahnung, ob ich es irgendwann mal ausprobieren werde...aber wenn die Gedanken dazu schon nicht da sind, soll es wohl auch nicht mehr sein...
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Aria
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 507
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Membersuche/Plz: Rhein-Main
Hat sich bedankt: 129 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 9 im Thema

Beitrag von Aria » Mi 30. Mai 2018, 21:30

Lady Jennifer hat geschrieben:
Mi 30. Mai 2018, 16:22
Die Frage ist nur, ob dir auch der sexuelle Part mit einem männl. Partner so wichtig ist wie mir oder für dich in einer Beziehung keine Rolle spielt.
Es ist nicht nur der, es ist irgendwie alles zusammen! Ich kann das gar nicht so genau beschreiben. Es ist, als ob ich meine, über Jahrzehnte anerzogene und gelebte Rolle als Mann mehr und mehr verliere und die der Frau den leeren Platz einnimmt. Das ist aber nicht so einfach, weil die sozialen Einflüsse einfach fehlen, wie man sie eben nun mal hat, wenn man Kind ist und zum Erwachsenen heran reift.
Man kommt sich ein Stück weit verloren vor. Zudem kommt noch hinzu, dass man mit Ende 30 auch nicht mehr so beeinflussbar ist, wie in jungen Jahren. Ist halt alles schon richtig angedacht von Natur aus. Eine Pubertät in dem alter ist halt nicht das, was vorgesehen ist. Deswegen ist sie für mich irgendwie noch verwirrender als die 1.
Aber zurück zur Frage. Ich denke schon, dass es für mich wichtig sein wird. Wenn das alles so weiter geht, wie bisher, habe ich daran keinen Zweifel. Im Moment möchte ich aber gar keine Beziehung. Das hätte keinen Sinn, denn ich müsste meine Aufmerksamkeit teilen und das kann ich nicht. Das hätte mein Partner nicht verdient!
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Lady Jennifer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 731
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Transe, ähm Frau...
Wohnort (Name): Plauen
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 282 Mal
Danksagung erhalten: 502 Mal
Kontaktdaten:

Re: Anders als gedacht

Post 10 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Do 31. Mai 2018, 12:19

Aria hat geschrieben:
Mi 30. Mai 2018, 21:30
Zudem kommt noch hinzu, dass man mit Ende 30 auch nicht mehr so beeinflussbar ist, wie in jungen Jahren.
Findest du? Ich denke auch in diesem Alter ist man bestimmten "Reizen" immer noch ausgesetzt - ich spreche aus Erfahrung, da ich 41 bin. Eine gewisse "Entdeckungsreise" geht bei mir immer weiter und ich finde das auch spannend, wenn man plötzlich an etwas Interesse zeigt, daß einem im "Mannmodus" vielleicht nie interessiert hätte.

Jennifer

Simone 65
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1929
Registriert: Mi 9. Mär 2016, 09:05
Geschlecht: Ich bin ein Mensch
Pronomen: Frau?
Wohnort (Name): Reichenbach an der Fils
Membersuche/Plz: 73262 Reichenbach an der Fils
Hat sich bedankt: 1530 Mal
Danksagung erhalten: 1771 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 11 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Do 31. Mai 2018, 15:45

Jennifer ich gebe Dir sooooo recht .
Seit ich als Simone lebe , habe ich so viel Neues entdeckt . Erst letzten Donnerstag war ich auf einer Vernissage , oder letztes Jahr in einem Ballett . Ich könnte weiter so schreiben . All das habe ich in meinem alten Leben nicht gemacht. Wenn mich jemand fragt , bist dabei , fast immer .
Nun , ich wurde früher auch nicht gefragt.
LG Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

Aria
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 507
Registriert: Do 14. Jun 2012, 20:56
Geschlecht: weiblich
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Frankfurt am Meer
Membersuche/Plz: Rhein-Main
Hat sich bedankt: 129 Mal
Danksagung erhalten: 300 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 12 im Thema

Beitrag von Aria » Do 31. Mai 2018, 18:20

Lady Jennifer hat geschrieben:
Do 31. Mai 2018, 12:19
Findest du? Ich denke auch in diesem Alter ist man bestimmten "Reizen" immer noch ausgesetzt - ich spreche aus Erfahrung, da ich 41 bin. Eine gewisse "Entdeckungsreise" geht bei mir immer weiter und ich finde das auch spannend, wenn man plötzlich an etwas Interesse zeigt, daß einem im "Mannmodus" vielleicht nie interessiert hätte.
Oh, ich denke, da reden wir einander vorbei!

