CD und Partnerschaft?
CD und Partnerschaft? - # 4

Intersexuelle Menschen, Crossdresser, Transgender, Transidente: Diskussionen über partnerschaftliche Aspekte, Rat und Tat für PartnerInnen und Familie
Antworten
Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1641
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 184 Mal
Danksagung erhalten: 950 Mal

Re: CD und Partnerschaft?

Post 46 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 22. Mär 2018, 07:51

Ich dachte für mich auch immer, dass die Anerkennung durch den Partner das wichtigste wäre. Ich habe aber an mir beobachtet, dass das Problem eher bei mir liegt. Ich kann mich zwar en femme gut akzeptieren, aber ob ich michso wirklich akzeptiere, erlebe ich erst, wenn ich mich gegenüber der Partnerin ungezwungen fühle. Die Frage, ob mich meine Frau so akzeptiert oder ob ich mich anders kleiden soll, zeigte mir, wie sehr ich mein Leben nach anderen ausrichte.

Rücksicht ist wichtig, aber auch sich selber zu achten, wie man ist, ist sehr wichtig. Meine Balance ist hier verschoben, aber meine Ehe gibt mir den Raum, mich darin zu entwickeln. Und es gibt auch meiner Frau die Möglichkeit der persönlichen Entwicklung. Das erhoffe ich mir von meiner Ehe. So komme ich immer mehr darauf, welche Rolle TG für mich in meinem Leben spielt. Mann/Frau sein, bedeutet für mich eine bestimme Art der Selbstsicht einzunehmen. Rational s. emotional ist bei mir an sehr stark das Geschlecht gebunden. Das kann ich nicht ablegen. Und immer wieder frage ich mich, ob ich das auch möchte.

Warum auch ? Um mich wieder nach anderen zu richten ? Damit wäre ich wieder beim ersten Absatz.
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that made you smile ...

biene38
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 328
Registriert: Di 12. Feb 2013, 13:18
Geschlecht: Bio-Mann /Vegetarier
Pronomen: egal
Membersuche/Plz: z.Zt. -----
Hat sich bedankt: 33 Mal
Danksagung erhalten: 75 Mal

Re: CD und Partnerschaft?

Post 47 im Thema

Beitrag von biene38 » Do 22. Mär 2018, 09:06

Luka.Rina hat geschrieben:
Fr 16. Feb 2018, 21:13
Habt ihr bestimmte Vorstellungen/Erwartungen oder Wünsche an euren Partner/eure Partnerin oder auch an die Beziehung an sich? :)
Ehrlichkeit, Vertrauen und auch das Wissen, dass jeder so sein darf wie er ist, ist für mich ganz wichtig in einer Partnerschaft.
Wenn ich wüßte, ich müsste mein Inneres, meine Wünsche, meine Gedanken und vielleicht auch Sorgen vor meinem Partner verstecken, und müsste ständig Angst haben, entdeckt und erkannt zu werden, würde mich das krank machen.
Meine Partnerschaft war von Anfang an auf absoluter Offenheit und Ehrlichkeit aufgebaut, meine Partnerin erfuhr schon ca. 2 Wochen, nachdem wir uns kennenlernten, davon, dass ich teilweise einen etwas anderen Modegeschmack habe, und ich auch gerne selbst Strumpfhosen trage. Wie weit das alles gehen würde, das wußte ich selbst noch nicht und habe es erst über die letzen Jahre herausfinden dürfen und finde es weiterhin heraus, lasse sie darüber aber nie im Unklaren. Diskussionen gab es natürlich auch, aber das gehört finde ich dazu, kein Mensch nimmt einfach alles hin und letztendlich läuft vieles auf einen Kompromiss hinaus, allerdings wollte sie mir nie etwas verbieten oder mich unter Druck setzen.
Was sie allerdings schon immer wieder versucht hat oder versucht, mir es auszureden oder mich zu beeinflussen, da es eben nicht wirklich Ihres ist. Aber letztendlich lässt sie mich so sein wie ich bin, genau so wie ich sie sein lasse, wie sie ist.
Anstatt Strumpfhosen vor meiner Frau zu verstecken, sitzen wir lieber gemeinsam in Strumpfhosen auf dem Sofa und kuscheln uns aneinander. Das kann ich jedem nur empfehlen.
LG von der Biene

Sabrina Verena
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1609
Registriert: Sa 11. Aug 2012, 23:58
Geschlecht: genderfluid
Pronomen: sie
Wohnort (Name): Rechts vom Neckar
Membersuche/Plz: Nordrätien, Südgermanien
Hat sich bedankt: 67 Mal
Danksagung erhalten: 26 Mal
Gender:

Re: CD und Partnerschaft?