Ich meine damit, dass es eben einfacher ist, wenn man gleich im richtigen Geschlecht geboren wurde und von klein auf alles lernt, was zur jeweiligen Rolle gehört.
Ganz einfach, weil alles seine Zeit brauch. Ebenso wie die richtigen Zeitpunkte, wann was im Leben geschieht.
Kleines Beispiel: Mädchen lernen ab einem bestimmten Zeitpunkt, wie sie auf Jungs wirken. Gucken es sich von älteren Freundinnen ab, imitieren vielleicht ihre Mutter usw.
Das erlernte setzen sie dann in die Tat um. Machen dabei aber auch noch Fehler, die sie beim nächsten Mal korrigiert haben. Das fängt ganz früh an und hört vielleicht niemals auf ;)
Wenn man mit Ende 30 damit erst anfängt, tut man sich ungemein schwerer als mit 12, 13 oder 14. Ich komme mir manchmal wie ein Depp vor, wenn ich mit Männern zu tun habe, die
offensichtlich Interesse haben. Da könnte ich glatt im Boden versinken :roll:

Dass das ganze Leben aus einem Wandel besteht und man durch neue Reize neue Interessen geweckt werden, ist doch selbstverständlich. Das finde ich auch gut so. Das treibt einen an
und bringt einen immer irgendwie weiter. Da bin ich ganz bei dir!
Musst du nicht verstehen, ist halt einfach so!

Simone 65
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1929
Registriert: Mi 9. Mär 2016, 09:05
Geschlecht: Ich bin ein Mensch
Pronomen: Frau?
Wohnort (Name): Reichenbach an der Fils
Membersuche/Plz: 73262 Reichenbach an der Fils
Hat sich bedankt: 1530 Mal
Danksagung erhalten: 1771 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 13 im Thema

Beitrag von Simone 65 » Do 31. Mai 2018, 19:20

Aria . Ich habe ein Verdacht , was du meinst . Ich war und bin mir sicher , ich stehe auf Frauen . Aber als ich im Dezember in einer Tanzbar mit einem Mann getanzt habe , so richtig im Arm . Ich konnte kurz meinen Kopf anlehnen . Das war schön . Ich habe Es genossen . Ich konnte mir niemals vorstellen , das so etwas passiert und doch .
Aber als ich letzte Woche von einer Frau ganz lange gestreichelt wurde , am Arm und im Gesicht. Das war auch unglaublich. Ich weiss nicht wo ich stehe .
LG Jungfrau Simone.
Ich weiss ,ich bin ein Mensch und nur Das zählt.
Ich bin nur ein kleines Licht , aber ich leuchte .
Alle Menschen sollen mich sehen .

Lorelai74
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 464
Registriert: So 7. Jan 2018, 21:14
Geschlecht: Abgeschafft
Pronomen:
Wohnort (Name): Stuttgart-Pforzheim-Sifi
Membersuche/Plz: z.Zt. ------
Hat sich bedankt: 558 Mal
Danksagung erhalten: 295 Mal
Gender:

Re: Anders als gedacht

Post 14 im Thema

Beitrag von Lorelai74 » Do 31. Mai 2018, 20:15

Hallo Simone,

Wo du stehst?? Oder in welche Schublade du dich steckst??
Da wo es dir gutgeht, das stehst du richtig.
Und lass dich nicht in Schubladen stecken.
Die passen eh nie ..

Wenn sich etwas gut anfühlt...
Dann kann es nicht falsch sein!
( Geisterfahren, Falschparken und Rechtschreibfehler ausgenommen ;) )


VLG
Lorelai
Viele liebe Grüße
Lorelai

Wenn alles gegen dich zu laufen scheint, erinnere dich daran, dass ein Flugzeug gegen den Wind abhebt, nicht mit ihm.
H. Ford

Lady Jennifer
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 731
Registriert: So 26. Sep 2010, 15:55
Geschlecht: Männlich
Pronomen: Transe, ähm Frau...
Wohnort (Name): Plauen
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 282 Mal
Danksagung erhalten: 502 Mal
Kontaktdaten:

Re: Anders als gedacht

Post 15 im Thema

Beitrag von Lady Jennifer » Fr 1. Jun 2018, 11:59

Ich finde, daß das Alter nicht die große Rolle spielt, sondern welchen Umgang man mit dem Thema hat - ich gebe dir mal ein Bsp von mir:
Meine ersten Erfahrungen mit femininen Gefühlen hatte ich in meiner Pubertät - hinzu kam das erste leichte Ausprobieren, was mit Damenmode "so geht". Zur damaligen Zeit hatte ich keine Ahnung warum ich diese Gefühle (als Junge) hatte und konnte ja auch mit niemanden darüber sprechen. Warum? Weil ich mich dabei so unsicher fühlte und Angst vor totaler Ablehnung hatte. Zudem fehlte damals noch das Internet, wo man sich hätte kurz mal informieren können. Was damals für mich blieb, war es heimlich zu machen und immer mit der Frage im Hinterkopf: "geht es nur mir so...?"

Heute ist das kein Problem mehr - egal ob man mit 13 oder 65 mit dem Crossdressing beginnt. Das Internet hilft dir weiter, sei es in einem Forum oder per Googlesuche. Man kann sich mit anderen Austauschen was eine enorme Hilfe für jeden Anfänger ist.
Aria hat geschrieben:
Do 31. Mai 2018, 18:20
Ich meine damit, dass es eben einfacher ist, wenn man gleich im richtigen Geschlecht geboren wurde und von klein auf alles lernt, was zur jeweiligen Rolle gehört.
Deine Aussage ist sicherlich richtig, aber auch als Transe kann man alles lernen. Und ich finde, daß wir als Männer diese femininen Erfahrungen machen können, ist viel spannender, als wenn es uns schon angeboren wäre. Wir "wachsen" ja quasi in ein anderes Geschlecht hinein und bringen unsere Ansichten und Erfahrungen aus Sicht eines Mannes mit, was ja auch nicht schlecht sein muß. Und das es dabei auch mal Rückschläge gibt gehört genauso dazu, wie jede schöne Erfahrung die man bisher als CD gemacht hat.
Aria hat geschrieben:
Do 31. Mai 2018, 18:20
Ich komme mir manchmal wie ein Depp vor, wenn ich mit Männern zu tun habe, die offensichtlich Interesse haben. Da könnte ich glatt im Boden versinken
Mir geht es dabei anders. Aus meinen Erfahrungen heraus weiß ich, daß, wenn ich in Kontakt mit Männern komme, diese deutlich distanzierter auf mich zu gehen, als wenn ich mit Frauen zu tun habe. Das verunsichert mich im Umgang mit Männern total...;-( Anders ist es aber, wenn ein Mann "offensichtliches Interesse" an mir zeigt, dann sprühe ich vor Selbstvertrauen und finde es einfach nur schön, daß ein Mann Interesse an mir zeigt.
Simone 65 hat geschrieben:
Do 31. Mai 2018, 19:20
Aria . Ich habe ein Verdacht , was du meinst . Ich war und bin mir sicher , ich stehe auf Frauen . Aber als ich im Dezember in einer Tanzbar mit einem Mann getanzt habe , so richtig im Arm . Ich konnte kurz meinen Kopf anlehnen . Das war schön . Ich habe Es genossen . Ich konnte mir niemals vorstellen , das so etwas passiert und doch .
Aber als ich letzte Woche von einer Frau ganz lange gestreichelt wurde , am Arm und im Gesicht. Das war auch unglaublich. Ich weiss nicht wo ich stehe .
LG Jungfrau Simone.
Simone, ich glaube da brauchst du dir keinen Kopf zu machen. Für mich ist die Frage nur: hast du diese Berührungen lediglich als Sympathie gegenüber dir als CD empfunden, oder hat da schon eine sexuelle "Komponente" mitgeschwungen?

Jennifer

Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, CD und Partner/innen Beteiligte“