Post 48 im Thema

Beitrag von Sabrina Verena » Do 22. Mär 2018, 09:58

biene38 hat geschrieben:
Fr 16. Feb 2018, 23:55
lexes hat geschrieben:
Fr 16. Feb 2018, 22:05
Interesse ...



Ganz im Ernst. Bevor sich Dinge verselbstständigen : zieh‘ Grenzen für Dich damit Du in der Partnerschaft nicht untergehst.

Z.B. : Schatz ich freu mich das Du Deine Vorliebe gefunden hast und auslebst. Ich unterstütze Dich sehr gerne dabei. Ich möchte aber nicht abends aus dem Bad zu Dir auf die Couch kommen und Dich ( ohne Vorankündigung ) in HighHeels und Wäsche beim Tatort vorfinden. Ich möchte nicht das vergessen wird das ich auch ( oder besser „ in der Beziehung PRIMÄR “ ) eine Frau bin.
ich sehe es etwas anders. Vorschriften und Verbote haben in einer Partnerschaft nichts zu suchen. Das einzige was möglich ist, sind Wünsche.
Und warum sollte ich als Mann zu Hause keine Wäsche oder Highheels tragen dürfen ohne zu fragen....fragt sie denn auch, ob sie etwas darf?
Hallo!
Das sehe ich auch so.
Wahre Liebe akzeptiert den Menschen so wie er ist.
Vorschriften und Grenzen haben nichts mit Liebe und Zuneigung zu tun.
Und eine Partnerschaft um der Partnerschaft Willen zu erhalten, hat auch nichts mit Liebe zu tun.
LG Verena
Solange Du in Dir selber nicht zuhause bist, bist Du nirgendwo zu Haus.

Maka Ke Wakan Die Erde ist heilig
Lakota Sioux

Vicky_Rose
registrierte(r) Benutzer(in)
Beiträge: 1641
Registriert: Do 20. Nov 2014, 15:59
Geschlecht: m und f
Pronomen:
Membersuche/Plz: Raum Karlsruhe
Hat sich bedankt: 184 Mal
Danksagung erhalten: 950 Mal

Re: CD und Partnerschaft?

Post 49 im Thema

Beitrag von Vicky_Rose » Do 22. Mär 2018, 11:22

Akzeptanz des Anderen bedeutet nicht, alles hinzunehmen. Ich denke, die Liebe wird oft überfrachtet mit Ansprüchen. Das ist mMn eine Quelle vieler Ent-Täuschungen. Das entscheidende ist, wie man die Situation auf die RReihe bekommt. Dazu gehören auch Veränderungen in den eigenen Einstellungen. Aber das kann nur funktionieren, wenn man bereit ist Einstellungen zu ändern. Aber das beruht auf Freiwilligkeit, nicht auf Forderungen.

Im Falle fest sitzender eigener Vorstellungen benötigt man dazu oftmals sehr viel Zeit. Den Anblick eines Mannes im BH (ganz zu schweigen von den Dingen, die wir gelegentlich von uns geben) zu akzeptieren, kann einen großen Schritt für die Partnerin bedeuten. Wenn man selber Akzeptanz will, muss man damit umgehen können.

Der erste Schritt ist mMn, dass man die Gefühle des Partners auch akzeptiert. Wenn man dazu den Mut und die Kraft aufbringt, ist es Liebe und nicht umgekehrt.
Viele Grüße
Vicky

Never regret something that made you smile ...

Antworten

Zurück zu „Inter_, Trans_, CD und Partner/innen Beteiligte“